Archive for the ‘Weltwärts’ Category

Zwangsdienst oder Engagement

9. August 2018

Sokrates wird zitiert mit: „Die Jugend liebt heutzutage den Luxus. Sie hat schlechte Manieren, verachtet die Autorität, hat keinen Respekt vor den älteren Leuten und schwatzt, wo sie arbeiten sollte.“ Heute würde man hinzufügen: Ist Handysüchtig, ungebildet und vielleicht sogar Kapitalismusunfähig. Sicher jedoch Bindungs- und Beziehungsunfähig und natürlich auch unsozial, unengagiert und sowieso.

Übrigens kein rein deutsches Phänomän:

Die erste Version dieses Textes schreibe ich während einer ruhigen Minute auf einem Sanitätsdienst für die Malteser, den ich zusammen mit Darius und Constantin (beide 18) mache. Beide engagieren sich seit mehreren Jahren erst im Schulsanitätsdienst und jetzt bei den Maltesern in der sogennanten Basisgruppe.

Auch an anderer Stelle begegenen mir immer wieder engagierte Jugendliche.

Leander hat in Lörrach über 10 Lora Feinstaub Sensoren verteilt.

Die Shell Jugendstudie stellt seit mittlerweile über zehn Jahren eine deutlich steigende Politisierung von jungen Menschen vor und auch ein deutlich steigendes Engagement fest.

Bereits heute leisten viele junge Menschen aus eigenem Antritt einen von zahlreichen Freiwilligendiensten, sogar soviel das nicht alle eine Stelle finden.

Wer möchte, dass sich mehr junge Menschen in Freiwilligen Diensten wie dem FSJ oder dem Bundesfreiwilligendienst engagieren, der sollte die Konditionen unter denen diese geleistet werden verbessern.

Übrigens kenne ich immer wieder junge Menschen bei den Maltesern, die ihren Freiwilligendienst sogar auf 18 Monate verlängern!

Freiwilligendienste muß man sich leisten können

Aktuell bekommt man für ein FSJ maximal 381 Euro (2017). Durchschnittlich wird aber lediglich eine Geldleistung in Höhe von 150 Euro monatlich gezahlt. Genauso ist es beim Bundesfreiwilligendienst. Dazu kann die Einsatzstelle noch Essen oder ein Monatsticket sponsoren. Mehr darf sie aber nicht bezahlen. Bekommt aber auch dafür Fördergeld vom Bund.

Gerade Jugendliche aus Haushalten mit geringem Einkommen können sich einen Freiwilligendienst schlicht nicht leisten: Diese jungen Menschen sind dann trotz 38,5- 40h Woche Arbeit auf die finanzielle Unterstützung der Eltern angewiesen. Aus meinem perönlichen Umfeld sind mir durchaus junge Menschen bekannt, die dann auch ALG 2 beantragen mußten.

Neben einer angemessenen finanziellen Entlohnung fehlt es in Teilen auch bei der symbolischen Anerkennung entsprechender Dienste. FSJ und BFD sollen eben nicht dazu da sein, das junge Menschen schlecht bezahlt Hilfsarbeiten und erniedrigende Tätigkeiten ausführen, sondern sie sollen dabei etwas lernen. Ggf. sogar sollen Qualifikationen die dort erworben werden als Grundlage für spätere Berufliche Ausbildung dienen.

Es könnte ja auch die Komune oder das Land jedes Jahr die FSJler und Bufdies einladen und sich bei ihnen in einer Zermonie (vielleicht sogar mit Orden?) für ihr Engagement bedanken?

Lösung für den Pflegenotstand?

Kompetente Pflege ist eine qualifizierte Tätigkeit. So sehr, das der einfache Pflegehelfer eine einjährige Ausbildung erfordert, der normale Krankenpfleger eine dreijährige Ausbildung, Fachpfleger ca. 5 Jahren Qualifikation erfordern und es inzwischen auch in Deutschland Modelle gibt, bei denen Menschen Pflegewissenschaften studieren.

Wer den Pflegenotstand in Deutschland bekämpfen möchte für den hätten ich folgende  Vorschläge:

Zusammenhalt

Auch für die Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhangs hätten wir da einige Vorschläge, die man ausprobieren könnte:

  • Altersarmut kann man mit der Einführung einer einer Mindestrente bekämpfen, die jedem mindestens ein Grundsicherungsniveau an Rente bietet ohne Rücksicht auf Umfang der Einzahlungen.
  • Kinderarmut kann man entgegentreten, in dem das Kindergeld nicht mehr auf die ALG 2 angerechnet wird. Kinder kann man statt einem ermäßigten, den vollen ALG 2 Satz bezahlen.
  • Mehr Gemeinschaftsschulen, an denen Kindern aus unterschiedlichen Schichten aufeinander treffen. Denn PISA zeigt eines: Bildungserfolge sind in Deutschland maximal vom sozialen Status der Eltern abhängig.
  • Förderung von außerschulischen Lernangeboten.
  • Ein Wohnungsbauprogramm mit dauerhafter Bindung der Sozialwohnungen und nicht wie jetzt ein Auslaufen nach 20 Jahren. Vielleicht auch eine Vereinfachung beim bauen, konkrete Vorschläge gibt es ja bereits (LINK)
  • schnelles Internet auf dem Land, damit sich auch dort Firmen ansiedeln und keine Landflucht betreiben müßen

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Links

15. Januar 2015

Violence and War

For my studies I had to do a research about people running amok. One of the most ununsal amok runs I heard about is the one commited by an american soldier in Afghanistan.

„Afghanistan: A Gathering Menace – Traveling with U.S. troops gives insights into the recent massacre“ by Neil Shea in the American Scolar.

Ukraine

About TV in Russia and how the Propaganda works. From Politico.

Kolonialismus und Orientalismus im Kommentaren über die Ukraine, passt gut zum Orientalismus unten. Von Euromaidanpress.

Culture

Something more fun. The Art of google books: The adversaria of Google Books: captured mark of the hand and digitization as rephotography. By Krissy Wilson.

An interview about the concept of Orientalism with Edward Said:

The singing policeman

15. Juli 2011

The video that made him famous:

First Brigadier (etwa Hauptgefreiter) Norman Kamaru, more about him on Inside Indonesia.

See how he is performing

Unfortunatly the GEMA has blocked these videos in Germany!

and this seems to be the first real purposefully produced video clip of him singing:

Who knew that indonesian policeman could be that good at signing indian songs?

Referat Bildungssystem Indonesien

13. November 2010

Im Seminar Einführung in Gegenstand, Methoden und Befunde der (international) Vergleichenden Erziehungswissenschaft an der Pädagogischen Hochschule habe ich ein Referat über das Indonesische Bildungssystem gehalten. Leider habe ich es nicht geschafft den Slidecast zu exportieren, so dass ihr hier nun mit einer PDF und einer MP3 vorlieb nehmen müßt. Vielleicht interessiert es ja den einen oder anderen.

Bildungssystem_Indonesien_PDF

MP3_Referat_Bildungssystem_Indonesien

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Henri Dunant, Indonesien und so

28. Oktober 2010
Merapi in besseren Zeiten

Merapi in besseren Zeiten, als ich ihn letztes Jahr im Oktober bestiegen habe. Die Hand ist nicht von mir.

Ab Freitag werde ich auf Abschlußseminar für mein Weltwärtsjahr gehen und daher möchte ich noch auf diese zwei interessanten Artikel in der Neuen Zürcher Zeitung zu neuen Biographien über Henry Dunant hinweisen: „Der Gründer des Roten Kreuzes ist ein Schweizer Nationalheld und eine globale Ikone der Humanität. Hundert Jahre nach seinem Tod wird der Mensch hinter dem Monument entdeckt. Henry Dunant war auch ein Apokalyptiker und Egomane“

Sowie auf einen Bericht über einen seiner Mitstreiter, ebenfalls in der NZZ.

Ebenfalls ein wenig besorgt bin ich im Moment über meine Freunde und Bekannten in Bengkulu und beim Indonesischen Roten Kreuz, die ja gerade mit zwei Großschadenslagen zu kämpfen haben. Einmal dem Ausbruch des Vulkans Merapi auf Java in der Nähe von Jogjakarta und dem Erdbeben vor Mentari und der Flutwelle, welche die dortigen Inseln vor Sumatra verwüstet hat. Beide Orte sind übrigens mehr als 1300 km voneinander entfernt. Erschüttert hat mich die Nachricht, dass ein Freiwilliger des PMI bei den Rettungsarbeiten rund um den Vulkanausbruch zu tode gekommen ist.

On the way home

25. September 2010

Today I leave for Germany, via Abu Dhabi to see a friend who is working there as a firefighter. With one eye I’m crying to leave Indonesia with the other I’m looking forward to see my home again.

Dubai become a little scary, when you read this article. From the British Independant.

Last days in Curup

23. September 2010

Der Landrat hatte eine Party, der Guverneur kam auch und weil eine Demo angekündigt war auch ganz viel Polizei, darunter auch der Brimob aus Bengkulu. Irgendwie war dann doch keine Demo und es gab Essen für alle. Und auch die Leute von der Breitschaftspolizei wollten, das ich mich zu ihnen setze. Leider hatte ich auf ein extrem scharfe Chili gebissen.

Und hier noch der Bericht von den letzten Tagen in Curup.

Oben in Curup war alles sehr entspannt und auch das Klima sehr angenehm. Ausländer noch mehr eine Erscheinung und das PMI noch indonesischer. Es war mit den Jungs dort oben immer sehr nett, auch wenn es mir stellenweise angebracht erschien, zu versuchen etwas Arbeit im Büro zu machen und dies nicht nur zum Rauchen und Kaffetrinken zu benutzen.

Ein paar von den Jungs aus dem Büro in Curup

Mit ihnen habe ich auch in der Fastenzeit jeden Abend gemeinsam Fastenbrechen gefeiert. (more…)

Abschiedsbesuch in Mukomuko

22. September 2010

Bengkulu seen from a low flying plane. The good thing with the expensive ride was, that the plane flew over Bengkulu city and I had a good view on the shopping center (right) the PMI City of Bengkulu office is between the Mosque and the street. More aerial view pictures on my flickr stream.

Gestern war ich auf Absichedsbesuch in Mukomuko.

Das liegt ungefähr 200km Luftlinie von Bengkulu entfernt, leider sind die Straßen aber grottenschlecht und daher habe ich das Flugzeug genommen. Was nun wieder sauteuer war (1 Mio IDR mit Susi Air).

Karte des nördlichen Teils der Provinz

Karte des nördlichen Teils der Provinz,

Wenigstens wurde man mit fantastischen Bildern der Provinz von oben und einem super Tag verwöhnt.

Bis Mukomuko ist die Provinz quasi leer und man überfliegt riesige Palmöl und Gummibaum Plantagen. Die zum Großteil den Djungel abgelöst haben. Mehr Fotos von meinem Besuch gibt es auf meinen Flickr stream, die sich sehr lohnen. (more…)