Zumindest so liest sich so ein Schreiben der Arbeitsgemeinschaft Freiburger Bürgervereine, das mir in der Entwurfsfassung vorliegt und welches laut BZ auch schon Gegenstand einer Diskussion gewesen sein soll. Unklar ist ob sie es bisher und auch so abgschickt haben.
Zum einen fordert das Schreiben einen Verzicht auf den Ausbau als Hochgeschwindigkeitsstrecke in der Breigauer Bucht, daher die Züge sollen wie jetzt 160 km/h bis zum Haupbahnbahnhof fahren und nicht 200 km/h. Dann kann man auf die „teure“ Kurvenverbesserung und den Batzenbergtunnel verzichten. Das kann man sicher noch irgendwie diskutieren.
https://www.openrailwaymap.org/?style=standard&lat=48.03754877235187&lon=7.79728889465332&zoom=14
Eher absurd wird dann aber der Teil in dem es um die Anlage eines Außenbahnhofs für Freiburg geht. Warum man da den 1977 aufgegebenen Kopfbahnhof von Baden-Baden als Beispiel erwähnt, keine Ahnung. Der Vorschlag will die Güterbahnstrecke, die ja extra gebaut wird um den lauten Güterverkehr aus Freiburg, Emendingen, Bad Krozingen, Denzlingen raus zu halten, als Strecke für den Personenverkehr nutzen. Der Fernverkehr, im Text als „(IC usw.)“ bezeichnet – lustig weil die letzten drei InterCity 2023 in Freiburg abgefahren sind – soll an einem Außenbahnhof halten.
Wie heißt es so schön im Schreiben: „Die vorhandene Personenbahn (Bestandstrecke) müsste nicht für den schnellen Fernverkehr ausgebaut werden und umfangreiche (= teure) Umbaumaßnahmen könnten entfallen.“
Nun da ist aber ein wenig zu kurz gedacht worden. Zum einen müsste man die Breisacher Bahn vom Hauptbahnhof bis mindestens Hugstetten zweigleisig ausbauen. Zum anderen würden dann die Güterzüge, die ja wegen Lärm extra raus aus der Stadt gelegt werden sollen weiterhin durch die Stadt brausen, denn die könnten ja die Fernverkehrsstrecke nicht nutzen, es ist ja gerade das Ziel die Verkehre zu entmischen. Dann auch durch einen deutlich weniger genutzten Hauptbahnhof. Die Bestandsstrecke hätte dann auch keinen besseren Lärmschutz.
Auch für viele Pendler und Fernreisende würde sich die Situation nicht verbessern. Jetzt können viele Menschen aus dem Stühlinger, der Innenstadt oder Zähringen zu Fuß zum Hauptbahnhof laufen. In Zukunft müssten sie auf jeden Fall umsteigen und raus fahren. Das würde die Reisezeiten für alle in Richtung der Freiburger Innenstadt oder Osten deutlich verlängern. Landwasser wäre jedoch deutlich besser angebunden. Nicht das am Ende noch eine Gentrifizierung der Wirthstraße einsetzt.
Daneben wundert, dass Bürgervereine für die der Mooswald sehr wichtig erscheint einen solchen Vorschlag machen, bei dem sicherlich auch Mooswald gefällt werden müsste.
Genau diese bizarren Außenbahnhöfe wie sie in Frankreich teils für den TGV errichtet wurden, die suboptimal an den restlichen ÖPNV angebunden sind, dann große Parkplätze brauchen, neue Tram- und Buslinien, sind es die wir ja gerade nicht wollen. Der ICE (!) soll von Innenstadt zu Innenstadt verkehren.
