Lass dich impfen

17. September 2021 by

Seit einigen Tage gibt es immer wieder Aktionen von mir und anderen Menschen, die darauf hinweisen, dass Jugendliche ab 14 Jahren selbst entscheiden können und müssen, ob sie sich gegen Corona (und auch andere Krankheiten) impfen lassen wollen oder nicht.

Da ich mich lange für mehr Kinder- und Jugendbeteiligung eingesetzt habe, ist auch diese Information, mir ein Anliegen.

Leserbrief zu Coronavirus greift an Freiburger Schulen und Kitas um sich

13. Oktober 2021 by

Trotz beständig hoher Inzidenzen für Corona Virus Infektionen in der Gruppe der 5 – 14 Jährigen plant die Landesregierung die Maskenpflicht am Platz in Schulen zu locken.


Dies obwohl wir wissen, das im Winter weniger gelüftet wird, kaum Schulräume mit Luftfiltern ausgestattet wurden und wir auf die baldige Zulassung eines Impfstoffs für die 5 – 12 Jährigen erwarten.

Diese Lockerungen stehen im Gegensatz zu den Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts, immerhin die zuständige Bundesoberbehörde, der Weltgesundheitsorganisation, der amerikanischen Seuchenschutzbehörde CDC oder Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin. Sie stehen auch im Gegensatz zur “lebenden S3-Leitlinie zu Maßnahmen zur Prävention und Kontrolle der SARS-CoV-2 Übertragung in Schulen”, die gemeinsam von der Deutsche Gesellschaft für Epidemiologie, der Deutsche Gesellschaft für Public Health, der Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin, der Deutsche Gesellschaft für pädiatrische Infektiologie, der Deutsche Gesellschaft für Sozialpädiatrie und Jugendmedizin, derDeutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie und einer ganzen DIN A4 Seite weiterer Fachgesellschaften zusammen mit dem Kinder- und Jugendbeirat des Deutschen Kinderhilfswerkes, dem Bundeselternrat oder dem Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg, erarbeitet wurde und immer noch gültig ist. (https://www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/027-076.html)

Nun wird diese Maßnahme ausgesetzt und untergräbt damit das gesamte Schutzkonzept aus Masken, Tests, Lüften und Kohorten.

Gleichzeitig beobachte ich und viele andere Menschen, die intensiv die Corona Leugner Szene beobachten eine intensive Lobbykampagne beim Bürgertelefon des Kultus- und Sozialministeriums. Die Aufrufe werden quasi in fast allen Coronarebellen Telegramm Gruppen geteilt. Durch diese Aufrufe soll der Eindruck entstehen, “die Eltern” seien gegen Masken. Gleichzeitig, so berichten mir Elternvertreter, versuchen Coronaeleugner Gruppen auch gezielt Elternbeiräte und Gesamtelternbeiräte zu übernehmen.

In Freiburg begleitet die Grüne Landtagsabgeordnete Nadyne Saint-Cast, diese Situation mit einer Reihe von Coronaverharmlosenden Tweets: „Ki.&Jugendl. erkranken mehrheitl. mild&ohne Symptome(S.5).“ Das ist richtig, dennoch lagen im Durchschnitt jeden Tag etwa 15 Kinder in den letzten Wochen mit Covid auf Kinderintensivstationen.

In weiteren Tweets nutzt Nadine Saint-Cast ein sprachliches Frameing, das eher an Coronaleugner erinnert: “aufatmen”, “Masken behindern massiv beim Lernen”, als eine Politikerin einer Partei, sie sonst immer “follow the sicence” hochhält.

Vertretbar sei der Schritt, so Saint-Cast. denn “#Impfquote von Lehrkräften ist hoch“. Es drängt sich der Eindruck auf, es ginge gar nicht um den Gesundheitsschutz der Kinder und Jugendlichen, sondern lediglich, darum den Ausfall von Lehrkräften zu verhindern.

Weitere interessante Tweets in diesem Zusammenhang:

Stecken Querdenker hinter der Abschaffung der Maskenpflicht in Baden-Württemberg?

12. Oktober 2021 by

Am 4.10. wurde ich zuerst auf Posts in unterschiedlichen Querdenker Telegram Kanälen aufmerksam. Da erzählen unterschiedliche Querdenker, dass sie mit den Bürgereferenten in Sozialministerium telefoniert haben oder sie rufen auf, E-Mails an das Sozialministerium und andere Stellen zu schreiben um gegen die Maskenpflicht an Schulen Stimmung zu machen. Das Ziel ist klar: Masken ist für die Querdenker ein Reizthema und die Projektion auf Kinder sowieso, ob nun bei Impfungen oder auch Masken.

Zunächst dachte ich, dass sind die üblichen Aktionen aus der Ecke. Nun ist es ja nicht verwerflich sich mit seinen Anliegen an Politiker und Behörden zu wenden. Es ist auch aus Sicht der Leute, die ein Anliegen haben sicherlich geschickt so zu tun als wäre man viele Menschen. Aber es ist Aufgabe „der Politik“ und Behörden abzuwägen ob die Anliegen wirklich viele Menschen bewegen und ob welche Gründe dafür und dagegen sprechen.

wenn man bei Telegramm „Bürgertelefon“ eingibt dann findet man sehr viele Treffer.

Ich fing an rumzufragen und schnell merkte ich, dass dieser Aufruf in sehr vielen Gruppen gepostet wurde. Jörg Rupp, auch kein unbeschriebenes Blatt im Verhältniss zu den Grünen, hat dann beim Kultusministerium angefragt. Die Dame bemerkte „Dass sie erstaunt war, warum so viele bei ihr anrufen und mailen. Sie war nur freundlich gewesen und hat zugehört und die haben halt aus „ich leite das weiter“ sowas gemacht“.

Im weiteren Prozess wurde dann zunächst aus Berlin deutlich, dass die Senatsverwaltung in ihrer Antwort auf die Aufhebung der Maskenpflicht argumentiert, dass sie dafür sehr viele E-Mails bekommen habe. Es gab dann immer wieder Zuschriften von Bürger:innen, die entsprechende Chats in Telegram Gruppen der Coronaleugner gefunden hatten.

Weiterhin lagen mir auch Screenshots aus einer weiteren Gruppe mit einem Dokument vor – kommt aus eine Quelle die ich als Glaubwürdig einschätzen würde, aber ich habe keine Möglichkeit es zu prüfen – mit einer Übersicht der Querdenker Telegramm Gruppen an Schulen.

Die Scheinen sich im Vorfeld von Elternabenden zu organisieren, auch vor dem Hintergrund das mir Elternvertreter von Übernahmeversuchen berichten. Das laufe dann so: Querdenker Eltern kündigen über Klassenchats, etwa WhatsApp Gruppe, an dass sie mal über Corona diskutieren wollen und vielleicht sich auch nicht an die 3G Regeln halten. Darauf haben viele Eltern schon wenig Lust zu kommen. Hat jetzt eine Klasse, etwa an einer Werkrealschule, sowieso schon wenig Eltern, die zum Elternabend kommen, dann kann man auch mit wenig Querdenkereltern, quasi die Elternvertretung übernehmen. Zumindest ein Gesamtelternbeirat soll so schon übernommen worden sein.

Inzwischen lesen auch viele Elternbeiräte ihre lokalen Querdenken bzw. „die Basis“ Telegram Gruppen mit mehr oder weniger anonymen Accounts mit, einfach aus Selbstschutz um über deren möglgiche (Stör-) Aktionen informiert zu sein.

In diesem Sinne sehe ich meine Einschätzung bestätigt. Die Querdenker sind laut und agressiv, sie erwecken den Eindruck es sind viele und sie seien Eltern. Aber wenn man die Chats liest, dann hat man intern oft den Gegenteiligen Eindruck: Da berichten sie, wie isoliert sie seien und das sie an ihrer Schule oder im Umfeld oft nur wenig Anschluss hätten.

Wahlergebnis der Basis im Blick

27. September 2021 by

In Baden-Württemberg scheint die Partei „dieBasis“, in der sich die Coronaleugner versammelt haben, im bundesweiten Vergleich besonders stark zu sein. Zumindest legt dies die Karte bei Zeit online nah. So bekam sie in bundesweit 1,4%, aber in Baden-Württemberg bei den Zweitstimmen 1,9 %, bei den Erststimmen sogar 2,1%! Damit ist BaWü führend, noch vor Mecklenburg-Vorpommern.

Dann wäre noch zu überlegen, von wem die Stimmen gewandert sind. Ich würde vermuten es sind teilweise Menschen die früher ÖDP, vereinzelt auch Grüne gewählt haben und teils auch AfD, daneben dürfte es viele Wechselwähler oder sogar Nicht-Wähler gegeben haben.

Nun kann man diskutieren ob Antroposophische Einrichtungen eine besondere Rolle spielen, wie es einige Autoren behaupten. Tatsächlich nennen in Sozialen Medien immer wieder Menschen hinweise auf nahe gelegene Antroposophische Einrichtungen und gutes Abschneiden der Basis:

Es könnte aber auch einfach an engagiertem Wahlkampf gelegen haben, bzw. wenn engagierte Kandidaten in eine, bestimmten Bereich wohnen und dann aktiv sind, kann das schon bei den insgesamt geringen Stimmenanzahlen, die auch 2% darstellen, schon einen Unterschied machen.

Im Wahlkreis Offenburg trat Peter Cleiß an, der ist eigentlich so der best dankbarste Kandidat den man haben kann: Vizepräsident des Südbadischen Fussballverband, aktiv in Genossenschaften, ehemaliger Schulleiter einer Berufsschule, aktiv in der Deutsch-Französischer Zusammenarbeit, bekannt und im Auftreten eher moderat, rhetorisch gut, ideologisch sattelfest, ordentlich angezogen, was nicht bei allen Kandidierenden der Basis der Fall ist. Und als Rentner finanziell und mit Zeit gut ausgestattet.

Aber die Stimmen reichen aus, damit sie in Zukunft auch Geld aus der Parteienfinanzierung bekommt.

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Luca App mal wieder

27. September 2021 by

Noch vor der Bundestagswahl haben einige Personen E-Mails an unterschiedliche Stellen geschrieben, aus dem Grünen Landesarbeitskreis Digitalisierung gab es eine E-Mail an unterschiedliche Grüne Entscheidungsträger*innen im Land, die nochmal auf die Probleme der Luca App hingewiesen hat. Die E-Mail ging an den Fraktionsvorsitzenden, den Abgeordneten der für Digitales zuständig sei – leider weiß man nicht ob sich die Zuständigkeit auch auf den Einsatz der Luca App bezieht – Peter Seimer und an Uli Skerl, sowie Oliver Hildenbrand, sowie an den Gesundheitsminister Luca.

Darin schreiben die Unterzeichnenden, zu denen ich auch gehöre:

„Die zahlreichen Probleme, die im praktischen Einsatz der LUCA App bundesweit aufgetreten sind, zeigen, dass der Praxistauglichkeit der Anwendung sehr begrenzt ist. Schwerwiegende fachliche Mängel und geringe Support-Qualität führen zu mangelhafter Akzeptanz und Schwierigkeiten bei der Integration mit anderen digitalen Lösungen. Durch Defizite in den Bereichen IT-Sicherheit und Datenaustausch entsteht zusätzlich ein hohes Risiko des Datenmissbrauchs sensibler Gesundheitsdaten sowie von eingeschleppten Sicherheitsproblemen in den Gesundheitsbehörden.“

Und fordern:

„Wegfall einer verpflichtenden Personendaten-Erfassung fu?r Gastronomie Betriebe. Dies ist der einzige Grund für die Anwendung der LUCA App. Stattdessen reicht ein anonymisiertes Cluster Tracing, wie es in der Event-Registrierung der Corona-Warn-App VWA  seit April 2021 implementiert ist. Baden-Württemberg muss dem Beispiel von Nordrhein-Westfalen folgen, wo diese Anforderung schon im Juli aus der Verordnung gestrichen wurde.“

Ende August habe ich auch an den Landesrechnungshof geschrieben und meine Bedenken bezüglich der Luca App mitgeteilt und angeregt die Vergabe zu prüfen:

Sehr geehrter Herr Präsident Benz,
sehr geehrte Frau Vizepräsidentin Taxis,
sehr geehrte Damen und Herren,

Wohlwissend, dass der Rechnungshof selbst festlegt, was konkret geprüft werden soll, wenden wir uns heute an Sie mit der Bitte um die Prüfung der Nutzung der Luca App durch das Land Baden-Württemberg. Wir das sind Mitglieder*innen und Menschen im Umfeld des Chaos Computer Clubs Freiburg, für die und mit denen ich diese E-Mail verfasst habe, die aber nicht namentlich unterzeichnen.

(Update: Der Landesrechnungshof hat sich bei mir gemeldet und wir haben darüber gesprochen, bin gespannt ob hier noch eine Reaktion kommt. Dieser Text dient lediglich der Dokumentation meines Briefs, er erhebt keinen Anspruch auf Richtigkeit und Vollständigkeit, insbesondere ob es sich bei der Exportfunktion um eine API handelt oder eine andere Art Schnittstelle, ist zwischen Herstellern und Öffentlichkeit umstritten)

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Alte Solarpaneele als Balkonsolargerät weiternutzen

25. September 2021 by
Balkonsolarbasteln im Bild Rolf Behringer

Am Samstag vor der Bundestagswahl haben Rolf Behringer vom Verein Solare Zukunft e.V. und ich den zweiten Workshop abgehalten, in dem wir aus 20 Jahre alten Solarpanelen, die der Fesa e.V. gehört haben, neue Balkonsolargeräte gebastelt haben. Die Alt-Module stammen von Bürgersolaranlagen, welche aufgrund von Dachsanierungen abgebaut werden müssen oder aufgrund der auslaufenden EEG-Förderung nicht mehr wirtschaftlich zu betreiben sind. So können PV-Module, welche eigentlich entsorgt würden, weiterhin Energie und CO2 einsparen. Unser Basteln fördert somit nicht nur die Energie und CO2-Einsparung, sondern auch die Schonung von Ressourcen durch sinnvolle Wiederverwendung sonst ungenutzter Altmodule.

Dabei stellt die Besorgung, aller benötigten Komponenten durchaus eine Schwierigkeit da. In Zeiten von Corona und verstopftem Suezkanal, gar nicht so einfach die alle zügig zusammen zu bekommen. Besonders die Beschaffung von alten Solarmodulen, ohne das wir etwas bezahlen mussten, war nur durch den Kontakt mit der Fesa möglich, die gerade eine alte Anlagen abbauen musste.

Aber auch mit denen, wäre es nicht gegangen, wenn wir nicht auch noch eine großzügige Förderung, durch die Postcodelotterie und von der Stadt Freiburg im Rahmen des Klimaquartier Waldsee, bekommen haben.

Auf die regulatorischen Hindernisse, die eine immer noch in den Weg gestellt werden, bis man ein Balkonsolargerät betreiben kann, will ich hier gar nicht eingehen. Auch bei den Sicherheitsanforderungen, die man sinnigerweise erfüllen sollte, gibt es bessere Seiten. Um den Unterschied zwischen Guriella-PV und Krawatten-Balkon-Solar besser zu verstehen, sollte man auf die Website des neuen Vereins balkon.solar schauen.

Grundsätzliches

Grundsätzliches zum Thema findet man in diesem guten Artikel von Elektor.

Wer sich einfach mal in das Thema einhören will, dem sei dieses Interview mit mir im Podcast des Solarzentrum Berlin empfohlen:

Wer ein neues Balkonsolar Gerät kaufen will, der findet diese etwa bei Volxpower oder solarpeak.de. Die haben auch tolle Halterungen für Balkon, Flachdächer oder Fassaden.

Einen sehr schönen Ratgeber, gibt es auch auf dem Blog von Energie Experten. Darin erkläre ich wie das alles geht. Es empfiehlt sich vor dem Basteln, auch dieses durchzulesen.

Aber nun zum Basteln an sich.

Auch nach 20 Jahren auf dem Dach, sind viele davon noch brauchbar und in Ordnung. Wir sortieren aber die aus, die sichtbare Beschädigungen haben, braun geworden sind. Was übrig bleibt – das sollten immer noch der Großteil sein – messen wir am besten bei Sonne durch. Gut ist zudem wenn man eine Solarpaneel findet, auf dem der Aufkleber hinten nicht vergilbt ist um die Spannung zu vergleichen. Kommt es bei Sonne daran? Liefern die alten Module gleichen Typs ähnliche Spannung? Dann kann man davon ausgehen, dass es noch funktionsfähig ist.

Drei der Module verbinden wir parallel, also nicht in Reihe, damit sich die Spannung nicht addiert. Man kann es machen wie wir: Die alten MC3 Stecker abzwicken, die Kabel in einer Feuchtraumdose mit Lüsterklemmen zusammen führen und dann das ganze abdichten. Das ist sicher eine recht sparsame Variante. So würde ich das aber nicht nochmal machen und beim zweiten Workshop sind wir dann auch auf Adapter umgestiegen.

(Ganz viel Glück haben wir, wenn die Module noch gar nicht so alt sind, dann haben sie schon MC4 Stecker. MC3 Stecker sind rund, MC4 Stecker sehen irgendwie moderner aus und sind eckig).

Wir brauchen:

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Demonstration der Coronaleugner vor der Angell Schule neue Stufe der Eskalation

23. September 2021 by

Altstadtrat Sebastian Müller, der seit März 2020 die Coronaleugner Szene in Freiburg und Umgebung beobachtet, ordnet die Demonstration von ca. 100 Personen am Donnerstag 23.9. in der Mattenstraße vor dem Angell ein:

Diese Demonstration vor einer Schule ist eine neue Stufe der Eskalation. Nicht nur, dass mit falschen Aussagen über Coronaerkrankungen und scheinbaren Gefahren der Impfung Falschinformation verbreitet wurde. Die Demonstranten kündigten auch in aggressiver Weise an die Ärzte, Schulleitung und Menschen die sich für Impfungen einsetzen zur Rechenschaft zu ziehen.“

Dabei seien auch konkret der Name des Schulleiters und sein Name gefallen.

Nach dem Mord in Idar-Oberstein, wo ein Tankstellenmitarbeiter, der eine Person bat sich an die Infektionsschutzregeln zu halten, brutal erschossen wurde, haben diese Drohungen einen deutlich bedrohlicheren Klang.

Müller fordert ein Signal aus Stadtpolitik, Parteien, Zivilgesellschaft und Bürgerinnen und Bürgern: „Jetzt ist es an der Zeit sich hinter Impfteams und diejenigen zu stellen, die sich seit Monaten gegen Querdenken und Coronaleugner engagieren.“

(Hinweis 25.9. abends: Martin Horn das mit einem Instagram Post getan, die JUPI Fraktion per twitter, ebenso Monika Stein von der GEW)

An der Kundgebung beteiligte sich der harte Kern, der südbadischen Querdenker Szene, darunter auch zahlreiche Kandidaten für die Coronaleugner Partei „die Basis“. Besonders schockiert sei Müller gewesen, dass auch Dr. Wolf Bergmann im Arztkittel mit Stethoskop teilgenommen habe. Bergmann sei schon in der Vergangenheit mit bizarren und widerlegten Thesen über die Behandlung von Corona, die Impfungen und Gefahren einer Infektion aufgefallen. (Weitere Informationen und Recherchen dazu: https://sbamueller.com/2021/02/28/dr-blaubaers-impfstoff-maerchenstunde/)

Viele engagierte Bürger beobachten die Telegramm Kanäle der Szene, daher war bekannt dass sie eine Aktion planten, das Ausmaß der Mobilisierung sei jedoch überraschend gewesen. Daneben seien die Demonstranten selbst für diese Szene, sehr aggressiv aufgetreten, ein Dialog mit Lehren oder der kleinen spontanen Gegendemo sei kaum möglich gewesen.

Hier kommen viele Dinge zusammen, die die Szene triggert: Man ist sowieso gegen Impfungen, nun können sich auch noch Jugendliche impfen lassen und es passiert an einer Schule.“, führt Müller aus. Die Szene in Südbaden sei geschrumpft, Aktionsformen wie der wöchentliche Autokorso hätten nur noch wenig Zuspruch, zuletzt maximal 25 Fahrzeuge. Selbst Aktivisten aus dem Antifa Umfeld hätten Störaktionen, mangels sozialer Relevanz eingestellt.

Weitere Entwicklungen (update 25.9. abends)

Die Badische Zeitung berichtet auf der Titelseite des Lokalteils am Freitag.

Ebenso hat mit Radio Dreyeckland in einer ICE Toilette erreicht und mich interviewt: Rechtsoffener Protest in Freiburg / Impfgegner*innen protestieren gegen Impfaktion vor Angell Schule

Ich persönlich befürchte es wird weitere solcher Aktionen der Querdenker Szene geben und Gegen-Protest ist weiterhin leider notwendig, schön wäre, wenn zu diesem mehr Leute kämen. Wir ein Megafon (dann muss man nicht so nah an den Schwurble stehen, kann aber dennoch eine Gegenmeinung verbreiten), Transparten dabei hätten um das ganze auch als Spontanversammlung anmelden würden oder deutlicher machen könnten. Flyer habe ich nun.

Rechts blinken in der FDP: Tino Ritter im Wahlkreis Emmendingen

22. September 2021 by

Leserbrief zum „FDP-Kandidat Tino Ritter tritt mit Angriffslust an seinen Info-Ständen an“:

„Ritter ist bewusst nicht gegen Corona geimpft. „Ich bin in einem Alter mit nahezu null Risiko für einen schweren Verlauf“, sagt der 49-Jährige im Gespräch mit der BZ zur Begründung. (…) Auch im digitalen Wahlkampf zeigt sich Ritter sehr aktiv und streitlustig, teilt auch provokante Beiträge.“

Badische Zeitung. „FDP-Kandidat Tino Ritter tritt mit Angriffslust an seinen Info-Ständen an“, Mark Alexander

Es liegt in der Eigenverantwortung jedes Bürgers, sich gegen eine potentiell tödliche Infektionskrankheit zu schützen. Die im Wettbewerb verschiedener Unternehmen entwickelten, breit erprobten und bewährten Impfstoffe, bieten dazu eine sehr gute Möglichkeit. Gerade auch vor dem Hintergrund, das Lungenfachärzte, wie Cihan Çelik (FAS 19.09) berichten, dass das Durchschnittsalter der Patienten, die sie in die Intensivstation verlegen inzwischen 51 Jahre beträgt, alle ungeimpft. Auch von diejenigen die nicht ins Krankenhaus müssen, haben teils noch Lange mit den Folgen zu kämpfen (ca. 10% der Coronaerkankten bekommen ‚Long Covid‘).

Die Beschreibung des twitter Accounts als provokant finde ich verharmlosend. Schaut man sich die Beiträge von Herrn Ritter an, aber auch diejenigen die er teilt, dann finden man etliche die sich mindestens im Grenzbereich zu rechtsextremem Gedankengut bewegen und verschwörungsmythischem Aussagen enthalten:

Am 9.9. ein Tweet mit „Deutschland wird bunt #Messergrüsse aus #Afghanistan“. Er nutzt auch Ausdrücke, wie „Neger“ oder „Zigeuner“, die heute von Vielen aufgrund ihrer Geschichte als unnötig verletzend empfunden werden. (28.7.)

Auch sonst raunt er viel, etwa über Briefwahl, die häufig „gelenkt“ sei und gegen die Wahlgrundsätze verstiesse (24.8.) oder spekuliert der Corona Virus sei von Chinesen künstlich hergestellt und bewusst verbreitet worden. (13.8.)

Ritter behauptet immer mehr Bürger ließen sich in Absprache mit ihren Ärzten etwas anderes spritzen als Impfstoff, die Ärzte würden das aber als Corona Impfung dokumentieren. (11.8.) Was für den Arzt und Patienten wahrscheinlich eine Straftat wäre.

Er wettert unsachlich gegen den Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk (4.7) oder behauptet: Gendern ist die Wohlstandskrankheit einer dekadenten Gesellschaft ohne echte Probleme.“ (9.8.) Daneben zeigt er Sympathien für den rechten Reporter-Aktivisten Boris Reitschuster (2.8.) oder lästert über das Maskentragen.

Es sind nicht einzelne Aussagen, sondern nach meiner Überzeugung als Inhaber eines Staatsexamen in Politikwissenschaft, der sich auch beruflich intensiv mit rechte Gedankengut auseinandersetzt, kalkuliertes Blinken nach weit rechts und in Richtung von Coronaleugner Gruppen, mit den typischen Themen, Ausdrücken und Einstellungen in diesem Bereich. Er würde besser zur AfD oder „Die Basis“ passen als zur FDP.

Sebastian Müller, Freiburg

Nachtrag und Update

Nach Veröffentlichung dieses Beitrages hat Tino Ritter einen Tweet verfasst, in dem er mir „Diffamierung“ vorwirft. Auf die kritisierten Äußerungen bei twitter ist er jedoch nicht eingegangen. Den Unterschied zwischen einem Leserbrief und einem Artikel in einer Zeitung scheint er da nicht zu beachten.

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