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BalkonSolar Buch

Seit einiger Zeit schreibe ich zusammen mit Rolf Behringer vom Verein Solare Zukunft an einem Buch über Balkonsolargeräte.

Zur Vorbestellung

Über das Buch, welches im Ökobuch Verlag erscheinen wird, heißt es: „Selbsthilfe ist die beste Hilfe: Kleinanlagen bis 600 W (ca. 3 qm) können u?ber eine Schuko-Steckdose Strom einspeisen und liefern bis zu 500 kWh pro Jahr, die im Haus oder in der Wohnung genutzt werden können. Die Montage ist – mit diesem Ratgeber! – relativ einfach und der Anschluss ohne Genehmigung möglich; eine Anmeldung ist zwar notwendig, aber unkompliziert.

Es wird um Themen gehen:

  • Wie plane ich mein Balkonsolargerät
  • Upcycling: aus alten Solarmodulen ein neues Balkonsolargerät machen
  • Geschichte der (Solar)-Energie
  • Sicher Anbringen
  • Rechtliche Fragen
  • Energie intelligent nutzen
  • Strom, Leistung, Energie, Einheiten, Stromnetz
  • Solartisch

Das Buch ist ab 20.4. im Handel erhältlich.

Die ganz neutrale Anti-Windkraft Veranstaltung des Ortsverein Günsterstal

Die Einladung war sachlich und eher nüchtern formuliert: „Die Nutzung von Windenergie bildet einen wichtigen Eckpfeiler der Energiewende in Deutschland. Beim Projekt Windkraftanlagen auf dem Illenberg treffen Befürworter und Kritiker aufeinander. In Bürgerbefragungen wurden die Positionen erfasst. Auch der Ortsverein Günterstal versucht zu erfassen, was ein Bau der geplanten Windkraftanlagen für die Bewohner unseres Stadtteils bedeutet. Direkt eingebunden wurde er von offizieller Seite aber bislang nicht.“, heißt es auf der Website des Ortsverein Günterstal.

Eher Letztwähler als Erstwähler

Also dachte ich, hier wird sicherlich sachlich und nüchtern informiert, über das für und wieder und dann vielleicht noch diskutiert. Denkste. Zum einen zitierierten die Vortragenden aus einem Gespräch mit der Stadtverwaltung, bei dem offensichtlich Mitarbeiter aus dem Umweltamt und sogar dessen Leiter anwesend waren. Was schon mal dagegen spricht, das bislang nicht von offizieller Seite eingebunden sei.

Scheinbar hatte die Stadtverwaltung sogar angeboten die Veranstaltung zusammen mit den Leuten vom RP, dass die Windkraftplanung macht durchzuführen und andere Experten, aber das wollte man wohl beim Ortsverein nicht.

Eine anwesende Mitarbeiterin der Stadtverwaltung war auch empört, so fühlte sie sich teils aus dem Zusammenhang gerissen und auch schlicht falsch zitiert.

Auch sonst hatte die Veranstaltung, aus meiner Sicht, einen eher fragwürdigen Charakter, kamen ja wirklich alle Vorurteile oder „Argumente“, gegen Windkraft irgendwie zu Wort, sei es durch die beiden Vortragenden oder eine Frau in grünem Jackett aus dem Münstertal.

Windräder visualisiert

So wurde natürlich auf den Abrieb von Windenergieanlagen hingewiesen, Lärm und insbesondere Infraschall, der noch viel zu wenig erforscht sei. Windräder würden ja immer größer, größer als ein A380 inzwischen! Außerdem habe man eine Studie des Potsdam Institut für Klimafolgen Abschätzung die darauf hinweise, das in Sichtweite von Weinkraftwerken die Immobilienpreise sinken.

Googelt man die Studie, dann findet man aber: „Die Studienautoren fanden auch heraus, dass es bei Windkraftanlagen, die nach 2017 gebaut wurden, keinen Effekt mehr gab.“ Tja, auch für Deutschland kann man da wohl Entwarnung geben: „Dagegen verlieren Häuser in Stadtrandlage bei gleicher Entfernung zu einer Windkraftanlage kaum an Wert.“ Bei dieser Studie ging es übrigen um Daten von bis 2007.

Als ich danach einen der Redner darauf hinwies, dass das wohl schon eine Anti-Winkdraft-Veranstaltung gewesen sei, war er empört. Man sei schon für Windkraft, aber die solle doch bitte in Norddeutschland an der Autobahn stehen und nicht im unberührten Schwarzwald. Hier wolle man nur sachlich und neutral informieren.

Auch dieses Bild durfte nicht fehlen. Warum genau war mir nicht klar, irgendwas mit Wirbeln.

So sachlich und neutral, das ausschließlich Infomaterial von Anti-Windkraft-BIs aus lag, Erderhitzung von vornherein ausgeklammert wurde und auch sonst jede Diskussion unerwünscht war.

Wenn man wohlwollend unterwegs wäre, könnte man vermuten die Veranstalter sind einfach selbst gegen die Windräder, wollen sich aber als neutral darstellen und schaffen es nicht. Wollte man weniger wohlwollend sein, könnte man vermuten, hier sollte unter dem Deckmantel einer „neutralen“ Veranstaltung gegen Windkraft Front gemacht werden.

Zum Thema Infraschall:

Und ist jetzt der Strom sehr teuer, wegen Erneuerbaren Energien?

Und vielleicht sind bei einem Windrad, das sich langsam dreht, die Umgebungsgeräusche sogar lauter, als das Windradt?

Querdenker, Reichsbürger, Rechte und Verschwörungsanhänger:innen auf ganz normalen Listen für den Gemeinderat

Jeder der eine AfD Liste wählt (Liste 2019 mit Analyse von mir), weiß er wählt hier eine in Teilen rechtsextreme politische Partei, in der viele Mitglieder autoritäre, völkisch-nationalistische, homophobe, antifeministische und teilweise antisemitische und geschichtsrevisionistische Positionen vertreten. Auch in Baden-Württemberg darf sie vom Verfassungsschutz beobachtet werden. Dem ist nicht zu helfen.

Wer sich ausführlich zur AfD in Südbaden informieren will, dem empfehle ich etwa die Autonome Antifa Website quellenkritisch zu lesen.

Viel kritischer wird es aber mit den zahlreichen Querdenkern, die sich in Folge der Coronapandemie und der staatlichen Maßnahmen radikalisiert haben. Deren Strategie ist es nun in Richtung Gemeinderäte zu marschieren.

Freiburg

Querdenker Demo in Freiburg am 1.6. mit der Forderung die Liste Spitz zu wählen.

Prominentestes Beispiel ist der Freiburger Querdenker Meinrad Spitz (Liste der zahlreichen bekannt gewordenen Verurteilungen), der zunächst auf der AfD Liste für den Gemeinderat kandidieren wollte, dieses Ansinnen wurde dann von der AfD Basis zurückgewiesen, man hatte wohl Angst, das nur Querdenker und keine AfD Kandidaten gewählt würden. (Bezeichnend die Liebeserklärung für die AfD)

Lörrach

„Die 2020 gegründete Lörracher Schwurblergruppe „Bürger für Lörrach“ um den Apotheker, ehemaligen CDUler und unabhängigen OB-Kandidaten Birger Bär und dem Ex-Kreisrat Dietmar Ferger hat am 15. Februar eine Liste aufgestellt, mit der sie bei den Gemeinderatswahlen antreten will. Unter den 32 Kandidaten befindet sich auch der AfD-Kreisrat Wolfgang Fuhl. Offenbar erhofft sich die AfD von der Kandidatur auf mehreren Listen unterm Strich mehr Mandate“

(Quelle: Autonome Antifa Schwurbelnde Steigbügelhalter, vom Sonntag, 10.03.2024)

Ähnlich dazu auch die Badische Zeitung und sehr aufschlußreich, so kandierte Birger Bär damals CDU Mitglied 2005 in Lahr für die Oberbürgermeisterwahl und unterlag mit immerhin 23,4 Prozent. Platz 3 Wolfgang Fuhl (AfD),

Offenburg

Hier liefern die Recherchen von Aufstehen gegen Rassismus Offenburg auf Facebook, sehr gute Informationen: Da kandidieren die AfD Leute bei den sogenannten „Freien Bürgern“ und bei der vormals linken Liste („LiLo“)! Das ist quasi schon politisches Mimikry.

FBO- und LiLo-Kandidat Dislo Harter sammelt seine Stimmen bei Rechtsextremisten ein, zum Beispiel die von Nazi Florian Stech (alias Gordon Shamway, Ragnar Hel, Ragnar_1107 oder Kunz von Kunzelmann), einem ehemaligen Kandidaten der NPD, der Demonstranten mit dem Auto angefahren und verletzt hat.
Oder die des Reichstagsstürmers Daniel Plack (AfD), der als Freistetter Bezirksbeirat 2020 im ZDF-Magazin Frontal 21 zu sehen war, als er mit geballter Faust und dem Satz „Heute wird Geschichte geschrieben, korrupte Verbrecher müssen festgenommen werden“ die Absperrgitter vor dem Deutschen Bundestag durchbrochen und sich an diesem Angriff auf unseren Rechtsstaat beteiligt hat.
Und schließlich lädt er den rechtsradikalen AfD-Führer Taras Maygutiak auf einen Kaffee beim Rechtspopulisten Zampolli ein, weil er einen AfD-Beitrag bei Telegram „klasse“ findet.
Zampolli selbst, der immer noch für die FDP, aber auch für die FBO kandidiert, legt in dem Eiscafé, in dem er als Kellner arbeitet, sowohl Prospekte von den sogenannten „Freien Bürgern“, als auch von der rechtsextremen AfD aus: Flyer von der FDP, bei der übrigens auch Nazi Stech einst auf der Liste stand, sucht man dagegen vergebens.

(Quelle: https://www.facebook.com/AgROffenburg/posts/pfbid02DuEiHpazqsYhhwgJuua6LdGcrqZQMQm1yfkcMUk9N5URDJ7KSdWdKWmJaLvQ5Sq1l)

Ein weiterer Post legt offen, wie der verurteilte und bekannte Querdenker Fritz Düker agiert:

„Dentalchirug Düker ist auch nach der Pandemie, in der er rund 230 unrichtige Gesundheitszeugnisse ausgestellt und damit gegen § 278 StGB verstoßen hat, davon überzeugt, in einer Diktatur zu leben. Als Beleg führt er „Maskenzwang, Testzwang, Impfzwang, Ausgangssperren, Versammlungsverbote“ an – den Grund dafür, die tödliche Pandemie, der weltweit Hunderttausende Menschen zum Opfer gefallen sind, erwähnt er mit keinem Wort. Bei anderer Gelegenheit hat er die Pandemie sogar geleugnet. (…) Mit der Verbreitung rechter und verschwörungserzählerischer Narrative tragen sie jedoch dazu bei, dem Rechtsextremismus auch in der Mitte der Gesellschaft den Weg zu bereiten, denn von „rechts“ sehen Düker und seine Anhänger keine Bedrohung für unsere Gesellschaft. Daher gibt es bei den FBO auch keine Brandmauer zur AfD, mit der sich verschiedene Kandidierende der sogenannten „Freien Bürger“ immer wieder treffen.“

(Quelle: https://www.facebook.com/AgROffenburg/posts/pfbid028q2R1qL9pNLjtG9bRSBLZC5zKoihF5uRx35UAXMP3NzV7vijsyPz3nY3kGnhuKKjl)

Ortenau

Auch in weiteren Teilen der Ortenau gibt es Querdenken Bewerberinnen auf Listen. So etwa Julia Böllinger (Diplom-Ingenieurin), Listenplatz 1 auf der Liste „Demokratie für freies Wirken, Gerechtigkeit und Kreativität“ (LEDO) in Hohberg. Die ist zusammen mit anderen, die Herausgeberin des „Ortenauer Kreisblättle“, einer „Demokratiefeindliche Publikation rechter Narrative“, welches als „Propaganda-Organ der Ortenauer Querdenker-Szene im Oktober 2022“ begann. (Zitate aus: https://www.facebook.com/AgROffenburg/posts/pfbid0XDKHGNX5hqj2cPmKJnWMiqf69HJDfeBQgfZbCfyVvLCMUgr3ArVUjjb9Kk51gobUl) In den bisher drei Ausgaben scheint so ziemlich alles zu finden zu sein, was klassische Querdenker und Verschwörungsideologen gerne haben: Daniele Ganser, Forderung nach einer Verfassung statt dem Grundgesetz oder das Spielen mit der Angst um die Frühsexualisierung der Kinder.

Quelle: https://www.facebook.com/AgROffenburg/posts/pfbid0XDKHGNX5hqj2cPmKJnWMiqf69HJDfeBQgfZbCfyVvLCMUgr3ArVUjjb9Kk51gobUl

Breisgau-Hochschwarzwald

Auch hier zeigt sich das Problem: In kleinen Gemeinden gibt es bei den Parteien oft wenig Mitglieder:innen, wenn überhaupt, es gibt auch keinen lokalen Ortsverein. Daher gestaltet sich die Suche nach geeigneten Kandidaten teils recht schwer und and vielen Orten gibt es „offene Listen“ oder Gruppierungen die sich „Bürger für…“ nennen. Teils kombinieren auch Parteien ihre Listen.

In Feldberg kandidiert auf der Liste der Freien Wähler, Sonja Widegger. Diesem Blog liegen konkrete Informationen vor, dass sie Inhaberin des inzwischen gelöschten Telegram Account @SFeldberg war. Sie war damit auch Admin im Netzwerk „Eltern stehen auf“ Baden-Württemberg.

Das ist eine Gruppe die von Belltower News schreibt: „In der Praxis werden die Chats überflutet mit Reposts aus anderen, meist verschwörungsideologischen Gruppen oder Kanälen – ohne Filter, Richtlinien bezüglich menschenfeindlicher Aussagen und Einstellungen oder Faktenchecks.“

Ausführlicher etwa beschreibt Correctiv das Netzwerk als eine Gruppe, die gezielt Druck auf Schulen gemacht habe um Corona Maßnahmen, wie etwa das Tragen von Masken, zu unterlassen, Schulleiter unter Druck setzte, usw.

Betrugsversuche mit  Balkonsolar bei der Stadtbau

Zunächst dachte ich: Wow, endlich die Freiburger Stadtbau kommt nach dem Beschluss des Gemeinderates mit der Aufforderung endlich Steckersolar bei der FSB einfacher zu machen und von unnötigen und teuren Auflagen zu befreien in die Gänge. Die angekündigten Pilotprojekte kommen aber schnell.

Gerade die Ausstattung ganzer Häuser mit Steckersolargeräten wäre aus meiner Sicht, der nächste Schritt. Bisher kommt ein Mieter, beantragt, der Vermieter muss sich kümmern, prüfen und dann hat einer billigen Strom. Stattet jetzt aber der Vermieter von sich aus ganze Wohnblöcke damit aus, dann hat Kostenvorteile. Weil eben nur einmal geliefert werden muss, nur einmal über das Thema nachgedacht, man weiß welche Halterung funktioniert, kein kompliziertes Mieterstromprojekt, eine Großbestellung deutliche Preisvorteile gibt, etc…

Schnell wurde klar: Die Schreiben sind ein Fake und irgendwie ein seltsamer Versuch, das Thema Steckersolar zu beschädigen. Wohl auch, weil es immer wieder in Weingarten so Versuche gibt, sich unter irgendwelchen Vorwänden Zugang zu Wohnungen zu verschaffen und dann möglicherweise dort zu klauen. 

An den zahlreichen Solarpanels erkennt man: Es kann sich nicht um ein Haus der Freiburger Stadtbau handeln.

Zur Einordnung: Der Gemeinderat hat in der  der Gemeinderatssitzung vom 14.5.24 zwei Änderungsanträge, zugestimmt, die Balkonsolar bei der Stadtbau deutlich einfacher machen werden.

Einen Antrag von Eine Stadt für alle, Wolf-Dieter Winkler, Bündnis90/Die Grünen, JUPI-Fraktion und SPD/Kulturliste, welches „Zusätzlich zur pauschalen Förderung von Balkonsolarmodulen von 150 Euro für Mieter:innen, wird eine erhöhte Förderung von 300 Euro für Mieter:innen einführt, die über einen Freiburg-Pass verfügen.

Damit gibt es nun für Menschen mit geringem Einkommen eine zusätzliche Förderung. Das hatten wir auch schon gefordert. Da es inzwischen schon Angeboee für etwa 330 EUR gibt, dürfte sich das für die Betroffenen innerhalb des der ersten Jahres amortisieren.

Einen zweiten Antrag, von Eine Stadt für alle, Wolf-Dieter Winkler, Bündnis90/Die Grünen, JUPI-Fraktion, der FDP-Bürger für Freiburg und SPD/Kulturliste, welche den Oberbürgermeister als Aufsichtsratsvorsitzender der Freiburger Stadtbau auffordert:

a) die Nutzung von Balkonsolaranlagen bei der FSB grundsätzlich positiv begrüßt wird und die in diesem Zusammenhang stehenden Auflagen weiter und zeitnah und – wo rechtlich möglich und ggf. auch geboten – vereinfacht und reduziert werden.
b) bei der FSB zeitnah ein Pilotprojekt voranzutreiben, bei dem die Mieter:innen in mindestens einem größeren Gebäude gezielt auf die mögliche Installation einer Balkonsolaranlage hingewiesen werden, die individuelle Förderung der Stadt in Anspruch genommen werden kann, fachkundige und zivilgesellschaftliche Akteure konzeptionell mit eingebunden werden und ggf. eine gemeinsame – kostensparende – Anschaffung der Module angeboten wird.
c) ausgehend von den Erfahrungen mit diesem Pilotprojekt sollte eine Verstetigung im Umfeld der FSB umgesetzt werden, mit dem Ziel möglichst vielen Mieter:innen einen Zugang zu Solarstrom-Erzeugung (Balkonsolar, Mieterstrom, Dach-PV, Fassaden-PV usw.) zu verschaffen.

Ergänzungsantrag zu DS G-24/05 von Eine Stadt für alle, Wolf-Dieter Winkler, Bündnis90/Die Grünen, JUPI-Fraktion, der FDP-Bürger für Freiburg und SPD/Kulturliste

Auch das entspricht im wesentlichen unseren Forderungen des Balkonsolar Vereins (siehe oben) und auch Stellungnahme vom 16.3.24

„Betrugsversuche mit  Balkonsolar bei der Stadtbau“ weiterlesen

Neue Norm für Steckersolargeräte

Zunächst mal zur Einordnung: Am Freitag 3.5.24 hat der VDE die Entwurfsfassung der neuen Steckersolar Norm DIN VDE V 0126-95 (VDE V 0126-95): 2024-06 veröffentlicht. Daher muss man sich beim VDE Verlag registrieren, dann darf man sie lesen. Runterladen geht nicht. 

Zur grundsätzlichen Frage, warum technische Normen, auf die sich gestzliche Regelungen beziehen, nur gegen Geld zugänglich sind, äußern wir uns hier mal nicht.

Es gibt leider auch keine Zeilenzahl oder Seitenzahl auf der Website zu sehen, so dass man hier etwas schwierig referenzieren kann. 

Es ist klar, es handelt sich um einen Entwurf, für den bis Ende Juni Kommentare und Stellungnahmen eingehen können. Es ist dann auch davon auszugehen, dass die Gremien auf fundierte Stellungnahmen hören und diese auch einarbeiten. Daher ist alles, was hier steht, aus dem Entwurf und nicht notwendigerweise die fertige Norm.

Ich habe mal die aus meiner Sicht entscheidenden Punkte rausgeschrieben. Und ein wenig kommentiert. Zunächst beginnt die Norm mit der Einordnung, für was sie gilt und für was nicht. Sie gilt etwa nicht für: Gebäudeintegrierte PV-Module (BIPV, en: building integrated photovoltaics) und Anlagen, Geräte mit elektrischen Energiespeichern (Akkus) und behandelt auch nicht bauordnungsrechtliche Anforderungen. 

Damit sind Aussagen wie “Verbot von Speichern“ einfach falsch. Bloß weil eine Norm keine Aussage macht, heißt es nicht, dass sie etwas verbietet. Sie äußert sich schlicht einfach nicht. 

Lustigerweise heißt es auch: “bauordnungsrechtliche Anforderungen nicht behandelt”. Aber die Norm will dann doch Vorgaben zur Anbringungen machen. Kommentierend würde ich sagen: Das passt nicht so richtig zusammen. 

Leistungsbegrenzung

“Die maximal zulässige Summe der Leistungen der PV-Module (Pmax nach DIN EN IEC 61730-1 (VDE 0126-30-1):2018-10) beträgt 800 W +20 %. (…) Dies soll vermeiden, dass durch deutliche Überdimensionierung des PV-Generators eine dauerhafte Einspeisung mit 800 VA erfolgt und es dadurch zu einer Überlastung des Endstromkreises kommen kann.”

Entwurf für eine Norm: Steckersolargeräte für Netzparallelbetrieb, Ausgabedatum: 2024-06, DIN VDE V 0126-95 (VDE V 0126-95): 2024-06

…sagt der Norm Vorschlag. Daher ist die Norm deutlich “strenger” oder restriktiver, was ein Steckersolargerät ist als das neue EEG.

Hintergrund ist wohl, dass der VDE Angst haben könnte, dass bei vielen Panels die maximale Einspeiseleistung von 800 W viele Stunden dauern könnte und nicht nur eine kurze Zeit für den Peak mittags. Was ja relativ einleuchtend ist: Wenn ich 2000 Wp Panels optimal ausrichte, dann habe ich viel längere Zeit eine maximale Einspeiseleistung von 800 W als wenn ich nur 960 Wp anschließe. 

Welche sinnvolle Lösung man hier suchen könnte, das wird in den kommenden Wochen zu diskutieren sein. Es gibt sicher viele denkbare Wege: Einspeiseleistung begrenzen und dafür längere Zeit einspeisen, Einspeiseleistung von der Kabelqualität oder Alter der Elektroinstallation abhängig machen, … 

Länge Kabel

Etwas kurios ist die Vorschrift, die Länge des 220 V Anschlusskabel auf mindestens 5 m zu normieren, eine maximale Länge ist übrigens nicht vorgesehen. 

MC4 Stecker nur von gleichen Herstellern

MC4 Stecker

Es gibt dann eine Vorgabe zu MC4 Steckern, die ich etwas problematisch finde: 

“Es dürfen nur zugehörige Steckverbinder (bestehend aus Buchse/Stecker) von gleicher Produktfamilie und gleichem Hersteller zusammengesteckt werden. (…) Dieses gilt auch für mögliche Adapterleitungen. Wenn eine Steckverbindung gleichen Typs durch die Verwendung eines Adapters hergestellt wird, muss dieser Adapter vom Hersteller bereits einseitig gesteckt worden sein. (…)  Adapterleitungen werden verwendet, wenn die Stecker/Steckbuchsen am PV-Modul nicht vom selben Hersteller wie die Stecker/Steckbuchsen am Wechselrichter sind. Diese Adapterkabel haben einen/eine Stecker/Steckbuchse von gleichem Hersteller und Typ wie am Modul an einem Ende und am anderen Ende einen/eine Stecker/Steckbuchse von gleichem Hersteller und Typ wie am Wechselrichter, um die Verbindung von Steckern und Steckbuchsen desselben Herstellers zu ermöglichen. Die Problematik der Kombination von vermeintlich kompatiblen Steckverbindungen unterschiedlicher Hersteller ist in der DIN IEC/TR 63225 (VDE 0126-301) dargestellt.”

Entwurf für eine Norm: Steckersolargeräte für Netzparallelbetrieb, Ausgabedatum: 2024-06, DIN VDE V 0126-95 (VDE V 0126-95): 2024-06

Das Problem ist: Es gibt eine Vielzahl von MC4 Stecker Herstellern, an Paneels und Wechselrichtern. Für diese Vielzahl von Kombinationen dürfte es gar nicht möglich sein alle möglichen Kombinationen aus Steckern und Paneels vorzuhalten.

Besonders kleine Anbieter dürften von dieser Anforderung stark beansprucht werden. Ein weiteres Problem wäre, dass ggf. die Hersteller von Solar Panels selbst produzierte MC4 Stecker verwenden und diese möglicherweise gar nicht extra verkaufen.

Es ist auch fraglich, ob da überhaupt ein Problem besteht in der Praxis. Mir ist bisher keines bekannt geworden. Das gleiche gilt dann auch für Y-Kabel. 

Stäubli ist dagegen unterschiedliche Stecker von unterschiedlichen Herstellern zu verwenden. Stäubli will auch da man nur Original Teile verwendet. Jetzt sind solche Aussagen von Herstellern immer mit dem Hinweis zur Kentnis zu nehmen, das sie eben vom Hersteller kommen: https://www.staubli.com/at/de/electrical-connectors/industrien/erneuerbare-energien/cross-connection.html

Schukostecker oder spezieller Stecker

6.2.3.2 Steckvorrichtung nach DIN 49441-2 und DIN VDE 0620-2-1 (VDE 0620-2-1) mit zusätzlichem Berührungsschutz (…) „Der Einsatz einer handelsüblichen Haushaltssteckvorrichtung nach DIN 49441-2 und DIN VDE 0620-2-1 (VDE 0620-2-1), umgangssprachlich Haushaltsstecker oder Schukostecker® genannt ist möglich, wenn dieser über zusätzliche Funktionalität zur Begrenzung von Berührungsströmen und Energie auf ungefährliche Werte nach DIN EN 61140 (VDE 0140-1):2016-11, 5.2.7 verfügt.“

Entwurf für eine Norm: Steckersolargeräte für Netzparallelbetrieb, Ausgabedatum: 2024-06, DIN VDE V 0126-95 (VDE V 0126-95): 2024-06

Ich verstehe diese Regelung so: Es gibt in der Norm drei mögliche Anschlussvarianten: Eine feste Installation, eine spezielle Einspeisesteckdose und eben die Möglichkeit über einen Schukostecker einzuspeisen, wenn der Kleinwechselrichter über bestimmte technische Vorkehrungen verfügt. Diese technischen Vorkehrungen werden wie folgt beschrieben: 

„In Abweichung von Tabelle 5 nach DIN EN IEC 62368-1 (VDE 0868-1):2021-05, ES1, ist für Kondensatoren größer als 100 nF eine Entladezeit von 1 Sekunde und eine Restspannung von 34 V gefordert. (…) „Nach Trennung des Netzsteckers vom Netz müssen die Relaiskontakte in Außenleiter und Neutralleiter innerhalb von 0,2 Sekunden öffnen.

Entwurf für eine Norm: Steckersolargeräte für Netzparallelbetrieb, Ausgabedatum: 2024-06, DIN VDE V 0126-95 (VDE V 0126-95): 2024-06

Sprich die Abschaltvorrichtung muss doppelt vorhanden sein, nach einer Sekunde darf maximal 34 V noch an den Klingen anleihen und das Relais muss nach 0,2 Sekunden öffnen, wenn kein Netz mehr da ist. Also etwa der Stecker herausgezogen wird. 

Fazit

Die Norm ist erstmal auf einem guten Weg, Punkte wie die Einspeisung über einen Schukostecker sind in vielen Ländern und bei vielen Leuten auch in Deutschland inzwischen der defacto Standard. Daher vollzieht die Norm erstmal nach was sowieso passiert. 

Die Frage der Leistungsbegrenzung wird man sicherlich noch diskutieren müssen, aber auch zu sehen, welche guten Argumente, die gleichzeitig Sicherheit und eine große Einspeiseleistung erlauben, beigebracht werden können. 

Material

„Feministische Politik“ aber nicht für Frauen in der Ukraine oder was verstehen die Unabhängigen Frauen Freiburg darunter?

In der ApuZ, der wichtigsten deutschen Zeitschrift für Politikwissenschaften erklären uns Mareike Fröhlich und Anna Hausschild „feministische Außenpolitik“:

Grundsätzlich ist feministische Außenpolitik eine menschenrechtsbasierte Friedenspolitik, die Geschlechtergerechtigkeit und die Überwindung internationaler Herrschafts- und Gewaltverhältnisse als eine Voraussetzung für Frieden versteht. Somit verfolgt sie das Ziel eines feministischen Friedens, also eines positiven Friedens, der nicht nur der Beendigung direkter physischer Gewalt und Kriegshandlungen bedarf, sondern auch einer Überwindung von struktureller Gewalt insbesondere mit Blick auf Diskriminierung (…)

Feministische Außenpolitik Hintergründe und Praxis ,21.04.2023

Und weiter:

Feministische Außenpolitik unterscheidet zwischen der Notwendigkeit kurzfristiger feministischer Intervention zugunsten Betroffener direkter Gewaltausübung sowie langfristiger feministischer und friedenspolitischer Transformation. Daher ist es durchaus möglich, ambivalente Realitäten anzunehmen, die sich daraus ergeben, bewaffneten Widerstand und das Recht auf Selbstverteidigung anzuerkennen und sich gleichzeitig langfristig für Abrüstung auszusprechen.

Feministische Außenpolitik Hintergründe und Praxis ,21.04.2023

Wer sich um sowas keinen deut zu scheren schient, sind Teile der Unabhängigen Frauen Freiburg. Am 9.5.24 postet deren Noch-Stadträtin Irene Vogel ein Bild der Facebook Seite „Großeltern und Eltern gegen Kriegstreiber“.

Irene Vogel beim verbreiten von Inhalten aus verschwörungsideologischen Facebookgruppen

Schaut man sich die Seite an, dann findet man so einiges, etwa Links auf ein YouTube Video: „Demokratie? Fehlanzeige – Aiwanger Vs Outdoor Chiemgau“, „Gegen Defender 22“, ein Post von Martin Schwaab der ist empört das Omas gegen Rechts eine Petition machen um ein AfD Konto kündigen zu lassen, Videos von Roger Klöppel von der Weltwoche, Reinhard Mai Lieder, Links zu Videos mit Beate Bahner, Sarah Wagenknecht, Hetze gegen die Grüne, Compact MAgazin Videos – ich glaube ich muss nicht fortfahren um deutlich zu machen, dass diese Gruppe eine verschwörungsideologische Gruppierung sein dürfte in der entsprechende Inhalte verbreitet werden.

Gut, diese „pazifistische“ Haltung, die man auch bei Rechts-Feminstinen Alice Schwarzer findet, scheint zumindest bei Teilen der Unabhängigen Frauen anschlussfähig zu sein.

UFF Platz 47 Renate Bert auf Sharepic zur Wahl und am 4.2.23 bei einer Aktion der „Frauen in Schwarz“.

Auf diese Anschlussfähigkeit hin gibt es weitere Hinweise: Irene Vogel sprach sich etwa gegen die Unterstützung von Lviv aus, die UFF unterzeichneten sowohl den befremdlichen Aufruf zum Ostermarsch 2024 als auch 2022 den Aufruf und eine seltsame Erklärung.

Jetzt könnte man versuchen irgendwie eine feministische Position zu vertreten, zu formulieren oder sich als Gruppe irgendwie dazu äußeren. Scheinbar teilen nicht alle Mitglieder der Liste, diese Einstellung zu teilen. So lange es aber keine offizielle Äußerung dazu gibt, wird es schwierig das zu glauben. Ob man das von einer Liste, die weniger als 30 Tage vor der Wahl noch nicht mal eine funktionierende Homepage hat, das erwarten kann, es sei in Frage gestellt.

Auf jeden Fall ist es keine feministische Politik, die Dimension Sicherheit von Frauen in von Russland besetzten Gebieten der Ostukraine einfach zu ignorieren.

Wenn ich von einen erweiterten Sicherheitsbegriff ausgehe – so wie es eben die feministische Aussenpolitik tut- dann habe es eben mit einem Sicherheitsbegriff zu tun, der nicht nur Schutz des Staates, sondern des Individuums in den Mittelpunkt der Betrachtung stellt, dann hat das natürlich Auswirkungen auf die Beurteilung des gegenwärtigen russischen Angriffskriegs in der Ukraine und auch die Handlungsoptionen der Betroffenen Ukrainischen Staatsbürger:innen.

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Wahlplakate from Hell 2024 Edition

Wie zu jedem Wahljahr gibt es die lokale Ausgabe von Wahlplakate from Hell. Ein nicht ganz ernst gemeinter Beitrag zur Analyse der visuellen Kommunikation in lokaler Politik. Und das wo viele Listen auf ihre Plakate eigentlich noch warten, weil „Die Druckerei“ einfach nicht liefert.

FDP

Die FDP enttäuscht nicht. Szenetypisch direkt vor dem Colombihotel hängt das Plakat von Aglia Gräfin von Kageneck, M.A., M.Phil. Geschichte und Politik und Platz 6 der FDP Liste. Die ersten drei Plätze der FDP sind Männer, dann drei Frauen, Platz sieben immerhin eine Obermedizinalrätin! Das eigentlich recht klare Plakatdesing wird leider durch eine Vielzahl von nicht miteinander in Zusammenhang stehenden Worten gestört, scheinbar ist es hier der Hund der spricht – Wuffffffff!

Liste Teilhabe und Inklusion

Fangen wir an mit der Liste Teilhabe und Inklusion. Die hatte 2019 Plakate die von Feyka und Herr entworfen wurden und recht gefällig die Botschaft rüber brachten und auch eine individuelle Designsprache boten.

Als vereinendes Element waren die weißen Punkt einer angedeuteten Braille-Schrift drüber gelegt. So gut war man diesmal nicht, geblieben ist der Hund, Tiere gehen immer und bunte Kreise.

Man merkt, der Spitzenkandidat ist blind.

Volt

Volt – 220 Volt hat man im Stromnetz, vielleicht zwei mal Volt bald im Gemeinderat. Die Liste kennt bisher keiner, es handelt sich um eine irgendwie pro-europäische Kleinpartei. Die Plakate sind handwerklich gut gemacht, das lila sticht erstmal heraus. Was allerdings „für Europa in den Gemeinderat“ inhaltlich bedeuten soll, ‚übersetzt sich mir jetzt nicht‘, um mal den Habeck zu zitieren.

Immerhin haben sie auch bei den Spitzenkandidaten eine Frau. Sogar eine Woman of Color

Es wundert allerdings, dass die Spitzenkandidatin der Linke Flüchtlingsrettungsbotskapitänin (ohne Mütze) Carola Rakete, hier zwar für kostenfreien ÖPNV steht – gut die Rettungsschiffe verlangen wohl von den Rettlingen auch nix – und nicht mit irgendwas zum Thema Flüchtlingsrettung aufritt. Mir fehlt da der Rettungsring.

Offener Brief an BUND Ortsverein Freiburg, Parents for Future Freiburg, Unabhängige Frauen Freiburg wegen der Unterzeichnung des Aufrufs zum Ostermarsch

Liebe Unterzeichner:innen des Aufrufs zum Friedensmarsch 2024 in Freiburg,
liebe Parents for Future Freiburg,
lieber BUND Ortsverein Freiburg,
und Unabhängige Frauen Freiburg,

Anlässlich des diesjährigen (2024) Ostermarschs war im unterzeichneten Aufruf weder Kritik an Putin, Russland noch der Hamas zu lesen, aber die Forderung nach Auflösung der NATO sowie das Ende von NATO-Manövern in der Nähe Russlands. Darauf angesprochen begründete das Friedensforum den Verzicht auf Kritik mit Platzgründen. Auf der Kundgebung sprach Rainer Brauns, ein durchaus und zurecht umstrittener Aktivist, dass für ihn keine Abgrenzung gegen Rechts notwendig ist, solange die Leute für den Frieden seien. An der Kundgebung nahmen auch zahlreiche Vertreter:innen der Querdenker-Szene teil. 

Besonders verwundert hat uns, dass auch die Parents for Future und der BUND Ortsverein diesen Aufruf unterzeichnet haben. Sicherlich gibt es in und an der Ukraine vieles zu kritisieren, aber genau das ist in der Ukraine möglich, dort gibt es eben eine Umweltbewegung, Klimaschützer:innen und eine freie Presse und einen Staat, der die Regelungen der Europäischen Menschenrechtskonvention ernst nimmt. 

Es dürfte klar sein: Sollte Russland über die Ukraine siegen, Teile oder das ganze Land besetzen, dann wird es dort weder freie Gewerkschaften geben, noch Klimaschutz oder Demokratie, eine eigene ukrainische Kultur oder Meinungsfreiheit. 

Die jeweils in befreiten Gebieten entdeckten Massaker russischer Truppen sprechen für sich. Russland fördert in Europa rechtsextreme Parteien wie die AfD und andere anti-demokratische Kräfte, die massiv die Umweltbewegung und Frauenrechte in Frage stellen. Darüber hinaus werden auch Lügen über den Klimawandel und andere gezielt verbreitet. 

Im Vorfeld der letzten Bundestagswahlen hetzten russische Trollarmeen gezielt gegen die Grünen. Derzeit machen sie Stimmung gegen Energiewende, Wärmepumpen und vergiften das politische Klima generell. Auch wenn man diese Partei selbst nicht wählt, so bleibt unbestreitbar, dass sie der engste Verbündete der Klimabewegung im politischen Raum sein dürfte. 

Es verwundert noch mehr, dass eine solche einseitige Erklärung, nach der von Russland durchgeführten Zerstörung der Kachowka-Stauanlage, mit dem darauf folgenden Ökozid an einer Reihe von Ökosystemen im Kachowkaer Stausee und des wiederholten wochenlangen Beschusses des von russischen Truppen besetzten ukrainischen Atomkraftwerks Saporischschja, unterzeichnet wurde. 

Aktuell ist es nicht möglich, mit Russland über die Auswirkungen des Klimawandels zu reden. Auch die sicherheitspolitischen Implikationen des Klimawandels sind gewaltig und für die europäischen Länder zu Recht ein wichtiges Thema. Gerade mit einer fossilen Macht wie Russland müsste ein konstruktiver Dialog stattfinden.  

Schon vor der Vollinvasion 2022 war für Putin Klimaschutz im besten Fall von marginalem Interesse. Russland hat derzeit schlicht kein Interesse an einer Kooperation in der Klimapolitik, auch weil Russland im Rahmen der Geopolitik der Energiewende aggressiv fossile Interessen vertritt und vertrat. Wie kein anderer Europäischer Staat ist Russland eine auf der Ausbeutung fossiler Energien beruhende Rentenökonomie und Lieferant von Uran.

Man kann als Friedensbewegung alle diese Tatsachen ausklammern und einseitig “den Westen”, oder “Provokationen der NATO”, für den Überfall Russlands auf die gesamte Ukraine verantwortlich machen, auch wenn man damit im Grunde einen Präventivkrieg rechtfertigt. Allerdings leidet die eigene Glaubwürdigkeit unter solch unterkomplexen Analysen und Positionen.  

Für “Parents for Future”, die sich als Teil der “For Future” Bewegung verstehen, gilt aber: “Die Grundlage unseres gemeinsamen Engagements bilden anerkannte wissenschaftliche Erkenntnisse”. Daher wäre es in der Findung der eigenen Position wichtig, auf die akademische Osteuropaforschung zu hören. Die im Aufruf geäußerten Forderungen und Positionen stehen aber  im Gegensatz zu den Positionen, die nahezu von der gesamten Osteuropaforschung vertreten werden.

„Offener Brief an BUND Ortsverein Freiburg, Parents for Future Freiburg, Unabhängige Frauen Freiburg wegen der Unterzeichnung des Aufrufs zum Ostermarsch“ weiterlesen

Wohin ver.di Ortsverein Freiburg?

Seit Ausweitung des russischen Angriffskriegs auf die gesamte Ukraine, fällt der ver.di OV Freiburg und DGB Ortsverein durch befremdliche Positionierungen auf. Zunächst ein Jahr donnerndes Schweigen zur Situation, auch vorher gab es keine Positionierung zur russischen Annexion der Krim oder den Überfall auf den Donbass.

2023 war dann im vom Verdi Ortsverein unterzeichneten Aufruf zu einer “Friedensdemonstration” noch zu lesen: “Wir verurteilen den russischen Angriffskrieg, an dem der Westen jedoch eine Mitverantwortung trägt. Inzwischen ist dieser Krieg zu einem Stellvertreterkrieg Russland-USA-Nato eskaliert”

Anlässlich des diesjährigen (2024) Ostermarsch, war im mit unterzeichneten Aufruf weder Kritik an Putin, Russland noch der Hamas zu lesen, aber die Forderung nach Auflösung der NATO und das Ende von NATO Manövern in der Nähe Russlands. Darauf angesprochen begründete das Friedensforum, das in Teilen personenidentisch ist mit dem ver.di Ortsverein den Verzicht auf Kritik mit Platzgründen.

Auch eine klare Abgrenzung zu Querdenken fehlt in diesem Bereich. Inhaltlich erscheint die Ausrichtung beim Thema ähnlich. Auch gibt es Überschneidung zu den Positionen, die die AfD bei diesem Thema vertritt. In der Öffentlichkeit bleibt häufig unklar ob eine Position von der Friedensbewegung, dem Ver.di / DGB Ortsverein vertreten wird. 

In das Gewerkschaftshaus, aber auch auf Kundgebungenwurde mindestens ein Referenten eingeladen, der den. sog. “Euromaidan” als westlichen Putsch darstellte und behauptete  “der Westen” sei Schuld am Ukrainekrieg. 

Querdenker mit blauen BUND Friedensfahnen auf Kundgebung

Sicherlich gibt es in und an der Ukraine vieles zu kritisieren, aber genau das ist in der Ukraine möglich, dort gibt es eben freie Gewerkschaften und eine freie Presse und einen Staat, der die Regelungen der Europäischen Menschenrechtskonvention ernst nimmt. 

Es dürfte klar sein: Sollte Russland über die Ukraine siegen, Teile oder das ganze Land besetzen, dann wird es dort weder freie Gewerkschaften geben, noch Klimaschutz oder Demokratie. Die jeweils in befreiten Gebieten entdeckten Massaker russischer Truppen sprechen für sich. Russland fördert massiv in Europa rechtsextreme Parteien, wie die AfD und andere anti-demokratische Kräfte, die Arbeitnehmerrechte in Frage stellen.

Diese stehen im Gegensatz zu nahezu der gerammten Osteuropaforschung und der Beschlusslage des DGB: „Der DGB und seine Mitgliedsgewerkschaften fordern die russische Regierung auf, die Kämpfe endlich zu beenden und die territoriale Integrität der Ukraine durch den Rückzug ihrer Truppen wiederherzustellen.“

Eine Position sollte aber stets die absehbaren Folgen einer ukrainischen Niederlage für die europäische Sicherheit in ihrer Risikoabwägung einbeziehen.

Vor allem die militärisch exponierten östlichen NATO/EU-Mitglieder gehen davon aus, dass Russland nur Stärke versteht, und schließen daraus, sie hätten bei „vorsichtigen Risikomanagement“ mehr zu verlieren als zu gewinnen.
Russland wird auf absehbare Zeit eine Bedrohung für die europäische Sicherheit bleiben, weil das Regime Putins seinen anti-westlichen Kurs zu der zentralen Rechtfertigung seiner Existenz und seines Herrschaftsanspruchs gemacht hat. Davon wird der Kreml nicht ohne Weiteres abrücken.

Aktuell ist nicht möglich, mit Russland über Auswirkungen des Klimawandels zu reden. Auch die sicherheitspolitischen Implikationen des Klimawandels sind gewaltig und für die europäischen Länder zu Recht ein wichtiges Thema. Gerade mit einer fossilen Macht wie Russland müsste ein konstruktiver Dialog stattfinden.

Schon vor der Vollinvasion 2022 waren für Putin Klimaschutz im besten Fall von marginalem Interesse. Russland hat derzeit schlicht kein Interesse an einer Kooperation in der Klimapolitik, auch weil Russland im Rahmen der Geopolitik der Energiewende aggressiv fossile Interessen vertritt.

Aber als Gewerkschaft sollte man sich solidarisch Zeigen und eine solche einseitige Positionierung, die defacto eine Parteinahme für den Angreifer ist und damit ein protofaschistisches, imperalistisches, revisionistisches Regime darstellt, unterlassen. 

Update: Im Nachgang haben mir zahlreiche Personen mitgeteilt, dass sie diese Positionierung des verdi OV nicht teilen und überlegen sich, wie sie sich verhalten wollen.