Komm an den Wahlkampfstand.online und diskutiere mit Politiker:innen!

Zusammen mit Marktbeschickern, den Parteien des demokratischen Spektrums und einem Brandenburger Start-Up hat Altstadtrat Sebastian Müller eine Corona-sichere Möglichkeit für politische Diskussionen geschaffen.

Im Wahlkampf stellen sich Kandidierende und Parteimitglieder:innen an Wahlkampfstände auf den Wochenmärkten, Bürger:innen kommen vorbei, tragen ihre Anliegen, Sorgen oder Lob vor, diskutieren und nehmen Material mit um sich zu informieren. Das ist derzeit nur eingeschränkt möglich. Deshalb gibt es nun für die Samstage bis zur Landtagswahl von jeweils 17:00 – 19:00 die Möglichkeit Kandidierende an digitalen Wahlkampfständen zu treffen. Dies sind vier Termine: 20.02, 27.02, 06.03 und 13.03.2021.

Zur Karte: https://wahlkampfstand.online/

Sebastian Müller, Altstadtrat von Freiburg: “Wir wollen damit Bürger:innen eine einfache, niederschwellige und auch aufregende Möglichkeit geben sich zu informieren. Alle demokratischen Parteien machen mit und auch einige Marktbeschicker, die dann die Waren liefern. Es ist also wie auf einem richtigen Markt.”

Dieses Plakat hängt auch bald in deiner Nachbarschaft!

Der Chaos Communication Congress 2020 wurde über das gleiche technische System abgewickelt. Es handelt sich um ein experimentelles Angebot, auf technischer Basis von workadventu.re. Das junge Start-Up Mobanisto hat auf Grundlage dieser Technologie die Map erstellt. Dabei wurde der Münsterplatz in Freiburg nachempfunden, auf dem sich um den Münster die Marktstände und Parteistände versammeln. Die Map und die Webseite laufen auf Servern von Mobanisto in Deutschland, für die Videokonferenzen an den Parteiständen wird eine Jiitsi Instanz angeschaltet, die von 8×8.com betrieben wird. Die Finanzierung erfolgt über Beiträge der Parteien und Marktleute.

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Luca App

Am Montag habe ich einen Brief an Oberbürgermeister und Landrätin gerichtet und um die Einführung der Luca-App gebeten.

Gestern schrieb mir der erste Landesbeamte: Tatsächlich sind wir aktuell dabei, die Einführung der Luca App auf der
technischen Seite für das Gesundheitsamt Freiburg, als Pilot für Baden-Württemberg, einzurichten.

Ich bin gespannt.

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Dr. Blaubärs Impfstoff Märchenstunde

Derzeit kursiert eine „Einladung zu einer ärztlichen Zweitmeinung vor und nach der Anwendung von sog. mRNA- und Virus-Vektor-Impfstoffen“ von Dr. Wolf Bergmann. Bevor wir uns mit den Inhalten in dieser ungefragt zugesandten Zweitmeinung befassen, schauen wir mal, welche Inhalte Dr. Bergmann sonst noch vertritt:

  • Er warnt z.b. vor LED Leuchtmitteln: „Das Lichtspektrum ist äußerst unnatürlich.“ LED Leuchtmittel sind in unterschiedlichen Lichtspektren verfügbar, so wie es über den Tag auch durch das Tageslicht unterschiedliches Licht (Helligkeit, Farbe, Intensität) gibt und dies unterschiedliche Wirkungen auf den Körper hat und für unterschiedliche Situationen (Aufmerksamkeit, Aufwachen, zu Bett gehen, Entspannen, …) angemessen ist. (Gute Erklärung hier, Tipp bringt Wohlbefinden)
  • Im Zusammenhang mit der Diskussion um 5G behauptet er, dass z.b. „Handystrahlung“ Krebs, Schlaganfälle und den sog. Geldrolleneffekt erzeugt. Für nichts davon hat er Belege.
  • Er stützt sich auf ein völlig absurdes Verfahren mit Wasserkristallbildern. Die sind zwar schön, haben null wissenschaftliche Aussagekraft.

Beste Voraussetzungen also, sich als Mediziner zu Impfstoffen und Corona zu äußern.

Impfungen (Übersicht)

Bevor ich hier auf einige Punkte in diesem „Flugblatt“ eingehe, nochmal ein paar Informationen zur Impfung im Allgemeinen.

Stand: 27. Februar 2021, 09:30 Uhr sind 2.029.047 Personen (2,4?% der Gesamt­bevölkerung Deutschlands) vollständig geimpft. Insgesamt haben 3.881.490 Personen mindestens eine Impf­dosis erhalten. (Quelle: Impfdashboard).

Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) berichtet über 7.690 aus Deutschland gemeldete Verdachtsfälle von Nebenwirkungen oder Impfkomplikationen im zeitlichen Zusammenhang mit der Impfung mit den mRNA-Impfstoffen Comirnaty (BioNTech), COVID-19 Vaccine Moderna und COVID-19 Vaccine AstraZeneca von Beginn der Impfkampagne am 27.12.2020 bis zum 12.02.2021. Dabei handelt es sich um „vor allem vorübergehende Lokalreaktionen und Allgemeinreaktionen, die auch in den klinischen Prüfungen vor der Zulassung berichtet wurden (…) In dem aktuellen Sicherheitsbericht der britischen Arzneimittelbehörde wird ausgeführt, dass sich bei ca. drei Millionen verabreichter Impfdosen die gemeldeten unerwünschten Reaktionen für den COVID-19-Impfstoff AstraZeneca mehrheitlich auf Reaktionen an der Injektionsstelle (z. B. ein schmerzender Arm)“ oder grippeähnliche Symptome bezieht. Auch eine erhöhte Sterblichkeit für geimpfte wird nicht berichtet.

An Impfungen gegen Corona-Viren wird seit der SARS Epidemie 2003 geforscht. Das ermöglicht es, schnell mehrere Impfstoffe gegen das SARS-COV-2 Virus zu entwickeln und ausführlich zu testen. In den Zulassungsstudien wurde für jeden Impfstoff über 21.000 Personen der Impfstoff und 21.000 Personen ein wirkungsloses Mittel verabreicht und die Wirkungen und Nebenwirkungen mehrere Monate beobachtet. Alle zugelassenen Impfstoffe verringern die Wahrscheinlichkeit an SARS-Cov-2 zu erkranken um bis zu 95%. Alle Impfstoffe reduzieren auch die Möglichkeit das Virus zu übertragen. Bei denjenigen, die dennoch erkrankten, wurden die Verläufe als mild beschrieben.

unverlangt eingesandt.

Flugblatt

Aber nun zu einigen Aussagen des Flugblatts.

Bei der sog. mRNA-Impfung (z.B. Biontech-Pfizer) handelt sich um das Einbringen eines gentechnisch erzeugten Botenstoffes, der mittels Nanotechnologie in das Zellplasma gelangen soll. Dieser Botenstoff soll dort die Bildung von körpereigenen Eiweißkörpern mit einer virus-spezifischen Oberfläche, sog. „Spike-Antigene“, veranlassen.

Text aus dem Flugblatt

Die mRNA Synthese ist in technisches Verfahren. Die Qualifizierung „gentechnisch“ ist hier sehr fragwürdig. Die Wortwahl „Nanotechnologie“ ist Framing, die Wortwahl “körpereigener Eiweißkörper” ist auch wieder sehr eigenartig. Wir bestehen ja zum grossen Teil aus Eiweiss – ohne Ei.

Gute Erklärungen zur Funktion von mRNA Impfstoffen finden sich etwa hier und hier auf Deutsch .

Gelangen diese Antigene in die Blutbahn, soll das Immunsystem mit der Bildung von Antikörpern gegen diese Antigene beginnen. Das soll zu einer Immunisierung gegen Covid führen. 

So schreibt es Wolf Bergmann in seinem E-Mail Verteiler Flugblatt.

Die Antigene gelangen nicht in die Blutbahn. Die Körperzellen im Bereich der Impfstelle werden angeregt, die aufgenommene Bauanleitung – mRNA in Spike-Protein zu übersetzen. Kurz darauf wird das Spike Protein in der Zelle auch schon wieder “verdaut”, von speziellen kleinen “Schreddern” in unseren Zellen, denn die Zelle kann mit dem Spike-Protein nichts anfangen. Bereits nach wenigen Stunden nach der Impfung ist die mRNA im Übrigen “gelöscht”. Denn mRNA ist ein sehr instabiles Molekül, das im Körper von RNAsen ständig abgebaut wird. 

 Image of a spike protein (green) protruding out of the viral envelope (brown). This image shows the structure of a spike protein divided into several subdomains. Each subdomain comprises a specific function necessary for binding and fusion. Quelle:

Die Spike-Proteine sind sozusagen der “verräterische” Teil der Virushülle. Normalerweise würde das Immunsystem bei Infektion dagegen sofort selbst Antikörper bilden. Nun bekommen also einige Zellen an der Impfstelle den Bauplan dieser Viruskomponenten, die alleine keine schädliche Erkrankung entfalten können. es ist ja nur die “Verpackung”. 
Die geschredderten Spike-Proteine werden nun auf der Oberfläche der Zellen “präsentiert”. So kann das Immunsystem ständig kontrollieren, ob es im Körper gerade etwas gibt, das da nicht hingehört. Es gibt dann die Streifenpolizisten in Zellen im Körper, die Monozyten, dendritische Zellen und Makrophagen, die ständig durch das Gewebe patrouillieren, oder fest drin eingebaut sind. Die erkennen nun, dass da Zellen etwas produzieren, was unter Umständen nicht in den Körper gehört, nehmen es auf und bringen es “auf Verdacht” mit in den Lymphknoten. Dort wird nun von den antikörperproduzierenden Zellen geprüft, ob das Spike-Protein “eigen” oder “fremd” ist. Gegen fremde Bruchstücke werden dann Zellen produziert, die diese fremden Eiweisse erkennen, sowie auch Antikörper, die uns langfristig vor einer echten Infektion schützen.

Bei der sog. Virus-Vektor-Impfung (VVI) (z.B. Astrazeneca) wird direkt ein gentechnisch hergestellter „Bauplan“ für ein Antigen in ein tierspezifisches Adenovirus eingebracht. Dieses infiziert als Träger dieses Bauplans menschliche Zellen und soll dann ebenfalls die Bildung von Körperzellen mit einer Antigenoberfläche anregen. Wie bei der mRNA-Technik sollen diese körpereigenen toxischen Eiweißkörper dann in der Blutbahn eine Antikörperbildung auslösen.

Noch mehr Wolf Berger

Das Adenovirus ist “leer”, enthält nur noch die mRNA fuer Spike Protein. Es transportiert die mRNA in die Zelle, was sonst halt Lipidhuellen, also Hüllen aus Fetten, bei den anderen Impfstoffen machen. Was ist eine Körperzelle mit Antigenoberflaeche? Jede Koeperzelle ist mit Proteinfragmenten, Antigenen “dekoriert”, die eben ständig präsentiert werden. Siehe oben. Es sind also fremde Antigene, die eine Reaktion auslösen. Die Eiweisskörper sind zu keinem Zeitpunkt toxisch. Toxisch ist die Wirkung des aktiven Virus. Das Wort toxisch zu verwenden, ist auch hier wieder Framing.

Beide Varianten sind im engeren Sinn keine Impfung. Es handelt sich um eine beim Menschen wenig erprobte Technologie, die „genetic engineering“ genannt wird.

Wolf Berger
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Welche IT braucht man für ein Schnelltestzentrum mit der Tracemedics Software?

In einem der letzten Blogposts, habe ich schon geschrieben, warum es sehr sinnvoll ist, das man sein Schnelltestzentrum mit einer Webiste mit Buchungssystem macht. Einfach weil am man dann viele Anrufe á la: „Ich hätte gerne dann einen Termin“ spart. Die bekommt man sowieso, da ist meine Policy den Leuten zu sagen: „kommen sie, wir nehmen sie dran“, wir schieben sie dazwischen. Das ist gerade bei Menschen mit geringer Computer Literacy einfacher, als ihnen die online Anmeldung zu erklären. Diese Gruppe, wartet dann auch gerne auf das Ergebnis.

Für die meisten Menschen ist es aber einfacher und inzwischen normaler, Termine online zu buchen und auch wieder abzusagen.

Der Arbeitsablauf mit dem Tracemedics System ist dann der: Anmeldung über Website, basiert auf WordPress mit bookly. Dann kommen die Menschen, meist etwas zu früh ins Zentrum. Wir drucken ihnen den QR Code aus und wenn sie das nicht selber gemacht haben, einen Fragebogen und eine Datenschutzerklärung. Sie füllen beides aus. Mit dem QR-Code gehen sie in den Abstrichraum. Auf das Blatt mit dem QR-Code kleben wir mit Tesafilm, den Abstrich und die Verpackung. Damit laufen wir dann, wenn der Test durchgeführt wurde ins Labor und legen die auf einen Tisch. Jeder Abstrich bekommt eine Eieruhr und die Zeit, die er im Labor eingegangen ist notiert. Über das Bookly kann man auch viele Arten von Dienstleistungen einpflegen und auch schnell und einfach die Website aktuell halten.

Nach 10 bis 20 min klingelt die Eieruhr. Wir schauen uns den Test genau an und notiert auf dem Zettel ein + oder – und ein Kürzel für den Ableser. Mit einem Tablet oder Smartphone scannen wir nun den QR-Code und dann geben wir das Ergebnis ein. Der Client bekommt eine E-Mail mit Link zum Ergebnis. Er kann es nach Eingabe von Name, Vorname, Geburtsdatum abrufen. Am Ende des Tags werfen wir die Blätter mit den Tests weg. Blätter in den Papiermüll und die Tests in den Hygienemüll.

Man kann, wenn man gut mit Tablets umgehen kann und einen AirPrint-fähigen Drucker hat, das ganze mit einem Tablet betreiben. Etwa einem refurbed Ipad, das aber noch das akutelle iOS hat. Ich würde das immer über einen seperaten Apple Account laufen lassen, dann hat man vom Ipad nicht zugriff auf andere vielleicht private Daten. Wenn das Gerät LTE kann, dann spart man sich auch den Router im Schnelltestzentrum. Das geht wenn man nicht so häufig Kunden hat.

Wenn man mehr als eine Person im Zentrum hat, was sich schon anbietet, kann man die Aufgaben aufteilen. Eine Person macht die Anmeldung und hat einen zuverlässigen, kann aber gerne ein alter Laserdrucker sein, bekommt man häufig bei ebay Kleinanzeigen und die andere macht Abstrich und Labor. Da es doch mal an der Anmeldung Fragen gibt, Leute spontan kommen ohne Termin, Leute anrufen, … macht das schon Sinn und man kann auf jeden Fall im 10 min Takt Termine machen. Tendenziell hat sich bei uns der 10 min Takt bewährt, da doch mal Leute Freunde, Kollegen, Familie mitbringen, manchmal Firmen vor der Tür stehen, Leute spontan vorbei kommen, … Und man so immer noch jemanden rein schieben kann.

Für so einen Arbeitsplatz an der Anmeldung reicht völlig ein RasperryPi 4 oder Pi 400 mit Bildschirm aus. Häufig hat man ja noch einen alten Bildschirm daheim, der schon HDMI kann, wenn nicht besorgt man sich ein VGA auf HDMI Adapter.

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The Party ischt over

Freiburgs Coronaleugner Szene, die auch als Parteien „Wir2020“ und „die Basis“ auftreten, treffen sich jeden Mittwoch in einer ehemaligen Apotheke in der Schwarzwaldstraße. Normale Parteien, treffen sich im Moment nicht physisch, sondern halt über Videokonferenz um ihr Zeugs zu besprechen. Das ist aber für Coronaschwurbel zu viel verlangt.

Wenn man nun den selbst veröffentlichten Videos glauben schenken mag, dann trägt Schwurbel und Schwurbelina, dabei natürlich keine Maske und hält keinen Abstand ein. Selbst bei der Nominierungsversammlung der CDU Sachsen-Anhalt gab es vorher wenigstens Schnelltests.

Zweimal schon wurde die Versammlung, Anwesend das Who-is-Who der Schwurbelszene von der Polizei, wegen Verstoß gegen Hygieneauflagen aufgelöst. Das wissen wir, weil Malte W. von beiden Vorfällen selbst Videos ins Internet gestellt hat. Man also den Verlauf relativ gut beobachten konnte. Wahlkampftechnisch fällt auf, dass die „Wir2020“ Partei nicht plakatiert, „die Basis“ schon. Worin der Sinn liegt zwei Kleinstparteien quasi gegeneinander antreten zu lassen, das ist mir nicht klar.

Auch sonst keine Bewegung die mit mit besonders viel Hirn gesegnet ist.

Anti-Autokorso-Action

Am letzten Dienstag gab es wieder unterschiedliche Aktionen gegen den Querdenker Autokorso. Ich hatte eine Gegendemo angemeldet und entlang der Strecke gab es auch viele Aktionen von Aktivisten. Details dazu im Thread von „Querdenken ausbremsen“.

An diesem Dienstag habe ich keine Demo angemeldet, ich bin einfach mit Vorbereitung von sieben mobilen Schnelltestteams und Wahlkampfstand.online stark ausgebucht. Ich habe die Abfahrt der Querdenker am Flugplatz beobachten und von dort berichtet.

Es gab auch am Rande des Autokorsos wieder unterschiedliche Aktionen von Bürger:innen. Daneben gab es auch ein krasses Polizeiaufgebot.

Für alle die am Rande der Strecke des Autokorsos Aktionen machen: Bringt euch selbst nicht in rechtliche oder tatsächliche Gefahren. Empörung und Wut über rechtsoffene Wissenschaftsleugnung und Sozialdarwinistische Thesen zu zeigen ist gut, aber man sollte sich dabei nicht selbst gefährden.

Der Autokorso fuhr wohl über Rieselfeld und Weingarten in den Stühlinger und dort nun den Ring nach Zähringen. Am Rande gab es von vielen Bürger:inenn Gegenprotest. Der Autokorso stand unter dem Motto: „Lock up“, was sich mit Einsperren aus dem Englischen übersetzt.

Weitere Neuigkeiten aus dem Bizzarouniversum

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Klorona Update

Nachdem ich meine E-Mail mit der Bitte um Überwachung des Abwassers auf Coronaviren gepostet hatte, bekam ich auch eine Antwort. Bernd Hünting, der Geschäftsführer des Abwasserzweckverband Breisgauer Bucht schreibt mir:

Diese Form des Abwassermonitorings ist allerdings ganz neu und befindet sich noch in der praktischen Entwicklung. Viele Detailfragen sind noch ungeklärt. Der Abwasserzweckverband Breisgauer Bucht beteiligt sich zum Beispiel an einem Projekt, das vom Helmholzzentrum, der TU Dresden und der DWA Bundesgeschäftsstelle (Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e.V.) durchgeführt wird. Im Zeitraum vom 18/10/20 bis 26/11/20 haben wir Proben des Abwasserzulaufs zur Kläranlage in Forchheim (Tagesmischprobe) und des Rohschlamms (Stichprobe) dem Helmholzzentrum für Umweltforschung in Jena zur Verfügung gestellt. Erst diese Woche sind die ersten Ergebnisse vorgelegt worden, da für die Untersuchungen der Abwasserproben auf Sars-CoV-2 Viren spezielle Chemikalien benötigt werden, die derzeit auf dem Markt nur schwer zu erhalten sind.

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Bericht aus dem Testzentrum

Seit Anfang Januar arbeite ich in einem Corona-Schnelltest-Zentrum. Was sich erstmal größer anhört, als es eigentlich ist. Untergebracht ist das Zentrum im Sportverein Kirchzarten. Da wo bis vor kurzem die Fußballmannschaft sich umzog, sitzen nun wir und streichen ab und schauen fleissig auf Schnelltests.

Während in anderen Städten und Landkreisen, wie Tübingen oder Reutlingen, es schon lange kostenlose Tests für alle gibt, war das in Freiburg und dem Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald nicht der Fall. Obwohl es seit Dezember in der Schreiberstraße, im ehemaligen Laden des Studierendenwerks, ein von einer Apotheke eröffnetes Schnelltestzentrum gibt und in Kirchzarten seit Januar eines.

Für kostenfreie Tests für Kontaktpersonen, Menschen mit roter Corona-Warn-App oder die Mitarbeiter von nicht-ärztlichen-Praxen fehlte die Beauftragung durch das Gesundheitsamt, das hätte die wie in anderen Landkreisen schon durchführen können. Aber trotz mehrfachem Antichambrieren passierte in Freiburg nichts. Die Möglichkeit kostenfrei zu testen, gab es erst durch eine Verordnung des Sozialministeriums. Und in Freiburg und dem Landkreis fehlte auch der Wille, der politisch Verantwortlichen, mehr zu machen als durch das Land vorgegeben wird. Erst als am Mittwoch 17.2. vom Land die Anweisung kam, für Erzieher:innen und Lehrer:innen, kostenfreie Test anzubieten kam man in die Gänge. Während in den Umlandgemeinden die Tests, meist wohl durch Arztpraxen durchgeführt werden, sollen in Freiburg sich die Mitarbeiter:innen gegenseitig testen.

Weil sich in Freiburg nichts tat, hatte sich dann spontan eine Gruppe zusammengefunden, die das Thema pushen will: Am Montag Abend 15.2. fand ich mich nach meiner ersten Schicht im Impfzentrum in Kenzingen, in einer Videokonferenz mit Freiburger „Machern“ – zumindest sieht man sich so selbst – die ein kostenloses Testangebot für Erzieher:innen und Lehrer:innen, aber auch Senior:innen unterbreiten, wollten.

Die begannen mit einer irren Geschwindigkeit, daran das auch umzusetzen, innerhalb von einer Woche wurde: Eine Räumlichkeit (Restaurant Rappen) klar gemacht, ein Testmobil aufgetrieben, ein weiteres Kfz foliert, 1000 Tests besorgt, Spendengelder eingeworben und in Zusammenarbeit mit dem Testzentrum in der Schreiberstraße auch Personal gewonnen. Das Medienecho ist enorm.

Während dessen, hatten wir vom Schnelltest Zentrum in Kirchzarten sieben mobile Teams vorbereitet, die an die Schulen und Kitas gehen um dort zu testen. Auch das geht nicht ohne viel Organisationsaufwand, dann schlagartig mussten wir deutlich mehr Personal finden, Material richten und dann auch noch schauen, dass wir das mit der IT abbilden. Natürlich kann man testen, und dann vor Ort einfach einen Zettel ausstellen ,dass die Leute negativ sind. So sind wir auch gestartet, das hat aber viele Nachteile: Spätestens beim zweiten Mal muss man eben eine Adresse nochmal schreiben, ein Zettel mit Unterschrift und Stempel ist nicht unbedingt fälschungssicher, er kann auch nicht noch mal überprüft werden und man muss natürlich leserlich schreiben.

Aber wenn die Prozesse mal laufen, dann geht es auch zügig. Gestern Abend haben wir in einem Internat in der Region 120 Schüler:innen und Lehrer:innen getestet.

Deshalb haben wir im Testzentrum eine Software Lösung über die sich die Leute im Web anmelden können und auch ihr Ergebnis abrufen. Das vermeidet Schlangen und Wartezeiten. In unserem Testzentrum in Kirchzarten wäre das vermutlich noch gar kein Problem, weil drumherum ein Sportgelände ist oder die Leute spazieren gehen können. In etwas urbaneren Bereichen, wie dem Testzentrum in Freiburg in der Schreiberstraße, wo es zum Warten nur einen Gehweg gibt, will man das sicher nicht. Auch gibt es viele Leute, die eben nicht die 20 Minuten bis zum Testergebnis warten wollen, sondern gleich weiter fahren oder Besorgungen erledigen.

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Freiburger Abwasser auf Corona untersuchen

Ich habe am 4.2. an den Abwasserzweckverband Breisgauer Bucht geschrieben und gebeten unser Abwasser auf Rückstände von Coronaviren zu untersuchen. Bisher habe ich noch keine Antwort erhalten. Eine gute Einführung in das Thema bietet dieser Thread:

Sehr geehrter Herr Dipl.-Ing. Hünting, sehr geehrter Herr Dipl.-Verww. Bechtold, sehr geehter Herr Vorsitzender Neideck, sehr geehrter Herr Bürgermeister Götzmann,

ich verfolge des Geschehen um Corona intensiv, in den vergangen Tagen bin ich auf eine Reihe von Berichten gestoßen, bei denen Kläranlagen ihr Abwasser in regelmäßigen Abständen auf SARS-Cov-2 Virus untersuchen. 

Die gemessene „Virenfracht“ einer Anlage erlaube dabei Rückschlüsse auf die Anzahl der mit COVID-19 infizierten Menschen im Einzugsgebiet.nfizierte scheiden zumindest Fragmente des Coronavirus über Fäkalien aus. Abwasser könnte daher Aufschluss über die Zahl der Coronafälle in der Bevölkerung geben. Dadurch könne man auch auf unentdeckte Ausbruchsgeschen schließen bzw. diese vorhersagen. Die Belastung des Abwassers korreliere  mit der Zahl der COVID-19-Fälle im jeweiligen Einzugsgebiet.
(Siehe: https://www.aerzteblatt.de/archiv/215433/SARS-CoV-2-Coronaviren-im-Abwasser-als-moegliches-Fruehwarnsystem / https://www.medical-tribune.de/medizin-und-forschung/artikel/abwasser-als-corona-fruehwarnsystem/)

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