Website-Icon Sebastian Müllers Blog

Günterstaler Gruselgeschichten über Windkraft

Für alle denen der Artikel zu lang ist: Ich war bei der Anti-Windkraft-Desinformations-Veranstaltung in Günterstal. Den Leuten wurde mit geschickten Weglassen, seltsamen Reihenfolgen, rhetorischen Fragen die Dinge suggeriert. Und massiv gegen Nachbargemeinden geätzt. Es war alles dabei: Lärm, Infraschall besonders gefährlich für Kinder, Bodenverdichtung, Schröpfen der Bürger. Immerhin wurde der Klimawandel nicht direkt geleugnet, aber Deutschlands (historische) Rolle darin schon. Niemand bietet Alternativen an zum Strom aus Windkraft. Umweltprobleme, wie Versiegelung, Einsatz von SF6, Beton, Lärm, Infraschall, Mikroplastik scheint es nur bei Windrädern zu geben, dass diese andere und viel größere Ursachen haben, wird ausgeklammert.

Wir sitzen in der Sporthalle der Schule in Günterstal, die gerade renoviert wird, aber scheinbar kann man doch Veranstaltungen abhalten. Der Anti-Windkraft Verein hat eingeladen, die Bürger:innen zu “informieren”. Gekommen sind sie nicht nur aus Günterstal, sondern auch aus der Umgebung bis hin zur Schweiz. Gefühlt waren alle Stühle voll am Abend und sicher mehr als 100 Leute da. Aber bei ca ? der Leute, die da waren hatte ich nicht den Eindruck, dass sie bei Anti-Windkraft Aussagen geklatscht haben. 

Seilbahan stört keinen, Windrad ganz schlimm

Andreas Leipold-Weißenfels

Dort spricht etwa einer der Vorsitzenden: Andreas Leipold-Weißenfels. Ganz vieles von dem, was er über seine persönliche Situation sagt, kann man nachvollziehen. Er ist noch immer dabei, sein Häuschen in Günterstal abzuzahlen und für ihn sei Günterstal ein Refugium: Auf seiner Terrasse sei es in er Regel nur zwischen 30 und 35 Dezibel laut. Eine Windkraftanlage sei aber 105 Dezibel laut. Was er verschweigt: 105 Dezibel misst man am Rotor bzw. am Flügelende, weswegen es ja Abstandsregelungen gibt. (Mehr dazu) 

Denn: “Unter Volllast entstehen an der Nabe in 100 Meter Höhe bis zu 105 Dezibel (dB), das entspricht der Lautstärke eines Baggers. In 250 Meter Entfernung sind es dann noch rund 45 dB. Das entspricht der Lautstärke eines rauschenden Waldes oder einer ruhigen Wohnung.”

“Dem Gewummer wird man sich nicht entziehen können, das wird durch die Tallage noch schlimmer, der Schall wird sich im Tal sammeln.”, ist sich Leipold-Weißenfels ganz sicher.

Er kommt zum Thema Infraschall: “Infraschall, ein sehr strittiges Thema, es wird kontrovers diskutiert und seriöse Menschen fordern eine Verbesserung der Studienlage.” Er fragt das Publikum:  “Gibt es hier Zuhörer, die Kinder haben? Die Minderjährige Kinder haben?” Der Saal ist eher Silbersee als Fridays for Future und es melden sich nur etwa fünf bis zehn Personen. 
“Wenn die Studienlage so uneindeutig ist, sind sie dann unbesorgt, dass Kinder nicht besonders krass betroffen sind?”, die Frage stellt er so in den Raum.

Irgendwie seien Kinder und Jugendliche für Außenreize und Schall besonders empfindlich, Wenn dem so wäre müßte man sofort Discos verbieten und Kitas, in denen Kinder laut toben. Wie sich das auf Infraschall überträgt, wurde nicht erwähnt. 

Als ich danach ein Mitglied der BI auf diese Art der Rhetorik anspreche, muß ich ihm dog whistle erklären. Der ganz bezaubernde Herr ist auch der Meinung, ich werde von der “Ökostromgruppe finanziert”, das kann ich jedoch ausräumen. “Die seien ja inzwischen größer als Shell oder Esso”.

Aber zurück zu Andreas Leipold-Weißenfels. Der hat auch den Grund gefunden, warum die Stadt Freiburg pro Windkraft ist: Die Pachtgebühren für die Windkraftanlagen sind horrende 200.000 EUR im Jahr – soviel werde am Illenberg gezahlt – dazu käme noch Steuereinnahmen und dann der Gewinn, denn die Badenova gehöre ja auch der Stadt. (Kleiner Hinweis: ca ? und der Überschuss der Badenova wird verwendet um das VAG Defizit zu decken).

Auch die Studien, die sagen würden, Windkraft habe keinen Einfluss auf die Immobilienpreise, seien wenig überzeugend. (Gut man muss was einem nicht passt nicht glauben)

Windkraftgegner verlässt Windpark Eröffnung

Und überhaupt die Regierung: Die habe zahlreiche Gesetze ausgehebelt: Artenschutz, Wasserschutz, auch die guten alten Abstandsregeln von 10 H (galt in Baden-Württemberg nie) und das, wo die neuen “Monsterwindräder” ja 230 – 250 m hoch sind. Sowieso, “Wir” – das muss der kleine Mann mit Haus in Günterstal sein oder die Gruppe mit SUV, die von der Veranstaltung davonfuhr – werden nicht nur über die Strompreise geschöpft, sondern auch über Steuern. Da im Moment der Strompreis niedrig ist, muss die Bundesregierung so viel in das EEG-Ausgleichskonto reinbuttern, geplant wären 10 Mrd EUR, aber dieses Jahr seien vielleicht 20 Mrd realistischer.

Sodann kam Leipold-Weißenfels zu seinem persönlichen Fazit: Windkraftanlagen machen den Wald kaputt, das Landschaftsbild kaputt, den Dorfcharakter kaputt und lassen uns Günterstäler bezahlen! Wegen Optik, Schlagschatten, Schall, Infraschall, sinkende Immobilienpreise und Mikroplastik Eintrag. Das nur, um sich die eigenen Taschen vollzustopfen. (Applaus und Buhrufe) Und um sich politisch gut darzustellen.

Kleiner Exkurs zu dem Thema EEG Ausgleichskonto

Siehe dazu diese Videos, auf der BalkonSolar Website wird auch noch was kommen.

Oder auch andere Beiträge von Experten

Holger Knorn

Holger Knorn versucht es mit ein wenig Zensur, ich habe jetzt wenig Lust auf einen Prozess. Deshalb habe ich das Bild von ihm hier durch eines ersetzt auf dem er geschwärzt ist.

Vorher erklärte dann noch der Co-Vorsitzende Dr. Holger Knorn wie er sich Günterstal vorstellt: „Günterstal als friedliches Heim für Menschen, Tiere und Pflanzen” unsere “Oase im Grünen”, ein

„friedvolles, geruhsames Heim”. Es ist klar, wenn man sich so positioniert, dann stört jedes Windrad. 

Natürlich sind die Ausbaubeschlüsse der Stadt Freiburg „ideologisch motiviert” und “ignorieren Schutzabstände, Landschaftsschutz, Naturschutz”. (Alles das ist Quatsch, siehe verlinkte Beiträge auf meinem Blog)

Irgendwie erweckte er den Eindruck, es sei Plan der Stadt Freiburg, 100% des benötigten Stroms auf Freiburger Gemarkung zu erzeugen – das ist nicht Teil des Plans. Mit dieser Vorstellung wurde aber von verschiedenen Vortragenden den Abend immer wieder gearbeitet, meist mit einem verächtlichen Unterton.

Korn störte sich immer wieder daran, wie unverschämt es doch ist, dass Freiburg für seine Gemarkung entscheidet Windräder ermöglichen zu wollen und nicht nur auf den Regionalverband zu warten, bis der irgendwann mit seinen Planungen fertig ist. .

Es kamen ausschließlich Argumente gegen Windkraft um Günterstal, keine konkreten Alternativen, während auf der Website des Vereins Windräder an anderen Standorten gefordert werden – aus meiner Sicht, NIMBY in Reinform.

Prof. Dr. Christine Alewell 

Am fachlichsten wirkte dann Prof. Dr. Christine Alewell von der Uni Basel, die seit einiger Zeit immer wieder bei Anti-Windkraft-Veranstaltungen auftritt. Gleich zu Beginn mußte sie klarstellen, dass sie keine Klimawandelleugnerin sei. Um dann allerdings zu erklären ein Großteil der Probleme durch den Klimawandel sei durch örtliche Umweltschäden (Moore entwässern, Wald abholzen, …) verstärkt. 

Laut Frau Professor sieht so die Website von EWS aus, müßte aber wie rechts aussehen.
ich finde auch dieses Bild. Startseite ist derzeit im Nostalgie Design

Die Grundthese ihres Vortrag ist dann aber recht einfach, auch wenn sie sehr gut vorträgt – man merkt die rhetorisch brillante Professorin – durch Windkraft werde der Boden verdichtet, der natürliche Wald des Schwarzwalds zum „Industriewald“. Es würde sich die Hydrologie, also der Wasserabfluss verändern. Ein Rückbau der Fundamente sei nicht möglich. Dazu gäbe es viel zu geringe Bankbürgschaften der Investoren. Windradflügel sind giftiger Sondermüll, die Baugruben böten die Möglichkeit fremden Boden zu verklappen – gibt da wohl ein Beispiel aus Lörrach, aber kein Hinweis, dass das immer passiert. Und durch die Windräder gäbe es vielleicht – dazu wisse sie zu wenig, aber es könnte ja sein – eine Veränderung der Aufstiegsdynamik bei Wolken und vielleicht ein höheres Rutsch-Risiko beim Berg. 

Ein Windrad

Pro Windrad würde zwischen 1 und 3 ha Boden versiegelt und verdichtet. Wobei sie immer von “versiegelt und verdichtet” sprach, was ja aus meiner Sicht nicht das gleiche ist.

Am Ende gab es dann noch mal ein Plädoyer zum Umbau der Gesellschaft in eine Nachhaltigere und es gab dann noch einen Hinweis was sie damit meint: ChatGPT brauche pro Anfrage mehr Strom als google, auch wenn sie gerne KI nutze, und schlimm sei auch der Energieverbrauch von5G. (5g braucht pro übertragenem Byte weniger als LTE, einer der Gründe weswegen es eingeführt wird)

Am Ende erläuterte sie dann noch ein Szenario, in dem man die Energiewende rein mit dem Repowering bestehender Windkraftanlagen und Solar schaffen könnte. Und ich hatte den Eindruck, sie plädierte für Repowering. 
Was Matthias Willenbaacher damals auch gesagt hat – und so treffend von ihr weggelassen wurde, ist genau das Repowering mit den neusten Anlagen und neue an optimalen Standorten, sprich eben genau auch im Schwarzwald dafür.

Die Methode scheint recht klar: Prof Allewell arbeitete mit wissenschaftlichen Fakten zu  Bodenbeschaffenheiten, Stoffkreisläufen und Dienstleistungen des Ökosystems Wald, zogaber daraus regelmäßig unwissenschaftliche Schlussfolgerungen, z.B. indem sie nahegelegte, mit dem Bau von Windrädern würde der Wald als Ganzes seine vielfältigen Funktionen nicht mehr erfüllen könne – das wurde dann meist auch nicht so offen von ihr formuliert, der Zuhörer konnte sich selbst seinen Schlüsse ziehen.

Sie verwies immer wieder darauf, dass sie sich nur zu ihrem Fachgebiet äußere, faktisch hat sie aber zu allem eine professionell klingende Meinung kund gegeben, wie etwa zum Vogelschutz.

Klar, wenn man einen Standort vor und nach der Errichtung eines Windrades vergleicht, dann geht da auf alle Fälle der natürliche Charakter eines Bodens mit all seinen Funktionen verloren – so wie auch etwa bei einem neuen Hotel Luisenhöe oder jeder anderen Bebauung. Das Problem ist aber die Verhältnismäßigkeit: Wie groß sind die veränderten Flächen im Vergleich zur Gesamtfläche des Waldes? Ein Großteil unseres Waldes im Schwarzwald ist bewirtschaftet und schon jetzt durchzogen von haufenweise befestigten Forststraßen. Ganz zu schweigen von den öffentlichen Straßen, die geteert und ständig befahren sind.

Wie Herr Willenbacher es findet Kronzeuge gegen Windkraftausbau zu sein ist nicht klar

Auch hier fehlen etwa Initiativen zur Entsiegelung von Parkplätzen oder anderen geteerten Flächen, es scheint nur ein Problem zu sein, wenn es sich um Windräder dreht. 

In der Fragerunde erklärte sich Jörg Dengler, Vertrauensperson des Klimaentscheids Freiburg, als Befürworter des Windkraftausbaus und bot an, gerade anhand der Folien der Basler Umweltwissenschaftlerin die Unstimmigkeiten und Fehlschlüsse durchzugehen und zu zeigen, dass das Vorgetragene im wissenschaftlichen Kern ein Plädoyer pro Windkraft sei. Nicht alle im Publikum fanden das gut, auch der Moderator nicht.

Werner Wojtaschek

Zuletzt kam dann noch Werner Wojtaschek, stellvertr. Vorsitzender der LANA „Landschafts- und Naturschutzinitiative“ Schwarzwald e.V. mit einem Vortrag.

Er habe “über 150 Charts”, gemeint waren Folien auf dem Powerpoint. Entsprechend langatmig und bemüht skandalisieren waren dann die Inhalte auch, was auch noch durch die eher nuschelige Vortragsweise unterstrichen wurde. Glücklicherweise wurden aber nicht alle 150 “Charts” gezeigt, sondern nur geschwind ein “Best-of” durchgegangen.

Die Lana, das sei eine „Umweltvereinigung“ und die gebe schon über 20 Jahre und kümmere sich um Windkraft. (Vulgo versuche, diese zu verhindern).

Es begann mit einer recht seltsamen Geschichte über einen Person, die sich in Folge des nicht erfolgreichen Kampfs gegen Windräder versucht hat zu suizidieren. Davor warnte er.

Dann gab es durchaus Folien zum Klimawandel, jetzt nicht zu den Auswirkungen aber zum CO2-Gehalt der Atmosphäre. Überhaupt war es erfrischend, dass am Abend der Klimawandel nicht offen geleugnet wurde, sondern nur implizit Deutschlands Verantwortung bestritten: Wir hätten ja nur 2,06% der Weltemissionen 2018 erzeugt – mit 1% der Weltbevölkerung, und historisch kumuliert immerhin ca ?!

Die Windkraft bringe überhaupt nur 3% am Primärenergieverbrauch und in BW 0,65%. Also, mit Windkraft sei die Energiewende nicht möglich – mit was dann, wurde nicht gesagt. 

Windrad vom Ortsausgang Günterstal gesehen

Die Windkraft-Genehmigungen seien mit viel zu geringen Bankbürgschaften für den Rückbau ausgestattet – er zeigte dann ein “Chart”, also Folie mit Taubenkopf: 444.000,– € netto; für zwei Anlagen, Holzschlägermatte: 209.000,– EUR, Roßkopf 2 Anlgen Repowering mit 546.262,– EUR.

Denn es könnte ja passieren, dass der Windkraftbetreiber die Anlagen in Kapitalgesellschaften mit schwacher Kapitaldecke überführe und dann diese quasi pleitegehen lasse oder eben den Rückbau nicht bezahlen könnten und dann müsse die Stadt Freiburg den Rückbau bezahlen.

Außerdem schwadroniere er recht lange über Netzeingriffe, Stabilität des Stromnetzes und Lastabwurf. Alles irgendwie Schuld der erneuerbaren Energien – natürlich nicht. Lastabwürfe gab es schon vorher, es gibt auch nicht mehr Blackouts und auch das Stromnetz wird durch erneuerbare nicht instabiler. 

Windparks ganz laut

Bezeichnend für die “Aufrichtigkeit” der Argumentation war dann etwa, dass er auf einer Folie behauptete, der Windpark in Gersbach sei lauter als erlaubt. Während es tatsächlich einen Prozess darum gab in demDer Gutachter kam zum Schluss, dass die Werte nachts beständig unter 40 Dezibel liegen, der Grenzwert also nicht über schritten wird” und das aufgrund einer Messung zwischen Dezember 2022 und Frühjahr 2023, also mehrere Monate. 

Oder halt nicht

Und überhaupt sei Windkraft in Südbaden bzw. diesen Netzgruppen sowieso unnötig. Denn wir hingen mit unserem Stromnetz quasi an den Laufwasserkraftwerken am Rhein und an der Schweiz, die seien eh zum Großteil Wasserkraft und Atomstrom – der stört offensichtlich nicht –  und nur ganz wenige Fossile und das seien ja dann meist Blockheizkraftwerke. Letztlich ist es jedoch der Physik geschuldet, welche Anteile von welcher Erzeugungsart in welchem Netz zu welcher Zeit sind, hierüber Aussagen zu Sinn und Unsinn von Windenergieausbau oder Energiewende abzuleiten, ist Quatsch.

Und dann konnte ich doch noch was lernen: Bisher war ich immer davon ausgegangen, dass der § 2 EEG lautet: “Die Errichtung und der Betrieb von Anlagen sowie den dazugehörigen Nebenanlagen liegen im überragenden öffentlichen Interesse und dienen der Sicherheit”, ganz unbemerkt hat der Bundestag am 16.05.2024 noch eingefügt “öffentliche Gesundheit”, daher jetzt: Die Errichtung und der Betrieb von Anlagen sowie den dazugehörigen Nebenanlagen liegen im überragenden öffentlichen Interesse und dienen der öffentlichen Gesundheit und Sicherheit”.

Das ist auch nicht abwegig, denn wenn ich statt was zu verbrennen Strom emissionsfrei erzeuge, dann vermeidet das Luftverschmutzung und die ist für ziemlich viele Krankheiten verantwortlich, also völlig logisch und nichts empörendes was Wojtaschek so gerne hätte.

Bezeichnend war allerdings, dass im Moment als er “öffentliche Gesundheit” sagte, von hinten jemand reinrief “wie bei Corona.”

Nicht ganz klar warum ein Auto dessen Produktion 2022 auslief, meist mit 22 kwh Speicher ausgeliefert wurde (heute ist Standard irgendwas zwischen 40 und 70 kwh) dazu genutzt werden sollte 10 Tage lang das Stromnetz zu betreiben. Kleiner Tipp: die Börsenpreise würden bei 0 Erzeugung (!) steigen, weniger Strom würde verbraucht, konventionelle Kraftwerke gingen an und neue Batterien haben gar kein Lithium mehr drin… Und 10 Tage „Dunkelflaute“ ist schon was.

Das Publikum & Fazit

Silbersee statt Fridays For Future

Gekommen sind an dem Abend nicht nur Günterstäler:innen, nach 1 1/2 Vortragsstunden melden sich gleich mehrere Vertreter:innen von Anti-Windkraft-Initiativen aus der Region zu Wort. Das sieht man nicht nur an den Kennzeichen der SUVs die vor der Halle parken, sondern auch an den Vorstellungen. 

Da ist Frau Burg aus dem Münstertal, die auf Waldbrandgefahren hinweist und vor “griechischen Verhältnissen” warnt. Sogleich sekundiert ihr Anja Messerschmitt von der IG Lebensraum Blauen bei dem Thema. Kerstin Moniker aus Kappel, die mich irgendwie in Verbindung mit “der Antifa” bringen will. 

Oder auch der Herr vom rechtsoffenen, querndenkernahen Kanal “Schwarzwald TV”, der fragte, warum denn CO2 so schlimm sei und dann nochmal die Photosynthese erklärte. Auch sonst waren eine ganze Reihe bekannter Gesichter aus der Querdenken-Szene im Publikum.

Auch der Eingangs Herr aus der Schweiz weist auf seinen Telegramkanal hin. Sein Thema: PFAS, sogenannte „Ewigkeits-Chemikalien“, deren Verwendung in unzähligen Kunststoffprodukten zunehmend als Problem erkannt wird. Seine Empfehlung: nicht etwa ein Verbot der umwelt- und potenziell gesundheitsschädlichen Chlorchemikalien, er hofft stattdessen, dass ein Ende der Windkraft helfen würde. Warum, bleibt unklar. 

Er folgt damit dem von den Vortragenden mehrfach angewandten  Argumentationsmuster: Bekannte Umweltschädigungen zu beschreiben, um sie sodann ohne weitere Belege mit Windenergie in Verbindung zu bringen. 

Wer als Windkraftgegner:in gekommen ist, wird bestens mit Narrativen bedient. Eine Offenheit für Pro-Argumente existiert nicht. Offen geleugnet wurde der Klimawandel nicht, aber die Verantwortung Deutschlands bestritten. Offenbarend war, als die Akteure über ihre Motive gesprochen haben: Es geht um puren NIMBY-Aktivismus. Es wurden im Grunde die ganzen alten Geschichten wieder rausgeholt. Das ganze mit einseitiger Stimmungsmache versetzt und tendenziös aufgebauscht. Die Nummer mit den Kindern fand ich persönlich rhetorisch besonders übel. 

Wie gesagt zum Gruseln. 

Seilbahnen mit langen Kalben, Gittermasten und Gesundheitsresorts bringen keine Störung des Landschaftsbilds oder Versiegelung. So muß es sein.

Update:

Holger Knorn fordert ich auf Bilder von ihm nicht weiter zu verbreiten und alle Bilder die ich von ihm habe zu löschen.

„SchwarzwaldTV“ hat einen „Bericht“ von der Veranstaltung auf YouTube gestellt.

Kleiner Hinweis zum „Bericht“:

1. Ich war auf der Veranstaltung. Aber sicher nicht als „Spion des Umweltamts“, schon das wäre eine presserechtlich angreifbare Unterstellung. Und sicher auch nicht „verkleidet“.

2. Die Person die sie bei 0:38 zeigen bin nicht ich. Bei der Windrad Eröffnung trug ich keine Maske, war ja draußen und daher bestand keine Gefahr sich mit Corona anzustecken, da sich die Schwebeteilchen mit dem Coronavirus aus der Ausatemluft ja gut verteilen können.

3. Die Frage die ihnen die Frau Professor nicht beantwortet hat: Selbst wenn wir weltweit morgen alle Verbrennungsprozesse von Kohle, Öl, Gas (fossile Energien) einstellen, enstteht durch den Stoffwechsel von Menschen und Tieren noch genug CO2, welches Pflanzen wiederum in O2 und Biomasse verstoffwechseln können. Es wäre genau der gleiche Zustand, wie vor der industriellen Revolution.

Die mobile Version verlassen