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Klassentreffen der Windkraftgegner in der Kapelle vom Ebneter Schloss 

Adrian Kempf, der nicht rechts sein will, aber stolz darauf ist schon mal einen Workshop der  Amadeu Antonio Stiftung (AAS) gegen Desinformation verhindert zu haben, trat in der Kapelle des Schloß Ebnet auf. Die Kapelle ist sicherlich nicht größer als ein ordentliches Wohnzimmer und nicht nur mit Stühlen möbliert. Die Kapelle war voll, was bedeutet, das eher 30 bis eher 50 Personen teilgenommen haben – Ort dürfte sicher durch den dramatischen Absturz des “Schlossherren” in Richtung Querdenken bedingt gewesen sein.

Teilgenommen haben bekannte Akteure aus der Freiburger Querdenker Bewegung, wie etwa Meinrad Spitz und viele Akteure der südbadischen Anti-Windkraft Bewegung, wie Philipp von Magnis von “Landschaftsschutz Westlicher Bodensee e. V. war mit einer Abordnung seines Vorstandes vertreten” (!), Dr. Peter Stoll von der LANA, Markus Bihler vom Forum Hegau-Bodensee. Das passte dann auch zu den Autos mit Kennzeichen aus der Region, teils an dicken SUV mit “Frieden mit Russland” Aufklebern.

Auto auf dem Hof beim Vortrag

Ausgeschrieben war das Ganze als “Windkraft aus Sicht des Naturschutzes”. Nun ist Adrian Kempf in der Vergangenheit nicht als Naturschützer aufgefallen. Immer wieder wurde aber erwähnt, dass er sich für seine Arbeit, für die Fragen, die er stelle angegangen fühlt und überhaupt, werde er und alle Windkraftgegner durch Assoziation in die “rechte Ecke gestellt”. Nicht, dass die Akteure sich in der Vergangenheit durch eine Reihe von Aktionen selbst in diese Ecke gestellt haben (AfD bei der Veranstaltung, Experten die bei der AfD auftreten, Publikum auf den Veranstaltungen, etc…) 

Was man halt so am Auto kleben hat, wenn man zum Anti Windkraft Vortrag fährt und ja das ist vom rechtsextremen Magazin COMPACT und wird gerne in einschlägigen Querfront Kreisen verwendet.

Der Empörung nach zu urteilen, als ich erwähnte, die AfD sei eine verfassungsfeindliche Partei, empfinde ich das anders. 

Kempf trug vor. Das klang zunächst durchaus vorsichtig und war auch die aus meiner Sicht manipulativ rhetorische Masche: Anstelle von belastbaren Aussagen, gab es häufig von raunende Fragen, die aber durchaus sämtliche Triggerpunkte des Publikums bedienten. Für das Publikum kam es wohliges schaudern und genau das war auch gefragt. 

Psychologisch hat das die gleiche Wirkung. Anstelle, dass er sagt: “Im Windrad ist SF6, das entweicht und ist schädlicher als CO2 für das Klima”, stellte er Fragen. Oder machte teils absurde Aussagen: “Man weiß nicht ob die hohe SF6 Konzentration in Süddeutschland aus den Windrädern kommt.”

Dieser manipulative Stil geht auch im heftig mit KI erstellten Artikel von ihm weiter: Erst anekdotische Evidenz als Elefant in den Raum stellen und dann so tun, als wolle er einordnen. Der Elefant bleibt im Raum.

Etwa: „Ein älterer Anwohner meldete sich zu Wort, der nach eigenen Angaben etwa 400 Meter von einer Windenergieanlage entfernt lebt. Er schilderte körperliche Beeinträchtigungen, die er selbst in einen unmittelbaren zeitlichen Zusammenhang mit dem Betrieb der Anlagen bringt. Besonders schlecht gehe es ihm, wenn beide angrenzenden Windenergieanlagen gleichzeitig in Betrieb seien.“

Dann die vermeintliche Einordnung: „Ein solcher persönlicher Erfahrungsbericht ist selbstverständlich kein medizinischer oder wissenschaftlicher Nachweis eines ursächlichen Zusammenhangs.“

„Ein solcher persönlicher Erfahrungsbericht ist selbstverständlich kein medizinischer oder wissenschaftlicher Nachweis eines ursächlichen Zusammenhangs.“

Überhaupt KI: Nahezu alle Bilder und Grafiken auf den Folien des Abends waren KI generiert.

Wie das angesichts des nach Medienberichten enormen Wasserverbrauch von KI-Rechenzentren, mit dem eigenen Bekunden, es ginge ihm nur um das Wasser und die Quellen, einher geht, sei mal dahingestellt. 

Auch sonst kamen in seinem Vortrag die längst widerlegten Klassiker der Windkraftgegner Argumentationen vor: Man sei nicht vorbereitet auf die Dunkelflaute – lustigerweise rechnete Kempf vor, dass man inzwischen doch schon für viele Tage Speicher habe. 

Oder man müsse dem Ausland Geld zahlen, damit es unseren Strom abnimmt – auch das ist so nicht richtig. Der deutsche Netzbetreiber verdient Geld, wenn er Strom den er hier zu negativen Preisen „kauft“, dann ins Ausland zum dort geltenden (!) Preis verkauft. 

Gutes Video zu Dunkelflaute, dass die Hintergründe erklärt.

Kleine Atomreaktoren, sog SMR seien eine Lösung – auch das eher in den kommenden Jahren nicht. Den kritischen Zustand der Branche refiert Stephan W. Eder sehr gut in seinem Artikel: “SMR: Bremsspuren beim Hochlauf” für alle, denen das zu lang zum Lesen ist: “es gibt keinen kommerziell betriebenen SMR in der westlichen Welt und nur einer ist im Bau”.

Nettes Video zu SMR

Auch die Aussage man könnte Atommüll transmutieren, ist nach Einschätzung des “Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung” mindestens “ungewiss”.

Auch sonst gab es die üblichen Statement: Viel zu wenig Rückstellung für den Rückbau, Abrieb, Infraschall – Die Fake News zum Thema Infraschall beruhen auf inzwischen richtiggestellten Rechenfehlern, … und überhaupt sei das ganze intransparent die Betreiber würden nicht veröffentlichen wieviel sie mit den Anlagen verdienen, welche Stoffe in ihrer Anlagen drin sind und und und. 

neue Windmühle im Schwarzwald, sogar bewohnt!

Auch hier: Umweltprobleme werden nicht als Umweltprobleme diskutiert, sondern nur anhand der Windkraft. Denn wenn man gegen Infraschall, Mikroplastik und Feinstaub wäre – nicht nur von Windrädern – dann müsste man den Automobilverkehr einschränken oder zumindest mal selbst auf das dicke SUV verzichten.

Auch sonst wurde am Abend deutlich, dass Kempf mit geschickten Fragen den Zusammenhang zwischen dem Anstieg des CO2 Gehalts in der Atmosphäre und der sich beschleunigenden Klimakatastrophe in Frage stellte. Auch das Publikum schien davon nicht überzeugt. 

Ein gefundenes Fressen waren Bilder des Zersägen des verunfallten  Sirnitz Flügels, bei dem Arbeiter ohne Gehörschutz, Atemschutz mit einer Flex hantierten und es ordentlich staubt. Das sich hier die Badenova und deren Subunternehmer diese Blöße geben ist mir unverständlich und es ist mir auch wenig nachvollziehbar das Grüne und SPD Mitglieder im Aufsichtsrats da nicht mehr Arbeitsschutz einfordern. 

Wegen diesem Sachverhalt haben sich auch Windkraftbefürworter und Úmweltschützer etwa an das zuständige Landratsamt gewandt und auch von diesem eine Antwort bekommen, diese liegt mir inzwischen vor:

Durch den Unfall trat biologisch abbaubares Hydrauliköl aus. Das Öl wurde mithilfe von Ölbindemitteln aufgefangen. Oberhalb der Unfallstelle wurde eine Barriere aus Sandsäcken errichtet, um über die Straße ablaufendes Niederschlagswasser an der Unfallstelle vorbeizuleiten. Das aus den Fahrzeugen austretende Öl wurde in Auffangwannen gesammelt. Das Ölbindemittel wurde durch eine Fachfirma entsorgt. Das verunreinigte Straßenbankett wurde ausgekoffert und das Bodenmaterial ausgetauscht. 
Zusätzlich wurde ein Straßeneinlauf abgedichtet, um einen Abtrag von Öl in das Gewässer zu verhindern.  Die beim Zersägen des Rotorblattes entstehenden Stäube wurden mit Wasser gebunden und mithilfe eines Vlies aufgefangen und werden fachgerecht entsorgt.

Gegen Ende der Veranstaltung bat eine Stimme aus dem Publikum, „der Alexander Müller” soll noch etwas sagen. Damit war ich gemeint. Das war durchaus sehr angenehm. Frau Hoog verwies auf den Hitzesommer, das Publikum war empört. Ich verwies auf die mangelnde Alternative der Atomkraft aus vielen Gründen.

Aus dem  Publikum wurde die Abschaffung des EEG gefordert, besonders § 2 – der den Vorrang der Erneuerbaren Energien regle – sei ganz schlimm. 

Die Fähigkeit von Kempt, allerdings mit KI Dinge schön zu reden, ist beachtlich. Am Ende des Abends gab es einen aufgeregten, unklaren Redebeitrag, in dem eine Frau etwas von “Schutz durch die Genfer Konvention als Zivilisten” durch Art 43 GG rief. Einmal googlen und man kommt drauf, dass der Art 43 GG mit was ganz anderem zu tun hat. Bei Kempf wird daraus in seinem Artikel: “dabei einen völkerrechtlichen Aspekt angesprochen.”

Anmerkung (4.10.26):

Von meinem Sitzplatz im Raum konnte ich nicht sehen, dass Nikolaus von Gayling-Westphal scheinbar im Raum anwesend war.

Andrian Kempt hat auf seinem Blog eine offensichtlich KI generierte Zusammenfasung meines Blogs veröffentlicht. Ich habe keine Zeit und Lust mich mit solchem KI Slop auseinanderzusetzen.

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