Am 13.4.25 ab 11:00 haben wir gegen die Reichsbürger, die sich jeden Sonntag in St. Georgen am Ortsausgang versammeln, demonstriert. Dank RDL gibt es eine Aufzeichnung und ich habe sie noch mal hier zum Nachlesen redigiert.

Die Rede
Die Leute hier versammelt haben in Sankt Georgen, die sich hier gemeinsam dafür demonstrieren, dass allen Menschen klar wird, dass Sankt Georgen kein guter Platz ist, Reichsbürger zu sein. Und noch mal besonders vielen Dank, dass ihr das auch heute macht am Sonntag, wo man zum einen beim Palmsonntag sein könnte mit seinen Kindern und Verwandten, der zwar schon vorbei ist, aber danach gibt es ja manchmal noch eine kleine Familienfeier oder wo man heute auch schon einfach im Urlaub sein könnte und sich irgendwas viel Schöneres kümmern oder entspannen.
Und leider ist das auch eines der Themen, wir Wir könnten heute hier zusammen sein. Wir könnten dafür demonstrieren, dass Deutschland sozial gerechter wird, dass wir den erneuerbaren Energienausbau schneller voranbringen oder vielleicht selber ein Balkonsolargerät am Balkon anbringen. Da bin ich ja nicht ganz unbefleckt in der Hinsicht.
Aber wir müssen leider heute die hier stehen, Menschen, die gerne wieder zurück zur Verfassung von 1871 wollen – so irre das klingt, so wahnsinnig bescheuert das klingt – klar zu machen, dass die Mehrheit das eben nicht will. Und ich erkläre noch mal, was das eigentlich bedeuten würde, weil manchmal muss man sich das einfach so vor Augen halten.
Die deutsche Einigung, die damals von Staaten ging, die lief so: Erst mal ist Preußen losgegangen, hat Krieg gegen Österreich geführt, dann hat man ein paar Jahre gewartet, dann hat Preußen und der Norddeutsche Bund Krieg gegen Frankreich geführt und dann hat man die deutsche Reichseinigung herbeigeführt.
Und damit die süddeutschen Staaten und die anderen Bundesstaaten nicht ganz so dachten, sie werden jetzt von Preußen okupiert, hat man in die Verfassung hineingeschrieben, dass das eigentlich ein Bundesstaat sei und der deutsche Kaiser ja nur das Präsidialorgan des Deutschen Bundes. De facto war es aber die politisch bestimmende Kraft war der deutsche Kaiser und der deutsche Kaiser hatte genau einen Minister, den Reichskanzler, den er ernannt hat, der von seinem Vertrauen abhängig war, den er auch jederzeit hätte entlassen können.
Ganz am Anfang war das der lange Bismarck und dann hatte er noch ein paar kleine Ämter. Das muss man einfach so wissen, weil die Leute ja sagen: „Damals hat man nur 10% Steuern bezahlt.“ Das ist klar. Damals hat man nur 10% Steuern bezahlt, aber der Staat damals hatte weder Autobahn gebaut, noch hatte er ein Kraftfahrtbundesamt, das den Automobilverkehr regelt, noch hatte er Konsumentenschutz, noch Umweltschutzämter oder Umweltschutzregelungen, noch Sozialämter, noch soziale Sicherung.
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