Ukraine weiter unterstützen!

Gehalten beim Straßenfest im Grün am 1.5.2026. Es gilt das gesprochene Wort.

Danke das wir von Radio Ech eingeladen wurden hier zum ersten Mai etwas zur Situation der Ukraine zu sagen und auch zur Solidarität als Linke mit der Ukraine

Unsere Redaktion wurde noch in den 1990ern gegründet als Redaktion der Menschen aus der Ex-Sowjetunion und solcher, die sich für diese Region interessieren. Zur Vereinfachung nannten wir uns die russischsprachige Redaktion. Das tun wir schon lange nicht mehr, seitdem wir feststellen mussten, wie eng die russische Kultur und die russische nationale Identität mit dem russischen Staat, seinem Imperialismus und Militarismus verwachsen sind. 

Wenn man sich politisch als Linker versteht, so wie unsere Redaktion, dann geht es Hand in Hand mit der Ablehnung von Krieg als “Mittel der Politik” – und so steht im Redaktionsstatut “Antimilitarismus”.

Militarismus bedeutet: “die Dominanz militärischer Wertvorstellungen und Interessen in der Politik und im gesellschaftlichen Leben etwadie einseitige Betonung des Rechts des Stärkeren und die Vorstellung, Kriege seien notwendig oder unvermeidbar” und “ein strikt hierarchisches, auf Befehl und Gehorsam beruhendes Denken,” (Zitat aus der Wikipedia) etwa auch in der Schule – das wird in Russland verbreitet, aber eindeutig in der Ukraine abgelehnt. 

Eine ältere Frau schaut in Ternopil Denkmäler für getötete ukrainische Soldaten an / Dezember 2024

In der Ukraine ist jedem klar, dass die Streitkräfte der Ukraine ein notwendiges Übel ist und nicht eine “Schule der Nation” oder ein Pflichtdienst in der Armee notwendig ist für die Charakterbildung – wie dies gerne bei hiesigen Konservativen oder auch in Teilen der Grünen oder von Frank Walter Steinmeier propagiert wird um, den durch neoliberale Reformen zerstören gesellschaftlichen Zusammenhalt wieder herzustellen.

Gleichzeitig ist es unser Anspruch, die “Hintergründe von Ereignissen und Entwicklungen benennen und dabei vorrangig die von ihnen betroffenen Menschen zu Wort kommen lassen.” (Zitat aus der Redaktionsstatu von RDL) 

Deshalb bemühen wir uns immer die Menschen – Ukrainer hier in Freiburg, Ukrainer in der Ukraine, Menschen die sich in der Ukraine hilfe engagieren zu Wort kommen zu lassen und auch der moralischen Äquidistanz, die sich in einem antislawischen Orientalismus ausdrückt, etwas entgegen zu setzen. 

Willkomen in der Ukraine

Dieser antislawischen Orientalismus  tut so, als ob Deutschland – als ob Wir –  nichts mit diesem Krieg zu tun hätten. Als ob unser Konsum russischem Öls, Gas, Urans und anderer Produkte der Ausbeutung von Natur und Mensch in Russland, nicht die finanzielle Grundlage für den russischen Imperialismus gegenüber den Nachbarn und die Unterdrückung von Minderheiten im Inland geliefert hätten. 

Es ist ein Ziel von RDL, Themen und gesellschaftliche Fragen, die die Herrschenden – von Gas Gerd über Gas Kathi, von Sarah Zahrenknecht bis Klaus Mangold – gerne unterdrückt hätten, zu thematisieren.  

“RDL ist deshalb parteilich, ohne sich mit Parteien zu identifizieren.” (Zitat aus der Redaktionsstatut von RDL

RDL ist auch ein Radio, das sich in seinen Angeboten dem Antiimperialismus, Antinationalismus und der Ablehnung von Verschwörungs-Narrativen verschrieben hat. 

16.10.2014 Viktor Yuschchenko hält Rede in der Universität Freiburg

Einer der größten Verbreiter von Verschhwörungsnarrativen in sozialen Medien sind von Russland Finanziere Troll und Botfarmen. 

Die Apologeten des Russischen Angriffskrieg auf die gesamte Ukraine behaupten immer, es hätte eine “Vorgeschichte” gegeben, die irgendwie den Krieg rechtfertige. Raunend wird dann auf den Beitritt osteuropäischer Staaten in die NATO und die EU hingewiesen. Das ist das zentrale Verschwörung Narrativ.

Der russische Angriffskrieg ist klar imperialistisch. Putin und andere maßgeblich russische Politiker weisen immer wieder in ihren Reden Darauf hin, dass es darum geht Ukraine als Staat und Nation zu zerstören, die Gebiete in die russische Föderation einzugliedern, die ukrainische Sprache zu unterdrücken und die Wirtschaft so umzugestalten, dass nicht die Menschen vor Ort profitieren sondern Oligarchen in Moskau.

Werbung für das Asov Battalion

All, denjenigen, die heute gegen eine Wehrpflicht in Deutschland sind, rufe ich zu Die beste Vorbeugung ist ein sicherheitspolitisches Umfeld, in dem Russland uns nicht bedrohen kann.

Kein Staat ist perfekt und in jedem Staat gibt es soziale Ungleichheit, sexistische und ableistische Machtstrukturen. Es sei jedoch darauf hingewiesen, dass nach aktuellen Meinungsumfragen eine rechtsextreme Partei in der Ukraine kaum über die 5% Hürde käme – im Gegensatz zu unserem Land, bei dem sie gerade auf 25% kommt.

Sschon in den ersten Tagen der Vollinvasion meldeten sich viele von ihnen freiwillig und bildeten ein Netzwerk, das sie Resistance Committee nannten. Diejenigen, die nicht an die Front gingen, bildeten ein Unterstützungsnetzwerk, die Solidarity Collectives. Seitdem gibt es kaum noch Linke in der Ukraine, die nicht entweder in der Armee sind oder bei den Solidarity Collectives aktiv. 

Der Autor beim Verteilen von Hilfsgütern in der Ukraine

In diesem Sinne danke ich für die Gelegenheit, hier sprechen zu dürfen.  Und Frage warum diese Einladung nicht bei der offiziellen Demo am ersten Mai der Fall gegeben hat und rufe auf, sich weiterhin solidarisch zu zeigen.

Spenden sie an Solidarity Collectives – https://rdl.de/beitrag/radio-ech-deutsch-1052025-solidarity-collectives-und-die-ukrainischen-linken-im-krieg 


Oder unterstützen sie den BalkonSolar Verein in der Ausstattung einer Feuerwache mit einer Solaranlage:https://balkon.solar/Sarny

Entdecke mehr von Sebastian Müllers Blog

Jetzt abonnieren, um weiterzulesen und auf das gesamte Archiv zuzugreifen.

Weiterlesen