Call-In-Sendung zu Affenpocken

Heute am 8.8.22 kam die Meldung: Ein 4 jähriges Mädchen aus Pforzheim hat Affenpocken, die Ansteckung erfolgte wohl durch eine enge Kontaktperson im Haushalt.

Deshalb hatten wir am 8.8.22 ins Studio von RDL eingeladen: Dr. Jan Toden, Facharzt für innere Medizin mit Schwerpunktpraxis in Freiburg und Dr. med. Daniela Huzly, Virologoin, Bundesvorsitzende des Berufsverband der Ärzte für Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie (BÄMI) e.V.

Zunächst haben wir mal ganz grundlegende Fragen diskutiert: Affenpocken, was ist das? Wie bekomme ich Affenpocken? Und, woran merke ich, dass ich das habe?

Die Sendung gibt es zum Nach hören
Bei RDL.de

Affenpocken Sendung vom 8.8.22 auf RDL 102.3 zum Nach hören

Es handelt sich um einen Mitschnitt aus meinem Iphone, Dauer 48 min. Einen besseren Mitschnitt gibt es bei rdl.de.

Diskutiert haben wir aber auch über Fragen, wie:

  • Wie kann ich mich vor Infektion mit MPX, also Affenpocken schützen?
  • Kann ich mich mit Kondomen schützen?
  • Wie stecke ich mich denn genau an? Am häufigsten enger Körperkontakt, Hautläsionen sind wohl am infektiösesten, können auch auf Schleimhäuten auftreten (Rektum, Mundschleimhaut, vaginal…), seltener evtl. auch über Tröpfcheninfektion, allgemein enger Kontakt.
  • Wie lange ist man ansteckend?
  • Wie gut schützt die Impfung gegen Infektion/Erkrankung/Übertragung?
  • Gibt es auch wirksame Medikamente?
  • Was sind die Komplikationen der Erkrankung?
  • Wie anfällig sind im Vergleich Kinder, Erwachsene, Ältere?
  • Kann man diesen Ausbruch noch eindämmen?
  • Könnten wir Affenpocken ausrotten?
  • Wie verläuft das Krankheitsbild? Wie erkenne ich, ob ich infiziert bin? Wie läuft die Testung ab?
  • Auch in Freiburg haben die Affenpocken Impfungen begonnen. Wer impft und wer wird derzeit geimpft?

Die Sendung wurde live am Montag 8.8.2022 von 18:00 – 19:00 ausgestrahlt. Hier kann man sie nochmal hören.

Wer Fragen stellen wollte oder Anmerkungen hat, schreibt uns am besten eine DM oder schickt eine Mail an: corona@rdl.de. Wir vermitteln gerne den Kontakt zu Impfärzten in Freiburg.

Affenpocken Infos

Quelle: RKI Infoflyer

Die „Pickel“ treten hauptsächlich im Genital- oder Analbereich auf. Aber auch im oder am Mund, Kopf, Nacken oder den Extremitäten oder dem Körperstamm.

Sie haben die Befürchtung an Affenpocken erkrankt zu sein?

TEDx Talk zu Balkonsolar

So einfach ist Balkon-Photovoltaik: 5 Schritte zum Balkonkraftwerk. Mein TEDx Talk ist nun auch auf Youtube verfügbar.

Dazu passend dazu auch der Beitrag im Volksverpetzer:

Wer wissen will, wie man aus alten Solarmodulen vom Dach ein neues Balkonkraftwerk machen kann, der findet alle Infos in meinem Artikel in der Make: https://www.heise.de/select/make/2022/1/2129907331393103050

Und wer noch mehr Infos braucht, der findet sie bei diesen Links:

In Südbaden auf Coronaleugner-Demos gehen, in Schleswig sich für Minderheitenrechte einsetzen, geht nicht zusammen.

(Bild: Frau Pfeil bei einer Demonstration vor einer Schule gegen Kinderimpfungen)

Update 19.7.22: Neben dem Namen von Vice-Chairperson Dr. iur. Beate Sibylle Pfeil * – ist ein Stern aufgetaucht, schaut man weiter runter, steht dort: * Board activity temporarily suspended at own request.
Der Brief hat also gewirkt.
Meine https://fragdenstaat.de/a/251060 Anfrage vom Juni 2022 ist übrigenst immer noch nicht beantwortet.

Aktivisten aus dem Freiburger Anti-Querdenken-Umfeld fordern die Abberufung von DR. IUR. BEATE SIBYLLE PFEIL als Mitglied des Vorstands im Europäischen Zentrum für Minderheiten Angelegenheiten. 

Dr. Pfeil auf einer Demonstrationen vor einer Schule gegen Impfung von Kindern. Bild oben links, Person in der Mitte mit Schild, Kopf oberhalb des Megaphons.

In Freiburg wurde im April 2022 eine Veranstaltung der Friedrich-Ebert-Stiftung von Querdenkern gestört. “Dass der zweite Teil des Abends im Chaos versank, lag an einigen Mitgliedern oder Sympathisanten der Querdenken-Bewegung unter den 80 Besuchern, die die Diskussion, ob geplant oder spontan, an sich rissen (und übrigens fast alle von der Maskenpflicht, die an diesem Abend bestand, befreit waren; so viele Atteste gab es lange nicht mehr in einem Raum).” Details dazu im Bericht der Badischen Zeitung.

Unter diesen Personen war auch eine Juristin, die sich als DR. IUR. BEATE SIBYLLE PFEIL vorstellte. Weitere Recherchen ergaben, dass Dr. Pfeil seit vielen Monaten fester und tragender Teil der Südbadischen Querdenken Bewegung ist. Sie beteiligte sich an Einschüchterungsversuchen von Impfärzten, moderiert Veranstaltungen der Szene, tritt neben Aktivisten der verschwörungsideologischen Partei “die Basis” auf und beteiligt sich an Demonstrationen gegen Impfungen vor Schulen. 

Dr. Pfeil bei der Moderation einer Veranstaltung von Coronaleugnern in Südbaden.

Altstadtrat Sebastian Müller: “Auf den Kundgebungen der südbadischen Querdenken-Szene, der Beate Pfeil angehört, wird durchgängig der Kampf gegen die ominöse Elite/NWO, Gates, Soros, Rothschild, Schwab und ihrer sogenannten Marionetten in der „Regierung“ Deutschlands propagiert. Redner raunen, dass Fortschritt und Wissenschaft von Handlangern des „bösen Juden“ und Israels käme. Zusammen mit den ständigen NS Relativierungen ist das unfassbar und untragbar für die stellvertretende Vorsitzende des Vorstands des europäischen Instituts für Minderheitenangelenheiten.”#

„In Südbaden auf Coronaleugner-Demos gehen, in Schleswig sich für Minderheitenrechte einsetzen, geht nicht zusammen.“ weiterlesen

Frag einen Virologen!

Seit der ersten Call-in-Sendung zu Kinderimpfungen bei Radio Dreyeck Land (RDL) sind nun schon mehrere Monate vergangen. Die Infektionszahlen in Südbaden steigen wieder, es gibt neue Varianten und auch eine „Impfempfehlung“ für Kinder zwischen 5 und 11 Jahren.

Deshalb haben wir am Montag 11.7. von 19:00 bis 20:00 im Chaosradio bei RDL den Freiburger Virologen Dr. Daniel Schnepf zu Gast gehbat. Es gab auch wieder die Möglichkeit Fragen zu stellen: Einfach per E-Mail an: corona@rdl.de!

Recherchen im Vorfeld der Sendung, zeigen wie schwierig es für Eltern ist, ihre Kinder gegen Corona impfen zu lassen.

Im Vorfeld wurde sowohl die Stadt Freiburg, als auch das Landratsamt Breisgau-Hochschwarzwald, bei dem das Gesundheitsamt angesiedelt ist gefragt, wie sie die Zugänglichkeit von Impfangeboten beurteilen.

Die Stadt Freiburg antwortete: „Die derzeitige Nachfrage kann ausreichend durch die niedergelassene Ärzteschaft abgebildet werden“.

Auf unsere Frage: „ Sieht das Gesundheitsamt in Freiburg eine ausreichende und niederschwellige Versorgung der Bevölkerung mit Impfangeboten als gesichert an? Insbesondere auch für Kinder und Jugendliche?“, antwortete die Pressestelle des Landratsamtes mit einem Wort: „Ja.“

Daraufhin begab sich die Redaktion auf die Suche nach einem Impftermin. Auf der Website der Stadt und bei dranbleiben-bw.de war och der bereits im April geschlossene Kinderimpfstützpunkt eingetragen, die Redaktion versuchte dort einen Termin zu klicken, landete jedoch erst am Ende auf einer Seite, die anzeige, dass gar keine mehr angeboten werden. Zwischen Ende April und Mitte Juli hatte also keiner diese Websiten aktualisiert.

Weil laut Auskunft der Behörden ja die Versorgung mit Impfangeboten gesichert sei, hat die Redaktion dann per Fax alle niedergelassenen Kinderärzte angeschrieben. Zurück kam lediglich ein Angebot, mit einem Impftermin am 19.7.22.

Dabei enthüllte die Recherche auch: Die Schließung des Kinderimpfstützpunktes und damit auch das Ende der Mobilen Impfteams in Freiburg, war eine politische Entscheidung des Krisenstabs der Stadt Freiburg.

Kinderimpfangebot

Einziges Impfangebot für Kinder: Gemeinschaftspraxis Dr. Krieg/Adam, Binzengrün 28, 79114 Freiburg am 19.7.22, für Kinder ab 5 Jahren, Anmeldung 0761/482700 oder E-Mail: praxis@krieg-adam.de 

Hören könnt ihr die Sendung über rdl.de/corona im Livestream oder auf 102,3 MHz auf jedem UKW Radio.

Leserbrief zu „Freiburger Inzidenz-Werte sind mehr als 100-mal höher als vor einem Jahr“

Heute liegt die Inzidenz 100 mal so hoch wie zur gleichen Zeit vor einem Jahr und das bei größeren Hürden einen PCR Test, der in die Statistik einfließt zu bekommen.

An vielen Orten findet eine befremdliche Normalitätssimulation statt: Veranstalter, Institutionen, Firmen halten Versammlungen in Innenräumen ohne Maskenpfllicht ab und gefährden so ihre Mitglieder und Angestellten.

Sinnvolle Schutzmaßnahmen, wie Maskenpflicht in in Innenräumen wurden auf Druck der FDP längst abgeschafft.

Für uns als Gesellschaft bedeutet das Ausfälle bei vielen Dienstleistungen: Züge die nicht fahren weil die Lokführer krank sind, Krankenhäuser die Operationen verschieben. Für Kinder und Jugendliche bedeutet es entweder Unterrichtsausfall weil die Lehrer krank sind oder verpasste Schule, weil sie selbst krank sind.

Für den einzelnen, bedeutet jede Erkrankung – auch geimpft – die geringe Chance eines schweren Verlaufs und für ca. 1% Long Covid, daher beeinträchtigende Symptome bis hin zur Arbeitsunfähigkeit über Monate.

Niederschwellige Impfmöglichkeiten in Freiburg sind rar, die nächsten Impfzentren sind in Müllheim oder Kennzingen. Die Übersicht mit „Impfmöglichkeiten“ auf der Website der Stadtverwaltung veraltet.

Der Kinderimpfstützpupnkt in Freiburg ist seit April geschlossen – entsprechende E-Mails an Bürgermeister und Gemeinderäte, werden entweder ignoriert oder bekommen Antworten, die zeigen das hier kein politischer Wille da ist sich zu kümmern.

Materialien:

Freiburger Inzidenz-Werte sind mehr als 100-mal höher als vor einem Jahr (veröffentlicht am Do, 30. Juni 2022 um 18:51 Uhr auf badische-zeitung.de)

Der Schwurbelprof von der Musikhochschule

Schwurbel finden sich in allen Berufen und auch die Ärzteschaft ist davon nicht gefreit. Darum wundert es auch nicht an Hochschulen Professoren zu finden, die Inhalte verbreiten, die man bei Querdenkern findet. Der prominenteste Professor dürfte hier Stefan Homburg sein.

Aber auch in Freiburg gibt es Hochschullehrer die sich entsprechend hervortun:

Christian Nagel, seit 2020 ist Professor für Klavier / Angewandtes Klavierspiel an der Musikhochschule Freiburg. Der postet auf seinem Blog viele Dinge und Argumentationen, die man aus dem Querdenken Sprech so kennt: Big Pharma, WHO und RKI als von Gates finanziert, Schwab und sein „Great Reset“ ohne Kunst und Kultur – eine populäre Verschwörungstheorie der Corona Leugner. Er übernimmt die Halbwahrheiten und Verdrehungen der Schwurbelszene, typisch sind auch die üblichen NS Vergleiche: „Zu denken gibt mir auch, dass der gegenwärtige Kultur-Lockdown in Deutschland historisch ohne jegliches Vorbild ist (sieht man einmal von den Jahren 1944/45 ab).“ (Quelle)

Oder auch hier: „Wie fühle ich mich an unsere Deutsche Historie erinnert – und gab es nicht mal einen Nürnberger Kodex, der Massenexperimente an Menschen verbietet? Es ist offenbar außer Acht geraten, dass die Stoffe, die derzeit massenhaft verimpft werden, sich immer noch in klinischer Erprobung befinden und nicht vollständig zugelassen sind. (…) Schon jetzt gibt es Pläne, Ungeimpfte in spezielle Einrichtungen einzuweisen (Lager?).“ (siehe)

Nagel wohnt, wie der prominenten Querdenker Malte W. auf einem Hof in St. Peter. Schade das eine so intelligente Person, dermaßen abgedriftet ist.

Schwurbel bei der SAGES e.G.

Update: Es erreichte mich am 3.8.22 ein Einschreiben der SAGESeG mit dem Inhalt das ich zum Ende des Geschäftsjahres 2022 ausgeschlossen werde, da ich durch “öffentliche Äußerungen (…) habe Schaden zufügen wollen”.

Update 2: Gegen diesen Brief habe ich am 4.8.22 beim Rest-Aufsichtsrat Widerspruch eingelegt. Aus meiner Sicht ist fraglich ob die Genossenschaft bzw. ihre Organe überhaupt Handlungsfähig sind, da es weder einen Aufsichtsratsvorsitzende/n noch eine/n, wie in der Satzung vorgesehenen zweiten Vorstand gibt.

Die Badische Zeitung berichtet am 22.6.22 über die Übernahme der SAGES e.G. durch Personen aus dem Coronaleunger Millieu: „Streit um Corona entzweit Freiburger Genossenschaft – Aufsichtsrat ausgewechselt: (…) Vier von fünf Aufsichtsräten und einer von zwei Vorständen traten zurück. (…) Der neu gefundene Aufsichtsratvorsitzende war im vergangenen Jahr mit verschwörungstheoretischen Schreiben aufgefallen. So hatte er in einer Mail an die BZ behauptet, er habe eine Strafanzeige gegen Oberbürgermeister Martin Horn „wegen des Verdachtes der Begünstigung eines kriminellen Komplotts zur Bevölkerungsreduktion anhand der ,Beweiskette Corona’“ erstattet“. Der zurückgetretene Aufsichtsratsvorsitzende Peter Schmidt charakterisiert seinen Nachfolger als: „aus der Szene“.

Auch die weiteren Mitglieder des Aufsichtsrat haben eindeutige Verbindungen:

Im Aufsichtsrat ist etwa die Fachärztin für Psychotherapie Brigitte Schmey, die sich an einem offenen Brief für den Künstler Gandalf Lipinski beteiligte, dem Belltower News Geschichtsrevisionismus, Antisemitismus und Holocaustverharmlosung vorwirft. Lustigerweise wird in dem offenen Brief auch ein Artikel aus „Achse des Guten“ angeführt, einem eindeutigen einem eindeutigen neurechten Blog.

Auch im Aufsichtsrat, und Yogalehrerin Regina Weiser, die sich bei “PsychologInnen für Menschlichkeit und Selbstbestimmung”, quasi dem Äquivalent zu MWGFD engagiert gegen Impffplicht.

2013 bin ich Mitglied der sages-eg.de geworden. Einer Genossenschaft die als Netzwerk Selbsthilfe und Nachbarschaftshilfe erbringen wollte. Vorstand waren so renommierte Leute wie Dr. Burghard Flieger und Dieter Elchlepp.

Ich verstand mich als passives Mitglied und bin auch noch in anderen Genossenschaften und Vereinen Mitglied die sich um Ökostrom, günstigen Wohnraum und anderes kümmern.

Dann kam die Pandemie, auch da hatte ich keine Zeit mit zu kümmern. Am ersten Juni war ich beim “offenen Mitgliedernachmittag”, um mir das ganze mal anzuschauen.

Als ich reinkam erläutertet mir der Aufsichtsratsvorsitzende Borgböhmer (partner-immobilien.com) umfangreich warum ich keine Maske tragen müsse. Der Geschäftsführende Vorstand Dr. Nils Adolph, fragte mich ob ich der “Demo-Müller” sei und bat mich vor die Tür.

Draußen folgten Aussagen, die ich als “Demo-Müller” von Coronaleugner Demos kannte: “Spaltung der Gesellschaft durch Maßnahmen”, er habe sich auf seine Infektion gefreut, sei nur zwei Tage krank gewesen, sie hätten Probleme wegen ungeimpfter Helfer:innen und Kunden die keine Geimpften bei sich wollten. Es würden ja auch ständig Leute an anderen Krankheiten oder Autounfällen sterben. Gefährlich sei Corona ja nur für “die Übergewichtigen aus Weingarten”, das wisse er von einer Bekannten die im Diakonie Krankenhaus auf Intensiv arbeite.

Im Verlauf des Gesprächs deutete er auf eine Frau, die an Krücken die Straße entlang ging und sagte, sinngemäß: Schau die hat jahrelang geraucht, die ist selbst verantwortlich, dass sie Risikogruppe ist. Ähnlich Bemerkungen folgten über Alkoholabhängige.

Als ich im deutlich machte das sich solche Äußerungen für jemanden der Vorstand einer gemeinnützigen “Sozialgenossenschaft” sei (laut Website Berufsbezeichnung: Sozialphilosoph!) für unangemessen und unsolidarisch, rücksichtslos hielt gab es eine Diskussion, In der ich deutlich machte, dass ich solche Aussagen für absolut unangemessen halte.

In den vergangenen Wochen habe ich mich ein wenig umgehört und mein Eindruck wird bestätigt, einstmals engagierte Mitglieder und Vorstände haben sich aus der Genossenschaft zurückgezogen, weil sie mit dem „Querdenken Kurs“, Etwa ungehemmt die Helferinnen zu alten Menschen zu schicken, nicht einverstanden waren.

„Schwurbel bei der SAGES e.G.“ weiterlesen

Tour de Ruhr

(Die Strecke von Krefeld Hüls Betriebshof nach Witten-Heven Dorf)

Das Ruhrgebiet mit der Straßenbahn zu durchqueren, eine verrückte Idee, aber machbar. Besonders in Zeiten des 9-Euro-Tickets sucht man ja nach Bahntouren, die nicht überlaufen sind, aber dennoch Spaß machen.

Die inoffizielle Liniennetzkarte der Straßenbahnen im Ruhrgebiet. Eine offizielle Karte gibt es nicht – symptomatisch für die Qualität des ÖPNV an vielen Stellen – Quelle: reddit.

Angeregt von einer Diskussion bei Drehscheibe Online, habe ich es am Freitag 17.6.22 selbst versucht. Meine Route war, in einer Abwandlung, da sich seit 2009 auch im ÖPNV des Ruhrgebiets etwas getan hat:

Linievon nachBemerkung
044Krefeld-Hüls BetriebshofKrefeld RheinstraßeAbfahrt 9:49
041Krefeld RheinstraßeKrefeld GrundendHier wäre ein direkter Umstieg möglich gewesen.
U76Krefeld GrundendDüsseldorf Heinrich-Heine-Straße
U79Düsseldorf Heinrich-Heine StraßeDuisburg HbfDie Fahrt wurde unterbrochen, da die Bahn umkehrte.
901Duisburg HbfMüllheim Stadtmitte
104Müllheim StadtmitteEssen Abzweig Aktienstraße
105Essen Abzweig AktienstraßeEssen Hauptbahnhof
107Essen HauptbahnhofGelsenkirchen Hbfsog. Kulturlinie
302Gelsenkirchen HbfBochum Laer
310Bochum LaerWitten-Heven DorfAnkunft 19:49
Die Route durch das Ruhrgebiet

Abfahrt in Krefeld Betriebshof – von dem ist nichts mehr Übrig und der erste Teil der Strecke ist auch eingleisig. In Krefeld schwanken die Straßenbahnen so, das man denkt, man sei auf einem Schiff, auch wenn man genauer hinschaut, dann ist etwa der Oberbau schon ein wenig defekt.

Leider merkt man das ÖPNV über viele Jahre im Ruhrgebiet nicht der Fokus war, viele der Situationen an Haltestellen oder entlang der Strecke ließen sich durch einfache Maßnahmen, etwa nivaugleiche Einstiege, dann hat man auch wirklich Niederflur, Ampeln vor den Haltestellen, eigene Gleiskörper, etc.. leicht und einfach verbessern.

Haltestelle in Mitten des Verkehrs ohne Bank oder Häuschen, Oberbau der mal wieder sauber gemacht oder richtig begrünt werden könnte, Niederflurbahn aber Einstieg zwischen wartenden Autos.

Das war die Situation in Krefeld. Bewusst habe ich mich entschieden nicht direkt in der Rheinstraße – das ist quasi der Bertholdsbrunnen von Krefeld direkt in die U-Bahn umzusteigen, sondern noch ein wenig mit der Linie 041 weiter zu fahren. Im Ruhrgebiet sind alle Buslinien, Straßenbahnlinien nach einem Schema durchnummeriert. Daher gibt es etwa im Fahrplanbereich 1: Gelsenkirchen / Essen / Mülheim, die Linie 107. In Krefeld haben sie alle eine 0 vorne weg. U-Bahnen haben wiederum ein U.

Allerdings sind die U-Bahnen im Ruhrgebiet, eigentlich Hochflur Stadtbahnen, die dann mal auch im Tunnel verkehren, meist aber oberirdisch teils Straßenbahnähnlich, teils auf eigenem Gleiskörper. Allerdings ist so eine Hochflurhaltestelle im Stadtkörper nicht unbedingt gut unterzubringen. So dass teilweise die Fahrgäste über eine ausklappbare Treppe zusteigen müssen.

Natürlich ist so eine Reise nicht ganz ohne Zwischenfälle, wir hätten da:

  • In Krefeld den Fahrer der aus der Kabine raus ging und durch die Bahn rief, wir sollten alle aussteigen, vor ihnen sei „alles kaputt, Unfall, Bum“ um dann ca 5 minuten später ohne uns weiterzufahren.
  • Mindestens einen Einsatz eines Rettungswagens, der so eng parkte, dass die Bahn erst die Spiegel einklappen mußte.
  • Ein Fahrer in Düsseldorf, der uns mitteilte, das er wegen der Verspätung nun hier in Wittaler mit der U79 kehrt machen müsse. Wir sollten doch in die nächste umsteigen.
  • Wagenmaterial aus den 1970er Jahren, welches man vielleicht mal renovieren könnte.
  • Hauptbahnhöfe und deren Umfeld, die lieblos und heruntergekommen wirkten.

Insgesamt, kann man sagen, das es viel zu tun gibt. Alles Dinge die man mit Geld, politischer Priorität (eventuelle wegfallende Parkplätze oder Hindernisse für den Autoverkehr) beheben könnte. Auch Liniennetzpläne haben noch keinem geschadet.

Gibt sogar einen Film bei TramTV.

Leider hat der Straßenbahn ÖPNV nicht mehr seine größte Ausdehnung, Streckenstillegungen in den 1950/60er Jahren, der Versucht eine Normalspur Stadtbahnnetz aufzubauen und auch der Versuch die Bahnen kaputt zu sparen (in Müllheim) sorgen dafür, dass man früher noch weiter hätte fahren können. Bis 1955 konnte man per Straßenbahn sogar von Bad Honnef bis nach Unna fahren, dann wurde Opladen – Solingen-Ohligs, die Bahnen des Rhein-Wupperkreises stillgelegt.

Aber weiter zu unserer Reise. Auch wenn es heute kein Speisewagenabteil in den Stadtbahnen mehr gibt, wie noch in diesem Artikel des Straßenbahn Magazin von 2013 (!), fuhr ich weiter nach Düsseldorf.

Schlange stehen vorm Cartier in Düsseldorf auf der Kö.

Der Kulturschock erreicht einen dann, wenn man aus der U-Bahn Haltestelle Heinrich-Heine-Straße aussteigt. Während Krefeld schon deutlich den Charm des West-Deutschen Niedergangs ausstrahlt, stehen in Düsseldorf die Leute vor dem Edeljuwelier Cartier Schlange. Der Nahverkehr ist hier zumindest baulich saniert, neue Haltestellen, guter Gleiskörper.

Von dort weiter nach Duisburg. Allerdings nicht ganz ohne Hindernisse. Ein Teil der Strecke scheint eingleisig zu sein, die U79 erscheint auf keiner Fahrgastinfo und so beschließe ich bis Freiligrathplatz mit der U78 zu fahren und dort, nach einem kleinen Fußweg auf die U79 umzusteigen. Vor der Fahrt nach Duisburg, gibt es dann noch das Hindernis mit dem unerwarteten Stopp in Wittlaer. Bevor wir Duisburg erreichen geht die Fahrt durch viel Gründ und Felder. Ab Duisburg allerdings nicht mehr:

Die Linie wird zur gesichtlosen Hochbahn, wir durchfahren Stationen in dunklen Betonhallen mit vielen uneinsehbaren Ecken – und nahe der erst vor einigen Jahren neu gebauten Station St.-Anna-Krankenhaus in?Duisburg-Huckingen sogar einen nie genutzten und halb verfallenenen Geisterbahnhof!
Hier hat sich der Stadtbahnwahn der frühen 1970er-Jahre ausgetobt. Diese Bauweise hat die Unterhaltungskosten in die Höhe getrieben und führt inzwischen zu Diskussionen, ob mittelfristig verschiedene Stadtbahnlinien im Ruhrgebiet eingestellt werden müssen – darunter auch diese –, weil das Geld für bald unausweichliche Sanierungsmaßnahmen fehlt

STRASSENBAHN MAGAZIN 07/13.

Von Duisburg nach Müllheim an der Ruhr, geht es überwiegend überirdisch – bei Temperaturen von über 30 Grad ist eine kühle U-Bahn durchaus angenehm. Der Triebwagen rattert und ist laut, aber gut belüftet. Der Bahnhof von Duisburg und die Innenstadt laden nicht wirklich zum Besuch ein.

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