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Datenleck bei Freiburger Querdenker Gruppe

30. Juni 2021

am 5. Jun 2021 um 14:07 erhielt ich von einer anonymen E-Mail Adresse, eine Nachricht. Diese bot mir eine Reihe von Dateien, Sicherungskopien von einer internen Telegram-Gruppe, aus dem Bereich der Freiburger Querdenker bzw. Autokorso Szene an, auch da ich persönlich häufiger genannt wurde. Weil ich seit März 2020 über die Querdenken Szene in Freiburg auf meinem Blog berichte und auch häufiger in Medien genannt werde, aber auch Anfeindungen aus der Querdenker Szene ausgesetzt bin, erschien mir diese Dateien interessant und das Angebot plausibel. In einer weiteren E-Mail wurde ich informiert, dass nun auch unterschiedliche Medien über dieses Leak informiert wurden.

Ich habe diese E-Mail mit den Links zum Download, dann an auf einen Rasbperry Pi weitergeleitet um es dort zu öffnen, da ich nicht ausschließen konnte, dass diese Schadsoftware enthalten, dies war nach meiner Untersuchung aber nicht der Fall.

Es ist technisch nicht schwer aus einer Telegramm Gruppe eine Sicherungskopie auf den eigenen PC herunterzuladen, da der Server die gesamte Unterhaltung, mit Bildern speichert. Somit kann jeder der Mitglied einer Gruppe ist, auch diese Gruppe sichern. Safür gibt es eine Reihe von legitimen Anwendungen, wie für jede Sicherungskopie. Über diese Zuschrift habe ich auch die Polizei informiert, da sich in der Gruppe möglicherweise beweiserhebliches Material verbergen könnte.

Lärmgruppe

Die Gruppe nennt sich selbst „Lärmgruppe“. Sie enthält etwa 200 Mitglieder und Nachrichten vom 28. Januar 2021 bis zur Löschung der Gruppe im Juni 2021. Soweit ich es beurteilen kann, sind diese Dateien unverändert, lediglich die Namen anderer Personen aus dem Querdenken-Beobachter-Umfeld, wurden entfernt. Diese Gruppe war nicht öffentlich, daher man konnte sie über die Suche bei Telegramm nicht finden, sondern wurde über einen Einladungslink dazu gebeten oder aber von den Administratoren hinzugefügt. Bei ungefähr 200 Mitgliedern, ist sie aber auch keine private Gruppe mehr.

Der Gruppe war lange klar, dass sich unter ihren Mitgliedern jemand befindet, der Informationen nach außen trägt, so verbreitete etwa der Querbremsen Twitter Account, sehr detaillierte Beschreibungen der Route. Dementsprechend gibt es auch immer wieder Fragen oder die Suche nach einem Maulwurf: „HIER IST EIN MAULWURF IN UNSEREN REIHEN! Achtet bitte darauf, was ihr schreibt, aus dem Zusammenhang gerissen, könnte uns dann ein Strick gedreht werden“, schrieb eine prominente Freiburger Querdenkerin.  Stellenweise wird sogar vermutet, die Badische Zeitung und der Maulwurf steckten unter einer Decke.

Hauptsächlich geht es in der Gruppe um die Organisation der zahlreichen Autokorso in und um Freiburg. Mitglieder:innen sind die bekannten Köpfe des Freiburger Autokorso, ihr Organisator Marc S, Juliane P, Arif C, die Axels oder Malte W., aber eben auch viele andere Menschen, die bisher noch nicht so öffentlich aufgetreten sind, sich durchaus aber mit scharfen oder meiner Meinung nach hetzerischen Kommentaren und Beiträgen auszeichnen, so etwa Martin L. oder andere.

So geht es um die Vorbereitung der Autokorsos, es gibt dann gelegentlich eine Nachbesprechung und es werden auch Slogans diskutiert, darüber aufgeregt, dass der Sloganbuster nicht geht, nicht zu sehen war, die Texte nicht zu lesen sind oder unverständlich. Man ärgert sich über Blockaden, die Polizei und macht unser politisches System verächtlich.

Reaktionen des Umfelds

Auch wird sich ausgetauscht über die Reaktion der Passanten: „.ein paar beleidigungen aber ???? egal davon gab es viele bei dem Autokorso (irgendwie mochten viele das Schweizer Kennzeichen nicht so wirklich) sehr sehr ausländer feindlich diese Antifa ? und auch einige rufe von den Balkonen“. Wohlgemerkt, das mit dem Schweizer Autokennzeichen ist zu einer Zeit, in der man nicht einfach ohne Grund über die Grenze kommt und sich viele Menschen wundern, warum man als Schweizer Auto, an einer Demo in Deutschland teilnehmen kann.

Gut zeigt auch dieses Zitat, wie die Bevölkerung und damit ist gerade nicht „die Antifa“ gemeint, die teils den Korso mit Aktionen blockiert, auf ihn reagiert: Rufe, Beleidigungen, teilweise aber auch das Werfen von Bierflaschen, Eiern und Eis, oder einer Rebschere. „Ebenso dem alten wirren Opa der sich vor die Autos stellte und herumtobte.“

Besonders frustrierend ist dann, wenn das im Radio berichtet wird und „Zum Schluß meinte der Moderator: Ei, ei, ei, ei, ei.“

Als der SC sich von der Nutzung des Parkplatzes distanziert: „in diesem streichschen linksgrünen Hass – und – Hetzerverein“.

Martin L, der sich immer wieder durch – aus meiner Sicht besonders hetzerische Kommentare hervortut – hat es mit Messern, die sich im ständig in der Hose aufklappen: Wenn jemand wie Müller das Wort „Ehre“ in den Mund nimmt, klappt bei mir das Messer in der Hose auf.“ Oder auch: „Wenn EU-Sozialisten, die ansonsten den Nationalstaat abschaffen wollen, plötzlich von „Bürgerpflicht“ (Dreyer) und „patriotischen Pflichten“ (Altmeier) sprechen, klappt mir das Messer in der Hose auf.“ Er redet auch häufig von Wahlmanipulation und will gerne die Auszähler einschüchtern: „Du glaubst gar nicht, wie eingeschüchtert und handzahm die Auszähler wirkten (größtenteils entstammen sie den Altparteien). Sie rechnen einfach nicht damit, dass wir Bürger sie kontrollieren.“

Aber auch Gewaltphantasien finden sich in der Gruppe:Kommt nicht wehrlos und möglichst nicht einzeln. Nehmt am besten einen Regenschirm mit.„, sowie: „Gutleutviertel“ also sowas wie das Gutmenschenviertel?“ oder: „am nächsten Tag gibt‘s ne Sondersendung auf Radio Dreyeckland, live aus dem Krankenhaus mit den Opfern“

Abwertung Behinderter.

Beim Gegenprotest nimmt eine junge Frau teil, die im Rollstuhl sitzt, aber durchaus laufen kann. Nun ist es so, das man durchaus auf einen Rollstuhl für die Fortbewegung angewiesen sein kann, aber durchaus auch kurze Strecken laufen kann. (Beispiel für alle Brillenträger: Auch die sehen ohne Brille noch was, aber halt nicht so gut). Das wird dann durchaus üblich gehässig kommentiert: „Wäre cool für unsere mimis dann bräuchten sie nicht immer die uns allen bekannte und viel belächelt Rollstuhltante (die sehr wohl ihre Beine bewegt ) anzuketten. Das mit der Tante zieh dir mal die Videos auf nen großen Schirm und oh wunder es bewegt sich?oder „Die Rollstuhlfahrerin ist eine Simulantin? Das hatte ich befürchtet. Der Antifa ist jedes Mittel recht.“

Geradezu klassisch sind die Behauptungen und Unterstellungen gegenüber der Gegendemo. Ein kleines best-of: „der hat bestimmt nie gedient oder was für den Staat getan“, gerne werden Gegendemonstranten auch als Mimifanten, Merkeljugend, Afaschischten, Antifanten oder „Sandkastenmaoisten“ bezeichnet. Überhaupt wird der Gegendemo unterstellt, sie sei vom Staat finanziert oder gesteuert. Auf der anderen Seite freut man sich dann, wenn die Polizei den Gegenprotest kesselt oder Blockierer wegscheucht. (Wenn der Staat „die Antifa“ finanziert oder steuert, warum vertreibt dann die staatliche Polizei die Antifa und lässt sie nicht einfach blockieren?)

Die Polizei

Gerne wird auch Arbeit der Polizei „bewertet“: Zum einen gibt es immer wieder Aufschriften „Danke Polizei“ auf Autos und sogar T-Shirts, zum anderen äußert man sich unzufrieden: „Ich vermute es ist so: Jeder Polizist soll irgendwas mitbringen, wie ein Leistungsbeweis: Personen überprüfen, Daten sammeln. Je mehr er am Schichtende abgeben kann, oder seine Gruppe, umso besser für die Beförderung.„, spricht stellenweise sogar von „Zombies aus Bruchsal“, im Bezug auf die Bereitschaftspolizei. Oder die „Polizei sich bei Treffpunkt mehr Sorgen über die Masken gemacht haben als wie bei der Fahrt um Blockaden.“

Oder auch: „Die Polizei fand ich heute auch sehr träge auf der strasse dafür hat es auf dem Parkplatz super geklappt ,Verstöße zu suchen. Die engen Straßen waren das gefundene Fressen für Blockaden“

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