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Gastbeitrag: „Wir tolerieren eure Intoleranz nicht“

18. Juli 2021

Von Zeit zu Zeit veröffentliche ich Gastbeiträge in meinem Blog zu Themen, die sonst hier wichtig sind. Vor einiger Zeit kontaktierte mich eine Studentin und bat um Auskunft über die Coronaleugner Szene in Freiburg. Daraus entstand dieser Artikel. Da es keine andere Möglichkeit gab zum veröffentlichen, hat sie mich gebeten, diesen Artikel hier zu posten.

„Wir tolerieren eure Intoleranz nicht“

Paula G., der gesamte Namen ist mir bekannt, wird aber hier aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes nicht veröffentlicht.

Seit Januar 2021 finden sich jeden Dienstagabend die Teilnehmer*innen der Querdenken-Bewegung am neuen SC Stadion ein. Mit einem Autokorso demonstrieren sie gegen die Corona-Maßnahmen. Zeitgleich formieren sich Gegenproteste mit dem Ziel, ein Zeichen gegen die Querdenken-Bewegung zu setzen. Unterschiedliche Protestformen treffen hier aufeinander.

Um 17:30 Uhr rollen die ersten Fahrzeuge auf den Parkplatz des neuen SC-Stadions, welcher als Sammelplatz der Querdenker*innen dient. Von hier aus startet der Autokorso quer durch Freiburg. Es sammeln sich kleine a?ltere Autos, große Anha?nger mit Bannern und Musikboxen und auch der SUV fa?hrt bei der wo?chentlichen Querdenken-Demo mit. Einzeln oder auch mit der ganzen Familie reisen die Menschen aus Freiburg und Umland an, um ihre Unzufriedenheit mit der Pandemie und den damit verbundenen Maßnahmen kundzutun.

Doch wo die Corona-Kritiker*innen zusammenkommen, kann der Gegenprotest nicht weit sein. So trifft man zeitgleich auf eine angemeldete Kundgebung am Sammelplatz des Autokorsos. Sebastian Mu?ller ist der Mann, der seit Oktober jeden Dienstag die Gegendemonstration anmeldet. Er ist 38, Rettungsassistent und beobachtet die Querdenken- Proteste seit Ma?rz 2020 mit großem Interesse. Weshalb es ihn jeden Dienstagabend auf die Straße zieht, begru?ndet er folgendermaßen: „Ich finde, dass „Querdenken“ eine sehr problematische Bewegung ist. Zum einen, weil sie auf vielen Verschwo?rungstheorien basiert und viele wissenschaftliche Erkenntnisse negiert. Zum anderen duldet sie bewusst Rechtsextremist*innen in ihren Reihen als starke Stu?tze ihrer Bewegung.“

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Datenleck bei Freiburger Querdenker Gruppe

30. Juni 2021

am 5. Jun 2021 um 14:07 erhielt ich von einer anonymen E-Mail Adresse, eine Nachricht. Diese bot mir eine Reihe von Dateien, Sicherungskopien von einer internen Telegram-Gruppe, aus dem Bereich der Freiburger Querdenker bzw. Autokorso Szene an, auch da ich persönlich häufiger genannt wurde. Weil ich seit März 2020 über die Querdenken Szene in Freiburg auf meinem Blog berichte und auch häufiger in Medien genannt werde, aber auch Anfeindungen aus der Querdenker Szene ausgesetzt bin, erschien mir diese Dateien interessant und das Angebot plausibel. In einer weiteren E-Mail wurde ich informiert, dass nun auch unterschiedliche Medien über dieses Leak informiert wurden.

Ich habe diese E-Mail mit den Links zum Download, dann an auf einen Rasbperry Pi weitergeleitet um es dort zu öffnen, da ich nicht ausschließen konnte, dass diese Schadsoftware enthalten, dies war nach meiner Untersuchung aber nicht der Fall.

Es ist technisch nicht schwer aus einer Telegramm Gruppe eine Sicherungskopie auf den eigenen PC herunterzuladen, da der Server die gesamte Unterhaltung, mit Bildern speichert. Somit kann jeder der Mitglied einer Gruppe ist, auch diese Gruppe sichern. Safür gibt es eine Reihe von legitimen Anwendungen, wie für jede Sicherungskopie. Über diese Zuschrift habe ich auch die Polizei informiert, da sich in der Gruppe möglicherweise beweiserhebliches Material verbergen könnte.

Lärmgruppe

Die Gruppe nennt sich selbst „Lärmgruppe“. Sie enthält etwa 200 Mitglieder und Nachrichten vom 28. Januar 2021 bis zur Löschung der Gruppe im Juni 2021. Soweit ich es beurteilen kann, sind diese Dateien unverändert, lediglich die Namen anderer Personen aus dem Querdenken-Beobachter-Umfeld, wurden entfernt. Diese Gruppe war nicht öffentlich, daher man konnte sie über die Suche bei Telegramm nicht finden, sondern wurde über einen Einladungslink dazu gebeten oder aber von den Administratoren hinzugefügt. Bei ungefähr 200 Mitgliedern, ist sie aber auch keine private Gruppe mehr.

Der Gruppe war lange klar, dass sich unter ihren Mitgliedern jemand befindet, der Informationen nach außen trägt, so verbreitete etwa der Querbremsen Twitter Account, sehr detaillierte Beschreibungen der Route. Dementsprechend gibt es auch immer wieder Fragen oder die Suche nach einem Maulwurf: „HIER IST EIN MAULWURF IN UNSEREN REIHEN! Achtet bitte darauf, was ihr schreibt, aus dem Zusammenhang gerissen, könnte uns dann ein Strick gedreht werden“, schrieb eine prominente Freiburger Querdenkerin.  Stellenweise wird sogar vermutet, die Badische Zeitung und der Maulwurf steckten unter einer Decke.

Hauptsächlich geht es in der Gruppe um die Organisation der zahlreichen Autokorso in und um Freiburg. Mitglieder:innen sind die bekannten Köpfe des Freiburger Autokorso, ihr Organisator Marc S, Juliane P, Arif C, die Axels oder Malte W., aber eben auch viele andere Menschen, die bisher noch nicht so öffentlich aufgetreten sind, sich durchaus aber mit scharfen oder meiner Meinung nach hetzerischen Kommentaren und Beiträgen auszeichnen, so etwa Martin L. oder andere.

So geht es um die Vorbereitung der Autokorsos, es gibt dann gelegentlich eine Nachbesprechung und es werden auch Slogans diskutiert, darüber aufgeregt, dass der Sloganbuster nicht geht, nicht zu sehen war, die Texte nicht zu lesen sind oder unverständlich. Man ärgert sich über Blockaden, die Polizei und macht unser politisches System verächtlich.

Reaktionen des Umfelds

Auch wird sich ausgetauscht über die Reaktion der Passanten: „.ein paar beleidigungen aber ???? egal davon gab es viele bei dem Autokorso (irgendwie mochten viele das Schweizer Kennzeichen nicht so wirklich) sehr sehr ausländer feindlich diese Antifa ? und auch einige rufe von den Balkonen“. Wohlgemerkt, das mit dem Schweizer Autokennzeichen ist zu einer Zeit, in der man nicht einfach ohne Grund über die Grenze kommt und sich viele Menschen wundern, warum man als Schweizer Auto, an einer Demo in Deutschland teilnehmen kann.

Gut zeigt auch dieses Zitat, wie die Bevölkerung und damit ist gerade nicht „die Antifa“ gemeint, die teils den Korso mit Aktionen blockiert, auf ihn reagiert: Rufe, Beleidigungen, teilweise aber auch das Werfen von Bierflaschen, Eiern und Eis, oder einer Rebschere. „Ebenso dem alten wirren Opa der sich vor die Autos stellte und herumtobte.“

Besonders frustrierend ist dann, wenn das im Radio berichtet wird und „Zum Schluß meinte der Moderator: Ei, ei, ei, ei, ei.“

Als der SC sich von der Nutzung des Parkplatzes distanziert: „in diesem streichschen linksgrünen Hass – und – Hetzerverein“.

Martin L, der sich immer wieder durch – aus meiner Sicht besonders hetzerische Kommentare hervortut – hat es mit Messern, die sich im ständig in der Hose aufklappen: Wenn jemand wie Müller das Wort „Ehre“ in den Mund nimmt, klappt bei mir das Messer in der Hose auf.“ Oder auch: „Wenn EU-Sozialisten, die ansonsten den Nationalstaat abschaffen wollen, plötzlich von „Bürgerpflicht“ (Dreyer) und „patriotischen Pflichten“ (Altmeier) sprechen, klappt mir das Messer in der Hose auf.“ Er redet auch häufig von Wahlmanipulation und will gerne die Auszähler einschüchtern: „Du glaubst gar nicht, wie eingeschüchtert und handzahm die Auszähler wirkten (größtenteils entstammen sie den Altparteien). Sie rechnen einfach nicht damit, dass wir Bürger sie kontrollieren.“

Aber auch Gewaltphantasien finden sich in der Gruppe:Kommt nicht wehrlos und möglichst nicht einzeln. Nehmt am besten einen Regenschirm mit.„, sowie: „Gutleutviertel“ also sowas wie das Gutmenschenviertel?“ oder: „am nächsten Tag gibt‘s ne Sondersendung auf Radio Dreyeckland, live aus dem Krankenhaus mit den Opfern“

Abwertung Behinderter.

Beim Gegenprotest nimmt eine junge Frau teil, die im Rollstuhl sitzt, aber durchaus laufen kann. Nun ist es so, das man durchaus auf einen Rollstuhl für die Fortbewegung angewiesen sein kann, aber durchaus auch kurze Strecken laufen kann. (Beispiel für alle Brillenträger: Auch die sehen ohne Brille noch was, aber halt nicht so gut). Das wird dann durchaus üblich gehässig kommentiert: „Wäre cool für unsere mimis dann bräuchten sie nicht immer die uns allen bekannte und viel belächelt Rollstuhltante (die sehr wohl ihre Beine bewegt ) anzuketten. Das mit der Tante zieh dir mal die Videos auf nen großen Schirm und oh wunder es bewegt sich?oder „Die Rollstuhlfahrerin ist eine Simulantin? Das hatte ich befürchtet. Der Antifa ist jedes Mittel recht.“

Geradezu klassisch sind die Behauptungen und Unterstellungen gegenüber der Gegendemo. Ein kleines best-of: „der hat bestimmt nie gedient oder was für den Staat getan“, gerne werden Gegendemonstranten auch als Mimifanten, Merkeljugend, Afaschischten, Antifanten oder „Sandkastenmaoisten“ bezeichnet. Überhaupt wird der Gegendemo unterstellt, sie sei vom Staat finanziert oder gesteuert. Auf der anderen Seite freut man sich dann, wenn die Polizei den Gegenprotest kesselt oder Blockierer wegscheucht. (Wenn der Staat „die Antifa“ finanziert oder steuert, warum vertreibt dann die staatliche Polizei die Antifa und lässt sie nicht einfach blockieren?)

Die Polizei

Gerne wird auch Arbeit der Polizei „bewertet“: Zum einen gibt es immer wieder Aufschriften „Danke Polizei“ auf Autos und sogar T-Shirts, zum anderen äußert man sich unzufrieden: „Ich vermute es ist so: Jeder Polizist soll irgendwas mitbringen, wie ein Leistungsbeweis: Personen überprüfen, Daten sammeln. Je mehr er am Schichtende abgeben kann, oder seine Gruppe, umso besser für die Beförderung.„, spricht stellenweise sogar von „Zombies aus Bruchsal“, im Bezug auf die Bereitschaftspolizei. Oder die „Polizei sich bei Treffpunkt mehr Sorgen über die Masken gemacht haben als wie bei der Fahrt um Blockaden.“

Oder auch: „Die Polizei fand ich heute auch sehr träge auf der strasse dafür hat es auf dem Parkplatz super geklappt ,Verstöße zu suchen. Die engen Straßen waren das gefundene Fressen für Blockaden“

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Wahnwichtel Rückblick: WIRR in den Landtag, Staufen und Autokorso Gegendemo

24. Januar 2021

Hier fasse ich ja immer das unselige Wirken der Coronaleugner aus Freiburg und Umgebung zusammen. Tobias Schopper von der Universität Freiburg hat die Telegram Kanäle der Freiburger Coronaleugner und Querdenker mit statistischen Verfahren ausgewertet.

Er bestätigt, damit auch meine These, die ich nach der Fragebogenbefragung im März hatte: Visuelle Medien wie YouTube sind ein wichtige Informationsquelle für die Coronaleugner.

Wirr zur Landtagswahl

Schauen wir mal auch auf die Landtagskandidaten. Ja tatsächlich nach Informationen der Badischen Zeitung kandidiert die „WIR2020“ Partei für die Landtagswahlen und hat auch Kandidaten in Südbaden. Auf der Website der Partei sind nicht alle Kandidaten aufgelistet, in der Badischen Zeitung war aber für alle Wahlkreise rund um Freiburg jemand angegeben.

Im Wahlkreis 48 ist das  Apotheker im Ruhestand Ulrich Gläser, der auch schon bei vielen Querdenker Demos in der Region als Redner aufgetreten ist und nach Angaben der Website als Orgateam in Freiburg. Auf der Website gibt es auch einige „spannende“ Falschaussagen über Corona: „obwohl Lockdowns die Verbreitung von Viren nicht verhindern können (…) Nach Bekanntwerden der ersten Todesfälle in Wuhan war ich zunächst besorgt, aber schon bald wurde klar, dass dieses Virus nicht mehr Todesopfer fordern würde als die Grippe von 2017/18. Kurz nach Karneval kam die Entwarnung aus Heinsberg durch Professor Streeck“

Wahlkreis 46 (Freiburg I): Malte Wendt, hatte bereits ein großes Porträt in der Badischen Zeitung 08. August 2020, da wird er beschrieben als Mitte 40, abgebrochenes Geschichtsstudium, derzeit ohne feste Arbeit, aber, wie er betont, mit Plänen für eine Unternehmensgründung beschäftigt. Im Gespräch mit der BZ verwendet wer Begriffe wie: „Selbstgleichschaltung“, „Die Bilder aus Bergamo seien seines Wissens auf einen Streik der Bestatter zurückzuführen, nicht auf die hohe Sterberate.“. Admin in diversen Freiburger Telegramm Gruppen der Corona Leugner.

Wahlkreis 47 (Freiburg II): Kay Michel habe ich keine weiteren Informationen gefunden.

Staufen zerbricht an Schwurbel

Große Aufregung herrschte in der Südbadischen Corona Leugner Szene nach der Hausdurchsuchung bei einem Antroposophischen „Arzt“ in Staufen. Der wird von der Staatsanwaltschaft beschuldigt unwahre Gesundheitszeugnisse ausgestellt zu haben. Da gab es dann gleich am Sonntag um 10:00 eine Demo vor dessen Praxis, zu der das gesammelte Who-isWho der südbadischen Corona Leugner Szene aufgerufen hatte, etwa Juliane P., Malte W., oder auch Jurma M oder Adolf W., ebenfalls Arzt. Für eine Coronarebellen Aktion trugen doch recht viele Masken.

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Wahnwachen & Autkorsos der Coronaleugner: „Nur noch Elend“

19. Januar 2021

Die Freiburger Coronaleugner Szene scheint aus dem Winterschlaf aufgewacht zu sein und setzt ihre populären Aktionsformen: „Wahnwache“ und Autokorso wieder ein. Die Kommentare in sozialen Medien, besonders dem ‚Forum für nuancierten Diskurs‘, auch bekannt als „Netztwerk Freiburg“ bei Facebook, sind eindeutig. Und für sie katastrophal. Ich will hier aus Gründen des Niveaus, dieses Blogs keine der Beleidigungen, Gewaltphantasien oder anderen abwertenden Dinge zitieren, aber wenn man die Kommentare in diesem Netzwerk als Gradmesser der Stimmung gegenüber „Coronarebellen“ nimmt, dann kommen sie nicht gut weg. Die Stimmung da ist geradezu feindselig.

Langsam habe ich den Eindruck, dass nicht die Polizei die „Querdenker“ vor Angriffen der „Antifa“ schützen muss oder wie es nach ihrem Verhalten eigentlich wäre, Passanten vor den „Querdenkern“, sondern inzwischen kann es gut sein, dass sich gesetzt wirkende Familienväter beim Vorbeifahren eines der Autokorsos, zum Werfen von fauligem Obst genötigt sehen.

Auch in den Lesebriefen der Badischen Zeitungen kommen sie nicht gut weg.

Teils gibt es spontane Gegenaktionen entlang der Strecke

Aber listen wir mal die Aktionen der letzten Wochen hier auf, ohne Anspruch auf Vollständigkeit, Zurechnungsfähigkeit oder Sinnhaftigkeit:

Autokorso Dienstag 19.1.

Wahnwache Montag 18.1.

Man hatte es fast vermisst: Die Montagswahnwachen von Siegrun A. sind wieder da. Ca. 25 Personen stehen auf dem Platz der alten Synagoge und singen Wiederstandslieder und Kirchenlieder. Wenn man nicht wüsste wie verdreht das ganze ist, hätte es schon fast eine andächtige Stimmung. Natürlich ohne Maske, die Atteste wurden dann auch mal gleich kontrolliert.

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Närrisches Treiben von Querdenker zeitweise außer Kontrolle in Freiburg

19. Dezember 2020

Jeder Bericht von einer Demonstration kann immer nur subjektiv sein, da man selbst immer nur einen Ausschnitt erlebt. Dennoch werde ich versuchen hier aus meinem Erleben, aus Berichten und aus Sozialen Medien eine Darstellung und eine Bewertung zu geben.

Weihnachtlicher Polizeikessel

Auf der Demo waren Menschen aus der südbadischen Querdenker-Szene, Menschen aus dem überregionalen Querdenken-Umfeld, und auch Menschen aus der Hool- und Kampfsportszene. Diese beiden Bewegungen scheinen zumindest Kontakte zu haben oder sich zu vermischen. Es ist schwierig eine genaue Anzahl anzugeben, da die gesamte Masse ja nie an einem Platz war. Persönlich würde ich auf um 300 Menschen tippen, die durch die Innenstadt zogen oder in einer anderen Zone aktiv waren. Darunter auch bekannte Größen der Szene wie Michael Ballweg, Samuel Eckert oder Nana Domena, aber auch lokale „Szenegrößen“ wie Juliane P. Diese Demonstranten wirken erst mal bürgerlich, teils auch alternativ und würden weder in einem Mittelklasse-Restaurant auffallen noch im Alnatura-Supermarkt.

Aber zunächst zum Anfang: Schon letzte Woche hat die Stadt Weil am Rhein die Querdenken-Demo, für die lange mobilisiert wurde verboten. Darauf wurde in diversen Telegramm-Kanälen der Szene als Ersatz zur zunächst erlaubten Samstags-Kundgebung nach Freiburg gerufen, wo auch Szenegrößen wie Ballweg auftreten sollten; diese hat die Stadt Freiburg dann heute früh verboten.

Das schien zunächst erfolgreich. Die Querdenken-Leute kamen in kleinen Gruppen auf dem Platz, wurden dort weggeschickt oder wenn sie blieben wurden die Personalien festgestellt. Zunächst dachte ich, es könnte ruhig bleiben und die Leute würden frustriert nach Hause gehen. Aber diese Gruppen durften dann durch die Stadt ziehen, als wären es nicht die Gleichen. Ebenfalls konnten auffällig große Gruppen – die Stadt war sonst quasi leer, Einkaufen kann man ja nicht – vom Platz der alte Synagoge zum Stadtgarten und von dort auf den Schlossberg und danach wieder in die Innenstadt laufen, größtenteils ohne Begleitung oder Behelligung durch die Polizei.

Zunächst zum Stadtgarten und dann auf den Schlosserg.

Da im Stadtgarten stand auch die Polizei und noch mehr Polizei mit Kastenwägen auf dem Karlsplatz, wo sie die Brücke zum Stadtgarten gut im Blick hatten und tat nichts. Von dort bewegten sich die Leute dann auf den Schlossberg, alles beobachtet von Polizisten in warmen Sprintern. Als die Gruppen schon alle auf dem Berg waren, kam mit Abstand dann ca. 10 Polizeibeamte mit dem Leiter vom Revier Nord und bestiegen auch den Berg.

Bis dahin würde ich vom ganz normalen Querdenken-Geschehen sprechen. Man probiert Demo zu machen, die ist verboten, man geht woanders hin. Unterhalb des Kanonenplatz gibt es auch einen kleinen schattigen Platz mit vielen Bäumen, da standen die Leute die nicht bis ganz auf den Kanonenplatz gingen und fingen eine Art Gottesdienst an. Die Gruppe von Polizisten, die sich den Platz hoch bewegten, gingen die Treppe weiter hoch in Richtung Kanonenplatz.

Dort war auch eine Frau mit lila Jacke und Boombox, die auf unsere Gruppe sportlicher Männer, es waren da noch zwei Bekannte zu mir gestoßen, zeigte und so etwas sagte wie: „Die sind von der Antifa.“ Einer von denen sah aus wie ein Fastnachts-Ninja: Schwarze Trainingsmaske mit Ventilen, schwarze Sturmhaube, schwarze Jacke, Handschuhe und Schlagstockschirm. Er machte uns dann klar, das wir hier zu verschwinden hätten, weil er uns sonst verprügeln würde. Da er uns immer mehr bedrängte und bedrohte, gingen wir schließlich.

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Stopp the Schwurbel: Mo 18:00 Platz der alten Synagoge

3. Dezember 2020
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Auch am kommenden Montag 18:00 werden wir uns auf dem Platz der alten Synagoge treffen und gegen die „Wahnwache“ der Coronarebellen protestieren. Das Motto bleibt: Stopp the Schwurbel!

Unsere Kundgebungen zeigen Wirkung: Die Wahnwache wird immer kleiner. Daher rufe ich euch auf, wie immer mit Maske, Abstand und Anstand zu demonstrieren. Wer sich als Ordner zur Verfügung stellen will, der melde sich gerne bei mir.

Bericht von Radio Dreyeckland zur Demo am letzten Montag.

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