Sechs Tage vor der Oberbürgermeister-Wahl in Freiburg im Breisgau, treffen in der in der evangelischen Hochschule Freiburg die OB-Kandidat*innen Achim Wiehle, Martin Horn, Monika Stein sowie Dejan Mihajlovi? zu einer Diskussion zu den Themen Mobilität, Ernährung, Energie, Entsiegelung sowie sozial gerechte Klimaschutzmaßnahmen zusammen.

Hinter mir sitzen die vier Klatschkader von Martin Horns Wählerinitiative und das sind die einzigen, die an diesem Abend regelmäßig für ihn klatschen.
Organisiert wurde die Veranstaltung durch Gabi Dierdorf (stadttunnel.de) und Barbara Schramkowski (Professorin für Soziale Arbeit und Nachhaltigkeitsbeauftragte an der DHBW), moderiert von Astrid Schaffert (Institut Zukunft KlimaSozial).
Im Publikum war sicherlich ein Großteil der aktiven Freiburger Umwelt- und Klimaschutzszene.
Zur Einleitung referierte Astrid Schaffert die Extremwetter-Ereignisse der letzten Monate und hebt die Notwendigkeit des Klimaschutzes durch die Bürger und Politik in den Vordergrund. An dieser Stelle lobte sie ausdrücklich die Freiburger Bürgerinitiativen, auch ausdrücklich BalkonSolar und betonte den volkswirtschaftlichen Nutzen (ein investierter Euro in Klimaschutz verhindert Schäden in Höhe von bis zu 20 Euro).
Auf die Frage, wer im Auditorium schon einmal auf einer Klima-Demo war, steht geschätzt etwas mehr als die Hälfte der Besucher auf.
Wo steht Freiburg im Klimaschutz?
Freiburg hat sich das Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2035 Klimaneutral zu werden. Gemessen an den Emissionen von 1990 sind im Jahr 2022 die Emissionen um 43% gesunken – übermäßig stark im Energiesektor, weniger im Bereich Verkehr. Um das Ziel Klimaneutralität im Jahr 2035 zu erreichen, muss die Geschwindigkeit der Co2-Reduktion versechsfacht werden.
Martin Horn bekennt sich dazu, dass das Ziel noch weit weg ist und verweist darauf, dass dies kein Problem von Freiburg allein ist, sondern auch Baden-Württemberg, Deutschland und die Welt betrifft.
Martin Horn traut sich zu, ? der Emissionen vor Ort direkt beeinflussen zu können. Er hebt hervor, dass Freiburg einen Klimaschutzfonds 2022 für 6 Jahre gegründet hat, welcher in Summe 120 Mio. Euro für große und kleine Klimaschutzprojekte bereitstellt, rund 100 Projekte haben bereits Mittel erhalten.

Dejan Mihajlovi? sieht hingegen die Verbindung zwischen Demokratie und Klimaschutz als essentiell an. Die Stärkung der Demokratie fördert Bürger-Initiativen und mehr Bürgerbeteiligung.
Monika Stein lobt den Rückenwind der Bürger und hebt den Fuß/Radentscheid hervor, legt mehr Wert auf Holzbauweise und möchte Klimagruppen mehr aktiv beteiligen, statt sie nur anzuhören.
Für Achim Wiehle sind seine Söhne die Leitplanken, die ihm Fragen zum Thema der Generationengerechtigkeit stellen.
Gas & Strom
Martin Horn ist in seiner Rolle als Freiburgs OB gleichzeitig auch Aufsichtsratsvorsitzender der Badenova und damit auch der badenovaNETZE für die Verteilnetze in der Region. Martin Horn merkt an, dass Netze überall in Deutschland ausgebaut werden müssen, also es sich um ein deutschlandweites Problem handelt. Beim Thema Gasnetz-Stilllegungen nennt Horn keine Jahreszahl, wie auch in der Fragenliste des BalkonSolar eV.
Achim Wiehle schießt beim Thema Energieversorgung gegen eine unseriöse Stadtfinanzierung und möchte die Gasnetze Wasserstofftauglich machen.
Monika Stein lenkt den Blick auf die aktuelle politische Weltsituation (Iran-Konflikt, anm.d. Redaktion) und damit auf die Lieferketten für fossile Kraftstoffe und Gase. Dies untermauert das Bestreben aus dem Ausstieg aus fossilen Energien hin. Dass dies nicht konfliktfrei passieren wird, wäre für sie als OB und damit AR-Vorsitzende der Badenova klar.

Dejan Mihajlovi? stellt beim thema Energieversorgung die soziale Gerechtigkeit in den Vordergrund. gute Wissenschaftskommunikation und die Folgen dieser sind für ihn ein großer Hebel. Er geht mit “zwei Brillen” – der des Gastarbeiterkindes und der des Akademikers durch Freiburg und bemerkt, wie die Schere zwischen linker und rechter Politik größer wird, also die politische Mitte schwindet.

Kommunaler Wärmeplan
Horn entschuldigt sich schon mal für die vielen Baustellen. und hofft, dass Tiefengeothermie in 3.500m Tiefe einen Beitrag zur Wärmewende in Freiburg leisten können. Dejan Mihajlovi? fordert Synergienutzungen bei Baustellen, sodass Straßen nicht mehrfach zur Baustelle werden. Monika Stein stimmt dem zu und möchte die Koordination fördern.
Innovativ kommt Achim Wiehle, der nicht nur Fernwärme-Fan ist, sondern auch neue Versickerungsmöglichkeiten schaffen will, indem Spielplätze in Senken gebaut werden sollen und nach Starkregen dort das Wasser gesammelt und hinterher versickern kann.








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