Wie war’s auf der Gegendemo zur Anti-Kriegstag-Demo?

Eine Polizistin kommt auf mich zu und fordert mich als Demo Anmelder auf, nicht zu Straftaten aufzurufen oder Volksverhetzende Parolen zu rufen. Das bekommen wir hin.

Bericht bei RDL: https://rdl.de/beitrag/radio-ech-deutsch-4092025-antikriegstag-freiburg-demo-und-gegendemo

Ca 50 Personen haben gegen die Anti-Kriegstag-Demo von Friedensforum und Palästina solidarischen Gruppen in Freiburg am 1.9. demonstriert. Die waren überwiegend aus der Ukraine, was man den Schildern gut erkennen konnte.

„Die Redebeiträge liegen inhaltlich weit auseinander, sie reichen von Antikriegsrhetorik über Kapitalismuskritik bis hin zu Vorwürfen an die Gegendemonstrierenden, dass es doch schade sei, dass man nicht miteinander rede, sondern gegeneinander. Später kommt es auch zu einem kleinen Eklat, weil sich Vertreter von Querdenkern und AfD unter die Demonstrierenden mischen, die von Mitgliedern der linken Jugendszene mit Nazis-raus-Rufen aus der Menge hinauskomplimentiert werden. Bevor die Polizei beide Personengruppen trennen kann, bekommt Robert Hagermann, Kandidat der AfD bei der letzten Gemeinderatswahl, noch ein Getränk übers Hemd gekippt.“

„Zoff bei Demonstrationen für den Frieden in Freiburg“ https://www.badische-zeitung.de/zoff-bei-demonstrationen-fuer-den-frieden-in-freiburg

Klar, dass eine Demo in deren Aufruf keinerlei Kritik an der imperialistischen Politik Russlands und Putins zu lesen ist und die auch noch ein Ende jeglicher Sanktionen fordert, bei Menschen aus der Ukraine und solchen die mit ihnen solidarisch sind, nicht gut ankommt. Scheinbar wurde bei den Redebeiträgen, die wir nicht verstehen konnten auch Putin aufgerufen sich aus der Ukraine zurückzuziehen. Dann hat ja unser Protest schon etwas bewirkt.

Blick von der Gegendemo auf die Demo

Auf der Demo des „Friedensforums“ hatte sich dann auch versammelt was in Freiburg gerne schwurbelt: Robert H von der AfD, Meinrad S. von den Querdenkern, Leute die man von der Reichsbürger Demo am Sonntag in St. Georgen kennt, noch ein paar weniger prominenten Querdenkerm, wie Jakob G. nach eigenen Angaben ehemaliger Waldorflehrer. Hat Anfang März 2023 in Endingen auf einer Schwurbeldemo eine endlose Rede gehalten, die inhaltlich zu fast 100% bei Daniele Ganser abgeschrieben war.

Keiner der auf die Demo gegangen ist kann sagen, er habe nicht davon gewusst, dass gefordert wurde das der Ukraine keine Waffen mehr geliefert werden sollen.

Oder auch der Teilnehmer der „Friedensfahrt ‹Druschba-Freundschaft›“Bernd K. (bei Autonome Antifa: https://autonome-antifa.org/article268 unter Freiburger NPD-Umfeld) Natürlich war auch die MLPD dabei. Und wir entdeckten auch Prof. Wolfram Wette, der ja auch die USA als Hauptschuldigen am Ukraine Krieg sieht, in sofern thematisch gut passt.

Ganz neu diesmal auch: Palästina solidarische Gruppen. Aus den Palästina solidarischen Gruppen kamen dann auch zweimal junge Frauen zu uns, die ganz aufgeregt mit uns diskutieren wollten und nicht verstehen konnten, warum wir nicht bei ihnen sind. Eine hatte dann auch verstande, das Menschen die mit der Ukraine solidarisch sind, nicht auf eine Demo gehen, auf der „keine Waffenlieferungen“ auch an die Ukraine gefordert wird und mit keinem Deut Russland kritisiert. Die Diskussionen waren teils hitzig und einmal wollte die Polizei einschreiten, wir konnten das aber so lösen.

Quelle: https://bsky.app/profile/stopmakingsense.bsky.social/post/3lxk3wajrgc2t

Überhaupt schienen auf der Friedensforum Demo zwei Arten Teilnehmende zu sein: Einmal solche die wegen Palästina kamen und kein Problem mit Waffenlieferungen an die Ukraine haben und solche die wegen „Frieden mit Russland“ kamen und naja…

Schön die Situation von Experten aufbereitet und auch auf die „Im Osten der Ukraine darf man kein russisch mehr sprechen“ Frage geantwortet.

Dann kamen noch zwei alte Männer. Der eine war besonders absurd: Er hatte an seinem Rollator ein Holzgestell angebracht, mit Zetteln auf denen er dafür warb die Krim und Ostukraine Russland zu überlassen, das sei „realistisch“. Ich bat ihm an zu diskutieren, da ich merkte, dass die Ukrainer davon nur – verständlicherweise sich provoziert fühlten – was er wiederum nicht nachvollziehen konnte.

Er gab dann die leider üblichen Sachen zum besten: Maydann als CIA Putsch, beschwerte sich, dass unsere Körpersprache nicht empathisch genug sei und zog dann ab.

Update: Inzwischen beschwert sich das Friedensforum per Leserbrief in der BZ.

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