Meine Frage: Wie gehen wir mit Querdenkern in der Umweltbewegung um?

Am Dienstag 10.4. war Jürgen Resch, der Geschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe in Freiburg zu einem Vortrag im Hörsaal 1010 in der Uni, auf Einladung der BUND Ortsgruppe.

Im Saal waren die üblichen Vertreter der Freiburger Umwelt Szene, die Aufmerksam zuhörten und dann auch ihrem Idol fragen stellten. Die „Fragen“ waren dabei eher kleine Vorträge über ihre Aktivitäten und was ihnen so am Herzen liegt (neuen Stadtteil Dietenbach verhindern, kann da die Umwelthilfe nicht klagen … ).

Als erste Fragesteller nahm die Leitung Georg Löser (ecotrinova Verein, auf Querdenker-Demos mit „Impfaids Schild“), Tjark Voigts (Mobifunkgegner, Dietenbachgegner, Teilnehmer bei Querdenker Demos und Leserbriefschreiber) und Wolf-Dieter Winkler (Freiburg Lebenswert Stadtrat) dran. Kann man machen. Für einen Teil der Freiburger Umweltszene sind das verdiente Kämpfer mit viel Erfahrung und Renome über deren „Engagement“ bei Querdenken man hinwegsieht.

Auch ich meldete mich und fragte zunächst ob die DUH unseren Weltrekordversuch im Balkonsolarupcycling unterstützen wollte. Darauf antwortete Jürgen Resch mit einer Lobeshymne auf den BalkonSolar Verein und die Bewegung.

Wie hälst dus mit den Querdenkern?

Die zweite Frage sorgte dann für Reaktionen des Publikums: Gemurmel, Kommentare, aber auch Zustimmung und Dank.

Wie gehen wir mit Menschen um, die während der Hochzeit der Corona Pandemie ins Querdenker-Millieu abgedriftet sind, vorallem wenn die jetzt wieder in die Umweltbewegung „zurück“ kommen?

Ich wieß auch darauf hin, dass diese sich auch an diesem Abend geäußert hätten ohne das es problematisiert worden sei. Dann rief Tjark Voigts rein, in etwa „das tut doch nichts zur Sache“ und ich nannte auch seinen Namen.

Ich versuchte zu verdeutlichen, dass eine wissenschaftsorientierte Umweltbewegung den Ideologien von Querdenker*innen widerspricht und illustrierte dies anhand des Einflusses von russischer Propaganda auf die Querdenkerzszene und der damit einhergehenden (stillschweigenden) Akzeptanz negativer ökologischer Auswirkungen des russischen Extraktivismus, also des Abbaus von Öl, Gas, Uran als nahezu einzigem Exportgut Russlands mit dem wir Putins Angriffskrieg gegen die Ukraine, mitfinanzieren.

Und das wirft dann eine Reihe von Fragen auf: Inwiefern sollte sich die Umweltbewegung abgrenzen? Wie kann stärker Haltung bezogen werden? Inwiefern schaden solche Unterwanderungen der Umweltbewegung, bzw. widersprechen deren Zielen und Werten? Warum werden diese Verflechtungen nicht stärker diskutiert?

Darauf gab Jürgen Resch keine so richtige und klare Antwort. Im Nachgang kamen 5 Leute zu mir und dankten mir für die Frage und eine Wissenschaftlerin will mich interviewen.

Querdenker Demo am 2.9.23 mit der Forderung nach Frieden am Hut

Immerhin weist etwa Michael Blume wiederholt darauf hin: „Noch immer finanzieren wir durch den Import fossiler Gewaltenergien wie Öl und Gas autoritäre, antisemitische und kriegführende Ressourcenfluch-Regime wie Russland, Iran und Katar samt ihrer terroristischen Proxies wie Wagner, Huthi, Hisbollah und Hamas.“

Aktuell geht man von mindestens zwei AfD Spitzenpolitikern aus, die problematische Kontakte zum russischem Regime haben und wohl von diesem Zahlungen erhalten haben. Es dürfte klar sein, dass Russland kein Interesse an Klimaschutz hat, würde es ja den Absatz russischen Gas und Öls deutlich reduzieren.

Um nochmal Michael Blume zu zitieren: “globale Allianz der Verbrenner”: Diese reicht von Charles & David Koch (USA) und internationalen Wissenschaftsleugner-Netzwerken über Wladimir Putin (Russland) und dem Medienmogul Rupert Murdoch (Australien) bis hinunter zur deutschen INSM (an deren Anti-Baerbock-Moses-Kampagne er auch meine Kritik erwähnt), zu Frank Schäffler (FDP), Aserbaidschan-Lobbyisten der CDU und Ex-Kanzler Gerhard Schröder (Gazprom & SPD).“

12.3.22 Demonstrant weißt darauf hin: Wir finanzieren mit Öl und Gas aus Rußland den Krieg gegen die Ukraine

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