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FAQ: was passiert rund um das Stadion? Mit den Segelfliegern? Mit dem Wagenplatz? Mit dem Stadtteil?

27. Januar 2015

Frage:

Laut Freiburg Lebenswert http://freiburg-lebenswert.de/sc-stadion/argumente-fakten/standort/heißt es, “Durch den Bau des neuen Stadions für einen reinen Profisportverein wird die Existenz mehrerer in Freiburg einzigartiger Sportvereinen unmöglich gemacht”.

Was ist dran an der Sache?

Antwort:

Zunächst mal für die Segelflieger scheint eine Lösung gefunden zu sein. http://www.badische-zeitung.de/freiburg/sc-stadion-segelflieger-koennten-wohl-doch-am-flugplatz-bleiben–99099112.html

Sollte diese dennoch verlegt werden müssen, hat die Stadtverwaltung bereits Geld in der Infrastrukturplanung vorgesehen und auch ein Grundstück am Flugplatz Bremgarten reserviert. Niemand will den Segelfliegern und Fallschirmspringern den Verein und ihren Sport kaputt machen.

Frage:
Laut Freiburg Lebenswert http://freiburg-lebenswert.de/sc-stadion/argumente-fakten/standort/ heißt es, “die nächsten Wohngebiete am geplanten, neuen Stadionstandort liegen zwar weiter entfernt vom Stadion als bei dem jetzigen Standort in der Schwarzwaldstraße. Aber sie liegen nicht weit genug entfernt, so dass im Endeffekt die gleichen Probleme wie beim alten Stadion auftreten werden. Auch hier wird es an vielen Tagen und besonders an Wochenenden zu erheblichen Problemen aufgrund chaotischer Verkehrsverhältnisse, Wildparkerei, gesperrter Zufahrtsstraßen sowie Randale und Sachbeschädigung kommen, dies führt zu einer Abwertung der Wohngebiete und des Stadtteils.”

Was will die Stadt und der Sportclub dagegen machen?

Antwort:

Durch die breiten Zufahrtsstraßen können Fußgänger, Radler, Busshuttle und Straßenbahnnutzer ohne Enge zum Stadion gelangen. Die Haltestellte für die Tram wird auch hinter dem Wohngebiet platziert, sodass die Zuschauer von der Straßenbahnhaltestelle am Trainingsgelände vorbei zum Stadion gelangen.

Das Auto kann nur dann am Stadion geparkt werden, wenn man bei der Bestellung des Tickets ein Parkplatzticket gebucht hat und dieses Kontigent an Parkplatztickets ist auf die Anzahl der Parkplätze beschränkt. Alle anderen müssen mit den öffentlichen Verkehrsmitteln, zu Fuß oder auf dem Rad oder in Fahrgemeinschaften kommen.

Wildparken ist durch die Ordnungsbehörde reguliert – im Stadtteil kann ganz normal geparkt werden, solange ein Parkschein gelöst wird und solange Platz ist. Aber gerade Letzteres wird ja nicht im großen Stil vorhanden sein und somit ist das Problem nicht wirklich vorhanden. Für Randale und Sachbeschädigung sind die Fans vom SC Freiburg nicht gerade bekannt – im Gegenteil. Die Gästefans werden von der Polizei begleitet und bekommen eine deutlich bessere Anfahrtssituation als bisher. Sie werden von den Heimfans separat dem Stadion zugeführt und heimgeleitet. Sie müssen nicht am Fanprojekt vorbei. Ein erheblicher Sicherheitsgewinn.

Frage:

Welche Vorteile bietet das neue Stadion und die Infrastruktur für den Stadtteil Mooswald?

Antwort:

Durch den Bau einer parallelen Straße zur Elsässerstraße wird diese an allen Tagen ohne Spiele entlastet. Daher wird es möglich, dass man diese zurückbaut und etwa auf Tempo 30 reduziert wird, was den Anwohnern weniger Lärm, Verkehr und den SchülerInnen der Schulen mehr Sicherheit beim überqueren der Strasse bringt.

Frage:

Ist der Wagenplatz der Schattenparker in Gefahr?

Antwort:

Nein. Die Schattenparker sind auf der Seite vom IKEA beim THW, die sind vom Stadionneubau nicht betroffen.

Frage:

Laut Freiburg Lebenswert http://freiburg-lebenswert.de/sc-stadion/argumente-fakten/standort/ heißt es, über das neue Stadion am Wolfswinkel, dass jetzt schon klar ist, dass es Ausnahmegenehmigungen für Lärm- und Naturschutz brauchen wird. Ob für diese Genehmigungen überhaupt die Grundlagen vorhanden sind, ist noch nicht mal sicher. Beim jetzigen Standort an der Schwarzwaldstraße braucht es zwar auch eine Ausnahmegenehmigung für die Spielfeldlänge, für diese würde es aber eine Grundlage geben, da die Spielfeldlänge mehr als 100m lang ist. Wieso geht der Sportclub und die Stadt das Risiko ein, von einer Ausnahmegenehmigung in die nächste Ausnahmegenehmigung zu gehen und erst recht keine Klarheit zu haben?

Antwort:

Es ist unwahr, dass der SC dann das Schwarzwaldstadion zu einer konkurrenzfähigen und erstligatauglichen Spielstätte umbauen und erweitern werde. Das geht aus rechtlichen und technischen Gründen nicht.

Die DFL verlangt, dass die Mängel abgestellt werden; Ausnahmegenehmigungen gibt es nicht unendlich.

Das Schwarzwaldstadion ist zu klein und weist technische und bauliche Mängel auf. Es kann wegen eines gerichtlichen Vergleichs nicht umgebaut oder erweitert werden. Mehr als 25.000 Plätze sind nicht möglich. Freiburg ist (neben Aufsteiger Paderborn) das einzige Bundesligastadion ohne Logen, die eine wichtige Einnahmequelle sind.

FAQ: Warum braucht der SC ein neues Stadion?

26. Januar 2015

Frage:

Freiburg Lebenswert schreibt auf ihrer Homepage:
http://freiburg-lebenswert.de/sc-stadion/argumente-fakten/liga-tauglichkeit/
“Fazit: So gravierend wie vom SC dargestellt, ist das Thema Spielfeldlänge nicht.”

Selbst der Pressesprecher Raschke hätte gesagt, dass bei der Lizenzierung für die Europaleague das Thema Spielfeldlänge gar keines war.
Ist das Thema Spielfeldlänge nun ein Problem oder nicht?

Antwort:

Das Schwarzwaldstadion ist zu klein und weist technische und bauliche Mängel auf. Es kann wegen eines gerichtlichen Vergleichs nicht umgebaut oder erweitert werden. Mehr als 25.000 Plätze sind nicht möglich.

Dazu sagt der Sprecher der Deutschen Fußball Liga, der auch die Stadien lizenziert, laut Badischer Zeitung: “Das aktuelle Schwarzwaldstadion erfülle noch nicht einmal die aktuellen Bedingungen, zum Beispiel für die Medienarbeitsplätze oder für das Spielfeld. (…) Da liegen viele Dinge im Argen“, sagte Seifert” http://www.badische-zeitung.de/freiburg/dfl-chef-ohne-neues-stadion-hat-der-sc-keine-zukunft–99485324.html

Frage:

Laut Freiburg Lebenswert http://freiburg-lebenswert.de/sc-stadion/argumente-fakten/standort/ heißt es, “da es in Freiburg bereits ein großes, funktionierendes und mit öffentlichen Mitteln finanziertes Bundesligastadion gibt” gehöre es nicht zur drängenden Aufgabe der Stadt einen Profifußballclub zu unterstützen. Warum braucht der SC ein neues Stadion, wenn der Club damit in der Bundesliga spielen kann? Bzw warum soll die Stadt eine Luxusarena bezahlen?

Antwort:

Der Zuschauerschnitt in der Deutschen Bundesliga liegt bei rund 45’000 Zuschauern, in das Freiburger Stadion gehen im Durchschnitt 23’234 Zuschauer (Zahlen von 2011/12 und 2012/2013). Nur auf Schalke, Dortmund und in München hat es eine höhere Auslastung der Stadien in Deutschland. Mit einem nur halbvollen neuen Stadion kann also nicht gerechnet werden.

Christian Seifert, Vorsitzende der Geschäftsführung der Deutschen Fußball-Liga (DFL), „So gut kann Christian Streich nicht trainieren und Präsident Fritz Keller nicht wirtschaften, um das [ die Differenz von rund 21’000 Zuschauern zu anderen Stadien] auszugleichen“.
Das Stadion ist auch keine Luxusarena, sondern ein notwendiges Stadion. Das jetzige Stadion ist zu kurz, fällt auf die 100m 1,50 Meter ab, hat keine ausreichenden Bedingungen für die Presse, hat Sichtbehinderungen für viele Zuschauerplätze, Rettungsfahrzeuge haben Schwierigkeiten bei den Zufahrtswegen, Menschen mit Behinderung haben zu wenige und nur unüberdachte (also nicht regensichere) Plätze, der Gästeblock ist zu klein und eingeschränkt in der Sicht und vieles mehr.
Der Club wird auf lange Sicht nicht in der ersten oder zweiten Bundesliga spielen können, denn das Lizenzierungsverfahren fordert vom Sportclub Bemühungen um Verbesserung der Situation (sprich neues Stadion), ansonsten würden die Ausnahmegenehmigungen für den aktuellen Standort nicht mehr gegeben werden. Das hat Christian Seifert klar formuliert.
Von einem funktionierenden Stadion kann also nicht wirklich die Rede sein.
Da der SC Freiburg eines der großen Aushängeschilder der Stadt ist und eine große Stadt wie Freiburg mehrere kulturelle Felder abdecken möchte, gehört es dazu, dass die Stadt in ihrem Rahmen eines der Markenzeichen der Stadt unterstützt. Um einen Vergleich zu anderen Kosten zu bekommen: Zwei Jahre des Etats des Theaters der Stadt Freiburg würden ausreichen um die Infrastrukturkosten in Höhe von 38 Mio € für das neue Stadion zu bezahlen.

FAQ: Was ist im dem Klima beim neuen Stadion? Wird es im Mooswald zu heiß?

26. Januar 2015

Frage:

Laut Freiburg Lebenswert http://freiburg-lebenswert.de/sc-stadion/argumente-fakten/standort/ heißt es, “durch den Stadionbau und den dafür notwendigen Versatz der zukünftig geplanten Universitätsbebauung verliert das Flugplatzareal weitgehend seine Funktion als wichtige Frischluftschneise für das Klima in Freiburg und als Kaltluftenstehungsgebiet für die umliegenden Stadtteile. Gutachten, die dies verneinen, basieren auf Klimamodellen, die so mangelhaft sind, dass sie nicht einmal die heutigen klimatischen Verhältnisse wirklichkeitsgetreu nachbilden können.”

Welche Einflüsse auf das Klima wird das Stadion haben? Wird es wärmer, stickiger?

Antwort:

Es ist schwierig als Laie die Qualität von Klimamodellen zu interpretieren. Wenn irgendwo gebaut wird, wird es immer wärmer. Darum sind Städte auch Wärmeinseln.

Ein Blick ins Gutachten offenbart jedoch: “Aufgrund der im Dialogforum Anfang Dezember 2013 angesprochenen Abweichungen zwischen den Ergebnissen des Gutachters und den von der DWD (Deutscher Wetterdienst) erhobenen Messdaten hinsichtlich temporär vorherrschender Windrichtungen wurde die Simulationsberechnung vom Gutachter nochmals überarbeitet und nachgebessert um die Ergebnisgenauigkeit zu schärfen. Diese Nachberechnung bewirkt jedoch keine Änderungen der Aussagen zu den klimatischen Beeinträchtigungen durch die geplante Bebauung”

http://www.freiburg.de/pb/site/Freiburg/get/694632/Stadion_Expertise_ENTWURF_Klima_Lohmeyer.pdf

Oder etwas kryptisch am Ende: “Die zusätzlichen Gebäude führen vor allem in den Abend- und Nachtstunden zu gewissen Erhöhungen der bodennahen Lufttemperaturen, während beispielsweise Baumpflanzungen zu verringerten bodennahen Lufttemperaturen und bioklimatischen Bewertungen in den Tagstunden führen”

Daher wenn man auf dem Gelände eine neue Unifakultät baut – gegen die die heutigen Standort oder Stadiongegner nie zu Felde zogen – dann wird es dort an den heißesten Tagen im Jahr wärmer hat aber keine Auswirkungen auf den Stadtteil Mooswald. Wenn man dann Bäume pflanzt helfen die bei der Kühlung.

Kettenmail zum SC Stadion

22. Januar 2015

Seit einiger Zeit geht in Freiburg eine Kettenmail rum, mit einigen Argumenten gegen den Neubau des SC Stadions. Nun hat mich diese Email gleich zweimal erreicht und ich habe sie auch beantwortet.

„1. Der Bau eines neuen SC-Stadions löst nicht die Probleme des SC Freiburg

2. Für den Bau des neuen SC-Stadions werden Steuergelder in zweistelliger Millionenhöhe verwendet und die Stadt Freiburg übernimmt eine Bürgschaft ebenfalls in zweistelliger Millionenhöhe, obwohl die Förderung des Profisports nicht zu den Aufgaben der Stadt Freiburg gehört und der SC Freiburg sich beharrlich weigert, seine Finanzen offen zu legen.

3. Das sogenannte Finanzierungskonzept (Anlage 3 zur Gemeinderatsdrucksache G-14/183), über welches die Bürger entscheiden, ist in Wahrheit kein Finanzierungskonzept, sondern ein Blanko-Scheck für die Stadt Freiburg mit hohen finanziellen Risiken.

4. Es geht bei diesem Bürgerentscheid darum, die politische Verantwortung im Falle eines Desasters auf die Bürger abzuwälzen.“Kettenmail Nein zum neuen SC Stadion

 

Dazu habe ich geantwortet:

1. Für das Stadionprojekt hat der SC sich einem Kreditrating unterzogen, das der Stadt Freiburg vorliegt. Der Sport-Club legt die exakten Zuschauerzahlen und Zuschauereinnahmen der Stadt Freiburg jährlich offen.

2. Laut Liga News hat der SC: „einen Rekordumsatz in Höhe von über 70 Millionen und einen Gewinn von satten 12,8 Millionen Euro“ im Jahr 2013 gemacht. Daher eine Firma mit diesem Umsatz und Gewinn kann sich sicher eine Investition von ca 100 Mio EUR in eine neue Betriebsstätte leisten.

3. die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Price Waterhouse Coopers hat auf Veranlassung der Stadt, die Konstruktion ist Europarechtskonform. Die zitieren Fälle aus Belgien entstammen anderen Konstellationen.

4. Die Behauptung durch den Stadionneubau würde die Funktionsweise des Rettungshubschraubers in irgendeiner Form beeinträchtigt ist schlicht falsch. Auch ist die Zahl mit 5000 Rettungsflügen überzogen.

20SNc R0qA05. Mit dem Finanzierungskonzept sichert die Stadt auch das Weiterbestehen des gesamten Vereins, darunter auch die Jugendarbeit und den Breitensport. Sowie hohe Gewerbesteuereinnahmen. Übrigens geht die Stadt für viele Gewerbesteuerzahler in Vorleistungen: etwa durch die Erschliessung von Grundstücken, der Unterhaltung einer leistungsfähigen Feuerwehr, Tourismusförderenden Angeboten wie Museen und einer Seilbahn oder letztlich auch zahlreichen Berufsschulen.
Der Kapitaldienst hinsichtlich der verbleibenden Kreditfinanzierung wird über eine Pachtverpflichtung des SC Freiburg sichergestellt. Sofern der SC Freiburg wie in den vergangenen 36 Jahren einen Verbleib in der 1. oder 2. Bundesliga sicherstellen kann, wird die Finanzierung des Stadions somit allein durch die Pachtzahlungen des SC Freiburg bestritten.
Wenn der SC am Tag nachdem das Stadion fertig gebaut und bezogen wurde, pleite geht und sich auflöst. Dann würde wahrscheinlich die Bürgerschaft der Stadt für die Objektträgergesselschaft fällig. Das wären dann aber keine unkalkulierbaren Risiken sondern etwas unter 26,2 Millionen Euro.

6. Im Finanzierungskonzept ist bereits jetzt ein Risikopuffer von 10% vorgesehen. Ich darf daran erinnern, dass das einzige Projekt welches in Freiburg wesentlich teuerer kam als zu Beginn der – wohlgemerkt Sanierung nicht Neubau – die Sanierung der Blauen Brücke war. Es gab auch schon Projekte, etwa eine Strassenbahnlinie die kam billiger als geplant.

(more…)

5000 Rettungsflüge? Wie man auf die Zahl kommt und warum sie doch irreführend ist!

20. Januar 2015

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Die Bürgerinitiative Pro Flugplatz behauptet es gäbe jedes Jahr rund 5000 Rettungsflüge. Wie kommt sie auf diese Zahl, wo doch der Helikopter nur 1300 Einsätze fliegt?

Ein kleines Telefonat mit dem sehr netten Herrn vom Tower Freiburg und das klärt auf: Der Flugplatz rechnet jede Bewegung des Rettungshubschraubers als einen Flug:
Daher der Heli wird alamiert und fliegt zum Einsatz (1. Rettungsflug), dort sammelt er Patient auf und flieg diesen in die Uniklinik (2. Rettungsflug) nun fliegt er wieder zurück auf den Flugplatz und tankt und rüstet Verbrauchsmaterial nach (3. Flug) aber nur ein Einsatz.

Noch krasser etwa: Der Basler Rettungshubschrauber kommt und landet auf dem Dach der Uniklinik (1. Rettungsflug) dann fliegt er wieder ab nach Basel (2. Rettungsflug) hat aber den Flugplatz Freiburg in der Zwischenzeit höchstens gesehen, ist dort aber nie gelandet.

Wenn man rauslässt, das für einen Teil der Rettungsflüge der Flugplatz nur insofern eine Bedeutung hat, das er den Heliport auf dem Dach der Uniklinik mit koordiniert, weil der in der Einflugschneise liegt, kann man vielleicht von 5000 „Rettungsflügen“ sprechen. Wenn der nicht in der Einflugschneise wäre, müßte er das nicht und diese „Flugbewegungen“ kämen auch gar nicht in die Statistik des Flugplatz Freiburg.

Im Grunde ist das aber die Verwendung einer bewußt irreführenden Zahl um Menschen die sich nicht mit der Sache beschäftigen, Angst zu machen.

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Da noch ein Foto wie der Heli vor meinem Haus landete, als es die Westarkarden noch nicht gab.

anonyme Plakate: Ihh, wo. Wir doch nicht

19. Januar 2015

FullSizeRender-1Von wegen Anonyme Plakate. Das will die BI Pro Flugplatz Freiburg nicht auf sich sitzen lassen. Herr Kallinich hat gleich bei mir angerufen. Unten ganz rechts steht in dunkelgrün auf hellgründ wer die Plakate gemacht hat. Der Autor des Blogs fuhr sogleich – es war schon dunkel draussen – mit dem Rad zum nächsten Plakat und machte ein Foto. Zum Größenvergleich hat er auch eine 1-Euro-Cent Münze daneben gehalten.

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der Absender der Plakate ist gut sichtbar

Ganz klar, es muß am schlechten Licht liegen, wie konnte man das nur übersehen?

Mal ernsthaft. Zu behaupten man habe im Jahr 2015 die eigene Webadresse vergessen drauf zu schreiben, das ist billig. Webadressen vergisst nicht mal die Antifa oder die Schattenparker auf ihren Plakaten (und die sind sonst gestalterisch völlig katastrophal) aber dann dann sowas draufzuschreiben, das ist wie die Badische Zeitung richtig bemerkt ein Grund für Empörung. Und es ist irgendwie auch billig. Zum Inhalt der Plakate habe ich ja schon geschrieben.

Noch ein tweet zum Thema

Gelacht habe ich dann als er mir erklärt hat, sie hätten halt die Internetadresse geschrieben. Sonst machte er einen ganz netten Eindruck, so nach älterm Geschichtenonkel. Der mir dann erklärte aufgrund ihres Strömungsgutachtens sei im Grunde der Flugbetrieb in Freiburg und damit auch die zahlreichen Ambulanzflüge mit Kranken und Organen gefährdet.

Quelle: Website Freiburg Lebenswert.  Herr Kallinicht setzt sich auch gegen Verkehrslärm ein. Flugzeuge seien ja nicht mehr so laut.

Quelle: Website Freiburg Lebenswert.
Herr Kallinicht setzt sich auch gegen Verkehrslärm ein. Flugzeuge seien ja nicht mehr so laut.

Da habe ich mich mal bei Freunden vom Rettungsdienst informiert, die darüber Überblick haben: Anlieferungen von Erkrankten mit dem Krankenwagen oder dem Rettungswagen zum Flugplatz habe es keine gegeben.

Die Anlieferungen von Organen oder das abholen mit Fahrzeugen des Rettungsdienstes war im Einstelligen Bereich. Gut möglich das solche Fahrten etwa mit Privat PKW oder Taxis erfolgten, aber dann waren sie natürlich ohne Blaulicht und auch weniger dringlich.

Auch sonst war Herr Kallinicht ganz lustig drauf eigentlich und hat dann noch Plakate angekündigt, die die Leute „aufregen werden“. Ich habe ihm dann gesagt, das es seine Sache sei, wen er per Plakat diffamieren will. Ob das seinem Anliegen nutzt, müße er sich überlegen.

Man hätte ja auch das Gutachten in den Vordergrund stellen können, das die BI für viel Geld in Auftrag gegeben hat…

 

5000 Rettungsflüge und der Rest der „Lügenplakate“

18. Januar 2015

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Hier mal der Rest der anonymen Plakatserie. Wobei Serie etwas übertrieben erschein, beim durchjoggen der Stadt habe ich maximal 10 Stück gesehen. Handwerklich sind die Plakate gut gemacht: eine klare Aussage, Text und Bild stimmen überein. Besser als die meisten Plakate sowohl von Befürwortern als auch Gegner.

WP_20150118_17_25_59_ProNur dumm das sie bis an die Grenze zwischen Lüge und Polemik überschreiten.

  • 5000 Rettungsflüge: Die DRF hat rund 1300 Einsätze, fliegt aber als Ziel die Uniklinik oder das Josefskrankenhaus an und braucht den Flugplatz eigentlich nur um den Heli zu parken. Davon kann die Zahl nicht kommen.
    Dazu kommen noch Krankentransportflüge, aber wegen der unzureichenden Länge der Bahn am Freiburger Flughafen, fligen die großen drei Krankentransportflugunternehmen (REGA, DRF, ADAC) eher nach Basel, Lahr oder Bremgarten. Freiburgs einiziger Unternehmer der auf dem Gebiet wohl aktiv war, Euroflug Frenzel ist mit seinem Flugzeug abgestürzt. Es soll wohl kleinere Unternehmen geben, die mit kleinen Flugzeugen welche durführen, davon sind auch Fotos im Internet. Da habe ich keine genauen Zahlen gefunden, kann mir aber nicht vorstellen das sich dabei um 2000 – 3000 handelt?
    Dann kommen noch Flüge für Organe. Die Uniklinik führt rund 130 Transplantationen jedes Jahr durcWP_20150118_17_26_38_Proh. Selbst wenn die alle per Flugzeug kämen und wenn alle Organe die in der Uniklinik entnommen würden per Flugzeug abtransportiert würden, käme man nicht auf 5000.
  • Dass Rettungsflug nicht gefährdet ist habe ich bereits geschrieben.
  • Der SC baut ein neues Stadion, damit er in Zukunft gute Einnahmen hat – auch um sich Spieler leisten zu können. Die Argumentation wird hier also genau auf den Kopf gestellt. Fragt sich auf welcher Grundlage? Kennen die Leute den Buisnessplan oder die Finanzielle Lage (oh der SC legt ja seine Finanzen nicht offen…)?
  • Unser SC im Keller. Da wird wohl ganz perfide mit dem Namen des SC Präsidenten Fritz Keller gespielt. Intelligent diese Plakat, ein Höhepunkt der Diskursiven Vernunft.

Wenn tatsächlich nur 10 Plakate hängen und auch nicht mehr aufgehängt werden, dann wäre das natürlich eine Strategie die versucht über die Diskussion in den Medien aufmerksamkeit zu generieren. Wie damals beim Daisy Ad: 

„“Daisy“ aired only once, during a September 7, 1964, telecast of David and Bathsheba on The NBC Monday Movie. Johnson’s campaign was widely criticized for using the prospect WP_20150118_17_26_31_Proof nuclear war, as well as for the implication that Goldwater would start one, to frighten voters. The ad was immediately pulled, but the point was made, appearing on the nightly news and on conversation programs in its entirety. Jack Valenti, who served as a special assistant to Johnson, later suggested that pulling the ad was a calculated move, arguing that „it showed a certain gallantry on the part of the Johnson campaign to withdraw the ad.“

Schon mehrere Leute haben sich bei mir gemeldet und vermuten das es sich bei dem Verantwortlichen für diese Plakatserie um das Freiburg Lebenswert und BI Pro-Flugplatz Mitglied, Abnehmratgeberautor und KFZ-Werkstattinhaber Herbert Kallinich handelt. Dieser sei sowohl am Stand der ominösen Initative gesehen worden und auf Fragen habe man am Stand diesen als Verwantwortlichen für die Plakate bennant.

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Quelle: http://freiburg-lebenswert.de/?attachment_id=589

Fragt sich immernoch, warum ein eigentlich seriös auftretender Geschäftsmann mit so einer Strategie bewirken will.

Lügenplakate gegen das neue SC Stadion

17. Januar 2015
Lügenplakat

Lügenplakat

Heute abend war ich noch kurz in der Stadt unterwegs, nachdem ich heute Nachmittag gearbeitet habe. Da stößt einem ein Plakat doch etwas schief auf: Ohne Hinweis auf die Verantwortlichen (quasi anonym) und ohne eine Kontaktmöglichkeit (das kennt man bisher eher von der Antifa oder so) fragt dieses Plakat: „Ohne Rettungsflug?“ und dann die Unterzeile „5000 Rettungsflüge p.a.“.

Zunächst mal ist es handwerklich gut gemacht, was man meiner Meinung nach nicht von vielen Plakaten der Gegner sagen kann. Ich persönlich finde die Plakate von Freiburg Lebenswert eher seltsam – warum das eigene Konterfrei bei einer Sachfrage ablichten? Ist das Narzissmus? Und die der BI Pro Wolfswinkel einfach so, das man sie nur schwer erkennt vom Auto oder auch vom Fahrrad.

Aber wieder zurück zu dem Plakat. Ohne es zu sagen, unterstellt es ganz perfide, das neue SC Stadion würde den Betrieb des Freiburger Rettungshubschraubers gefährden. (Die Zahl von 5000 Rettungsflügen ist, wenn man auf der Website der DRF nachschaut, auch gelogen, im Jahr 2013 waren es 1.341 Einsätze und im 1. Halbjahr 2014: 771).

Das ist sachlich einfach falsch – man kann auch sagen gelogen – selbst wenn der Motorflugbetrieb eingestellt würde, weil der gesammte Flugplatz dichtgemacht würde, dann könnte man trotzdem weiterheinen einen Rettungshubschrauber betreiben. Der braucht nur einen Hubschrauberlandeplatz, einen Hangar und eine Tankstelle für Flugbenzin. So wie etwa in Friedrichshafen.

Aber: den Motorflugbetrieb muß man nicht einstellen, sogar die Segelflieger können wohl bleiben, selbst wenn sie umziehen müßten ist übrigens ein Grundstück und Geld für eine neue Halle in Bremgarten bereits vorgesehen. Auch die Organtransportflüge (das sind weniger als 30 im Jahr) können weiter gehen.

Ein Plakat, das also eine Angst bewußt schürt, die völlig ohne Grund ist.

Sprachlich ist es perfide gemacht: Die Aussage erschliesst sich aus dem Kontext ohne sie expliziet zu machen. Das bekommt man nicht nicht auf die schnelle hin und es ist so gehalten, das man wahrscheinlich nicht juristisch gegen diese Plakate vorgehen kann aber das ganz gezielt Ängste schürt: Wenn das neue Stadion kommt, dann werden Menschen sterben.

In der Art erinnert es mich an ein AfD Plakat:

"Einwanderung braucht klare Regeln" AfD Plakat, Quelle: https://www.flickr.com/photos/83015819@N00/13941888122/

„Einwanderung braucht klare Regeln“ AfD Plakat, Quelle: https://www.flickr.com/photos/83015819@N00/13941888122/

Bei dem war auch allen klar: die AFD ist gegen Einwanderung. Sicher: klare Regeln kann auch bedeuten alle dürfen kommen. Aber jeder weiß, vielleicht auch nur ungefähr, das ist nicht wofür die AfD stand. So konnte sich jeder Wähler der irgendwie gegen Ausländer ist, dann ausmalen das es wohl bedueten soll: Klare Regeln = keiner darf kommen. Ein ausländerfeindliches Plakat gemacht ohne das expliziet zu sein und damit genau die Wähler angesprochen die man haben will. Bingo!

Es ist zu hoffen, dass die meisten Menschen nicht so blöd sind, wie sie die anonymen Macher dieses Plakat halten und sich informieren.