Wie rechts sind die Leute, die gegen die mögliche LEA im Gewerbepark Breisgau demonstrieren? Ich habe mir die Videos angeschaut, damit ihr es nicht machen müsst.

Das am rechtsoffenen #SchwarzwaldTV ist ja das man eine schöne Zusammenfassung von rechten Veranstaltungen in der Regio bekommt. So etwa vom Protest gegen die geplante #LEA im Gewerpark #Breisgau mit kompletten Reden. Lust auf Niveaulimbo? Es alles unsymbadische geboten! ?

— Sebastian Müller (@sbamueller.com) 1 May 2025 at 18:23

Am 19. April erschien ein kurzer Artikel in der Badischen Zeitung: „50 Menschen protestieren gegen geplante Erstaufnahmeeinrichtung im Gewerbepark Breisgau (…) Redner von Nachbarorten und einer Nachbarfirma äußerten Bedenken, auch wegen ihrer Sicherheit. Ein Gegendemonstrant hatte sich an der Ecke zur Straße postiert und meinte, man müsse die Sorgen verstehen, aber man müsse auch den Menschen helfen.“, in sofern klang das alles ganz harmlos. Der Artikel fasste die Situation auch nicht gut zusammen, es ist möglich, dass dort eine Aufnahmeeinrichtung hin kommt, die soll recht groß werden mit bis zu 1100 Plätzen, aber das ist alles noch nicht eindeutig klar. Die Anzahl der Flüchtenden, die nach Deutschland kommen geht zurück, viele Einrichtungen operieren weit unterhalb der Auslastungsgrenze. Aber gut, dass sich der Staat für eine Notwendigkeit vorbereitet, ist ja nicht so das wir in Zeiten ohne Fluchtursachen leben.

"Nix gege Ausländer (…) wir habe au schon mal ie Hilfe vom Ausland gebraucht, als es bei uns zum zweiten Weltkrieg gekommen ist" – den wir angefangen haben #InGeschichtenichtsoaufgepasst! Seit 2015 Angst beim Joggen in Heitersheim, man fühlt sich nicht mehr sicher weil man Ausländer sieht.

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— Sebastian Müller (@sbamueller.com) 1 May 2025 at 18:23

Man kann sicher gute Argumente gegen eine Erstaufnahmeeinrichtung im Gewerbepark Breisgau haben, schließlich gibt es da eigentlich keinen Ort, der Gewerbepark ist ein ehemaliger Fliegerhorst, der in eine Ansammlung von Gewerbe umgewandelt wurde. Dementsprechend gibt es da keinen Supermarkt, keinen Arzt und auch der ÖPNV dorthin ist schlecht. Selbst Flüchtlinge, die dort nur für kurze Zeit unterkämen, weil sie weiter verteilt werden, kämen erstmal schlecht hiun, schlecht weg und auch schlecht zu Terminen. Dito Übersetzer, Personal und so weiter.

Man kann so rein praktische Gründe anführen, vielleicht auch das man so eine Einrichtung im Moment nicht braucht, der angedachte Platz ungünstig ist usw.

"Weiß einer für was das Kürzel Nazi steht?" "Nicht an Zuwanderung interessiert" Lästern über den Teilzeitmitarbeiter aus Ghana, der nur bis Mittags arbeitet. Integration funktioniert nicht.

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— Sebastian Müller (@sbamueller.com) 1 May 2025 at 18:23

Ich wollte eigentlich hingehen und mir die Demo anschauen, aber leider hatte ich keine Zeit. Aber es gibt ja Schwarzwald TV, das ist ein rechtsoffener, verschwörungsideologischer, Anti-Windkraft YouTube Kanal, bei dem auch schon mal ein „Seher“ zu Wort kommt. Der hat dankbarer Weise alle Reden brav abgefilmt und auf YouTube gestellt.

Ausländeranteil 20%, die machen 50% der Gewalttaten. Falsch: 5 % der Zuwanderer wurden mindestens einmal straffällig. Hierbei ist zu beachten, dass zu den Zuwanderern auch solche Personen zählen, die gar nicht in Deutschland leben, sondern etwa gezielt zur Begehung einer Straftat einreisen.

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— Sebastian Müller (@sbamueller.com) 1 May 2025 at 18:24

Und so wie ein guter YouTube Film hat er die saftigsten Sachen einfach an den Anfang des Videos gestellt, wer sich also selbst ein Bild machen will, der kann sich die Mischung aus Stammtisch, Rechtspopulismus und Ausländerfeindlichkeit gerne mal anschauen.

Da gibts diesen Herrn mit der Deutschland Mütze, der allen Männer die untervögelt seien, unterstellt durchzudrehen. "Halbes Jahr ohne Sex, dann dreht man irgendwennne mal durch" – ich will ja keinem irgendwelche persönlichen Erfahrungen unterstellen. #Flüchtlinge #LEA #Breisgau

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— Sebastian Müller (@sbamueller.com) 1 May 2025 at 18:23

Das krasse ist, dass da eben nicht irgendwelche rhetorisch geschliffenen bekannte AfD Kader aus der Region auftreteten, sondern durchaus „bodenständige“ iiifache Menschen, die sich wahrscheinlich selbst auch gar nicht als „rechts“ empfinden, aber durchaus einer Stimmung Audruck geben die richtig gefährlich ist. Da wird potentiell unterstellt unter 100 Flüchtlingen seien 5 Schwerverbrecher, völlig bizarre Geschichten zum besten geeben oder erzählt man traue sich nicht mehr einzukaufen, weil man da so viele Ausländer sehe. Und Gesichtsausländer gefährden halt das eigene Sicherheitsgefühl.

Geistiger Höhepunkt, ist dann der Herr der sagt: „Weiß einer für was das Kürzel Nazi steht?“, und auch gleich antwortet: „Nicht an Zuwanderung interessiert“.

Der es aber durchaus schafft über seinen Lästern Teilzeitmitarbeiter aus Ghana zu lästern, der nur bis Mittags arbeitet, als Elektriker, aber gleich noch behauptet Integration funktioniert nicht. Und sich irgendwie freut, dass man seine Familie nicht nachholen darf.

"Ich habe in Eschbach als Lehrerin gearbeitet (…) schrecklich wie wenig Widerstand in Deutschland ist (…) die nehmen uns unser Land weg" Das ganze Video ca 1 h: www.youtube.com/watch?v=0UjI… Bei der BZ Reportage klang die Demo deutlich weniger rechts: www.badische-zeitung.de/50-menschen-…

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— Sebastian Müller (@sbamueller.com) 1 May 2025 at 18:24

So weit so gut, irgendwie auch erwartbar, aber im Artikel der Badischen Zeitung findet das alles keinen Niederschlag.

Vizarre an diesen Reden ist, dass die Leute sagen, "sie haben nix gegen Flüchtlinge" aber dann hart rechtes Zeug labern. "Als Anlieger im Gewerbepark muß man aufpassen was man sagt" – nach den Reden haben ich nicht den Eindruck. Grüne Verdienen indem sie bei der Flüchtlingsunterkunft arbeiten

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— Sebastian Müller (@sbamueller.com) 1 May 2025 at 18:24

Leserbrief zu “Sie hätten die Leute dort selbst fragen können”, am Freitag, 02.05.2025 in der BZ

Sehr geehrte Damen und Herren,
sehr geehrter Herr Rogge,

Es ist wirklich schade, dass die Badische Zeitung von der Freiburger Kundgebung der sog. Friedensbewegung keinen Reporter geschickt hat. Dann hätte der oder die selbst sehen können wie ein Stadt-, Polizei- und Jusitzbekanntes Mitglied der AfD in erster Reihe neben dem Anmelder vom DGB steht. Oder wie ein bekannter rechtsextremer Rechtsanwalt unbehelligt durch die Demo durchlaufen kann.

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Im Vorfeld hätte sich ein so ein Reporter mit der Kritik an der Veranstaltung auseinandersetzen können. So begründete etwa der Vertreter der ver.di Landesleitung seinen Redebeitrag so, das er die Einladung annehme, um einen rechten Redner zu verhindern. 

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Der Reporter würde das auch in Beziehung setzen zum Redner von 2024, der erklärte, dass es ihm egal sei, wenn Rechte an der Demo teilnehmen, solange sie für den Frieden seien.

Und wenn der Reporter der BZ gut informiert wäre, dann würde er die Gesichter aus der Querdenker Bewegung erkennen oder wissen, das inzwischen Freiburger Querdenker zu Friedensdemos nach Colmar pilgern. die von rechten Französischen Kleinparteien veranstaltet werden.

Aber vielleicht ist es auch gar nicht notwendig, einen Reporter zu einer Demo mit weniger als 100 Leuten zu entsenden. 

Rede gegen das Wirrkaisertum

Am 13.4.25 ab 11:00 haben wir gegen die Reichsbürger, die sich jeden Sonntag in St. Georgen am Ortsausgang versammeln, demonstriert. Dank RDL gibt es eine Aufzeichnung und ich habe sie noch mal hier zum Nachlesen redigiert.

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Auch bei den Reichsbürgern kam es. Screenshot aus ihrem Kanal.

Die Rede

Die Leute hier versammelt haben in Sankt Georgen, die sich hier gemeinsam dafür demonstrieren, dass allen Menschen klar wird, dass Sankt Georgen kein guter Platz ist, Reichsbürger zu sein. Und noch mal besonders vielen Dank, dass ihr das auch heute macht am Sonntag, wo man zum einen beim Palmsonntag sein könnte mit seinen Kindern und Verwandten, der zwar schon vorbei ist, aber danach gibt es ja manchmal noch eine kleine Familienfeier oder wo man heute auch schon einfach im Urlaub sein könnte und sich irgendwas viel Schöneres kümmern oder entspannen.

Und leider ist das auch eines der Themen, wir Wir könnten heute hier zusammen sein. Wir könnten dafür demonstrieren, dass Deutschland sozial gerechter wird, dass wir den erneuerbaren Energienausbau schneller voranbringen oder vielleicht selber ein Balkonsolargerät am Balkon anbringen. Da bin ich ja nicht ganz unbefleckt in der Hinsicht.

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Aber wir müssen leider heute die hier stehen, Menschen, die gerne wieder zurück zur Verfassung von 1871 wollen – so irre das klingt, so wahnsinnig bescheuert das klingt – klar zu machen, dass die Mehrheit das eben nicht will. Und ich erkläre noch mal, was das eigentlich bedeuten würde, weil manchmal muss man sich das einfach so vor Augen halten.

Die deutsche Einigung, die damals von Staaten ging, die lief so: Erst mal ist Preußen losgegangen, hat Krieg gegen Österreich geführt, dann hat man ein paar Jahre gewartet, dann hat Preußen und der Norddeutsche Bund Krieg gegen Frankreich geführt und dann hat man die deutsche Reichseinigung herbeigeführt.

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Und damit die süddeutschen Staaten und die anderen Bundesstaaten nicht ganz so dachten, sie werden jetzt von Preußen okupiert, hat man in die Verfassung hineingeschrieben, dass das eigentlich ein Bundesstaat sei und der deutsche Kaiser ja nur das Präsidialorgan des Deutschen Bundes. De facto war es aber die politisch bestimmende Kraft war der deutsche Kaiser und der deutsche Kaiser hatte genau einen Minister, den Reichskanzler, den er ernannt hat, der von seinem Vertrauen abhängig war, den er auch jederzeit hätte entlassen können.

Ganz am Anfang war das der lange Bismarck und dann hatte er noch ein paar kleine Ämter. Das muss man einfach so wissen, weil die Leute ja sagen: „Damals hat man nur 10% Steuern bezahlt.“ Das ist klar. Damals hat man nur 10% Steuern bezahlt, aber der Staat damals hatte weder Autobahn gebaut, noch hatte er ein Kraftfahrtbundesamt, das den Automobilverkehr regelt, noch hatte er Konsumentenschutz, noch Umweltschutzämter oder Umweltschutzregelungen, noch Sozialämter, noch soziale Sicherung.

„Rede gegen das Wirrkaisertum“ weiterlesen

Badische Zeitung Magazin: “Der Mann von drüben”

Anlässlich des hundertsten Todestags von Rudolf Steiner erschien am Samstag, 29.3.25 eine Art Portrait über Rudolf Steiner und die Waldorfschulen. Man kann diesen hundertsten Todestag begehen, indem man sich der Person “Rudolf Steiner” kritisch widmet. Dann würde man in seinem Werk zahlreiche demokratiefeindliche, rassistische, verschwörungsideoloigische Äußerungen finden, die schon zu seinen Lebzeiten problematisch waren. 

Der Verschwörungstheoretiker Rudolf Steiner: „[Menschen] merken nicht, daß diese Strukturen der Demokratie so sind, daß immer ein paar Menschen an den Drähten ziehen, die andern aber werden gezogen (…). Dadurch können aber die dunkeln Mächte gerade am allerbesten wirken."1/x

Oliver Rautenberg (@anthroblogger.bsky.social) 2025-04-03T07:56:53.096Z

Man sich auch der von ihm begründeten Bewegung, den Schulen kritisch widmen und deren Praktiken hinterfragen oder der Erinnerung der eigenen Schulzeit. Oder man alles irgendwie mischen und kommt dann zu einer Ansammlung verharmlosender Belanglosigkeiten.

Rechts-Anthroposoph Axel Burkart verteilte antisemitische Hetzschriften. Die Anthroposophische Gesellschaft lud ihn zum Versöhnungs-Kaffee ein. Moderator: Christoph Hueck. Waldorflehrer, Anthro-Professor, Querdenker. Und auf dem rechten Auge blind.Siehe:anthroposophie.blog/2020/08/06/s…

Oliver Rautenberg (@anthroblogger.bsky.social) 2025-04-02T20:18:04.833Z

Der Artikel beginnt schon mit einer seltsamen Behauptung: Die Waldorfbewegung sei die  “größte nicht konfessionelle Schulbewegung”. Dabei wimmelt es in Schupraxis und Grundlagen haufenweise religiösen Überzeugungen, etwa einer Reinkarnationslehre, der Schultag beginnt mit einer Art Gebet, das so nicht heißt, und Rudolf Steiner leitete seine Rolle von Hellseherischen Fähigkeiten ab. 

????Und täglich grüßt das Schwurbeltier:Der Verschwörungsanthroposoph Christoph Hueck ist erbost darüber, dass echte Wissenschaftler & Medien über Steiners okkult-rassistische Evolutionslehre sprechen & hält mit dem Rechtsaußen-Anthro & Rassismus-Apologeten Ravagli dagegen.bsky.app/profile/qrex…

QReX Recherche & Kritik (@qrexrecherche.bsky.social) 2025-04-02T19:44:28.300Z

Zentral für diese in Teilen sektenähnliche Bewegung ist der Glaube an eine durch Steiner vermittelte geistige Welt, die nur eingeweihten zugänglich ist. Richtige Anthroposophie war stets Schwurbelei plus Hang zur Verschwörungstheorie.

Auch wenn in den Schulen keine offensichtliche Indoktrination betrieben wird, so basiert die Pädagogik auf der wissenschaftlich nicht fundierten „Jahrsiebtlehre“, daneben unterrichten die Schulen teils eine rassistische Menschenkunde oder schwurbeln im Geschichtsunterricht über Atlantis.

Auch an der Freien #Waldorfschule Dresden wird traditionell Russisch ab 1. Klasse unterrichtet und es gibt Schulfahrten nach Russland. Auch während des russischen Angriffskrieges wurden die Reisen ins Partnerland von einigen Waldorfschulen unbeirrt fortgesetzt. "Jetzt erst recht" war das Motto.

Oliver Rautenberg (@anthroblogger.bsky.social) 2025-03-29T12:13:16.628Z

Man kann entweder der wahren Lehre folgen, dann muss man aber auch die rassistischen, wissenschaftsfeindlichen und anderen problematischen Inhalte reproduzieren oder man stellt sich auf den Boden der FDGO, des Standes der pädagogischen und medizinischen Wissenschaft, dann bliebe aber für entsprechende Schulen wenig mehr als eine Seidentuchästhetik und esoterische Rituale. 

Die Freie #Waldorfschule Dresden war 2015 mit verantwortlich für eine #Masern-Welle, die durch Deutschland ging. Ausgangsort seien oft Waldorfschulen oder -Kindergärten. "Die meisten Fälle gab es mit über 30 Erkrankten an der freien Waldorfschule in der Neustadt" (Dresdner Nachrichten)

Oliver Rautenberg (@anthroblogger.bsky.social) 2025-03-29T12:10:21.900Z

Immer wieder fallen Waldorfschulen durch Ausbrüche von – besonders für vulnerable Gruppen gefährlichen – Infektionskrankheiten auf, durch die Diskrimierung chronisch Kranker oder durch Kinder, die an impfpräventablen Krankheiten sterben. Das Umfeld südbadischer Waldorfschulen war einer der Quellen südbadischen Querdenker-Szene. 

Alles das sollte man und kann man kritisch Beleuchten – in diesem Sinne war der Artikel aus meiner Sicht verschwendeter Platz.

Offener Brief an die Ver.di Landesleitung

Anlässlich des geplanten Auftritts von Martin Gross, Landesbezirksleiter von ver.di beim „Friedensmarsch“ in Freiburg am 17.4.25 bei der „Friedensbewegung in Freiburg“ habe ich diesen offenen Brief geschrieben:

Lieber Kollege Martin Gross,

mit etwas befremden nehme ich wahr, dass du am planst am 17.4 als Redner beim Friedensmarsch des Verdi OV Freiburg, DGB OV Freiburg, attac, friedensforum freiburger, … und weiterer Gruppen, die eigentlich die gleichen Personen nur in anderer Verpackung sind, zu sprechen.

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In den vergangenen Jahren waren bei diesen “Friedensmärschen”, die Reste der Freiburger Querdenkszene unter dem Label “Freie Friedensaktivisten Freiburg”, Gäste gegen die die Distanzierung maximal hingenuschelt war oder die es auch gar nicht gab (2024 Einzug in die Kundgebung unter Applaus).  Siehe etwa: https://sbamueller.com/2024/03/27/freiburger-friedensbewegung-auf-dem-rechtem-weg/ „Die Distanzierungserklärung wurde dann auch pflichtschuldig schlecht hörbar in ein Mikro genuschelt. Was bei den Querdenkern immerhin Anlass zu Buhrufen war. Am Einzuzug der der ca 15 Querdenker, etwa 20 min vorher störte sich aber keiner.”

Querdenkerin „Sunita“ auf dem Ostermarsch 2024

Auch sonst fehlt eine klare Abgrenzung zu Querdenken in Freiburg. Inhaltlich erscheint die Ausrichtung beim Thema ähnlich. Auch gibt es Überschneidung zu den Positionen, die die AfD bei diesem Thema vertritt. In der Öffentlichkeit bleibt häufig unklar ob eine Position von der Friedensbewegung, dem Ver.di / DGB Ortsverein vertreten wird. 

So ne Art „Friedensdemo“ in Freiburg

2024 war das besonders krass: Auf der Kundgebung sprach Rainer Brauns, ein durchaus und zurecht umstrittener Aktivist, der deutlich machte dass für ihn keine Abgrenzung gegen Rechts notwendig ist, solange die Leute für den Frieden seien. 

In das Gewerkschaftshaus, aber auch auf Kundgebungen wurde mindestens ein Referenten eingeladen, der den. sog. “Euromaidan” als westlichen Putsch darstellte und behauptete  “der Westen” sei Schuld am Ukrainekrieg. (nicht nur Brauns: https://sbamueller.com/2024/03/27/freiburger-friedensbewegung-auf-dem-rechtem-weg/)

Zu Gast waren bei Treffen dieser Organisationen in den vergangene Jahren waren neben Rainer Braun, auch Wolfram Elsner, Andreas Zumach und Sabine Schiffer (Details: https://sbamueller.com/2024/10/13/die-experten-des-friedensforum-freiburg/).

Es dürfte klar sein: Sollte Russland über die Ukraine siegen, Teile oder das ganze Land besetzen, dann wird es dort weder freie Gewerkschaften geben, noch Klimaschutz oder Demokratie. Die jeweils in befreiten Gebieten entdeckten Massaker russischer Truppen sprechen für sich. Russland fördert massiv in Europa rechtsextreme Parteien, wie die AfD und andere anti-demokratische Kräfte, die Arbeitnehmerrechte in Frage stellen. Schon deshalb dürfte sich jede Form der Beschwichtigung gerade als Gewerkschaftsfunktionär verbieten. 

Die Positionierung des Verdi und DGB OVs stehen auch  im Gegensatz zu  der gesammten Osteuropaforschung und der Beschlusslage des DGB (ich zitiere das nochmal): „Der DGB und seine Mitgliedsgewerkschaften fordern die russische Regierung auf, die Kämpfe endlich zu beenden und die territoriale Integrität der Ukraine durch den Rückzug ihrer Truppen wiederherzustellen.“

Was auch der diesjährige Aufruf fordert ist ein Ende der Unterstützung der Ukraine, einseitige Abrüstung und eine Gleichsetzung des heutigen Deutschlands und der EU mit dem Dritten Reich. Die russische Stationierung von Atomwaffenfähigen „Iskander-M“ Raketen im Kaliningrader Gebiet seit 2018 (!) wird weder erwähnt noch kritisiert (siehe: https://www.spiegel.de/politik/ausland/russland-laesst-iskander-raketen-in-kaliningrad-auffahren-a-1206355.html) dafür gibt es natürlich Kritik an den Gegenmaßnahmen der NATO. 

Das alles sind Positionen, die von vielen Mitgliedern von ver.di NICHT geteilt werden. 

„Offener Brief an die Ver.di Landesleitung“ weiterlesen

False Balance gegen Windkraft

Gestern hatte der Kreisverband von “DieBasis”, das ist eine verschwörungsideologische Querdenker Kleinpartei zu einer Diskussion über “Windkraft im #Schwarzwald” am Beispiel der Gemeinde Herrischried geladen. Ich war da.

Da war auch: MeinradS und ein Großteil der Freiburger Ex-Coronaleugner Szene. Aber auch in trauter Eintracht der Vorstand der “Bürgerinitative Windkraft Günstertal” (also die Gegner).

Jetzt kommt der Schwarzwald TV Typ. "Wie kann man verhindern, dass die Immobilienpreise fallen? ich bin auch Immobilienmakler." Jetzt eine Frage zu Wasser bei Sprengungen von Windradtürmen das PH Wert von 12 habe. Und der Riss im Windrad, auf den Martin Horn per Geschenkkorb aufmerksam gemacht wurde

— Sebastian Müller (@sbamueller.com) 26 March 2025 at 20:38

Schwarzwald TV zeichnete alles auf und fragte dann auch noch nach der Gefahr sinkender Immobilienpreise.

Als Moderator trat Martin Ruthenberg auf. Bei dem merkt man die Vergangenheit im Zwangsfinanzierten SWR, die Stimme ist geschult, die Andeutungen und Raunen in Richtung Verschwörungsideologie so dass nur eingeweihte sich daran erfreuen.

Auf dem Podium Nikolaus Geiler (AK Wasser, BBU-WASSER-RUNDBRIEF) pro Windenergie, der es schaffte bei noch so bizarren Aussagen oder Fragen aus Publikum und Podium die Gesichtszüge unter Kontrolle zu halten und die gab es reichlich: “Freie Energie”, Infraschall, “die wollen im PFAS versuchten Gebiet auch noch Windräder bauen”.

Als Gegner Theo Feger von der BI „Windverunft an Wolf und Kinzig“ und Frank Häuser von der Bürgennitiative „Gegenwind Kuppenheim“

Und Michael Peter von einer Anti-Pumpspeicher-BI aber auch dem Antroposophischen Lorenz Oken Institut.

Die Sympathien im Publikum waren klar verteilt – welcher normal Mensch tut sich auch sowas an (?) – immer wenn Geiler ein Behauptung (meist von) Theo “Wir Bauern sind nicht dumm” Feger, klarstellte.

Das Windrad sei eine Totgeburt… Enercon Aussteiger…" Kurt Schmidt Gemeinderat aus dem nördlichen Kaiserstuhl, #Weisweil: "Es gibt keinen eskalierenden Klimawandel, es gibt eine eskalierende Ideologie", das Publikum tobt und ist begeistert.

— Sebastian Müller (@sbamueller.com) 26 March 2025 at 20:38

Exemplarisch “Seit die Windräder stehen sind die Quellen trüb”, was Geiler gut erklärte: Klimawandel mehr Starkregen/mehr Trockenheit, deshalb mehr Schwebteilchen. Vorauf Feger antwortete “Und warum an Stelle X nit”, Geiler ausführte “liegt an Bodenbeschaffenheit”.

Oder Geiler auch mal erklären musste, das die versiegende Quellschütttung am Belchen nun nicht von Windrädern kommen kann, weil es da gar keine gibt.

Gunda Herzog aus Oberkirch: Ich bin für die Natur und gegen die Windräder unterwegs. In Kippenheim will man in das PFAS verseuchte Gebiet Windräder bauen. "Wenn man nochmal in ein verseuchtes Gebiet Windräder reinbaut!"

— Sebastian Müller (@sbamueller.com) 26 March 2025 at 20:38

Bei Anti-Wind klatschte das Publikum, bei Pro-Wind oder der Erwähnung des Klimawandels, stöhnte es.

Auch der Umweltamtsleiter war da, antwortete ganz sachlich auf Anwürfe.

Fazit: Problem ist das so ein Abend so tut als wäre es ausgewogen. Als Stünde Pro und Contra in einem fairen Verhältnis. Das war es aber nicht, sondern eher false Balance gegen Windkraft.

Nun ja, solche Veranstaltungen sind durchzogen von false balance. Da werden einseitig Behauptungen gepusht wie die „Schädlichkeit“ der Windräder hier betr. Wasser/Wasserhaushalt/Natur. Wird aber nicht mit fossilen Energien und deren Schäden verglichen. Das beobachte ich ja genauso bei den

Am Ende stand der örtliche Vorstand von die Basis noch auf und fragte wer sich vorstellen könnte bei den Vorstandswahlen im Kreisverband anzutreten.

Wollen die Freiburger Bürgervereine die Stadt vom Eisenbahnfernverkehr abhängen?

Zumindest so liest sich so ein Schreiben der Arbeitsgemeinschaft Freiburger Bürgervereine, das mir in der Entwurfsfassung vorliegt und welches laut BZ auch schon Gegenstand einer Diskussion gewesen sein soll. Unklar ist ob sie es bisher und auch so abgschickt haben.

Screenshot

Zum einen fordert das Schreiben einen Verzicht auf den Ausbau als Hochgeschwindigkeitsstrecke in der Breigauer Bucht, daher die Züge sollen wie jetzt 160 km/h bis zum Haupbahnbahnhof fahren und nicht 200 km/h. Dann kann man auf die „teure“ Kurvenverbesserung und den Batzenbergtunnel verzichten. Das kann man sicher noch irgendwie diskutieren.

https://www.openrailwaymap.org/?style=standard&lat=48.03754877235187&lon=7.79728889465332&zoom=14

Eher absurd wird dann aber der Teil in dem es um die Anlage eines Außenbahnhofs für Freiburg geht. Warum man da den 1977 aufgegebenen Kopfbahnhof von Baden-Baden als Beispiel erwähnt, keine Ahnung. Der Vorschlag will die Güterbahnstrecke, die ja extra gebaut wird um den lauten Güterverkehr aus Freiburg, Emendingen, Bad Krozingen, Denzlingen raus zu halten, als Strecke für den Personenverkehr nutzen. Der Fernverkehr, im Text als „(IC usw.)“ bezeichnet – lustig weil die letzten drei InterCity 2023 in Freiburg abgefahren sind – soll an einem Außenbahnhof halten.

Wie heißt es so schön im Schreiben: „Die vorhandene Personenbahn (Bestandstrecke) müsste nicht für den schnellen Fernverkehr ausgebaut werden und umfangreiche (= teure) Umbaumaßnahmen könnten entfallen.“

Nun da ist aber ein wenig zu kurz gedacht worden. Zum einen müsste man die Breisacher Bahn vom Hauptbahnhof bis mindestens Hugstetten zweigleisig ausbauen. Zum anderen würden dann die Güterzüge, die ja wegen Lärm extra raus aus der Stadt gelegt werden sollen weiterhin durch die Stadt brausen, denn die könnten ja die Fernverkehrsstrecke nicht nutzen, es ist ja gerade das Ziel die Verkehre zu entmischen. Dann auch durch einen deutlich weniger genutzten Hauptbahnhof. Die Bestandsstrecke hätte dann auch keinen besseren Lärmschutz.

Auch für viele Pendler und Fernreisende würde sich die Situation nicht verbessern. Jetzt können viele Menschen aus dem Stühlinger, der Innenstadt oder Zähringen zu Fuß zum Hauptbahnhof laufen. In Zukunft müssten sie auf jeden Fall umsteigen und raus fahren. Das würde die Reisezeiten für alle in Richtung der Freiburger Innenstadt oder Osten deutlich verlängern. Landwasser wäre jedoch deutlich besser angebunden. Nicht das am Ende noch eine Gentrifizierung der Wirthstraße einsetzt.

Daneben wundert, dass Bürgervereine für die der Mooswald sehr wichtig erscheint einen solchen Vorschlag machen, bei dem sicherlich auch Mooswald gefällt werden müsste.

Genau diese bizarren Außenbahnhöfe wie sie in Frankreich teils für den TGV errichtet wurden, die suboptimal an den restlichen ÖPNV angebunden sind, dann große Parkplätze brauchen, neue Tram- und Buslinien, sind es die wir ja gerade nicht wollen. Der ICE (!) soll von Innenstadt zu Innenstadt verkehren.

Aufgeklärt: Die Basis ist gegen Windkraft – keinen wunderts

Die Querdenker Partei “die Basis“ veranstaltet jeden Monate einen Desinfoabende zu aktuellen Themen. Diesen Monat am 26.3. geht es um Windkraft. Windkraft ist in den Querdenker Chats und Gruppen schon seit ca einem Jahr ein Thema. Man versucht hier an Unmut in der Bevölkerung anzuknüpfen und neue Leute für die doch immer kleiner werdende Bewegung zu finden.

Der Ex-SWR Moderator Martin Ruthenberg, der schon lange tief in der Querdenken Szene drin ist moderiert. Konkrete “Experten” werden nicht angekündigt.

Recherchiert man ein wenig zu Herrischried, dann findet man die üblichen Veranstaltungen von Anti-Windrad-BIs mit den üblichen Argumenten: “Infraschall, mangelnde Speicher und schwankende Energieerzeugung, dann weiter zur Verschandelung des Schwarzwalds” und den üblichen Referenten: Dieter “Dualfluid Reaktor” Böhme und Werner Wojtaschek von der LANA.

In Herrischried gab es auch einen Bürgerentscheid: 52,4 % haben sich für das von der Gemeinde angestrebte Flächenpooling für Windräder ausgesprochen.

Ich glaube nicht, dass hier viele hingehen, zumal prominente Zugpferde fehlen.