Wirtschaftszukunft für den Schwarzwald

Ich will mal eine kleine überschlägige Rechnung aufmachen, so als Gedankenexperiment zur Diskussion. Der Besitzer von Gastro Team Albiez, dem das Hotel Halte in Wolfsgrund, Skilift Haldenköpüfle, Waldhotel Notschrei, Hubertus Lodge und Naturpark Hotel Grüner Baum gehören, hat einen Brief an den Landrat von Breisgau Hochschwarzwald geschrieben.

Im Brief spricht er sich gegen den Bau von Windkraftanlagen im Schwarzwald aus. Die Argumente sind die üblichen: „Der Verlust der natürlichen Stille, des weiten Ausblicks und der Unberührtheit gefährdet unmittelbar die Existenz vieler Betriebe. (…) Anlagen rechnen sich nur mit Subventionen, produzieren häufig „Geisterstrom“ und müssen regelmäßig abgeschaltet werden. (…) Infraschall (…) Schlafmangel (…) „Bürger-Energie Münstertal“ besteht aus einer kleinen Zahl an Akteuren, die keineswegs die Interessen der gesamten Bürgerschaft vertreten.“

Das ist natürlich x-fach widerlegter Quatsch, der so quasi von jeder Anti-Wind-BI kommt. Dass die Argumente auch immer gleich sind, wundert nicht, denn die nutzen Argumentations- Templates von LANA und Vernunftkraft. Und auch hier sind sie widerlegt: Es gibt für Schall Grenzwerte, die muss ein Windkraftwerk wie jede andere Anlage einhalten, Infraschall beruht auf einem Rechenfehler und natürlich besteht eine Bürger-Energie-Gruppe aus einer bestimmten Anzahl von Akteuren – so wie ein Tourismusverband eben auch.

Gerade das Subventionsargument verwundert: Schließlich geben die Gemeinden, das Land, der Bund, die EU jedes Jahr viel Geld für Tourismus Marketing (allein der Landkreis Waldshut an die Schwarzwald Tourismus GmbH 138.000 EUR Marketing Umlage, Breisgau Hochschwarzwald 490.000 EUR, insgesamt jedes Jahr 1,9 Mio EUR) und Infrastruktur aus. Und auch die Gastro Team Albiez GmbH hat ca 1,6 Mio EUR Corona-Beihilfen bekommen.

Aber vergleichen wir mal die Wertschöpfung der Gastro Team Albiez GmbH mit der eines Windprojekts. Die Gastro Team Albiez GmbH, die macht so ca 12 Mio EUR Umsatz, mit 2023 136.000 EUR Gewinn. Umsatzrenditete 1,1%, EK Rendite 17,5%. Dafür werden Gastro Unternehmen an 4 Standorten betrieben mit  56 Mitarbeitern.  Und bekam 2020 und 2021 insgesamt ca 1,6 Mio EUR Coronabeihilfe (Subvention!).

Die YACH-MÜHLE GMBH, EBRINGEN, der gehören 3 ENERCON E-70-4 und 1 x ENERCON E-101, Windräder. Die zwischen 2006-2013 in Betrieb gingen.

Bilanzsumme ca 8 Mio EUR. In einem Jahr erzeugen die 14.000.000.000 kWh oder  14,9 Mio. kWh/a. Rechnet man 6 Cent/kWh Einspeisevergütung, dann kommt man auf 840.000,00 € Einnahmen pro Jahr. Daher ohne laufende Kosten nach ca 14 ½ Jahren sind die Investitionen draußen.

Läuft die Anlage 20 Jahre, dann erlöst man ca 4,2 Mio. Den Erlös habe ich jetzt eher konservativ gerechnet, da aufgrund des Kapazitätsfaktors in BaWue wahrscheinlich mehr 6 Cent/kwh Einspeisevergütung fließt, ich aber auch keine Daten zu Betriebskosten (Wartung, Versicherung, …) habe.

Quellen: https://www.oekostrom-freiburg.de/regiowind_st_peter
https://www.northdata.de/?id=1497367989

Berechnen wir doch mal den Flächenverbrauch für den Umsatz beider Anlagen:

Waldhotel Notschrei:  2.946,28 m²
Naturparkhotel grüner Baum:  1.102,96 m²
Hotel Hanauer Hof Gesamtfläche: 637,60 m² 
Hubertus Lodge, Gesamtfläche: 674,51 m² 

Ergibt in der Summer etwa 5361 m^2 versiegeltes Land. Für den Skilift rechne ich mal nix, die eigentliche Versiegelung sollte minimal sein, allerdings hat der durch die Nutzung des Hangs auch erheblich problematische Auswirkungen auf die Natur.

Messen wir mal ganz unwissenschaftlich die Grundfläche der Windenergieanalage, kommen wir auf etwas um 100 m^2 versiegelte Fläche.

Wenn wir jetzt Umsatz durch Fläche teilen, dann haben die Hotels etwa 2238 Eur/m^2/a und die Windräder 2800 Eur/m^2/a. Die Berechnung hängt natürlich von vielen Faktoren ab und ich habe die versiegelte Fläche der Windräder eher nach oben geschätzt und die der Hotels nach unten. Sowie eher einen geringen Umsatz bei den Windrädern angenommen.

Man kann sich also fragen ob man mit Gastro und Hotels im Schwarzwald mehr verdient oder mit Windkraft und man könnte zum Schluss kommen, dass wenn man auf Windkraft setzt für jeden Euro Umsatz weniger Fläche versiegelt werden muss, als für ein Hotel.

Man kann also durchaus fragen ob hier nicht einfach eine neue Industrie mit höherer Wertschöpfung eine alte Industrie mit geringerer Wertschöpfugn verdrängt, wie es ja in der Wirtschaftsgeschichte häufig der Fall ist. Abgesehen davon, dass die Touristen ja auch nicht wegbleiben, bloß weil ein Windrad steht.

Veröffentlichung der Landtagspetition zu Palantir verzögert Petent: Hinhaltetaktik damit Kritik nicht mehr vor Beschluss des Polizeigesetz deutlich wird

Update: 14.10.25 Der Landtag hat die Anti Palantir Petition online gestellt
https://petitionen.landtag-bw.de/Petitionen/Details/b64b8bd2-08aa-40e2-83f1-1c1f85187da4

Freiburg im Breisgau, 17.9.2025 – Die Online-Petition „Keine Nutzung der Software ‚Gotham‘ von Palantir in Baden-Württemberg“ (Az.: 17/04192), eingereicht am 04.08.2025, ist trotz Zusage der Landtagsverwaltung, Petitionen in der Regel binnen einer Woche (in Ferienzeiten binnen zwei Wochen) zu veröffentlichen, auch nach mehr als fünf Wochen noch nicht auf der Website des Landtags sichtbar. 

Der Petent bei der Übergabe einer Petition für mehr Jugendbeteiligung im November 2013, diese führte dann zu einer verbindlichen Regelung in der Gemeindeordnung.

In einem Schreiben vom 15.09.2025 bestätigt die Verwaltung zwar den fristgerechten Eingang und die Bearbeitung, teilt jedoch mit, dass die Obleute des Petitionsausschusses „kein Einvernehmen“ über die Veröffentlichung hergestellt haben; eine Beratung sei erst für die Sitzung am 09.10.2025 vorgesehen.

„Diese Verzögerung ist skandalös. Sie verhindert, dass wir Bürgerinnen und Bürger rechtzeitig und konstruktiv vor dem Beschluss des Polizeigesetzes mit einer Rechtsgundlage für den Einsatz von Palantir einbringen können“, erklärt der Petent Sebastian Müller. „Die angekündigte Zwei-Wochen-Frist ist deutlich überschritten. Damit läuft mein Petitionsrecht faktisch ins Leere.“

Interview bei RDL zur Petition: https://rdl.de/beitrag/plalantir-gotham-des-peter-thiel-die-ausforschung-f-r-staat-und-tec-bros-eine-petitition

Der Petent verweist auf das Grundrecht auf Petition aus Artikel 17 Grundgesetz sowie Artikel 35a der Verfassung des Landes Baden-Württemberg

Beide Normen sichern das Recht, Anliegen an die Volksvertretung heranzutragen – verbunden mit dem legitimen Erwartungshorizont einer zeitnahen und transparenten Behandlung. Durch die Bereitstellung einer öffentlichen Plattform für Petitionen, wie dies der Landtag seit dem 1.7.2025 tut, hat er sich auch verbindliche Verfahrensgrundsätze gegeben. In § 1 heißt es: “Voraussetzung für eine öffentliche Petition ist, dass die Petition inhaltlich ein Anliegen von allgemeinem Interesse zum Gegenstand hat und das Anliegen und dessen Darstellung für eine sachliche öffentliche Diskussion geeignet sind. Die Behandlung des Anliegens muss in die Zuständigkeit des Petitionsausschusses fallen”

Alle diese Voraussetzungen erfüllt meine Petition. Der Landtag bzw. seine Mehrheit kann nicht einfach willkürlich politisch unangenehme Petitionen zurückhalten, damit wird auch das Grundrecht auf Gleichbehandlung verletzt. Denn eine ausgedehnte, nicht begründete Verzögerung der Veröffentlichung beschränkt die öffentliche Debatte und unterminiert die Möglichkeit, Unterstützende zu mobilisieren oder fachliche Stellungnahmen einzuholen, bevor parlamentarische Entscheidungen getroffen werden.

Kronleuchte im Landtag
„Veröffentlichung der Landtagspetition zu Palantir verzögert Petent: Hinhaltetaktik damit Kritik nicht mehr vor Beschluss des Polizeigesetz deutlich wird“ weiterlesen

Musterbeschluss für Grüne Kreis- und Ortsvereine: Palantir verhindern

Ich habe in Freiburg für die kommende Mitgliederversammlung einen Antrag auf Befassen und Beschluss gestellt, sich gegen den Einsatz von Palantir in Baden-Württemberg auszusprechen. Hier gibt es den Beschlusstext zum herunterladen, damit ihr ihn auch in eurem KV/OV beschließen könnt.

Stand 22.10.25 haben folgende KVs beschlüsse gefasst:

  • KV Tübingen
  • KV Freiburg
  • KV Odenwald-Kraichgau
  • KV Rastatt-Baden-Baden
  • KV Karlsruhe
  • KV Rems-Murr
  • KV Neckar-Bergstraße
  • KV Breisgau-Hochschwarzwald
  • KV Böblingen
  • KV Heidelberg
  • KV Kurpfalz-Hardt
  • KV Ulm
  • KV Mannheim

LDK Antrag durch: OV Waiblingen-Korb

Der Beschluss ist bereits beim KV Freiburg eingebracht. Ebenfalls liegen mir Meldungen vor, dass er beim KV Stuttgart und Neckar-Odenwald eingebracht werden soll.

Interview mit RDL zur Anti-Palantir Petition und Demo am 4.10.: https://rdl.de/beitrag/plalantir-gotham-des-peter-thiel-die-ausforschung-f-r-staat-und-tec-bros-eine-petitition

Soweit ich weiß haben der KV Tübingen, der KV Freiburg, der KV Neckar-Odenwald diesen Antrag beschlossen. Im KV Rastatt-Baden-Baden wurde beschlossen das Polizeigesetz nicht mitzutragen!

Der Landtag hat die Anti Palantir Petition online gestellt
https://petitionen.landtag-bw.de/Petitionen/Details/b64b8bd2-08aa-40e2-83f1-1c1f85187da4

Musterbeschlüsse

Ich rate dazu in dem Musterbeschluss einen Satz einzubauen: „Dieser Beschluss richtet sich NICHT auf die Beendigung der bestehenden Koalition“ oder so ähnlich. Bittet berichtet mir über entsprechende Beschlüsse!

FAQ zum Verteilen

Weitere Informationen

Anti-Wind in Furtwangen

Nach einer Woche der intensiven Recherche, Abwägen, Faktencheck und Quellenprüfung hat der Volksverpetzer einen Artikel von mir veröffentlicht, der sich kritisch mit den einigen der Aussagen von Fritz Vahrenholts Anti Windkraft Vortrag in Furtwangen beschäftigt.

An der Kette

Der CDU Bürgermeister von Furtwangen hat die Halle kostenlos den Windkraftgegnern überlassen, das darf er nach Satzung auch, muss es aber nicht tun. Begründung: Es handele sich um eine „politische Bildungsveranstaltung“, das ist aus meiner Sicht ein kleiner Skandal. Denn entweder gelten die Grundsätze der politischen Bildung, daher der Beutelsbacher Konsens mit seinem Überwältigungsverbot und Kontroversitätsgebot, oder eben nicht. Das dürfte zumindest das Tor öffnen, als Befürworter von Windkraft und Energiewende, auch die Halle kostenlos zu bekommen.

Windrad im Schwarzwald

Neben dem Punkten Artikel, finde ich noch eine Reihe Aspekten erwähnenswert, die zum Teil einfach wegen des Umfangs keinen Eingang gefunden haben.

Windräder im Schwarzwald liegen an guten Standorten etwa bei der Prechtaler Schanze über 2.700 Vollasttunden/Jahr und nicht, wie gerne behauptet wird, bei 1000 Stunden/Jahr und sind damit natürlich wirtschaftlich, sonst gäbe es ja die zahlreichen Projekte von privaten Investoren, Stadtwerken oder Bürgerenergiegenossenschaften nicht. 

Volllaststunden ist die Zeit, in der ein Kraftwerk mit voller Last läuft, das hängt zum einen davon ab, wie gut das Kraftwerk ist, ob es ggf. ausfällt oder in Wartung muss. Der Durchschnitt der Deutschen Windkraftwerke liegt bei 2150 Stunden. Den rest laufen sie meist in Teillast. Das ist übrigens eine Metrik, die vor allem bei konventionellen Kraftwerken sinnvoll ist – das Atomkraftwerk will man möglichst immer unter Vollast laufen lassen. Gerade Kernkraftwerke will man möglichst immer mit voller Last, also viele Volllaststunden betreiben, weil die Kraftstoffkosten (Uran bzw. Brennstäbe) im Vergleich zu anderen Kosten (Kapital für Bau, Lohn für Mitarbeiter) gering sind. 

Außerdem ist es billiger, trotz der niedrigeren Volllaststunden Strom in Süddeutschland zu erzeugen, weil man dann nicht teuer über Kabel im Erdboden (Danke CSU) den Strom von Nord nach Süd transportieren muss. Die Produktionskosten liegen im Süden höher, aber die Transportkosten von Nord nach Süd sind deutlich höher, nach Hochrechnung bis zu 10 Cent kwh. 

Windradtransport im Schwarzwald

Man bekommt für neue Windräder in Stunden mit negativem Strompreis ab dem 27.5.25 auch keine Einspeisevergütung mehr. Es wird also für Strom, den „keiner will“, auch nix bezahlt. Das bedeutet aber nicht, das wir auch den Verbrauch flexibilisieren müssen, etwa über dynamische Stromtarife und variable Netzentgelte. Dafür setzte ich mich ja als BalkonSolar Vereinsvorstand auch ein, etwa mit einer Petition.

Denn Solar erlebt einen ungeahnten Boom. Nicht nur in Deutschland, auch in Polen oder Pakistan, Siera Leone oder jedes Land in der EU, wie Bruno Burger so schön zeigt:

Und die Energiewende ist auch kein deutscher Sonderweg, während alle anderen Atomkraftwerke bauen: Alle bauen Solar zu!

Dann wird auch immer behauptet das sog. Referenzmodell würde dafür sorgen, das im Schwarzwald Windräder gebaut werden, die gar nicht wirtschaftlich wären. Das ist falsch und beruht darauf, dass man das Referenzpreismodell falsch wiedergibt.

Windenergieanlagen haben drei Vergütungsmodelle: 

Das wichtigste ist die EEG Vergütung. Wie hoch die Vergütung ist, wird per Auktion ermittelt: Anlagenbetreiber mit Baugenehmigung bieten in einer umgekehrten Auktion, sie sagen etwa: “Ich will für meinen Strom 6,9 Cent/kWh”. Je niedriger ihr Preis, desto eher kommen sie den Zuschlag. (Der durchschnittliche, mengengewichtete Zuschlagswert im Februar 2025 betrug 7,00 ct/kWh, das ist viel billiger als Strom aus Gas und Kohlekraftwerken)

Transport von Flüglen, Drohnenbild

Nun ist nicht jeder Standort gleich gut. Im Norden Deutschlands gibt es keine Berge und damit keine Verwirbelungen und auch die Wege sind einfach zu befahren, zudem weht etwas mehr Wind. Aber: Viele Großverbraucher sitzen im Süden, Strom muss über lange, teure Hochspannungsleitungen zu ihnen geführt werden. Norddeutscher Windstrom ist schon für 6 Cent/kWh zu haben, man muss erhebliche Transportkosten von der Küste nach Süden dazu addieren. 

Es ist also sinnvoll, nicht nur in Norddeutschland Windenergieanlagen zu bauen, sondern auch wegen der kürzeren Transportwege im Süden. Damit das passiert, wird für jeden Standort ein Faktor berechnet, der die Nachteile ausgleichen soll, das sog. Referenzmodell. Das geht auch andersherum: Habe ich einen hervorragenden Standort, dann bekomme ich weniger Geld. Geboten wird immer auf den fiktiven 100% Standort, allerdings sind die Standorte im Norden 88%, im Süden nur 67% im Durchschnitt. Daraus ergibt sich dann ein Korrekturfaktor, sprich ein 67% Standort wird mit 1,329000 multipliziert und bekommt dann beim Gebotswert von 7 Cent 9,30 ct/kWh. Es entstehen aber geringere Transportkosten als beim Strom aus Norddeutschland. 

Nun gibt es noch zwei weitere Möglichkeiten für den Betreiber, seinen Strom zu vermarkten: etwa ein Power-Purchasing-Agreement, das bedeutet, der Betreiber verkauft direkt an einen großen Verbraucher. In Freiburg hat die VAG etwa für den Strom der Straßenbahnen ein solchen Vertrag. Der Preis unterliegt dabei  de freien Aushandeln zwischen Verkäufer und Käufer. Hier sind die Netzkosten niedrig, da der Strom nur eine kurze Strecke über das allgemeine Stromnetz der badenova transportiert wird.

Die dritte Variante ist das öffentliche Stromnetz komplett zu umgeben:  Direktbelieferung, sprich ein Kabel geht vom Windrad direkt zu einem großen Verbraucher wie dem badischen Stahlwerk in Kehl, man zahlt nichts für die Durchleitung an einen Netzbetreiber, etwa einer Fabrik, zu einem fest ausgehandelten Preis. Da ist dann auch nicht entscheidend, dass der Rheinhafen in Kehl nur eine Mittlere gekappte Windleistungsdichte von > 190 – 250 W/m² im Gegensatz etwa zum > 375 – 515 W/m² auf den höchsten Gipfeln des Schwarzwalds (Quelle: Windatlas Baden-Württemberg).

Blume und Windkraft in Günterstal

Der gestrige 11.9. ist der Jahrestag des Hitlerputsch und des fossil finanzierten Terroranschlages von New York 2001. Dazu hatten wir, die Vereine Pro Windkraft Südbaden und der BalkonSolar e.V., Dr. Michael Blume nach Günterstal eingeladen. In die Halle in der in der Vergangenheit so häufig Anti-Windkraft Veranstaltungen stattfanden.

Er hat über: „Mehr Wind, Mehr Sonne, Frieden?“ gesprochen. Also darum wie Energiewende, fossile Energieversorgung und Krieg und Frieden mit einander zu tun haben.

Nik Geilder erkärt wie das mit Wasser, Grundwasserbildung und Windkraft so ist.

Man könnte meinen eigentlich ein unkontroverses Thema, wäre die Veranstaltung nicht einer Reihe von Störaktionen ausgesetzt gewesen:

Ludwig Löwe war auch da! Michael Blume wurde von den beiden abgeholt.

Wir haben die Veranstaltung natürlich aufgezeichnet.

Es ging los mit einem kurzen Impuls von Nikolaus Geiler vom Arbeitskreis Regiowasser. Er erklärte noch mal wie das mit Flächenversiegelung, Grundwasser Neubildung und Windrädern so ist. Außerdem stellte er den Vergleich her mit dem Grundwassereingriffen die etwa Uranabbau oder Braunkohleabbau verursachen.

Danach hätte es ein Videostatement von ?Dmytro Sakaliuk? vom EcoClub Rivne aus der Ukraine geben sollten, leider gab es bei der Übermittlung des Videos ein Problem, das wir aber auch auf den BalkonSolar YouTube Kanal hochgeladen haben.

Danach hat Michael Blume seinen Vortrag gehalten.

Michael Blume hat seine Rede auch als Text auf seinem Blog zur Verfügung gestellt.

Blume errinerte nochmal daran, dass Hitler ohne das as Bündnis mit dem preußischen Fossilisten, DNVP-Vorsitzenden und Medienmogul Alfred Hugenberg nicht an die Macht gekommen wäre und forderte auch von der CDU das Festhalten an der Brandmauer ein.

Ich sage es ebenso laut wie differenziert: Wer sich pauschal gegen erneuerbare Friedensenergien wie Sonnen- und Windenergie wendet, nimmt die Finanzierung fossiler und antisemitischer Gewalt zumindest in Kauf.

Michael Blume am 11.9.2025

Er wies weiter daraufinhin, dass die NSDAP, die Bürokratie, das Militär und die Industrie sich auf wenig mehr einigen konnten, als darauf, dass sie Erdöl brauchten, um ihre Gewaltherrschaft ausüben und Profite erzielen zu können. Adolf Hitler war besessen von Ölfragen und ließ kein Verbrechen im In- und Ausland, kein „Blut für Öl“ aus. Mir unbekannt war, dass das NS Regmie gegen Ende des Krieges eine ganze Kette von Konzentrationslagern im sogenannten SS-„Unternehmen Wüste“ in Baden-Württemberg einrichtete um Treibstoff aus Ölschiefer zu gewinnen.

Auch heute werde der russische Angriffskrieg durch die Verkäufe von Öl und Gas, auch weiterhin an Europa finanziert.

Blume freut sich über mein BalkonSolar Buch

Benni mit der Dreckschleuder

Seit Jahren müssen Menschen, die Erfahrung machen die Veranstaltungen mit Michael Blume organisieren, darüber berichten, an denen auch nur teilnehmen oder irgendwie entfernt in Zusammenhang stehen, vom „Journalisten“ (ich schreibe das in Anführungszeichen, er ist immerhin für den Trump Sender FoxNews tätig) Benjamin Weinthal im Stil von Presseanfragen angeschrieben werden.

Gedenkbrunnen an die Zerstörte Synagoge in Freiburg

Diese „Presseanfragen“ sind längliche E-Mails voll mit vagen Beschuldigungen und Verleumdungen gegen den Antisemitismusbeauftragten des Landes Baden-Württemberg Michael Blume. Allein im Jahr 2022 hat er fast 3.000 Mails an den dienstlichen Account von Michael Blume geschickt (im Schnitt: 8 E-Mails pro Tag). Ich habe seit dem 28.3.25 31 E-Mails bekommen. Er richtet seine E-Mails an einen recht bunten bundesweite Verteiler mit über 170 Empfängern, wie Bundes- und Landtagsabgeordnete, Ministerien, Presse­vertreter, Jüdische Organisationen, Pfarrer, Vereine und vieles mehr.

Ich bin in das Fadenkreuz der Dreckschleuder geraten, weil ich für den ProWindkraft Südbaden Verein am 11.9.25 eine Veranstaltung mit Michael Blume organisiere:

Soweit ich informiert bin verfolgt Weinthal verfolgt Herrn Blume seit 2021 auf den unterschiedlichsten Medien, also mit E-Mails, Twitterbeiträgen – der inzwischen X Account ist in Deutschland gesperrt- und Artikeln in diversen Publikationen. Der wirklich vage Vorwurf ist das bei, Michael Blume täte nicht genug gegen Antisemitismus.

Gedenkbrunnen an die Zerstörte Synagoge in Freiburg

Gegen diese Behauptung kann sich Dr. Blume nicht gerichtlich zur Wehr setzen, weil das eine Meinung ist, die man haben und auch äußern darf. Das Statement „XY tut nicht genug gegen Z“, ist eben egal was Z ist eine Einschätzung. So dürfte ich etwa sagen „die Lehrer der Hoppenstedt Schule tun nicht genug gegen Mobbing“ oder „Sebastian Müller nicht genug für die Verbreitung von Balkonkraftwerken“.

Ein weiterer Punkt der erschwert, das man dagegen vorgeht, ist dass Herr Weinthal in Jerusalem lebt, man also in wahrscheinlich vor einem dortigen Gericht zivilrechtliche verklagen müsste oder anzeigen.

Garniert wird das ganze immer noch mit Zitaten von mehr oder weniger Prominenten die irgendwie den Rücktritt von Blume fordern würden. Ob die Zitate so stimmen, das habe ich nicht geprüft.

Post by @ditol@freiburg.social
View on Mastodon

Daneben teilt er noch anderweitig in den E-Mails aus, etwa mit der Frage: „Warum ermöglicht Sebastian Müller Antisemitismus und Irans Regime in Freiburg?“, schon das ist völlig absurd, so kann ich als normaler Bürger von Freiburg weder das Iran Regime stützen oder Antisemitismus ermöglichen, ich kontrolliere weder Medien (außer diesem Blog), noch politische Organisationen, noch sonst was.

Das Problem ist, dass wenn man nicht gewohnt ist, solche E-Mails zu bekommen, man wahrscheinlich im ersten Moment schlucken muss mit solchen Vorwürfen konfrontiert zu sein.

Dabei deutet er auch juristische Niederlagen in seinen Mails um: https://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.steinhoefel-baden-wuerttemberg-traenen-helfen-dem-staranwalt-nicht.ae9277fd-926a-4201-9e79-e8f8a75f8f9e.html

Wie war’s auf der Gegendemo zur Anti-Kriegstag-Demo?

Eine Polizistin kommt auf mich zu und fordert mich als Demo Anmelder auf, nicht zu Straftaten aufzurufen oder Volksverhetzende Parolen zu rufen. Das bekommen wir hin.

Bericht bei RDL: https://rdl.de/beitrag/radio-ech-deutsch-4092025-antikriegstag-freiburg-demo-und-gegendemo

Ca 50 Personen haben gegen die Anti-Kriegstag-Demo von Friedensforum und Palästina solidarischen Gruppen in Freiburg am 1.9. demonstriert. Die waren überwiegend aus der Ukraine, was man den Schildern gut erkennen konnte.

„Die Redebeiträge liegen inhaltlich weit auseinander, sie reichen von Antikriegsrhetorik über Kapitalismuskritik bis hin zu Vorwürfen an die Gegendemonstrierenden, dass es doch schade sei, dass man nicht miteinander rede, sondern gegeneinander. Später kommt es auch zu einem kleinen Eklat, weil sich Vertreter von Querdenkern und AfD unter die Demonstrierenden mischen, die von Mitgliedern der linken Jugendszene mit Nazis-raus-Rufen aus der Menge hinauskomplimentiert werden. Bevor die Polizei beide Personengruppen trennen kann, bekommt Robert Hagermann, Kandidat der AfD bei der letzten Gemeinderatswahl, noch ein Getränk übers Hemd gekippt.“

„Zoff bei Demonstrationen für den Frieden in Freiburg“ https://www.badische-zeitung.de/zoff-bei-demonstrationen-fuer-den-frieden-in-freiburg

Klar, dass eine Demo in deren Aufruf keinerlei Kritik an der imperialistischen Politik Russlands und Putins zu lesen ist und die auch noch ein Ende jeglicher Sanktionen fordert, bei Menschen aus der Ukraine und solchen die mit ihnen solidarisch sind, nicht gut ankommt. Scheinbar wurde bei den Redebeiträgen, die wir nicht verstehen konnten auch Putin aufgerufen sich aus der Ukraine zurückzuziehen. Dann hat ja unser Protest schon etwas bewirkt.

Blick von der Gegendemo auf die Demo

Auf der Demo des „Friedensforums“ hatte sich dann auch versammelt was in Freiburg gerne schwurbelt: Robert H von der AfD, Meinrad S. von den Querdenkern, Leute die man von der Reichsbürger Demo am Sonntag in St. Georgen kennt, noch ein paar weniger prominenten Querdenkerm, wie Jakob G. nach eigenen Angaben ehemaliger Waldorflehrer. Hat Anfang März 2023 in Endingen auf einer Schwurbeldemo eine endlose Rede gehalten, die inhaltlich zu fast 100% bei Daniele Ganser abgeschrieben war.

Keiner der auf die Demo gegangen ist kann sagen, er habe nicht davon gewusst, dass gefordert wurde das der Ukraine keine Waffen mehr geliefert werden sollen.

Oder auch der Teilnehmer der „Friedensfahrt ‹Druschba-Freundschaft›“Bernd K. (bei Autonome Antifa: https://autonome-antifa.org/article268 unter Freiburger NPD-Umfeld) Natürlich war auch die MLPD dabei. Und wir entdeckten auch Prof. Wolfram Wette, der ja auch die USA als Hauptschuldigen am Ukraine Krieg sieht, in sofern thematisch gut passt.

Ganz neu diesmal auch: Palästina solidarische Gruppen. Aus den Palästina solidarischen Gruppen kamen dann auch zweimal junge Frauen zu uns, die ganz aufgeregt mit uns diskutieren wollten und nicht verstehen konnten, warum wir nicht bei ihnen sind. Eine hatte dann auch verstande, das Menschen die mit der Ukraine solidarisch sind, nicht auf eine Demo gehen, auf der „keine Waffenlieferungen“ auch an die Ukraine gefordert wird und mit keinem Deut Russland kritisiert. Die Diskussionen waren teils hitzig und einmal wollte die Polizei einschreiten, wir konnten das aber so lösen.

Quelle: https://bsky.app/profile/stopmakingsense.bsky.social/post/3lxk3wajrgc2t

Überhaupt schienen auf der Friedensforum Demo zwei Arten Teilnehmende zu sein: Einmal solche die wegen Palästina kamen und kein Problem mit Waffenlieferungen an die Ukraine haben und solche die wegen „Frieden mit Russland“ kamen und naja…

Schön die Situation von Experten aufbereitet und auch auf die „Im Osten der Ukraine darf man kein russisch mehr sprechen“ Frage geantwortet.

Dann kamen noch zwei alte Männer. Der eine war besonders absurd: Er hatte an seinem Rollator ein Holzgestell angebracht, mit Zetteln auf denen er dafür warb die Krim und Ostukraine Russland zu überlassen, das sei „realistisch“. Ich bat ihm an zu diskutieren, da ich merkte, dass die Ukrainer davon nur – verständlicherweise sich provoziert fühlten – was er wiederum nicht nachvollziehen konnte.

Er gab dann die leider üblichen Sachen zum besten: Maydann als CIA Putsch, beschwerte sich, dass unsere Körpersprache nicht empathisch genug sei und zog dann ab.

Update: Inzwischen beschwert sich das Friedensforum per Leserbrief in der BZ.