Ich will mal eine kleine überschlägige Rechnung aufmachen, so als Gedankenexperiment zur Diskussion. Der Besitzer von Gastro Team Albiez, dem das Hotel Halte in Wolfsgrund, Skilift Haldenköpüfle, Waldhotel Notschrei, Hubertus Lodge und Naturpark Hotel Grüner Baum gehören, hat einen Brief an den Landrat von Breisgau Hochschwarzwald geschrieben.

Im Brief spricht er sich gegen den Bau von Windkraftanlagen im Schwarzwald aus. Die Argumente sind die üblichen: „Der Verlust der natürlichen Stille, des weiten Ausblicks und der Unberührtheit gefährdet unmittelbar die Existenz vieler Betriebe. (…) Anlagen rechnen sich nur mit Subventionen, produzieren häufig „Geisterstrom“ und müssen regelmäßig abgeschaltet werden. (…) Infraschall (…) Schlafmangel (…) „Bürger-Energie Münstertal“ besteht aus einer kleinen Zahl an Akteuren, die keineswegs die Interessen der gesamten Bürgerschaft vertreten.“
Das ist natürlich x-fach widerlegter Quatsch, der so quasi von jeder Anti-Wind-BI kommt. Dass die Argumente auch immer gleich sind, wundert nicht, denn die nutzen Argumentations- Templates von LANA und Vernunftkraft. Und auch hier sind sie widerlegt: Es gibt für Schall Grenzwerte, die muss ein Windkraftwerk wie jede andere Anlage einhalten, Infraschall beruht auf einem Rechenfehler und natürlich besteht eine Bürger-Energie-Gruppe aus einer bestimmten Anzahl von Akteuren – so wie ein Tourismusverband eben auch.

Gerade das Subventionsargument verwundert: Schließlich geben die Gemeinden, das Land, der Bund, die EU jedes Jahr viel Geld für Tourismus Marketing (allein der Landkreis Waldshut an die Schwarzwald Tourismus GmbH 138.000 EUR Marketing Umlage, Breisgau Hochschwarzwald 490.000 EUR, insgesamt jedes Jahr 1,9 Mio EUR) und Infrastruktur aus. Und auch die Gastro Team Albiez GmbH hat ca 1,6 Mio EUR Corona-Beihilfen bekommen.
Aber vergleichen wir mal die Wertschöpfung der Gastro Team Albiez GmbH mit der eines Windprojekts. Die Gastro Team Albiez GmbH, die macht so ca 12 Mio EUR Umsatz, mit 2023 136.000 EUR Gewinn. Umsatzrenditete 1,1%, EK Rendite 17,5%. Dafür werden Gastro Unternehmen an 4 Standorten betrieben mit 56 Mitarbeitern. Und bekam 2020 und 2021 insgesamt ca 1,6 Mio EUR Coronabeihilfe (Subvention!).
Die YACH-MÜHLE GMBH, EBRINGEN, der gehören 3 ENERCON E-70-4 und 1 x ENERCON E-101, Windräder. Die zwischen 2006-2013 in Betrieb gingen.
Bilanzsumme ca 8 Mio EUR. In einem Jahr erzeugen die 14.000.000.000 kWh oder 14,9 Mio. kWh/a. Rechnet man 6 Cent/kWh Einspeisevergütung, dann kommt man auf 840.000,00 € Einnahmen pro Jahr. Daher ohne laufende Kosten nach ca 14 ½ Jahren sind die Investitionen draußen.
Läuft die Anlage 20 Jahre, dann erlöst man ca 4,2 Mio. Den Erlös habe ich jetzt eher konservativ gerechnet, da aufgrund des Kapazitätsfaktors in BaWue wahrscheinlich mehr 6 Cent/kwh Einspeisevergütung fließt, ich aber auch keine Daten zu Betriebskosten (Wartung, Versicherung, …) habe.
Quellen: https://www.oekostrom-freiburg.de/regiowind_st_peter
https://www.northdata.de/?id=1497367989
Berechnen wir doch mal den Flächenverbrauch für den Umsatz beider Anlagen:




Ergibt in der Summer etwa 5361 m^2 versiegeltes Land. Für den Skilift rechne ich mal nix, die eigentliche Versiegelung sollte minimal sein, allerdings hat der durch die Nutzung des Hangs auch erheblich problematische Auswirkungen auf die Natur.

Messen wir mal ganz unwissenschaftlich die Grundfläche der Windenergieanalage, kommen wir auf etwas um 100 m^2 versiegelte Fläche.
Wenn wir jetzt Umsatz durch Fläche teilen, dann haben die Hotels etwa 2238 Eur/m^2/a und die Windräder 2800 Eur/m^2/a. Die Berechnung hängt natürlich von vielen Faktoren ab und ich habe die versiegelte Fläche der Windräder eher nach oben geschätzt und die der Hotels nach unten. Sowie eher einen geringen Umsatz bei den Windrädern angenommen.
Man kann sich also fragen ob man mit Gastro und Hotels im Schwarzwald mehr verdient oder mit Windkraft und man könnte zum Schluss kommen, dass wenn man auf Windkraft setzt für jeden Euro Umsatz weniger Fläche versiegelt werden muss, als für ein Hotel.
Man kann also durchaus fragen ob hier nicht einfach eine neue Industrie mit höherer Wertschöpfung eine alte Industrie mit geringerer Wertschöpfugn verdrängt, wie es ja in der Wirtschaftsgeschichte häufig der Fall ist. Abgesehen davon, dass die Touristen ja auch nicht wegbleiben, bloß weil ein Windrad steht.

























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