Wie werden die Menschen zum SC Stadion kommen?

16-05 Anlage Flugplatz Stadion Wolfswinkel vorla?ufiger Standort

Eines der Argumente gegen das neue Stadion ist, das sich „das Verkehrschaos nur vom Osten in den Westen verlagert“. Das glaube ich nicht so recht: im Westen gibt es mehrere große Strassen die mit der Autobahn und dem Rest von Freiburg verbinden, bald eine eigene Strassenbahnlinie und einen S-Bahn Anschluß. Im Osten gibt es eine Strassenbahnlinie.

Jetzt gibt es diverse Verkehrsgutachten, die scheinen mir schlüssig, weil das sind Leute die sowas häufiger machen. Kann sein das man solchen Leuten nicht glaubt, weil die vielleicht gekauft sind. Also habe ich mich mal einfach an Google Maps gesetzt und geschaut, was Google für Reisezeiten mit dem Auto und mit dem Fahrrad angibt. Beim zu Fuß gehen, gibt Google immer eine Geschwindigkeit an die eher einer ältern Dame mit Rollator entspricht, als mir. Deshalb habe ich es nicht aufgeschrieben. Die Daten für die Strassenbahn stammen von der VAG Website.

Google rechnet für 400  mit dem Rad 3 min, zu Fuß 4 min.

Als Zielpunkt  habe ich jeweils die Madisonalle am Eingang zum Baugebiet der neuen Messe gsetetzt. Also etwa die Stelle an der man auf die neue Strasse, die auch das Stadion erschliessen würde auffahren oder laufen könnte. Dort soll sich etwa auch die Strassenbahnhaltestelle der neuen Messelinie befinden.
Für den Weg zum Stadion rechne ich mit dem Rad 5 min dazu: Fahrrad muß man ja noch abschliessen.
Mit dem Auto rechne ich jeweils 10 min dazu: erhöhtes Verkehrsaufkommen vor Beginn des Spiels, Parkplatzsuche, Parkplätze sind auch nicht direkt am Stadion, so das man noch ein wenig laufen muss, etc… Wobei Google mir die Zeit Fahrzeiten gegen etwa 23:30 angibt, wenn ich diesen Artikel schreibe.

Die Breisgau S-Bahn habe ich nicht eingerechnet, laut Bahn Website sagt man brauche vom HBF mit dieser etwa 3 min. Daher wäre die Reisezeit etwa aus Littenweiler oder Gundelfingen deutlich schneller wenn die Menschen mit dme Zug zum Hauptbahnhof fahren und dann dort in die BSB umsteigen.

Ich komme dann auf folgende Tabelle:

Ausgangspunkt PKW (reine Fahrzeit) PKW mit Parken Fahrrad (reine Fahrzeit) ÖPNV ÖPNV + 15min
Junkermattenweg / Carl-von-Osieztky-Str (Rieselfeld) 10 20 18 23 37 52
Gundelfingen Kandelstr / Belchenstras 9 19 18 23 21 36
Herdern Hauptstr / Jägerhäusleweg 10 20 13 18 16 31
Günterstal Restaurant Kybfelsen 17 27 31 36 23 38
vom alten zum neuen SC Stadion 18 28 30 35 20 35
Wiehre: Erwinstr / Dreikönigsstrasse 14 24 22 27 21 36
St. Georgen: Am Mettweg / Andreas Hoferstr 13 23 19 24 24 39
Tiegen Im Hubhof / Im Maierbrühl 15 25 36 41 46 61

Was fällt auf: In den meisten Fällen, scheint wenn man die Zeit zur Parkplatzsuche rausläst und auch wenn man sie mit 10 min angibt, das Fahren mit dem Auto schneller zu sein. Würde man jedoch 15 min annehmen, wären bei den meisten Relationen das Fahrrad das schnellste Verkehrsmittel. Auch wenn man annimt, das man etwas schneller strammpelt (in der Regel finde ich ist googe etwas langsam beim Fahrradfahren, aber da sind sie ja noch im beta).

Denkbar wäre auch, dass die meisten Menschen Ökonomisch handeln und sich überlegen, ob sie für etwa 2 min weniger Fahrtzeit bereit sind 5 Euro (oder so) Parkgebühren zahlen würden.

Vielleicht kann mir ja jemand schreiben ob er die Zahlen so für realistisch hält oder ob ich sie irgendwie korrigieren müßte? Vielleicht kann mir auch jemand das Google Maps erläutert, da scheinen Wege drin die man mit dem Fahrrad eher so nicht nehmen würde…

Die Excel Tabelle mit der ich das durchgerechnet habe: Reisezeit (Excel Datei)

Kettenmail zum SC Stadion

Seit einiger Zeit geht in Freiburg eine Kettenmail rum, mit einigen Argumenten gegen den Neubau des SC Stadions. Nun hat mich diese Email gleich zweimal erreicht und ich habe sie auch beantwortet.

„1. Der Bau eines neuen SC-Stadions löst nicht die Probleme des SC Freiburg

2. Für den Bau des neuen SC-Stadions werden Steuergelder in zweistelliger Millionenhöhe verwendet und die Stadt Freiburg übernimmt eine Bürgschaft ebenfalls in zweistelliger Millionenhöhe, obwohl die Förderung des Profisports nicht zu den Aufgaben der Stadt Freiburg gehört und der SC Freiburg sich beharrlich weigert, seine Finanzen offen zu legen.

3. Das sogenannte Finanzierungskonzept (Anlage 3 zur Gemeinderatsdrucksache G-14/183), über welches die Bürger entscheiden, ist in Wahrheit kein Finanzierungskonzept, sondern ein Blanko-Scheck für die Stadt Freiburg mit hohen finanziellen Risiken.

4. Es geht bei diesem Bürgerentscheid darum, die politische Verantwortung im Falle eines Desasters auf die Bürger abzuwälzen.“Kettenmail Nein zum neuen SC Stadion

 

Dazu habe ich geantwortet:

1. Für das Stadionprojekt hat der SC sich einem Kreditrating unterzogen, das der Stadt Freiburg vorliegt. Der Sport-Club legt die exakten Zuschauerzahlen und Zuschauereinnahmen der Stadt Freiburg jährlich offen.

2. Laut Liga News hat der SC: „einen Rekordumsatz in Höhe von über 70 Millionen und einen Gewinn von satten 12,8 Millionen Euro“ im Jahr 2013 gemacht. Daher eine Firma mit diesem Umsatz und Gewinn kann sich sicher eine Investition von ca 100 Mio EUR in eine neue Betriebsstätte leisten.

3. die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Price Waterhouse Coopers hat auf Veranlassung der Stadt, die Konstruktion ist Europarechtskonform. Die zitieren Fälle aus Belgien entstammen anderen Konstellationen.

4. Die Behauptung durch den Stadionneubau würde die Funktionsweise des Rettungshubschraubers in irgendeiner Form beeinträchtigt ist schlicht falsch. Auch ist die Zahl mit 5000 Rettungsflügen überzogen.

20SNc R0qA05. Mit dem Finanzierungskonzept sichert die Stadt auch das Weiterbestehen des gesamten Vereins, darunter auch die Jugendarbeit und den Breitensport. Sowie hohe Gewerbesteuereinnahmen. Übrigens geht die Stadt für viele Gewerbesteuerzahler in Vorleistungen: etwa durch die Erschliessung von Grundstücken, der Unterhaltung einer leistungsfähigen Feuerwehr, Tourismusförderenden Angeboten wie Museen und einer Seilbahn oder letztlich auch zahlreichen Berufsschulen.
Der Kapitaldienst hinsichtlich der verbleibenden Kreditfinanzierung wird über eine Pachtverpflichtung des SC Freiburg sichergestellt. Sofern der SC Freiburg wie in den vergangenen 36 Jahren einen Verbleib in der 1. oder 2. Bundesliga sicherstellen kann, wird die Finanzierung des Stadions somit allein durch die Pachtzahlungen des SC Freiburg bestritten.
Wenn der SC am Tag nachdem das Stadion fertig gebaut und bezogen wurde, pleite geht und sich auflöst. Dann würde wahrscheinlich die Bürgerschaft der Stadt für die Objektträgergesselschaft fällig. Das wären dann aber keine unkalkulierbaren Risiken sondern etwas unter 26,2 Millionen Euro.

6. Im Finanzierungskonzept ist bereits jetzt ein Risikopuffer von 10% vorgesehen. Ich darf daran erinnern, dass das einzige Projekt welches in Freiburg wesentlich teuerer kam als zu Beginn der – wohlgemerkt Sanierung nicht Neubau – die Sanierung der Blauen Brücke war. Es gab auch schon Projekte, etwa eine Strassenbahnlinie die kam billiger als geplant.

„Kettenmail zum SC Stadion“ weiterlesen

5000 Rettungsflüge? Wie man auf die Zahl kommt und warum sie doch irreführend ist!

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Die Bürgerinitiative Pro Flugplatz behauptet es gäbe jedes Jahr rund 5000 Rettungsflüge. Wie kommt sie auf diese Zahl, wo doch der Helikopter nur 1300 Einsätze fliegt?

Ein kleines Telefonat mit dem sehr netten Herrn vom Tower Freiburg und das klärt auf: Der Flugplatz rechnet jede Bewegung des Rettungshubschraubers als einen Flug:
Daher der Heli wird alamiert und fliegt zum Einsatz (1. Rettungsflug), dort sammelt er Patient auf und flieg diesen in die Uniklinik (2. Rettungsflug) nun fliegt er wieder zurück auf den Flugplatz und tankt und rüstet Verbrauchsmaterial nach (3. Flug) aber nur ein Einsatz.

Noch krasser etwa: Der Basler Rettungshubschrauber kommt und landet auf dem Dach der Uniklinik (1. Rettungsflug) dann fliegt er wieder ab nach Basel (2. Rettungsflug) hat aber den Flugplatz Freiburg in der Zwischenzeit höchstens gesehen, ist dort aber nie gelandet.

Wenn man rauslässt, das für einen Teil der Rettungsflüge der Flugplatz nur insofern eine Bedeutung hat, das er den Heliport auf dem Dach der Uniklinik mit koordiniert, weil der in der Einflugschneise liegt, kann man vielleicht von 5000 „Rettungsflügen“ sprechen. Wenn der nicht in der Einflugschneise wäre, müßte er das nicht und diese „Flugbewegungen“ kämen auch gar nicht in die Statistik des Flugplatz Freiburg.

Im Grunde ist das aber die Verwendung einer bewußt irreführenden Zahl um Menschen die sich nicht mit der Sache beschäftigen, Angst zu machen.

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Da noch ein Foto wie der Heli vor meinem Haus landete, als es die Westarkarden noch nicht gab.

anonyme Plakate: Ihh, wo. Wir doch nicht

FullSizeRender-1Von wegen Anonyme Plakate. Das will die BI Pro Flugplatz Freiburg nicht auf sich sitzen lassen. Herr Kallinich hat gleich bei mir angerufen. Unten ganz rechts steht in dunkelgrün auf hellgründ wer die Plakate gemacht hat. Der Autor des Blogs fuhr sogleich – es war schon dunkel draussen – mit dem Rad zum nächsten Plakat und machte ein Foto. Zum Größenvergleich hat er auch eine 1-Euro-Cent Münze daneben gehalten.

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der Absender der Plakate ist gut sichtbar

Ganz klar, es muß am schlechten Licht liegen, wie konnte man das nur übersehen?

Mal ernsthaft. Zu behaupten man habe im Jahr 2015 die eigene Webadresse vergessen drauf zu schreiben, das ist billig. Webadressen vergisst nicht mal die Antifa oder die Schattenparker auf ihren Plakaten (und die sind sonst gestalterisch völlig katastrophal) aber dann dann sowas draufzuschreiben, das ist wie die Badische Zeitung richtig bemerkt ein Grund für Empörung. Und es ist irgendwie auch billig. Zum Inhalt der Plakate habe ich ja schon geschrieben.

Noch ein tweet zum Thema

Gelacht habe ich dann als er mir erklärt hat, sie hätten halt die Internetadresse geschrieben. Sonst machte er einen ganz netten Eindruck, so nach älterm Geschichtenonkel. Der mir dann erklärte aufgrund ihres Strömungsgutachtens sei im Grunde der Flugbetrieb in Freiburg und damit auch die zahlreichen Ambulanzflüge mit Kranken und Organen gefährdet.

Quelle: Website Freiburg Lebenswert.  Herr Kallinicht setzt sich auch gegen Verkehrslärm ein. Flugzeuge seien ja nicht mehr so laut.
Quelle: Website Freiburg Lebenswert.
Herr Kallinicht setzt sich auch gegen Verkehrslärm ein. Flugzeuge seien ja nicht mehr so laut.

Da habe ich mich mal bei Freunden vom Rettungsdienst informiert, die darüber Überblick haben: Anlieferungen von Erkrankten mit dem Krankenwagen oder dem Rettungswagen zum Flugplatz habe es keine gegeben.

Die Anlieferungen von Organen oder das abholen mit Fahrzeugen des Rettungsdienstes war im Einstelligen Bereich. Gut möglich das solche Fahrten etwa mit Privat PKW oder Taxis erfolgten, aber dann waren sie natürlich ohne Blaulicht und auch weniger dringlich.

Auch sonst war Herr Kallinicht ganz lustig drauf eigentlich und hat dann noch Plakate angekündigt, die die Leute „aufregen werden“. Ich habe ihm dann gesagt, das es seine Sache sei, wen er per Plakat diffamieren will. Ob das seinem Anliegen nutzt, müße er sich überlegen.

Man hätte ja auch das Gutachten in den Vordergrund stellen können, das die BI für viel Geld in Auftrag gegeben hat…

 

5000 Rettungsflüge und der Rest der „Lügenplakate“

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Hier mal der Rest der anonymen Plakatserie. Wobei Serie etwas übertrieben erschein, beim durchjoggen der Stadt habe ich maximal 10 Stück gesehen. Handwerklich sind die Plakate gut gemacht: eine klare Aussage, Text und Bild stimmen überein. Besser als die meisten Plakate sowohl von Befürwortern als auch Gegner.

WP_20150118_17_25_59_ProNur dumm das sie bis an die Grenze zwischen Lüge und Polemik überschreiten.

  • 5000 Rettungsflüge: Die DRF hat rund 1300 Einsätze, fliegt aber als Ziel die Uniklinik oder das Josefskrankenhaus an und braucht den Flugplatz eigentlich nur um den Heli zu parken. Davon kann die Zahl nicht kommen.
    Dazu kommen noch Krankentransportflüge, aber wegen der unzureichenden Länge der Bahn am Freiburger Flughafen, fligen die großen drei Krankentransportflugunternehmen (REGA, DRF, ADAC) eher nach Basel, Lahr oder Bremgarten. Freiburgs einiziger Unternehmer der auf dem Gebiet wohl aktiv war, Euroflug Frenzel ist mit seinem Flugzeug abgestürzt. Es soll wohl kleinere Unternehmen geben, die mit kleinen Flugzeugen welche durführen, davon sind auch Fotos im Internet. Da habe ich keine genauen Zahlen gefunden, kann mir aber nicht vorstellen das sich dabei um 2000 – 3000 handelt?
    Dann kommen noch Flüge für Organe. Die Uniklinik führt rund 130 Transplantationen jedes Jahr durcWP_20150118_17_26_38_Proh. Selbst wenn die alle per Flugzeug kämen und wenn alle Organe die in der Uniklinik entnommen würden per Flugzeug abtransportiert würden, käme man nicht auf 5000.
  • Dass Rettungsflug nicht gefährdet ist habe ich bereits geschrieben.
  • Der SC baut ein neues Stadion, damit er in Zukunft gute Einnahmen hat – auch um sich Spieler leisten zu können. Die Argumentation wird hier also genau auf den Kopf gestellt. Fragt sich auf welcher Grundlage? Kennen die Leute den Buisnessplan oder die Finanzielle Lage (oh der SC legt ja seine Finanzen nicht offen…)?
  • Unser SC im Keller. Da wird wohl ganz perfide mit dem Namen des SC Präsidenten Fritz Keller gespielt. Intelligent diese Plakat, ein Höhepunkt der Diskursiven Vernunft.

Wenn tatsächlich nur 10 Plakate hängen und auch nicht mehr aufgehängt werden, dann wäre das natürlich eine Strategie die versucht über die Diskussion in den Medien aufmerksamkeit zu generieren. Wie damals beim Daisy Ad: 

„“Daisy“ aired only once, during a September 7, 1964, telecast of David and Bathsheba on The NBC Monday Movie. Johnson’s campaign was widely criticized for using the prospect WP_20150118_17_26_31_Proof nuclear war, as well as for the implication that Goldwater would start one, to frighten voters. The ad was immediately pulled, but the point was made, appearing on the nightly news and on conversation programs in its entirety. Jack Valenti, who served as a special assistant to Johnson, later suggested that pulling the ad was a calculated move, arguing that „it showed a certain gallantry on the part of the Johnson campaign to withdraw the ad.“

Schon mehrere Leute haben sich bei mir gemeldet und vermuten das es sich bei dem Verantwortlichen für diese Plakatserie um das Freiburg Lebenswert und BI Pro-Flugplatz Mitglied, Abnehmratgeberautor und KFZ-Werkstattinhaber Herbert Kallinich handelt. Dieser sei sowohl am Stand der ominösen Initative gesehen worden und auf Fragen habe man am Stand diesen als Verwantwortlichen für die Plakate bennant.

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Quelle: http://freiburg-lebenswert.de/?attachment_id=589

Fragt sich immernoch, warum ein eigentlich seriös auftretender Geschäftsmann mit so einer Strategie bewirken will.

Lügenplakate gegen das neue SC Stadion

Lügenplakat
Lügenplakat

Heute abend war ich noch kurz in der Stadt unterwegs, nachdem ich heute Nachmittag gearbeitet habe. Da stößt einem ein Plakat doch etwas schief auf: Ohne Hinweis auf die Verantwortlichen (quasi anonym) und ohne eine Kontaktmöglichkeit (das kennt man bisher eher von der Antifa oder so) fragt dieses Plakat: „Ohne Rettungsflug?“ und dann die Unterzeile „5000 Rettungsflüge p.a.“.

Zunächst mal ist es handwerklich gut gemacht, was man meiner Meinung nach nicht von vielen Plakaten der Gegner sagen kann. Ich persönlich finde die Plakate von Freiburg Lebenswert eher seltsam – warum das eigene Konterfrei bei einer Sachfrage ablichten? Ist das Narzissmus? Und die der BI Pro Wolfswinkel einfach so, das man sie nur schwer erkennt vom Auto oder auch vom Fahrrad.

Aber wieder zurück zu dem Plakat. Ohne es zu sagen, unterstellt es ganz perfide, das neue SC Stadion würde den Betrieb des Freiburger Rettungshubschraubers gefährden. (Die Zahl von 5000 Rettungsflügen ist, wenn man auf der Website der DRF nachschaut, auch gelogen, im Jahr 2013 waren es 1.341 Einsätze und im 1. Halbjahr 2014: 771).

Das ist sachlich einfach falsch – man kann auch sagen gelogen – selbst wenn der Motorflugbetrieb eingestellt würde, weil der gesammte Flugplatz dichtgemacht würde, dann könnte man trotzdem weiterheinen einen Rettungshubschrauber betreiben. Der braucht nur einen Hubschrauberlandeplatz, einen Hangar und eine Tankstelle für Flugbenzin. So wie etwa in Friedrichshafen.

Aber: den Motorflugbetrieb muß man nicht einstellen, sogar die Segelflieger können wohl bleiben, selbst wenn sie umziehen müßten ist übrigens ein Grundstück und Geld für eine neue Halle in Bremgarten bereits vorgesehen. Auch die Organtransportflüge (das sind weniger als 30 im Jahr) können weiter gehen.

Ein Plakat, das also eine Angst bewußt schürt, die völlig ohne Grund ist.

Sprachlich ist es perfide gemacht: Die Aussage erschliesst sich aus dem Kontext ohne sie expliziet zu machen. Das bekommt man nicht nicht auf die schnelle hin und es ist so gehalten, das man wahrscheinlich nicht juristisch gegen diese Plakate vorgehen kann aber das ganz gezielt Ängste schürt: Wenn das neue Stadion kommt, dann werden Menschen sterben.

In der Art erinnert es mich an ein AfD Plakat:

"Einwanderung braucht klare Regeln" AfD Plakat, Quelle: https://www.flickr.com/photos/83015819@N00/13941888122/
„Einwanderung braucht klare Regeln“ AfD Plakat, Quelle: https://www.flickr.com/photos/83015819@N00/13941888122/

Bei dem war auch allen klar: die AFD ist gegen Einwanderung. Sicher: klare Regeln kann auch bedeuten alle dürfen kommen. Aber jeder weiß, vielleicht auch nur ungefähr, das ist nicht wofür die AfD stand. So konnte sich jeder Wähler der irgendwie gegen Ausländer ist, dann ausmalen das es wohl bedueten soll: Klare Regeln = keiner darf kommen. Ein ausländerfeindliches Plakat gemacht ohne das expliziet zu sein und damit genau die Wähler angesprochen die man haben will. Bingo!

Es ist zu hoffen, dass die meisten Menschen nicht so blöd sind, wie sie die anonymen Macher dieses Plakat halten und sich informieren.

Ein Januar voller Forschung

Derzeit untersuche ich die Interaktionen an Wahlkampfständen im Rahmen eines Seminars zur qualitativen Sozialforschung. Dabei möchte ich herausfinden, was passiert an einem Wahlkampfstand? Warum gehen die Menschen da hin (es gibt ja auch andere Möglichkeiten zu diskutieren oder sich Informationen zu beschaffen) oder geht es um ganz andere Dinge? Frust ablassen? Sich vergewissern, alte Bekannte treffen, …

Deshalb werde ich in den Tagen bis zum Bürgerentscheid Menschen befragen, die sich gerade an Wahlkampfständen aufgehalten haben.

zwei Wahlpkate zum Bürgerentscheid in Freiburg am 1.2. aufgenommen in der Kartäuserstrasse.
zwei Wahlpkate zum Bürgerentscheid in Freiburg am 1.2. aufgenommen in der Kartäuserstrasse.

Und ich untersuche die Wirkung von Wahlplakten beim Bürgerentscheid zum neuen Stadion für den SC Freiburg. Wahlplakate gehören zu jeder Wahl. Wie sie genau wirken, weiß man aber nicht. Daher frage ich: Was nehmen Menschen von Wahlplakaten war? Erinneren sie sich an diese?

Dazu werden sie hier bald den Link auf eine Online Umfrage finden.

Zudem haben wir ein Miniexperiment mit den Wahlplakaten von Junges Freiburg gestartet um zu sehen inwieweit diese Menschen auf die Website von Junges Freiburg bringen.

Ich weiß, das ich mich bei der Forschung mit meiner politischen Meinung zurückhalten muß. Dennoch habe ich eine. Kurz, ich bin für das neue Stadion. Sicher werde ich aus meiner Sicht noch einmal die Argumente darlegen und auch was ich von den Wahlplakten der Befürworter und Gegner halte.

Plakate (welche nicht richtig hängen)

und hier eine Fortsetzung von Plakate, Plakate, Plakate

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hängt unten an einem Verkehrsschild (Eschholzstrasse Ecke Baslerstrasse)

Es gibt fünf Regeln wo Plakate nicht hängen dürfen:

  1. An Bäumen (weil sie die schädigen). Wir leben halt doch in Greencity.
  2. An Verkehrszeichen
  3. So das sie die Sicht auf Verkehr verdecken.
  4. Auf / An VAG Haltestellen.
  5. Auf Privatgelände, auch wenn es öffentlich wirkt. Etwa im Gässle, der Westarkaden.

So schwierig ist das nicht zu beachten. Bei den Junges Freiburg Wahlkämpfen haben wir das den ehrenamtlichen Aufhängern immer beigebracht und das hat recht gut funktioniert. Meist reichte da eine kleine Schulung und eine Kopie der Fairnessvereinbarung aus. Diesmal scheint das nicht der Fall zu sein.

Mein Freund der Baum....
Mein Freund der Baum….
und nochmal an einem anderen Baum...
und nochmal an einem anderen Baum…
und nochmal an der Kreuzung an einem Verkehrsschild
und nochmal an der Kreuzung an einem Verkehrsschild

Die Befürworter haben auch eines an einem Baum in der Elsässerstrasse hängen.

Weitere "Fairnessvereinbarungswiedrige" Plakatierungen