Das Flüchtlingsproblem an der Wurzel lösen

Ich war bei der Infoveranstaltung zur Bedarfsorientierten Erst Aufnahme Einrichtung des Landes, auf dem ehemaligen Sportplatz der Polizeiakademie. Der Artikel auf der Badischen Zeitung hat inzwischen über 60 Kommentare. Das Thema bewegt. Auch an dem Abend war der Schwarzwaldsaal des Regierungspräsidiums gut gefüllt.

Die Anwesenden konnte man in etwa 3 ähnlich Große Gruppen teilen: besorgte AnwohnerInnen, Gutmenschen die Flüchtlingen helfen wollen und PolitikerInnen. Von den „besorgten Anwohner_Innen“ kamen hauptsächlich die üblichen Freiburger Sorgen: Lärm, Dreck, Lärm, Vermüllung, Lärm, genug Spielplätze, zuviel Verkehr, Lärm, Licht, Lärm. Daneben gab es noch einige Personen die auf die „ihre Ängste“ die sie nun mal hätten hnwies und „die man ja noch sagen darf“. Leider bliebt im unklaren was diese „Ängste“ nun sind. Weder die Moderation noch ich oder jemand aus dem Publikum haben nachgefragt was diese Ängste nun sind. Man dünkt wenn es erstmal soweit kommt das konkrete Ängste bennant werden, dann kann man vielleicht auch die eine oder andere konkrete Angst entkräften.

Das nächste Drittel waren Menschen die in Freiburg irgendwas mit Politik zu tun haben: Stadträte, Vorstände von Jugendparteiorganisationen, Ring Politischer Jugend, Leute aus Fachschaften der Universität, Flüchtlingshilfsgruppen. Denen schien es eher um praktische Fragen und das Wohl der Flüchtlinge zu gehen und die fragten nach der Eignung des Betreibers, wieviele Sozialarbeiter auf wieviele Flüchltinge kommen, der medizinischen Versorgung,… .

Das dritte Drittel waren dann Freiburger Bürger die sich gerne für Flüchtlinge engagieren und helfen wollen. Die Angebite gingen vom Sammeln von Kleidung, über Arbeitsangebote, aber auch klare Aufforderungen und fast schon Streit mit den „besorgten Bürgern.

Übrigens hat Ralf Spörkel recht wenn er sagt, dass unser Flüchtlingsproblem hauptsächlich ein Verwaltungsproblem der Unterbringung sei. Aber das kann, so habe zumindest ich den Eindruck, von einer willigen Verwaltung gelöst werden.

Die Veranstaltung neigte sich dem Ende zu und dann kam ein „besorgter Bürger“ und warf die frage auf – nennen wir es mal so – dass doch alles hier nix bringen würde, denn man müße das Flüchtlingsproblem an der Wurzel lösen. Das ganze war recht empört Vorgetragen. Aber die Frage ist eine Gute über die es sich lohnt nachzudenken.

Vielleicht kommen wir erst mal darauf wenn wir uns fragen: Warum kommen jetzt so viele Flüchtlinge zu uns? Und warum kamen nicht schon vor 5 Jahren? Nun der syrische Bürgerkrieg und IS im Irak dauert nun schon drei Jahre. Und bis Flüchtlinge es dann nach Europa schaffen dauert es eben und seither steigt die Anzahl der Flüchtlinge in Deutschland, von zunächst unter 100.000 2013 auf wahrscheinlich um die 400.000 in diesem Jahr. (Das sind übrigens 0,5% wie Michel Friedman so schön ausführt)

Also wäre wahrscheinlich eine Lösung an der Wurzel, nicht das man die Boote vom Ablegen hindert oder Schlepperbanden bekämpft (Schleppen aus der DDR war übrigens nicht strafbar) sondern das in Bosnien, Serbien und dem Kosvo die Arbeitslosigkeit bekämpft, dafür sorgt das Mazedonien nicht zerfällt und den Syrischen und den Lybischen Bürgerkrieg stoppt. Die letzten beiden Punkte dürften dann wohl auf eine Militärintervention hinauslaufen. Das wird dann aber sicher teurer als das was wir bisher für Flüchtlingsunterbringung ausgeben.

Wir können übrigens dankbar sein, dass die Ukrainischen Flüchtlinge bisher überwiegend in der Ukraine bleiben.

  • Hier noch ein paar interessante Videos zu den Themen:
  • Badische Zeitung kommentiert zu dem Thema:

Flüchtlingsdebatte: Ängste, aber auch Hilfsbereitschaft (veröffentlicht am Di, 11. August 2015 22:46 Uhr auf badische-zeitung.de)

Links für den Juli

Auch am Ende des ereignisreichen Monats Juli gibt es wieder ein paar interessante Links:

Will eigenes Buch verkaufen und beklagt das die Jugendlichen sich aufgrund des Bildungssystems immer mehr verdummen, da dies von der Wirtschaft kontrolliert würde.

Jan Benson hat eine wunderbare Dissertation über den Zusammenhang von Zeitschriften wie Men’s Health und unser Männer Bild geschrieben: http://docserv.uni-duesseldorf.de/servlets/DerivateServlet/Derivate-27903/Dissertation_JanBenson_finaleVersion.pdf Denoch: Inzwischen wird nicht nur das Selbstbild der Frauen von Industrie nd Medien gesteuert, sondern auch der männliche Körper steht zur Disposition.

Und wenn man mal wissen will wie man politisch steht, dann kann man sich im politischen Kompass testen lassen: https://www.politicalcompass.org/test/de

Eine wunderbare Satire auf die Arbeit der Ethnologen:

Freiburg, ist das Südbadische Miami meint die Süddeutsche Zeitung.

English

We need a new concept for a european republic: The key thing today is not further integration, since Europe is now almost completely integrated in terms of economic and monetary policy. European integration is thus yesterday’s word; tomorrow’s is European democracy. The problem is that political and social integration have not kept up with economic integration; they are now out of step with Europe’s economic unity. (…) The key thing today is therefore to build a transnational European democracy that goes beyond nation states

Bericht aus Rom

Rom Teil 2

Seit einigen Tagen sind wir zur Sanitätsdienstlichen Unterstützung der Ministrantenwallfahrt in Rom. Nach nur 22 h Fahrt im 22 Jahre alten Ford Transit habe ich und mein Mitfahrer unser Hotel und Rom erreicht. Andere Malteser Romreisende hatten schnellere und neuere Autos und waren demnach nicht so lange unterwegs.

Hier betreiben wir eine Art Krankenhausambulanz und diverse Sanitätsdienste. Ob ein Sanitätsdienst nun in Freiburg oder Rom stattfindet ist nicht so unterschiedlich. Allerdings ist es wärmer. Und natürlich hat man in Freiburg auch keine 50.000 Pilger. Zum Teil haben die dann nichts getrunken, waren lange in der Sonne oder sind beim Ausflug in Adria in einen Seeigel getreten.

Neben der Betreeuung der Pilgerreise, gerade für unsere Organisatoren und die Einsatzleiter, eine große Aufgabe, haben die normalen Helfer immer noch etwas Zeit sich auch Rom anzusehen. Ich war in den Vatikanischen Museen.

Ein besonderes Highlight war der Besuch im Campo Teutonico am Vatikan.

Blick vom Campo Teutonico auf den Vatikan
Blick vom Campo Teutonico auf den Vatikan

Besonders lustig war bei diesem Besuch mit Führung durch das altehrwürdige Gemäuer, das der Schweizer Gardist am Ausgang dann vor unserem Einsatzleiter salutierte…

Unseren Organisatoren kann für die gute Vorbereitung und sehr durchdachte Detailplanung nicht genug gedankt werden. Wenn es hier an Bildern aus dem Einsatz mangelt, dann schlicht, weil ich da keine Zeit habe welche zu machen oder auch weil man ja die Persönlichkeitsrechte unserer Patienten auch schützen müßen.

Zur Geschichte subteranter Jugendzentren: JugendDenkMal, Z, ArTik

Ein Dauerthema und auch irgendwie ein anderer Baum aus dem gleichen Stamm, ist die Geschichte der Nutzung, der Unterführung unter dem Siegesdenkmal, als Jugendzentrum. Die begann Gleichzeitig mit der Geschichte von Junges Freiburg, zum Teil waren die Aktuere die gleichen und eines der wichtigsten Anliegen von Junges Freiburg war die Durchsetzung des damals als JugendDenkMal bekannten Projekts.

Badische Zeitung 1.12.1998 zum Jugenddenkmal in der damaligen Rubrik Jugend macht Zeitung. Vernena Wahl und Matthias Dannenberger waren dann auch weiterhin in beiden Projekten aktiv.  Quelle: Archiv Florian Braune
Badische Zeitung 1.12.1998 zum Jugenddenkmal in der damaligen Rubrik Jugend macht Zeitung. Vernena Wahl und Matthias Dannenberger waren dann auch weiterhin in beiden Projekten aktiv.
Quelle: Archiv Florian Braune

Leider ist der Bau eines solchen Zentrums nicht ganz einfach, neben einer ehrenamtlichen Bauleitung, zahlreichen Jugendlichen die in Eigenleistung Dinge abtrugen, Steine hochtrugen, Lehrlingen die Blendmauerwerk lernten, gab es beim Bau sich ständig verschärfende Brandschutzvorschriften. Daher wurde das ganze teurer als gedacht:

die inzwischen nicht mehr existente Zeitung zum Sonntag, einst eine Konkurenz zum BZ Konzern. Erläutert warum JugendDenkMal teurer wird. Quelle: Archiv Florian Braune
die inzwischen nicht mehr existente Zeitung zum Sonntag, einst eine Konkurenz zum BZ Konzern. Erläutert warum JugendDenkMal teurer wird.
Quelle: Archiv Florian Braune

Schlusswort des RPJ zum Thema: Bildungsplan

Sonnenuntergang bei Freiburg

Der Ring Politischer Jugend diskutiert am 28.7. um 19:00 im ArTik zum Thema Bildungsplan (Facebook Event)

Der SWR hat zu dem Theme vor einigen Tagen einen interessanten Beitrag gesendet:
http://www.swr.de/zur-sache-baden-wuerttemberg/zerstoert-die-landesregierung-das-traditionelle-familienbild/-/id=13831240/did=15847746/pv=embedded/wsle5h/index.html

Fazit: Alles halb so dramatisch und das was sich die Bildungspolitiker darunter wild imaginieren, stimmt alles nicht.

Begriffserläuterungen

„Bisexuell / Bisexualität – Bisexuelle Menschen fühlen sich emotional und sexuell zu Männern und Frauen hingezogen.(…) In den 1940er und 1950er Jahren kamen die berühmten Studien des amerikanischen Sexualforschers Kinsey zu dem Ergebnis, dass 90 Prozent der damals befragten 17.000 Amerikaner_innen „zu einem gewissen Grad bisexuell“ waren.

Gender – meint das soziale Geschlecht. Es ist unabhängig von den Geschlechtsorganen und kann vom biologischen Geschlecht abweichen (…) Die Gender-Theorie geht davon aus, dass das Geschlechterverhalten nicht nur biologisch, sondern vor allem kulturell bedingt und daher erlernt ist. (…)

Heteronormativität – Diese Haltung, die ausschließlich Beziehungen zwischen Männern und Frauen anerkennt und alle anderen sanktioniert, wird als Heteronormativität bezeichnet. (…)

Homophobie – bezeichnet die Ablehnung von Homosexuellen bzw. Feindseligkeit gegen Homosexuelle. Heutige Wissenschaftler_innen stellen Homophobie in eine Reihe mit Rassismus, Sexismus oder Behindertenfeindlichkeit und sehen als Ursache dieser gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit eine Ideologie der gesellschaftlichen Ungleichwertigkeit. (…)

LSBTTIQ steht für lesbisch, schwul, bisexuell, transsexuell, transgender, intersexuell und queer. (…)

Sexuelle Identität sagt aus, zu welchem Geschlecht bzw. zu welchen Geschlechtern sich Menschen sexuell und emotional hingezogen fühlen. (…)

Transgender Menschen, deren soziales Geschlecht ein anderes ist als ihr biologisches Geschlecht. Im Unterschied zur Transsexualität wird dieser Geschlechtswechsel nicht zwingend operative Geschlechts-anpassung angestrebt. Solche sozialen Geschlechtswechsel sind auch zeitlich begrenzt möglich (…)

Transsexuelle sind Menschen, die bei der Geburt einem biologischen Geschlecht zugewiesen wurden, welches nicht mit der eigenen Geschlechtsidentität übereinstimmt“i

i Ministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie, Frauen und Senioren Baden-Württemberg, „Lexikon der kleinen Unterschiede“, Stuttgart 2015, https://sozialministerium.baden-wuerttemberg.de/fileadmin/redaktion/m-sm/intern/downloads/Downloads_Offenheit_und_Akzeptanz/Lexikon_der_kleinen_Unterschiede.pdf

„Schlusswort des RPJ zum Thema: Bildungsplan“ weiterlesen

Spendensammeln für den 2. Bauabschnitt des Skateparks!

Die Eugen Martin Stiftung hat uns zugesagt, das sie Spenden für den 2. und 3. Bauabschnitt des Skateparks verdoppelen wird.

Daher wer Geld spenden möchte kann dies tun:

Kontoinhaber: Eugen-Martin-Stiftung
IBAN: DE 29 6805 0101 0015 1415 14
BIC: FRSPDE66XXX, Sparkasse Freiburg
Betreff: Sonderkonto „Skatepark Freiburg“

Und wer sammeln gehen möchte gerne auch und diesen Flyer verwenden. Hier 2x mal als JPG und einmal als PDF zum selber ausdrucken.

skatementflyer_sw

skatementflyer_sw4 „Spendensammeln für den 2. Bauabschnitt des Skateparks!“ weiterlesen

8er Rat für Freiburg auf dem Weg

Ende Mai war es im Jugendhilfeausschuss: Das Jugendbüro hat seine Konzeption für einen drei Jahre dauerenden 8er Rat Pilotversuch in Freiburg vorgestellt.

Jürgen Messer und Christoph Cassel fassen es in der Anlage zur Drucksache KJHA-15/017 zusammen: „In Freiburg gibt es keine institutionalisierte Form der kommunalen Jugendbeteiligung. Ein stadtweit mit sehr geringer Wahlbeteiligung gewählter Jugendrat löste sich nach zwei Amtsperioden selbst auf. Ein Jugendgremium mit Delegierten aus Jugendzentren einzelner Stadtteile, Schu?lerrat und Stadtjugendring ließ sich in der Praxis nicht umsetzen.“

Das ist nicht gut, während das Jugendbüro und andere Träger auch immer wieder mit guten Projekten und Aktionen (Kinderbeirat, skatement, Umgestaltung des Dreisamufers,…) nicht nur Zeichen setzten, gab es kein Freiburgweites Gremium welches Jugendliche einbinden sollten. Seit einiger Zeit entwickeln nun Jugendbeteiligungsexperten um Udo Wenzel und Eric Flügge, das Modell des 8er Rates. Auch ich habe nach der ersten Vorstellung in der AG Jugendpolitik, gesagt das ich es gut finde.

Nun soll es in Freiburg einen ersten Modellversuch geben:

  • Die baden-wu?rttembergischen Bildungspläne sehen fu?r die 8. Klassen aller Schularten Themen wie „Demokratie in der Gemeinde“, „Mitbestimmung und Mitwirkung im Gemeinwesen“, „Demokratische Möglichkeiten der Einflussnahme“ und „Soziales Engagement“ vor. Die 8. Klasse ist in allen Schularten ohne Abschlußprüfung.
  • Das Modell setzt auf eigene Beteiligung und nicht auf Delegation oder Wahl.
  • An einer Freiburger Werkrealschule, einer Realschule und einem Gymnasium soll es drei Jahre losgehen. Kooperiert wird mit den jeweilige FachlehrerInnen in Gemeinschaftskunde, EWG oder Politik.
  • Es sollen standardisierte Verfahren fu?r die Kommunikation zwischen 8er-Rat und kommunaler Politik und Verwaltung entwickeln.
  • Die SchülerInnen sollen qualifiziert werden, Themen entwickeln und diese in Richtung Verwaltung kommunizieren.
  • Nach Abschluß des Jahres wird in einer Konferenz die Ergebenisse an die Nachfolger weitergegeben.
  • Losgehen soll es ab dem Schuljahr 2015/16

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