Der aktuelle Redner bezeichnet die Pandemie als organisiertes Verbrechen und beschwört den Verschwörungsmythos der durch das vom Großkapital gekauften Politiker
Dann gibt es die Demos von Querdenken 761 und die sind eine einzige Ansammlung von rechsoffenem Mimimi. Da auf der letzten Demo einem Fotograf die Kamera kaputt gemacht wurde und auch Menschen angegriffen, gibt es nun einen Flyer, der über die Rechte von Journalist*innen informiert.
Flyer zum Verteilen.
Da ich mir die Reden nicht immer genau anhöre, verweise ich auf den twitter thread von „Kampfschildkröte“:
Auf die Frage „Wie viel Radikalität verträgt eine Demokratie?“ antwortet der Redner sich selbst damit, dass er sich frage warum statt Michael Ballweg nicht Björn Höcke eingeladen wurde. Teilweise wird applaudiert. #fr1209#querdenken#antifa
Obwohol die Teilnehmer*innen nach Öko-Links aussehen und das ganze auch sehr Mimimi ist, wird die Anwesenheit von rechtsextremen geduldet.
In der Pause kommt ein Teilnehmer auf einen Pressevertreter zu, unterstellt schädigende Berichterstattung, beschwert sich über das Ballweg Interview des Monitors und vergleicht dieses mit dem Volksgerichtshof #fr1209
Aufrufe zum „Zivilen Ungehorsam“ dürfen natürlich auch nicht fehlen.
Durchgehend trug niemand eine Maske und Mindestabstände wurden nicht eingehalten. Anwesend war u.a. einer der Reichsbannerträger, dessen Bekannter auf dem Münsterplatz vor einigen Wochen eine antisemitische und rassistische Rede hielt #fr1209pic.twitter.com/VduLB6wkjD
Am Ende noch mein Aufruf: Geht Kaffeetrinken bei Coffebike Freiburg oder Lastenradbarista. Der will nämlich an die Leute von der Coronaleugner Demo keinen Kaffee verkaufen. Weil die ihn nerven, nicht zuletzt mit der schlechten Musik ihrer „Band“, „die Superschweden“. Superschweden nennen die sich, weil in Schweden läuft das ja alles so gut mit Corona. Zum Vergleich Schweden 10,23 Mio Einwohner und 5.846 Tote durch Corona, Baden-Württemberg 11,07 Einwohner und 1.868 (Stand 12.09.2020).
Die Damen und Herren selbsternannten „Querdenker“ versuchen es wieder, filmen mehr oder weniger auffällig, drohen mit Klage, ich würde meine Konzession verlieren (hab ich nicht, brauch ich nicht), und sie würden „das“ viral gehen lassen.
Und weil er ihnen das gesagt hat, haben sie erst versucht bei ihm undercover Kaffee zu kaufen und dann als er ihne das verweigert hat, der Coffebike Zentrale eine Beschwerdeemail geschrieben. Auch das hat nicht geklappt. Darum haben sie ihn heute wohl beim „Kaffee-nicht-verkaufen“ gefilmt und drohen jetzt mit Klage.
Diese Woche waren sie da. Haben gefilmt wie ihnen kein ?? verkauft wurde. Und dann gefragt ob er auch nicht an Juden oder Schwarze verkauft. Sie wollen jetzt wegen Anti-Diskriminierungsgesetz klagen #ADG#mimimipic.twitter.com/WnHw9isMA4
Übrigens von der anderen Kundgebung „Freies Mikrofon Freiburg“, die mit mir diskutieren wollte auf dem Münsterplatz, hat man seit zwei Wochen nix gehört. Vielleicht haben ja meine E-Mails dazu geführt, das sie aufgeben!
Vor 2 Wochen gab es eine Diskussion zwischen mir und Anmeldern der „Freies Mikrofon Freiburg“ (FMF) Kundgebung auf dem Münsterplatz.
Screenshot vom YouTube Kanal „Profiteam“ – einem Angebot das live zahlreiche rechte Demonstrationen streamt. Quelle: https://youtu.be/O9hhyMwvjQw).
Auf der Kundgebung am 11.07.2020 kam schon ein älterer Herr, Typ Rentner auf Ausflug und hat das Mikro ergriffen und Antwort gegeben, so wie halt ein normaler Mensch, der nicht alles sehr verzerrt sieht, Antwort gibt. Am Samstag 25.07.2020 platze mir der Kragen und ich habe selbst auch Antwort gegeben. (Nachzusehen auf dem rechten YouTube Kanal https://youtu.be/O9hhyMwvjQw).
Daraus ergab sich dann mit dem Veranstalter eine Diskussion und die Einladung wieder zu diskutieren. Ich bat an am Samstag 8.8.2020 zu diskutieren. Allerdings kam erst gestern eine E-Mail des Veranstalters, so dass erst der 22.8. denkbar wäre, da ich vorher beruflich verhindert bin.
Spannender twist: weil so viel Schwurbel geredet wurde, habe ich es nicht mehr ausgehalten und selbst das Wort ergriffen, nach mir zahlreiche Personen aus der „#Antifa“, wir haben mit den Veranstaltern diskutiert. Was zunächst eine angespannte Situation war hat sich dann beruhigt
— Sebastian Müller ?????? (@sbamueller) July 25, 2020
Allerdings gibt aus meiner Sicht für so eine Diskussion Bedingungen und klare Regeln: Etwa einer neutralen Moderation, ein vorher vereinbarten Ablauf des Gesprächs, Eingrenzung der Themen bzw. Des Themas.
Der Veranstalter bat mir an auch vorher einen Artikel zuzusenden, der Grundlage der Diskussion sein solle. Als Moderation schlug der Veranstalter einen Polizisten vor – das halte ich aufgrund der Rolle, die die Polizei bei einer solchen Veranstaltung einnehmen muß für eher schwierig – daher war mein Vorschlage ein Freiburger Moderator, etwa Thomas Uhlendahl oder Michael Wehner, den Leiter der LpB.
Trotzdem wollte Herr Hochulli, Leiter des Revier Nord, sogar prüfen ob die Polizei moderieren kann.
— Sebastian Müller ?????? (@sbamueller) July 25, 2020
Warum diskutieren?
Seit es die „Freies Mikrofon Freiburg“ Kundgebungen gibt, gibt es auch Störaktionen und Gegenkundgebungen. Das ist aus meiner Sicht sehr berechtigt, denn auf den FMF Kundgebungen wurden von den Redner*innen – aus meiner Sicht – rassistische, menschenverachtende Inhalte, Verschwörungstheorien, Reichsbürgerquatsch und auch rechtsextreme Aussagen zum besten gegeben und unser Staat und die Freiheitlich Demokratische Grundordung verächtlich gemacht.
Corona-Rebellen-Rebellen befragen einen Demoteilnehmer
Auf beiden Corona Rebellen Demos. der von „nicht ohne uns“ / Informationsstelle Demokratischer Wiederstand, die sich inzwischen wegen der Frage des Schwarz-Weiß-Roten-Transpi, das an die Reichskriegsflagge erinnert, gespalten hat und der „Freunde der Freiheit“ Demos, waren jeweils nicht mehr als 100 Leute. Die Stadt war normal voll.
Die Farbkombi kennen wir.
Wieviele gernau da waren bzw. Teil der Demo oder Teil der „Demoübernahme“ durch Corona Solidarität Freiburg, läßt sich auch nicht genau sagen und war Stellenweise nicht auseinanderzuhalten.
An den Aktionen von Corona Solidarität Freiburg dürften sich rund 50 Personen beteiligt haben. Die gingen mit eigenen Schildern auf die Demos der „Corona-Rebellen“ und forderten Solidarität und wandten sich gegen Verschwörungsmythen.
Die mischten sich unter die #nichtohneuns#coronademo und hielten Schilde hoch und erinnerten an Solidarität. So richtig wussten die Veranstalter aus meiner Sicht nicht wie sie damit umgehen sollten, weil sie sich ja auch selbst als irgendwie Links sehen pic.twitter.com/qUHojYPuH3
— Sebastian Müller ?????? (@sbamueller) May 30, 2020
Die Platz der alten Synagoge Leute waren davon irritiert. Die Leute auf dem Münsterplatz waren durch diese Beteiligung, die friedlich verlief und bei der es maximal zu Diksussionen kam, erstmal nicht in der Lage ihre Demo zu starten. Die fing dann trotzdem an. Ich habe nicht so zugehört, es trat ein Arzt auf der irgendwie behauptete Corona sei nicht so gefährlich und ein Herr der in einem wenig strukturieren Beitrag erklärte, die Gegendemo seien Satanisten, Gottlos, wie auch Merkel und irgendwie eine Theokratie forderte.
— Sebastian Müller ?????? (@sbamueller) May 30, 2020
Sonst waren wieder die üblichen Menschen am Start. Etwa der Betreiber eines Freiburger Telegram Channels, in dem er haufweise rechtsextremes Zeug postet, etwa von der Identitären Bewegung. Inzwischen scheinen neben Menschen aus der rechten Szene in Freiburg auch die 5G-Gegner die Demos für sich gefunden zu haben. Auch sonst scheint die „Abgrenzung gegen Rechts“ auf dem Münsterplatz nicht so recht zu gelingen, auch bei einem Teil der Ordner wurde mir zugetragten, die seien Teil der Szene.
— Sebastian Müller ?????? (@sbamueller) May 30, 2020
Ich durfte am Rand wieder mit Menschen diskutieren, die mir erklärten, das einem „eine Bank keinen Kredit gibt, wenn man zu der kommt und sagt ich brauche 3 Mio EUR um meinen 80 Jährigen Opa zu retten“ und dass die Volkswirtschaftlichen Schäden ja in keinem Verhältniss mehr zu dem Stünde was man erreicht hätte. Außerdem sei der R Wert ja schon vor den Shut-Down-Maßnahmen unter 1 gewesen und auch mit Shut-Down immer so unter 1 geschwankt, sprich der hätte gar nix gebracht. Das empfand ich als krass Sozialdarwinistisch. Irgendwie ist der Neoliberale Ungeist schon tief eingedrungen.
Unter jedem Pflaster ist ein Strand.
Auf dem PdaS und dem Münsterplatz ist immer weniger los. Wenn man den Berichten glauben schenken mag, dann sind die Organisatoren irgendwas zwischen überfordert und wenig Einsichtig. So richtig scheint das ganze, auch aufgrund der immer weniger krassen Beschränkungen kaum noch zu ziehen.
Hut ab vor den Polizisten (und dem Punk Polizisten) die gleichzeitig zwei Funkkanäle verfolgen. Auf jedem Ohr einer.
Wer Demos veranstaltet auf denen: – ein Sprechchor brüllt „Antifa SA“ – in einer Rede die Maskenpflicht beim Einkaufen mit dem Judenstern gleichgesetzt wird – ein Plakat mit „Lebenslänglich für Drosten“ hochgehalten wird Dessen „Abgrenzung gegen Rechts“ Ist äääh gescheitert pic.twitter.com/3cEn6tIBsn
— Sebastian Müller ?????? (@sbamueller) May 18, 2020
Im Bezug auf die Kundgebung am Münsterplatz heißt es im Artikel: „Auch die Nähe zu Rechtsextremen oder Antisemitismus stritten sie ab“. Die Veranstalter wollen sich „weder von links und rechts vereinnahmen lassen“.
Wer eine Serie von Kundgebungen veranstaltet auf der:
angeleitet wird im ein Sprechchor „Antifa SA“ zu brüllen, während die Polizei die eine Gruppe Gegendemonstranten gerade entfernt (siehe dazu etwa dieses Youtube Video)
in einer Rede die Maskenpflicht beim Einkaufen mit dem Judenstern gleichgesetzt wird,
deshalb und wegen anderer Aussagen der Redner bei der Polizei mehrere Anzeigen wegen Volksverhetzung eingehen,
ein Plakat mit „Lebenslänglich für Drosten“ hochgehalten wird,
Mein Fazit (bin aus Langeweile und zum Infektionsschutz gegangen): Publikum weniger hippie-eso-haft, mehr aufgepumpte Nacken, rasierte Seiten und Sportschuhe. Min. 1 eindeutiges Nazi-Tattoo. Redebeiträge waren erwartbar, Cops äuserst großzügig.#Freiburgpic.twitter.com/OlllIvar6o
Menschen T-Shirts mit rechtsextremen Sprüchen tragen,
Lokaljournalisten namentlich angeht,
Eine Hakenkreuzarmbinde mit einem stilisierten Virus ist der bildsprachliche Versuch, die aktuellen Maßnahmen mit dem NS gleichzusetzen. Insofern ist das eine Verharmlosung des NS, die findet sich zwar in allen Milieus, ist aber im Kern selbstverständlich "rechts"
Menschen rote Armbinden und Mundschutz tragen, wo ein weißer Aufnäher mit stilisieren schwarzen Virus zu sehen ist, der an eine Hakenkreuz Armbinde erinnert. Dies wird vom Extremismusexperten Matthias Quest als „bildsprachliche Versuch, die aktuellen Maßnahmen mit dem Nationalsozialismus gleichzusetzen“ und Verharmlosung des NS gewertet, was im Kern selbstverständlich „rechts“ sei.
in den Vorbereitungsgruppen auf Telegramm unwidersprochen reichsbürgerliche, den Nationalsozialismus verharmlosende und rassistische Inhalte geteilt werden,
Ein anderes Beispiel – Widerrede gegen diesen antimuslimischen Rassismus konnte ich nicht ausmachen. 3/11 pic.twitter.com/knkYBjlKBS
— Mythos Entblättern (@analytiker_in) May 18, 2020
dessen ‚Abgrenzung nach Rechts‘, dürfte gescheitert sein.
Und wer nicht weiß, wie er sie eine Abgrenzung praktisch bewerkstelligen kann, der hätte nun wirklich genug Zeit gehabt, sich beim Ordnungsamt, der Polizei, der Landeszentrale für politische Bildung, den Soziologie Lehrstühlen der Freiburger Hochschulen, politischen Parteien, Gewerkschaften, Bürgerinitiativen oder dem Antirassismus Referat des Studierendenparlaments zu informieren, wie man seine Veranstaltung weniger ‚rechtsoffen‘ gestaltet.
Nicht jeder Demonstrant ist Verschwörungsideologe oder Rechtsradikaler, aber jeder Demokrat hat auch die Verantwortung nicht bei Verschwörungsideologen und Rechtsradikalen mitzulaufen, auch wenn er Sorgen hat. Denn gerade diese Sorgen vieler Menschen, etwa um Kontakt zu Angehörigen in Altersheimen, über die eigene wirtschaftliche Existenz oder die Belastung durch den Spagat zwischen Heimbeschulung der Kinder und Arbeit, werden durch die Gesellschaft, in der sie vorgetragen werden, in ein schlechtes Licht gerückt.
Die Befragten auf dem Platz der alten Synagoge haben:
– kein Vertrauen in traditionelle Medien weder öffentlich-rechtlicher Rundfunkt noch Zeitungen; Youtube, Messenger und Soziale Medien spielen eine wichtige Rolle; von der Selbsteinschätzung aber auch beim Antworten auf entsprechende Fragen sind sie eher Mitte Links als Rechts. Nicht nationalistisch oder Autoritär;Sie sind besorgt über 5G, finden Impfen nicht gut oder aber Homöpathie haben Angst um Grundrechte und Meinungsfreiheit; finden Masken nicht gut fühlen sich durch die Maßnahmen und Krise betroffen und belastet.
Gegenprotest gegen die Corona Rebellen auf dem Platz der alten Synagoge
Für Samstag 16.5.2020 waren in Freiburg gleich vier Kundgebungen in Zusammenhang mit Corona angemeldet:
15.30 Uhr, Rathausplatz, “Meditation für das Grundgesetz”, Angemeldet 25 Teilnehmer_innen,
15.30 Uhr, Platz der Alten Synagoge, “Kommunikationsstelle Demokratischer Widerstand”, Thema Grundgesetz, 250 Teilnehmer_innen, geschätzte Anwesende ca. 200
15.30 Uhr, Augustinerplatz, “Grundrechte und Freiheit”, 70 Teilnehmer_innen, geschätzte Anwesende ca. 30
Zusammen mit einem Freund habe ich mich mit einem Fragebogen aufgemacht die Teilnehmer_innen zu befragen. Die angemeldeten Zahlen und Themen waren jeweils von den Veranstaltern. Die Kundgebungen auf dem Rathausplatz, Münsterplatz und am Platz der alten Synagoge fanden schon in den Wochen davor statt. Gleichzeitig fand in Lörrach eine Kundgebung der AfD statt, so dass möglicherweise Menschen aus deren Umfeld eher nach Lörrach fahren, da auch der Freiburger AfD Stadtrat Mandic teilnahm, der bereits am 2.5.2020 in Freiburg zu einer Demo aufgerufen hatte. Gleichzeitig gab es in Stuttgart wieder eine große Demonstration. Es ist gut möglich, das Personen die sonst in Freiburg an den Demos hier teilnehmen würden, zu diesen gereist sind. Daneben spielte ab 15:30 auch der SC Freiburg in einem “Geisterspiel”, so das ggf. auch Personen lieber Fußball schauen waren. Bei der Freitäglichen Fahrraddemo von Freiburg for Future waren nach Medienberichten rund 1400 Personen, bei bedecktem Himmel und etwas frischeren Temperaturen, am Samstag war es sonnig und klar.
1. PdaS/Rathausplatz/Augustinerplatz gehören zusammen, am Ende haben sich alle auf dem PdAS getroffen. Publikum bei diesen 3: #Widerstand2020, #nichtohneuns, #Meditation, kaputtgegangene Alnatura-Kundschaft, #5G– und #Impfgegner. Ca. 350 Personen. 2/7
— Mythos Entblättern (@analytiker_in) May 16, 2020
Zur Situation und dem Vorgehen
Wir waren am Samstag auf dem Platz der alten Synagoge zwischen 15:30 und ca 16:30 und haben 18 Fragebögen verteilt. Dabei gingen wir so vor, das wir Leute gefragt haben und uns diese dann die Antworten gesagt, wir haben sie notiert. Zuhause habe ich die Antworten in google Forms eingegeben und daraus auch die Grafiken generiert. Jede Person die wir ansprachen, war auch bereit uns zu antworten. Das Sampling war zufällig, daher wir sind auf Personen hinzugetreten und haben diese gefragt ob sie Fragen beantworten möchten ohne auf besondere Merkmale zu achten. Ein Teil der Befragten, erkundigte sich vorher oder danach, was wir damit machen wollen. Für einen Fragebogen braucht man ca 5 -6 Minuten.
— Sebastian Müller ?????? (@sbamueller) May 16, 2020
Während der Befragung fand auf dem Platz der alten Synagoge auch eine Störung bzw. Gegenprotest der Veranstaltung statt. Es waren auf jeden Fall zwei verkleidete “Acts” unterwegs und auch ein Gegenprotest der von der Antifa zu kommen schien. Da ich wenig Gelegenheit hatte zu Fotografieren, habe ich die Demo nicht wie die letzten Male auf twitter kommentiert.
Auf dem wir von ca 15:30-16:30 Menschen befragt haben. Während wird dort waren gab es eine Störung durch die #Antifa. Die mit Lautsprecher wagen auf den Platz fuhr und ihre Meinung kund tat. Dann aber auch wieder ging #Hygienedemo#nichtohneunspic.twitter.com/uPBQAZnYPL
— Sebastian Müller ?????? (@sbamueller) May 16, 2020
Geantwortet haben uns 27 Personen, ausgewertet für den Platz der alten Synagoge habe ich 18 Antworten. Mehr war aufgrund der Zeit nicht möglich. Ich hätte mir aber mehr gewünscht. Würde ich die Befragung wiederholen, würde ich länger auf dem Platz der alten Synagoge bleiben und nicht auf den Münsterplatz gehen. Da wir dort auch die Befragung abbrechen mußten, weil wir angegangen wurden. Was vielleicht auch damit zu tun hatte, das wir zusammen mit einer Störung durch Antifa Gruppen eintrafen, die dann von der Polizei auch beendet bzw. vertrieben wurden.
— Sebastian Müller ?????? (@sbamueller) May 16, 2020
Sampling und Fragebogen
Da es nicht möglich die ist die Grundgesamtheit zu bestimmen – die Menge der Personen die auf einer Demonstration teilnehmen kann man nur abschätzen. Außerdem kann jemand sich “in” einer Demo aufhalten, aber aus ganz unterschiedlichen Gründen, etwa um diese zu beobachten, durch zulaufen, Fotos zu machen, “sich mal über die Demo zu informieren”, wie es ein Teilnehmer ausdrückte, ist auch das schwierig. Ich habe das so gelöst, dass wir die Leute immer gefragt haben ob sie zur Demo gehören.
Auf dem Platz der alten Synagoge zeigten sich nahezu alle Personen auskunftsbereit, lediglich eine Person wurde während der Befragung weggezogen und hat deshalb ihren Bogen nicht fertig ausgefüllt. Auf dem Münsterplatz war es schwieriger Menschen anzusprechen, das kann aber auch mit der Störung durch Gegendemonstranten zu tun haben.
Der Fragebogen umfasste Freitext und dann eine Batterie von Items die unterschiedliche Konstrukte abbilden sollten:
persönliche Betroffenheit
Einstellungen zu Schulmedizin und Homöopathie
Autoritarismus und Nationalismus
Zufriedenheit mit der Demokratie
Angst vor Elektromagnetischer Strahlung
politische Selbsteinschätzung
Sowie politische Selbsteinschätzung auf einer rechts-links Skala, Fragen nach Bildungsabschluss, Alter, Herkunft und Neigung zu bestimmten Parteien. Daneben hatten wir Fragen die auf das Vertrauen in Informationen durch Medien zielten. Sowie zur Demoteilnahme.
Da es eben nur 18 Responses sind, werde ich keine Prozentzahlen angeben für die Auswertung, sondern nur Zahlen und sprachliche Zusammenfassungen.
Freitext
Begriffwolke erstellt mit Advanced Summary by Awesome Table
Beim Freitext fiel auf: 11 mal nannten die Teilnehmer Grundrechte, Menschenrechte oder Meinungsfreiheit als Gründe für die Demo Teilnahme, Impfpflicht und Impfen kam zweimal vor. Bei der Frage nach Einschränkungen, wurde fünfmal der Mundschutz genannt, viermal ökonomische Gründe (“Laden zu”, “Jobverlust”, “Kurzarbeit”, …).
Und bei der Frage nach Forderungen kamen sowohl Forderungen nach Ende der Maßnahmen, die nahezu immer als “Lockdown” (7) bezeichnet wurden und mehr Diskussionen (2) sowie mehr als einen Experten anzuhören, Regierung solle zurücktreten (2).
Vertrauen in Medien
Was auffällt: Nahezu alle Teilnehmer attestieren dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk (15x nicht vertrauenswürdig) und Tageszeitungen (12 mal nicht vertrauenswürdig) keine Glaubwürdigkeit. Privatfernsehen scheint insofern kaum noch relevant zu sein für Information, das viele sagen, sie schauen das gar nicht (9 nicht vertrauenswürdig, 1 teils/teils). Auch offizielle Websiten, wie die des RKI oder Gesundheitsministerium wird nicht geglaubt. Als vertrauenswürdig wurden dagegen Gruppen in Messengerdiensten, Youtube oder soziale Netzwerke eingeschätzt. Dabei häufig mit der Einschätzung: “Ja manche”. Das hätten wir vielleicht mit einer etwas anderen Frage besser einfangen können.
Demoteilnahem und Selbsteinstufung
Von der Demonstration hatten die meisten durch Freunde, Familie und Bekannte gehört (8), vier durch Messenger Diente und 7 durch soziale Medien. Die meisten waren mit anderen auf der Demo (Freunde 8, Familie 5, alleine 5). Bei den Teilnehmern scheint es sich nicht um häufige Demoteilnehmer zu halten (7 nie, 7 gelegentlich, nur 2 häufig). Möglicherweise ließe sich darauf deuten, dass es sich um Menschen handelt, die sonst eher nicht von politischen Beteiligungsangeboten erfasst werden, immerhin geben 6 an nicht wählen zu gehen.
Gerade bei der Selbsteinstufung nach “rechts oder links”, fiel mir auf, das viele Befragte diese ablehnten “sehe mich da nirgends”, oder “das ist nicht relevant”. Drei gaben sich als Mitte an, drei als eher links. Keiner als rechts oder eher rechts.
Einstellungen
Bei einem Teil der Fragen habe ich mich an einer online Studie bzw. Umfrage von Dr. Sebastian Jäckle am Seminar für Wissenschaftliche Politik der Uni Freiburg orientiert. Daher sollten einige Items vergleichbar sein. Andere sind aus Mittestudie oder ähnlichem entlehnt. Bitte hier immer beachten: Es handelt sichum 17 Antworten, daher sind die Prozentzahlen, etwas irreführend.
Zunächst stellte ich Fragen zur eigenen Belastung durch die Krise:
Die Mehrheit der Befragten sieht sich durch die Krise finanziell und generell belastet.
Dann einige Items zu Impfungen, Übernatürlichem, Homöpathie und 5G. Kein klares Bild im Bereich des Übernatürlichen, Impfungen werden deutlich abgelehnt, Homöpathie befürwortet.Eine Mehrheit fürchtet auch negativen Einfluß durch elektromagnetische Felder.
Nun einge Fragen die darauf hindeuten ob jemand eine nationalistische Orientierung hat, wie er zur Demokratie steht und wie er zu Autoritarismus steht. Bei diesen Fragen gibt es sich entweder kein klares Bild (Stolz Deutscher zu sein), bei „Starker Hand die Ordnung bring“, deutliche Ablehnung. Das alles deutet jetzt nicht darauf hin, das hier Rechtsextreme am Werk sind. Diese These würde auch durch die Antwort auf die Fragen nach Parteineigung (kommt weiter unten), es kam jeweils einmal: Linke, Grüne, Grüne/Linke, Tierschutzpartei, ÖPD und „keine“, „wähle nicht“ oder „weiß nicht“. Bei der Frage nach der „Starken Hand“, kamen eher Kommentare, wie „das muß das Volk machen“, oder „das muß von unten kommen“. Eher lässt sich hier eine, vielleicht auch nur gegenwärtige, Unzufriedenheit mit dem politischen System herauslesen.
Gerade bei der Selbsteinstufung nach “rechts oder links”, fiel mir auf, das viele Befragte diese ablehnten “sehe mich da nirgends”, oder “das ist nicht relevant”. Drei gaben sich als Mitte an, drei als eher links. Keiner als rechts oder eher rechts.
Demographisches
Die Teilnehmer waren im Durchschnitt 48,2 Jahre alt, Median 51 Jahre, 10 Frauen, 7 Männer. Sie waren im Vergleich mit der Gesamtbevölkerung gut gebildet.
Sie kamen entweder aus Freiburg oder dem Umland.
Zusammenfassung der Mini-Studie
Die Befragten auf dem Platz der alten Synagoge haben:
kein Vertrauen in traditionelle Medien, weder öffentlich-rechtlicher Rundfunkt noch Zeitungen;
Youtube, Messenger und Soziale Medien spielen eine wichtige Rolle;
Von der Selbsteinschätzung eher eher Mitte Links, als Rechts. Tendenziell auch nicht nationalistisch oder Autoritär; aber mit demokratischen System unzufrieden;
Sie sind besorgt über 5G, finden Impfen nicht gut oder aber Homöpathie;
haben Angst um Grundrechte und Meinungsfreiheit; finden Masken nicht gut
fühlen sich durch die Maßnahmen und Krise betroffen und belastet.
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