Universität der Affen

Aus dem Protokoll der letzten Vollversammlung der Universität Freiburg (manchmal ist man dann doch froh, dass man auf der PH studiert…)

„Auch das Analysepapier zur Wohnungsnot wurde schnell mit großer  Zustimmung angenommen. Danach sollten Lösungsvorschläge für die Wohnraumproblematik diskutiert werden. Vertreter des Recht auf Stadt Netzwerks stellten ihre Arbeit im Bündnisse vor, bis plötzlich eine als Affe kostümierte Person durch einen der oberen Eingänge in das Audimax gestürmt kam. Der Affe warf Flugblätter um sich und überbrachte einen USB-Stick, um so auf eine Hausbesetzung aufmerksam zu machen.

Es folgte eine Armada an GO-Anträgen auf Beendigung der VV, nicht Befassung mit den
Inhalten des Affen, Befassung mit den Inhalten und und und… Letztendlich wurde die VV nicht offiziell beendet, jedoch ging ein großer Teil der Studierenden los, um die Besetzung zu unterstützen, teilweise gingen Personen auch aus Protest gegen die Störung. Letztendlich kam es nach diesem Vorfall zu keiner konstruktiven Diskussion mehr und die Vollversammlung war danach auch nicht mehr beschlussfähig.“

Mal schauen wann an der PH Vollversammlung sein wird und es um die FDGo Frage gehen wird.

Brennende Barikaden und Wagenleben

 Alle Jahre wieder, kommt das Wagenkind
auf die Stadt Freiburg nieder, wo wir sind

Zieht ohne unsren Segen auf einen Platz,
Geht vielen auf die Nerven.

Oh Polizei komm still und unerkannt,
dass treu sie pruegle heraus aus unsrer Stadt.

(nach Wilhelm Hey, Markus Anschütz, modifzierter Text)

Wohnen und wie man wohnen soll und kann ist ein umstrittenes Thema in Freiburg. Zum einen ist und bleibt Freiburg eine der wenigen attraktiven und weiter wachsenden Städte in Deutschland, zum anderen führt ein Flächennutzungsplan, der auf Innenentwicklung setzt, was dazu führt, das es länger braucht bis man Bauflächen gefunden hat und ein erst in den letzten Jahren abgearbeteiteter Schmelasstau im Baudezernat, zu einer Verknappung an Wohnflächen.

Egokulturliberale
Egokulturliberale

Gleichzeitig blockiert im Gemeinderat eine Mehrheit aus CDU, FDP, Freien Wählern, den

reaktionären Teilen der SPD die Ausweisung entsprechender Flächen für experimentelles Wohnen oder solche Plätze auf städtischem Gelände. Bei den Gruenen ist man inzwischen der Ansicht, das man solche auch eher fuer Mietskasernen braucht.

Ob nun brennende Barrikaden und möglichst viel Randale ein guter Weg sind die gesselschaftliche Anerkennung herbeizuführen, ist mehr als fraglich. Aber auf Seite der Grünen und anderen progressivere Gruppen scheint es auch einen mangelnden Willen zu geben politisches Kapital darauf zu verwenden.

Zwei politische Akteuere in Freiburg stechen daneben aber auch heraus:

Der Egoliberale Nikolaus Gayling (aus republikanischen Überzeugungen, habe ich beschlossen in diesem Blog grundsätzlich auf Adelstiel zu verzichten) der sich eine kleine Leserbriefschlacht mit der „Monopolpresse“ Badische Zeitung und ihrem Chefredakteuer Hauser liefert. So hat doch der Herr Hauser einen der Philospophen bei denen Gayling gelernt hat, in der Argumentation für den Polizeieinsatz mißbraucht:

„Im Leitartikel zur Räumung des „Kommando Rhino“ im Freiburger Stadtteil Vauban bemüht BZ-Chefredakteur Thomas Hauser den aus Wien stammenden englischen Philosophen Karl Raimund Popper (ein Lehrer des der Badischen Zeitung vielfach verbunden gewesenen Ralf Dahrendorf !) als Zeuge der Berechtigung eines starken Staates, sprich der polizeilichen Räumung.
Da würde sich Popper, den ich aus einem Seminar im Soziologischen Seminar der Universität Tübingen (bei einem von meinem Lehrer Dahrendorf organisierten Streitgespräch mit Adorno)  kennen lernen durfte, im Grabe umdrehen.
Weder Popper noch Dahrendorf lassen sich für eine Politik der Einschränkung von Freiräumen oder von Minderheiten einspannen.“ Bisher wohl unveröffentlichter Leserbrief des Schlossherrn an die Badische Zeitung. Brennende Barikaden und Wagenleben weiterlesen