FAQ: Wie steht es mit den Finanzen aus beim neuen Stadion?

Frage:

Laut dem Flyer von “die Initiative Transparenz”  https://sbamueller.files.wordpress.com/2015/01/r0qa0-e1421661682398.jpeg heißt es, dass für viele Schulen von der Stadtverwaltung Gelder gebraucht werden und letztendlich bei den allen der aufgelisteten Schulen nichts im Haushalt vorgesehen ist bzw. bei zwei Kürzungen um rund jeweils die Hälfte vorgesehen ist.

Wieso fehlt hier das Geld, aber für den SC werden Bürgschaften und Infrastruktur übernommen?
Und wieso wurde bei der Staudinger anstatt der veranschlagten 16 Mio € nun nur 8 Mio € vorgesehen? Und wieso wurde bei der Max-Weber Schule 1,5 Mio € gestrichen und nun nur 600’000€ für den Brandschutz vorgesehen?

Antwort:

Wenn man die gleiche Vorlage weiter liest, dann kommt man auf das Folgende:

Im Doppelhaushalt 2013/2014 standen dem Gebäudemanagement Freiburg (GMF) insgesamt rund 47,8 Mio. € für Investitionsvorhaben und 24 Mio. € für Bauunterhaltungsarbeiten zur Verfügung. Das floss nahezu vollständig in die Schulen. Diese Pauschalen stehen auch weiterhin zur Verfügung.

Seit 2002 wurden somit insgesamt bislang 233 Mio.€ in Schulen investiert, seit 2007 jährlich zwischen 20-30 Mio. €.

Für die Jahre 2015/2016 sind folgende Maßnahmen geplant.

Für Bau, Sanierung und Unterhaltung von Schulen schlägt die Stadtverwaltung vor, im Doppelhaushalt 2015/2016 fast 50 Millionen Euro zu investieren

  • Staudingerschule: 2015 liegt die Machbarkeitsstudie zur Sanierung vor, 3 Mio € Planungsmittel. Für die Staudinger war nie Geld vorgesehen, weil man bis jetzt noch gar keinen Plan hat wie und was da genau saniert werden soll. Und was vielleicht auch komplett abgerissen und neu gebaut werden soll. Daher konnte noch kein Geld vorgesehen sein.
  • Haus der Jugend (HDJ): 500’000 € Planungsmittel
  • THG: inzwischen für 20 Mio € saniert, Restmittel im Haushaltsjahr 2015: 872’000 €
  • Wentzinger Schulen: Die Sanierung ist nach 6 Jahren und einem Gesamtbauaufwand von rund 27 Mio. € abgeschlossen. Die Maßnahme liegt im Kosten- und Zeitplan. Restabwicklung 3,25 Mio €.
  • Gertrud-Luckner-Gewerbeschule: Sanierung Gesamtaufwand von rund 15,3 Mio. € abgeschlossen, 1,3 Mio für Fassadensanierung im Doppelhaushaltes
  • Sporthalle Berufsschulzentrum Doppelhaushaltes 2015/2016 sind 5,2 Mio € eingestellt
  • Pestalozzi-Schulen: Erweiterung 2,5 Mio € im Doppelhaushalt 2015/16

siehe dazu  auch diese Vorlagen:

Dies sind nur die Schulen. Es stehen auch weitere Sanierungen in den nächsten Jahren an und sind im Haushalt eingestellt.
Desweiteren sind folgende Ausgaben geplant:

  • Die Ausgaben für Kinderbetreuung (Kitas und Kindergärten) steigen und werden im Jahr 2016 annähernd 100 Mio. € pro Jahr erreichen.
  • Für Schulkindbetreuung und Schulessen sind 21,3 Millionen € im Doppelhaushalt eingestellt – das ist ein Plus von über 50 % gegenüber 2013/2014.
  • Neben der Sanierung des Augustinermuseums (7,7 Millionen € im Haushalt 2015/2016; Gesamtinvestition: Über 50 Millionen €) wird auch die Erweiterung und der Umbau der Feuerwehr und des Rettungszentrums fortgesetzt.
  • Für das Theater wird die Stadt auch weiterhin jedes Jahr fast 15 Millionen € bezahlen.
  • Die Stadtbahn Messe und die Stadtbahn Rotteckring sind in Bau, ohne dass ein Euro gestrichen wird.

Frage:

Laut dem Flyer von “die Initiative Transparenz”  https://sbamueller.files.wordpress.com/2015/01/r0qa0-e1421661682398.jpeg heißt es, dass die Stadt Freiburg sich der Gefahr aussetzen wird, deutlich mehr als die 38 Mio € prognostizierten Gelder ausgeben zu müssen. Wieso nennt die Stadt keine seriöse Zahl und spricht nur von den unsicheren 38 Mio €? Wie viel Geld wird es kosten und was ist die Obergrenze?

Antwort:

Die Stadt wird 38 Mio € für die Infrastruktur des Stadions ausgeben. Diese Infrastruktur, wie etwa eine parallel Straße und Park+Ride Plätze kommen sicher auch der Messe zugute. Eine Parallelstraße zur Elsässerstraße entlastet diese, damit es zu weniger Verkehrsproblemen kommt.

Zusätzlich zur Infrastruktur – wie in jedem Wohngebiet oder Gewerbegebiet – übernimmt die Stadt eine Bürgschaft für 80% des Kredits, den die Objektträgergesellschaft, welche der Stadt und dem SC gehören, aufnimmt. Sollte der SC sofort nach der Fertigstellung Pleite gehen und nix mehr zahlen können (was schon seeeeeehr unwahrscheinlich wäre), dann müsste die Stadt 80% von 26,2 Millionen Euro bezahlen (bzw. die Raten für den Kredit in der Objektträgergesellschaft) also etwa 21 Mio €.

Stadionbauwerke und Infrastruktur wie die Straßen und Parkplätze sind jetzt nicht so kompliziert, davon werden weltweit und auch in Deutschland schon einige gebaut, als dass man von “unkalkulierbaren Risiken” sprechen könnte. Es ist ja etwas anderes ein Opernhaus auf einem bestehendes Gebäude oder einen unterirdischer Hauptbahnhof zu bauen.
Im Finanzierungskonzept ist bereits jetzt ein Risikopuffer von 10% vorgesehen. Ich darf daran erinnern, dass das einzige Projekt welches in Freiburg wesentlich teurer kam als zu Beginn – wohlgemerkt Sanierung nicht Neubau – die Sanierung der Blauen Brücke war. Es gab auch schon Projekte, etwa eine Straßenbahnlinie, die kam billiger als geplant.

Frage:

Laut dem Flyer von “die Initiative Transparenz”  https://sbamueller.files.wordpress.com/2015/01/r0qa0-e1421661682398.jpeg heißt es, dass der SC keine Pacht an die Stadt, sondern an eine Objektträgergesellschaft zahlt. Warum wird das Geld dort über Umwege gelagert?

Antwort:

Das EU-Recht fordert dieses Konstrukt, Stichwort Beihilferecht.

Der Objektträgergesellschaft gehört das Stadion. Der SC mietet es von dieser. Der SC zahlt auch den gesamten Bauunterhalt und die Betriebskosten.

Der SC trägt das gesamte Finanzierungsrisiko für den Bau des Stadions über seine Kapitaleinlage und die Pachtzahlungen. Er trägt auch alle Kosten des Unterhalts und des laufenden Betriebs. Das einzige Risiko ist ein Abstieg in die 3. Liga, weil dann die wirtschaftliche Lage des SC nicht mehr ausreicht, um die Finanzierung zu gewährleisten. Das bedeutet: Ein neuer Pachtvertrag, um die Finanzierung zu strecken. Der Sportclub spielt im 37. Jahr ununterbrochen in der 1. oder 2. Liga, davon 16 Jahre in der 1.Liga! Ein Abstieg in die dritte Liga, und damit das Risiko, dass die Stadt für rund 21 Mio € Bürgschaft aufkommen muss, ist äußerst gering. Der Sportclub ist eben seit 37 Jahren ununterbrochen in der ersten und zweiten Bundesliga.

Frage:

Laut dem Flyer von “die Initiative Transparenz”  https://sbamueller.files.wordpress.com/2015/01/r0qa0-e1421661682398.jpeg heißt es, dass nach 30 Jahren Tilgung über die Zugehörigkeit neu verhandelt werden muss. Schafft das nicht neue Probleme und wann ist das Stadion vermutlich abgezahlt

Antwort:

Nein schafft es nicht. Warum auch? Der SC könnte dann das Stadion oder die Objektträgergesellschaft kaufen. Das Stadion ist abbezahlt wenn alle Kredite getilgt sind. Wenn der SC in der ersten Liga spielt, dann schneller – wenn er in der 2. Liga spielt dann langsamer. Wenn der SC viel Überschuss erzielt, könnte er den Kredit auch schneller tilgen. Allerdings ist das bei den derzeitigen sehr niedrigen Zinsen wirtschaftlich eher ungeschickt. Würde er gleichmäßig tilgen, wäre es jedes Jahr über 30 Jahre ca 880’000 €. Würde er jedes Jahr Jahr 2 Mio tilgen dann in 15 Jahren…

FAQ: was passiert rund um das Stadion? Mit den Segelfliegern? Mit dem Wagenplatz? Mit dem Stadtteil?

Frage:

Laut Freiburg Lebenswert http://freiburg-lebenswert.de/sc-stadion/argumente-fakten/standort/heißt es, “Durch den Bau des neuen Stadions für einen reinen Profisportverein wird die Existenz mehrerer in Freiburg einzigartiger Sportvereinen unmöglich gemacht”.

Was ist dran an der Sache?

Antwort:

Zunächst mal für die Segelflieger scheint eine Lösung gefunden zu sein. http://www.badische-zeitung.de/freiburg/sc-stadion-segelflieger-koennten-wohl-doch-am-flugplatz-bleiben–99099112.html

Sollte diese dennoch verlegt werden müssen, hat die Stadtverwaltung bereits Geld in der Infrastrukturplanung vorgesehen und auch ein Grundstück am Flugplatz Bremgarten reserviert. Niemand will den Segelfliegern und Fallschirmspringern den Verein und ihren Sport kaputt machen.

Frage:
Laut Freiburg Lebenswert http://freiburg-lebenswert.de/sc-stadion/argumente-fakten/standort/ heißt es, “die nächsten Wohngebiete am geplanten, neuen Stadionstandort liegen zwar weiter entfernt vom Stadion als bei dem jetzigen Standort in der Schwarzwaldstraße. Aber sie liegen nicht weit genug entfernt, so dass im Endeffekt die gleichen Probleme wie beim alten Stadion auftreten werden. Auch hier wird es an vielen Tagen und besonders an Wochenenden zu erheblichen Problemen aufgrund chaotischer Verkehrsverhältnisse, Wildparkerei, gesperrter Zufahrtsstraßen sowie Randale und Sachbeschädigung kommen, dies führt zu einer Abwertung der Wohngebiete und des Stadtteils.”

Was will die Stadt und der Sportclub dagegen machen?

Antwort:

Durch die breiten Zufahrtsstraßen können Fußgänger, Radler, Busshuttle und Straßenbahnnutzer ohne Enge zum Stadion gelangen. Die Haltestellte für die Tram wird auch hinter dem Wohngebiet platziert, sodass die Zuschauer von der Straßenbahnhaltestelle am Trainingsgelände vorbei zum Stadion gelangen.

Das Auto kann nur dann am Stadion geparkt werden, wenn man bei der Bestellung des Tickets ein Parkplatzticket gebucht hat und dieses Kontigent an Parkplatztickets ist auf die Anzahl der Parkplätze beschränkt. Alle anderen müssen mit den öffentlichen Verkehrsmitteln, zu Fuß oder auf dem Rad oder in Fahrgemeinschaften kommen.

Wildparken ist durch die Ordnungsbehörde reguliert – im Stadtteil kann ganz normal geparkt werden, solange ein Parkschein gelöst wird und solange Platz ist. Aber gerade Letzteres wird ja nicht im großen Stil vorhanden sein und somit ist das Problem nicht wirklich vorhanden. Für Randale und Sachbeschädigung sind die Fans vom SC Freiburg nicht gerade bekannt – im Gegenteil. Die Gästefans werden von der Polizei begleitet und bekommen eine deutlich bessere Anfahrtssituation als bisher. Sie werden von den Heimfans separat dem Stadion zugeführt und heimgeleitet. Sie müssen nicht am Fanprojekt vorbei. Ein erheblicher Sicherheitsgewinn.

Frage:

Welche Vorteile bietet das neue Stadion und die Infrastruktur für den Stadtteil Mooswald?

Antwort:

Durch den Bau einer parallelen Straße zur Elsässerstraße wird diese an allen Tagen ohne Spiele entlastet. Daher wird es möglich, dass man diese zurückbaut und etwa auf Tempo 30 reduziert wird, was den Anwohnern weniger Lärm, Verkehr und den SchülerInnen der Schulen mehr Sicherheit beim überqueren der Strasse bringt.

Frage:

Ist der Wagenplatz der Schattenparker in Gefahr?

Antwort:

Nein. Die Schattenparker sind auf der Seite vom IKEA beim THW, die sind vom Stadionneubau nicht betroffen.

Frage:

Laut Freiburg Lebenswert http://freiburg-lebenswert.de/sc-stadion/argumente-fakten/standort/ heißt es, über das neue Stadion am Wolfswinkel, dass jetzt schon klar ist, dass es Ausnahmegenehmigungen für Lärm- und Naturschutz brauchen wird. Ob für diese Genehmigungen überhaupt die Grundlagen vorhanden sind, ist noch nicht mal sicher. Beim jetzigen Standort an der Schwarzwaldstraße braucht es zwar auch eine Ausnahmegenehmigung für die Spielfeldlänge, für diese würde es aber eine Grundlage geben, da die Spielfeldlänge mehr als 100m lang ist. Wieso geht der Sportclub und die Stadt das Risiko ein, von einer Ausnahmegenehmigung in die nächste Ausnahmegenehmigung zu gehen und erst recht keine Klarheit zu haben?

Antwort:

Es ist unwahr, dass der SC dann das Schwarzwaldstadion zu einer konkurrenzfähigen und erstligatauglichen Spielstätte umbauen und erweitern werde. Das geht aus rechtlichen und technischen Gründen nicht.

Die DFL verlangt, dass die Mängel abgestellt werden; Ausnahmegenehmigungen gibt es nicht unendlich.

Das Schwarzwaldstadion ist zu klein und weist technische und bauliche Mängel auf. Es kann wegen eines gerichtlichen Vergleichs nicht umgebaut oder erweitert werden. Mehr als 25.000 Plätze sind nicht möglich. Freiburg ist (neben Aufsteiger Paderborn) das einzige Bundesligastadion ohne Logen, die eine wichtige Einnahmequelle sind.

FAQ: Warum braucht der SC ein neues Stadion?

Frage:

Freiburg Lebenswert schreibt auf ihrer Homepage:
http://freiburg-lebenswert.de/sc-stadion/argumente-fakten/liga-tauglichkeit/
“Fazit: So gravierend wie vom SC dargestellt, ist das Thema Spielfeldlänge nicht.”

Selbst der Pressesprecher Raschke hätte gesagt, dass bei der Lizenzierung für die Europaleague das Thema Spielfeldlänge gar keines war.
Ist das Thema Spielfeldlänge nun ein Problem oder nicht?

Antwort:

Das Schwarzwaldstadion ist zu klein und weist technische und bauliche Mängel auf. Es kann wegen eines gerichtlichen Vergleichs nicht umgebaut oder erweitert werden. Mehr als 25.000 Plätze sind nicht möglich.

Dazu sagt der Sprecher der Deutschen Fußball Liga, der auch die Stadien lizenziert, laut Badischer Zeitung: “Das aktuelle Schwarzwaldstadion erfülle noch nicht einmal die aktuellen Bedingungen, zum Beispiel für die Medienarbeitsplätze oder für das Spielfeld. (…) Da liegen viele Dinge im Argen“, sagte Seifert” http://www.badische-zeitung.de/freiburg/dfl-chef-ohne-neues-stadion-hat-der-sc-keine-zukunft–99485324.html

Frage:

Laut Freiburg Lebenswert http://freiburg-lebenswert.de/sc-stadion/argumente-fakten/standort/ heißt es, “da es in Freiburg bereits ein großes, funktionierendes und mit öffentlichen Mitteln finanziertes Bundesligastadion gibt” gehöre es nicht zur drängenden Aufgabe der Stadt einen Profifußballclub zu unterstützen. Warum braucht der SC ein neues Stadion, wenn der Club damit in der Bundesliga spielen kann? Bzw warum soll die Stadt eine Luxusarena bezahlen?

Antwort:

Der Zuschauerschnitt in der Deutschen Bundesliga liegt bei rund 45’000 Zuschauern, in das Freiburger Stadion gehen im Durchschnitt 23’234 Zuschauer (Zahlen von 2011/12 und 2012/2013). Nur auf Schalke, Dortmund und in München hat es eine höhere Auslastung der Stadien in Deutschland. Mit einem nur halbvollen neuen Stadion kann also nicht gerechnet werden.

Christian Seifert, Vorsitzende der Geschäftsführung der Deutschen Fußball-Liga (DFL), „So gut kann Christian Streich nicht trainieren und Präsident Fritz Keller nicht wirtschaften, um das [ die Differenz von rund 21’000 Zuschauern zu anderen Stadien] auszugleichen“.
Das Stadion ist auch keine Luxusarena, sondern ein notwendiges Stadion. Das jetzige Stadion ist zu kurz, fällt auf die 100m 1,50 Meter ab, hat keine ausreichenden Bedingungen für die Presse, hat Sichtbehinderungen für viele Zuschauerplätze, Rettungsfahrzeuge haben Schwierigkeiten bei den Zufahrtswegen, Menschen mit Behinderung haben zu wenige und nur unüberdachte (also nicht regensichere) Plätze, der Gästeblock ist zu klein und eingeschränkt in der Sicht und vieles mehr.
Der Club wird auf lange Sicht nicht in der ersten oder zweiten Bundesliga spielen können, denn das Lizenzierungsverfahren fordert vom Sportclub Bemühungen um Verbesserung der Situation (sprich neues Stadion), ansonsten würden die Ausnahmegenehmigungen für den aktuellen Standort nicht mehr gegeben werden. Das hat Christian Seifert klar formuliert.
Von einem funktionierenden Stadion kann also nicht wirklich die Rede sein.
Da der SC Freiburg eines der großen Aushängeschilder der Stadt ist und eine große Stadt wie Freiburg mehrere kulturelle Felder abdecken möchte, gehört es dazu, dass die Stadt in ihrem Rahmen eines der Markenzeichen der Stadt unterstützt. Um einen Vergleich zu anderen Kosten zu bekommen: Zwei Jahre des Etats des Theaters der Stadt Freiburg würden ausreichen um die Infrastrukturkosten in Höhe von 38 Mio € für das neue Stadion zu bezahlen.

FAQ: Was ist im dem Klima beim neuen Stadion? Wird es im Mooswald zu heiß?

Frage:

Laut Freiburg Lebenswert http://freiburg-lebenswert.de/sc-stadion/argumente-fakten/standort/ heißt es, “durch den Stadionbau und den dafür notwendigen Versatz der zukünftig geplanten Universitätsbebauung verliert das Flugplatzareal weitgehend seine Funktion als wichtige Frischluftschneise für das Klima in Freiburg und als Kaltluftenstehungsgebiet für die umliegenden Stadtteile. Gutachten, die dies verneinen, basieren auf Klimamodellen, die so mangelhaft sind, dass sie nicht einmal die heutigen klimatischen Verhältnisse wirklichkeitsgetreu nachbilden können.”

Welche Einflüsse auf das Klima wird das Stadion haben? Wird es wärmer, stickiger?

Antwort:

Es ist schwierig als Laie die Qualität von Klimamodellen zu interpretieren. Wenn irgendwo gebaut wird, wird es immer wärmer. Darum sind Städte auch Wärmeinseln.

Ein Blick ins Gutachten offenbart jedoch: “Aufgrund der im Dialogforum Anfang Dezember 2013 angesprochenen Abweichungen zwischen den Ergebnissen des Gutachters und den von der DWD (Deutscher Wetterdienst) erhobenen Messdaten hinsichtlich temporär vorherrschender Windrichtungen wurde die Simulationsberechnung vom Gutachter nochmals überarbeitet und nachgebessert um die Ergebnisgenauigkeit zu schärfen. Diese Nachberechnung bewirkt jedoch keine Änderungen der Aussagen zu den klimatischen Beeinträchtigungen durch die geplante Bebauung”

http://www.freiburg.de/pb/site/Freiburg/get/694632/Stadion_Expertise_ENTWURF_Klima_Lohmeyer.pdf

Oder etwas kryptisch am Ende: “Die zusätzlichen Gebäude führen vor allem in den Abend- und Nachtstunden zu gewissen Erhöhungen der bodennahen Lufttemperaturen, während beispielsweise Baumpflanzungen zu verringerten bodennahen Lufttemperaturen und bioklimatischen Bewertungen in den Tagstunden führen”

Daher wenn man auf dem Gelände eine neue Unifakultät baut – gegen die die heutigen Standort oder Stadiongegner nie zu Felde zogen – dann wird es dort an den heißesten Tagen im Jahr wärmer hat aber keine Auswirkungen auf den Stadtteil Mooswald. Wenn man dann Bäume pflanzt helfen die bei der Kühlung.

Wie werden die Menschen zum SC Stadion kommen?

16-05 Anlage Flugplatz Stadion Wolfswinkel vorla?ufiger Standort

Eines der Argumente gegen das neue Stadion ist, das sich „das Verkehrschaos nur vom Osten in den Westen verlagert“. Das glaube ich nicht so recht: im Westen gibt es mehrere große Strassen die mit der Autobahn und dem Rest von Freiburg verbinden, bald eine eigene Strassenbahnlinie und einen S-Bahn Anschluß. Im Osten gibt es eine Strassenbahnlinie.

Jetzt gibt es diverse Verkehrsgutachten, die scheinen mir schlüssig, weil das sind Leute die sowas häufiger machen. Kann sein das man solchen Leuten nicht glaubt, weil die vielleicht gekauft sind. Also habe ich mich mal einfach an Google Maps gesetzt und geschaut, was Google für Reisezeiten mit dem Auto und mit dem Fahrrad angibt. Beim zu Fuß gehen, gibt Google immer eine Geschwindigkeit an die eher einer ältern Dame mit Rollator entspricht, als mir. Deshalb habe ich es nicht aufgeschrieben. Die Daten für die Strassenbahn stammen von der VAG Website.

Google rechnet für 400  mit dem Rad 3 min, zu Fuß 4 min.

Als Zielpunkt  habe ich jeweils die Madisonalle am Eingang zum Baugebiet der neuen Messe gsetetzt. Also etwa die Stelle an der man auf die neue Strasse, die auch das Stadion erschliessen würde auffahren oder laufen könnte. Dort soll sich etwa auch die Strassenbahnhaltestelle der neuen Messelinie befinden.
Für den Weg zum Stadion rechne ich mit dem Rad 5 min dazu: Fahrrad muß man ja noch abschliessen.
Mit dem Auto rechne ich jeweils 10 min dazu: erhöhtes Verkehrsaufkommen vor Beginn des Spiels, Parkplatzsuche, Parkplätze sind auch nicht direkt am Stadion, so das man noch ein wenig laufen muss, etc… Wobei Google mir die Zeit Fahrzeiten gegen etwa 23:30 angibt, wenn ich diesen Artikel schreibe.

Die Breisgau S-Bahn habe ich nicht eingerechnet, laut Bahn Website sagt man brauche vom HBF mit dieser etwa 3 min. Daher wäre die Reisezeit etwa aus Littenweiler oder Gundelfingen deutlich schneller wenn die Menschen mit dme Zug zum Hauptbahnhof fahren und dann dort in die BSB umsteigen.

Ich komme dann auf folgende Tabelle:

Ausgangspunkt PKW (reine Fahrzeit) PKW mit Parken Fahrrad (reine Fahrzeit) ÖPNV ÖPNV + 15min
Junkermattenweg / Carl-von-Osieztky-Str (Rieselfeld) 10 20 18 23 37 52
Gundelfingen Kandelstr / Belchenstras 9 19 18 23 21 36
Herdern Hauptstr / Jägerhäusleweg 10 20 13 18 16 31
Günterstal Restaurant Kybfelsen 17 27 31 36 23 38
vom alten zum neuen SC Stadion 18 28 30 35 20 35
Wiehre: Erwinstr / Dreikönigsstrasse 14 24 22 27 21 36
St. Georgen: Am Mettweg / Andreas Hoferstr 13 23 19 24 24 39
Tiegen Im Hubhof / Im Maierbrühl 15 25 36 41 46 61

Was fällt auf: In den meisten Fällen, scheint wenn man die Zeit zur Parkplatzsuche rausläst und auch wenn man sie mit 10 min angibt, das Fahren mit dem Auto schneller zu sein. Würde man jedoch 15 min annehmen, wären bei den meisten Relationen das Fahrrad das schnellste Verkehrsmittel. Auch wenn man annimt, das man etwas schneller strammpelt (in der Regel finde ich ist googe etwas langsam beim Fahrradfahren, aber da sind sie ja noch im beta).

Denkbar wäre auch, dass die meisten Menschen Ökonomisch handeln und sich überlegen, ob sie für etwa 2 min weniger Fahrtzeit bereit sind 5 Euro (oder so) Parkgebühren zahlen würden.

Vielleicht kann mir ja jemand schreiben ob er die Zahlen so für realistisch hält oder ob ich sie irgendwie korrigieren müßte? Vielleicht kann mir auch jemand das Google Maps erläutert, da scheinen Wege drin die man mit dem Fahrrad eher so nicht nehmen würde…

Die Excel Tabelle mit der ich das durchgerechnet habe: Reisezeit (Excel Datei)

Kettenmail zum SC Stadion

Seit einiger Zeit geht in Freiburg eine Kettenmail rum, mit einigen Argumenten gegen den Neubau des SC Stadions. Nun hat mich diese Email gleich zweimal erreicht und ich habe sie auch beantwortet.

„1. Der Bau eines neuen SC-Stadions löst nicht die Probleme des SC Freiburg

2. Für den Bau des neuen SC-Stadions werden Steuergelder in zweistelliger Millionenhöhe verwendet und die Stadt Freiburg übernimmt eine Bürgschaft ebenfalls in zweistelliger Millionenhöhe, obwohl die Förderung des Profisports nicht zu den Aufgaben der Stadt Freiburg gehört und der SC Freiburg sich beharrlich weigert, seine Finanzen offen zu legen.

3. Das sogenannte Finanzierungskonzept (Anlage 3 zur Gemeinderatsdrucksache G-14/183), über welches die Bürger entscheiden, ist in Wahrheit kein Finanzierungskonzept, sondern ein Blanko-Scheck für die Stadt Freiburg mit hohen finanziellen Risiken.

4. Es geht bei diesem Bürgerentscheid darum, die politische Verantwortung im Falle eines Desasters auf die Bürger abzuwälzen.“Kettenmail Nein zum neuen SC Stadion

 

Dazu habe ich geantwortet:

1. Für das Stadionprojekt hat der SC sich einem Kreditrating unterzogen, das der Stadt Freiburg vorliegt. Der Sport-Club legt die exakten Zuschauerzahlen und Zuschauereinnahmen der Stadt Freiburg jährlich offen.

2. Laut Liga News hat der SC: „einen Rekordumsatz in Höhe von über 70 Millionen und einen Gewinn von satten 12,8 Millionen Euro“ im Jahr 2013 gemacht. Daher eine Firma mit diesem Umsatz und Gewinn kann sich sicher eine Investition von ca 100 Mio EUR in eine neue Betriebsstätte leisten.

3. die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Price Waterhouse Coopers hat auf Veranlassung der Stadt, die Konstruktion ist Europarechtskonform. Die zitieren Fälle aus Belgien entstammen anderen Konstellationen.

4. Die Behauptung durch den Stadionneubau würde die Funktionsweise des Rettungshubschraubers in irgendeiner Form beeinträchtigt ist schlicht falsch. Auch ist die Zahl mit 5000 Rettungsflügen überzogen.

20SNc R0qA05. Mit dem Finanzierungskonzept sichert die Stadt auch das Weiterbestehen des gesamten Vereins, darunter auch die Jugendarbeit und den Breitensport. Sowie hohe Gewerbesteuereinnahmen. Übrigens geht die Stadt für viele Gewerbesteuerzahler in Vorleistungen: etwa durch die Erschliessung von Grundstücken, der Unterhaltung einer leistungsfähigen Feuerwehr, Tourismusförderenden Angeboten wie Museen und einer Seilbahn oder letztlich auch zahlreichen Berufsschulen.
Der Kapitaldienst hinsichtlich der verbleibenden Kreditfinanzierung wird über eine Pachtverpflichtung des SC Freiburg sichergestellt. Sofern der SC Freiburg wie in den vergangenen 36 Jahren einen Verbleib in der 1. oder 2. Bundesliga sicherstellen kann, wird die Finanzierung des Stadions somit allein durch die Pachtzahlungen des SC Freiburg bestritten.
Wenn der SC am Tag nachdem das Stadion fertig gebaut und bezogen wurde, pleite geht und sich auflöst. Dann würde wahrscheinlich die Bürgerschaft der Stadt für die Objektträgergesselschaft fällig. Das wären dann aber keine unkalkulierbaren Risiken sondern etwas unter 26,2 Millionen Euro.

6. Im Finanzierungskonzept ist bereits jetzt ein Risikopuffer von 10% vorgesehen. Ich darf daran erinnern, dass das einzige Projekt welches in Freiburg wesentlich teuerer kam als zu Beginn der – wohlgemerkt Sanierung nicht Neubau – die Sanierung der Blauen Brücke war. Es gab auch schon Projekte, etwa eine Strassenbahnlinie die kam billiger als geplant.

„Kettenmail zum SC Stadion“ weiterlesen

5000 Rettungsflüge? Wie man auf die Zahl kommt und warum sie doch irreführend ist!

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Die Bürgerinitiative Pro Flugplatz behauptet es gäbe jedes Jahr rund 5000 Rettungsflüge. Wie kommt sie auf diese Zahl, wo doch der Helikopter nur 1300 Einsätze fliegt?

Ein kleines Telefonat mit dem sehr netten Herrn vom Tower Freiburg und das klärt auf: Der Flugplatz rechnet jede Bewegung des Rettungshubschraubers als einen Flug:
Daher der Heli wird alamiert und fliegt zum Einsatz (1. Rettungsflug), dort sammelt er Patient auf und flieg diesen in die Uniklinik (2. Rettungsflug) nun fliegt er wieder zurück auf den Flugplatz und tankt und rüstet Verbrauchsmaterial nach (3. Flug) aber nur ein Einsatz.

Noch krasser etwa: Der Basler Rettungshubschrauber kommt und landet auf dem Dach der Uniklinik (1. Rettungsflug) dann fliegt er wieder ab nach Basel (2. Rettungsflug) hat aber den Flugplatz Freiburg in der Zwischenzeit höchstens gesehen, ist dort aber nie gelandet.

Wenn man rauslässt, das für einen Teil der Rettungsflüge der Flugplatz nur insofern eine Bedeutung hat, das er den Heliport auf dem Dach der Uniklinik mit koordiniert, weil der in der Einflugschneise liegt, kann man vielleicht von 5000 „Rettungsflügen“ sprechen. Wenn der nicht in der Einflugschneise wäre, müßte er das nicht und diese „Flugbewegungen“ kämen auch gar nicht in die Statistik des Flugplatz Freiburg.

Im Grunde ist das aber die Verwendung einer bewußt irreführenden Zahl um Menschen die sich nicht mit der Sache beschäftigen, Angst zu machen.

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Da noch ein Foto wie der Heli vor meinem Haus landete, als es die Westarkarden noch nicht gab.

anonyme Plakate: Ihh, wo. Wir doch nicht

FullSizeRender-1Von wegen Anonyme Plakate. Das will die BI Pro Flugplatz Freiburg nicht auf sich sitzen lassen. Herr Kallinich hat gleich bei mir angerufen. Unten ganz rechts steht in dunkelgrün auf hellgründ wer die Plakate gemacht hat. Der Autor des Blogs fuhr sogleich – es war schon dunkel draussen – mit dem Rad zum nächsten Plakat und machte ein Foto. Zum Größenvergleich hat er auch eine 1-Euro-Cent Münze daneben gehalten.

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der Absender der Plakate ist gut sichtbar

Ganz klar, es muß am schlechten Licht liegen, wie konnte man das nur übersehen?

Mal ernsthaft. Zu behaupten man habe im Jahr 2015 die eigene Webadresse vergessen drauf zu schreiben, das ist billig. Webadressen vergisst nicht mal die Antifa oder die Schattenparker auf ihren Plakaten (und die sind sonst gestalterisch völlig katastrophal) aber dann dann sowas draufzuschreiben, das ist wie die Badische Zeitung richtig bemerkt ein Grund für Empörung. Und es ist irgendwie auch billig. Zum Inhalt der Plakate habe ich ja schon geschrieben.

Noch ein tweet zum Thema

Gelacht habe ich dann als er mir erklärt hat, sie hätten halt die Internetadresse geschrieben. Sonst machte er einen ganz netten Eindruck, so nach älterm Geschichtenonkel. Der mir dann erklärte aufgrund ihres Strömungsgutachtens sei im Grunde der Flugbetrieb in Freiburg und damit auch die zahlreichen Ambulanzflüge mit Kranken und Organen gefährdet.

Quelle: Website Freiburg Lebenswert.  Herr Kallinicht setzt sich auch gegen Verkehrslärm ein. Flugzeuge seien ja nicht mehr so laut.
Quelle: Website Freiburg Lebenswert.
Herr Kallinicht setzt sich auch gegen Verkehrslärm ein. Flugzeuge seien ja nicht mehr so laut.

Da habe ich mich mal bei Freunden vom Rettungsdienst informiert, die darüber Überblick haben: Anlieferungen von Erkrankten mit dem Krankenwagen oder dem Rettungswagen zum Flugplatz habe es keine gegeben.

Die Anlieferungen von Organen oder das abholen mit Fahrzeugen des Rettungsdienstes war im Einstelligen Bereich. Gut möglich das solche Fahrten etwa mit Privat PKW oder Taxis erfolgten, aber dann waren sie natürlich ohne Blaulicht und auch weniger dringlich.

Auch sonst war Herr Kallinicht ganz lustig drauf eigentlich und hat dann noch Plakate angekündigt, die die Leute „aufregen werden“. Ich habe ihm dann gesagt, das es seine Sache sei, wen er per Plakat diffamieren will. Ob das seinem Anliegen nutzt, müße er sich überlegen.

Man hätte ja auch das Gutachten in den Vordergrund stellen können, das die BI für viel Geld in Auftrag gegeben hat…