Lügenplakate gegen das neue SC Stadion

Lügenplakat
Lügenplakat

Heute abend war ich noch kurz in der Stadt unterwegs, nachdem ich heute Nachmittag gearbeitet habe. Da stößt einem ein Plakat doch etwas schief auf: Ohne Hinweis auf die Verantwortlichen (quasi anonym) und ohne eine Kontaktmöglichkeit (das kennt man bisher eher von der Antifa oder so) fragt dieses Plakat: „Ohne Rettungsflug?“ und dann die Unterzeile „5000 Rettungsflüge p.a.“.

Zunächst mal ist es handwerklich gut gemacht, was man meiner Meinung nach nicht von vielen Plakaten der Gegner sagen kann. Ich persönlich finde die Plakate von Freiburg Lebenswert eher seltsam – warum das eigene Konterfrei bei einer Sachfrage ablichten? Ist das Narzissmus? Und die der BI Pro Wolfswinkel einfach so, das man sie nur schwer erkennt vom Auto oder auch vom Fahrrad.

Aber wieder zurück zu dem Plakat. Ohne es zu sagen, unterstellt es ganz perfide, das neue SC Stadion würde den Betrieb des Freiburger Rettungshubschraubers gefährden. (Die Zahl von 5000 Rettungsflügen ist, wenn man auf der Website der DRF nachschaut, auch gelogen, im Jahr 2013 waren es 1.341 Einsätze und im 1. Halbjahr 2014: 771).

Das ist sachlich einfach falsch – man kann auch sagen gelogen – selbst wenn der Motorflugbetrieb eingestellt würde, weil der gesammte Flugplatz dichtgemacht würde, dann könnte man trotzdem weiterheinen einen Rettungshubschrauber betreiben. Der braucht nur einen Hubschrauberlandeplatz, einen Hangar und eine Tankstelle für Flugbenzin. So wie etwa in Friedrichshafen.

Aber: den Motorflugbetrieb muß man nicht einstellen, sogar die Segelflieger können wohl bleiben, selbst wenn sie umziehen müßten ist übrigens ein Grundstück und Geld für eine neue Halle in Bremgarten bereits vorgesehen. Auch die Organtransportflüge (das sind weniger als 30 im Jahr) können weiter gehen.

Ein Plakat, das also eine Angst bewußt schürt, die völlig ohne Grund ist.

Sprachlich ist es perfide gemacht: Die Aussage erschliesst sich aus dem Kontext ohne sie expliziet zu machen. Das bekommt man nicht nicht auf die schnelle hin und es ist so gehalten, das man wahrscheinlich nicht juristisch gegen diese Plakate vorgehen kann aber das ganz gezielt Ängste schürt: Wenn das neue Stadion kommt, dann werden Menschen sterben.

In der Art erinnert es mich an ein AfD Plakat:

"Einwanderung braucht klare Regeln" AfD Plakat, Quelle: https://www.flickr.com/photos/83015819@N00/13941888122/
„Einwanderung braucht klare Regeln“ AfD Plakat, Quelle: https://www.flickr.com/photos/83015819@N00/13941888122/

Bei dem war auch allen klar: die AFD ist gegen Einwanderung. Sicher: klare Regeln kann auch bedeuten alle dürfen kommen. Aber jeder weiß, vielleicht auch nur ungefähr, das ist nicht wofür die AfD stand. So konnte sich jeder Wähler der irgendwie gegen Ausländer ist, dann ausmalen das es wohl bedueten soll: Klare Regeln = keiner darf kommen. Ein ausländerfeindliches Plakat gemacht ohne das expliziet zu sein und damit genau die Wähler angesprochen die man haben will. Bingo!

Es ist zu hoffen, dass die meisten Menschen nicht so blöd sind, wie sie die anonymen Macher dieses Plakat halten und sich informieren.

Heute wir, morgen ihr.

„Heute wir, morgen ihr.“ – Den Spruch kommt einem irgendwie bekannt vor. Eine kurze Google Suche, beweist er wird und wurde von einer ganzen Reihe politischer und gesselschaftlicher Gruppen verwendet um auf die eigene Situation aufmerksam zu machen.

Es handelt sich wohl um eine Verkürzung des Zitats von Martin Niemöller:

„Als die Nazis die Kommunisten holten,
habe ich geschwiegen,
ich war ja kein Kommunist.

Als sie die Sozialdemokraten einsperrten,
habe ich geschwiegen,
ich war ja kein Sozialdemokrat.

Als sie die Gewerkschafter holten,
habe ich geschwiegen,
ich war ja kein Gewerkschafter.

Als sie mich holten,
gab es keinen mehr,
der protestieren konnte.“

Ob man das persönlich angemessen findet, da mag man anderer Meinung sein.

Sicher werden Fallschirmspringer und Segelflieger wegen des Abbaus ihres Landepunktes bzw. der Rasenstartbahn in Freiburg nicht mehr ihren Sport ausüben können. Sicher bedeutet das für beide Vereine eine Einschränkung. Im Grunde ist das die Gruppe der wirklich Betroffenen. (Bei vielen der Gegner aus dem Mooswald habe ich den Eindruck, man bewegt sich schon so lange in einem Kreislauf aus Ablehnung und Anti-Argumenten, das sich dieses Stadion inzwischen in etwas sehr bedrohliches verwandelt hat).

Aber sicher wird ihnen die Stadtverwaltung und der Gemeinderat auch helfen, bei der Suche nach einer neuen Unterkunft. Schlieslich wird der Neubau einer Halle am Flugplatz in Bremgarten sicher nicht die Welt kosten. Möglicherweise liesse sich hier auch gleich eine besser Anbindung von Bremgarten (dem Ort) und dem Gewerbegebiet / Flugplatz per Bus durchsetzen.

Hier hat jemand and einer VAG Haltestelle plakatiert, was man nun auch nicht darf.

Lesebrief an die BZ bezüglich Streitpunkt: Bau eines neuen Skateparks in Freiburg verzögert sich

Seit es skatement gibt, gehöre ich als nicht Skater dieser Gruppe an und komme regelmäßig zu den Sitzungen und berate und helfe diese in kommunalpolitischen Fragen. In der letzten Skatementsitzung vor den Weihnachtsferien haben wir auch über den aktuellen Bausstand gesprochen.

Nun hat die Badische Zeitung bei fudder.de einen Beitrag abgeschrieben (stand vermutlich da schon lange im Stehsatz und da derzeit Kommunalpolitisch wenig los ist) und entdeckt einen „riesen Streit“ zwischen Skatern und dem Architekten.

Ich finde den Beitrag, etwas einseitig, auch die Kritik wird doch etwas überzeichnet, und mit den Mitgliederen von skatement gar nicht gesprochen wurde, sondern nur die Website von  Sebastian Hartung zitiert wird: „Bisher mussten auf der Baustelle sehr viele Spontanlösungen getroffen werden, da die Umsetzung des eigentlichen Entwurfs durch verschiedene, nicht eingeplante Faktoren behindert wurde. Diese sind jedoch immer den Skatern kommuniziert worden und wir konnten viel Einfluss auf diese Spontanlösungen nehmen. Wenn wir hier von „den Skatern“ sprechen, meinen wir jedoch leider nur ein paar Leute die sich engagiert haben.

Dabei war allen Skatern klar, das in der Weihnachtspause wegen Ferien und Kälte nicht gebaut werden kann.

Zudem hatte ich den Eindruck beim letzten Treffen von Statement, das sich die Skate regelmäßig mit dem Architekten und der Baufirma austauschen und viel Einfluss auf die Gestaltung ausüben. Zudem scheint die Skepsis gegenüber der Baufirma inzwischen durch Vertrauen ersetzt zu sein.

Aus privater Erfahrung mit dem Bau meiner Wohnung kann ich berichten, das es da auch immer Diskussionen mit den Baufirmen vor Ort und Beanstandungen gab. Was wohl – leider – beim Bauen ganz normal ist. Die meisten konnten aber in Gesprächen mit Architekten ausgeräumt werden, die halt auch immer eigene Vorstellungen haben, die nicht immer mit denen der Nutzer (und Laien) übereinstimmen.

Mir persönlich ist auch nicht klar, weshalb eine Gruppe ehrenamtlich tätiger Skater, die Pflicht hat ein solches Bauvorhaben zu überwachen und quasi die Bauleitung zu ersetzen.

Ein Januar voller Forschung

Derzeit untersuche ich die Interaktionen an Wahlkampfständen im Rahmen eines Seminars zur qualitativen Sozialforschung. Dabei möchte ich herausfinden, was passiert an einem Wahlkampfstand? Warum gehen die Menschen da hin (es gibt ja auch andere Möglichkeiten zu diskutieren oder sich Informationen zu beschaffen) oder geht es um ganz andere Dinge? Frust ablassen? Sich vergewissern, alte Bekannte treffen, …

Deshalb werde ich in den Tagen bis zum Bürgerentscheid Menschen befragen, die sich gerade an Wahlkampfständen aufgehalten haben.

zwei Wahlpkate zum Bürgerentscheid in Freiburg am 1.2. aufgenommen in der Kartäuserstrasse.
zwei Wahlpkate zum Bürgerentscheid in Freiburg am 1.2. aufgenommen in der Kartäuserstrasse.

Und ich untersuche die Wirkung von Wahlplakten beim Bürgerentscheid zum neuen Stadion für den SC Freiburg. Wahlplakate gehören zu jeder Wahl. Wie sie genau wirken, weiß man aber nicht. Daher frage ich: Was nehmen Menschen von Wahlplakaten war? Erinneren sie sich an diese?

Dazu werden sie hier bald den Link auf eine Online Umfrage finden.

Zudem haben wir ein Miniexperiment mit den Wahlplakaten von Junges Freiburg gestartet um zu sehen inwieweit diese Menschen auf die Website von Junges Freiburg bringen.

Ich weiß, das ich mich bei der Forschung mit meiner politischen Meinung zurückhalten muß. Dennoch habe ich eine. Kurz, ich bin für das neue Stadion. Sicher werde ich aus meiner Sicht noch einmal die Argumente darlegen und auch was ich von den Wahlplakten der Befürworter und Gegner halte.

Plakate (welche nicht richtig hängen)

und hier eine Fortsetzung von Plakate, Plakate, Plakate

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hängt unten an einem Verkehrsschild (Eschholzstrasse Ecke Baslerstrasse)

Es gibt fünf Regeln wo Plakate nicht hängen dürfen:

  1. An Bäumen (weil sie die schädigen). Wir leben halt doch in Greencity.
  2. An Verkehrszeichen
  3. So das sie die Sicht auf Verkehr verdecken.
  4. Auf / An VAG Haltestellen.
  5. Auf Privatgelände, auch wenn es öffentlich wirkt. Etwa im Gässle, der Westarkaden.

So schwierig ist das nicht zu beachten. Bei den Junges Freiburg Wahlkämpfen haben wir das den ehrenamtlichen Aufhängern immer beigebracht und das hat recht gut funktioniert. Meist reichte da eine kleine Schulung und eine Kopie der Fairnessvereinbarung aus. Diesmal scheint das nicht der Fall zu sein.

Mein Freund der Baum....
Mein Freund der Baum….
und nochmal an einem anderen Baum...
und nochmal an einem anderen Baum…
und nochmal an der Kreuzung an einem Verkehrsschild
und nochmal an der Kreuzung an einem Verkehrsschild

Die Befürworter haben auch eines an einem Baum in der Elsässerstrasse hängen.

Weitere "Fairnessvereinbarungswiedrige" Plakatierungen

Plakate, Plakate, Plakate

Bald gibt es in Freiburg einen Bürgerentscheid zur Platzierung des neuen Stadions. Verschiedene Gruppierungen haben mit dem Plakatieren angefangen oder angekündigt das sie jetzt bald Plakatieren werden.

Plakatieren ist auch nicht ohne Probleme und gleich gab es auch eine kleine Kontroverse: Die Stadionbefürworter würden gezielt die Plaakte der Stadiongegner zerstören oder entfernen: (was die natürlich wieder zurückweisen)

Bi_Plakate_abgeha?ngtAber gleich von der Zerstörung einzelner Plakate darauf schliessen, das Fußballfans generell eher kriminell, gewaltätig und wahnsinning gefährlich sind.

Daher sollte man auf jeden Fall vermeiden das Fußßbalfans durch ein Wohngebiet laufen. Die randalieren quasi überall. Kennt man auch aus den zahlreichen Beschwerden der Anwohner rund um das Stadion im Freiburger Osten. (Nur wer den Sarkasmus nicht versteht, aber in den 10 Jahren in denen ich die Freiburger Kommunalpolitik näher betrachte, habe ich davon nix gehört).

Blöd ist nur das ich in den vergangen Tagen, ohne wirklich darauf zu achten, eine ganze Reihe von Plakaten gesehen habe, die nicht korrekt hängen:

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Plakate die zu tief hängen und daher den Fußgängerverkehr blockieren
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Plakate die an Masten mit Verkehrszeichen hängen was man nun auch wieder nicht darf.
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noch ein Beispiel für ein Plakat an einem Verkehrszeichen, wenigstens blockiert es nicht die Sicht auf den Verkehr
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Plakate die an einem Baum hängen. Machen nicht nur die Befürworter, habe ich auch ein paar Mal bei den Gegner gesehen

 

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Plakate, die die Sicht behindern

 

 

Hier hat jemand and einer VAG Haltestelle plakatiert, was man nun auch nicht darf.
Hier hat jemand and einer VAG Haltestelle plakatiert, was man nun auch nicht darf. Wurde aber scheinbar später zerstört.

Was darf man nochmal nicht: Plakte auf VAG Haltestellen aufhängen, Plakate an Verkehrszeichen aufhängen, Plakate die den Verkehr behindern oder die Sicht, Plakate in Privatstrassen aufhängen,…

zwei Wahlpkate zum Bürgerentscheid in Freiburg am 1.2. aufgenommen in der Kartäuserstrasse.
zwei Wahlpkate zum Bürgerentscheid in Freiburg am 1.2. aufgenommen in der Kartäuserstrasse. Unten vom SC oben von der BI pro Mooswald

Dennoch schleicht sich der Eindruck ein, das beide Seiten beim Plakatieren richtig viel Geld ausgeben: Plastikplakate kosten in der Anschaffung zwischen 2 und 4 Euro. In der Regel pro Plakat bei großen Auflagen deutlich weniger. Sowohl Befürworter und Gegner scheinen mit diversen Motiven um sich zu werfen. Beim SC sind es mindestens 9 (mit Personen) und nochmal mindestens 3 mit nur Text. Dazu nochmal Plakatierung an Wechselträgern.

Bei den Gegnern gibt es von der BI pro Wolfwinkel sicher 10 unterschiedliche Plakate (kam noch nicht dazu sie zu zählen), jeweils einen von den Segelfliegern und Fallschirmspringern und nochmal 3 von den Leuten von Freiburg Lebenswert, die zum Teil mit einer Pro Flugplatz BI identtisch erscheinen.

Gerade weil Plakate nicht billig sind, hat sich Junges Freiburg übrigens dazu entschieden erst nach Silvester zu plakatieren. Da gibt es einfach weniger Zerstörung. Ich kann mich aus den 3 Wahlkämpfen bei denen ich bisher mit Plakaten dabei war, daran erinnern, das wir am Ende immer ca 1/3 der Plakatträger am Ende des Wahlkampfs wieder eingesammelt haben. Weil sogar stabile Hartfaserplatten durch Wind, Regen, Schnee, Vandalismus, reissen der Kabelbinder, schlechte Anbringung, etc… verloren gehen.

Kleiner Disclaimer: ich bin für ein neues Stadion am Wolfswinkel.

Reisen durch die Beteiligungslandschaften

Die Forderung Bildungslandschaften zu Beteiligungslandschaften umzubauen, stammt vom Bundesnetzwerk Kinder- und Jugendbeteiligung.

Letzte Woche war ich am Freitag in Tübingen, wegen des gemeinsamen Artikels über Jugendgemeinderäte, den ich mit Urs Unkauf schreibe. Wir haben von unserem Professor noch einige Hausaufgabe bekommen bis der Artikel Publikationsreif ist.

Am Donnerstag durfte ich für die AWO bei Bonn eine Methodenfortbildung zur Beteiligung von benachteiligten Jugendlichen geben. Jetzt ist die Beteiligung von Benachteiligten sicher das schwierigste Feld auf dem ganzen Gebiet der (Jugend-) Beteiligung. Per Definition schon: Wer benachteiligt ist, der ist eben nicht beteiligt.

Ich habe versucht basirend hauptsächlich auf dem Methodenkoffer der Bundeszentrale für politische Bildung, einige Methoden den TeilnehmerInnen vorzustellen und einige auch durchgeführt.

Hoffentlich konnte jeder etwas davon mitnehmen. Im Bild das 11-Worte Telegramm der Teilnehmer zum Ende.

Fortbildung Moderation

Hoffentlich wird dieses ambitionierte Projekt der AWO Erfolge zeigen. Gerade diese Zielgruppe, wird eben von vielen traditionellen Beteiligungsmethoden und Verfahren nicht erreicht. Übrigens Erwachsene aus diesen Millieus eben auch nicht.

Meine Botschaften waren:

  • Beteiligung geht immer. Auch beim Notfall!
  • Beteiligung braucht Zeit.
  • Beteiligung braucht Ressourcen.
  • Beteiligung ist eine Haltung.
  • Beteiligung muss gewollt sein.
  • Beteiligung muss klare Grenzen haben und diese deutlich Kommunizieren.
  • Beteiligung ist nicht gleich Entscheidung.
  • Beteiligung muss scheitern dürfen.

In diesem Sinne hoffe ich den erfahrenden Fachkräften, die aus ganz unterschiedlichen Zusammenhängen kamen, einige Tipps und Hinweise auf den Weg gegeben zu haben. Aber jeder muß für sich entscheiden wie er seine Beteiligung vor Ort durchführt.

Ich würde mich freuen wenn ich in Zukunft viele weitere inspirende Beteiligungsworkshops durchführen könnte. Die Diskussionen am Rande waren sehr interessant.

Sozialarbeiter und die 700 Polizisten – AKIM in Freiburg ?

Am Dienstag hatten die Unabhängigen Listen die Leiterin des Müncher Sozial Referats Dr. Eva Jüsten eingealden um über die Erfahrungen in München mit dem Projekt Allparteiliche Konflikt Moderation in München zu berichten.

AKIM kümmert sich dabei nicht nur um die Konflikte im Öffentlichen Raum, etwa am Münchner Gärtnerplatz, sondern auch etwa vor der Münchner Asylbewerber Erstaufnahmeeinrichtung Bayernkaserne.

Aber nun zu Münchens Version des Augustinerplatzes, dem Gärtnerplatz: Oder wie es München.de schreibt: „Der Gärtnerplatz wurde 1860 als zentraler Platz der Isarvorstadt errichtet. Heute ist der Platz mit seinem südländischen Flair Mittelpunkt des Münchner Szene-Viertels.“

Gärtnerplatz in der Isarvorstadt, Quelle: http://commons.wikimedia.org/wiki/File:MUC_G%C3%A4rtnerplatz-2013-07.jpg

Seit 14 Jahren gibt es wohl am Gärtnerplatz Konflikte zwischen Anwohnern und Nutzern, in der zwischenzeit auch mal einige bauliche Veränderungen, die aber den Platz nur noch attraktiver gemacht hätten. Traditionell sei der Platz durch ein geringe Polizeipräsens geprägt. Da auch die Münchern Polizei – ähnlich wie die Freiburger über den Augsustinerplatz sagt: das ist nicht der Platz an dem wir was zu tun haben. Hier gibt es keine Schlägereien und auch „nur Ruhestörungen“. Der Platz ist rund um dicht bebaut und die Konflikte tragen auch weiter in angrenzende Stichstrassen. Auch das kennt man ja in Freiburg.

Zwischen Juli 2010 und Mai 2011 habe es eine Mediation gegeben, leider waren nur die Anwohner und nicht die Nutzer anwesend.

Tagsüber  sei der Gärtnerplatz ein Ort mit vielen Personen, zahlreiche Geschäfte und  Cafes mit Freischankflächen, die teils bis 0:00 geöffnet hätten. Abends träfen sich hier Stammbesucher und wechselndes Publikum, auch viele Touristen, viele Besuche die von der Isar kommen, am Platz seien Schwerpunktmässig junge Leute, aber auch Ältere, je später desto alkohlisierter. Aber so Dr. Jützen: man kann aber mit ihnen bis spät in die Nacht sprechen. Auch die angetrunkenen seien Aufforderungen wie: „Bitte stellen sie ihren Ghettoblaster leiser“ zugänglich.

An verregneten Tagen habe dieser 100 in warmen Sommernächten bis zu 1500 Besucher am Platz, an einem normalen Abend 500 Besucher. Bis 0:00 sei die Grundlautsärke hoch, danach geringer, aber es gäbe dann Geräuschspitzen durch Gröhlen, Musik, zerdeppern von Bierflaschen und Ähnlichem.

Am 30.1.2014 hat dann der Stadtrat von München AKIM gestartet und dies befände sich derzeit in der Aufbauphase. Man sei mit Sozialarbeitern, Mediatoren und Studierdenden der Sozialarbeit gestartet und habe im ersten Jahr 12.000 Euro ausgegeben im kommenden Jahr würde das Projekt auf hauptamtliche Kräfte umgestellt und dann wahrscheinlich für 4 Stellen für die ganze Stadt 350.000 Euro kosten. AKIM orientiere sich im Gegensatz zum normalen Streetwork nicht an Personen sondern gehe eben vom Platz aus.

Der Einsatz sei nun von Fr-Sa 23:00 – 4:00 Nachts, von Anfang Mai bis Ende August gewesen an heißen Abenden mit zwei Tandems, an normalen Abenden mit einem und bei Regen gäbe es keine. Die Sozialarbeiter seien mit roten Westen mit knalligen gelben Buttons ausgestattet, mit Handies und Visitenkarten. Ihre Strategie sei es gerade nicht als Ordnungsbehörde vorzugehen, sondern freundliche anzusprechen das man eben mit dem urinieren aufhören soll oder einfach etwas ruhiger sich verhalten.

Und genau diese Ansprache funktioniere. Es war schon beinahe komisch wie der Reporter vom SWR fragte: „Ja sagen sie mal genau was sagen sie zu den Menschen“ und Dr. Jützen antwortete: „Bitte stellen sie ihren Ghettoblaster leiser, hier gibt es auch Anwohner die Schlafen möchten.“ Schon alleine das Menschen da wären, die mit Westen zu erkennen wären, würde etwas ausmachen.

Der Ansatz Bewußtsein für die Anwohner wecken und zu erklären, diese wollten schlafen, dies habe etwas bewirkt!

Hier könnte ich es nun mit diesem Beitrag bewenden lassen. Außer vielleicht mit der Aufforderung, sich auch in Freiburg auf ein solches Konzept einzulassen. Vielleicht zusammen mit einem oder mehreren Freien Trägern, die sich bereits auf dem Feld engagieren (etwa Downtown Street Team oder der AWO) mal die 20.000 Euro in die Hand zu nehmen um etwas zu starten.

Aber, dann kamm wieder die Aussage von den Anwohnern: „Ja in München geht das, weil die habne 700 Polizisten die sich nur um die Innenstadt kümmern“ und daher habe ich mal versucht diese Aussage nachzuvollziehen – auch wenn Frau Jützen selbst sagte, ja klar gibt es die Polizeit aber die kommt bei einer Ruhestörung auch in München nicht in 5 min. In Bereich des Polizeipräsidium München (München Stadt und Landkreis mit zusammen 1,7 Mio Einwohnern) gibt es rund 4900 Uniformierte Polizeibeamte. Wären die Alle im Wechselschichtdienst tätig – a 8 h Schichten und wel sicher auch mal einer krank, auf Fortbildung und im Urlaub wäre – hätte man ständig etwa 1200 Polizeibeamte im Einsatz. Nicht eingerechnet, das es auch viele gibt die nur Tagdienst machen, wie etwa die Jugendsachbearbeiter. Für die ganze Stadt München.

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