Forschung zum Wahlkampf am Bürgerentscheid: Teil 1 die Online Umfrage

Der Bürgerentscheid ist vorbei. In den kommenden Stunden werden wir wissen wie die Bürger in Freiburg entschieden haben. Das ist gut so ich konnte das Thema selber am Ende nicht mehr hören und vielen Leuten die sich damit beschäftigt haben denen ging es genauso.

Neben der Beobachtung von Wahlkampfständen und dem Befragen von Menschen die gerade an einem Wahlkampfstand waren und dem Befragen von Wahlkampfmanager, habe ich auch eine online Umfrage durchgeführt. Diese sollte eigentlich mehr dazu dienen eine ungefähre Zahlenbasis zu haben wie viele Menschen ein Wahlkampfstand gehen und wie bestimmte Plakate erlebet werden.
Eine der Fragen war natürlich auch wie die Menschen planen abzustimmen. Das war für mich nicht wichtig weil ich glaube, damit das Abstimmungsverhalten der Menschen herausfindne zu können, sondern weil ich wissen will ob eine bestimmte Wahlabsicht mit einer vorteilhaften Bewertung der Proplakte etwa einhergeht oder ob Menschen die sich noch unsicher sind, sich noch nicht informiert habe. Dennoch hier mal die Daten:

Auf die Frage: Wie planen Sie am Bürgerentscheid abzustimmen?

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Bekam ic stabil ein 2:1 Verhältniss der Befürworter. 140 Menschen haben an der Online Umfrag insgesammt teilgenommen. Aber, es handelt sich um Personen aus meinem Umfeld. Zudem verzerrt Onlien natürlich auch zu Personen die Internet haben (ca 30% der Bevölkerung hab keines).

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Welche Liste, haben Sie bei der letzten Kommunalwahl überwiegend gewählt?

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Das wäre schon ein Kommunalwahlergebniss wie es mir gefallen würde. Die Koalition aus Grünen und Junges Freiburg würde dann im Gemeinderat so einiges durchsetzen…

Basierend auf der online Umfrage dürften wir Befürworter also den Bürgerentscheid komfortabel gewinnen.  Eine online Umfrage die wahrscheinlich von Personen in meinem Umfeld durchgeführt wurde ist nicht repräsentativ, ich hoffe bald repräsentativere Zahlen anhand der Papierfragebögen die die ich an einigen Schulklassen und der Uni verteilt habe beibringen zu können, aber so eine Dateneingabe ist ein umfangreiches Unterfangen und das braucht natürlich seine Zeit.

Einzelne Plakate

Die Bewertung von Wahlpalkaten ist auch spannend. Zum einen scheinen die Befragen ein durchwachsenes Verhältniss zu Wahlplakaten im allgemeinen zu haben:

Wahlplakate sind eine gute Möglichkeit sich zu informieren

Wahlplakte gute Infomo?glichkeit

Ich bin von Wahlplakten eher genervt

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Aber gleichzeitig geben bei Informationsverhalten dennoch viele Befragte an:

Über den Bürgerentscheid habe ich mich wie folgt informiert:

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Wohl gemerkt ich habe jetzt noch nicht geschaut welcher Informationsstand und welche Bewertung bzw. Nutzung von Plakaten miteinander korrelieren.

Es folgen weitere Posts zu diesem Thema…

Stadiongegner: Die Meisterspieler mit der Angst

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Man hätte es nicht gedacht. Normalerweise wirft man ja den Parteien und Politikern vor: Sie bewerfen sich mit Dreck und führen schmutzige Wahlkämpfe, es werde nicht über Inhalte gesprochen sondern die Bürger verunsichert oder mit der Angst und Emotionen der Bürger gespielt.

Aber das was nun im Wahlkampf um den Standort und die Finanzierung des neuen SC Stadions betrifft, scheint nun eine der Bürgerinitativen dagegen – vom Layout her die der Flieger – richtig dreckig zu werden. Nach dem Aufhängen von Plakaten mit irreführenden Zahlen auf denen man versuchte den Eindruck zu erwecken der Rettungshubschrauber sei in Gefahr, Ständen auf denen so getan wurde, als ob man vom SC wäre (mit Schaals) und einer Kettenmail mit vielen seltsamen Behauptungen, kommt nun die Steigerung. Nun man könnte eine Flyer auf dem irgendwelche Zahlen zusammengeschmissen werden seltsam und komisch finden. Aber warum muß man auf einem Flyer behaupten, dass wenn das Stadion gebaut wird, dass dann die Mieten bei der Stadtbau steigen werden?

Schon eine interessante Argumentation für eine Gruppe von Menschen, mit einem der sicherlich teuersten Hobbies, die man in Freiburg ausüben kann. Und zudem auch eine weit hergeholte: Wohnen ist in Freiburg teuer, weil hier viele herziehen. Ungefähr 1000 Menschen pro Jahr. Das hat mit der guten Entwicklung der Wirtschaft und den vielen Arbeitsplätzen zu tun die jedes Jahr geschaffen werden. (Ist ja auch schön in einer Region zu leben, in der es genug Arbeitsplätze für die Menschen gibt, oder?)

Wenn nun das Stadion teuerer wird – was übrigens der SC zu zahlen hätte – und wenn dann die Stadt mehr zahlen müßte – was unwahrscheinlich ist, weil ja bereits 10% Kostenpuffer in der Planungen drin ist – dann würde dass die Stadt zahlen. Die Stadtbau hat damit nix zu tun. Die Stadtbau hat auch noch nie Gewinn an die Stadt abgeführt, sondern dieser wird jedes Jahr für den Bau neuer Wohnungen verwendet. Leider ist auch das Problem genügend Flächen zu finden (auf der Fläche des Stadions kann man wegen der Nähe zum Flugplatz übrigens keine Wohnungen bauen)

Das ganze ist also ein billiges Manöver um Angst und Emotionen zu schüren. Oder wie die Person, welche mir ihn empört zuschickte schreibt: „Der Flyer wurde gezielt heute und gezielt nur an Haushalte der Stadtbau verteilt. Damals hatten die Leute wirklich Angst um ihr Zuhause. Dass der Kalinich jetzt auf die Ängste anspielt und den Leuten nichtmal die Zeit gibt, nachzudenken, ist einfach ne riesen Sauerei und in derart dreckig…“ 

zur wirtschaftlichen Situation des SC

Es gibt ja immer wieder Diskussionen um die wirtschaftliche Situation des SC. Nun kann man einfach mal beim SC Fragen wie denn die wirtschaftliche Situation aussieht. Auf meine Email mit Fragen hat mir Henri Breit, der Vorsitzende des Aufsichtsrats geantwortet:

„In der Zweitligasaison 2005/2006 erzielte der Sport-Club Freiburg e.V. Gesamterlöse von rd. 17 Mio. €, die kontinuierlich bis zur Aufstiegssaison 2008/2009 auf rd. 24 Mio. € gesteigert werden konnten.

 In allen 4 Spielzeiten in der 2. Liga belief sich das Gesamtdefizit auf rd. 2,3 Mio. €. Dieses 4-Jahres-Zweitliga-Defizit war vollständig gedeckt aus nicht angefallenen Jahresleistungsprämien (Nichtabstiegsprämien) und geringeren Punktprämien in der Abstiegssaison 2004/2005 und waren für den Wiederaufstieg einer entsprechenden Rücklage zugeführt worden.

WP_20150118_17_25_59_ProDie erste Saison nach dem Wiederaufstieg brachte Gesamterlöse von rd. 32 Mio. €, die über 37 Mio. € in der Folgesaison, über jeweils 50 Mio. € in den Spielzeiten 2011/2012 und 2012/2013 auf runde 70 Mio. € in der Saison 2013/2014 gesteigert werden konnten.

 In den ersten beiden Spielzeiten nach dem Wiederaufstieg belief sich der Jahresüberschuss kumulativ auf 4,8 Mio. € (zunächst 2,2 Mio. dann 2,6 Mio.), die für Infrastrukturmaßnahmen und Verstärkungen im Spielerkader überwiegend verwendet wurden. Wie von Ihnen zutreffend aus den Mitgliederversammlungen zitiert, belief sich sowohl 2011/2012 wie auch 2012/2013 der Jahresüberschuss auf jeweils 6,2 Mio. €, was uns in beiden Spielzeiten ermöglichte, einer neuen Stadionrücklage jeweils 5 Mio. € zuzuführen. Die Saison 2013/2014 (inklusive Gruppenphase Europa League) schließlich brachte den herausragenden Jahresüberschuss von 12,3 Mio. €, wovon wir wiederum 5 Mio. € der Stadionrücklage zuführten. Parallel haben wir bekanntlich 2 für den Sport-Club Freiburg sehr große Spielertransfers getätigt (Darida, Mehmedi) und hierfür große Teile des Jahresüberschusses verwendet.

 Zu keinem Zeitpunkt in allen Erstligajahren haben wir einen immer wieder möglichen Abstieg vergessen, sondern stets für finanziell schwierigere Tage Teilbeträge der erwirtschafteten Überschüsse zurückgelegt (Zweitligarücklage).

Es ist zutreffend, dass wir seit dem ersten Aufstieg in die Bundesliga nie ein negatives Eigenkapital abzubilden hatten; in allen Erstligajahren haben wir Überschüsse erzielt, in allen Zweitligajahren konnten anfallende Jahresdefizite aus vorher gebildeten Rücklagen abgedeckt werden (ohne diese zu irgendeinem Zeitpunkt aufgebraucht zu haben).“

Vielleicht hilft das ja die Diskussion ein wenig zu versachlichen und auch mit Fakten anzureicheren.

 

Warum ich für das neue Stadion bin

Am Anfang war ich nicht überzeugt, das es ein neues SC Stadion braucht oder sich die Stadt daran beteiligen sollte. Ich erinnere mich auch 2012 bei einer Grünen Versammlung, mit Verweis auf die Notwendigkeit von Aufgaben bei der Sanierung von Schulen, Kindergärten, der Feuerwache und dem Haus der Jugend einen entsprechenden Beitrag gehalten zu haben. Gefühlt bekam ich dafür auch gar nicht so wenig Applaus. Ich war selbst vielleicht 4 oder 5 Mal in einem Fußballstadion um mir ein Spiel anzuschauen in meinem Leben, daher erschloß mich die Begeisterung Vieler, dafür nicht.

Im Janaur 2013 rückte ich dann in den Stadtrat nach und habe mich mit dem Thema intensiver beschäftigt.

Schnell viel mir bei dem Thema auch auf, das sich eine Bürgerinitative bildete, die auch gleich dagegen war. Ich hatte den Eindruck, das man dagegen ist, wußte man gleich. Argumentationen dagegen suchte man dann: zunächst wegen Lärm, Verkehr und Wärme und später dann auch als Angst um den Flugplatz und die Finanzen.

Das Verfahren für die Suche nach einem neuen Platz war von Anfang an transparenz und offen, immer wieder hat die Verwaltung und die Arbeitsgruppe aus Stadträten darüber informiert. Es wurden viele Plätze abgeprüft. Auch die Kriterien machten Sinn, besonders für „Green City“: Erreichbarkeit mit dem Fahrrad und der Strassenbahn, kein Wohngebiet in der Nähe, Fläche muß auch verfügbar sein, ausreichend groß etc…

So könnte es mal aussehen. Merke die Grünfläche ist wegen der Unibebauung weg, nicht wegen dem Stadion! Quelle: http://www.freiburg.de/pb/,Lde/755915.html
So könnte es mal aussehen. Merke die Grünfläche ist wegen der Unibebauung weg, nicht wegen dem Stadion! Quelle: http://www.freiburg.de/pb/,Lde/755915.html

Dies alles scheint bei der Fläche am Mooswald der Fall zu sein: Sowohl von der neuen Messelinie als auch der Linie 1 und der Breisgau S-Bahn komme ich gut hin, viele Menschen im Westen werden mit dem Fahrrad fahren können, als Nachbarn gibt es Unigebäude (werden noch gebaut) einen Flugplatz, die Messe und Möbelhäuser. An den Tagen an denen man die Parkplätze nicht braucht wird man sie für Messe und Park+Ride nutzen können. Sicher bedeutet ein Stadion in der Nähe des Stadtteils mehr Verkehr, aber da kommt es auf das Konzept an.

Bleibt die Finanzierung. Das ist ein gutes Argument dageben. 38 Mio Euro sind viel Geld, verteilt auf mehrere Jahre bei einem Haushalt von ca 800 Mio (alo wenn man etwa Raten von 8 Mio rechnet ca 1%) und die kann man dann nicht für was anderes verwenden. Aber die Stadt geht auch bei anderen privaten Investoren oder Firmen erstmal in Vorleistung: Grundstückserschliessung, Vorhalten einer Feuerwehr, letztlich auch eines leistungsfähigen (Beruflichen) Schulwesens oder für die Hotels und Tourismusbetriebe: Einrichtungen wie eine Seilbahn, ein Konzerthaus, eine Messe oder ein Themalbad, wegen der Menschen eher gneigt sind nach Freiburg zu kommen.

 

Für mich ist das ganze Wirtschaftsförderung und da finde bekommt man eine gute Gegenleistung für das Geld, welches die Öffentliche Hand ausgibt.

Und sonst, soll man das ganze ruhig und sachlich diskutieren und bei den Fakten bleiben. Es gibt auch noch andere wichtige Themen in Freiburg (Wohnen, Flüchtlinge,…) und in der Welt (Klimakatastrophe, ISIS, Ukraine Krieg,…)

Und: auch wenn das Stadtion gebaut wir, werden in Freiburg weiterhin Schulen saniert, der Rettungshubschrauber kann starten und landen, sowie das Handlungsprogramm Wohnen wird umgesetzt werden.

Schaut dazu auch gerne in die FAQs die ich zusammen mit Fionn Große erarbeitet habe.

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FAQ: Wie steht es mit den Finanzen aus beim neuen Stadion?

Frage:

Laut dem Flyer von “die Initiative Transparenz”  https://sbamueller.files.wordpress.com/2015/01/r0qa0-e1421661682398.jpeg heißt es, dass für viele Schulen von der Stadtverwaltung Gelder gebraucht werden und letztendlich bei den allen der aufgelisteten Schulen nichts im Haushalt vorgesehen ist bzw. bei zwei Kürzungen um rund jeweils die Hälfte vorgesehen ist.

Wieso fehlt hier das Geld, aber für den SC werden Bürgschaften und Infrastruktur übernommen?
Und wieso wurde bei der Staudinger anstatt der veranschlagten 16 Mio € nun nur 8 Mio € vorgesehen? Und wieso wurde bei der Max-Weber Schule 1,5 Mio € gestrichen und nun nur 600’000€ für den Brandschutz vorgesehen?

Antwort:

Wenn man die gleiche Vorlage weiter liest, dann kommt man auf das Folgende:

Im Doppelhaushalt 2013/2014 standen dem Gebäudemanagement Freiburg (GMF) insgesamt rund 47,8 Mio. € für Investitionsvorhaben und 24 Mio. € für Bauunterhaltungsarbeiten zur Verfügung. Das floss nahezu vollständig in die Schulen. Diese Pauschalen stehen auch weiterhin zur Verfügung.

Seit 2002 wurden somit insgesamt bislang 233 Mio.€ in Schulen investiert, seit 2007 jährlich zwischen 20-30 Mio. €.

Für die Jahre 2015/2016 sind folgende Maßnahmen geplant.

Für Bau, Sanierung und Unterhaltung von Schulen schlägt die Stadtverwaltung vor, im Doppelhaushalt 2015/2016 fast 50 Millionen Euro zu investieren

  • Staudingerschule: 2015 liegt die Machbarkeitsstudie zur Sanierung vor, 3 Mio € Planungsmittel. Für die Staudinger war nie Geld vorgesehen, weil man bis jetzt noch gar keinen Plan hat wie und was da genau saniert werden soll. Und was vielleicht auch komplett abgerissen und neu gebaut werden soll. Daher konnte noch kein Geld vorgesehen sein.
  • Haus der Jugend (HDJ): 500’000 € Planungsmittel
  • THG: inzwischen für 20 Mio € saniert, Restmittel im Haushaltsjahr 2015: 872’000 €
  • Wentzinger Schulen: Die Sanierung ist nach 6 Jahren und einem Gesamtbauaufwand von rund 27 Mio. € abgeschlossen. Die Maßnahme liegt im Kosten- und Zeitplan. Restabwicklung 3,25 Mio €.
  • Gertrud-Luckner-Gewerbeschule: Sanierung Gesamtaufwand von rund 15,3 Mio. € abgeschlossen, 1,3 Mio für Fassadensanierung im Doppelhaushaltes
  • Sporthalle Berufsschulzentrum Doppelhaushaltes 2015/2016 sind 5,2 Mio € eingestellt
  • Pestalozzi-Schulen: Erweiterung 2,5 Mio € im Doppelhaushalt 2015/16

siehe dazu  auch diese Vorlagen:

Dies sind nur die Schulen. Es stehen auch weitere Sanierungen in den nächsten Jahren an und sind im Haushalt eingestellt.
Desweiteren sind folgende Ausgaben geplant:

  • Die Ausgaben für Kinderbetreuung (Kitas und Kindergärten) steigen und werden im Jahr 2016 annähernd 100 Mio. € pro Jahr erreichen.
  • Für Schulkindbetreuung und Schulessen sind 21,3 Millionen € im Doppelhaushalt eingestellt – das ist ein Plus von über 50 % gegenüber 2013/2014.
  • Neben der Sanierung des Augustinermuseums (7,7 Millionen € im Haushalt 2015/2016; Gesamtinvestition: Über 50 Millionen €) wird auch die Erweiterung und der Umbau der Feuerwehr und des Rettungszentrums fortgesetzt.
  • Für das Theater wird die Stadt auch weiterhin jedes Jahr fast 15 Millionen € bezahlen.
  • Die Stadtbahn Messe und die Stadtbahn Rotteckring sind in Bau, ohne dass ein Euro gestrichen wird.

Frage:

Laut dem Flyer von “die Initiative Transparenz”  https://sbamueller.files.wordpress.com/2015/01/r0qa0-e1421661682398.jpeg heißt es, dass die Stadt Freiburg sich der Gefahr aussetzen wird, deutlich mehr als die 38 Mio € prognostizierten Gelder ausgeben zu müssen. Wieso nennt die Stadt keine seriöse Zahl und spricht nur von den unsicheren 38 Mio €? Wie viel Geld wird es kosten und was ist die Obergrenze?

Antwort:

Die Stadt wird 38 Mio € für die Infrastruktur des Stadions ausgeben. Diese Infrastruktur, wie etwa eine parallel Straße und Park+Ride Plätze kommen sicher auch der Messe zugute. Eine Parallelstraße zur Elsässerstraße entlastet diese, damit es zu weniger Verkehrsproblemen kommt.

Zusätzlich zur Infrastruktur – wie in jedem Wohngebiet oder Gewerbegebiet – übernimmt die Stadt eine Bürgschaft für 80% des Kredits, den die Objektträgergesellschaft, welche der Stadt und dem SC gehören, aufnimmt. Sollte der SC sofort nach der Fertigstellung Pleite gehen und nix mehr zahlen können (was schon seeeeeehr unwahrscheinlich wäre), dann müsste die Stadt 80% von 26,2 Millionen Euro bezahlen (bzw. die Raten für den Kredit in der Objektträgergesellschaft) also etwa 21 Mio €.

Stadionbauwerke und Infrastruktur wie die Straßen und Parkplätze sind jetzt nicht so kompliziert, davon werden weltweit und auch in Deutschland schon einige gebaut, als dass man von “unkalkulierbaren Risiken” sprechen könnte. Es ist ja etwas anderes ein Opernhaus auf einem bestehendes Gebäude oder einen unterirdischer Hauptbahnhof zu bauen.
Im Finanzierungskonzept ist bereits jetzt ein Risikopuffer von 10% vorgesehen. Ich darf daran erinnern, dass das einzige Projekt welches in Freiburg wesentlich teurer kam als zu Beginn – wohlgemerkt Sanierung nicht Neubau – die Sanierung der Blauen Brücke war. Es gab auch schon Projekte, etwa eine Straßenbahnlinie, die kam billiger als geplant.

Frage:

Laut dem Flyer von “die Initiative Transparenz”  https://sbamueller.files.wordpress.com/2015/01/r0qa0-e1421661682398.jpeg heißt es, dass der SC keine Pacht an die Stadt, sondern an eine Objektträgergesellschaft zahlt. Warum wird das Geld dort über Umwege gelagert?

Antwort:

Das EU-Recht fordert dieses Konstrukt, Stichwort Beihilferecht.

Der Objektträgergesellschaft gehört das Stadion. Der SC mietet es von dieser. Der SC zahlt auch den gesamten Bauunterhalt und die Betriebskosten.

Der SC trägt das gesamte Finanzierungsrisiko für den Bau des Stadions über seine Kapitaleinlage und die Pachtzahlungen. Er trägt auch alle Kosten des Unterhalts und des laufenden Betriebs. Das einzige Risiko ist ein Abstieg in die 3. Liga, weil dann die wirtschaftliche Lage des SC nicht mehr ausreicht, um die Finanzierung zu gewährleisten. Das bedeutet: Ein neuer Pachtvertrag, um die Finanzierung zu strecken. Der Sportclub spielt im 37. Jahr ununterbrochen in der 1. oder 2. Liga, davon 16 Jahre in der 1.Liga! Ein Abstieg in die dritte Liga, und damit das Risiko, dass die Stadt für rund 21 Mio € Bürgschaft aufkommen muss, ist äußerst gering. Der Sportclub ist eben seit 37 Jahren ununterbrochen in der ersten und zweiten Bundesliga.

Frage:

Laut dem Flyer von “die Initiative Transparenz”  https://sbamueller.files.wordpress.com/2015/01/r0qa0-e1421661682398.jpeg heißt es, dass nach 30 Jahren Tilgung über die Zugehörigkeit neu verhandelt werden muss. Schafft das nicht neue Probleme und wann ist das Stadion vermutlich abgezahlt

Antwort:

Nein schafft es nicht. Warum auch? Der SC könnte dann das Stadion oder die Objektträgergesellschaft kaufen. Das Stadion ist abbezahlt wenn alle Kredite getilgt sind. Wenn der SC in der ersten Liga spielt, dann schneller – wenn er in der 2. Liga spielt dann langsamer. Wenn der SC viel Überschuss erzielt, könnte er den Kredit auch schneller tilgen. Allerdings ist das bei den derzeitigen sehr niedrigen Zinsen wirtschaftlich eher ungeschickt. Würde er gleichmäßig tilgen, wäre es jedes Jahr über 30 Jahre ca 880’000 €. Würde er jedes Jahr Jahr 2 Mio tilgen dann in 15 Jahren…

FAQ: was passiert rund um das Stadion? Mit den Segelfliegern? Mit dem Wagenplatz? Mit dem Stadtteil?

Frage:

Laut Freiburg Lebenswert http://freiburg-lebenswert.de/sc-stadion/argumente-fakten/standort/heißt es, “Durch den Bau des neuen Stadions für einen reinen Profisportverein wird die Existenz mehrerer in Freiburg einzigartiger Sportvereinen unmöglich gemacht”.

Was ist dran an der Sache?

Antwort:

Zunächst mal für die Segelflieger scheint eine Lösung gefunden zu sein. http://www.badische-zeitung.de/freiburg/sc-stadion-segelflieger-koennten-wohl-doch-am-flugplatz-bleiben–99099112.html

Sollte diese dennoch verlegt werden müssen, hat die Stadtverwaltung bereits Geld in der Infrastrukturplanung vorgesehen und auch ein Grundstück am Flugplatz Bremgarten reserviert. Niemand will den Segelfliegern und Fallschirmspringern den Verein und ihren Sport kaputt machen.

Frage:
Laut Freiburg Lebenswert http://freiburg-lebenswert.de/sc-stadion/argumente-fakten/standort/ heißt es, “die nächsten Wohngebiete am geplanten, neuen Stadionstandort liegen zwar weiter entfernt vom Stadion als bei dem jetzigen Standort in der Schwarzwaldstraße. Aber sie liegen nicht weit genug entfernt, so dass im Endeffekt die gleichen Probleme wie beim alten Stadion auftreten werden. Auch hier wird es an vielen Tagen und besonders an Wochenenden zu erheblichen Problemen aufgrund chaotischer Verkehrsverhältnisse, Wildparkerei, gesperrter Zufahrtsstraßen sowie Randale und Sachbeschädigung kommen, dies führt zu einer Abwertung der Wohngebiete und des Stadtteils.”

Was will die Stadt und der Sportclub dagegen machen?

Antwort:

Durch die breiten Zufahrtsstraßen können Fußgänger, Radler, Busshuttle und Straßenbahnnutzer ohne Enge zum Stadion gelangen. Die Haltestellte für die Tram wird auch hinter dem Wohngebiet platziert, sodass die Zuschauer von der Straßenbahnhaltestelle am Trainingsgelände vorbei zum Stadion gelangen.

Das Auto kann nur dann am Stadion geparkt werden, wenn man bei der Bestellung des Tickets ein Parkplatzticket gebucht hat und dieses Kontigent an Parkplatztickets ist auf die Anzahl der Parkplätze beschränkt. Alle anderen müssen mit den öffentlichen Verkehrsmitteln, zu Fuß oder auf dem Rad oder in Fahrgemeinschaften kommen.

Wildparken ist durch die Ordnungsbehörde reguliert – im Stadtteil kann ganz normal geparkt werden, solange ein Parkschein gelöst wird und solange Platz ist. Aber gerade Letzteres wird ja nicht im großen Stil vorhanden sein und somit ist das Problem nicht wirklich vorhanden. Für Randale und Sachbeschädigung sind die Fans vom SC Freiburg nicht gerade bekannt – im Gegenteil. Die Gästefans werden von der Polizei begleitet und bekommen eine deutlich bessere Anfahrtssituation als bisher. Sie werden von den Heimfans separat dem Stadion zugeführt und heimgeleitet. Sie müssen nicht am Fanprojekt vorbei. Ein erheblicher Sicherheitsgewinn.

Frage:

Welche Vorteile bietet das neue Stadion und die Infrastruktur für den Stadtteil Mooswald?

Antwort:

Durch den Bau einer parallelen Straße zur Elsässerstraße wird diese an allen Tagen ohne Spiele entlastet. Daher wird es möglich, dass man diese zurückbaut und etwa auf Tempo 30 reduziert wird, was den Anwohnern weniger Lärm, Verkehr und den SchülerInnen der Schulen mehr Sicherheit beim überqueren der Strasse bringt.

Frage:

Ist der Wagenplatz der Schattenparker in Gefahr?

Antwort:

Nein. Die Schattenparker sind auf der Seite vom IKEA beim THW, die sind vom Stadionneubau nicht betroffen.

Frage:

Laut Freiburg Lebenswert http://freiburg-lebenswert.de/sc-stadion/argumente-fakten/standort/ heißt es, über das neue Stadion am Wolfswinkel, dass jetzt schon klar ist, dass es Ausnahmegenehmigungen für Lärm- und Naturschutz brauchen wird. Ob für diese Genehmigungen überhaupt die Grundlagen vorhanden sind, ist noch nicht mal sicher. Beim jetzigen Standort an der Schwarzwaldstraße braucht es zwar auch eine Ausnahmegenehmigung für die Spielfeldlänge, für diese würde es aber eine Grundlage geben, da die Spielfeldlänge mehr als 100m lang ist. Wieso geht der Sportclub und die Stadt das Risiko ein, von einer Ausnahmegenehmigung in die nächste Ausnahmegenehmigung zu gehen und erst recht keine Klarheit zu haben?

Antwort:

Es ist unwahr, dass der SC dann das Schwarzwaldstadion zu einer konkurrenzfähigen und erstligatauglichen Spielstätte umbauen und erweitern werde. Das geht aus rechtlichen und technischen Gründen nicht.

Die DFL verlangt, dass die Mängel abgestellt werden; Ausnahmegenehmigungen gibt es nicht unendlich.

Das Schwarzwaldstadion ist zu klein und weist technische und bauliche Mängel auf. Es kann wegen eines gerichtlichen Vergleichs nicht umgebaut oder erweitert werden. Mehr als 25.000 Plätze sind nicht möglich. Freiburg ist (neben Aufsteiger Paderborn) das einzige Bundesligastadion ohne Logen, die eine wichtige Einnahmequelle sind.

Kettenmail zum SC Stadion

Seit einiger Zeit geht in Freiburg eine Kettenmail rum, mit einigen Argumenten gegen den Neubau des SC Stadions. Nun hat mich diese Email gleich zweimal erreicht und ich habe sie auch beantwortet.

„1. Der Bau eines neuen SC-Stadions löst nicht die Probleme des SC Freiburg

2. Für den Bau des neuen SC-Stadions werden Steuergelder in zweistelliger Millionenhöhe verwendet und die Stadt Freiburg übernimmt eine Bürgschaft ebenfalls in zweistelliger Millionenhöhe, obwohl die Förderung des Profisports nicht zu den Aufgaben der Stadt Freiburg gehört und der SC Freiburg sich beharrlich weigert, seine Finanzen offen zu legen.

3. Das sogenannte Finanzierungskonzept (Anlage 3 zur Gemeinderatsdrucksache G-14/183), über welches die Bürger entscheiden, ist in Wahrheit kein Finanzierungskonzept, sondern ein Blanko-Scheck für die Stadt Freiburg mit hohen finanziellen Risiken.

4. Es geht bei diesem Bürgerentscheid darum, die politische Verantwortung im Falle eines Desasters auf die Bürger abzuwälzen.“Kettenmail Nein zum neuen SC Stadion

 

Dazu habe ich geantwortet:

1. Für das Stadionprojekt hat der SC sich einem Kreditrating unterzogen, das der Stadt Freiburg vorliegt. Der Sport-Club legt die exakten Zuschauerzahlen und Zuschauereinnahmen der Stadt Freiburg jährlich offen.

2. Laut Liga News hat der SC: „einen Rekordumsatz in Höhe von über 70 Millionen und einen Gewinn von satten 12,8 Millionen Euro“ im Jahr 2013 gemacht. Daher eine Firma mit diesem Umsatz und Gewinn kann sich sicher eine Investition von ca 100 Mio EUR in eine neue Betriebsstätte leisten.

3. die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Price Waterhouse Coopers hat auf Veranlassung der Stadt, die Konstruktion ist Europarechtskonform. Die zitieren Fälle aus Belgien entstammen anderen Konstellationen.

4. Die Behauptung durch den Stadionneubau würde die Funktionsweise des Rettungshubschraubers in irgendeiner Form beeinträchtigt ist schlicht falsch. Auch ist die Zahl mit 5000 Rettungsflügen überzogen.

20SNc R0qA05. Mit dem Finanzierungskonzept sichert die Stadt auch das Weiterbestehen des gesamten Vereins, darunter auch die Jugendarbeit und den Breitensport. Sowie hohe Gewerbesteuereinnahmen. Übrigens geht die Stadt für viele Gewerbesteuerzahler in Vorleistungen: etwa durch die Erschliessung von Grundstücken, der Unterhaltung einer leistungsfähigen Feuerwehr, Tourismusförderenden Angeboten wie Museen und einer Seilbahn oder letztlich auch zahlreichen Berufsschulen.
Der Kapitaldienst hinsichtlich der verbleibenden Kreditfinanzierung wird über eine Pachtverpflichtung des SC Freiburg sichergestellt. Sofern der SC Freiburg wie in den vergangenen 36 Jahren einen Verbleib in der 1. oder 2. Bundesliga sicherstellen kann, wird die Finanzierung des Stadions somit allein durch die Pachtzahlungen des SC Freiburg bestritten.
Wenn der SC am Tag nachdem das Stadion fertig gebaut und bezogen wurde, pleite geht und sich auflöst. Dann würde wahrscheinlich die Bürgerschaft der Stadt für die Objektträgergesselschaft fällig. Das wären dann aber keine unkalkulierbaren Risiken sondern etwas unter 26,2 Millionen Euro.

6. Im Finanzierungskonzept ist bereits jetzt ein Risikopuffer von 10% vorgesehen. Ich darf daran erinnern, dass das einzige Projekt welches in Freiburg wesentlich teuerer kam als zu Beginn der – wohlgemerkt Sanierung nicht Neubau – die Sanierung der Blauen Brücke war. Es gab auch schon Projekte, etwa eine Strassenbahnlinie die kam billiger als geplant.

„Kettenmail zum SC Stadion“ weiterlesen

anonyme Plakate: Ihh, wo. Wir doch nicht

FullSizeRender-1Von wegen Anonyme Plakate. Das will die BI Pro Flugplatz Freiburg nicht auf sich sitzen lassen. Herr Kallinich hat gleich bei mir angerufen. Unten ganz rechts steht in dunkelgrün auf hellgründ wer die Plakate gemacht hat. Der Autor des Blogs fuhr sogleich – es war schon dunkel draussen – mit dem Rad zum nächsten Plakat und machte ein Foto. Zum Größenvergleich hat er auch eine 1-Euro-Cent Münze daneben gehalten.

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der Absender der Plakate ist gut sichtbar

Ganz klar, es muß am schlechten Licht liegen, wie konnte man das nur übersehen?

Mal ernsthaft. Zu behaupten man habe im Jahr 2015 die eigene Webadresse vergessen drauf zu schreiben, das ist billig. Webadressen vergisst nicht mal die Antifa oder die Schattenparker auf ihren Plakaten (und die sind sonst gestalterisch völlig katastrophal) aber dann dann sowas draufzuschreiben, das ist wie die Badische Zeitung richtig bemerkt ein Grund für Empörung. Und es ist irgendwie auch billig. Zum Inhalt der Plakate habe ich ja schon geschrieben.

Noch ein tweet zum Thema

Gelacht habe ich dann als er mir erklärt hat, sie hätten halt die Internetadresse geschrieben. Sonst machte er einen ganz netten Eindruck, so nach älterm Geschichtenonkel. Der mir dann erklärte aufgrund ihres Strömungsgutachtens sei im Grunde der Flugbetrieb in Freiburg und damit auch die zahlreichen Ambulanzflüge mit Kranken und Organen gefährdet.

Quelle: Website Freiburg Lebenswert.  Herr Kallinicht setzt sich auch gegen Verkehrslärm ein. Flugzeuge seien ja nicht mehr so laut.
Quelle: Website Freiburg Lebenswert.
Herr Kallinicht setzt sich auch gegen Verkehrslärm ein. Flugzeuge seien ja nicht mehr so laut.

Da habe ich mich mal bei Freunden vom Rettungsdienst informiert, die darüber Überblick haben: Anlieferungen von Erkrankten mit dem Krankenwagen oder dem Rettungswagen zum Flugplatz habe es keine gegeben.

Die Anlieferungen von Organen oder das abholen mit Fahrzeugen des Rettungsdienstes war im Einstelligen Bereich. Gut möglich das solche Fahrten etwa mit Privat PKW oder Taxis erfolgten, aber dann waren sie natürlich ohne Blaulicht und auch weniger dringlich.

Auch sonst war Herr Kallinicht ganz lustig drauf eigentlich und hat dann noch Plakate angekündigt, die die Leute „aufregen werden“. Ich habe ihm dann gesagt, das es seine Sache sei, wen er per Plakat diffamieren will. Ob das seinem Anliegen nutzt, müße er sich überlegen.

Man hätte ja auch das Gutachten in den Vordergrund stellen können, das die BI für viel Geld in Auftrag gegeben hat…