Replik auf Leserbrief “Dass Scholz die Auslieferung ausschließt, finde ich richtig und wichtig” von Susanne Wiesinger, Freiburg.

Der Leserbrief enthält eine Reihe von Merkwürdigkeiten. Zum einen ist Frau Wiesinger Mitglied im Vorstand der hiesigen Frauen Union, einem „organisatorischen Zusammenschluss der weiblichen Mitglieder der CDU”. 

Als solcher dürfte ihr nicht entgangen sein, das zuletzt die Fraktion der CDU/CSU im Bundestag einen Antrag mit dem Titel „Unterstützung für die Ukraine konsequent fortsetzen – Lieferung des Taurus-Marschflugkörpers beschließen“ (Bundestagsdrucksache 20/9143) am 07.11.2023 in den Bundestag eingebracht hat, der am 17.01.2024 mit der Mehrheit der Regierung aus SPD, Grünen und FDP abgelehnt wurde.

Taurus Marschflugkörper

Auch die Aussage, zur Bedienung müssten deutsche Waffentechniker in der Ukraine präsent sein, ist nicht haltbar. Schon in der Vergangenheit haben Ukrainische Soldaten und Techniker gezeigt, dass sie auch schnell komplexe Waffensysteme durchdringen können.

Auch die Aussage, “der Taurus” enthalte “eine halbe Tonne Sprengstoff”, erschließt sich mir aus dem Studium öffentlich zugänglicher Quellen nicht, diese Gewichtsangabe scheint sich auf den gesamten Sprengkopf zu beziehen. Wobei die zerstörerische Wirkung Wohl aus dem Zusammenwirken von Einschlag, Sprengstoff und anderen Faktoren erreicht wird. 

Russland hat in der Vergangenheit immer wieder, mehr oder wenig willkürliche rote Linien aufgestellt und dann überschritten, z.B. Nato Beitritt Finnlands, Lieferung von Leopard Panzern, Wirtschaftssanktionen, Lieferung von Luftabwehrsystemen, usw. ohne das es zu konkreten Schritten Russlands kam.

Russland selbst nutzt, bis auf Kernwaffen, alle Waffen – auch solche die mit dem Taurus Marschflugkörper vergleichbar sind – in seinem Arsenal gegen die Ukraine und nimmt auch auf Schäden bei der Zivilbevölkerung keine Rücksicht, seine Soldaten plündern und Massakrieren die Zivilbevölkerung. Es schreckt auch nicht vor der Zerstörung von lebenswichtiger Infrastruktur, wie etwa des Kachowka-Staudamms nicht zurück 

Die Grünen sind mit einer klaren Aussage zur Unterstützung der Ukraine in den Bundestagswahlkampf gegangen. So forderte Robert Habeck, damals Vorsitzender der Grünen bei einem Besuch am 25.05.2021Waffen zur Verteidigung” an die Ukraine zu liefern. 

Gerade vor dem Hintergrund, dass sich Politiker der CDU in der Vergangenheit für eine Reihe von Waffenlieferungen stark gemacht haben, bzw. in der Regierungszeit der CDU auch Waffen an Russland exportiert wurden – auch nach Annexion der Krim – mutet es befremdlich an, hier ausgerechnet die Grünen anzugehen. Besonders vor dem Hintergrund, dass Sie Frau Wiesinger, wahrscheinlich als Beisitzerin in der Frauen Union, selbst Mitglied der CDU sind.

Die Konrad Adenauer Stiftung und andere Bildungsanbieter, bieten umfangreiche Informationen, über die Tagespresse hinaus um sich über den Konflikt zu informieren (siehe: https://www.kas.de/de/russischer-angriffskrieg-auf-die-ukraine) gerade als Person mit Führungsämter – auch auf lokaler Ebene – sollte man sich informieren, bevor man einen Lesebrief schreibt. Auch lokale Radiosender, wie RDL bieten mit der Sendereihe “Radio Ech” umfangreiche Informationen: https://rdl.de/sendung/radio-ech-deutsch-0

Ukrainischer Rettungswagen in Freiburg

Am 11.11.23 war von 10:00 bis 16:00 ein zerschossener Ukrainischer Rettungswagen aus Charkiv nach Freiburg. Die Initiative “Fellas for Europe e.V” sammelt spenden für den Kauf eines neuen Rettungswagen. 

Die Kosten für den Transport hat die Freiburger Bundestagsabgeordnete Chantal Kopf übernommen.

Zum Hintergrund des Rettungswagens:

Am 24.2.2022 weitete Russland seinen Angriffskrieg auf die gesamte Ukraine aus. Die Grenzregionen wurden teilweise besetzt. Natürlich versuchten die Ukrainer sofort, die Menschen zu evakuieren, um so der Besetzung zu entkommen.

Auch wenn Russland keinen „grünen Korridore“ für die Evakuierung zugesagtt hatte. Es war ein glücklicher Zufall, dass in der kleinen Stadt Derhachi in der Region Charkiw dieser alte Krankenwagen aus der Sowjetzeit noch immer in der Krankenhausgarage geparkt war. Auch in der Ukraine sind inzwischen die Rettungsdienstfahrzeuge neuer.

Das leichte, geländegängige Fahrzeug konnte über die Feldwege in die Dörfer fahren und dort bettlägerige Menschen evakuieren, die mit den normalen Autos nicht transportiert werden konnten.

Am 12. März 2022 bombardierten russische Truppen wahllos zivile Einrichtungen in Derhatshi und zerstörten das örtliche Krankenhaus. Der Fahrer des Krankenwagens wollte gerade zum nächsten Evakuierungseinsatz aufbrechen, als das Auto von Splittern einer Streubombe durchlöchert wurde.

Der Fahrer wurde schwer verletzt, überlebte aber glücklicherweise. Der Einschlag der Bombensplitter ist überall im Fahrzeug zu sehen. Mit der gezielten Zerstörung des Krankenhauses – ein Kriegsverbrechen, denn das Kriegsrecht stellt medizinische Einrichtungen unter besonderen Schutz – wurden zahllose Zivilisten in und um Derhachi abrupt von der Notfallrettung und medizinischen Versorgung abgeschnitten.

Dieser alte Krankenwagen, wurde dann als Zeichen der Beständigkeit und des Lebenswillens „Barwinka“ genannt haben, ist ein Mahnmal für die russischen Kriegsverbrechen in der Ukraine, aber auch für die Notwendigkeit medizinisches Personal und Einrichtungen zu schützen.

(Die Darstellung auf dem Flyer ist verkürzend, hierfür möchte ich mich entschuldigen)

Wie wars?

“Kann ich spenden?”
“Das Auto stinkt extrem nach Fisch, war der im Meer?”
“Hier 50 Euro”
“Warum machen Sie das? Um auf die Grausamkeit aufmerksam zu machen?”
Zwei Ukrainerinnen weinen als sie das Auto sehen.
“ich habe im ukrainischen Nachrichten gehört, dass der Krieg in drei Monaten vorbei ist”
“Danke, das sie hier das machen”
“Sammeln Sie auch für Palästina?”
“Kann ich ihnen auch Bargeld geben? Ich mag Paypal nicht”
“Was hat das gekostet, das Auto herzubringen?” “155 Euro, spendet Chantal Kopf”


Ein Mann fotografiert den zerschossenen Krankenwagen mit dem Auto.
“9 mm, das sind 9 mm Einschusslöcher”
Jugendliche machen ein Selfie
“Wer hat das organisiert?” “Ich”
“Da gibt es eine Vorgeschichte, wir haben Russland versprochen die Nato nicht auszuweiten. Auch die USA brechen das Völkerrecht… Die Mainstream Medien verschweigen uns vieles”.
“Ich bin der Leiter eines Rettungsdienst in Südbaden, geben sie mir ihre Kontaktdaten, vielleicht können wir einen alten RTW spenden”

So einige der Gespräche, die wir am Bertoldsbrunen zwischen 9:30 und 16:20 heute am Samstag 11.11.23 geführt haben.

Gegen 15:00 bog erst die Kurdistan Demo an uns vorbei auf die Kano ein, stoppte und hielt ihre Kundgebung neben uns. Von der anderen Seiten marschierten #Querdenker auf. Die Polizei hielt die Kurden auf dem Gehsteig und #Querdenken auf der Straße.

Klar fühlten sich einige aus der ukrainische Community provoziert, ist doch der Ruf nach “Frieden”, den die Querdenker immer vortragen, eigentlich die Ansage, dass Deutschland die Ukraine nicht unterstützen soll und kein Aufforderung an Russland seine Truppen abzuziehen.

Danke an Chantal Kopf für die Übernahme der Transportkosten, die Helfenden von Grünen, SPD, Volt und der Deutsch-Ukrainischen Gesellschaft und Fellas4Europe für den #Krankenwagen.

„Ukrainischer Rettungswagen in Freiburg“ weiterlesen

Links

und wieder spannendes zur AfD:

Tagesspiegel Interview zur AFD: Konfliktforscher Andreas Zick zu Rechtspopulismus Wir dürfen unsere Toleranz nicht überschätzen

„Aus Meinungsumfragen und Analysen von Reden, Flyern und Plakaten rechtspopulistischer Parteien ist klar herauszulesen: Das Potenzial liegt in den bürgerlichen, gut situierten Mittelschichten. Hier erreicht die Propaganda viele Bürger in ihren Vorurteilen gegen die Einwanderung, in ihren vermeintlichen Vorrechten als Einheimische, aber auch in autoritären Sicherheitsvorstellungen, was Strafen bei Normverstößen betrifft.“

Ein sehr gutes Interview, dass die Hintergründe und das funktionieren einer Partei wie der AfD erläutert.

Nochmal zum Thema AfD und wie deren Debatten funktionieren: „Die AfD kann sich auf die Anfang der 1990er Jahre in den sogenannten Culture-Wars entwickelte „Anti-PC-Strategie“ stützen. Die AfD nimmt eigentlich rückwärtsgewandte Positionen ein, für eine stärkere Disziplinierung und für den Vorrang von Sekundärtugenden gegenüber Tugenden wie Freiheit, Gleichheit, Solidarität. Die Strategie besteht darin, die Spießigkeit, die in den Forderungen steckt, emanzipatorischen Forderungen entgegenzuhalten. Der Spieß wird umgedreht“

Ein weiteres Tagesspiegel Interview mit dem Soziologen: Andreas Kemper

 

Zu Putins kleiner Invasion in der Ukraine:

Zurückgeschrieben Was haben Sie gegen Putin, Herr Martenstein? am 05.10.2014 15:52 Uhr von im Tagesspiegel: „…Ich wundere mich darüber, dass man in Deutschland ernsthaft darüber diskutieren muss, ob ein Staat Gebiete von Nachbarstaaten militärisch erobern darf oder nicht…“

 

Wer jetzt so nix zu lesen hat, dem kann ich die folgenden Artikel ans Herz legen:

Peer Steinbrück“Der Fisch ist noch nicht gebürstet“ – Peer Steinbrück hat im Wahlkampf Erfahrungen gemacht, die er nicht für möglich gehalten hatte. Mit der ZEIT spricht er über mangelnden Respekt der Medien, eigene Fehler und die Risiken der SPD-Mitgliederbefragung Quelle DIE ZEIT, 21.11.2013 Nr. 48

 

Wie eine internationle Koalition aus Rechtskonservativen und Russen, Sturm gegen die Homoehe in Estland macht: Unholy alliance of US and Russian Christians fight Estonian gay rights

 

Der Indonesische Islam ist anders: Neu gewählter Präsident „Indonesien ist der moderne Islam“ Video Islam ist nicht gleich Islamismus: „Er will Terrororganisationen wie dem „Islamischen Staat“ sein „Soft-Power“-Konzept entgegensetzen. In Indonesien leben weltweit am meisten Muslime.“
http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/2253228/Demokratie-und-Islam-verstehen-sich

 

Links (zum Ukraine -Rußland Konflikt)

Schon lange habe ich eine Sammlung interessanter Links zu Zeitungsartikeln, Blogs und anderen Internetquellen angelegt, die sich mit dem Konflikt in der Ostukraine und auf der Krim beschäftigen. Ich finde diese Artikel teils aufschlußreich, teils interessant.

Offener Brief eines Slavisten an Gabriele Krone-Schmalz: „Polen suchte und fand zwischen 1918 und 1939 England und Frankreich, die Tschechoslowakei, 1938 im Stich gelassen von Frankreich und England, fand die Vereinigten Staaten von Amerika. Die “Satelliten” und Unionsrepubliken der Sowjetunion fanden die NATO. Wer aber niemanden fand, der ist jetzt verraten und verkauft. Kann es ein stärkeres Argument für die NATO geben? Oder sehen Sie das transatlantische Bündnis als Zwangsgemeinschaft unter der Fuchtel der USA?“ Eine schöne Zusammenfassung der inneren Wiedersprüche der ‚ Rußlandversteher‘

In der FAZ erklärt Reinhard Merkel warum wir etwas weniger laut schreien sollten wenn es um die Völkerrechtswiedrigkeit der Krimanexion geht. Der Text ist vom 7.4.2014: Sezession, Referendum und Beitritt schließen eine Annexion aus, und zwar selbst dann, wenn alle drei völkerrechtswidrig gewesen sein sollten. Der Unterschied zur Annexion, den sie markieren, ist ungefähr der zwischen Wegnehmen und Annehmen. Auch wenn ein Geber, hier die De-facto-Regierung der Krim, rechtswidrig handelt, macht er den Annehmenden nicht zum Wegnehmer. “

Ebenfalls in der FAZ gibt Wladimir Jasskow Antwort auf den Brief diversers Prominenter zum Frieden mit Rußland: „Wer über die Ukraine und Russland in Allgemeinplätzen nachdenkt, der kämpft nicht für den Frieden, sondern betreibt Kollaboration: Eine Antwort auf den von vielen Prominenten unterschriebenen Aufruf „Wieder Krieg in Europa?“

Euromaidanpress erklärt uns warum Orientalismus in unserem Bezug auf die Sicht der Ukraine ein Problem darstellt. „Pro-russische Argumente funktionieren im Allgemeinen entlang zweier Richtlinien: einer eher auf „Whataboutism“ basierenden und einer eher „geopolitischen“. (…) Die „geopolitische“ Richtung jedoch hat einen etwas höheren Wert. Diese Richtung verteidigt die Handlungen Russlands, indem sie den Westen beschuldigt, sich in die Angelegenheiten einer Region einzumischen, wo sie er keinerlei Recht hat zu operieren, (…) Das Hauptopfer dieser Stereotype ist unsere Fähigkeit, Osteuropa richtig zu verstehen. Westliche Einflüsse können nicht übersehen werden, aber es ist grundfalsch, die ukrainische Demokratiebewegung als eine Umleitung um die vorgeblich „natürliche“, unausweichliche Ordnung der Dinge zu sehen, in der wir Ukrainer und Ukrainerinnen nicht einmal der Würde als aktive Subjekte und Nation für wert befinden.“

Die Taz spricht mit der Juristin Constanze Stelzenmüller und die sieht die europäische Friedensordnung in Gefahr. Ein Gespräch über Putin, Obama und rote Linien.

Zeit Journalistin Alice Bota über die Leserkomemntare zur Ukraine Krise: „Wie man denn dazu komme, zu behaupten, Russland sei an dem Krieg in der Ostukraine beteiligt? Dafür gebe es keine Beweise! Meist schreibe ich dann ausführlich zurück. Doch, schreibe ich, es gibt Beweise. (…) Der Leserbrief von Herrn B. steht für ein Phänomen, nämlich die Flucht in die Relativierung, wenn es um die russische Politik geht. Mal speist sich diese Relativierung aus der Angst, dass Deutschland in diesen Krieg hineingezogen werden könnte, mal aus dem Misstrauen gegenüber den Amerikanern, mal aus dem Hass auf sie; mal aus einer empfundenen historischen Schuld gegenüber Russland (die paradoxerweise selten den Ukrainern, Belarussen und Polen zuteil wird); mal aus Europaverachtung; mal aus Überforderung.“

in English

Anne Applebaum expalins the working of Putinism. Is there someting like a coherent ideology or not?

The  New York Times explains how propanda in Putin’s Russia works: „Mr. Pomerantsev’s area of study is propaganda, and he believes he saw many classic techniques at work in Moscow. He says one favorite trick was to put a credible expert next to a neo-Nazi, juxtaposing fact with fiction so as to encourage so much cynicism that viewers believed very little. Another was to give credence to conspiracy theories — by definition difficult to rebut because their proponents are immune to reasoned debate. (…) “and to use the idea of a plurality of truths to feed disinformation, which in the end looks to trash the information space.“

Politico Magazine has an article about the same topic.

Anne Applebaum explains a more realist view about the lead up to the conflict with Russia: No treaties prohibiting NATO expansion were ever signed with Russia. No promises were broken. Nor did the impetus for NATO expansion come from a “triumphalist” Washington. On the contrary, Poland’s first efforts to apply in 1992 were rebuffed (…) When the slow, cautious expansion eventually took place, constant efforts were made to reassure Russia. No NATO bases were placed in the new member states, and until 2013 no exercises were conducted there. A Russia-NATO agreement in 1997 promised no movement of nuclear installations. A NATO-Russia Council was set up in 2002. In response to Russian objections, Ukraine and Georgia were, in fact, denied NATO membership plans in 2008″

„the illegitimacy of spheres of influence: Russia’s actions and Putin’s rhetoric are redolent of a nineteenth century view that great powers are entitled to special privileges in weaker, neighbouring states“ and why the Russian Actions threaten our world order.

The Strange Case of Foreign pro-Kremlin Radical Leftists„Pro Kremlin leftists who consider themselves radical marxists and are normally censorious, if not disparaging of US corporate media and governmental pronouncements, do not extend that critical doubt to Russian government media. Despite being funded and controlled by an authoritarian right-wing government, foreign leftists read and retransmit accounts from this official outlet“

What is an invasion? Has Russia invaded Ukraine? Or what is Russia doing in Ukraine? The Economist tries to analyse and why everyone is silent: „Has Russia invaded eastern Ukraine? It is useful for almost everyone to behave as if it hasn’t: the Russians themselves, obviously, but also the United States and the European Union. John Kerry robustly denounced what he described as Russia’s “illegal and illegitimate effort to destabilise a sovereign state,” shenanigans which, he said, might presage a military incursion—as if these were starkly defined categories. An old-fashioned, tanks and troops invasion would require the West to respond much more vigorously, and at much greater cost and risk to itself, than it has done so far, not least because its leaders have promised as much.“

The interpreter magazine, a small online publication from Kiev analyses the working of the Russia Today:In our Watching Russia column, we have been writing analysis of RT’s media coverage. We’ve been focusing on the guests who appear on RT as experts. Who are these people, what is their expertise, and do they have any facts to support their arguments? With each article we have discovered that many guests have little expertise and champion conspiracy theories that are not supported by the facts.“

Links (schon lange mal wieder keine gehabt)

Regionales

Etwas regionales: Was wäre wenn jemand im AKW Fessenheim Geiseln nehmen würde und uns alle erpresst? Ein spanner Krimi über die Terrorgefahr in Kernkraftwerken. „Der Tag der Wahrheit“

Die Kontext Wochenzeitung fällt ein vernichtendes Urteil über Guido Wolf: „Die CDU hat eine neue Lichtgestalt: Guido Wolf, 53, Blutreiter aus dem oberschwäbischen Weingarten und Landrat aus Tuttlingen. Er präsentiert sich heute schon als Oberministerpräsident, und keiner fragt, was er eigentlich vorher geleistet hat. Im Bermudadreieck von Erwin Teufel und Volker Kauder verfliegt der Zauber schnell.

Soziologisches

Im Deutschlandradio kommt einer unserer Freiburger Soziologie Professoren zu Wort und erklärt Details über das unternehmerische Selbst und unsere Selbstvermarktung: „Wie das Ich zu Markte getragen wird

PEGIDA

Die TAZ kommentiert über die „Die reaktionäre Mittelschicht“ und die Ursache von PEGIDA: „Die Grundhaltung des reaktionären Teils der Mittelschicht ist geprägt von Entsolidarisierung, Rassismus und Wohlstandschauvinismus, von Ungleichheits- und Wettbewerbsideologien. Die neoliberale Ideologie, die auf Wettbewerb, Marktfundamentalismus und Individualismus setzt, dürfte hier deutliche Spuren im Bewusstsein der Menschen hinterlassen haben. Es ist zugleich der Schwäche der gesellschaftlichen Linken geschuldet, dass Ansätze der Krisenverarbeitung nicht im Kontext von Solidarität und Kooperation verlaufen.“

Der Deutschlandfunk berichtet über verängstigte Flüchtlinge die in Dresden Leben. Die Morgenpost enthüllt Lutz Bachmanns sehr „er ist wieder da“ Hitler-Nachmache.

Auch ganz großes Kino: Die Pulikative hat ein Video mit einer Rede des Leipziger PEGIA Ablegers. „Es spricht der Föhrer zum Volk.“

Das Wissenschaftszentrum Berlin hat die Teilneher der PEGIDA Demo beobachtet: „Es konnten 670 Handzettel verteilt werden – unter schwierigen Bedingungen. Die Teams berichten übereinstimmend, dass die Mehrheit der Angesprochenen (ca. 1.800) die Annahme der Handzettel und Gespräche verweigerte. Bei bisherigen Befragungen von Demonstranten (u.a. Stuttgart 21, Hartz IV) fanden Fragebögen problemlos Abnehmer.“

Populismus, die AFD und das Märchen vom kranke Menschenverstand, aus „The European“: „Als Beleg für die Richtigkeit einer Aussage taugt er ebenso wenig wie die Berufung auf göttliche Eingebung oder Meinungsumfragen. “ Eine passende und beissend geschriebene Replik auf viele Rechtspopulisten.

Ukraine

Russisches Video, das erklärt (mit entglischen Untertiteln) warum die USA endlich einen Großkrieg brauchen um ihre Staatsverschuldung loszuwerden.

Wesentlich mehr Analyse, weniger Propaganda und mehr SInn: Timothy Snyder erklärt wie es zu seiner Bloodlands Hypothese kommt:

Das große Unbehangen: „Mit Putin wurde alles anders. Denn wir erleben, wie unser Verstehen-Wollen, wie unsere Kompromisssuche keine Wirkung zeigt, keinen Frieden bringt. Im Gegenteil, die andere Seite scheint dieses Bemühen eiskalt einzuberechnen, um mit nackter Gewalt Boden gut zu machen, Städte und Regionen militärisch zu erobern, während wir von Waffenstillstand und Verhandlungslösung reden.“

Links für den Dezember

Auch im Dezember gibt es wieder von mir eine kuratierte Sammlung interessanter Links:

The New Yorker Magazine on Angela Merkel: „the quiet german“. A good portrait of our current leader.

On the current crisis in Ukraine:

A good app if you are in a crisis and want to chat: Firechat

in German:

„In „Information Civilization“, dem Buch, an dem sie gerade schreibt, will sie ausführen, wie ein sozialer Entwurf auszusehen hat, der nicht mehr auf Massenproduktion und Massenkonsum zugeschnitten ist, sondern auf die dezentralisierte Welt des Individuums.“ aus der FAZ

„Wir sollen uns doch bitte nicht so aufregen. Vor ein bisschen Überwachung und ausufernden Sicherheitsbehörden hätten „anständige Bürger“ doch gar nichts zu befürchten.“ Die Gefahren des Überwachungsstaats…

Jugendliche fordern und die Parteien antworten, Junges Freiburg kommt gut weg und das Jugendbüro macht gute Arbeit. Aus der Badischen Zeitung.

on Russia, Ukraine and Nato

Two interesting articles about the recent development in Ukraine:

From The Atlantic community Magazine“ It is widely believed that NATO cannot station forces permanently in Eastern Europe without violating a pledge it gave to Russia in 1997, in the NATO-Russia Founding Act.  The belief is accepted even in articles that favor stationing troops in Eastern Europe. Yet, as we shall see, a simple cursory examination of the 1997 document reveals that it is not the case.

NATO reiterates that in the current and foreseeable security environment, the Alliance will carry out its collective defence and other missions by ensuring the necessary interoperability, integration, and capability for reinforcement rather than by additional permanent stationing of substantial combat forces.“

And a very good article that explains everything from Russia Today to Putins Plans

Yes, Russia Matters: Putin’s Guerrilla Strategy (from the World Affairs Journal Website

„When RT first launched in 2005, it featured programs about the joys of Russian culture and countryside. But the ratings were terrible. So gradually RT changed its approach. Instead of focusing on Russia, it chose to climb inside existing Western ideological narratives that were already hostile to the US and “Western hegemony.” (…)
It is no accident that a recurring feature of RT programs is conspiracy theories, ranging from tales of the Bilderberg Group to lurid reporting on how Western media cover up their governments’ crimes. Appealing to the conspiracy mind-set reinforces the Kremlin’s underlying message that the Western model of democratic capitalism is a failure and a sham

Exclusive: Russian Soldiers Reveal the Truth Behind Putin’s Secret War (Newsweek)

„So as not to be identified as Russian regular forces, commanders ordered the paratroopers to change into the Western military surplus desert camouflage their wives had to buy for them, with their own money. (…) The use of misleading uniforms to sneak into foreign territory for a secret operation does not surprise Russian military experts. One Moscow-based army analyst recalled the earlier “masquerades” or false flag operations under Soviet military doctrine, sending Soviet and Russian commandos dressed as locals…“