Kunstlieder und Mobilfunkgegner

Am Freitag kam Jörg Gutbier in die Waldorfschule Freiburg Rieselfeld, um dort über die Gefahren von 5G und den Kampf dagegen zu berichten. Das Thema ist in Freiburg wieder aufgeflammt, weil in Kappel ein Sendemast aufgestellt werden soll, der Teile des bisher unterversorgten Tals mit Mobilfunk versorgen will. Und angeblich hätten sich in Kappel besonders viele “Strahlensensible” Menschen angesiedelt .

Im Saal der Waldorfschule hängt sonst ein Steiner Portrait, das aber am Abend nicht zu sehen ist, draußen gab es recht leckere selbstgemachte Kuchen gegen Spenden und einen Büchertisch. 

Der Abend begann mit dem Vortrag einiger Kunstlieder, zunächst war nicht klar, wie es zu dieser Kombination kam, das klärte sich aber schnell auf. Der Interpret war ehemaliger Schüler der Waldorfschule, durchaus ein Stimmgewaltiger Sänger und bezeichnet sich selbst als  „elektrohypersensibel“ und erklärt, er habe nur Kabelgebundene Telefone, Computer, etc. Sei aber durch das Telefon seiner Oma müde geworden. Unter Funkeinfluss könne er sich nicht konzentrieren. 

Schon in seinem Eingangsstatement wurde recht deutlich: Er hält Burnout für eine durch Funkwellen erzeugte Krankheit, der man abhelfen könnte, wie ihm ein Dr Klinghart, hat in Vortrag verdeutlicht habe, in dem man sämtliche funkenden Geräte aus dem eigenen Leben verbanne. Er selbst sei auch mit Mitte 20 burn out krank gewesen und um im Abendgymnasium auf welches er gegangen sei, musste jeder ein Handy habe. Bei Klassenarbeiten, die er alleine in einem Raum geschrieben hätte, wäre er zwei Noten besser gewesen. Gerade für Behinderte mit Tetraspastik bewirke die Bestrahlung mit Handy massive Verspannung. Diese Strahlen hindern am finden eines Ausbildungsplatzes!! Bei vollem Haus mit Smartphone wäre er nicht in der Lage zu singen. 

Deshalb habe er den Vortrag heute Abend organisiert. 

Seine Einführung schloss sich dann auch noch ein paar Anekdoten über strahlen geplagte Menschen an. Etwa einer Frau Dr Barbara Domen, die sich um die Leute kümmere und deren meisten Patienten aufgrund der Strahlenkranken ALG2 abhängig wären. Oder die eines Kindes, das nach Ausstecken des elterlichen DECT Telefons endlich wieder durchschlafen könnte und von der Sonderschule zurück aufs Gymnasium gewechselt sei.

All diese Erzählungen lassen sich nicht überprüfen. Bei so manchem kam mir der Gedanke, ob es sich nicht um Menschen handelt, die einfach ME CFS oder ein anderes Postvirales Erschöpfungssyndrom haben oder hatte. Auch sonst ist Burn-Out ja durchaus durch Reizüberflutung oder Überlastung zu erklären und nicht durch Handystrahlen. 

Vortrag Gutbier

Dann kam der Vortrag von Jörg Gutbier. Grundsätzlich kann man diese Vorträge unterschiedlich aufbauen. Peter Hensinger etwa sprang in über 100 Folien von Studie zu Studie um so den Eindruck der Seriosität und Fundhierdheit zu vermitteln – was für die Leute im Raum erstmal gelang, dann aber bei der genauen Beschäftigung mit den Studien wie ein Kartenhaus in sich zusammenbrach. Dr. Wolf Bergmann klingt eher wie Captain Blaubär und auf diesem Niveau sind dann auch die Ausführungen.

Jörn Gutbier ist eigentlich ganz angenehm, nicht zu viele Folien, nicht zu viel erzählt, nicht zu schnell und auch gut fasslich. Die Inhalte sind dann aber nicht viel anders, als das, was sonst von Diagnose Funk erzählt wird.

Spannend war dann, was er über Diagnose Funk erzählt hat, die inzwischen 2,5 Angestellte. Allerdings stellt sich ihre Arbeit doch als frustrierend da: In den 1990er habe man noch versucht Mobilfunk komplett zu verhindern, spätestens 2007 mit der Einführung des Smartphones sei es dann vorbei gewesen, der Widerstand sei verschwunden. So schön es wäre, „das Handy” wegzuwerfen, das ginge aber nicht. 

Aber dann gibt es auch Lichtblicke, z.B. sei die Bürgerversammlung ein schwerer Schlag für die Mobilfunkbefürworter gewesen (hatte ich jetzt anders in Erinnerung) Aber dann sei Corona gekommen und alles wäre platt gewesen – Das ist recht spannend, weil sich ja durch Corona auch viele Gruppen gefunden haben, aber die Technologieaversion hat wohl dafür gesorgt, dass die Gruppen nur schwierig in der Zeit arbeiten konnten. Es gab ja entsprechende Berichte aus Freiburg, dass die Anti-5G-Gruppe, die mit der Stadtverwaltung arbeitete, eine extra Betreuerin brauchte.

Dann gab es den “wissenschaftlichen” Teil der Präsentation, da werden dann die zu hohen Grenzwerte beklagt, Beispiele für Regionen und Orte mit niedrigeren Grenzwerten genannt (ob die so immer stimmen, beim letzten Mal als ich es nachgeforscht habe, gab es die Teils nicht mehr oder Regionen und Städte können das gar nicht beschließen).

Aber auch eine sehr komplexe Folie, in der, jeweils ohne dass man es gut nachvollziehen kann, unter der Berücksichtigung einzelner Studien von Gutbier postuliert wurde, dass es gefährlich sei.

Ich habe an dieser Stelle nicht die Lust Punkt für Punkt, die Studien und Aussagen durchzogene, wie ich das 2019 getan habe, damals habe ich aber bei sehr vielen Studien zumindest Kritik gefunden oder gar Hinweise, dass diese Widerlegt sind bzw. man das ganze auch sehr anders sehen kann.

Forderungen

Nun gab es dann nach der Angstphase, dann die Forderungen von Diagnose Funk. Da ist einiges dabei, worüber man sicher diskutieren kann, etwa statt vier Mobilfunknetzen nur eines zu betreiben, so wie das etwa in anderen Ländern der Fall ist.

Oder auch Strahlungsintensive Technik wie GSM (also 2 G) abzuschalten, was man ja bei bestehenden 5G Abdeckugn durchaus tun könnte.

Außerdem sollen Kleinzellen (!) eingeführt werden, um somit die Emissionen zu reduzieren. Gerade als er das vorgetragen hatte, war ich verwundert das kein Raunen oder gar Entsetzen durchs Publikum ging, denn bisher war “der Funkmast in jeder Straßenlaterne”, ja eine der Horrorvorstellung der Szene.

Undgäbe es ja bald für den Innenbereich Sogenannte LiFi Technik, damit könnte man dann drahtlos Daten per Infrarot übertragen. Das PureLifi stünde vor Serienreife und damit könnte man der „Totale Verseuchung der Innenräumen mit WLAN” ein Ende setzen.

Pause

Irgendwann gab es dann noch eine Pause, bei der sich die Anwesenden unterhielten. Eine ältere Frau mit weißen Haaren gab mir dann einen Zettel, in dem ich als “Babayvaxxer” bezeichnet werde. 

Ich sehe das als Auszeichnung. 

Ich habe mir dann einen Kuchen geholt, wobei Tjark Voigts mich beäugte, wahrscheilich um Sicherzustellen ob ich denn auch Geld ins Spendenkässle geworfen habe.

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WahlChilli24

Auch dieses Jahr wird es wieder einen Wahl-O-Mat basierend auf den Fragen des Chillimagazin.

https://wahlchilli24.sbamueller.com/
Zum Wahlomat: https://wahlchilli24.sbamueller.com/

Die Angaben sind ohne Gewähr und können eigene Informationsbeschaffung, etwa über die Websites der Parteien, an Wahlkampfständen oder Social Media Angebote nicht ersetzen.

zum WahlChili24

Im Einzelfall kann es sein, das das Übertragen von 30*17 Antworten = 510 Antworten zu Fehlern gekommen ist. Ich bitte daher das System zu testen und mir Rückmeldung zu geben. 

Für ihre Stellungnahmen zu den Thesen sind die Gruppen selbst verantwortlich. Erläuterungen wurden nicht abgefragt. In Freiburg kandidieren 20 Listen. Zum Zeitpunkt der Drucklegung lagen dem Chilli-Magazin keine Antworten von der “Liste Meinrad Spitz”, der “Anarchistischen Pogo-Partei” und “Für Freiburg aus Christlicher Verantwortung”, vor.  

Wieso ist die AfD enthalten?

Nach Diskussionen haben wir uns entschieden, auch die Antworten der AfD in den Wahl-O-Mat einzufügen, obwohl diese vom Landesamt für Verfassungsschutz und vom Bundesamt für Verfassungsschutz als „rechtsextremistischer Verdachtsfall“ eingestuft wird. Die Jugendorganisation der AfD “Junge Alternative” wird als “gesichert rechtsextremistisch” eingestuft.  Die verfassungsfeindliche Programmatik ist durch einen Wahl-O-Mat nur schwer oder gar nicht zu erfassen.

Begriffe

Es gab die Rückmeldung, das einige verwendet Begriffe und Fragen unklar seien.

„Sportspange West“ = Im Freiburger Osten rund um das Dreisamstadion gibt es eine Reihe von Sporteinrichtungen (Freiburger Turnerschaft, Uni, SC, …) diese werden als Sportspange bezeichnet. Im Chilli Magazin vom 17.10.2020 wurde die Vision einer sportlichen Nutzung des Geländes des Flugplatzes mit zahlreichen Sportstätten, auch etwa einem einen Eisstadion, diskutiert.

„Haus Lörracher Str. 31“ = es handelt sich um ein Gebäude, welches die Stadt mit Geld der Mäzenin Gertraud Hurrle gekauft hat und das nun saniert werden soll. Das Gebäude gehört der Moratstiftung, die eine wertvollen Kunstsammlung besitzt. Drei riesige Hallen, 2000 Quadratmeter Ausstellungsfläche. Nun wird diskutiert ob hier nicht auch Bandproberäumde inkludiert werden können bei einer Sanierung.

Wie funktioniert der Wahl-O-Mat?

Dieser lauft auf der Open Source Software Mahlowat, die Daten wurden von mir eingegeben für unsere eigene Umsetzung.

Die Methodik ist dabei ähnlich: Die Journalisten des Chili Magazins haben sich Thesen ausgedacht, etwa „Freiburg sollte noch mehr Tempo-30-Zonen ausweisen“ und die Parteien haben diese jeweils mit Daumen hoch, gleich und runter beantwortet. Das übersetze ich in die Codierungen Zustimmung, Ablehnung und neutral.

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Zum Vortrag von Hajo Funke am 24.2. in Freiburg über seinen „Friedensplan“

Ich war bei einem Vortrag des Politikwissenschaftlers Hajo Funke in der Uni, organisiert von Freiburger Friedensforum am 24.2.24.

Hajo Funke war Prof für Poltik an der FU Berlin und sein Schwerpunkt lag auf den Untersuchungen zu Rechtsextremismus und Antisemitismus in Deutschland, sagt die Wikipedia. Dass er sich als Wissenschaftler und als Aktivist einmischt, das ist bei ihm nicht neu, er ist durchaus ein Wissenschaftler, der eher auf Seite der Schwachen und links steht.

Zum Nachhören bei RDL unsere Besprechung von Hajo Funkes Vortrag

Typische Verwirrungen eines Linken: Im Februar 2023 gehörte Funke zu den Erstunterzeichnern einer von Sahra Wagenknecht und Alice Schwarzer initiierten Petition Manifest für Frieden. Ich glaube, das muss man hier nicht noch mal besonders einordnen. 

Vor dem Hintergrund wurde er vom Friedensforum eingeladen, um seinen “Friedensplan”, wie er es nennt, für die Ukraine vorzustellen.  Den Plan hat er in der Emma publiziert, zusammen mit Prof. Peter Brandt, das ist der Sohn von Willy, General a.D. Harald Kujat (hier im Interview) und Prof. Horst Teltschik. 

Da fällt erstmal auf, dass es alles Leute sind, die tendenziell alle über 70 sind. Das war dann auch der gefühlte Altersdurchschnitt des Publikums beim Vortrag. Was dann auch spannend ist, dass ein feministisches Magazin einen Friedensplan veröffentlicht, der komplett von alten weißen Männern stammt. Ist ja nicht so, dass es das Thema feministische Friedenspolitik oder feministische Außenpolitik gibt. 

Nun ist es nicht so, dass ist nicht der einzige Friedensplan, den es gibt: Es gab ja in den Vergangen zwei Jahren auch Vorschläge der Afrikanischen Union, Chinas, Brasiliens und auch die Ukraine bzw. Selensky einen Friedensplan.

Auf was basiert der Friedensplan?

Die Grundsätzliche Annahme ist: Putin sei zu Verhandlungen bereit, war das schon im März 2022 und wenn man nur richtig verhandle dann käme man schon zum Frieden.

Dazu auch ein Ausschnitt aus dem Vortrag:


Klar, so Provokationen sind wir von Russland gewohnt. Provokationen waren es auch, die überhaupt zu dieser Eskalation im Jahre 2020 2021 22 westlicherseits geführt haben. Da gab es Manöver in der Ukraine, da gab es jede Menge Verträge zwischen der NATO Mitgliedern, also zum Beispiel Vereinigten Staaten usw. Klar, in Provokationen kennen wir uns in dieser kalten Eskalationslogik schon seit Jahren aus. Auch dieser Krieg kam nicht von ungefähr aus dem Nichts heraus. Er hatte provokative Vorläufer.

Hajo Funke am 24.2. Vortrag in der Uni Freiburg auf Einladung des Friedensforums. Automatisch generiertes Transkript.

Und der Westen hat auch der Ukraine verboten, Frieden zu machen bzw. ein bereits ausgehandelter – unterschriftsreifer Friedensplan – sei vom Westen verboten worden.

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Querdenker SLAPP Versuch schlägt fehl: Man darf Bea P. eine “tragende intellektuelle Vordenkerin der Südbadischen Coronaleugner- und Querdenker-Szenen” nennen

Das Amtsgericht Freiburg hat entschieden: Man darf Bea P eine „tragende intellektuelle Vordenkerin der Südbadischen Coronaleugner- und Querdenker-Szene nennen. Das ist nicht nur von der Meinungsfreiheit gedeckt, weil es sich nicht um eine Tatsachenbehauptung handelt, sondern um Werturteil. Und selbst wenn es eine Tatsachenbehauptung wäre, so sei diese hinreichend belegt und es bestünde auch ein berechtigtes Interesse daran dies aufzudecken. (Aktenzeichen: 28 Cs 415 Js 27965/22)

Das ist nicht nur ein Sieg für die Meinungsfreiheit, sondern bestärkt auch all die, die sich im Kampf gegen Schwurbel engagieren und nicht still bleiben.

Doch wie kam es dazu? 

Im Juni 2022 schrieb ich einen Brief an den Vorstand des Europäischen Instituts für Minderheitenrechte. Der Inhalt: Die Aktivitäten ihres Vorstandsmitglieds Dr. Sybille Beate Pfeil in der südbadischen Querdenker-Szene. 

Die waren schon damals beachtlich, so gab es einen Auftritt bei einer Veranstaltung der Friedrich-Ebert-Stiftung, sie nahm an einer Demo gegen das Impfen von Kindern teil.

Sie war auch bei einer Talkrunde auf einer Kundgebung in Ofenburg lokalen Promis aus der Querdenken Szene wie Martin Ruthenberg, Christoph Wonneberger, Christoph Pfluger dort traten auch ein Arzt von MWGFD dabei oder bei einer Veranstaltung der Verschwörungsideologischen Partei “die Basis” am 19.6.22. 

Ihr Engagement verheimlichte sie kaum, gab etwa im Szene Magazin “transition news” interviewen mit den Worten:

“bin ich seit Mai 2020 in die Rolle einer «ehrenamtlichen» Rechtsberaterin für Corona-Massnahmen-Geschädigte aus meinem direkten Umfeld hineingerutscht. Da es insgesamt zu wenige Rechtsanwälte gibt, die sich auf dieses Terrain wagen, ist der Bedarf riesig.
Falls nötig, helfe ich auch bei der Rechtsanwalts-Suche. Ab und zu schreibe ich Behördenbriefe und nehme erläuternd, ergänzend oder korrigierend zu rechtlichen Nachrichten im Netz Stellung, soweit mir das sinnvoll erscheint. Konkret habe ich mich zum Beispiel im November 2020 an der Ausformulierung eines Offenen Briefes zur Änderung des Infektionsschutzgesetzes oder an der Formulierung einer Strafanzeige bei Todesfällen nach der Corona-Impfung beteiligt. (…)”

https://transition-news.org/vereint-im-kampf-gegen-den-pandemie-irrsinn das Interview wurde inzwischen gelöscht, aber sie bestreitet nicht, das gesagt zu haben.

In diesem Schreiben kam ich nach Auflistung der Auftritte und Verwicklungen zum Schluß: 

“Aus unserer Sicht ist Frau Pfeil aufgrund ihrer Vorbildung, ihre Rufs und Eloquenz und durch ihre Auftritte, eine der tragenden intellektuellen Vordenkerinnen der Südbadischen Coronaleugner- und Querdenken-Szene. Aus unserer Sicht, steht ein solches Engagement und ihr Handeln im diametralem Widerspruch zu den Werten und Zielen des ECMI”

Und forderte Frau Pfeil auf, aus dem Vorstand zurückzutreten bzw. sie aus dem Vorstand zu entfernen.

Vom ECMI hörte ich nichts bzw. nur ausweichendes. Nun liegt mir auch die Gerichtsakte vor und darin wird klar: Der Direktor des ECMI nahm die Sache nicht wirklich ernst oder stärkte ihr sogar den Rücken. 

Allerdings erfolgte aufgrund der Äußerungen bei dem Szeneportal “Transition news” eine Kontaktaufnahme des Bundesinnenministeriums, das Dr. Pfeil, ja auch in in den Vorstand berufen hatte. Ob sich diese Anhörung so darstellt, wie sie es im Interview mit dem Verschwörungideologischen Sender “Auf1” am 25.1.2024 darstellt und wie es ähnlich auch in der Akte steht, kann man nicht beweisen.

Auf jeden Fall erschien neben ihrem Namen der Hinweis, sie lasse ihre Tätigkeit im Board auf eigenen Wunsch ruhen. Das Bundesinnenministerium schlug sie auch nicht für eine weitere Amtszeit als deutsche Vertreterin im Sachverständigenausschuss zur Europäischen Charta der Regional- oder Minderheitensprachen, vor.

Nun würde man denken, damit hat sich die Sache erledigt. Jemand, der so verstrickt ist, in die Querdenken-Szene von einer Vertretung unseres Landes abzuhalten und aus dem Vorstand einer Stiftung zu entfernen, die Wissenschaft und Minderheiten fördern und schützen soll, daran gibt es ein öffentliches Interesse.

Dr. Pfeil zeigt an

Frau Pfeil stellte Strafanzeige durch einen Anwalt, der auch Vivian Fischer vertrat oder Beschuldigte in einem Maskenprozess.

In der Strafanzeige wird mir von ihrem Anwalt auf 25 Seiten so einiges unterstellt: Ich würde quasi Antifa-Kräfte auf Leute hetzen, dürfte “der sogenannten ,„Antifa“-Szene angehören oder ihr nahestehen” und versucht sehr viele Äußerungen anzugreifen. Er unterstellt mir auch, auf unlauterem Wege überhaupt den Namen von Dr. Beate Pfeil herausgefunden zu haben, was ein Verstoß gegen das Datenschutzgesetz sei, Nachstellung und Erstellung einer Feindesliste. 

Schon das ist falsch. Frau Pfeil fiel auf, weil sie bei einer Veranstaltung der Friedrich-Ebert-Stiftung eine Art Meinungsbeitrag von sich gab, da war sie zusammen mit vielen anderen Querdenkern, sie war allerdings dabei die eloquenteste. Entweder sagte sie bei ihrem Beitrag, wie sie hieß oder es hat mir jemand aus der Querdenken-Szene mit dem ich danach noch diskutierte erzählt. 

Die Polizei ermittelt

Nun ja. Also beauftragte die Staatsanwaltschaft die Polizei zu ermitteln. Fast ein Jahr nach meinem Brief bekam ich dann eine E-Mail von der Polizei. Die bat mich, in einem Ermittlungsverfahren Stellung zu nehmen. Das tat ich ausführlich, legte Belege für meine Behauptungen vor und die Polizei meldete der Staatsanwaltschaft, sie sehe keinen Ansatz für eine Strafbarkeit, weder wegen Verleumdung, übler Nachrede, noch wegen Nachstellung.

Die Staatsanwaltschaft will Strafbefehl

Dennoch beantragte die Staatsanwaltschaft einen Strafbefehl, denn die bezeichung sei eine “ ehrenrührige Tatsache.” Das Amtsgericht sah das anders. Und wertete meine Äußerung als ein Werturteil. 

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Ukraine-Verschwöungs-Bullshit-Bingo

Immer wieder höre ich, gerade in diesen Tagen, aus meiner Sicht Bullshit im Bezug auf die Ukraine. Um das, etwa beim Besuch von Veranstaltungen besser zu ertragen, habe ich mal ein kleines Bullshit Bingo gemacht. Das darf man gerne herunterladen, ausdrucken und verwenden.

RDL hat mich interviewt zu den drei Kernthesen der Friedensbewegungskritik an der Unterstützung der Ukraine:
Die erste Säule ist die Ansicht, dass Russland vom Westen provoziert wurde.
Die zweite Säule ist, dass man Russland nicht besiegen kann.
Die dritte Säule ist die Behauptung, Russland sei verhandlungsbereit, woran sich die Behauptung anschließt, dass eine friedliche Einigung bereits im April 2022 möglich gewesen wäre.

Antworten

Eine der erstaunlichsten Zusammenfassung der Verschwörungsideologien im Bereich Ukraine, liefert ausgerechnet einer der führenden Verschwörungsprofiteure:

Sonst gibt es noch folgende Quellen:

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Rund um den Jahrestag

Zwei Jahre ist es her, dass Russland seinen Angriffskrieg auf die gesamte Ukraine ausgweitet hat. Ich erfuhr davon ausgerechnet im „Hotel Europa“, am Bahnhofsvorplatz von Brig auf einer Tour durch die Schweiz.

Dieser Tage mehren sich in Freiburg wiederum die Veranstaltungen die mit dem Krieg zu tun haben.

Am 22.2.22 war Corona noch das Thema. Dieser Herr im Hauptbahnhof in Zürich trug eine Art Gasmaske um sich zu schützen. Vielleicht war er auch auf dem Weg zu einem Fetishevent.

So gab es in Freiburg am 24.2.23 eine große Kundgebung auf dem Platz der alten Synagoge. Bewegende Lieder. Auch eine bewegende Rede von Staatsanwalt Hoffmann der in der Ukraine hilft Kriegsverbrechen aufzuklären.

Von Chantal Kopf (MdB, Grüne) der Wunsch Waffenlieferungen auch weiter zu unterstützen inklusive Taurus.

Anarchistin aus Kiev in Freiburg

Etwa am 22.2.24 ein Vortrag einer ukrainischen Anarchistin. Sie berichtete wie sie sich an der Verteidigung der ukrainischen Gesellschaft beteiligen, sie selbst von einer Pazifistin zu jemanden geworden ist, der nur aus Angst zu sterben nicht zur Armee sei. Auch wenn der Vortrag ein wenig unstrukturiert wirkte und eine andere Location vertragen hätte, war das was sie sagte sehr eindrucksvoll. Ihre Gruppe Solidarity Collective, untersützt sowohl Kämpfer:innen an der Front als auch die Zivilbevölkerung. Dabei bestehen sie auch Anarchisten, die eben auf die Situation reagieren mußten.

Demo gegen Rechts in Gundelfingen. Teilnehmer mit eindeutigen Patches.

Dabei verwies sie noch mal auf die lange Geschichte imperialistischer russicher Außenpolitik in Tschetschenien, Moldau, Georgien, Syrien, dem Donbass, der Drohung auf Belarus: „Wenn ihr hier Revolution macht, gibt es Krieg“. Die Intervention in Kasachstan, usw. Ihre Botschaft war ganz klar: Mit Putin gibt es keine Freiheit in dem Bereich der Welt.

Als sie dann die Explosionen hörte am morgen des 22.2.2022 war ihr Pazifismus auch weg. Nach Butscha war ihr klar, keine Frage, sie wollten kämpfen, in Gruppen. Vorher schon hatte sich ihre Gruppe zur Territorialverteidigung gemeldet und quasi eine Einheit gebildet.

Ihr Gruppe hat in zwischen 100 Leute ausgestattet, berichtete sie, mit Helmen, Uniformen, Nachtsichtgeräten. Nun seien sie dran selbst Drohnen zu bauen und auch Electronic Warfare Equipment zu besorgen.

Sie berichtet auch: Die Russen nutzen jetzt Söldner aus Ländern wie Nepal, Syrien, … Und in den Raketen die auf sie geschossen würden, seien immer noch westliche Bauteile.

Interview mit der Aktivistin bei RDL: https://rdl.de/beitrag/radio-ech-deutsch-7032024-solidarity-collectives-und-die-ukrainischen-linken-im-krieg

Die Friedensbewegung

Hielt zunächst eine Kundgebung am 23.2.24 vor dem Kriegsdenkmal und dann noch einen Vortrag des Politikwissenschaftler Hajo Funke ab. Der hat zusammen mit Prof. Peter Brandt, Prof. Hajo Funke, General a.D. Harald Kujat und Michael von der Schulenburg einen Friedensplan erarbeitet, den im wesentlichen in der Emma vorgestellt – er war auch beim Wagenknecht-Schwarzer-Manifest dabei.

„Rund um den Jahrestag“ weiterlesen

Replik auf Leserbrief “Dass Scholz die Auslieferung ausschließt, finde ich richtig und wichtig” von Susanne Wiesinger, Freiburg.

Der Leserbrief enthält eine Reihe von Merkwürdigkeiten. Zum einen ist Frau Wiesinger Mitglied im Vorstand der hiesigen Frauen Union, einem „organisatorischen Zusammenschluss der weiblichen Mitglieder der CDU”. 

Als solcher dürfte ihr nicht entgangen sein, das zuletzt die Fraktion der CDU/CSU im Bundestag einen Antrag mit dem Titel „Unterstützung für die Ukraine konsequent fortsetzen – Lieferung des Taurus-Marschflugkörpers beschließen“ (Bundestagsdrucksache 20/9143) am 07.11.2023 in den Bundestag eingebracht hat, der am 17.01.2024 mit der Mehrheit der Regierung aus SPD, Grünen und FDP abgelehnt wurde.

Taurus Marschflugkörper

Auch die Aussage, zur Bedienung müssten deutsche Waffentechniker in der Ukraine präsent sein, ist nicht haltbar. Schon in der Vergangenheit haben Ukrainische Soldaten und Techniker gezeigt, dass sie auch schnell komplexe Waffensysteme durchdringen können.

Auch die Aussage, “der Taurus” enthalte “eine halbe Tonne Sprengstoff”, erschließt sich mir aus dem Studium öffentlich zugänglicher Quellen nicht, diese Gewichtsangabe scheint sich auf den gesamten Sprengkopf zu beziehen. Wobei die zerstörerische Wirkung Wohl aus dem Zusammenwirken von Einschlag, Sprengstoff und anderen Faktoren erreicht wird. 

Russland hat in der Vergangenheit immer wieder, mehr oder wenig willkürliche rote Linien aufgestellt und dann überschritten, z.B. Nato Beitritt Finnlands, Lieferung von Leopard Panzern, Wirtschaftssanktionen, Lieferung von Luftabwehrsystemen, usw. ohne das es zu konkreten Schritten Russlands kam.

Russland selbst nutzt, bis auf Kernwaffen, alle Waffen – auch solche die mit dem Taurus Marschflugkörper vergleichbar sind – in seinem Arsenal gegen die Ukraine und nimmt auch auf Schäden bei der Zivilbevölkerung keine Rücksicht, seine Soldaten plündern und Massakrieren die Zivilbevölkerung. Es schreckt auch nicht vor der Zerstörung von lebenswichtiger Infrastruktur, wie etwa des Kachowka-Staudamms nicht zurück 

Die Grünen sind mit einer klaren Aussage zur Unterstützung der Ukraine in den Bundestagswahlkampf gegangen. So forderte Robert Habeck, damals Vorsitzender der Grünen bei einem Besuch am 25.05.2021Waffen zur Verteidigung” an die Ukraine zu liefern. 

Gerade vor dem Hintergrund, dass sich Politiker der CDU in der Vergangenheit für eine Reihe von Waffenlieferungen stark gemacht haben, bzw. in der Regierungszeit der CDU auch Waffen an Russland exportiert wurden – auch nach Annexion der Krim – mutet es befremdlich an, hier ausgerechnet die Grünen anzugehen. Besonders vor dem Hintergrund, dass Sie Frau Wiesinger, wahrscheinlich als Beisitzerin in der Frauen Union, selbst Mitglied der CDU sind.

Die Konrad Adenauer Stiftung und andere Bildungsanbieter, bieten umfangreiche Informationen, über die Tagespresse hinaus um sich über den Konflikt zu informieren (siehe: https://www.kas.de/de/russischer-angriffskrieg-auf-die-ukraine) gerade als Person mit Führungsämter – auch auf lokaler Ebene – sollte man sich informieren, bevor man einen Lesebrief schreibt. Auch lokale Radiosender, wie RDL bieten mit der Sendereihe “Radio Ech” umfangreiche Informationen: https://rdl.de/sendung/radio-ech-deutsch-0

Brandmauer in Freiburg, gegen Palästina spricht?

Die von #WirSindDieBrandmauer organisierte Demo in Freiburg am 3.2.24 hatte irgendwas zwischen „über 20.000“ bis „über 35 000“ Teilnehmende. Diese Demo war noch größer, als die am 21.2.24. Damit war das wahrscheinlich die größte Demo in Freiburg seit Ende des zweiten Weltkriegs.

Bilder von der Demo am 3.2.24

Es ist gut, das sich nun so viele Menschen, Gruppen und Institutionen aufraffen, gegen – wenn auch etwas diffus – gegen Rechtsextremismus auf die Straße zu gehen.

Die Badische Zeitung berichtet: „Vom Landesvorsitzenden der CDU über die Kreisvorsitzende der SPD zur Landtagsabgeordneten der Grünen war ein großes politisches Spektrum vertreten, unter den Unterstützern finden sich Gewerkschaften, der SC Freiburg, Kirchen, Unternehmen und Schulen. Auch einige Landwirte mit Traktoren sind gekommen.“

Nun hoffe ich, dass sich dadurch die Dinge auch ändern.

Meinrad ist auch dabei

Wäre gern auf der AfD Liste für den Gemeinderat, jetzt aber erst mal als Fake Reporter unterwegs auf Anti-AfD Demos: Meinrad Spitz.

Wie schon am 21.2.24 versuchte sich auch dieses Mal Querdenker Malte Spitz, verkleidet als Presse unter die Demo zu mischen und Teilnehmer zu interviewen. Wer auf die Masche reinfällt, der findet sich dann in seinem Telegramm Kanal wieder.

Gleichzeitig gab es übrigens eine Querdenker Demo auf dem Stühlinger Kirchplatz mit ca 50 Teilnehmenden.

Palästina Spricht findet die Demo irgendwie doof, geht aber trotzdem hin

Die Strategie von Plästina Spricht ist klar: Man versucht in allen halbwegs linken Räumen irgendwie präsent zu sein und sich auf die Themen drauf zusetzen. Dabei ist kein Argument zu absurd.

Im Vorfeld und auch während dessen gab es Irritationen über die Teilnahme eines „Palästina Blocks“ der von „Palästina Spricht“ organisiert wurde. Dabei sind sogar die Aufkündigungen von Palästina spricht schon bizarr. Zum einen sagen sie: „Als wir das letzte Mal euren freundlichen kleinen Spaziergang gestört haben, haben manche versucht, uns auf dieser antifaschistischen Demo unerwünscht und fremd fühlen zu lassen.“

Insta von Palästina Spricht

Vulgo letztes Mal haben wir eure Demo gestört, jetzt wollen wir aber wieder kommen und sind beleidigt, das wir uns unerwünscht gefühlt haben. WTF?

Der Umgang der Veranstalter, wirkte auf mich eher hilflos bis naiv.

Mir liegt auch inzwischen die Aussage eines Insiders vor, der behauptet: Palästina Spricht behaupte, sie wären auf der Demo unerwünscht. Dabei saßen sie Freitag 26.1.24 noch im dem Orga-Treffen der Demo und sagten sie wollen nur deshalb ihr Logo nicht auf der offiziellen Seite haben „weil die Message nicht klar genug“ sei. Was sogar im Protokoll festgehalten wurde.

Dabei ist klar: der „Palästina Block“ dürften nicht mehr als 200 Personen sein, die allerdings durch ihre massiven Fahnen und Transpis, deutlich mehr wirken. Begleitet werden sie übrigens von der Freiburger Linkspartei, die irgendwie einen Narren an denen gefressen hat. Aus dem Umfeld gab es dann auch noch einen kleinen Zwischenfall am Rande der Demo.

Dabei dürfte klar sein: Palästina Spricht ist nicht einfach eine harmlose Organisation, die sich um entrechtete Palästinenser kümmert, sondern „„Palestina Speaks“ feiert (!) den Tod der über tausend jungen Menschen durch die Hamas am Festival als einen „Gefängnisausbruch“ aus Gaza. Das Ermorden von Zivilist*innen nennt die Organisation lediglich „Widerstand“.“, schreibt der Volksverpetzer.

Ich habe jetzt einiges kritisiert, aber das sind im Vergleich zur Bedeutung dieser Demos Details.

Update 21.2.24: Die Grünen haben eine Pressemitteilung herausgegeben:

Wir fordern dringlich dazu auf, sich von Gruppierungen und Menschen zu distanzieren, die antisemitische Positionen vertreten, und davon abzusehen, gemeinsame Aktivitäten und Veranstaltungen mit ihnen durchzuführen. Dieser Appell richtet sich insbesondere auch an DIE LINKE Freiburg und ihr vollkommen einseitig besetztes Podium mit dem Titel „Über Palästina sprechen“ Anfang Februar.
Wir wären dankbar, wenn alle Akteure unserer Stadtgesellschaft endlich verstehen: „Palästina spricht“ ist ein hoch problematischer Akteur, wenn es um Israel und den Nahostkonflikt geht. Dieser Organisation geht es in erster Linie um die Delegitimierung des Staates Israel und sie ist in weiten Teilen von antisemitischen Einstellungen und Mustern geprägt.

Quelle: https://gruene-freiburg.de/pressemitteilung-kein-raum-fuer-antisemitismus/