Brandmauer in Freiburg, gegen Palästina spricht?

Die von #WirSindDieBrandmauer organisierte Demo in Freiburg am 3.2.24 hatte irgendwas zwischen „über 20.000“ bis „über 35 000“ Teilnehmende. Diese Demo war noch größer, als die am 21.2.24. Damit war das wahrscheinlich die größte Demo in Freiburg seit Ende des zweiten Weltkriegs.

Bilder von der Demo am 3.2.24

Es ist gut, das sich nun so viele Menschen, Gruppen und Institutionen aufraffen, gegen – wenn auch etwas diffus – gegen Rechtsextremismus auf die Straße zu gehen.

Die Badische Zeitung berichtet: „Vom Landesvorsitzenden der CDU über die Kreisvorsitzende der SPD zur Landtagsabgeordneten der Grünen war ein großes politisches Spektrum vertreten, unter den Unterstützern finden sich Gewerkschaften, der SC Freiburg, Kirchen, Unternehmen und Schulen. Auch einige Landwirte mit Traktoren sind gekommen.“

Nun hoffe ich, dass sich dadurch die Dinge auch ändern.

Meinrad ist auch dabei

Wäre gern auf der AfD Liste für den Gemeinderat, jetzt aber erst mal als Fake Reporter unterwegs auf Anti-AfD Demos: Meinrad Spitz.

Wie schon am 21.2.24 versuchte sich auch dieses Mal Querdenker Malte Spitz, verkleidet als Presse unter die Demo zu mischen und Teilnehmer zu interviewen. Wer auf die Masche reinfällt, der findet sich dann in seinem Telegramm Kanal wieder.

Gleichzeitig gab es übrigens eine Querdenker Demo auf dem Stühlinger Kirchplatz mit ca 50 Teilnehmenden.

Palästina Spricht findet die Demo irgendwie doof, geht aber trotzdem hin

Die Strategie von Plästina Spricht ist klar: Man versucht in allen halbwegs linken Räumen irgendwie präsent zu sein und sich auf die Themen drauf zusetzen. Dabei ist kein Argument zu absurd.

Im Vorfeld und auch während dessen gab es Irritationen über die Teilnahme eines „Palästina Blocks“ der von „Palästina Spricht“ organisiert wurde. Dabei sind sogar die Aufkündigungen von Palästina spricht schon bizarr. Zum einen sagen sie: „Als wir das letzte Mal euren freundlichen kleinen Spaziergang gestört haben, haben manche versucht, uns auf dieser antifaschistischen Demo unerwünscht und fremd fühlen zu lassen.“

Insta von Palästina Spricht

Vulgo letztes Mal haben wir eure Demo gestört, jetzt wollen wir aber wieder kommen und sind beleidigt, das wir uns unerwünscht gefühlt haben. WTF?

Der Umgang der Veranstalter, wirkte auf mich eher hilflos bis naiv.

Mir liegt auch inzwischen die Aussage eines Insiders vor, der behauptet: Palästina Spricht behaupte, sie wären auf der Demo unerwünscht. Dabei saßen sie Freitag 26.1.24 noch im dem Orga-Treffen der Demo und sagten sie wollen nur deshalb ihr Logo nicht auf der offiziellen Seite haben „weil die Message nicht klar genug“ sei. Was sogar im Protokoll festgehalten wurde.

Dabei ist klar: der „Palästina Block“ dürften nicht mehr als 200 Personen sein, die allerdings durch ihre massiven Fahnen und Transpis, deutlich mehr wirken. Begleitet werden sie übrigens von der Freiburger Linkspartei, die irgendwie einen Narren an denen gefressen hat. Aus dem Umfeld gab es dann auch noch einen kleinen Zwischenfall am Rande der Demo.

Dabei dürfte klar sein: Palästina Spricht ist nicht einfach eine harmlose Organisation, die sich um entrechtete Palästinenser kümmert, sondern „„Palestina Speaks“ feiert (!) den Tod der über tausend jungen Menschen durch die Hamas am Festival als einen „Gefängnisausbruch“ aus Gaza. Das Ermorden von Zivilist*innen nennt die Organisation lediglich „Widerstand“.“, schreibt der Volksverpetzer.

Ich habe jetzt einiges kritisiert, aber das sind im Vergleich zur Bedeutung dieser Demos Details.

Update 21.2.24: Die Grünen haben eine Pressemitteilung herausgegeben:

Wir fordern dringlich dazu auf, sich von Gruppierungen und Menschen zu distanzieren, die antisemitische Positionen vertreten, und davon abzusehen, gemeinsame Aktivitäten und Veranstaltungen mit ihnen durchzuführen. Dieser Appell richtet sich insbesondere auch an DIE LINKE Freiburg und ihr vollkommen einseitig besetztes Podium mit dem Titel „Über Palästina sprechen“ Anfang Februar.
Wir wären dankbar, wenn alle Akteure unserer Stadtgesellschaft endlich verstehen: „Palästina spricht“ ist ein hoch problematischer Akteur, wenn es um Israel und den Nahostkonflikt geht. Dieser Organisation geht es in erster Linie um die Delegitimierung des Staates Israel und sie ist in weiten Teilen von antisemitischen Einstellungen und Mustern geprägt.

Quelle: https://gruene-freiburg.de/pressemitteilung-kein-raum-fuer-antisemitismus/