Ein Januar voller Forschung

Derzeit untersuche ich die Interaktionen an Wahlkampfständen im Rahmen eines Seminars zur qualitativen Sozialforschung. Dabei möchte ich herausfinden, was passiert an einem Wahlkampfstand? Warum gehen die Menschen da hin (es gibt ja auch andere Möglichkeiten zu diskutieren oder sich Informationen zu beschaffen) oder geht es um ganz andere Dinge? Frust ablassen? Sich vergewissern, alte Bekannte treffen, …

Deshalb werde ich in den Tagen bis zum Bürgerentscheid Menschen befragen, die sich gerade an Wahlkampfständen aufgehalten haben.

zwei Wahlpkate zum Bürgerentscheid in Freiburg am 1.2. aufgenommen in der Kartäuserstrasse.
zwei Wahlpkate zum Bürgerentscheid in Freiburg am 1.2. aufgenommen in der Kartäuserstrasse.

Und ich untersuche die Wirkung von Wahlplakten beim Bürgerentscheid zum neuen Stadion für den SC Freiburg. Wahlplakate gehören zu jeder Wahl. Wie sie genau wirken, weiß man aber nicht. Daher frage ich: Was nehmen Menschen von Wahlplakaten war? Erinneren sie sich an diese?

Dazu werden sie hier bald den Link auf eine Online Umfrage finden.

Zudem haben wir ein Miniexperiment mit den Wahlplakaten von Junges Freiburg gestartet um zu sehen inwieweit diese Menschen auf die Website von Junges Freiburg bringen.

Ich weiß, das ich mich bei der Forschung mit meiner politischen Meinung zurückhalten muß. Dennoch habe ich eine. Kurz, ich bin für das neue Stadion. Sicher werde ich aus meiner Sicht noch einmal die Argumente darlegen und auch was ich von den Wahlplakten der Befürworter und Gegner halte.

Plakate (welche nicht richtig hängen)

und hier eine Fortsetzung von Plakate, Plakate, Plakate

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hängt unten an einem Verkehrsschild (Eschholzstrasse Ecke Baslerstrasse)

Es gibt fünf Regeln wo Plakate nicht hängen dürfen:

  1. An Bäumen (weil sie die schädigen). Wir leben halt doch in Greencity.
  2. An Verkehrszeichen
  3. So das sie die Sicht auf Verkehr verdecken.
  4. Auf / An VAG Haltestellen.
  5. Auf Privatgelände, auch wenn es öffentlich wirkt. Etwa im Gässle, der Westarkaden.

So schwierig ist das nicht zu beachten. Bei den Junges Freiburg Wahlkämpfen haben wir das den ehrenamtlichen Aufhängern immer beigebracht und das hat recht gut funktioniert. Meist reichte da eine kleine Schulung und eine Kopie der Fairnessvereinbarung aus. Diesmal scheint das nicht der Fall zu sein.

Mein Freund der Baum....
Mein Freund der Baum….
und nochmal an einem anderen Baum...
und nochmal an einem anderen Baum…
und nochmal an der Kreuzung an einem Verkehrsschild
und nochmal an der Kreuzung an einem Verkehrsschild

Die Befürworter haben auch eines an einem Baum in der Elsässerstrasse hängen.

Weitere "Fairnessvereinbarungswiedrige" Plakatierungen

Plakate, Plakate, Plakate

Bald gibt es in Freiburg einen Bürgerentscheid zur Platzierung des neuen Stadions. Verschiedene Gruppierungen haben mit dem Plakatieren angefangen oder angekündigt das sie jetzt bald Plakatieren werden.

Plakatieren ist auch nicht ohne Probleme und gleich gab es auch eine kleine Kontroverse: Die Stadionbefürworter würden gezielt die Plaakte der Stadiongegner zerstören oder entfernen: (was die natürlich wieder zurückweisen)

Bi_Plakate_abgeha?ngtAber gleich von der Zerstörung einzelner Plakate darauf schliessen, das Fußballfans generell eher kriminell, gewaltätig und wahnsinning gefährlich sind.

Daher sollte man auf jeden Fall vermeiden das Fußßbalfans durch ein Wohngebiet laufen. Die randalieren quasi überall. Kennt man auch aus den zahlreichen Beschwerden der Anwohner rund um das Stadion im Freiburger Osten. (Nur wer den Sarkasmus nicht versteht, aber in den 10 Jahren in denen ich die Freiburger Kommunalpolitik näher betrachte, habe ich davon nix gehört).

Blöd ist nur das ich in den vergangen Tagen, ohne wirklich darauf zu achten, eine ganze Reihe von Plakaten gesehen habe, die nicht korrekt hängen:

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Plakate die zu tief hängen und daher den Fußgängerverkehr blockieren
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Plakate die an Masten mit Verkehrszeichen hängen was man nun auch wieder nicht darf.
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noch ein Beispiel für ein Plakat an einem Verkehrszeichen, wenigstens blockiert es nicht die Sicht auf den Verkehr
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Plakate die an einem Baum hängen. Machen nicht nur die Befürworter, habe ich auch ein paar Mal bei den Gegner gesehen

 

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Plakate, die die Sicht behindern

 

 

Hier hat jemand and einer VAG Haltestelle plakatiert, was man nun auch nicht darf.
Hier hat jemand and einer VAG Haltestelle plakatiert, was man nun auch nicht darf. Wurde aber scheinbar später zerstört.

Was darf man nochmal nicht: Plakte auf VAG Haltestellen aufhängen, Plakate an Verkehrszeichen aufhängen, Plakate die den Verkehr behindern oder die Sicht, Plakate in Privatstrassen aufhängen,…

zwei Wahlpkate zum Bürgerentscheid in Freiburg am 1.2. aufgenommen in der Kartäuserstrasse.
zwei Wahlpkate zum Bürgerentscheid in Freiburg am 1.2. aufgenommen in der Kartäuserstrasse. Unten vom SC oben von der BI pro Mooswald

Dennoch schleicht sich der Eindruck ein, das beide Seiten beim Plakatieren richtig viel Geld ausgeben: Plastikplakate kosten in der Anschaffung zwischen 2 und 4 Euro. In der Regel pro Plakat bei großen Auflagen deutlich weniger. Sowohl Befürworter und Gegner scheinen mit diversen Motiven um sich zu werfen. Beim SC sind es mindestens 9 (mit Personen) und nochmal mindestens 3 mit nur Text. Dazu nochmal Plakatierung an Wechselträgern.

Bei den Gegnern gibt es von der BI pro Wolfwinkel sicher 10 unterschiedliche Plakate (kam noch nicht dazu sie zu zählen), jeweils einen von den Segelfliegern und Fallschirmspringern und nochmal 3 von den Leuten von Freiburg Lebenswert, die zum Teil mit einer Pro Flugplatz BI identtisch erscheinen.

Gerade weil Plakate nicht billig sind, hat sich Junges Freiburg übrigens dazu entschieden erst nach Silvester zu plakatieren. Da gibt es einfach weniger Zerstörung. Ich kann mich aus den 3 Wahlkämpfen bei denen ich bisher mit Plakaten dabei war, daran erinnern, das wir am Ende immer ca 1/3 der Plakatträger am Ende des Wahlkampfs wieder eingesammelt haben. Weil sogar stabile Hartfaserplatten durch Wind, Regen, Schnee, Vandalismus, reissen der Kabelbinder, schlechte Anbringung, etc… verloren gehen.

Kleiner Disclaimer: ich bin für ein neues Stadion am Wolfswinkel.

Sozialarbeiter und die 700 Polizisten – AKIM in Freiburg ?

Am Dienstag hatten die Unabhängigen Listen die Leiterin des Müncher Sozial Referats Dr. Eva Jüsten eingealden um über die Erfahrungen in München mit dem Projekt Allparteiliche Konflikt Moderation in München zu berichten.

AKIM kümmert sich dabei nicht nur um die Konflikte im Öffentlichen Raum, etwa am Münchner Gärtnerplatz, sondern auch etwa vor der Münchner Asylbewerber Erstaufnahmeeinrichtung Bayernkaserne.

Aber nun zu Münchens Version des Augustinerplatzes, dem Gärtnerplatz: Oder wie es München.de schreibt: „Der Gärtnerplatz wurde 1860 als zentraler Platz der Isarvorstadt errichtet. Heute ist der Platz mit seinem südländischen Flair Mittelpunkt des Münchner Szene-Viertels.“

Gärtnerplatz in der Isarvorstadt, Quelle: http://commons.wikimedia.org/wiki/File:MUC_G%C3%A4rtnerplatz-2013-07.jpg

Seit 14 Jahren gibt es wohl am Gärtnerplatz Konflikte zwischen Anwohnern und Nutzern, in der zwischenzeit auch mal einige bauliche Veränderungen, die aber den Platz nur noch attraktiver gemacht hätten. Traditionell sei der Platz durch ein geringe Polizeipräsens geprägt. Da auch die Münchern Polizei – ähnlich wie die Freiburger über den Augsustinerplatz sagt: das ist nicht der Platz an dem wir was zu tun haben. Hier gibt es keine Schlägereien und auch „nur Ruhestörungen“. Der Platz ist rund um dicht bebaut und die Konflikte tragen auch weiter in angrenzende Stichstrassen. Auch das kennt man ja in Freiburg.

Zwischen Juli 2010 und Mai 2011 habe es eine Mediation gegeben, leider waren nur die Anwohner und nicht die Nutzer anwesend.

Tagsüber  sei der Gärtnerplatz ein Ort mit vielen Personen, zahlreiche Geschäfte und  Cafes mit Freischankflächen, die teils bis 0:00 geöffnet hätten. Abends träfen sich hier Stammbesucher und wechselndes Publikum, auch viele Touristen, viele Besuche die von der Isar kommen, am Platz seien Schwerpunktmässig junge Leute, aber auch Ältere, je später desto alkohlisierter. Aber so Dr. Jützen: man kann aber mit ihnen bis spät in die Nacht sprechen. Auch die angetrunkenen seien Aufforderungen wie: „Bitte stellen sie ihren Ghettoblaster leiser“ zugänglich.

An verregneten Tagen habe dieser 100 in warmen Sommernächten bis zu 1500 Besucher am Platz, an einem normalen Abend 500 Besucher. Bis 0:00 sei die Grundlautsärke hoch, danach geringer, aber es gäbe dann Geräuschspitzen durch Gröhlen, Musik, zerdeppern von Bierflaschen und Ähnlichem.

Am 30.1.2014 hat dann der Stadtrat von München AKIM gestartet und dies befände sich derzeit in der Aufbauphase. Man sei mit Sozialarbeitern, Mediatoren und Studierdenden der Sozialarbeit gestartet und habe im ersten Jahr 12.000 Euro ausgegeben im kommenden Jahr würde das Projekt auf hauptamtliche Kräfte umgestellt und dann wahrscheinlich für 4 Stellen für die ganze Stadt 350.000 Euro kosten. AKIM orientiere sich im Gegensatz zum normalen Streetwork nicht an Personen sondern gehe eben vom Platz aus.

Der Einsatz sei nun von Fr-Sa 23:00 – 4:00 Nachts, von Anfang Mai bis Ende August gewesen an heißen Abenden mit zwei Tandems, an normalen Abenden mit einem und bei Regen gäbe es keine. Die Sozialarbeiter seien mit roten Westen mit knalligen gelben Buttons ausgestattet, mit Handies und Visitenkarten. Ihre Strategie sei es gerade nicht als Ordnungsbehörde vorzugehen, sondern freundliche anzusprechen das man eben mit dem urinieren aufhören soll oder einfach etwas ruhiger sich verhalten.

Und genau diese Ansprache funktioniere. Es war schon beinahe komisch wie der Reporter vom SWR fragte: „Ja sagen sie mal genau was sagen sie zu den Menschen“ und Dr. Jützen antwortete: „Bitte stellen sie ihren Ghettoblaster leiser, hier gibt es auch Anwohner die Schlafen möchten.“ Schon alleine das Menschen da wären, die mit Westen zu erkennen wären, würde etwas ausmachen.

Der Ansatz Bewußtsein für die Anwohner wecken und zu erklären, diese wollten schlafen, dies habe etwas bewirkt!

Hier könnte ich es nun mit diesem Beitrag bewenden lassen. Außer vielleicht mit der Aufforderung, sich auch in Freiburg auf ein solches Konzept einzulassen. Vielleicht zusammen mit einem oder mehreren Freien Trägern, die sich bereits auf dem Feld engagieren (etwa Downtown Street Team oder der AWO) mal die 20.000 Euro in die Hand zu nehmen um etwas zu starten.

Aber, dann kamm wieder die Aussage von den Anwohnern: „Ja in München geht das, weil die habne 700 Polizisten die sich nur um die Innenstadt kümmern“ und daher habe ich mal versucht diese Aussage nachzuvollziehen – auch wenn Frau Jützen selbst sagte, ja klar gibt es die Polizeit aber die kommt bei einer Ruhestörung auch in München nicht in 5 min. In Bereich des Polizeipräsidium München (München Stadt und Landkreis mit zusammen 1,7 Mio Einwohnern) gibt es rund 4900 Uniformierte Polizeibeamte. Wären die Alle im Wechselschichtdienst tätig – a 8 h Schichten und wel sicher auch mal einer krank, auf Fortbildung und im Urlaub wäre – hätte man ständig etwa 1200 Polizeibeamte im Einsatz. Nicht eingerechnet, das es auch viele gibt die nur Tagdienst machen, wie etwa die Jugendsachbearbeiter. Für die ganze Stadt München.

„Sozialarbeiter und die 700 Polizisten – AKIM in Freiburg ?“ weiterlesen

Erfolg für Junges Freiburg: Der Nachhaltigkeitsrat bekommt Hilfe durch Jugendliche

Auf meine Initative hin hatte die damalige Fraktionsgemeinschaft Junges Freiburg / Die Grünen und die SPD gemeinsam beantragt Jugendliche in den Nachhaltigkeitsratsprozess mit einzubeziehen:

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Der Vorschlag der Verwaltung, lief dann auf ein etwas elitistischen aber wenig konkretes, irgendwie ist es möglich und wenn es passt dann machen wir das auch, hinaus.:

„Auf Grundlage der flexiblen Arbeitsweise des Nachhaltigkeitsrates in Form von Arbeitsgruppen besteht die Möglichkeit, insbesondere auch Kinder, Jugendliche und Jugendgruppen an der Arbeit des Nachhaltigkeitsrates zu beteiligen.“ (die ganze Vorlage)

Die Feststellung einer blosen Möglichkeit reichte uns jedoch nicht. Zusammen mit der CDU beantragten also die neuen Stadträte von Junges Freiburg, dass die Verwaltung zusammen mit Jugendgruppen erarbeiten soll, wie diese in den Prozess einzubeziehen sind. Dabei sollen vorallem die Jugendgruppen einbezogen werden, die sich sowieso mit dem Thema gut auskennen:

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Den Antrag übernahm die Verwaltung. Link zum Protokoll Und damit ist sie nun gefordert…

Frau Schrempp, Herr Waldenspuhl und die FAZ ohne Ahnung

Zwei Trolle die sich gegenseitig füttern und in einer symbiontischen Beziehung voneinander leben. Kann man so den den aktuellen Streit im Sandkasten Gemeinderat der Stadt Freiburg akurat beschreiben?

Würde Frau Schrempp Simon Waldenspuhl ignorieren liefe der ins Leere.
Viel wichtiger wäre die inhaltliche Auseinandersetzung und Demaskierung des Freiburger Funktionsäquivalents zur AfD – Freiburg Lebenswert. Oder wie Jess Jochimsen in fudder schreibt: „Wer seine politische Gruppierung positivistisch „Lebenswert“ nennt, muss damit rechnen, dass man das Negativ „Lebensunwert“ immer mitdenkt“

Zur inhaltlichen Auseinandersetzung: Das Freiburger Boot ist nicht voll, Freiburg ist attraktiv und das ist gut so, besonders für die Einheimischen! Die vom Zuzug qualifizierter Arbeitskräfte, Ärzte, Wissenschaftler, … profitieren. Eine attraktive Stadt wächst und das macht Teile der Stadt sogar attraktiver.
Freiburg Probleme werden auch nicht durch den Zuzug von Umland verursacht sondern sind hausgemacht.

Nun ist das was Herr Waldenspuhl macht nicht unbedingt gute Satire, aber Frau Schrempp sicher auch nicht für eine Stelle beim Kommunalen Ordnugnsdienst geignet, den da müßte sie deeskalierend und zurückhaltend agieren.

Aber nun schafft es die FAZ auch noch einen Artikel über den ganzen Vorgang völlig frei zusammenzuphantasieren.

Die FAZ ist auch die einzige Zeitung die es schafft, das Käseblatt Badische Zeitung noch zu toppen
Nachdem nun aber die FAZ einen Artikel frei phantasiert hat in dem unter anderem behauptet wurde der Beitrag von Simon Waldenspuhl zum KOD sei nicht lustig gewesen, fühle ich mich gezwungen das hier richtig zustellen: Es wird nicht nur übermässig viel gelacht, nein auch der Rest der Darstellung ist gegenüber der in Badischen Zeitung grob entstellend:

Wer ist die FAZ, dass sie besser weiß, was Frau Schrempp eigentlich sagen wollte, als Frau Schrempp selbst? Gleichzeitig wird Frau Schrempps Zitat, sie habe ja „ach so viel“ mehr geleistet, als der Studienabbrecher Waldenspuhl, hier verfälscht dargestellt. Schrempps Gegenangriff wird hier einfach unterschlagen. Damit steht sie in ihrer Opferrolle natürlich besser da, als sie sich tatsächlich gibt

Die Absicht von Frau Schrempp, nun Gleiches mit Gleichem zu vergelten, und gegenüber Waldenspuhl persönlich zu werden, macht das Ganze erst zum eigentlichen Zirkus. Keine Show ohne Zuschauer. Keine Presse ohne Eklat

Holt das Popcorn raus!

KOD K.O.!

photo 2Einige Gedanken zur gestrigen Entscheidung des Gemeinderates, den Kommunalen Ordnungsdienst nun doch abzuschaffen.

https://twitter.com/JFimGR/status/519525627347468289

1. Der Gemeinderat kann rechtlich nach 6 Monaten das gleiche Thema wieder auf die Tagesordnung setzen und neu entscheiden. Das ist sinnvoll wenn sich etwas die Sachlage ändert, neue Informationen aufkommen oder sich eine Situation ändert. Ein gutes Beispiel aus der Bundespolitik ist etwa der Kurswechsel der CDU/CSU beim Thema Atomkraft nach den Reaktorkatastrophen in Fukushima. Hier hatte sich nicht notwendigerweise die Sicherheit der deutschen Atomkraftwerke verändert aber die Beurteilung dieses Risiko in Öffentlichkeit und dann auch in der CDU. Aber auch etwa nach einer Wahl darf sich eine gewählte Körperschaft anders entscheiden, etwa wenn sich zu einem Thema die Mehrheitsverhältnisse geändert haben. Das ist ja auch der Sinn von Wahlen, das ich als Bürger die Parteien oder Kandidaten wählen kann, die eben bestimmte Ansichten vertreten und sich dann die von mir beauftragten Repräsentanten mit dieser Meinung durchsetzen.

2. Die Debatte war gestern dann noch von einigen interessanten Details gebprägt. Während Timothy Simms für die Grünen noch mal deren Argumentation wiederholte, sich die CDU eher auf einem Rückzugsgefecht befand – deren Haupt-KOD-Befürworter, Daniel Sander, ist ja inzwischen auch abgewählt – stand Renate Buchen unter Strom. Klar im Kleinbügerlich-Normativen Lebens- und Politikansatz der „bösen Gouvernante“ der SPD ist für Menschen die nicht so leben, wie sie kein Platz. Jetzt muß man noch die Schuldigen finden: der war aber bei Frau Buchen schnell ausgemacht: die Grünen! Die sind durch ihre Verfehlte Innenstadtpolitik daran Schuld das es laut ist und haben das Problem jahrelang ignoriert. Sehr staatstragend begründete Julia Söhne dann warum sie sich anders verhalten wird.

https://twitter.com/JFimGR/status/519518046067888130

Michel Moos sprach gewohnt gut. Auf großen Beifall oben auf der Tribüne und unten bei den Gegnern stieß der Beitrag von Sergio Schmidt.   Jetzt war mir erst auch nicht klar wen der OB meinte, als der „Stadtrat Schmidt“ aufrief aber der hielt dann vom Flow her eher einen Slampoetry Beitrag, der nochmal die Position gut zusammenfassste.

Sergio Schmidt, Junges Freiburg: „Der Augustinerplatz ist kein Treffpunkt Krimineller – sondern ein Treffpunkt aller Generationen – und das soll er bleiben.“ Weiter: „Wenn ich in den Schwarzwald ziehe, beschwere ich mich auch nicht über Bollenhüte.“ (mehr Zitate auf fudder.de)

Herr Gröger von den Freien Wählern warf dann rhetorisch einfältig, allen KOD Gegnern eine ideologische Haltung und Ignoranz der Tatsachen vor. So richtig kapiert, das auch vermeintliche „Ideologiefreiheit“ auch eine Ideologie ist, scheint da noch nicht angekommen zu sein.

Die FDP sagte gar nix. Wäre auch unklar wär von beiden etwas hätte sagen können, haben sie doch beide unterschiedliche Meinungen.

In der zweiten Runde wurde es dann noch unterhaltsamer: Simon Waldenspuhl beantrage Sozialarbeit für die Anwohner und wurde vom OB gemaßregelt und Frau Schrempp erläuterte warum das ganze sowieso von Partygästen aus dem Umland verursacht würde. Hier wurde mal wieder ihre Ideologie klar: das Boot in Freiburg ist voll, niemand soll herkommen. Weder um hier zu wohnen noch für Party.

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