Antwort auf Leserbrief: Warum Keine Kriegsverbrechen durch die Ukraine

Herr Urbancik wirft in seinem Leserbrief vom 10.1.25 die Frage auf, warum es keine Berichte oder Ermittlungen zu Kriegsverbrechen der Ukraine gäbe. Ich habe für unsere Radiosendung bei RDL (ausgestrahlt am 9.1.25) ebenfalls Herrn Hoffman diese Frage gestellt. Er hat mir geantwortet, dass es auch sehr, sehr wenige solcher Ermittlungen gebe. 

Das hat nach seinen Aussagen und meinen Recherchen folgende Gründe: 

  1. Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine fällt unter das  „Verbrechen der Aggression“ (VStGB § 13). Sich gegen diesen zu verteidigen ist legal. 
  2. Die Ukraine ist bei ihrer Verteidigung auf die Unterstützung liberaler Demokratien angewiesen, Berichte über ukrainische Kriegsverbrechen würden diese Unterstützung massiv gefährden. Das ist auch jedem Soldaten klar. 
  3. Der Ausweitung des Krieges auf die gesamte Ukraine ging seit 2014 eine Hetzkampagne durch russische Propaganda voran, die in der Ukrainer pauschal als Faschisten und Untermenschen diffamierte. Vergleichbares gab und gibt es in der Ukraine nicht. 
  4. Russland greift bewusst, gezielt und wiederholt zivile Objekte an. Schlimmstes  Beispiel: etwa die Kinderklinik Ochmatdyt in Kiew mit einer Kh-101 Rakete am 8.7.24. Ein auch nur ansatzweise vergleichbares Vorgehen gibt es durch die Ukraine nicht.
  5. Bis zum Beginn der ukrainischen Offensive im Kursker Gebiet Russlands, fanden Kampfhandlungen nahezu ausschließlich auf dem Gebiet der Ukraine statt, es gab also gar keine Möglichkeit, gegenüber russischen Staatsbürgern im großen Stil Kriegsverbrechen zu begehen. 
  6. In der Ukraine gibt es eine funktioniere Justiz, eine Zivilgesellschaft mit vielen NGOs, zahlreiche einheimische und ausländische Journalisten. Für fast jeden Korrespondenten wäre das Aufdecken von ukrainischen Kriegsverbrechen, der Scoop den sich keiner entgehen lassen würde – seien sie versichert, dank der russischen Propaganda, die bis nach Deutschland reicht, würden wir davon schnell und umfassend erfahren.

Auf russischer Seite muss man von systematischer Anwendung von Kriegsverbrechen als Teil der Kriegsführung sprechen. Auf ukrainischer Seite gibt es Einzelfälle. Hier eine moralische Äquidistanz herbeizuführen ist absurd. 

1-Mio-Solar-Balkone-Programm

Update: Die Antragskomission hat einer modifizierten Übernahme zugestimmt!

„Wir werden ein Eine-Million-Balkone-Programm starten und Menschen mit geringeren Einkommen bei der Anschaffung von Steckersolargeräten unterstützen.„

In das Wahlprogramm der Bundestagswahl habe ich und 49 andere Grünen Mitglieder:innen einen Änderungsantrag eingespeist mit der Forderung nach einem „1-Mio-Solar-Balkone-Programm“.

Noch gibt es in Deutschland etwa 1-Mio-Sozialwohnungen.

Warum?

Die Kosten für Steckersolargeräte sind in den letzten Jahren deutlich gesunken. Man bekommt einzelne Angebote, je nach Größe und Halterung, bereits ab 300 EUR. Durch den neuen § 554a BGB haben die Mieter:innen ein Recht auf Steckersolar, aber die Vermieter tun sich damit immer noch schwer. Teils wissen wir, dass es nicht am Geld hängt, sondern an der Strategie möglichst umfangreiche Auflagenpakete zu machen.

Regelrechte Verhinderungsauflagenpakete. Über die Motivation solcher Verhinderungsauflagen, kann man nur mutmaßen, zum einen weil Vermieter Angst haben vor Haftung, denn es „könnte ja was passieren“, wobei das „was“ nicht immer ganz klar ist. Zum Teil auch schlicht Unwissenheit, aber auch Argumente die direkt aus AfD Telegramm Gruppen stammen könnten oder auch Angst vor Arbeit oder ästhetische Argumente.

Teils werden dann Schreiben bemüht, die regelrecht darauf abzielen die Mieter einzuschüchtern, so wird mit „hohe Kosten“ gedroht oder erstmal verboten.

Gerade kommunale Wohnungsbaugesellschaften oder auch Genossenschaften sind da teilweise keinen deut besser als Vonovia und Co.

Sprich wir haben eine Situation in der gut betuchte und einigermaßen rhetorisch gewandte Besitzer von Einfamilienhäusern oder von Wohnungen in der WEG Versammlung ihre Rechte durchsetzen können, die Sozialmieter aber häufig nicht.

Projekte zur Ausstattung gesamter Häuser, gibt es bereits. Eine Überlastung der elektrischen Anlage ist nicht gegeben.

Was würde es kosten?

Rechnen wir mal den günstigsten Fall:

ein Solarpanel, Großhandelspreis 40 EUR
+ Halterung: ca 40 EUR
+ Kleinwechselrichter, Großhandelspreis 50 EUR
+ Kabel/Kleinteile: 10 EUR
= 140 EUR fürs Material.
+ 160 EUR für die Installation (zwei Stunden, zu 80 EUR)
= 300 EUR
daher für 1-Mio Balkone: 300.000.000 also 300 Mio EUR.
Das wäre allerdings bei Vollfinanzierung, sprich keine Beteiligung der Bewohner:innen, Immobilienbesitzer:innen. Nicht berechnet sind auch Verwaltungskosten. Und das in der Regel solche Programme nie voll ausgeschöpft werden. Würde man mit einer Beteiligung der Besitzer rechnen, etwa 50 EUR = 250 EUR und dann ggf. nur mit 25% Ausschöpfung, dann wären es nur 62,5 Mio EUR. Denkbar wären auch noch weitere Skaleneffekte.

Wie viele Balkone haben die Sozialmieter nun? Das ist schwierig zu beziffern. Auswertung von Immobilien Anzeigen in 14 deutsche Städte mit mehr als 500.000 Einwohner, sagen 47% in Essen und 71% in Berlin. Andere Statistiken sagen: „Jahr 2021 gab es in der deutschsprachigen Bevölkerung ab 14 Jahre rund 58,75 Millionen Personen, die einen Balkon oder eine Terrasse hatten“ – wobei die nach Personen fragen und es können ja durchaus mehr Personen in einer größeren Wohnung wohnen, die dann eher einen Balkon oder eine Terrasse hat, als eine kleine Wohnung.

Jetzt ist eher davon auszugehen, dass Sozialwohnungen eher keinen Balkon haben, im Gegensatz zu neuen hochpreisigen Wohnungen.

Geht man bei einem Programm also alleine auf Sozialwohnungen, wären sicherlich nur die Hälfte der Wohnungen geeignet ein Steckersolargeräte am Balkon aufzustellen. Man könnte natürlich direkt an der Fassade anbringen, im Vorgarten/Garten oder auf einer Garage aufstellen oder auch für jede Wohnung eine kleine Solaranlage auf das Dach anbringen.

Oder stellt man auf Personen mit geringem Einkommen ab, dann wäre vielleicht. eine volle Ausschöpfung zu erwarten. Aber auch hier eher unwahrscheinlich.

Ukraine Reise Bericht

(Titelbild: Ein Soldat steht vor dem Haupbahnhof nach Lemberg und schaut in Richtung der Stadt)

Die Reise begann am 1.12. um 7:48 mit der Abfahrt in Freiburg mit dem ICE, das war auch der schnellste und komfortabelste und modernste Zug dieser ganzen Reise. Von Freiburg ist die Ukraine bzw. Ternopil ca 30 h entfernt. Rückreise war von Rivne war 47 h, das hat damit zu tun das es in der Ukraine häufig nur einen Zug pro Tag gibt (gefühlt), der dann auch noch nachts fährt.

Cocoa Cola Zug

Die Fahrt ging dann über Leipzig (Berliner Hbf hatte irgendeine Sperrung), Regionalzug nach Frankfurt/Oder, Berlin-Warschau-Express nach Posen, in einem überhitzten polnischen Nachtzug nach Przemzyl und fort mit dem Ukrainischen Zug bis nach Ternopil (der Ukrainische Zug fährt dann weiter bis Kyiv).

(Bei Städtenahmen verwende ich hier meist die deutsche Umschrift, das ist für den deutschen Leser dann leichter zu fassen)

Überheizter polnischer Liegewagen

Kosten: Teuer ist es nicht in die Ukraine zu fahren, trotz kurzfristigem Buchen mit Hilfe des Reisebüro Glasnost kostete etwa ein Weg Ternopil – Freiburg mit Liegewagen in Polen und Reservierungen 138 EUR. Auch der Hinweg lag bei etwa 100 EUR. Hotels in der Ukraine liegen so um 60 EUR, das sind dann schon gute Hotels.

Zielzuganzeige im polnischen Zug nach Posen

Reisetipp

Den einzigen Reisetipp den ich geben kann, ist sich eine Ukrainische eSim zu besorgen. Das Roaming ist sehr teuer, aber Daten innerhalb der Ukraine billig und Navigation mit Apple Karten/Google Maps, Übersetzen mit Deep ML oder Google Translate einfach sehr hilfreich. In der Ukraine scheint man mit dem cleveren Nutzen von Apps und online Tools etwas weiter zu sein als in Deutschland.

Ukrainischer Zug. Die fahren auch viele Tagzüge mit Liegewagen

Sonst kann man in der Ukraine die Züge alle über die App der ukrainischen Staatsbahn buchen und Hotels auch über booking.com reservieren. Bezahlen ist nahezu überall mit Karte möglich, bei Taxis war ich mir da nicht so sicher. Es ist aber wahrscheinlich eh besser sowas wie die App bolt zu verwenden.

Screenshot der Website https://alerts.in.ua/?pwa

Zur eigenen Gefährdung muss jeder selbst sich eine Meinung bilden. Als ich dort war gab es in Ternopil zweimal Luftalarm, den aber die Einheimischen zu ignorieren schienen. Offensichtlich ist es so, das man erstmal schaut, was genau angekündigt ist und sich dann überlegt ob man einen Keller aufsucht oder nicht. Sonst lässt sich sagen: Je weiter im Westen desto ungefährlicher, je weiter Weg von einem Umspannwerk oder militärischen Einrichtung desto sicherer und je kleiner der Ort, desto weniger ist los.

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Was habe ich dort gemacht?


Der BalkonSolar e.v. hat Geld beantragt für ein Steckersolar Projekt in der Ukraine. Konkret haben wir 11 Powerstations unterschiedlicher Größe und Hersteller an zwei Partner geliefert. Zum einen war das das Rote Kreuz in Ternopil – den Kontakt hatten wir über Udo Pfistner und das Einlädele in Freiburg und über die NGO “Institute of Local Initiatives” an 5 Schule im Bereich Tschernowitz.

Ausladen des LKW mit den Solarpannels

Finanziell möglich gemacht, hat das die BW Stiftung: https://www.bwstiftung.de/de/

DRK Kreisverband Freiburg AK Auslandshilfe: https://www.drk-freiburg.de/angebote/hilfen-in-der-not/auslandshilfe.html

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Das Rote Kreuz will das auf ein Haus anbringen, auf dem ein Medizinisch-Soziales-Zentrum eingereichtet werden soll. Da Haus ist noch nicht gekauft, derzeit ist darin ein Tanzstudio, aber im Dezember soll gekauft werden und auch dann eingerichtet.

Übergabe in einer Schule. Die beiden Lehrerinnen haben sogar einen Solarclub

Die Schulen haben insofern das Thema Strom, dass es immer wieder Stromabschaltungen gibt und dann der Betrieb der Schule behindert, weil kein Licht im Klassenzimmer, kein Beamer aber auch die Schulverwaltung nur eingeschränkt funktionieren kann. Das wurde relativ deutlich, wie duster es ist, bei der Übergabe.

Übergabe im Dustern

Viele Geschäfte, Restaurants und andere Einrichtungen haben inzwischen Generatoren unterschiedlichen Größe. Die stehen Teils vor der Straße, entweder direkt am Haus oder Kabel etwas weiter weg und wenn der Strom ausfällt übernehmen diese die Versorgung. Die Straßen haben dan einen bestimmten Sound, das röhren der Generatoren, aber auch einen bestimmten Duft von den Abgasen. Das ist dann aber auch teuer, weil man ja immer wieder Benzin kaufen muß. Für Geschäfte die sonst keinen Umsatz machen ist das sicher eine Lösung, aber für andere Institutionen eher nicht.

Kleiner Generator vor einem Geschäft

Je nach Ort waren diese Generatoren recht groß – etwa in Lemberg und gehören inzwischen so zum Straßenbild wie Bänke, Autos oder anderes. Teils haben die Häuser auch schon Einspeisesteckdosen außen, teils werden die Kabel einfach durch eine Tür oder Fenster gelegt.

In Lviv hat man mehr Geld, da sind die Häuser saniert und die Generatoren größer

Daher bekamen die Institutionen jeweils Powerstations und Solarpaneels mit denen sie diese aufladen können. Die Powerstations haben alle auch die Fähigkeit aus dem Netz aufgeladen zu werden.

Interview bei RDL Radio Ech zur Reise: https://rdl.de/beitrag/radio-ech-deutsch-7112024-balkonsolar-f-r-die-ukraine

„Ukraine Reise Bericht“ weiterlesen

Rechtsoffen gegen Windkraft

Mir flattert die Tage wieder eine online Einladung einer Anti-Windkraft-Veranstaltung (19.1.25 14:00 Stadiongaststätte FC Emendingen) in die digitale Inbox:

Dabei alte Bekannte. Veranstalterin Daniela Redmer fiel während der Hochzeit von Coroan Einschränkungen in diversen Telegram Chats auf, sie war wohl SOrganisatorin von mehreren Veranstaltungen mit Reichsbürger Matthes Haug (schreibt der Account leelf bei Bluesky, der Account äußert sich immer wieder zu Südbadischen Querdenker Szene).

So wir einem Account von ihr auf Telegram auch zugeschrieben, sich beschwert zu haben, dass sich ihr Sohn impfen lassen will.

Wie die Faust aufs Auge passen dazu auch die Referenten:

Dieter Böhme, der tourt durch diverse AfD und „Die Basis“ (das ist die Querdenker Partei schlecht hin) Veranstaltungen und desinformiert über Windräder und wirbt für nicht existente Dual-Fluid-Reaktoren. Er war auch Bundestagssachverständiger auf AfD Ticket. Siehe etwa meinen Blog Artikel: https://sbamueller.com/2024/09/23/verblueffende-quellschuettung-die-bi-anti-windkraft-guenterstal-hat-auf-ihrer-website-seltsame-rechtsoffene-experten-mit-verbindungen-zu-querdenken/

Andreas Schuster, der eine Physiotherapiepraxis in Erfurt betreibt, veröffentlichte während der Corona-Pandemie staatsverunglimpfende und impfkritische Posts. Er ist Sprecher der sog „Waldbürger-Initative“. Auch andere Akteure dieser sollen aus dem sogenannten „Querdenker-Milieu“ stammen beziehungsweise sich bei den Corona-Protesten politisiert haben“
Siehe einen umfassenden MDR Bericht zu der Gruppe: https://www.mdr.de/nachrichten/thueringen/windkraftanlage-afd-rechtsextremismus-waldbuerger-initiative-100.html

Optisch sieht die Einladung einem Flyer ähnlich der rund um den Kaiserstuhl im September verteilt wurde: https://sbamueller.com/2024/09/25/wieder-mal-desinformations-flyer-zu-windkraft-diesmal-wohl-von-vernunftkraft/ Es ist zu vermuten, dass es sich um die gleichen Urheber handelt.

Es sollte jedem klar sein, das man auf so einer Veranstaltung viel erwarten kann, aber keine seriöse Information über Vorteile oder Nachteile von Windenergie.

Volkshochschule Lörrach auf Pro Putin Kurs?

Ich habe einen Brief an den Oberbürgermeister der Stadt Lörrach und den Gemeinderat geschrieben, in dem ich die inhaltliche Ausrichtung der VHS mit Einladungen an Bundesvorstandsmitglieder des BSW sowie seltsamer Vorträge über den Ukraine Krieg, kritisiere.

Spannendend ist auch dieser Vortrag: „242-10015 Kolonisierung und imperiale Politik: Nordamerika und Russland im Vergleich” https://www.vhs-loerrach-steinen.de/programm/politik-gesellschaft-umwelt/kurs/Kolonisierung-und-imperiale-Politik-Nordamerika-und-Russland-im-Vergleich/242-10015

Zu Barberowski: „Baberowski kritisierte in mehreren Beiträgen zur Flüchtlingskrise in Europa 2015 die Politik Angela Merkels und eine einseitige Fokussierung auf die Willkommenskultur der deutschen Zivilgesellschaft. Er forderte eine restriktivere Asylpolitik sowie eine Einwanderung nach Regeln eines entsprechenden Gesetzes. (…) Kurz vor der Annexion der Krim durch Russland im März 2014 nannte Baberowski die Ukraine in der Wochenzeitung Die Zeit ein „Kind der sowjetischen Nationalitätenpolitik“ und wandte sich gegen die Vorstellung, das Land sei ein Nationalstaat des 19. Jahrhunderts.[48] Dafür wurde er von verschiedenen Osteuropa-Expertinnen kritisiert, z. B. von Anna Veronika Wendland.“

Updates: Am 27.11.24 erschien ein Artikel in der Badischen Zeitung zu den Einladungen: „Der Freiburger Altstadtrat Sebastian Müller kritisiert daher den Auftritt in Lörrach. In einer Mail verweist er auf das Leitbild der VHS“, auf die Kritik Anwortet der Leiter der VHS: „Der Vortrag sei schon länger geplant gewesen, Leischner spricht von rund einem dreiviertel Jahr: „Es ist keine Wahlwerbung.“ Bis zur Wahl sei ausreichend Zeit. Er habe Lüders nochmal mitgeteilt, dass es an dem Abend um Inhalte gehen solle. Das Publikum hat zudem die Gelegenheit, Fragen zu stellen.“

Gestern hat Badische Zeitung über meine Kritik an der Einladung von #BSW Bundestagskandidat #MichaelLüders berichtet www.badische-zeitung.de/bsw-politike… Heute hat VHS Leiter geantwortet: "bereits im Frühjahr gebucht(…) Überparteilichkeit lässt sich aber nicht an einer einzelnen Veranstaltung"

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— Sebastian Müller (@sbamueller.com) 28 November 2024 at 10:12

Mir hat heute (28.11.) der VHS Leiter auch eine Email geschrieben: „Überparteilichkeit lässt sich aber nicht an einer einzelnen Veranstaltung festmachen, sondern es muss immer das gesamte Programm einer Einrichtung in Betracht gezogen werden. Und sowohl die VHS für sich genommen, als auch das gesamte Programm zum Lörracher Tag der Demokratie bietet ein sehr breitgefächertes Spektrum an unterschiedlichen Positionen und Haltungen. Darunter sind neben den angesprochenen Wette und Lüders auch noch Astrid Wallrabenstein, Dirk Neubauer, Claudine Nierth, Ronen Steinke und viele andere vertreten. (…)

Wir sind der festen Überzeugung, dass wir gerade in der aktuellen Zeit den Dialog zwischen unterschiedlichen Haltungen und Meinungen suchen sollten, anstatt diese zu verbieten oder zu unterdrücken (das besagt ja auch der Beutelsbacher Konsens, den Sie zitieren). Immer vorausgesetzt, dass diese Haltungen mit den Bestimmungen unserer Verfassung im Einklang stehen.“

Ich habe heute darauf geantwortet: „Ich sehe da keine Ausgewogenheit sondern vor allem Beliebigkeit. Es werden unterschiedliche Menschen eingeladen, die Positionen vertreten. Es ist aber keine Veranstaltungsreihe, wo unterschiedliche Positionen zu einem Thema (!) dargelegt und ggf. auch diskutiert werden und somit die Kontroversität ihrer Positionen auch deutlich gemacht. 

Da gilt dann auch nicht der Verweis darauf, dass die Besucher:innen der Veranstaltung Fragen stellen dürfen oder es im Forum der Lokalzeitung kontrovers diskutiert wird. Die Kontroversität ist nicht zufällig herzustellen oder in externen Medien, sondern in der Veranstaltung oder der Veranstaltungsreihe an sich. 

Das man am Ende der Veranstaltung Fragen stellen darf, ist auch keine besondere Gnade sondern üblich. Das es bei einer Autorenlesung um Inhalte geht, ist jetzt auch kein besonderes Kriterium. Das ist ja auch kein wissenschaftliches Buch, sondern der Entwurf einer Abkehr von einer Wertegeleiteten Außenpolitik hin zu einer die “nationale Interessen” durchsetzen soll. Alleine so einen Autor unkontrovers einzuladen ist aus meiner Sicht ein Versagen der eigenen Verantwortung.“

Brief

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Lutz,
sehr geehrter Leischner,
sehr geehrte Damen und Herren,

Ich schreibe an Sie, weil ich ein wenig überrascht bin über die Ausrichtung des Programms der VHS Lörrach, als öffentliche bzw. kommunale Bildungseinrichtung, insbesondere auch vor dem Hintergrund, dass es im Leitbild heißt: „Die Volkshochschule Lörrach und Steinen ist eine überparteiliche und überkonfessionelle Weiterbildungseinrichtung.”

Eine Satzung oder nähere Beauftragung durch einen Gemeinderatsbeschluss habe ich nicht gefunden. Aus meiner Sicht gelten hier die ethischen Grundsätze des Beutelsbacher Konsens:

„Das Kontroversitätsgebot bedeutet, dass Dinge und Positionen, die in Wissenschaft, Politik und Gesellschaft kontrovers diskutiert werden, auch im Rahmen der politischen Bildung als kontrovers dargestellt werden. Auch hier ist die Grenze zur Indoktrination überschritten, wenn gegenteilige Auffassungen und alternative Vorschläge unterschlagen oder gar negiert werden.” https://www.lpb-mv.de/themen/stichwort/beutelsbacher-konsens/

Vor diesem Hintergrund bin ich über die Ausrichtung im Bereich des Ukrainekriegs und mit Bezug auf des Bündnis Sarah Wagenknecht entsetzt und sehe eine gewisse Einseitigkeit. 

Zum einen durch die Veranstaltung: „242-10108 Ein anderer Blick auf den Ukraine-Krieg” mit Auftritt von Prof. Wette. Es ist seit langem bekannt, dass Herr Wette eine sehr einseitigen Blick auf die Ursachen und Hintergründe des Ukraine Kriegs verbreitet. 

(Siehe etwa: https://rdl.de/beitrag/vielleicht-w-rde-etwas-empathie-mit-der-ukraine-helfen-nur-so-mal-zum-ausprobieren oder https://rdl.de/beitrag/ukraine-krieg-ursachen-interessen-aussichten bzw. https://www.badische-zeitung.de/historiker-wolfram-wette-sieht-beim-ukraine-krieg-die-usa-in-der-pflicht)

Mir wurde berichtet, dass die Thesen auch im Publikum auf große Verwunderung und Widerspruch stießen und der Referent ausschließlich durch die sog. “Friedensbewegung” vorgeschlagen wurde. (https://rdl.de/beitrag/radio-ech-deutsch-14092023-was-alles-falsch-l-uft-der-deutschen-friedensbewegung-interview)

Auch ein zweiter Vortrag erscheint aus meiner  Sichte ein befremdlich: „242-10105 Moral über alles? Vortrag”

Herr Lüders gehört seit Januar 2024 dem erweiterten Parteivorstand des Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) an. Was aber in der Veranstaltungsankündigung nicht erwähnt wird:

„Volkshochschule Lörrach auf Pro Putin Kurs?“ weiterlesen

Firma vom Vorstand von Freiburger Diskurse e.V. spendet 50.000 EUR an Sarah Wagenknecht

Heinrich Röder ist (oder war) Geschäftsführer (oder Prokurist) mehrerer GmbHs, die dem Namen nach mit der Entwicklung von Erneuerbaren Energien Geld verdienen, etwa der Bavaria Solar, DGE Projektentwicklungs GmbH (Windenergie), Das Grüne Emissionshaus GmbH und vielen mehr. 2021 bezeichnete er sich als „Grüner Stammwähler“.

Screenshot aus Northdata


Eine der Firmen, die “Horizontwerke GmbH” hat 50.000 EUR an das Bündnis Sarah Wagenknecht gespendet.

Screenshot Bundestagswebsite

Nun es darf jeder Geld an das Bündnis Sarah Wagenknecht spenden. Das man dies als Geschäftsführer diverser Firmen macht, die zumindest dem Namen nach ihr Geld mit erneuerbaren Energien verdienen, ist ein wenig ungewöhnlich. BSW ist schließlich nicht die Partei, die an der vordersten Front des Erneuerbare Energien Ausbau steht, sondern gerne wieder und weiter Gas aus Russland hätte.

Zu einer seriösen Klima- und Umweltpolitik gehört aber Ehrlichkeit: Die Energieversorgung Deutschlands lässt sich im Rahmen der heutigen Technologien nicht allein durch erneuerbare Energien sichern. Blinder Aktivismus und undurchdachte Maßnahmen helfen dem Klima nicht, aber sie gefährden unsere wirtschaftliche Substanz, verteuern das Leben der Menschen und untergraben die öffentliche Akzeptanz von sinnvollen Klimaschutzmaßnahmen. Der wichtigste Beitrag, den ein Land wie Deutschland zur Bekämpfung von Klimawandel und Umweltzerstörung leisten kann, ist die Entwicklung innovativer Schlüsseltechnologien für eine klimaneutrale und naturverträgliche Wirtschaft der Zukunft.

Zitat aus der Website des BSW. Könnte auch von der FDP stammen. (Wagenknecht fordert Verbot von Windkraft im Wald oder „Das „Bündnis Sahra Wagenknecht“ lehnt Emissionshandel, Verbrenner-Aus und den vollständigen Umstieg Deutschlands auf Erneuerbare ab.„)

Der Unternehmensverbund rund um das Grüne Emissionshaus verdient sein Geld seit 25 Jahren vorrangig mit Windenergie.
Dass sie jetzt Geld spenden an eine Frau die gegen Windenergie zu Felde zieht ist schon bemerkenswert.

Heinrich Röder ist auch Vorstand des Vereins Freiburger Diskurse, das Veranstaltungen zum BSW und Ukrainekrieg durchführt. Auch sonst scheinen viele der auf der Website des Vereins aufgeführten Mitglieder durchaus geschäftlich mit ihm verbandelt zu sein bzw. seine Angestellten. Ob die dabei freiwillig mitmachen oder er sie etwa dafür bezahlt die Vereinsarbeit (Orga der Vorträge, Werbung, …) zu machen und ihr Gesicht herzugeben, ist unklar.

Nahezu alle scheinen Verbindungen in das Erneuerbare Energien Geschäft zu haben.

Schaut man sich jetzt mal ein bisschen die Videos an, dann findet man auch beim Verein Vorträge und Referenten die schon in Richtung der politischen Positionen des BSW gehen.

Im BSW Veranstaltungs Video (eine Veranstaltung zum Europawahlprogramm des BSW) ist Martin Höpner mit Vortrag zu Gast, der war Teil der “Aufstehen” Bewegung von Sarah. Das war das erste mal, als Sarah Zahrenknecht eine eigene Partei gründen wollte, was aber in die Hose ging.

Die schrägen klimapolitischen Attacken des BSW folgen dem bekannten populistischen Muster, mittels polemisch angeheizter Halbwahrheiten und Fake-News Ressentiments zu schüren. In einer immer komplexeren Welt der Multikrisen will das BSW das Erregungslevel unzufriedener Bevölkerungsteile weiter hochjazzen. Wichtigstes Ziel ist die Verächtlichmachung von Regierung und Institutionen selbst dort, wo ihr Handeln im Kern unterstützenswert ist, wie etwa beim Klimaschutz. Mit dieser Strategie sitzt das BSW in einem Boot mit der AfD, auch wenn Wagenknecht nicht den Klimawandel leugnet.

Uwe Witt (Referent für Klimaschutz und Strukturwandel, Rosa-Luxemburg-Stiftung)

Höpner hat schon viel Verständnis für das BSW, denen er auch rechte Tendenzen abspricht, das Video entstand zur Europawahl. In den Vorträgen ist viel von Repräsentationslücke die Rede, wenig aber von den dadurch entstehenden Anknüpfungspunkten zur AfD oder auch der Russlandoffenheit oder der Rolle die bereits prominente Querdenken Akteuere bei der BSW spielten.

„Firma vom Vorstand von Freiburger Diskurse e.V. spendet 50.000 EUR an Sarah Wagenknecht“ weiterlesen

End of SLAPP by Bea

Das Landgericht Freiburg im Breisgau hat am 8.11.24 beschlossen: Die Beschwerde von Bea P., die seltsamerweise im Beschluss „Dr. Beate Pfaff“ genannt wird, wird kostenpflichtig für sie zurückgewiesen.

Interview dazu auf Radio Dreieckland: https://rdl.de/beitrag/ende-einer-slapp-klage-freiburg

Um das Gericht selbst sprechen zu lassen:
„Ergänzend ist lediglich anzumerken, dass auch nach Auffassung der Kammer die dem Angeschuldigten vorgeworfene Äußerung mit Blick auf die subjektiv wertenden Formulierungen ( „aus unserer Sicht“, „tragende intellektuelle Vordenkerin“) nicht als Tatsachenbehauptung, sondern als Meinungsäußerung und damit als Werturteil anzusehen ist. Auch hat das Amtsgericht mit überzeugenden Erwägungen eine Strafbarkeit wegen Beleidigung gem. § 185 StGB verneint.“

So hat nun auch das Landgericht nach dem Amtsgericht Freiburg entschieden: Man darf Bea P eine „tragende intellektuelle Vordenkerin der Südbadischen Coronaleugner- und Querdenker-Szene“ nennen. Das ist nicht nur von der Meinungsfreiheit gedeckt, weil es sich nicht um eine Tatsachenbehauptung handelt, sondern um ein Werturteil.

Und selbst wenn es eine Tatsachenbehauptung wäre, so sei diese hinreichend belegt und es bestünde auch ein berechtigtes Interesse daran dies aufzudecken. (Aktenzeichen: 28 Cs 415 Js 27965/22)

Das ist nicht nur ein endgültiger Sieg für die Meinungsfreiheit, sondern bestärkt auch all die, die sich im Kampf gegen Schwurbel engagieren und nicht still bleiben.

Details hier: https://sbamueller.com/2024/03/02/querdenker-slapp-klage-schlaegt-fehl-man-darf-bea-p-eine-tragende-intellektuelle-vordenkerin-der-suedbadischen-coronaleugner-und-querdenker-szenen-nennen/ und um was es geht hier: https://sbamueller.com/2022/07/03/in-suedbaden-auf-coronaleugner-demos-gehen-in-schleswig-sich-fuer-minderheitenrechte-einsetzen-geht-nicht-zusammen/

Danke an Alle die mich hier unterstützt haben.

Diese Klagen nennt man übrigens SLAPP Klage.

Windkraft in Günterstal: Stadtverwaltung informiert.

Am Freitag gab es endlich die lange erwartete Info-Veranstaltung der Stadtverwaltung zu Windkraft in Günterstal. Darauf hatten sich viele Vorbereitet, Querdenker auf Telegramm mobilisiert, die aber im Gegensatz zur „Infoveranstaltung“ der Gegen-Windkraft-Bürgeriniative dann nicht gekommen waren.

Gleich zu Beginn war mein Eindruck, dass die Gegen-Wind-BI, versucht die Veranstaltung zu einer von ihr umzudeuten. So hatte sie im Eingangsbereich ein Banner aufgestellt, musste erst gebeten werden ihre Aufsteller wegräumen und warb auch an der Einfahrt zu Günterstal mit einem Schild, bei dem man den Eindruck haben konnte, sie würde das veranstalten. Dabei war klar: Stadtverwaltung und Ortsverein hatten eingeladen.

Nur echt mit Schild in der Halle. Dann leider eingeschlafen. Wachte aber fürs Fragen wieder auf.

Der Ortsverein hat sich inzwischen auf eine „neutrale“ Position zurückgezogen bei dem Thema und betonte auch, dass er schon „sachlich und neutral“ informiert habe auf seiner Veranstaltung. Ich habe es anders in Erinnerung.

Die Mitglieder der gegen BI hatten die ein wenig lustige Idee sich alle blaue Westen anzuziehen, ob das jetzt von der Ikonographie der Letzten Generation (orange Weste) oder der Gelbwesten in Frankreich inspiriert ist, keine Ahnung. Aber man konnte so die Anti-Windkraft-BI gut erkennen.

Das Foliendesign des RP sollte überarbeitet werden.

Zunächst führte das Regierungspräsidum und der Regionalverband ein: Derzeit gibt es 767 Windräder in BaWü. Das sind nur 16% von dem was wir bis 2045 brauchen um Klimaneutral zu werden. Daher ca zusätzlich 100 Windräder pro Jahr aufstellen müßen. Dafür müssen Flächen ausgewiesen werden.
In Freiburg seien derzeit vier in Betrieb, vier genehmigt und zwei geplant.

Der Regionalverband sucht nach geeigneten Flächen. Dabei muss die Fläche zum einen Windhöffig sein, zum anderen nicht durch Natur- oder Artenschutz belegt und auch nicht zu nach an Wohnbebauung. Los gegangen sind sie mit 3%, dadurch hoffe man die geforderten 1,8% zu erreichen. Hat man die ausgewiesen, darf auch nur auf dieser Fläche Windkraft gebaut werden. Schafft man das nicht, dürfen überall Windräder errichtet werden. Vielleicht auch so eine Perspektive die man als Gegen-BI bedenken sollte.

Auch die Stadtverwaltung erklärte ihre Ziele, die Beschlusslage des Gemeinderates und versuchte die Ausbauplanung für Windenergie in einen größeren Zusammenhang zu stellen: Klimakrise, 1,5 ° Ziel überschritten, Unwetter in vielen Teilen Europas. Das wurde von den Gegener teils stöhnend kommentiert.

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Die Ökostromgruppe stelle noch mal da was es alles an Gutachten und Vorleistungen braucht um ein Windrad zu bauen:

  • Schallgutachten,
  • Schattengutachten,
  • Landschaftsbild
  • Statik
  • Flugsicherung
  • Denkmalschutz
  • Artenschutzgutachten
  • Ausgleichsmaßnahmen
  • Brand- und Arbeitsschutz
  • Eisfallgutachten
  • Wasserschutz
  • Bedrängende Wirkung

Was natürlich auch dazu führt, dass es Jahre braucht um ein Windrad zu planen. Bei diesen Gutachten wird jeder ordentlich arbeiten, denn würden die Windräder nicht ordentlich geplant könnten entweder Anwohner Betriebsstilllegungen durchsetzen oder sogar den Abbau. Übrigens klagt die LANA auch gegen die Genehmigung jedes Windrads und verliert immer.

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