Maximal 200, gefühlt mehr Polizei als Demonstranten.
Heute hat es endlich mal wieder geregnet in Freiburg. Was nach dem warmen Wetter der letzten Tage und der Dürre in der Rheinebene erfrischend war. Der ordentliche Regen hielt weder Greenpeace noch die Seebrücke davon ab für ihre Anliegen zu demonstrieren. Aber die „Freunde der Freiheit“, die ihre Demo auf dem Münsterplatz absagten. Da will man aufstehen gegen das Merkelregime mit seiner krassen „Ausgangssperre“ und dann wird man vom Wetter abgehalten.
So versammelte sich „Das Volk“ an zwei Orten. Rund um den Bertholdsbrunnen mit einer Demo gegen die Coronaleugner.
— Sebastian Müller ?????? (@sbamueller) May 23, 2020
Die spulten in Redebeiträgen alltbekanntes aus den linken Forderungen, irgendwo zwischen Abschaffung des Kapitalismus, nein zum Polizeigesetz und gegen Privatisierungen im Gesundheitssystem ab. Übrigens konsequent mit Maske.
Auf dem Platz der alten Synagoge hatten sich nicht mehr als 200 Corona Rebellen aus der „nicht ohne uns“ bzw. „Zentrum Demokratischer Wiederstand“ Gruppe in Freiburg versammelt. Eher weniger. War auch kalt und regnerisch, deswegen entfiel demonstratives meditieren. Dafür gab es Musik oder sowas ähnliches. (Achtung: kann Musiker oder andere Menschen mit sensiblen Ohren verstören)
nun auch ein Video: Angekündigt wird „die ersten zwei Strophen des #Deutschlandlied zu singen“, verteilt hatten sie Strophe 1 (Deutschland über alles) & Strophe 3 (Einigkeit, Recht, Freiheit) es wurde auf Trompete musikalisch die Flagge geschändet & keiner sang #Nationalhymnepic.twitter.com/NlZcOmspZK
— Sebastian Müller ?????? (@sbamueller) May 24, 2020
Es wurde auch versucht die Nationalhymne zu spielen, das klang aber noch weniger geübt. Angekündigt waren Strophen 1 und 2, ausgeteilt wurde der Text für Strophen 1 und 3. Die dritte Strophe des Deutschlandlieds ist die Nationalhynmne, alles andere halt ein Lied. Darf man auch spielen, ist halt „nur“ schlechter Geschmack.
Und auch einen „gut recherchierten“ Redebeitrag, in dem behauptet wird, die Antifa GmbH, werde von CDU, SPD und Grünen finanziert und die Antifa-Demoteilnehmer bekämen 25 EUR pro Stunde. Die Rede fand dann sogar der Herr mit „Wiederstand 2020“ Jacke so schräg, das er aufrief doch über Corona zu reden.
Für Demoteilnahme bekomme man 25 EUR/H von der #Antifa Übrigens ist das Tragen einer roten Nasenmaske so ala „red Nose day“ kein wirksamer Infektionsschutz.
— Sebastian Müller ?????? (@sbamueller) May 23, 2020
Ein Bekannter lies sich von der Rednerin erläutern woher sie diese Informationen habe. Und sie zeigte ihm die Belegstellen. Etwa einen Artikel des „Basler Express“: „Recherchen des als Russland-getreuen Propagandasender diffamierten TVKanals «RT» zufolge besteht die Antifa aus mehreren Organisationen von der Antifa GmbH über die Antifa-Gewerkschaft bis hin zum Antifa-Verein. Diese erhalten Geld von der deutschen Bundesregierung, den Parteien SPD, CDU und den Grünen sowie einzelnen sozialistisch-kommunistisch orientierten Verbänden.“ Und einen Satirischen Artikel aus der TAZ, jetzt könnte man beim aufmerksamen Lesen, sehen das eine Person namens P.Flasterstein, die im Artikel vor kommt… Aber klar passt nicht ins Weltbild.
— Sebastian Müller ?????? (@sbamueller) May 24, 2020
Das dramatische ist – Menschen die die ganze Zeit behaupten, man solle alles kritisch überprüfen – scheitern hier schon an einer einfachen Quellenkritik oder grundlegender Medienkomptenz. So etwa diesen Artikel im Watson über die „neue Basler Aluhut-Zeitung“, die mit einer bunten Mischung aus Verschwörungstheorien und Spekulativem… Sie wissen was ich meine.
Nach 3 Durchsagen der Polizei man möge sich doch bitte an die Auflagen zum #MundschutzPflicht / #Maskenpflicht halten nun die Ankündigung man werde durch die Kundgebung gehen und die Pflicht durchsetzten – ich habe mal alle Gesichter mit Maske ? mit dem entsprechenden Emoji pic.twitter.com/w5tKfY8Epv
— @sbamueller@mastodon.social (@sbamueller) May 23, 2020
Übrigens passierte dann nicht, es hielten sich die Teilnehmer kaum an die Munschutzvorgaben und wenn man sie darauf hinwies, behauptete etwa eine Dame, sie sei nur bei Spazierengehen und auf dem Markt gewesen.
— Sebastian Müller ?????? (@sbamueller) May 24, 2020
Weil es die Demo auf dem Münsterplatz nicht gab, waren heute auch Menschen aus dem AfD Umfeld anwesend. Daneben soll einer der Organisatoren ebenso aus dem Umfeld der AfD stammen, das konnte ich aber nicht prüfen ob das stimmt.
— Sebastian Müller ?????? (@sbamueller) May 23, 2020
Dann hatte ich nach der Demo noch ein Gespräch mit den Leuten, die die Schwedenfahne hochhielten und vor dem Gesicht trugen. Zum einen hatte ich den Eindruck, das von inzwischen falschen bzw. überholten Annahmen ausgegangen wird („Bereits 30% haben Antikörper“), als auch, dass sie wenn ich Dinge sagt, die nicht ins Weltbild passten, nie darauf eingingen und immer das Thema wechselten. Auch kamen sehr befremdliche Aussagen: „An Masern sterben ja in Deutschland jedes Jahr nur sechs Kinder“, worauf ich entgenete: „Aber wenn sie Vater eines dieser Kinder wären, dann würden sie sich ja schon wünschen, das man es rettet“, „das kann man so nicht sagen, das ist ja wie früher beim Verweigern, da wurde man auch so gefragt.“
Die Durchseuchungs-Strategie Schwedens ist am Ende und gescheitert, das räumt inzwischen auch einer ihrer starken Verfechter ein (Tom Britton, Uni Stockholm: "Überraschend, wie falsch wir lagen"). Sehr lesenswerte Zitate. https://t.co/7eeP3ehkgQ
— Sebastian Müller ?????? (@sbamueller) June 18, 2020
Eine Basistation für ein kostenfreies Funknetz für das Internet der Dinge, gibt es seit kurzem auf dem Dach der Bergstation der Schauinslandbahn. Installiert wurde der Gateway schon im März, währen der Revisionsarbeiten, allerdings dauerte die Bereitstellung des Internetanschluß durch die Telekom seine Zeit.
Es ist die Antenne in der Mitte!
Mit Hilfe dieses Gateways kann die Verbindung zum strahlungsamren „The Things Network“ für Sensoren und andere Geräte in weiten Teilen der Rheinebene, hergestellt werden. Da sich der Standort auf über 1220 m (ü. M.) befindet gehen wir von einer sehr hohen Reichweite aus (ca. 50 km). In Deutschland ist das, vor dem Stuttgarter Fernsehturm, der höchsten LoRaWAN-Standort.
— TheThingsNetworkFreiburg (@TTN_Freiburg) June 16, 2020
Sebastian Müller: „Wir sind begeistert, den nun gibt es auch Abdeckung weit außerhalb Freiburgs auf dem Land. In den kommenden Wochen, will sich auch die Stadt Freiburg mit Gateways im Freiburger Osten und auf den Ortschaften beteiligen. Die Bereitstellung von Zugang für ein offenes Netz für das Internet der Dinge, ist nun auch Teil der kommunalen Daseinsfürsorge und Digitalisierung in der Hand der Bürger_innen.“
Antenne mit Freiburg im Hintergrund
Schauinslandbahn-Betriebsleiter Günter Voigt stellt dazu fest: „Wir freuen uns TTN und Badenova den Standort an der Schauinslandbahn Bergstation zur Verfügung stellen zu können. Sicherlich wirdder exponierte Standort mit seiner großen Reichweite der Region einen Schub im Bereich der IoT Anwendungen geben.“
Bereits in den ersten anderthalb Stunden seit dem Einschalten, sind über 2000 Kurznachrichten über den Gateway empfangen worden.
Wir gehen davon aus, dass der Gateway auch in den kommenden Tagen auf den einschlägigen Websiten wie ttnmapper.org auftauchen wird – sobald es möglich es etwa nach Frankreich zu fahren, werden wir auch mit einem Mapper die praktische Reichweite testen können.
Übersicht über die Nachrichten, die über alle Freiburger Gateways versendet und empfangen werden: https://ttngw.rexfue.de/freiburg Um die Statistik des neuen Gateway auf dem Dach der Schauinslandbahn zu sehen: einfach auf Gateway bn_Schauinsland klicken.
„Das Hauptziel der App ist, die Europa-Park Besucher auf spielerische Art daran zu erinnern und zu motivieren, die geltenden Abstandsregelungen (Social Distancing) während des Parkbesuchs einzuhalten (…) Es wird der Bluetooth LE (Low Energy) Standard genutzt. Über die Signalstärke wird die Distanz zu anderen Smartphones gemessen. Jedes Smartphone, auf welchem die App installiert ist, sendet gleichzeitig als iBeacon, und scannt die Umgebung nach anderen Geräten.“
Von der Badischen Zeitung wurde der CCC gefragt ob und wie das gehen kann und was wir dazu denken. Als Privatperson habe ich dazu geantwortet: Was muss eine App können, damit sie sinnvoll ist?
Ich weiß persönlich nicht bzw. halte es für zumindest technisch schwierig, über Bluetooth den Abstand zwischen zwei Geräten so genau feststellen zu können, das man anzeigen kann ob jemand mehr oder weniger als 1,5 m entfernt ist. Das könnte vielleicht noch einigermassen gehen zwischen iphones – die haben wahrscheinlich alle den gleichen Bluetooth Chip und Antenne, aber zwischen den unzähligen Android Geräten? Das stelle ich mir schwierig vor. Es müßte quasi jedes Gerät abstrahlen was es für eines ist, also etwa “Iphone 6s+” oder “Redmi Note XY” und dann müßte es eine Datenbank geben, die genau sagt: Dieses Bluetooth ist “laut”, das strahlt immer sehr stark und dieses Bluetooth “flüstert”.
Wenn man aber die Art des Gerätes abstrahlt, dann hat man schon einiges an Daten, gerade wenn Leute exotische Geräte verwenden. Da ist dann ggf. weniger Anonymität. Möglicherweise haben auch Umgebung (Wände) und die Art des Tragens des Geräts (Körpernah, im Rucksack, Handtasche, …) Auswirkungen auf die Verbreitung und damit “Lautstärke”, weil ja der eigene Körper dämpft. Ggf. auch Unterschied zwischen dicken und dünnen Personen, ggf. muß die App auch unterscheiden können, ob ich etwa Rücken an Rücken getrennt durch eine Wand/Plastikfolie/… sitze oder eng beisammen stehe. Schon allein die Lage des Telefons und damit der Antenne verändert die Empfangsqualität.
Das stelle ich mir schwierig vor. Vielleicht kann man das auch lösen.
Bei Apple Geräten kommt meines wissen noch dazu – daran kranken alle bisherigen Apps – das ich vermute die App im Vordergrund mit Bildschirm an laufen muß, was recht zügig die Batterie leer saugt.
Bei einer Kontaktnachverfolgung gelten die gleichen Probleme wie auch bei der geplannten offiziellen App. Ich muß Datenschutzkonform und anonymisiert nachtvollziehen können, mit wem ich Kontakt hatte, und diese Personen irgendwie kontaktieren können. Damit die offizielle App funktionieren kann braucht sie Zugriff auf bestimmte Features, die Apple – so wie ich das verstehe – nur jeweils einer App pro Land freischalten wird, weil etwa die offizielle App dann auch Dinge festlegen muß wie “Kontaktintensität”, Nähe, …
Ob das ohne Zugriff auf diese speziellen Features geht: Ich wäre da skeptisch. Im Zweifel wickel ich mein Telefon in Alufolie vom Vesperbrot um so das Bluetooth LE zu dämpfen und bin dann weiter weg.
Denken Sie, ein Unternehmen kann es mit einer App wie dieser schaffen, was die Bundesregierung nicht schafft?
Die Tracing App der Bundesregierung soll ja helfen die Arbeit der Gesundheitsämter beim Zurückverfolgen der Kontakte zu vereinfachen. Gerade auch für Zufallskontakte (ÖPNV, Schlange, Supermarkt, …) kann das sicher hilfreich sein, weil ich da ja gar nicht die Leute kenne. Die App des Europapark wil ja Menschen helfen Abstand zu halten. Das ist erstmal eine charmante Idee, die ja auch in anderen Situationen hilfreich sein könnte.
Wer Demos veranstaltet auf denen: – ein Sprechchor brüllt „Antifa SA“ – in einer Rede die Maskenpflicht beim Einkaufen mit dem Judenstern gleichgesetzt wird – ein Plakat mit „Lebenslänglich für Drosten“ hochgehalten wird Dessen „Abgrenzung gegen Rechts“ Ist äääh gescheitert pic.twitter.com/3cEn6tIBsn
— Sebastian Müller ?????? (@sbamueller) May 18, 2020
Im Bezug auf die Kundgebung am Münsterplatz heißt es im Artikel: „Auch die Nähe zu Rechtsextremen oder Antisemitismus stritten sie ab“. Die Veranstalter wollen sich „weder von links und rechts vereinnahmen lassen“.
Wer eine Serie von Kundgebungen veranstaltet auf der:
angeleitet wird im ein Sprechchor „Antifa SA“ zu brüllen, während die Polizei die eine Gruppe Gegendemonstranten gerade entfernt (siehe dazu etwa dieses Youtube Video)
in einer Rede die Maskenpflicht beim Einkaufen mit dem Judenstern gleichgesetzt wird,
deshalb und wegen anderer Aussagen der Redner bei der Polizei mehrere Anzeigen wegen Volksverhetzung eingehen,
ein Plakat mit „Lebenslänglich für Drosten“ hochgehalten wird,
Mein Fazit (bin aus Langeweile und zum Infektionsschutz gegangen): Publikum weniger hippie-eso-haft, mehr aufgepumpte Nacken, rasierte Seiten und Sportschuhe. Min. 1 eindeutiges Nazi-Tattoo. Redebeiträge waren erwartbar, Cops äuserst großzügig.#Freiburgpic.twitter.com/OlllIvar6o
Menschen T-Shirts mit rechtsextremen Sprüchen tragen,
Lokaljournalisten namentlich angeht,
Eine Hakenkreuzarmbinde mit einem stilisierten Virus ist der bildsprachliche Versuch, die aktuellen Maßnahmen mit dem NS gleichzusetzen. Insofern ist das eine Verharmlosung des NS, die findet sich zwar in allen Milieus, ist aber im Kern selbstverständlich "rechts"
Menschen rote Armbinden und Mundschutz tragen, wo ein weißer Aufnäher mit stilisieren schwarzen Virus zu sehen ist, der an eine Hakenkreuz Armbinde erinnert. Dies wird vom Extremismusexperten Matthias Quest als „bildsprachliche Versuch, die aktuellen Maßnahmen mit dem Nationalsozialismus gleichzusetzen“ und Verharmlosung des NS gewertet, was im Kern selbstverständlich „rechts“ sei.
in den Vorbereitungsgruppen auf Telegramm unwidersprochen reichsbürgerliche, den Nationalsozialismus verharmlosende und rassistische Inhalte geteilt werden,
Ein anderes Beispiel – Widerrede gegen diesen antimuslimischen Rassismus konnte ich nicht ausmachen. 3/11 pic.twitter.com/knkYBjlKBS
— Mythos Entblättern (@analytiker_in) May 18, 2020
dessen ‚Abgrenzung nach Rechts‘, dürfte gescheitert sein.
Und wer nicht weiß, wie er sie eine Abgrenzung praktisch bewerkstelligen kann, der hätte nun wirklich genug Zeit gehabt, sich beim Ordnungsamt, der Polizei, der Landeszentrale für politische Bildung, den Soziologie Lehrstühlen der Freiburger Hochschulen, politischen Parteien, Gewerkschaften, Bürgerinitiativen oder dem Antirassismus Referat des Studierendenparlaments zu informieren, wie man seine Veranstaltung weniger ‚rechtsoffen‘ gestaltet.
Nicht jeder Demonstrant ist Verschwörungsideologe oder Rechtsradikaler, aber jeder Demokrat hat auch die Verantwortung nicht bei Verschwörungsideologen und Rechtsradikalen mitzulaufen, auch wenn er Sorgen hat. Denn gerade diese Sorgen vieler Menschen, etwa um Kontakt zu Angehörigen in Altersheimen, über die eigene wirtschaftliche Existenz oder die Belastung durch den Spagat zwischen Heimbeschulung der Kinder und Arbeit, werden durch die Gesellschaft, in der sie vorgetragen werden, in ein schlechtes Licht gerückt.
Die Befragten auf dem Platz der alten Synagoge haben:
– kein Vertrauen in traditionelle Medien weder öffentlich-rechtlicher Rundfunkt noch Zeitungen; Youtube, Messenger und Soziale Medien spielen eine wichtige Rolle; von der Selbsteinschätzung aber auch beim Antworten auf entsprechende Fragen sind sie eher Mitte Links als Rechts. Nicht nationalistisch oder Autoritär;Sie sind besorgt über 5G, finden Impfen nicht gut oder aber Homöpathie haben Angst um Grundrechte und Meinungsfreiheit; finden Masken nicht gut fühlen sich durch die Maßnahmen und Krise betroffen und belastet.
Gegenprotest gegen die Corona Rebellen auf dem Platz der alten Synagoge
Für Samstag 16.5.2020 waren in Freiburg gleich vier Kundgebungen in Zusammenhang mit Corona angemeldet:
15.30 Uhr, Rathausplatz, “Meditation für das Grundgesetz”, Angemeldet 25 Teilnehmer_innen,
15.30 Uhr, Platz der Alten Synagoge, “Kommunikationsstelle Demokratischer Widerstand”, Thema Grundgesetz, 250 Teilnehmer_innen, geschätzte Anwesende ca. 200
15.30 Uhr, Augustinerplatz, “Grundrechte und Freiheit”, 70 Teilnehmer_innen, geschätzte Anwesende ca. 30
Zusammen mit einem Freund habe ich mich mit einem Fragebogen aufgemacht die Teilnehmer_innen zu befragen. Die angemeldeten Zahlen und Themen waren jeweils von den Veranstaltern. Die Kundgebungen auf dem Rathausplatz, Münsterplatz und am Platz der alten Synagoge fanden schon in den Wochen davor statt. Gleichzeitig fand in Lörrach eine Kundgebung der AfD statt, so dass möglicherweise Menschen aus deren Umfeld eher nach Lörrach fahren, da auch der Freiburger AfD Stadtrat Mandic teilnahm, der bereits am 2.5.2020 in Freiburg zu einer Demo aufgerufen hatte. Gleichzeitig gab es in Stuttgart wieder eine große Demonstration. Es ist gut möglich, das Personen die sonst in Freiburg an den Demos hier teilnehmen würden, zu diesen gereist sind. Daneben spielte ab 15:30 auch der SC Freiburg in einem “Geisterspiel”, so das ggf. auch Personen lieber Fußball schauen waren. Bei der Freitäglichen Fahrraddemo von Freiburg for Future waren nach Medienberichten rund 1400 Personen, bei bedecktem Himmel und etwas frischeren Temperaturen, am Samstag war es sonnig und klar.
1. PdaS/Rathausplatz/Augustinerplatz gehören zusammen, am Ende haben sich alle auf dem PdAS getroffen. Publikum bei diesen 3: #Widerstand2020, #nichtohneuns, #Meditation, kaputtgegangene Alnatura-Kundschaft, #5G– und #Impfgegner. Ca. 350 Personen. 2/7
— Mythos Entblättern (@analytiker_in) May 16, 2020
Zur Situation und dem Vorgehen
Wir waren am Samstag auf dem Platz der alten Synagoge zwischen 15:30 und ca 16:30 und haben 18 Fragebögen verteilt. Dabei gingen wir so vor, das wir Leute gefragt haben und uns diese dann die Antworten gesagt, wir haben sie notiert. Zuhause habe ich die Antworten in google Forms eingegeben und daraus auch die Grafiken generiert. Jede Person die wir ansprachen, war auch bereit uns zu antworten. Das Sampling war zufällig, daher wir sind auf Personen hinzugetreten und haben diese gefragt ob sie Fragen beantworten möchten ohne auf besondere Merkmale zu achten. Ein Teil der Befragten, erkundigte sich vorher oder danach, was wir damit machen wollen. Für einen Fragebogen braucht man ca 5 -6 Minuten.
— Sebastian Müller ?????? (@sbamueller) May 16, 2020
Während der Befragung fand auf dem Platz der alten Synagoge auch eine Störung bzw. Gegenprotest der Veranstaltung statt. Es waren auf jeden Fall zwei verkleidete “Acts” unterwegs und auch ein Gegenprotest der von der Antifa zu kommen schien. Da ich wenig Gelegenheit hatte zu Fotografieren, habe ich die Demo nicht wie die letzten Male auf twitter kommentiert.
Auf dem wir von ca 15:30-16:30 Menschen befragt haben. Während wird dort waren gab es eine Störung durch die #Antifa. Die mit Lautsprecher wagen auf den Platz fuhr und ihre Meinung kund tat. Dann aber auch wieder ging #Hygienedemo#nichtohneunspic.twitter.com/uPBQAZnYPL
— Sebastian Müller ?????? (@sbamueller) May 16, 2020
Geantwortet haben uns 27 Personen, ausgewertet für den Platz der alten Synagoge habe ich 18 Antworten. Mehr war aufgrund der Zeit nicht möglich. Ich hätte mir aber mehr gewünscht. Würde ich die Befragung wiederholen, würde ich länger auf dem Platz der alten Synagoge bleiben und nicht auf den Münsterplatz gehen. Da wir dort auch die Befragung abbrechen mußten, weil wir angegangen wurden. Was vielleicht auch damit zu tun hatte, das wir zusammen mit einer Störung durch Antifa Gruppen eintrafen, die dann von der Polizei auch beendet bzw. vertrieben wurden.
— Sebastian Müller ?????? (@sbamueller) May 16, 2020
Sampling und Fragebogen
Da es nicht möglich die ist die Grundgesamtheit zu bestimmen – die Menge der Personen die auf einer Demonstration teilnehmen kann man nur abschätzen. Außerdem kann jemand sich “in” einer Demo aufhalten, aber aus ganz unterschiedlichen Gründen, etwa um diese zu beobachten, durch zulaufen, Fotos zu machen, “sich mal über die Demo zu informieren”, wie es ein Teilnehmer ausdrückte, ist auch das schwierig. Ich habe das so gelöst, dass wir die Leute immer gefragt haben ob sie zur Demo gehören.
Auf dem Platz der alten Synagoge zeigten sich nahezu alle Personen auskunftsbereit, lediglich eine Person wurde während der Befragung weggezogen und hat deshalb ihren Bogen nicht fertig ausgefüllt. Auf dem Münsterplatz war es schwieriger Menschen anzusprechen, das kann aber auch mit der Störung durch Gegendemonstranten zu tun haben.
Der Fragebogen umfasste Freitext und dann eine Batterie von Items die unterschiedliche Konstrukte abbilden sollten:
persönliche Betroffenheit
Einstellungen zu Schulmedizin und Homöopathie
Autoritarismus und Nationalismus
Zufriedenheit mit der Demokratie
Angst vor Elektromagnetischer Strahlung
politische Selbsteinschätzung
Sowie politische Selbsteinschätzung auf einer rechts-links Skala, Fragen nach Bildungsabschluss, Alter, Herkunft und Neigung zu bestimmten Parteien. Daneben hatten wir Fragen die auf das Vertrauen in Informationen durch Medien zielten. Sowie zur Demoteilnahme.
Da es eben nur 18 Responses sind, werde ich keine Prozentzahlen angeben für die Auswertung, sondern nur Zahlen und sprachliche Zusammenfassungen.
Freitext
Begriffwolke erstellt mit Advanced Summary by Awesome Table
Beim Freitext fiel auf: 11 mal nannten die Teilnehmer Grundrechte, Menschenrechte oder Meinungsfreiheit als Gründe für die Demo Teilnahme, Impfpflicht und Impfen kam zweimal vor. Bei der Frage nach Einschränkungen, wurde fünfmal der Mundschutz genannt, viermal ökonomische Gründe (“Laden zu”, “Jobverlust”, “Kurzarbeit”, …).
Und bei der Frage nach Forderungen kamen sowohl Forderungen nach Ende der Maßnahmen, die nahezu immer als “Lockdown” (7) bezeichnet wurden und mehr Diskussionen (2) sowie mehr als einen Experten anzuhören, Regierung solle zurücktreten (2).
Vertrauen in Medien
Was auffällt: Nahezu alle Teilnehmer attestieren dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk (15x nicht vertrauenswürdig) und Tageszeitungen (12 mal nicht vertrauenswürdig) keine Glaubwürdigkeit. Privatfernsehen scheint insofern kaum noch relevant zu sein für Information, das viele sagen, sie schauen das gar nicht (9 nicht vertrauenswürdig, 1 teils/teils). Auch offizielle Websiten, wie die des RKI oder Gesundheitsministerium wird nicht geglaubt. Als vertrauenswürdig wurden dagegen Gruppen in Messengerdiensten, Youtube oder soziale Netzwerke eingeschätzt. Dabei häufig mit der Einschätzung: “Ja manche”. Das hätten wir vielleicht mit einer etwas anderen Frage besser einfangen können.
Demoteilnahem und Selbsteinstufung
Von der Demonstration hatten die meisten durch Freunde, Familie und Bekannte gehört (8), vier durch Messenger Diente und 7 durch soziale Medien. Die meisten waren mit anderen auf der Demo (Freunde 8, Familie 5, alleine 5). Bei den Teilnehmern scheint es sich nicht um häufige Demoteilnehmer zu halten (7 nie, 7 gelegentlich, nur 2 häufig). Möglicherweise ließe sich darauf deuten, dass es sich um Menschen handelt, die sonst eher nicht von politischen Beteiligungsangeboten erfasst werden, immerhin geben 6 an nicht wählen zu gehen.
Gerade bei der Selbsteinstufung nach “rechts oder links”, fiel mir auf, das viele Befragte diese ablehnten “sehe mich da nirgends”, oder “das ist nicht relevant”. Drei gaben sich als Mitte an, drei als eher links. Keiner als rechts oder eher rechts.
Einstellungen
Bei einem Teil der Fragen habe ich mich an einer online Studie bzw. Umfrage von Dr. Sebastian Jäckle am Seminar für Wissenschaftliche Politik der Uni Freiburg orientiert. Daher sollten einige Items vergleichbar sein. Andere sind aus Mittestudie oder ähnlichem entlehnt. Bitte hier immer beachten: Es handelt sichum 17 Antworten, daher sind die Prozentzahlen, etwas irreführend.
Zunächst stellte ich Fragen zur eigenen Belastung durch die Krise:
Die Mehrheit der Befragten sieht sich durch die Krise finanziell und generell belastet.
Dann einige Items zu Impfungen, Übernatürlichem, Homöpathie und 5G. Kein klares Bild im Bereich des Übernatürlichen, Impfungen werden deutlich abgelehnt, Homöpathie befürwortet.Eine Mehrheit fürchtet auch negativen Einfluß durch elektromagnetische Felder.
Nun einge Fragen die darauf hindeuten ob jemand eine nationalistische Orientierung hat, wie er zur Demokratie steht und wie er zu Autoritarismus steht. Bei diesen Fragen gibt es sich entweder kein klares Bild (Stolz Deutscher zu sein), bei „Starker Hand die Ordnung bring“, deutliche Ablehnung. Das alles deutet jetzt nicht darauf hin, das hier Rechtsextreme am Werk sind. Diese These würde auch durch die Antwort auf die Fragen nach Parteineigung (kommt weiter unten), es kam jeweils einmal: Linke, Grüne, Grüne/Linke, Tierschutzpartei, ÖPD und „keine“, „wähle nicht“ oder „weiß nicht“. Bei der Frage nach der „Starken Hand“, kamen eher Kommentare, wie „das muß das Volk machen“, oder „das muß von unten kommen“. Eher lässt sich hier eine, vielleicht auch nur gegenwärtige, Unzufriedenheit mit dem politischen System herauslesen.
Gerade bei der Selbsteinstufung nach “rechts oder links”, fiel mir auf, das viele Befragte diese ablehnten “sehe mich da nirgends”, oder “das ist nicht relevant”. Drei gaben sich als Mitte an, drei als eher links. Keiner als rechts oder eher rechts.
Demographisches
Die Teilnehmer waren im Durchschnitt 48,2 Jahre alt, Median 51 Jahre, 10 Frauen, 7 Männer. Sie waren im Vergleich mit der Gesamtbevölkerung gut gebildet.
Sie kamen entweder aus Freiburg oder dem Umland.
Zusammenfassung der Mini-Studie
Die Befragten auf dem Platz der alten Synagoge haben:
kein Vertrauen in traditionelle Medien, weder öffentlich-rechtlicher Rundfunkt noch Zeitungen;
Youtube, Messenger und Soziale Medien spielen eine wichtige Rolle;
Von der Selbsteinschätzung eher eher Mitte Links, als Rechts. Tendenziell auch nicht nationalistisch oder Autoritär; aber mit demokratischen System unzufrieden;
Sie sind besorgt über 5G, finden Impfen nicht gut oder aber Homöpathie;
haben Angst um Grundrechte und Meinungsfreiheit; finden Masken nicht gut
fühlen sich durch die Maßnahmen und Krise betroffen und belastet.
— Sebastian Müller ?????? (@sbamueller) May 10, 2020
Das Schwedische Fernsehen hat eine Datenjournalismus Seite eingerichtet, bei der man selbst auswählen kann, welche Kurven angezeigt haben will. Jeweils auswählbar sind viele Länder, die Gesamtzahl der Erkrankten, der Toten und die Relation beider Zahlen auf 100.000 oder 1 Mio Einwohner. Dadurch lässt sich relativ gut ein Zeitverlauf darstellen und auch Länder in Beziehung setzen.
nichts ist besser in Schweden
Bezogen auf Schweden sollte man davon ausgehen, dass dort das Gesundheitssystem ähnlich gut ist wie in Deutschland und vielleicht die Leute sogar noch etwa gesünder. Die Lebenserwartung in Schweden betrug 82,31 Jahre (2017), zum Vergleich in Deutschland nur 80,99 Jahre (2017), als mehr als ein Jahr weniger.
Schaut man sich jetzt aber die Outcome Performance an, dann sieht man, dass deutlich mehr Menschen an der Infektion mit dem Corona Virus sterben als Deutschland.
Todesfälle auf Millionen Einwoner. Schwarze Kurve Deutschland, gelbe Kurve Schweden. graue Kurve Südkorea, blaue UK. Bild vom 9.5.2020 / Quelle: SVT
Im Gegensatz zu Deutschland gib es auch deutlich mehr Infektionen:
Infektionen pro 1 Mio Einwohner. Die schwarze Kurve aus Deutschland geht deutlich zurück, die gelbe Kurve aus Schweden scheint auf hohem Niveau zu stagnieren. Ähnlich in UK. Bild vom 9.5.2020 / Quelle: SVT
Auch andere Daten stützen diese These. So steigt etwa die Exzess Mortalität in Schweden deutlich an, gerade im Gegensatz zu anderen nordischen Ländern. Gerade die Tweet von Markuu Peltonen dürften als gute Quellen gelten, der arbeitet als Professor für Epedemiologie bei der Finnischen Gesundheitsbehörde.
— Sebastian Müller ?????? (@sbamueller) May 10, 2020
Auch im Vergleich mit anderen ähnlich großen Ländern in Westeuropa schneidet Deutschland, was die Anzahl der Verstorbenen oder Erkrankten angeht, besser ab.
Nur mal der Vergleich mit anderen großen Ländern in ??: ?? = ? ?? = ? ?? = ? ?? = ? ?? = ? 1 ? Kranke ?/1Mio Einwohner 2 ? ? Anzahl 3 ? Tote ??/1Mio Einwohner 4 ? Tote Anzahl In allen Metriken schneidet ?? besser ab als vergleichbare Länder. Einfach dran denken! pic.twitter.com/6rpRWpSbmO
— @sbamueller@mastodon.social (@sbamueller) May 10, 2020
Jetzt ist es relativ schwierig genau herauszubekommen, welche Maßnahmen unterschiedliche Länder genau ergriffen haben. Im ZDF heute Journal von gestern hieß es in Schweden plane man einen Weg der Herdenimunität, Arbeit finde im wesentlichen im Homeoffice statt, aber Freizeit sei nicht runtergefahre. Zumindest die weiterführenden Schulen sind wohl geschlossen, Grundschulen aber wohl nicht.
Als Zusammenfassung in Schweden gibt es derzeit 3.225 Todesfälle auf 10,23 Mio Einwohner durch Covid19, in Deutschland 7.569 auf 82 Mio Einwohner. Oder um es mal zu vergleichen in Baden-Württemberg wohnen mit 11 Mio Menschen etwas mehr, es gibt aber nur 1.545 Tote von Corona.
Was die Schweden machen oder nicht, ist doppelt so tödlich wie das wir in Deutschlan machen. Das muß nicht sein!
Update: Auch die Exzess Mortalität in Schweden ist deutlich höher als in Deutschland.
Hier nochmal als Grafik von der Financial Times: ?1)?/1 Mio Einwohner in ?? und ?? Logarithmische Grafik ?2)?/1 Mio Einwohner in ?? und ?? ?3 &4) Exzess Mortalität daher wieviele Menschen sind zusätzlich gestorben ?? 4.800/82 Mio vs ?? 3000/10,2Mio! #schweden#covid19sepic.twitter.com/cry5EsjwXo
— Sebastian Müller ?????? (@sbamueller) May 13, 2020
Herdenimunität
Als ein Argument warum Schweden vielleicht doch nicht so schlecht dastünde, wird die bereits erreichte Herdenimunität gennant. Auch dieses Argument zieht aus meiner Sicht nicht wirklich.
Zum einen sind die Berechnungen einer Durchseuchung von bereits 25% der Bevölkerung im Großraum Stockholm wohl deutlich zu hoch:
This would imply 5–10% will have been infected by 1 May, consistent with our estimate (and Imperial: https://t.co/NA0Kz46xzy). The above is of course just a rough estimate, but it shows that it's always worth checking results against other data sources. 7/7
Auch in weiteren Ländern, deuten Untersuchungen in der breiten Bevölkerung eher auf Durchseuchung bzw. Antikörper bei etwa 5% der Bevökerung.
Meanwhile, a survey of 7,087 people in the UK using antigen testing has found just 0.24% infected.https://t.co/VjKRpDm9GU I think the current global case fatality rate of 6.7% is real, and these model based, antibody based studies are overestimating how many have had the disease pic.twitter.com/GZycXXmCnp
Für Frankreich – mit inzwischen 27.000 Toten und einem deutlich schlimmeren Ausbruch als in Deutschland – wird inzwischen eine Durchseuchung der Bevölkerung zwischen 2,2 – 7,2% angenommen.
In Frankreich sind bislang ca. 27Tsd Menschen an #COVID19 verstorben. Nach dieser Modelierungsstudie in der @ScienceMagazine hätten erst 4.4% (2.8–7.2) der Bevölkerung die Infektion durchgemacht. Der Weg zur Herdenimmunität wäre noch sehr lang. https://t.co/rOqQFVibqO
Für Spanien wie auch Frankreich in den betroffenstend Gebieten ca 10%.
Even the worst hit Spanish regions appear to be at ~10-14% seroprevalence. Hopefully we'll have more distribution/network data—but one guess would be the spread in nursing homes/vulnerable populations couldn't be checked even as everyone else locked down. https://t.co/WaWE3xa2lh
Zunächst mal: Es ware schon fast ein Sommertag und die Kajo und die anderen Straßen in der Stadt waren voll. Gefühlt nicht so voll, wie beim Megasamstag, aber durchaus schon voll.
Da ist auch eine Gegendemo von @PARTEI_Freiburg/#Antifa, die auch Teils mit den Leuten diskutieren, auch ein #AfD Mitglied ist da, erklärt aber ‚er sei privat Nazi‘ und das täte nichts zur Sache. Es wird gefragt woher man denn wisse das er Nazi sei. verweis auf AfDMitgliedschaft pic.twitter.com/RmnXWJCQVi
— Sebastian Müller ?????? (@sbamueller) May 9, 2020
Auf dem Rathausplatz waren etwa 50 Personen versammelt und eine Gegendemo aus Antifa und etwa 5 Leute von der Partei „die Partei“, welche die Veranstaltung trollten. Auch da war ein bekanntes Freiburger AfD Mitglied. Die Demo schien sonst aus Leuten zu bestehen, die den „Schwedischen Weg“ irgendwie toll fanden, 5G doof – eine ältere Dame kam gleich auf mich zu und versuche mir zu erklären, dass Corona nur eine Ablenkung sei, damit die Leute drin blieben, während überall 5G Masten aufgebaut würden. Immer wieder betonten Redner, dass es ihnen um die Meinungsfreiheit ginge. Dabei auch immer wieder der Hinweis, das man nicht mit Nazis oder AfD Mitglieder gemeinsam demonstrieren müße.
Die Stimmung ist teilweise wie bei einem Theaterstück. Einige der Polizisten lachen die Demo aus. Anwesend sind auch Menschen aus dem Freiburger Aktionsbündnis 5G frei, eine Frau erklärt mir #corona sei seine Ablenkung damit die Leute nicht merken das jetzt überall 5G installiert pic.twitter.com/EvoZhI7imI
— @sbamueller@mastodon.social (@sbamueller) May 9, 2020
Das ganze fühlte sich stellenweise an wie in einem absurden Kabarettstückchen über Demonstrationen. Stellenweise war es so absurd, das sogar die Polizei die Demo auslachte.
Demo anmelderin sagt mir „die Bilder gehen direkt nach Berlin“, auf dem Podium eine Frau die sagt das jetzt Zwangsimpfungen kommen mit Chip. Es ist wie bei einer Satire Veranstaltung. Jetzt rufe „Freiheit, Freiheit“ die Partei antwortet mit „Freibier, freibier“
— Sebastian Müller ?????? (@sbamueller) May 9, 2020
Deutlich wenige lustig, war es dann schon auf dem Platz der alten Synagoge, da hatte sich ca 200 Personen und ein Huhn versammelt, meist eher ältere Leute, Frauen in Leinenkleidern, Männer im bunten Sommerhemden, und auch viele die Meditieren. Man hätte denken können, das es Menschen sind die gerade noch im Alnatura eingekauft haben.
— Sebastian Müller ?????? (@sbamueller) May 9, 2020
Viele der Transparente hatten irgendwas mit Impfen zur Aufschrift, anderen ging es um Menschenrechte, die Meditirenden trugen alle keinen Mundschutz und von denen die Zusammenstanden, näher beim Redner auch viele eher keinen. Da habe ich es nicht erlebt, dass die Polizei einschritt.
Blick auf den Platz der alten Synagoge mit Demo. Es war friedlich.
Am krassesten war dann schon die „Freunde der Freiheit“ Veranstaltung auf dem Münsterplatz. Zum einen weil das gefühlt die meisten Menschen waren, sicher mindestens 200 und auch die empörteste Stimmung.
Mein Fazit (bin aus Langeweile und zum Infektionsschutz gegangen): Publikum weniger hippie-eso-haft, mehr aufgepumpte Nacken, rasierte Seiten und Sportschuhe. Min. 1 eindeutiges Nazi-Tattoo. Redebeiträge waren erwartbar, Cops äuserst großzügig.#Freiburgpic.twitter.com/OlllIvar6o
Hier ging die Polizei tatsächlich durch die Demo und wieß immerwieder Personen darauf hin doch einen Mundschutz zu tragen. Was sie auch taten, aber offensichtlich ist es OK auf einer Demo zu rauchen, da trägt man dann natürlich kein Mundschutz.
Ca 200-250 Personen auf der verschwörungsideologischen Demo in #Freiburg. Das Geschichtsbewusstsein ist stabil: gerade wurde "die #Antifa" als "die neue SA" bezeichnet. Und dann gibt es noch ihn hier: pic.twitter.com/Op7OGwwOok
Und auf der Veranstaltung muß ein deutlich rechteres Publikum gewesen sein, auf jeden Fall auch Menschen, die mit einer sehr seltsamen Symbolik aufwarteten oder deutlich agressivere Sprüche auf ihren Transpis hatten.
Auf dem Schild: „Lebenslänglich für Dr. Drosten, Verursacher der Panhypochondire“
Krankheitsfälle in Schweden ?? (gelbe Kurve) und Deutschland ?? (schwarze Kurve) obwohl die Fälle in Schweden später losgehen und langsamer Steigen ist das Infektionsgeschehen noch nicht beendet. QuelleQuelle
Immer wieder auch hier der Verweis auf Schweden und die Angst vor Impfungen. Wohlgemerkt eine wohl nie angedachte Impfpflicht – mit einem Impfstoff, den es ja noch gar nicht gibt und vielleicht auch erst in einem Jahr.
Todesfälle pro 100.000 Einwohner im Vergleich: ?? grüne Kurve ?? gelbe Kurve ?? schwarze Kurve ?? graue Kurve QuelQuelle
Fazit: es vermischt sich die Eso-, Impfgegner, Anti5G Szene. Abgrenzung nach Rechts scheint egal, auch in der 3.Woche können sich die Gruppen nicht auf eine gemeinsame Kundgebung einigen. Inzwischen erscheint die #Antifa als Stimme der Vernunft! Mit gutem Flyer. #freiburg#coronapic.twitter.com/btaSRERBlv
— Sebastian Müller ?????? (@sbamueller) May 9, 2020
Größer und krasser war dann die Demo auf dem #Münsterplatz. Hier deutlich mehr Menschen, alter gemischt, Reden schlecht zu verstehen, Aufforderung durch Polizei #Masken aufzusetzen, Stimmung eher empört, Plakate mit Forderung nach Lebenslänglich für #Drosten /#Hygienedemopic.twitter.com/4oiX531DFi
— @sbamueller@mastodon.social (@sbamueller) May 9, 2020
Eines muß dann wohl konstertieren: Die Demos haben sich verfestigt. Insgesamt haben am Samstasg sicher über 400 Menschen demonstriert, das ist das 10fache von dem was die AfD auf die Straße bekommt und es ist ein deutlich bürgerliches Publikum, das wohl bis weit in „die Mitte“ anschlußfähig sein dürfte.
Ja, Corona-Realität ist schwer zu ertragen. Aber deswegen in großen Gruppen auf der Straße #Corona leugnen, nur um sich selbst eine Realität ohne Corona zu suggerieren, dabei sich + andere zu gefährden, um den eigenen Wahn bestätigt zu bekommen, ist erklärbar, aber bescheuert.
Dabei ist wohl nach aktuellen Demoskopischen Zahlen, die Mehrheit der Deutschen ganz zufrieden mit dem Handeln der Situation durch unsere Regierung. Auch wenn die Zufriedenheit oder Zustimmung zu einzelnen Maßnahmen etwas abnimmt.
Besonders krass finde ich, dass dieser krasse Protest gegen „die Maßnahmen“ zu einer Zeit kommt, in der viele Maßnahmen ja schon wieder weg sind oder absehbar aufgehoben werden sollen. Sicherlich ist in vielen Teilen noch kein Leben wie vor der Krise da, aber auch kein absoluter Ausnahmezustand mehr.
Menschenfeindlichen Narrativen, Antisemitismus, Verschwörungsideologie, Rassismus… um nur ein paar heute beobachtete Gründe zu nennen
Es bleibt aber die Frage was man gegen diese seltsamen Demos unternimmt. Zum einen scheinen die Teilnehmden gerne die Infektionsschutzregeln zu mißachten, zum anderen braut sich hier eine gefährliche Mischung zusammen und weit rechts stehende Gruppen wittern Morgenluft.
Seit einigen Tagen gibt es für Freiburg ein eigenes Soziales Netzwerk (https://freiburghaeltzusammen.de), das gestartet ist um eine Vernetzung in der Coronakrise zu ermöglichen, gerade auch für Menschen die sich (noch) nicht in den gänigen Netzwerken wie Facbook tummeln oder für die Messenger Dienste wie Telegramm – auch da gibt es Hilfgruppen – nichts ist.
Auch ich habe mich angemeldet, wollte aber mehr wissen. Deshalb habe ich einige Fragen an die Stadt gestellt, die mir am Freitag beantwortet wurden:
Eine App sei bisher zwar geplant, aber wegen Coronakrise verschoben. Natürlich kann man das Angebot dank responsivem Design auch auf dem Mobilgerät nutzen, aber Apps haben halt den Vorteil, das ich mich nicht einloggen muß. Gerade auch um junge Menschen zu erreichen wäre das sinnvoll.
Der große Vorteil wäre, das bei #freiburghältzusammen (#fhz) keine Daten kommerziell ausgewertet werden oder an Dritte weitergegeben oder verkauft. Das deutsche und europäische Datenschutzrecht wird wohl erfüllt. Nach dem Förderzeitraum soll der Quellcode in eine offene Lizenz überführt werden, allerdings wird über den Umfang der Veröffentlichung und die passenden Lizenzen derzeit noch beraten.
SoNaTe firmiert bereits als e.G. in Gründung (i.G.). Sobald die Gründung durch ist soll Prof. Dr. Klie als Institutsleiter von AGP Sozialforschung im FIVE e.V. mit Simon Jacobs von den IT-Strategen in Karlsruhe der neuen Genossenschaft vorstehen. Den Aufsichtsratsvorsitz hat Prof. Schindelhauer von der Universität Freiburg inne.
Sobald die Genossenschaft da sei, kann auch die Stadt oder andere regionale Körperschaften Mitglied werden. Moderiert wird der Content von SoNaTe. Richtigerweise stellen die Grünen selbst auch viele Anfragen, etwa nach der Meinungsfreiheit in einem städtisch oder kommunal betriebenen oder finanzierten sozialen Netzwerk oder auch nach der Selbstdarstellung der Stadt und ihrer Dienststellen.
Dann ist natürlich die Frage ob es Sinn macht in einer Krise ein eigenes soziales Netzwerk aufzubauen oder ob es nicht sinnvoll wäre oder ist, andere digitale Infrastruktur für Schulen oder andere Einrichtungen aufzubauen. Immerhin gibt es nun einen vorrübergehendne Projektleiter. drei Personen im Büro von Kirchbach, die neben dem Netzwerk auch das Hilfetelefon betreuen und beim DIGIT Amt ebenfalls drei Personen, die sich um Technik und Konzept kümmern. Daneben kamen noch zeitweise Personen aus anderen Ämtern hinzu und es wurde ein externes Büro beauftragt für Supportkonzeption, Videotutorials, Er- scheinungsbild und Social-Media-Werbung. Ingesamt wohl bis zu 120.000 EUR, die aus Umschichtungen des DIGIT und des Sozialdezernates und aus noch nicht verausgabten städtischen Fördermitteln des BMBF im Rahmen des Projektes SoNaTe kommen.
So sieht dann der Feed aus.
Mit Stand am 08.05., 18.50 Uhr hatte das Netzwerk 1.465 Nutzende bezogen in Freiburg, ich denke es werden langsam mehr, bei mir selbst sind es aber allerdings hauptsächlich Grüne, Senioren und Sozialarbeiter die ich kenne.
Bisher ist das ganze noch nicht so spannend, während für mich klar ist, dass ich die relevanten Infos und Neuigkeiten über twitter, zum Teil auch über Facebook und Instagram bekomme und auch auf diesen Kanälen als Person, aber auch für viele Projekte, sende, ist da halt noch nix los. Da bisher die Anwendung auch noch keine Möglichkeit eines Crosspostings bietet – daher mein nettes Instafoto wird direkt übernommen – muß man immer noch händisch beide Plattformen bespielen. Eine Öffnung der Plattform mit verschiedenen APIs ist aber angedacht und auch wohl gewünscht.
Wo nix los ist geht man nicht hin und wo man nicht hingeht ist auch nix los. Das kann sich natürlich auch ändern, aber das wird seine Zeit brauchen.
Neben meinen Fragen, lag der Verwaltung auch eine Anfrage der Grünen Stadtratsfraktion vor. Deren Antwort mir inzwischen auch vorliegt und hier am Ende des Artikel hochgeladen ist.
Ich will hier noch keine Wertung abgeben, sondern lediglich darstellen was der aktuelle Stand ist. Vielleicht ergibt sich ja daraus etwas sinnvolles, dafür müßen aber auch alle mitmachen.
Du muss angemeldet sein, um einen Kommentar zu veröffentlichen.