Im Raum sechs des Haus der Begegnung hatten sich Menschen von 17 bis 77 versammelt um mit der Octopus Platine von Guido Burger Anwendungen für das The Things Network zu entwickeln. Viele besaßen keine Programmierkenntnisse, die auch nicht von Nöten waren, denn die Platine lässt sich über die graphische Schnittstelle Ardublocks programmieren.
Ardublocks läuft auf dem Mac meiner Eltern völlig ohne Probleme – warum nicht auf meinem, keiner weiß es – werde morgen löten und schauen das ich meine erste Anwendung zum laufen bekomme pic.twitter.com/mSqtxCg19O
So war dann der Schwerpunkt nicht auf Programmieren sondern auf der Entwicklung eigener Anwendungen. Guido Burger führte in die Software Ardublocks und die Grundzüge des TTN Netzes ein.
Mein erstes Programm!
Mein erstes Programm. Gelb ist die Grundlage, in diesem Fall eine Schleife in der der TTN Block in blau eingefügt ist. In den TTN Block gebe ich wiederum die DEV EUI, die App EUI und den App Key ein, lege den Port fest. Die Sensordaten vom Bosch Umweltsensor kommen dann in Feld 1, 2, und 3.
Die digitalen Lego Bausteine sind dann so gestaltet, dass nur das zusammen geschoben werden kann, was auch paast. So lassen sich auch anstelle der Übertragungs Blöcke, Anzeige Blöcke etwa für eine LED Matrix erstellen, die dann die Meßwerte auf der LED Matrix auswerfen. Siehe dazu etwa das Bild in meinem Instagram Beitrag, der so ein ganz einfaches Programm zum starten bringt.
Die Software mit den speziellen Ardublocksfindet sich hier, nun einfach die 550 MB runterladen, dann in das Verzeichniss Arduino 1.8.5 und von dort die exe Datei ausführen. Auch für die Installation bei MacOs gibt es eine Anleitung. Bei MacOs ist es ganz wichtig zunächst die Treiber zu installieren – was auch in der Anleitung steht – und dann rechtsklick das Kontextmenü aufrufen, über „Paketinhalt anzeigen“, dann im Java Verzeichnis das Portabel Verzeichnis installieren. Klingt schwieriger als es ist. Hier gibt es die Package Datei zum Download für MacOs (ohne jegliche Gewähr).
Langsam war etwas mehr Zeit zum Nachdenken und ich will hier einige Punkte präsentieren, die aus meiner Sicht zur Abwahl von Dieter Salomon geführt haben. Auch innerhalb der anderen Wahlkampf Teams hatte man damit eher nicht gerechnet, auch wenn man as im Nachhinein natürlich irgenwie anders sieht und jetzt jeder an seinem Narrativ arbeitet. Im Stein-Umfeld, wo man Martin Horn sehr abgeneigt war, und jetzt etwa: „Wahlziel Salomon stürzen erreicht“ ventiliert. Obwohl der Wahlkampf vom Team Stein etwa daraus bestand, bei Papa Salomon soziale Zugeständnisse rauszuholen.
die Salomon Kapaune hatte weder: Internet, Social Media, eigene Veranstaltungen, gescheites Narrativ, eine Vision für Freiburg, Mobilisierung nach Innen (Grüne, Stimmen)… Es hat nix mit Bundestrends zu tun oder Ende von Grün-Schwarz in BW! @JulianDietz18
16 Jahre sind eine lange Zeit, in dieser gewöhnen sich Bürger_innen und Politiker_innen in einer gewissen Weise aneinander, aber daran liegt auf die Gefahr überdrüßig zu werden. Was am Anfang als frech, direkt und erfrischend wahrgenommen wird, wird dann vielleicht als besserwisserisch und arrogant wahrgenommen.
Sicher wirkte Dieter Salomon gelegentlich arrogant. Häufig lag das aber auch daran, das ihm Leute auf einer eher uniformierten und auch beleidigenden Art und Weise „anlaberten.“ Ich war da gelegentlich dabei und dachte mir: „krass wie er da so ruhig bleibt.“
Getreu dem Motto: Niveau sieht nur von unten aus wie Arroganz.
2. unempathische Kommunikation
Daneben hatte er eine wenig emphatische Art auf Dinge einzugehen, eigentlich eine ehrlische Art, wenn man es positiv Sehen will. Iin gutes Beispiel war der Erzieher der ihn auf einer Veranstaltung ansprach und berichtet in München würde ein 200 Euro “München Bonus” für Erzieher_innen gezahlt. Dieter Salomon wies faktisch richtig darauf hin, das wenn “er” (nicht die Stadt, er) damit anfange ihm dann die Umlandbürgermeister aufs Dach steigen. Und gegenseitige Kanibalisierung keine Lösung sei. Außerdem wo blieben dann andere Berufsgruppen?
Rational alles richtig. Emotional hat er diesen jungen Erzieher nicht mitgenommen. Da wäre es sinnvoller gewesen, erstmal zu sagen: “Toll, das sie als Mann sich für diesen Beruf entschieden haben, das brauchen wir, ich verstehe warum sie das fragen, bitte verstehen sie…”
3. eine große Selbstsicherheit
Noch zu Beginn des Jahres, als Martin Horn bereits mit dem Wahlkampf anfing, absolvierte Dieter Salomon eine Reihe von Neujahrsempfängen und wurde da durchgehen gelobt. Bürgervereinsvorsitzende riefen zu seiner Wahl auf und selbst innerhalb der SPD dachten einzelne ihr Kandidat gehöre in die Kategorie C. Dieter Salomon konnte auf eine Reihe erfolgreicher und laufender Projekte zurückblicken: Straßenbahnausbau, Platz der Alten Synagoge, Schulsanierungen, …
Diese große Selbstsicherheit wurde innerhalb der eigenen OB Blase immer wieder bestätigt. In der Regel geht ja auch kein normaler Mensch in den ersten Monaten eines Wahlkampfs hin und sagt „Dich Arsch, wähle ich nicht.“
Dieter Salomon blieb im Rathaus und regierte, dieses Regieren mit den Terminen die dazu gehören: Eröffnungen, Spatenstiche, etc… erreichte dann auch das BZ Publikum, aber auch nur das. Etwa keine Studierenden oder die 2/3 Menschen die keine Zeitung im Abo haben und auch keine Gratiszeitung im Briefkasten.
4. lahmer Wahlkampf
Vor dem ersten Wahlgang lief der Wahlkampf wie eine lahme CDU Kampagne, die bewußt spät startete. Mobilisierung der Grünen Partei, ob nun Freiburger Mitglieder oder Promis gab es nicht. Auch die Überparteiliche “Stimmen für Salomon” Initiative hatte wenig Elan. Gute Ideen aus der Grünen Partei und des eigenen Wahlkampfmanagers wurden ignoriert.
Das kam dann zu spät.
Dazu fehlte auch nahezu völlig sich bei Studierenden vorzustellen, obowohl die durchaus eine potente Wählergruppe sind.
5. Verzicht auf Onlinepräsenz
Der Social Media und Real Life Omnipräsens, vom Platz der alten Synagoge über irgendwelche Silent Disco Veranstaltungen, hatte er nix entgegenzusetzen. Das sind ja auch kurze Begegnungen bei denen eben nicht rauskommt, das Martin Horns Wahlkampf eher unpolitisch und mehr ästhethisch war, weil sich viele Menschen gar nicht so profund damit beschäftigen, sondern ein kurzes Bild in der Timeline sehen, mit einem netten Beitrag: Bingo!
Bei Dieter Salomon wurde nahezu vollständig auf Onlinemedien zu verzichtet. Sicherlich weil der Kandidat damit nix anfangen konnte. Instagram kam erst ab dem zweiten Wahlgang, Facebook Werbung auch. Von einer völlig statischen und Interaktionsfreien Website mal abgesehen.
6. Keine Vorstellung kommuniziert
Was bis zu letzt gefehlt hat, war die Vision oder ein Vorschlag warum er nochmal 8 Jahre Oberbürgermeister sein will. Klar, wenn ich 16 Jahre OB bin und dann sage: In den nächsten 8 Jahren wil ich: X, Y, Z, machen dann muß ich immer erklären warum ich das in den letzten 16 Jahren nicht geschafft habe. Aber es hat völlig gefehlt: Wohin wolltest du uns mitnehmen? Was Dieter Salomon’s Plan, Idee oder Vision für und von Freiburg. Als Gründer kann man dazu viel sagen. Ich habe das versucht in einem Flyer zu fassen, der dann leider nie verteilt wurde.
“Who controls the past controls the future. Who controls the present controls the past.” ? George Orwell, 1984
Martin Horn ist mit einer relativen Mehrheit im zweiten Wahlgang zum Oberbürgermeister von Freiburg gewählt worden. Das ist wenn man für jemanden anderen gekämpft hat schade, aber das muß man akzeptieren auch wenn es einem nicht leicht fällt. Nun spült Facebook eine Entdeckung von Freddy Greve in die eigene Timeline. Zunächst hatte ich gar nicht verstanden was es mit dieser auf sich hat.
Freddy hat entdeckt, das jemand von Martin Horns Facebook Seite einen Beitrag am 8.5. (Fanzosentag wie die Badische Zeitung es nennen würde) angelegt hat und auf den 30.4. zurückdatiert. Das kann man mit Facebook relativ leicht, bei Seiten aber auch für die eigene Biographie.
Nach dem Ausbau des The Things Network für Freiburg, zündet die Community nun die zweite Stufe. Während es in der ersten Phase um die Netzausbau ging, stehen jetzt praktische Anwendungen für die Nutzer im Vordergrund.
„Wir entwickeln eigene Anwendungen!“, erklärt Sebastian Müller. „Dazu muß man nicht programmieren können, sondern schiebt sich die notwendigen Funktionen in der graphischen Oberfläche Ardublocks einfach zusammen. Ich möchte einen mobilen Feinstaubsensor basteln, der seine Daten und Position per TTN weitersendet.“
Villingen-Schwenningen eingeladen. Guido Burger ist im Internet of Things Beirat der Bundesregierung und hat schon an vielen Schulen kleine Hackatons mit Kindern geleitet. Dabei ist die Programmierung von Anwendungen mit der Ardublock Software so leicht, das bereits Sechstklässler damit eigene Anwendungen erstellen können.
Dankt der zahlreichen Sensoren, die ohne große Probleme an die Octopus Platine angebunden werden können, sind die unterschiedlichsten Anwendungen denkbar: Etwa ein Fahrradtracker, der dank Wackelsensor nur dann Daten sendet wenn sich das Rad bewegt, ein Feuchtigkeitsmesser für die Blumenkästen. Angeschlossen können alle Sensoren die einen analogen Ausgang haben und eine Reihe von Digitalen. Der Ocotpus hat bereits an Board einen Feuchtigkeits-, Temperatur- und Luftgütesensor. Löten wird nicht nötig sein.
Haus der Begegnung Landwasser, Habichtweg 48 im Herzen von Landwasser, direkt hinter dem Einkaufzentrum. · Freiburg. Bitte über Meetup anmelden. Begrenzte Plätze.
Einige kurze szenische Betrachtungen zum Wahlausgang: Ich radle in die Stadt, komme an der ersten Wahlparty vorbei, der von Monika Stein. Ich gehe kurz hin. Es ist klar, Dieter Salomon wurde abgewählt. Beim einem Teil des Wahlbündnises sind die Menschen sogar guter Stimmung: „Unser Ziel Salomon abzuwählen haben wir erreicht“. Nicht bei allen scheint die Stimmung aber so gut zu sein. „Am schlimmsten sind SPDler im Siegestaumel.“
Ich radle weiter. Zur Wahlparty von Dieter Salomon. Eher Wahl als Party. Um mich herum Menschen mit Tränen in den Augen, besonders bei denen aus der Stadtverwaltung. Viele Wissen nicht wie es jetzt weiter gehen soll, ganz konkret. Immer wieder kommen Menschen und drücken Dieter Salomon, Bürgerinnen, Bürgermeister von Nachbargemeinden.
Ein Freund sendet mir die Nachricht: „Make Freiburg Great Again“. Auf einer Grünen Versammlung, hatte ich geäußert: „Leute regieren, wie sie Wahlkampf machen, das sieht man an Trump. Bei dem dachte man auch, er würde sich auf twitter mäßigen.“
Jetzt ging es mir darin nicht darum Horn und Trump zu vergleichen, sondern ich fürchte er wird viel inszenieren und wenig substantielles bewirken, erstmal. Zynisch gesehen und um Verwaltungsmitarbeiter zu trösten könnte man formulieren: Jetzt regiert vielleicht erstmal der Apparat. Ob das gut ist, weiß ich nicht.
Horn hat unglaublich viele Hoffnungen geweckt und diente als Projektionsfläche für alles. Niemals wird er allem gerecht werden können. Wahlerfolge aufgebaut auf charmanten Populismus führen langfristig auch zu Politikverdrossenheit.
Warum die Wahl so – aus Sicht der Grünen und auch mir – so schief gehen konnte, wird in den kommenden Wochen intensiv zu analysieren sein. Ich hatte den Eindruck, dass es nicht an den Mitgliedern der Grünen Partei lag, die ja erst ab dem zweiten Wahlgang eingeladen wurden sich wirklich einzubringen und das dann auch massiv taten.
Sondern eher an einer Selbstüberschätzung des Amtsinhabers, der sicher von vielen sehr positive Rückmeldungen bekommen hatte. Ich erinnere mich an den Empfang eines Bürgervereins in der Wiehre, in dem Vorsitzenden offen zur Wahl von Salomon aufrief. Vielleicht auch einfach, an einer diffusen Lust nach dem Wechsel.
Horn hat unglaublich viele Hoffnungen geweckt und diente als Projektionsfläche für alles. Niemals wird er allem gerecht werden können. Wahlerfolge aufgebaut auf charmanten Populismus führen langfristig auch zu Politikverdrossenheit.
Nun dienten sowohl Horn als auch Salomon im Wahlkampf als Projektionsflächen. Salomon in negativer Weise für alle die Dinge die einem in Freiburg nicht passen und für die er zum Teil nichts konnte. Ohne Witz: Draußen hupt es, jetzt wähle ich Salomon ab.
Und Martin Horn blieb inhaltlich vage und auch so Projektionsfläche: Jeder dem irgendwas nicht passt, konnte in ihm den Erlöser finden: Stadion an der falschen Stelle, Wohnungen zu teuer, Grünflächen zugebaut, Internet zu langsam, KiTa Gebühren steigen (vielleicht). Und denen hat er allen irgendwie, irgendwas versprochen. Etwa sich beim Städtetag für eine Initative für niedrigere Kita Gebühren bei der Landesregierung einzusetzen (da wartet die gerade drauf), sich mit Wiehre für alle und der Familienheim zu treffen oder bei Freiburg Lebenswert, das ja bald die Bindungsfrist fürs Stadion abgelaufen sei und in der BZ das er nicht für oder gegen die Spiegelvariante wäre.
An dieser Stelle mal einige Grundsätzliche Einlassungen. Auf kommunaler Ebene leben wir in Baden-Württemberg in einem Präsidialsystem, mit sehr starkem Präsidenten (= Oberbürgermeister), zum Teil sogar mit Gewaltenverschränkung (Oberbürgermeister als Teil des Gemeinderates, mit Rederecht, Antragsrecht und Sitzungleitung), aber für das Durchsetzen seiner “legislativen Agenda” braucht der Oberbürgermeister, genauso wie der amerikanische, indonesische oder chilenische Präsident eine Mehrheit im unikameralen “Kongress” (= Gemeinderat). In dem er auch kein Vetorecht hat. Monika Stein und Martin Horn haben Policy Vorschläge gemacht, für die sie jeweils Mehrheitem im Geminderat (oder Stadtbau Aufischtsrat) bräuchten.
Die meisten Entscheidungen wurden im Gemeinderat mit großer Mehrheit oder sogar Einstimmig getroffen: etwa die zur Dietenbach Untersuchung und Vorbereitung, die Tempo 30 Ausweitung, zum Stadionbau, Straßenbahnausbau, etc…
Wenn man also jetzt behauptet, das jetzt alles „gewechselt“ werden soll, müßte Martin Horn entweder konkrete Vorstellungen zu haben, die möglicherweise diametral entgegengesetzt zu der bisherigen Stadtpolitik liegen. Und dann wäre die Frage wie er diese bei einem Gemeinderat dessen Mehrheit bis im Sommer 2019 die gleiche ist, diese durchsetzen will.
Und dann wäre noch die Frage warum es etwa für Forderungen die schwierig umzusetzen sind (Abschaffung der Kindergartengebühren) oder Einführung einer Freiburg-App (die niemand braucht) Mehrheiten im Gemeinderat geben sollte?
Jetzt hat Herr Horn als seine formalen Unterstützer die SPD (8 Mitglieder) und seit kurzem die FDP (2), von den Zwei wäre aber wiederum einer (Nikolaus von Gayling) abzuziehen, der Wahlkampf für Monika Stein macht. Daneben scheint er Sympathien beim rechtspopulistisch agierenden Freiburg Lebenswert / Für Freiburg zu haben (4 Mitglieder).
Dann wäre da die Kulturliste – deren Wählervereinigung Martin Horn unterstützt – 2 Leute
Das wären 15 aus 48.
Junges Freiburg / Die Partei / Grüne Alternative Freiburg (JPG) haben vier Mitglieder, bei deren Anhängern hat er sich im Wahlkampf ziemlich unbeliebt gemacht. Zu den Unterstützen von Monika und daher zu den Leuten die Horn eher für einen populistischen Schwätzer halten, zählt auch der nicht-Kultur-Liste-Teil der Unabhängigen Listen (5 von 7).
Wäre man als bei 9 Leuten die fest ins Monika Stein Lager gehören.
So gesehen könnte ein OB Horn die Dynamik im Gemeinderat dahingehend beeinflussen, dass sich die Grünen weniger staatstragend und oppositioneller – sicher nicht als fundamental Opposition, dazu sind sie zu konstruktiv veranlagt – verhalten. Sie also teilweise eher in Richtung UL und JPG tendieren.
Selbst wenn also die CDU und Freien Wähler konturlos mitschwimmen, hätte er nur 24-25 (je nach Verhalten von Nicolaus von Gayling, FPD) und seine eigene Stimme. Also eine sehr knappe Mehrheit von 26 von 48. Da darf dann keiner krank werden oder am Dienstag wenn Sitzung ist mal verreisen. Wohl gemerkt die hätte er nur wenn CDU, Freie Wähler, Freiburg Lebenswert, die Kulturliste und beide FDP Stadträte mitmachen würden – eine sehr breite Koalition mit sehr unterschiedlichen Interessen.
Zu den inhaltlichen Punkten habe ich mich an anderer Stelle geäußert.
Kurzum, für ihn gäbe es die gleiche Herausforderungen, die es in Präsidialsystemen mit Listenwahlrecht und großer Zersplitterung des Parteiensystems gibt (das instabilste Beispiel: Israel 1996 – 2003 drum hat man es da wieder abgeschafft), aber siehe auch Argentinien oder Chile.
Nicht ganz so dramatisch, würde es sich für Monika Stein verhalten, die die UL (7) und JPG (4) plus FDP Nicolaus von Gayling auf ihrer Seite hätte. Also 12 Stimmen.
Daneben wäre sie, wenn sie sich nicht ganz so radikal gibt, auch Anschlußfähig zur SPD (8) und den Grünen (11), tendenziell 31 Stimmen von 48.
Abere bei Forderungen wie: “Mieterhöhungsstopp bei der Stadtbau für mindestens die nächsten 3 Jahre”, hätte sie im Stadtbau Aufsichstrat bzw. Gemeinderat keine Mehrheit. Auch die “Konsequente Umsetzung der 50%-Quote von gefördertem Mietwohnungsbau bei Neubaugebieten” ist in der Vergangenheit eher an wirtschaftlichen Gegebenheiten, als am Willen der Verwaltung gescheitert – abgesehen davon, dass es auch nicht an allen Orten sinnvoll wäre. „Präsidialsystem Kommunalverwaltung – Welcher Kandidat hätte welche Mehrheit im Gemeinderat?“ weiterlesen
Entscheidung über den zukünftigen Kurs der Freiburger Stadtbau als Kerninstrument für bezahlbaren Wohnraum
Konsequente Umsetzung des 50%-Beschlusses
Initiierung eines Leerstandskatasters
Erhalt des Mooswaldes und der Kleingartenanlagen
Initiative „Wiehre für alle“ und Familienheim an einen Tisch zu bringen mit dem Ziel, das Areal zu bewahren
Koordination mit dem Amt für städtische Kindertageseinrichtungen zur Reduzierung der Kitagebühren
Stelle einer*s Digitalisierungsbeauftragte*n in der Stadtverwaltung auf den Weg bringen
Einführung einer monatlichen Bürgersprechstunde gemeinsam mit Akteuren vor Ort, rotierend von Stadtteil zu Stadtteil“
Ich werde hier darlegen, dass viele dieser Ankündigungen hauptsächlich Leerstellen sind. Keiner der Punkte in Martin Horns 100 Tage Programm ist ein konkretes Vorhaben und besonders auch kein Vorhaben, das die Situation in der Stadt verändern würde.
Am besten klingt die Forderung nach der „Entscheidung über den zukünftigen Kurs der Freiburger Stadtbau als Kerninstrument für bezahlbaren Wohnraum“. Sehr interessant wäre zu wissen, was die Stadtbau denn entscheiden soll. Der Oberbürgermeister ist eine Stimme im Aufsichtsrat der Stadtbau, 16 weitere Stadträte nach Größe der Fraktionen, einer der Vorsitzenden des Mieterbeirats, drei Mitglieder des Betriebsrats und drei der weiteren Bürgermeister. Herr Horn könnte die Bürgermeister (mit ihm vier Stimmen) anweisen, in bestimmter Weise abzustimmen. Die restlichen 20 Personen nicht.
Viel spannender wäre allerdings zu wissen, was in den ersten 100 Tagen entschieden werden soll und was anders wäre gegenüber dem Jetzt. Diese Information bleibt er uns leider schuldig. Wenn man genau liest, dann soll über und nicht für den zukünftigen Kurs entschieden werden.
Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass Martin Horn immer wieder den Eindruck erweckt, der Gewinn der Stadtbau würde aus dieser entnommen werden und stünde dem Haushalt der Stadt zur Verfügung. Das ist falsch. Jedes Jahr wird der Gewinn von Steuern reinvestiert. Übrigens wurden die Häuser in Günterstal auf Veranlassung des Gemeinderates gebaut.
Bewertung:heiße Luft. ??
Die „konsequente Umsetzung des 50%-Beschlusses“. Auch das hört sich gut an. Der Gemeinderat hat beschlossen, dass bei neuen Bauvorhaben 50% der Wohnungen geförderter sozialer Wohnungsbau sein sollen.
„Erhalt des Mooswalds und der Kleingartenanlagen“. Eine schöne Forderung. So schön, das bereits alle anderen Kandidierenden diese teilen:
Die einzigen, die damals rumgrummelten, war übrigens die SPD Fraktion.
Bewertung:heiße Luft. ??
„Koordination mit dem Amt für städtische Kindertageseinrichtungen zur Reduzierung der Kitagebühren“. ?
Kindergartengebühren werden hauptsächlich durch Personalkosten bestimmt. Der Personalmarkt ist eng und es gab Lohnsteigerungen und auch diverse Forderungen, diese Berufe finanziell aufzuwerten. Diese Kosten werden hauptsächlich durch den städtischen Zuschuss gedeckt. Wenn man Kita-Gebühren senken will, dann könnte man einfach den städtischen Zuschuss erhöhen. Aber das geht ins Geld.
Übrigens steht so eine Forderung möglicherweise in Konkurrenz mit der besseren Bezahlung von Erzieher*innen. Durch das Abhalten von Sitzungen allein lassen sich Kita Gebühren nicht senken.
Als Oberbürgermeister kann Martin Horn einen solchen runden Tisch moderieren. Er kann politischen Druck ausüben, er ist aber auch der Genehmigungsbehörde verpflichtet, sich an Recht und Gesetz zu halten. Er hat keine rechtliche Handhabe, um die Familienheim Baugenossen zu zwingen, ihre Häuser zu sanieren bzw. nicht abzureissen. Ggf. könnte in so einem Fall eine „Erhaltungssatzung“ helfen, aber auch das ist umstritten.
Ich selbst habe in dieser Hinsicht auch einen Brief an den Familienheim Vorstand geschrieben, da ich auch Mitglied bin.
Bewertung:Denkbar und sinnvoll. Ob es was bringt, ist fraglich. ??
„Einführung einer monatlichen Bürgersprechstunde gemeinsam mit Akteuren vor Ort, rotierend von Stadtteil zu Stadtteil“, Dies kann er in den ersten 100 Tagen machen.
Freiburg bekommt eine neue Generation Feinstaub Sensoren: diese übermitteln ihre Daten nicht mehr per Wlan, sondern über das Freiburger TTN Netz.
Gestern habe wir sie fertig gebaut, meiner hat um 23:59 das erste Datenpaket übermittelt.
Dank LoRa und des gerade entstehenden Freiburger Bürger Funk Daten Funk Betz können wir jetzt Sensoren an Stellen aufstellen an denen noch nie ein WLAN je gewesen ist.
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