Posts Tagged ‘Gegendemo’

Ausgedacht: Querdenken in Freiburg schrumpft

13. Juni 2021

Banner bei der Demo in Oberwinden.

Seit März 2020 beobachte ich das geschehen um die Querdenken/Coronaleuger Bewegung in und um Freiburg. Seit Ende Mai Anfang Juli ist zu beobachten, dass die Anzahl der Teilnehmer:innen an Protesten der Querdenker, deutlich zurückgeht. Die Szene kann und konnte in Freiburg und Umgebung maximal 400 Leute auf die Straße bringen, meist wenn Szenepromis kamen. Inzwischen sind es deutlich weniger. Querbremsen stellt fest: „Es bleibt ein eiserner Kern von Menschen zurück, die das Ganze eher als „Social Happening“ sehen und den Autokorso nutzen, um sich mal wieder mit Freund:innen zu treffen. Die Inhalte sind so zweitrangig wie heterogen.“ Und stellt deshalb, weitere Aktionen oder Blockadenl ein und warnt vor: „Aktivismus um des Aktivismus willens“.

Der Autokorso am 1.6. bestand an der Abfahrt 56 Kfz, der Autokorso am 8.6.21 nur noch 46 Fahrzeuge, die daran teilnahmen.

Auch der Zuspruch hält sich stark in Grenzen, so wurden die Fahrzeuge teils mit Eiern beworfen oder von Menschen in Straßencafés angepöbelt.

Auch bei anderen Aktionsformen halten sich Teilnehmende und Zuspruch in Grenzen: Bei einer Schilderdemo am 11.6.21 in Oberwinden, hat man zwar wegen des Staus, der durch das Dorf führenden B294 viele Menschen die sehen was man hochhält, aber nicht unbedingt ein Publikum, dass das auch gut findet. Hier beteilgten sich etwa 20 Menschen an der Aktion.

Beim Verteilen von Desinformationsmaterial am 7.6. in der Freiburger Innenstadt, war der Zuspruch gering. Und die acht Coronaleugner wurden durch anwesende Jugendliche frech gefragt: „Gibt es denn Corona?“ und auch die Anzahl der Flyer, die die Aktivist:innen verteilen konnten, war gering.

Beim Auftritt im Stadtgarten waren auch wieder 20 Menschen aus dem harten Kern der Südbadischen Coronaleugner Szene anwesend. Da trat dann auch die Offenburger Ärztin Perin D. auf, chanconsierte ein wenig und erzählte, dass ihr die Ärztekammer den freiwilligen Verzicht auf die Approbation nahegelegt habe und von ihrer Anklage, wegen falscher Maskenatteste. Gesungen haben  auch die Super-Schweden und soweit ich das erkennen konnte, war auch die bekannte Szeneärztin Dr. Jarvid Kistel vor Ort, auf einer Picknickdecke. Das ganze wurde von den Umstehenden eher amüsiert und belustigt zur Unkenntnis genommen, als eine Art zusätzliches schwurbelliges Unterhaltungsangebot von Menschen, die man belächelt.

Bei einer „Schützt die Kinder vor den Impfungen“ Demo waren vielleicht 300 Leute und 50 Gegendemonstranten. Außer den Standard Holocaustrelativierungen und einen seltsam gekleideten Herr mit Messer in der Hose, gab es da wenig zu berichten.

Sonst scheint sich der Kreis um die Freiburger Szene enger zu ziehen, zum Teil bettelt man auf Telegram um Geld, es kamen die ersten Strafbefehle wegen der Teilnahme an der verbotenen Demo am 19.12. und auch sonst gibt es doch immer wieder die eine oder andere Anzeige.

Thematisch war die Bewegung stabil, obwohl sich in der Pandemie die Lage ja häufig änderte. So sieht man Poster mit „Alte Sterben allein“, seit März 2020, wo diese ja durchaus aufgrund des Zugangsverbots in Altenheimen passend waren, inzwischen sind aber nahezu alle Bewohner:innen von Altenheimen geimpft und spätestens ab Januar2021 mit Tests zugänglich gewesen. Dabei blieben die Inhalte, unabhängig von den Maßnahmen relativ gleich.

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Dialog mit Coronarebellen

16. März 2021

Ich persönlich finde Dialog – auch mit den Coronarebellen wichtig – deshalb habe ich auf eine E-Mail, die mich kürzlich aus diesem Lager erreichte, eine längere Antwort gegeben. Da die diskutierten Themen und Fragestellungen, recht exemplarisch für die Diskussionen sind, die wir führen (müßen), werde ich diese hier in Auszügen dokumentieren. Persönliche Teile oder weniger relevantes habe ich rausgelassen.

„1. Der Begriff „Corona-Leugner“ ist in Bezug auf die Gegner der Corona-Maßnahmen ein zu mind. 95% irreführender Begriff. Die allerwenigsten dieser Leute leugnen die Existenz des Virus´. Außerdem signalisiert die Wortwahl: „aufpassen, das sind Personen, die etwas wegleugnen, was absolut nachweisbar ist und was die Mehrheit der Bevölkerung ganz schlimm findet“ (also wie z.B. bei den Holocaust-Leugnern). Und genau diese Analogie wird landauf landab von den Medien und Politikern immer wieder bedient, das ist an sich schonmal manipulativ und unanständig.“

Zuschrift

Der Begriff „Corona-Leugner”, bezieht sich nicht nur auf Personen, die die Existenz des SARS-Cov-2 Virus bestreiten – auch die gibt es in den Reihen der “Querdenker”/“FreiSeinFreiburg”/“Wir2020”/“Coronarebellen” Gruppierung, sondern auch die die Gefahr und das Ausmaß der Pandemie bestreiten. 

Übrigens hat ader BGH entschieden, das man Personen, die eben auch das Ausmaß und nicht den Holocaust an sich leugenen als “Holocaustleugner” bezeichnen darf. Ich selbst würde auch auch Menschen, die den menschengemachten Klimawandel bestreiten oder dessen Gefahr und Ausmaß kleinreden, als “Klimakriseleugner” bezeichnen. 

Sie haben völlig recht, durch diese krasse Wortwahl soll signalisiert werden, „dies hier sind Personen, die etwas wegleugnen, was absolut nachweisbar ist und was die Mehrheit der Bevölkerung ganz schlimm findet”. Wo auch die Mehrheit der Meinungsumfragen und auch der aufgeklärte Diskurs uns recht gibt. 

2. Die wenigsten dieser Leute sind „Verschwörungstheoretiker“. (…) Auch das ist manipulativ. Die meisten dieser Leute machen sich ernsthaft Sorgen um unsere Demokratie und sagen sich „wenn nicht jetzt, wann dann“. Die Regierung hat sich durch die Neuerung des Infektionsschutzgesetzes relativ umfangreiche Handlungsvollmacht gesichert, nicht zu Unrecht reden einige Menschen von einem Ermächtigungsgesetz.

E-Mail an mich

Auf den Reden bei den Versammlungen, in den Telegramm Gruppen, auf Transparenten gab es immer wieder Aussagen, die auf Verschwörungen hinweisen. Zu letzt etwa die Erzählungen vom “Great Reset”.

Auch die Sorge um den Zustand der Demokratie teile ich nicht. Es fanden gestern in Baden-Württemberg und Rheinland Pfalz allgemeine, freie, gleiche und geheime Wahlen zu Landtagen statt. In Hessen Kommunalwahlen. Sowohl in BW als auch in RLP, traten dabei Parteien aus dem “Coronaleugner” Lager an – mit zugegeben sehr schlechten Ergebnissen. Etwa für “Die Basis” insg. 48.490 Stimmen, 1% oder Wir2020 41.081, 0,8%. Bei 4.858.571 gültigen Stimmen. 

In diesem Wahlkampf wurden sie nicht behindert, konnten zahlreiche Wahlaktionen durchführen (Stände, Autokorso, Plakate aufhängen, …) “Die Basis” wird nun in Genus staatlicher Parteienfinanzierung kommen. 

Und wenn sie den Mechanismus verfolgt haben, dann ist es so: Es gibt eine Bund-Länder-Konferenz in der Maßnahmen diskutiert werden – übrigens wohl recht kontrovers und teils ohne Einigung – und dann Erlaßen die Landesregierungen Rechtsverordnungen. Die dann je nach Land unterschiedlich aussehen und auch Teils vor Gericht erfolgreich angegriffen werden und verworfen.

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Vier Dienstage mit Gegenkundgebungen zur Coronaschwurbel Demos

15. März 2021

Altstadtrat Sebastian Müller hat für die kommenden vier Dienstage jeweils einen Gegenprotest am Sammel- und Abfahrtsort, des Autokorsos der Freiburger Coronaleugner angemeldet.

„Wir treffen uns friedlich, mit Abstand jeweils um 17:15 gegenüber dem Sammelplatz an der Suwonalle bzw. vor dem neuen SC Stadion.“, erklärt Sebastian Müller.

Die Versammlungen stehen unter dem jeweiligen Motto:

16.3. – „Ihr seit doch Spinner“
23.3. – „ZeroCovid, Zero Schwurbel“
30.3. – „Wir impfen euch alle!“
6.4. – „Corona ist realer als der Osterhase“

Wie immer gelten bei diesen bürgerlichen Versammlungen, die folgenden Regeln:
Teilnahme nur mit FFP2 Maske, Abstand 1,5 m zwischen allen Versammlungsteilnehmenden.

Ich rate allen Teilnehmenden zur Anreise mit dem Fahrrad in Gruppen, der Nutzung der Corona-Warn-App und der Signal App. Gerne darf auch jeder vorher einen Selbsttest oder Schnelltest vornehmen.

Ich freue mich über fesche Sprüche auf Bannern und Schildern. Wie immer gilt: „wir bleiben friedlich“. Wer diskutieren will, darf das, wer nicht diskutiert nicht. Lasst euch nicht provozieren.

102 Autos im Autokorso, Gegendemonstranten bedroht, Verkehrschaos in Freiburg

3. Februar 2021

Wir haben es zweimal gezählt bei der Abfahrt des Autokorsos der Querdenker im Mösle. Nachdem sich die Mitfahrenden sammelten, erstmal ca. 30 min. eine Kundgebung abhielten, zogen 102 Autos an uns vorbei. Darunter war alles was man sich an Fahrzeugen vorstellen kann, vom Fiat 500 des Enoteca Breisach, über etwas angeschrammelte Lieferwägen bis hin zum Oberklasse SUV. Ein weißer Lieferwagen, der wohl aus dem Umfeld der Schopfheimer Coronaleugner Szene stammt, hatte auch eine Art Gerüst mit Fahnen hinter sich herzog. Akkustisch hatte das ganze was aus Jahrmarktrummel und schlechter Volksmusik.

Die Polizei zählt 97 Fahrzeuge mit 130 Teilnehmenden, sie zählte für die angemekdete Gegenkundgebung am etwa 20 Personen samt Redebeiträgen, „die insgesamt störungsfrei verlief„. Im Bereich der Heimatstraße sowie im Bereich der Haltestelle „Alte Messe“ hatten wohl Personen mehrere Mülltonnen auf der Straße gestellt. Die Pressemitteilung bemerkt auch „Im Bereich der Schwabentorbrücke kam es gegen 19:00 Uhr durch etwa 20 Fahrradfahrer zu kurzen Behinderungen des Autokorsos. Gegen 19:30 Uhr teilte ein Fahrradfahrer den Einsatzkräften mit, dass er aus einem Fahrzeug des Autokorsos mit einer Aluminium-Latte geschlagen worden sei. Die Insassen des Fahrzeugs konnten in der Folge festgestellt werden“. Außerdem wurde wohl mit einem Ei auf ein Fahrzeug geworfen.

Mir liegen auch Beschwerden vor, dass die Querdenker wohl auch die Weiterfahrt eines Rettungswagen mit Sondersignal behinderten, indem sie einfach keine Rettungsgasse bildeten. Obwohl dies an der betreffenden Stelle möglich gewesen wäre. Es wurde auch eine Person im Rollstuhl beleidigt.

Eine Zuschrift an dieses Blog fasst es gut zusammen: „Das Demonstrationsmodell beinhaltet deutliche Gefahren für Unbeteiligte. An Ampeln herrschte Chaos, weil für Passanten der Demonstrationszug als solcher nicht erkennbar war, auch weil er sich teilweise mit dem fließenden Verkehr vermischte, die Demonstrationsteilnehmer aber rote Ampeln missachteten. Die Polizei hatte den Verkehr bei der gestrigen Veranstaltung nicht im Griff. (…) Auffällig war das aggressive Verhalten der Teilnehmer. Die Angst, dass einer der Teilnehmer durchdreht und sein Fahrzeug als Waffe einsetzt war ständig vorhanden.“

Der Badische Zeitungs Artikel ist sehr zurückhaltend was die Gefahren betrifft. Mich erreichen auch Zuschriften von Familien entlang der Schwarzwaldstraße: „Die Kinder schlafen nicht ein, es ist laut, es ist spät, und es dauert gefühlt ewig. Wir haben uns bisher bei Polizei und Amt für öffentliche Ordnung gemeldet, aber die können nichts machen.“

Ich habe bisher noch – für mich – keine befriedigende Antwort gefunden auf die Fragen die ich mir seit einigen Wochen stelle: „Ich habe ja bereits auf diesem Blog geschrieben, warum das mit den Autokorsos relativ gefährlich ist und Gegenprotest dazu schwierig. In Zukunft wird die Herausforderung sein, den Gegenprotest so durchzuführen das er:

  • Legal ist und nicht von der Polizei geräumt werden kann
  • die Durchführung des Autokorso erschwert
  • die Teilnehmer des Gegenprotests nicht gefährdet
  • keinen Anlass zu Polizeikessel und Personalienfeststellung liefert
  • Deutlich macht, dass die Mehrheit nicht mit den Coronaleugnern sympathisiert
  • Keine Sympathie mit den Coronaleugnern erzeugt.“

Was aus meiner Sicht nicht hilft, ist das man sagt „Die Polizei macht ja nix und deshalb zeige ich nix an und rufe nicht die 110“. Und sich dann zu beschwehren, dass die Polizei nichts tut.

Diskussion bei der Corona Wahnwache

Bei der letzten Corona Wahnwichtel Wahnwache gab es von Malte K, die Aufforderung bzw. Provokation zu diskutieren. Ich habe das getan. Dabei ging es um sehr unterschiedliche und auch wirre Themen.

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Stopp the Schwurbel: Mo 18:00 Platz der alten Synagoge

19. November 2020
Bild von der letzten Demo (Foto: Marlon Wendel)

Stopp den Schwurbel!
Jeden Montag um 18:00 treffen sich die Freiburger „Querdenker“ auf dem Platz der alten Synagoge mit Grablichtern und singen Wiederstandslieder.

Das muß man nicht hinnehmen, sondern dagegen protestierten wir mit Abstand und Anstand. Eben gegen Gegen Corona Leugner, Reichsbürgertum, Impfablehnung und für eine Evidenzbasierte Bekämpfung der Coronapandemie. Deshalb treffen auch wir uns am Montag um 18:00 auf dem Platz der alten Synagoge.

Bitte beachten – Zitat aus dem Auflagenbescheid der Stadt Freiburg:

1. Die Teilnehmer_innen haben untereinander und zu anderen Personen einen Mindestabstand von 1,50 Metern einzuhalten. Die Einhaltung eines Mindestabstands gilt nicht zwischen den Angehörigen einer Familie mit minderjährigen Kindern.

2. Alle Teilnehmer_innen haben eine nicht-medizinische Alltagsmaske o- der eine vergleichbare Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen.

Ich empfehle eine Maske mit dem Sicherheitsstandard FFP2. Der Abstand kann gerne mit einem Zollstock, wie ihn viele Menschen für das Renovieren daheim haben, gemessenen werden. Sonst bringt bitte Transpis und Schilder mit. Wer in der Pflege oder ähnlichem arbeitet, kann auch – wenn es der Arbeitgeber erlaubt – gerne Arbeitskleidung mitbringen.

Wenn die „Coronaleugner“ diskutieren wollen, dann dürfen sie das. Lasst euch nicht provozieren, sondern bleibt höflich. Man darf selbstverständlich auf Abstand und Maske bestehen.

Kein Public Viewing für den „Reichstagssturm“

17. November 2020

Für morgen planen die Freiburger „Querdenker“ und Corona Rebellen einen Infostand und ein Public Viewing der – teilweise abgesagten, Demonstrationen in Berlin. In Medien der Coronaleugner und von Rechtsextremen wird aufgerufen nicht nur friedlich in Berlin zu demonstrieren, sondern wiedermal zu versuchen, das Reichstagsgebäude zu stürmen. Das ist ein klarer Angriff auf die freiheitlich, demokratische Grundordnung und den Kernbereich der parlamentarischen Demokratie und des Grundgesetztes. 


Ich rufe alle Bürger*innen Freiburgs auf, sich einem „Public Viewing“ oder dem Senden „positiver Energie“ für eine solche Aktion entgegen zu stellen.
Es gelten die üblichen Abstandsregeln (1,5m) und Maskenpflicht, wir versammelnt uns am 18.11. um 17:00 auf dem Rathausplatz. Mit Abstand und Anstand (sprich Masken). Die Versammlung ist angemeldet.