Mit TTN Feinstaub messen an und um der Schule

Vom Friedrich Gymnasium in Freiburg kam ein interessierter Lehrer zu mir und fragte ob man denn ein Feinstaub-Lora-Schul-Projekt machen könnte. So ganz überzeugt war ich nicht, da sich das offene Freiburger The Things Network, ja noch in der Aufbauphase befindet und wir immer noch mit vielen Leuten sprechen und sie dazu bringen wollen, Gateways aufzustellen.

Hier ein kleiner Auszug aus dem Emailwechsel im April:

Sehen Sie eine Möglichkeit, dass Schüler im Bereich LoRaWAN in Form eines kleinen Projekts aktiv werden und z. B. im Schulgebäude Sensoren integrieren und diese gewinnbringend im Schulalltag einsetzen?

Grundsätzlich Ja aber das hängt vom Projekt ab, das sie machen wollen. Geht es um ein Produkt das auf jeden Fall fertig sein soll oder mehr um ein Prozeß und vielleicht das Reflektieren um diesen Prozess herum (Was hat funktioniert? Was hat geklappt? Wo waren für uns die Hürden? Warum hat etwas nicht geklappt? Wie war der Prozess? Was wollten wir am Anfang? Was wollten wir jetzt?)

Ich war offen, aber auch ein wenig skeptisch. Schließlich herscht an vielen Schulen ja eine gewisse „WLAN Hysterie“ –  an der Schule darf es kein WLAN geben, wegen der möglichen gefährlichen Strahlung und auch bei einem Gespräch im Amt für Schule und Bildung hatte man große Sorgen wegen Strahlung und Eltern die Angst vor Strahlung haben.

Dann ist das ja noch die Sache mit den Experimenten im Schulunterricht. Eigentlich ist das was im Unterricht gemacht wird, ja nie ein Experiment: Denn ein Experiment hat einen offenen Ausgang. Der Experimentator weiß nicht was dabei heraus kommt, darum macht er ja das Experiment meistens auch. Im Unterricht dagegen ist ein Experiment meistens etwas, bei dem die Lehrperson genau weiß was herauskommt und es deswegen mit den Schülerinnen und Schülern macht. Von daher wollen Lehrpersonen meist genau solche Projekte und Experimente bei denen nachher „etwas vorzeigbares“ rauskommt.

Beim reinen ausprobieren mit irgendwelchen Sachen, kann es immer sein, das dabei eben nix rauskommt, man hat festgestellt, das es eben nicht so klappt wie man es sich dachte. Dabei hat man auch viel gelernt.

Jetzt gab es im Laufe des Projektes einige solcher Klippen:

  • Bestellen ist nicht so einfach. Es kommen falsche Teile, zu spät und es fehlt noch was, weil nicht auf der Liste. Das Problem hatte auch schon ein großer Energieversorger.
  • Die Anleitung ist nicht so schön, das man es wirklich ohne Vorarbeit reproduzieren kann.
  • Software ist buggy oder man versteht sie nicht.
  • Die Integration zum Auswerten der Daten ist nich so schön.
  • Messungen an Stellen gehen nicht.
  • Falschverkabelungen.

Das schöne ist, das diese Probleme nicht nur Lehrpersonen an Schulen passieren, sondern auch „Profis“.

Das soll nicht heißen, dass das Projekt nicht gut lief. Die Schüler haben mit unterschiedlichen Mitteln an unterschieldlichen Orten gemessen. Haben diese Daten aufbereitet und auch präsentiert. Lernen fand nicht nur an der Schule statt, sondern auch im freilab, bei einem Vortrag und an anderen Orten. Genutzt wurde daneben auch ein WLAN Feinstaub Sensor, ein mobiler Sensor mit GPS, die Anwendung SMOG Cop zum messen am Handy und andere Geräte.

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Links: ? Telegramm Channel
? txt Datei auf Dropbox.
? google Tabelle.

Selbst habe ich auch einige Dinge angestoßen: Etwa zusammen mit Guido Burger meinen Feinstaubsensor in diverse Datensammelverlinkungen integriert und an einem Feinstaub Twitter Warn Bot für Freiburg mit Miska Knapek gearbeitet.

?? Die Ergebnisse des Projektes werden zusammen mit einigen Schülerpräsentationen auf der Website des mascil Projektes der PH Freiburg gezeigt.

Es lohnt sich diese Anzuschauen. Lora bzw. TTN an Schulen ist ganz am Anfang, aber die Technik wird ständig besser. Mit dem Ocotopus gibt es meiner Meinung nach eine gute Experimentierplattform und auch die Freiburger Abdeckung wird besser. Es kommen auf Seiten von TTN neue Integrationen dazu und auch wir in der Community verstehen die Technik mehr und besser.

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„Was denken Sie?“ – Statistik-Quiz mit Aha-Erlebnis

Als Abschied an die am 30.6. endende 16-jährige Amtszeit von Dieter Salomon hat Altstadtrat Sebastian Müller ein Online-Quiz entwickelt. „Was denken Sie?“ funktioniert ganz einfach: Jeweils für die Jahre 2002 – 2010 ist eine Entwicklung vorgezeichnet als Linie auf einer Grafik. Für die Jahre 2010 bis 2018 sind die User gefragt: Man zeichnet ein, was man denkt, wie sich die Stadt entwickelt hat.
Dann klickt man auf die „wie wars wirklich“ Schaltfläche und sieht, ob das Bauchgefühl sich mit den Statistiken deckt.

Altstadtrat Sebastian Müller entwickelt Quiz als Hommage an 16 Jahre Oberbürgermeister Dieter Salomon

„Zu einem Politiker wie Dieter Salomon passt eine Rückschau mit Statistiken besser als Prosa oder Anekdoten. So erlebt man viel intensiver, wie viel in seiner Amtszeit in Freiburg wirklich passiert ist“, erklärt Sebastian Müller.

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Dieter Salomon checkt die Statistiken.

Themen sind etwa Kriminalität, Bevölkerungsentwicklung, Kultur, Arbeitsplätze und Kitaplätze. Die Statistiken sollen laut der Entwickler eine Auswahl sein – keine Lobpreisung. Viele zunächst einmal positive Entwicklungen haben auch negative Begleiterscheinungen: Etwa Zuwachs bei Sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnissen bedeutet auch gleichzeitig steigende Nachfrage nach Wohnraum.

http://wiewars.sbamueller.de
Link zum Tool http://wiewars.sbamueller.de

?Link zum Werkzeug
und falls der Link nicht geht*, dann dieser.

Über das Tool:

„Was denken Sie?“ (Quellcode auf Github) wurde vom WDR für die letzte Nordrhein-Westfälische Landtagswahl von einer Vorlage der New York Times adaptiert. Sebastian Müller hat passende und interessante Statistiken herausgesucht und in dieses Werkzeug eingegeben. André Eberle hat sich um die technische Ausführung und das Anpassen von Template und Server gekümmert.

* Kleiner Hinweis: Ggf. mal den eigenen Browser Cache löschen. Und beide Links: http://wiewars.sbamueller.com oder http://wiewars.sbamueller.de ausprobieren.

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Datenquellen für den Hackaton

Folgende Datenquellen finde ich nochmal spannend:

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Gerne würde ich noch diese Node Red Integrationen bauen, dazu bin ich noch nicht gekommen. Würde aber gerne dieses Nod Red lernen.

Fahrplandaten der VAG

Dann gibt es noch die VAG Fahrplandaten. Da gibt es auf dem fritz System der Stadt nur eine Zip Datei mit statischen Daten.

Scheinbar gibt es die VAG Fahrplandaten als GTFS:

Und scheinbar stellt die VAG auch noch Daten über einen eigenen Server zur Verfügung. Leider haben die VAG Leute bisher noch nicht auf meine Email dazu geantwortet. Dokumentation habe ich dazu noch nicht gefunden.

Für ganz Baden-Württemberg gibt es auch noch die Daten über das Portal von der Nahverkersgesellschaft BW:

Meine Vorschläge für den Hackaton

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Alexaskill für die VAG

Nein, nicht erschrecken. Die Freiburger VAG hat keinen Alexa Skill entwickelt, aber ein cleverer Entwickler, Namens Maximilian Obenaus hat die Daten aus der FAHRPLANAUSKUNFT EFA-BW, der wird von der Nahverkehrsgesellschaft betrieben und bereitgestellt, genutzt um damit für Baden-Württemberg einen entsprechenden Skill zu bauen.

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zum Alexa Skill

Einfach den Skill bei Amazon aktivieren und dann die Alexa nach „mein Fahrplan“ fragen. Gibt dann ein Sprachmenü und die Alexa fragt einen von welcher Haltestelle man abfahren will. Sie sagt dann wann die nächsten Bahnen fahren. Funktionierte bei mir ganz gut.

Aus Datenschutz Gründen steht meine Alexa im Badezimmer Schrank. Wenn sie was hören soll mache ich die Schranktür auf, wenn sie Schweigen soll zu. Bisher nutze ich das Gerät hauptsächlich als eine Art Radio für Deutschland Funk und ABBA.

Der gute Mann arbeitet bei der KVV und macht da ganz viele spannede Dinge mit Fahrplan und Co.

Mit dem EFA BW kann man sich überigens recht leicht einen Abfahrtsmonitor für daheim bauen, etwa wenn man einen Rasperry Pie hat, die Ansicht wird dann einfach per URL geladen. Bzw man kann sich einfach diesen Link als QR Code generieren und dann mit dem Handy abfotographieren.

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IoT Abenteur: Makerfairsee, Octopus und Feinstaubmessungen am Friedrich-Gymnasium

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Das Wochende habe ich nach einer Fahrt durch einen Wolkenbruch – mit dem Motorad – auf der Makerfaire See in Friedrichshafen verbracht. Da habe ich ganz viele spannende Leute getroffen:

Zum Beispiel Gonzalo Casas von TTN Zürich, den ich schon lange mal treffen und kennenlernen wollte und scheinbar er mich auch:

Und wenn man dann mal so ins Reden kommt und sag: „Ach, es wäre gut, wenn man sowas hätte, das man immer wüßte, ob der eigene Gateway noch online ist.“ Dann macht sich Gonzalo gleich auf dem Weg und bastelt sowas:

Also bald wird es http://ismygateway.online/ geben, auf dem man seine Email Adresse und die Adresse des eigenen Gateway wird eintragen können und dann eine Nachricht bekommt, wenn der eigene Gateway offline ist.

Auch besonders cool war der Stand der Leute aus Ulm. Die basteln an einem TTN basiertem Fahrradverleihsystem,haben dafür auch schon vom Land Baden-Württemberg ein Mobilitätsstipendium bekommen. Das Ziel soll es sein, das Nutzer Open Source, ohne zentrale Instanz an vielen Stellen Fahrräder aufstellen können. Ob nun von einem komerziellen Anbieter oder auch ein kleiner Tourismusverein mit fünf Rädern.

Robbi05 hat mich auch gleich inspriert die notwendige Hardware für den Paxcounter von recumbant travelling zu bestellen. Das ist ein colles Projekt, das ich auch mal nachbauen will, auch um endlich die VAG zu überzeugen, das so ein Gateway auf der Schausinslandbergstation doch ganz sinnvoll wäre (jaja die alte Geschichte). Mit dem Paxcounter kann man Datenschutzkonform zählen wieviele Geräte (Smartphones) im Umkreis sind und das über TTN weitermelden.

Aber das war nicht die einzige coole Person, die ich getroffen habe und mit der wir so einiges gabastelt haben, was nützlich sein wird. Am Friedrich-Gymnasium gibt es ein Feinstaub Projekt. Die Schüler des Leistungskurses Physik haben eigene TTN Feinstaubsensoren gebaut und experimentieren auch gerade mit den Octopus Platinen.

Bisher war es ein Problem die Daten aus der TTN Console rauszubekommen. Die Integration nach lufdaten.info ging bisher, trotz intensiver Bemühungen nicht. Daher man sah zwar unsere WLAN Sensoren auf der Karte, aber nicht die TTN Sensoren. Sehr zum Verdruß von Schülern und Projekt. Aber zusammen mit Guido Burger habe ich an einer Lösung „gehackt“ – auch wenn es eher war: Gudio Burger zeigt mir was man tolles alles mit IFTT machen kann.

Daher wir haben jetzt:

Was jetzt noch fehlt, ist das ganze irgendwie zu twittern. Aber vielleicht kommen wir da auch noch hin.

Und dann gibt es noch den mobilen Octopus Feinstaub Sensor von Guido Burger: Der hatte das Problem, das er viel zu oft Daten gesendet hat und dann IFTT ausstieg. Aber mit ein bischen googlen und überlegen, haben wir das so gelöst: Die Daten gehen in die Storage Application von TTN (Gutes Videotutorial). Die löchst sie nach 7 Tagen, aber das sollte ja für so ein Projekt ausreichen. Da kann man sie dann runterladen und weiterverarbeiten.

Das ganze Zeig, das man mit TTN gut selbst bestimmt wo die Daten hinfliessen:

oder:

Die Folien sind aus der Präsentation für das Amt für Schule und Bildung in Freiburg. TTN macht nur den Transport, die Weiterverarbeitung der Daten müßen die Anwender_innen selber integrieren, aber kontrollieren sie auch.

Nun ja und weil es so toll war hat Guido auch noch gleich einen Wimpel gewonnen und seine Kinder einen Preis:

 

Toxic social democracy – kommt das Modell Liste Sebastian Kurz nach Freiburg?

In Österreich hat sich die unpopuläre ÖVP zu ihrer Rettung komplett in eine neugebrandete „Liste Sebstian Kurz“ umgewanndelt, in der Spitzenkandidat Sebastian Kurz ein Vetorecht über Kandidaten und Programmpunkte hatte.

In einem Interview mit der Zeit hat Martin Horn der SPD politische Toxizität attestiert:

„DIE ZEIT: Angenommen, auf Ihren Plakaten hätte SPDgestanden, wie viele Prozentpunkte weniger hätten Sie wohl geholt?

Martin Horn: Es hätte mich mit Sicherheit zehn Prozentpunkte gekostet. Vor allem der Beginn meiner Kandidatur wäre deutlich schwieriger gewesen. Als Sozi wird man ja doch in eine gewisse Ecke gestellt, zudem lief gleichzeitig die Debatte über die große Koalition“

Nun ist es so, das Martin Horn von der SPD nach Freiburg geholt wurde, massiv von der SPD mit Geld und Organisation beim Wahlkampf unterstützt wurde, bei seinen Wahlparties Sozialdemokratenmitfeierten und nach seiner Wahl Teile der SPD schon dem Ende von Grün-Schwarz in Baden-Württemberg entgegenfieberten.

Nun kann man dieses Interview so interpretieren: Entweder hat Martin Horn einfach ungecoached unstrategisch Antworten gegeben, ohne sich bewußt zu sein, das sich Menschen in der SPD über dieses Attest ihrer kaputten Brand aufregen werden (und die Linke feixt). Dafür spräche das er bei einigen Gelegenheiten oft seltsam uninformiert und unpolitisch auftrat.

Oder aber er bereitet eine Art „Liste Martin Horn“ für die Kommunalwahl vor. Das denkbare Narrativ wäre: Nach dem Sommer startet er zu „regieren“, alleine schon weil er sich einarbeiten muß und eine neue Büroleiterin finden muß  – Frau Salomon hat er ja quasi bereits per Zeitungsinterview gekündigt – sowie weitere Umbesetzungen durchführen (Es soll ja auch andere Amtsleiter gehen, die vielleicht jetzt in Ruhestand gehen wollen), könnte das sagen wir mal turbulent werden. Was wahrscheinlich jedem der nach 16 Jahren Vorgänger überraschend ins Amt kommt so gehen würde. All das wird Zeit und Nerven kosten, gleichzeitig kommen schon in seine erste Gemeinderatssitzung nicht ganz konfliktfreie Vorlagen zu Dietenbach und SC Stadionspiegelvariante (in Mooswald Ost hatte er über 68% der Stimmen, merkt Joachim Röderer an). Das hat Konfliktpotential: Einerseits eine Mehrheit im Gemeinderat und ein Bürgerentscheid für den projektierten Standort, andererseits die durch geschickte Andeutungen im Wahlkampf geweckte Hoffnung im Mooswald und Landwasser es werde anders kommen.

All diese Punkte könnten auf eine schwierige Zeit mit dem Gemeinderat und auch der Verwaltung hindeuten. Das kann kommunikativ mit ihm heimgehen, das könnte er aber auch versuchen geschickt zu nutzen, um eine „Pro-Horn-Liste“ außerhalb des SPD-Labels zu kreieren. Mit der Begründung: „Ich brauche um meine Agenda“ (was auch immer die ist) durchsetzen zu können eine starke Unterstützung im Gemeinderat“. Kann gut sein, dass sich ein Großteil der Freiburger SPD sogar dafür hergeben würde. Macron und Sebastian Kurz führt er ja gerne als Vorbild an.

Auch im weit linkeren Spektrum des Gemeinderates könnte es eine „Liste Monika Stein“ geben. Die heißt dann eher „Bündnis Soziales & Wohnen„, weil bei Linken heißt es immer „Bündnis“. Zum einen sind die gesammelten GAF Altlasten weg oder von der politischen Bildfläche verschwunden und der peinliche Streit ob man als GAF Vorstand einen Ex-Nazi als Strafverteidigerin vertreten darf, auch vergessen. „Toxic social democracy – kommt das Modell Liste Sebastian Kurz nach Freiburg?“ weiterlesen

Wider die Legendenbildung: eine Antwort an Sascha Fiek

Martin Horn ist Oberbürgermeister, damit müßen die 56% der Wählenden, die ihn nicht gewählt haben – dazu gehöre auch ich – leben. In ihrer Begründung, warum sie Martin Horn unterstützen haben sie einige Punkte aufgeführt, die man aus meiner Sicht genauer anschauen sollte. Denn sie schreiben:

Verkehrspolitik

“In der Verkehrspolitik beschränkt man sich weitgehend darauf, ein paar 30er Schilder mehr aufzustellen, ein paar kleinere Radwege anzulegen und sich ansonsten mit den existierenden Staus abzugeben.”

Schauen wir einmal was Verkehrspolitisch in Freiburg in den letzen Jahren so lief und ob das vielleicht auch mit den Staus die es im Moment gibt zu tun haben könnte. Zunächst mal ein kleiner Blick ins Umland:

  • Da ist etwa der Ausbau der Breisgau S-Bahn mit 30 min Takt von Breisach nach Tittise. Elektrifizierung der Linie bis Donaueschingen, der gerade läuft.
  • Ein weiterer Ausbau der S-Bahn rund um den Kaiserstuhl läuft gerade.
  • Die Elektrifizierung der Elztalbahn die ab nächstem Jahr geplant ist.

Schon das wird Pendler von und nach Freiburg deutlich entlasten. (Quelle: RVF)

Auch in Freiburg läuft derzeit einiges. Genau die zahlreichen Baustellen in der Innenstadt zeugen davon: Eine Messelinie ist halb fertig (die letzten beiden Stationen fehlen noch, die Messe und die 15. Fakultät sind aber bereits angeschlossen), spätestens nächstes Jahr wird eine neue Straßenbahnlinie über den Rotteckring eröffnet. Ein Projekt welches von der FPD Fraktion erfolglos aber lange bekämpft wurde.

In den letzten Jahren wurde auch die Straßenbahn durch Zähringen bis an die Gemarkungsgrenze von Gundelfingen verlängert und würde wahrscheinlich schon durch Gundelfingen fahren, wenn die Leute dort nicht dagegen gewesen wären. Übrigens wurde vorher die Bestandslinie durch Zähringen komplett saniert.

Auch im Radverkehr baut die Stadt zügig aus, nicht nur kleinere Radwege, sondern massive Radvorangrouten. Siehe etwa „Radverkehrskonzepts Freiburg 2020″, das der Gemeinderat im April 2013 beschlossen hat, übrigens mit großen Summen jährlich: Insgesamt einen Kostenumfang von etwa 30 Mio, davon verbleiben noch 8 Mio, (Stand 2013, die städtische Website ist da etwas alt). Übrigens hängt die Geschwindigkeit der Umsetzung von den Mitteln die dafür im Haushalt sind ab. Welche Erhöhung hat die FPD da beantragt oder mitgetragen? Aus meinen Jahren im Gemeinderat kann ich mich an keinen Antrag in die Richtung erinneren.

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Quelle: Stadt Freiburg – Modalsplit

Das Land Baden-Württemberg hat Freiburg 2011 als „Fahrradfreundliche Stadt“ ausgezeichnet. Gelobt wurden die teilweise vorbildlichen Radverkehrsanlagen und die große Anzahl an Radabstellplätzen – das ist eine von einer ganzen Reihe (ausgedruckt so ne DIN A 4 Seite) von Auszeichnungen und Preisen die Freiburg in der Vergangenheit erhalten hat.

Und nein, nicht mal beim KFZ Verkehr verwahrlost die Stadt: Ich darf etwa an die enormen Summen erinnern mit denen gerade der Zubringer saniert wird und wurde oder die Westrandstraße. Ach ja diverse Tiefgaragen werden gerade repariert und das Parkleitsystem überarbeitet.

Klar über die Tempo 30 Regelungen kann man schön am Stammtisch lästern, ich bin ja auch immer für Tempo 30, außer auf der Straße auf der ich gerade fahre. Aber Fakt ist das nicht “ein paar Tempo 30” Schilder mehr aufgestellt wurden, sondern massiv der Verkehr an großen Straßen aus Gründen der Nachtruhe und Sicherheit verlangsamt.

“Die großen Chancen der aufkommenden Elektromobilität oder die Möglichkeiten zur digitalen Vernetzung und Planung von Verkehrsströmen, die Schaffung von mehr Verkehrssicherheit und vieles mehr, all das wird ignoriert oder links liegen gelassen”

Etwas verwundert der Ruf nach mehr Staat oder Stadt beim Ausbau der E-Lade-Infrastruktur schon. Anträge aus ihrer Fraktion zu diesem Thema kenne ich bisher keine.

Umweltpolitik

“Man redet gerne über vergangene Zeiten, als Freiburg noch Ökohauptstadt war (…) In der Umweltpolitik wird zwar viel von Klimaschutz und Ökologie gesprochen, aber viel zu wenig getan. Der Anteil an regenerativ erzeugtem Strom ist nach wie vor zu niedrig und es fehlen Leuchtturmprojekte beispielsweise zum Einsatz von Speichertechnologie”

Wir wollen jetzt nicht davon sprechen, dass die FPD – deren Mitglied und Kandidat für diverse Wahlen sie sind oder waren – unter anderen die Bildung der Jamaika Koalition an der Frage des Kohleausstiegs hat mit platzen lassen. Aus ihrer Partei kam da gerne der Begriff “Dunkelflaute”.

Nun ist das gesamte Begriff “Ökohauptstadt” oder Umwelthauptstadt, gerne mit dem Attribut: “das Freiburg mal war” oder “nicht mehr sei” so ein Kampfbegriff. Er ist – wenn sie ihn verwenden lächerlich – zum einen weil ich mich aus meiner Zeit im Gemeinderat in der wir immerhin fast zwei Jahre gleichzeitig waren – an keinen FDP Antrag erinnere, der etwas mit dem Thema je zu tun gehabt hätte.

Zum anderen weil Freiburg den Titel “Grüne Hauptstadt Europas”, den die europäische Kommission seit 2010 verleiht, nie getragen hat. Und sagen wir mal das Verfahren um daherzukommen nicht sehr objektiv ist. So bekam ihn Hamburg im Jahr 2011 für “Die Stadt hat sehr ehrgeizige Pläne für die Zukunft, die zusätzliche Verbesserungen versprechen.”

Siehe Wikipedia: “Von Seiten der Naturschutzverbände wurde Kritik an dieser sehr positiven Bewertung geübt. Eine Reihe von Verbänden gründeten die Umwelthauptstadt Hamburg Umweltverbände-Initiative UHU, die die Themen der Umwelthauptstadt kritisch beleuchtete. Sie wollte Anspruch und Realität des Städtischen Umwelt- und Naturschutzes in Hamburg gegenüberstellen.“

Und dann wäre noch die Sache mit den fehlenden Leuchtturmprojekten. Eine kurzer Blick auf die Stadt lässt einen da verwundert zurück, diese Beispiele sind nur die, die mir in den letzten Wochen beim Blick in die Zeitung begenet sind oder beim Bewegen durch die Stadt:

  • Zweitbester Modalsplit für Nicht-MIV in Deutschland
  • einen Green Industry Park mit zwölf Modellprojekten: inkusive: Solaren Wasserstoff-Tankstelle
  • Frey Architekten baut gerade an einem Green City Tower im Güterbahnhof Nord, 51 Meter mit Lithium-Ionen-Batteriespeicher im Megawattbereich.
  • Überhaupt Türme: Die Stadtbau saniert gerade diese Wohntürme in Weingarten und macht sie zu Passivhäusern. Gibt es das irgendwo sonst?
  • Zum Klimschutzkonzept gibt es gerade eine umfangreiche Bürgerbeteiligung
  • Im Industriegebiet Nord findet gerade ein Langzeit Projekt zur Begrünung und Schutz von Bienen statt.
  • Für den neuen Stadtteil Dietenbach wird gerade umfangreich diskutiert wie Grün er werden soll. Bisher scheinen Vorschläge wie Stellplatzfrei wieder an ideologischen Vorbehalten “dann wohnen da zu viele Grüne” oder nicht bewiesenen Vorbehalten “das wird wie Vauban und die Bewohner parken Merzhausen zu” zu scheitern. Übrigens der Grund warum etwa Gutleutmatten nicht Stellplatzfrei wurde war die Warnung vor „einem idelogischen Konzept das nicht nach Haslach passt“. Wie hat die FDP Fraktion damals gestimmt? Wie wird sie sich aktuell zu diesem Thema verhalten?

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TTN Freiburg startet in die Entwicklung eigener Anwendungen mit dem Octopus

Im Raum sechs des Haus der Begegnung hatten sich Menschen von 17 bis 77 versammelt um mit der Octopus Platine von Guido Burger Anwendungen für das The Things Network zu entwickeln. Viele besaßen keine Programmierkenntnisse, die auch nicht von Nöten waren, denn die Platine lässt sich über die graphische Schnittstelle Ardublocks programmieren.

So war dann der Schwerpunkt nicht auf Programmieren sondern auf der Entwicklung eigener Anwendungen. Guido Burger führte in die Software Ardublocks und die Grundzüge des TTN Netzes ein.

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Mein erstes Programm!

Mein erstes Programm. Gelb ist die Grundlage, in diesem Fall eine Schleife in der der TTN Block in blau eingefügt ist. In den TTN Block gebe ich wiederum die DEV EUI, die App EUI und den App Key ein, lege den Port fest. Die Sensordaten vom Bosch Umweltsensor kommen dann in Feld 1, 2, und 3.

Die digitalen Lego Bausteine sind dann so gestaltet, dass nur das zusammen geschoben werden kann, was auch paast. So lassen sich auch anstelle der Übertragungs Blöcke, Anzeige Blöcke etwa für eine LED Matrix erstellen, die dann die Meßwerte auf der LED Matrix auswerfen. Siehe dazu etwa das Bild in meinem Instagram Beitrag, der so ein ganz einfaches Programm zum starten bringt.

Die Software mit den speziellen Ardublocks findet sich hier, nun einfach die 550 MB runterladen, dann in das Verzeichniss Arduino 1.8.5 und von dort die exe Datei ausführen. Auch für die Installation bei MacOs gibt es eine Anleitung. Bei MacOs ist es ganz wichtig zunächst die Treiber zu installieren – was auch in der Anleitung steht – und dann rechtsklick das Kontextmenü aufrufen, über „Paketinhalt anzeigen“, dann im Java Verzeichnis das Portabel Verzeichnis installieren. Klingt schwieriger als es ist. Hier gibt es die Package Datei zum Download für MacOs (ohne jegliche Gewähr).

Als weitere Frage taucht dann immer auf wie das mit der TTN Anwendung geht. Zunächst man kann auch in eine Reihe anderer Anwendungen die Daten etwa über WLAN fliessen lassen, etwa IFTT. „TTN Freiburg startet in die Entwicklung eigener Anwendungen mit dem Octopus“ weiterlesen