Ich hatte mich ja an DRadio Kultur gewandt, wegen eines Beitrages in ihrer Sendung „Nachspielzeit“ zum neunen Stadion in Freiburg. Nun hat mir der zuständige Redakteur geantwortet und räumt doch Fehler ein:
„Allerdings gebe ich Ihnen natürlich Recht: Die „enorme Jugend- und Integrationsarbeit“ der Fallschirmspringer zu betonen, hat mich schon damals kaum bis wenig überzeugt. Zahlreiche Sportarten sind da offener und breiter aufgestellt und effektiver. Wie die Kostensteigerung von 38 auf 70 Millionen zustande kommt, kann ich nicht mehr rekonstruieren. Auch in einem weiteren Punkt kann ich Ihre Kritik verstehen: Die komplexe Gemengelage dieses Themas ist schwer in insgesamt rund 12 Minuten differenziert darzustellen (…) Trotzdem war ich unter dem Strich mit dem Gesamtprodukt leidlich zufrieden.“
Nun, ich finde es immernoch einen schlampigen Beitrag und hätte gehofft, das gerade die sachlichen Fehler, doch auch richtig gestellt werden. Vielleicht schreibe ich nochmal eine Email. Denn gerade, dass man einfach so eine Kostensteigerung um nahezu 100% in den Raum wirft, ohne dass man weiß woher die Zahlen kommen (und für die es auch nach meiner Recherche gar keinen Grund gibt) zeigt ja schon das man hier einfach ungeprüft sämtliche Behauptungen der Stadiongegner übernommen hat.
Wenn man lange weg war, dann gewinnt man zu den Dingen in Freiburg einen gewissen Abstand. Dieser Abstand ist ganz schön wenn man wieder zurück kommt und es einem erlaubt die Dinge daheim mit anderen Augen zu sehen.
#ArTik Podi im Vorderhaus mit Irene ? UL, Sergio Schmidt JF, Julia Söhne SPD, Theo Lammich JU, Anke Dallmann FW pic.twitter.com/99AHWIpEws
— Sebastian Müller ?????? (@sbamueller) June 17, 2016
Also ging ich zur ArTik Podi und hörte mir an, was da so gesprochen wurde. In der kurzen Zusammenfassung kann ich sagen: Alle auf dem Podium wurden ihren Rollen gerecht. So ganz nach Goffmann.
Leider waren wichtige Leute eben nicht auf dem Podium: Eigentlich hätte die CDU ihre „junge, urbane, intelligente, Jugendpolitik“ – Darstellerin schicken sollen und die Grünen ihren „Ökozunsel mit Vollbarth aus dem Vauban“ – Darsteller. Denn die hätten zu dem Thema offensiv und aus Kenntnis der Zusammenhänge argumentiert. Leider waren die geforderten Darsteller nicht verfügbar und so mußte man sich mit der Ersatzbesetzung zufrieden geben: Dem gut frisierten Jungunioisten der gerade auf dem Weg zu einer Party in einem Verbindungshaus ist war und dem einem grünen Altstadtrat, aus der Kulturszene.
#Artik Podi: jetzt betreibt die Podi #Exegese der Freie Wähler Pressemitteilungen
— Sebastian Müller ?????? (@sbamueller) June 17, 2016
So begann das ganz erstmal mit einer intensiven Exegese einer Freie Wähler Pressemitteilung. Der Moderatorendarsteller kam ja vom Caritas und da exegiert man wahrscheinlich dann mal Bibel, päpstliche Schreiben und halt auch Pressemitteilungen. Nun hätte man auch die ganz trefflich mit der Anke Dallmann, besetzte Rolle der Freie Wähler Stadträtin, befragen können was die Pressemitteilung denn nun genau bedeutet. Hat man auch, aber vorher lieber ein wenig Exegese. „ArTik im Vorderhaus“ weiterlesen
So nachdem mein Leserbrief in der Plauner Zeitung als Reaktion auf meine Studie erschienen ist hat sich das Wasser dort scheinbar beruhigt.
Es gab einen weiteren Leserbrief der meine Studie nicht so toll fand und ganz viele nette Zuschriften von Menschen die es gut fanden, dass ich mich mit dem Thema befasst habe. Es wurde an manchen Formulierungen oder Rechtschreibfehlern Kritik geübt, aber insgesammt doch das Thema ganz sachlich aufgefasst. Und es gab auch viel Lob. So muß ich sagen die Reaktionen danach haben mein Plauen Bild doch stark verbessert.
Was mit „Wir sind Deutschland“ passiert, weiß ich nicht. Zumindest finden laut Website und Facebookseite eigentlich keine weiteren Treffen statt.
Demnächst muß ich nach Weimar, vielleicht schaue ich da mal in Plauen vorbei.
Übrigens wurde das Paper mit 4 von 5 bewertet, was dann in Deutschland ein Gut wäre…
Leserbriefe zum Beitrag „Student legt Studie über WsD-Protestgruppe vor„. In einem Forschungsprojekt für die Finnische Universität Turku wurden 20 Stunden Videoaufnahmen von den Kundgebungen in Plauen analysiert.
Sehr geehrte Damen und Herren,
mit großem Interesse habe ich die Beiträge zu meiner Hausarbeit gelesen. Sie fragen richtigerweise wer diese beauftragt hat: Niemand. Die Hausarbeit schreib ich im Seminar “Nationalisms” bei Universitätsdozent Dr. Matti Jutila. Ich habe das Thema aus reinem Interesse untersucht und dafür weder Geld noch sonstige Leistungen erhalten. Für Kritik an der Methodik der Studie bin ich offen.
Auf der einen Seite weisen die Veranstalter stets darauf hin, dass die Redebeiträge nicht ihre Meinung, sondern die der Redner wiedergeben. Das ist sicher richtig. Aber mir gegenüber hat Frau Ohheim erklärt, dass sie sich von jedem Redner ein Manuskript vorlegen lassen und nach “krasse Sachen” durchsehe und diese bespreche.
Der Moderator zahlreicher Veranstaltung Gunnar Gemeinhart, kommentierte rechtspopulistischen Beiträge in der Regel wohlwollend.
In einem ausführlichen Telefonat mit einem Plauener WsD-Kritiker wurde ich darauf hingewiesen, dass bei der 20. Sonntagsdemo ein Herr zum Thema sprach und dann als er vom „genehmigten“ Manuskript abweicht, von der Bühne kolportiert wird. (Zu sehen im Youtube Video https://youtu.be/T7uFbAW-F8g ab ca 13:30)
Er wies auch daraufhin das etwa Ken Jebsen von den Veranstaltern eingeladen wurde, was Ken Jebsen auch in einem seiner Videos ebenfalls so darstellt.
Daher komme ich zu dem Schluss, dass die Veranstalter sowohl kontrollieren wer redet und auch was dort gesagt wird. Vereinzelte Minderheitenmeinungen werden geschickt eingebunden um dadurch die Fassade von Meinungsfreiheit und Vielfalt aufrechtzuerhalten. Diese Redner werden jedoch regelmäßig ausgebuht. „Leserbriefe zum Beitrag „Student legt Studie über WsD-Protestgruppe vor““ weiterlesen
ich Bericht über den Stadion Neubau in Freiburg reizt mich doch ihnen höflich Antwort zu schreiben.
Ich habe leider die gesamte Sendung nicht gehört, sondern nur 5:58 min welche auf der Website von Freiburg Lebenswert hinterlegt wurden: http://freiburg-lebenswert.de/neues-stadion-mit-faulem-kompromiss-erkauft/
Mir kommt der Bericht recht einseitig vor. Werden in ihm auch nicht die Befürworter zitiert, derer es genug gibt (alle Gruppen im Gemeinderat außer Freiburg Lebenswert, diverse Bürgergruppen, die beiden Ultra Gruppen, Stadtverwaltung, …) Sondern ausschließlich die Gegner. Nicht, dass die Gegner ausschließlich Menschen sind denen es uneigennützig um ihr Wohl ginge, darunter waren wesentlich auch die (Sport-) Flieger und die besagte Flugschule.
Herzlich gelacht: Total absurder Beitrag von @DKultur über das neue SC-Stadion: https://t.co/FygLkPzXFV Da stimmt so ziemlich gar nichts!
Lassen sie mich ber kurz ausholen und zwei Platzierungsfragen stellen: Ist es sinnvoll ein Bundesliga – Stadium in einem Wohngebiet zu platzieren, bei dem die Fans von der Strassenbahn durch dieses durch müßen? Bei dem keine Trennung zwischen Gäste und Heim – Fans im Ankunft Bereich möglich ist? Wahrscheinlich nicht. Würde keiner so heute machen.
Würde man heute einen Flugplatz so platzieren, dass der Anflug genau über der Innenstadt verläuft und diese vollärmt? Wahrscheinlich nicht. Würde keiner so heute machen. Nach meiner persönlichen Meinung wäre es sinnvoll eine solche Fläche eben nicht für einen Flugplatz zu nutzen, der zwar kein Defizit macht, aber dessen Investitionen komplett von der Stadt zu tragen sind. Ökonomischen Nutzen hat er nennenswert eigentlich keinen.
Städtebaulich sinnvoll könnte man eine solche Fläche die auch bald Strassenbahnanschluß hat besser für Wohnungsbau nutzen.
Aber das ist meine private Meinung. Alle Befürworter, von den Grünen die mal Anfang der 1990er Jahre den Flugplatz schliessen wollten, aber in einem Bürgerentscheid unterlagen bis hin zur Stadtverwaltung, haben betont, dass der Motorflugbetrieb aufrecht erhalten wird.
Es wurden also nie Umweltschützer damit geködert, dass wenn das Stadtion kommt, dass dann der Flugplatz geht!
On Monday we opend our exhitbiton on ReDesign of Society 2040. Which Utopia do we want? How can we reclaim the future?
There are two exhibits in which I participated: The republic of knowledge and Finnland as a Utopia. I will post later information to the republic of knowledge our proposal to a new more democratic form of schooling. Which I designed with two other students from Aalto university: Soujanyaa Boruah, Jami Sarnikorpi.
I had the following idea: Often people travel to Finland and report from it. And these reports are often used as a projecton space to highlight things you want for your own country. Very explicit was this in the reports in Germany about the Finish Education System:
Finnland the education utopia?
In 2000 the results of the PISA study on student achievements were published. Germany was rated dismal and Finnland best. The German media invented a new term „Pisaschock“. (literally schocked by Pisa results) German scientists, politicians, teachers, students and journalists flew to Finland and tried to find out why it was so good. Everyone who traveled found design decisiosn that suited his ideology or preconceptions: Some concluded it was the one school for all, others that it was the good social status of the teachers, others progressive or conservative teaching methods, the lutheran tradition of literacy, free school food or even the cold weather where children stay at home and read instead of playing outside. Less utopian aspects were never highlichted. Indeed after some years of study most scientists concluded it was a range of factors and they could not easily point it down. But indeed everyone could project onto Finland what he oer she liked…
So why does Finland function so well as an utopia?
And with some thinking you may find other examples of this in present day media. Finnland ist distant and close at the same time. Distant in the sense that you have to fly for more then two hours from Frankfurt or take a boat for about 20 hours to travel from Germany to it. It’s language is very distant from German, although it has numerous German loan-words (teigi – Teig, Kaffeepaussi – Kaffepause, kivääri – Gewehr, …).
It is a country where very few Germans go on holiday unlike Sweden, Italy or Spain and it is fairly small. For most of its history it was also not important as a trading partner or source of raw materials for Germany. And it is a rather dull and peaceful place with no conflict or burning political issue to report on. If German media have a correspondent the person is in Stockholm and covers all of Scandinavia and maybe even the Baltics. All this makes it easy for the occasional traveling reporter, scientist or political entrepneur to pass through and pass back information about the wonders of this great society and country. Some examples you find here. And indeed there are many wonderous things to report, but often they are simplified and have not one particular source: the baby box is not the sole reason for low child mortality, the well repsrected teacher not the sole source for good PISA results and so on…
The most controversial of the four sides on the Finland as an utopia pillar is the „Nazi Utopia“ side. I do not claim that Finland ever was a Nazi utopia. But I claim that at some point in the past it was marketed to Germans as such.
The exhibtion is open until 5th of June and it its in the ground floor of Kluvi Shoping centre:
Wer wissen will, was bei ‚Wir sind Deutschland‘ so passiert und nicht so viel Zeit hat oder mein gesammtes Researchpaper nicht lesen will, der kann einen Blick auf dieses Video werfen. Das faßt kurz recht treffend zusammen was dort gesprochen wird. Der 16 jährige gibt hier eine Zusammenfassung der Reden gehalten wurden wieder. Ich will jetzt gar nicht im einzelnen über diese Reden und deren Inhalt hier schreiben, auch wenn meiner Meinung einfach viel zunächst einfach falsch ist.
Hier im Seminar „Nationalism“ an der Universität Turku habe ich bei Matti Juutila über das Phänomen „Wir sind Deutschland“ in Plauen geforscht. Dabei habe ich nicht nur diese eine Rede angehört, sondern rund 20 h Material von fast allen Veranstaltungen die es bis heute (24.5.2016) gab. Davon habe ich dann zwei, die Zweite und die Achte transkribiert, übersetzt und analysiert.
Dabei ging es mir darum herauszufinden, was für ein Bild von Deutschland gezeichent wird, welche Konzeption von Nation (immerhin war das im Rahmen eines Nationalismus Seminar) verwendet wird. Im Laufe der Auseinandersetzung habe ich dann auch gemerkt das Populismus relativ prominent darin vorkommt.
Nun gibt es in der Sozial-Forschung drei weit verbreitete Strömunen die jeweils Nation erklären:
Primordialism – Even though there are three main strands of Primordialism, the core idea is that the idea of the Nation has existed since time immemorial, even though its characteristics have been submerged or not shown in the past. At the same time there was a golden age in past, in which the good characteristics of the nation were present and have gone into hibernation when they were suppressed by an external foe. (Özkirimli 2000, page 67 and Jutila 2006 PDF slides)
Kurzum: die Nation, in dem Fall die Deutsche war schon immer da und ihre beste Zeit liegt in einer goldenden Epoche in der Vergangenheit. Diese guten und goldenen Zeiten sind nun durch eine äußere Kraft unterdrückt.
Modernism – modernists challenge this and claim that the characteristics of most nations came to light after 1800. They claim to be ‘inventions’ of the industrial revolutions and thus a modern phenomenon. The industrial revolutions needed a mobile workforce, standardized education and developed a mass army. Advances in communications technology and increased literary created a new national mass culture that was shared between national elites and masses (Jutila 2006 PDF slides) Thus what we believe are character traits and invited traditions although they are transformed pre modern ethnic ties. (Also Özkirimli 2000, page 133)
Modernisten behaupten, das Nation eine Erfindung der Industriellen Revolution, so ab ca 1800 sind. Da die Industrie zahlreiche mobile, einheitlich gebildete Arbeitskräfte brauchte. Moderne Kommunikationsmittel wie die Zeitung und der Roman halfen bei der Bildung eines nationalen Bewußtsteins oder Kulturlebens. Daher teilten zum ersten Mal die Eliten und die Massen eine Kultur.
Ethno-Symbolism – Almost as synthesis born from the theoretical gaps in both Modernism and Primordialism is Ethno-Symbolism. On the one hand they acknowledge that ethnic communities existed before the age of nationalism but on the other hand they note that nations are not eternal, natural and unchanging. Nations are communities whose members share a lot like common myths, a mass public culture, a common economy, common legal rights and duties. (Özkirimli 2000, page 167 and Jutila 2006 PDF slides).
Und ganz zum Schluß noch die Ethno-Symbolisten. Das sind Leute die sagen, naja ethnische Gemeinschaften gab es schon vor den Nationen, aber Nationen sind nicht natürlich, unveränderlich und ewig. Nationen sind aber Gemeinschaften mit gemeinsen Vorstellungen, einer Massenkultur, einer gemeinsamen Ökonomie und einem gemeinsamen Rechtsraum…
Seit einiger Zeit sitzt nut PH Alummni (allerdings ohne Abschluß, wie es scheint) und Hypnosetherapeut Stefan Räpple. Da war er zwar Mitglied im Hochschulrat, konnte aber sein Studium nicht beenden, weil er starke inhaltliche Differenzen mit den Leuten dort hatte.
Zudem behauptet er: „Zum Beispiel, wenn die Gleichstellungsbüros gezielt Frauen bevorzugt haben, wo eine mittelmäßige Kandidatin einem guten Professor vorgezogen wurde.“ Und auch: „Im Bildungsbereich gilt das zum Beispiel für die Studentenvertretungen, die viel Geld in die Organisation von Demonstrationen stecken. So wird zum Beispiel auch die Antifa querfinanziert.“(Quelle)
Sehr viel dramatischer ist allerding seine letzte Presseaussendung, in der er der behauptet: „Als ehemaliges Mitglied des Hochschulrates der Pädagogischen Hochschule Freiburg habe er ja schon einiges an politischer Indoktrination in der Lehrerausbildung miterleben müssen.” Auf Facebook angesprochen, wo denn das genau der Fall war, gibt er sich eher wortkarg:
Auch ein zweiter Teil dieser Pressemitteilung ist ein wenig seltsam:
„Was nun aber unter der Überschrift: „Wahlprogramm: Was die AfD wirklich will“ verbreitet wird ist laut Räpple „nur noch als kriminell zu bezeichnen“. Hier werde den Schülern ein noch nicht abgestimmter Programmentwurf als gültige AfD Forderungen verkauft, was eine klare Lüge sei. Es kommt noch schlimmer: Diese angeblichen Forderungen werden verzerrt wiedergegeben und durch reißerische Überschriften eine klar negative Tendenz verpasst und so den Schülern unter Notendruck vermittelt.“„Alumnus Räpple“ weiterlesen
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