Demorückblick

Zeit ein wenig auf die Kundgebung des Bündnis FreiVAC zurückzuschauen.

„Bei einer dagegen gerichteten Demonstration in der Freiburger Stadtmitte hatten sich zuvor etwa 2500 Menschen versammelt, um sich unter anderem gegen Verschwörungsideologien und Corona-Verharmlosung zu wenden.“

schreibt die Stuttgarter Zeitung.

In einem kleinen Überblickartikel zu den Gegenprotesten, die sich in ganz Südbaden formiert haben. So gab es auch eine große Demo in Karlsruhe und am Montag in Rottweil und Offenburg, Schopfheim und Lahr. Es formiert sich also nicht nur in Freiburg Gegenprotest, sondern im ganzen Land.

Am eindrucksvollsten war die Rede von Silvia Schliebe vom Antisemitismus-Projekt der liberalen jüdischen Gemeinde. Sie sagte: „Einigen kommt diese Pandemie gerade recht, sie marschieren mit Trommeln und Fackeln und ohne Impfung durch die Städte während in anderen Ländern keine Impfung möglich ist und sie verhöhnen die Opfer.“ Und bemerkte auch: „Das Virus schafft wenig Neues, er zeigt nur, was da ist.“

Mit dieser Einschätzung würde ich übereinstimmen. Schon vor der Corona-Pandemie gab es Schwurbel, ich hatte durch den CCC viel mit 5G/“Handystrahlung“-Schwurbel zu tun, aber natürlich waren da auch die Globuli Fraktio. Es lohnt sich daher die Rede anzuschauen:

Aus meiner Sicht als Anmelder verlief die Kundgebung gut, vielleicht waren die Reden etwas zu lang, aber mein Ziel das viele Menschen aus allen Schichten und Millieus der Freiburger Gesellschaft Menschen auf den Platz zu bringen ist erfüllt. Den unausgesprochenen Abgang von etwa der Hälfte, die sich dann mit Querbremsen zu einem Zug formierten, fand ich nicht gut.

Ich gehe davon aus, das bis zu 3500 Menschen an unserer Kundgebung teilgenommen haben. (Bericht der Badischen Zeitung)

Ich glaube auch nicht, dass es da nun jedes Wochenende eine große Demo braucht. Wir haben ein Zeichen gesetzt und das wird auch über mehr als eine Woche scheinen. Nun wird es diesen Samstag, wieder eine kleinere Aktion vor der Uniklinik geben.

Und dann war da noch die rote CWA, die durch eine Person bedingt war, die wohl am Freitag einen PCR Test gemacht hatte, am Samstag auf die Demo ar und dann am Sonntag mitbekam, das sie positiv war. Soweit man das nachvollziehen konnte, war die Person auch mitten in der Demo. Am Montag hatte ich versucht Kontakt mit dem Gesundheitsamt aufzunehmen, die Lage geschildert und auch darum gebeten mir zu sagen, was wir als Veranstalter raten sollten, wen PCR Tests. Aber bis heute gab es keine Rückmeldung.

Schwurbel Demo

Zur Schwurbel kann ich wenig sagen. Ich hatte den Eindruck, die Anweisung aus den Telegram Kanälen, bewusst rechte Symbole zu vermeiden und auf Herzchen zu setzen, wurde angenommen. Das Teilnehmerfeld, war wiederum eine gute Bestätigung der These, das wir hier eine Fusion aus Öko-Eso-Szene und rechten Menschen sehen.

Etwas befremdlich, war der Bericht von Henning Winter vom SWR. Während hinter ihm Menschen vorbei liefen, die „Lügenpresse“ riefen, gab er ohne Einordnung die die Aussagen der Querdenker, wieder, man sei ja ganz friedlich .

Sonst gab es eine große Anzahl von berichten, etwa im Blog der SPD:

Auf sozialen Medien, mit sehr schönen Bildern:

Presse

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„Spaziergänge“ in Südbaden

So berherzt und dennoch Gesundheitsschädlich. Dieser Stein wurde auf dem „Spaziergang“ in Müllheim verteilt.

Seit einigen Wochen finden nun auch in Südbaden immer wieder sogenannte „Spaziergänge“ statt. Der Begriff ist abzulehnen, es handelt sich dabei um rechtes Frameing, da es sich um alles andere als harmlose Spaziergänge oder zufällige Treffen handelt.

Die Treffen werden über die lokalen oder regionalen Telegram Gruppen der Querdenker bzw. der Querdenken Partei „die Basis“ angekündigt und koordiniert. Dabei ist es Strategie an möglichst vielen Stellen, an vielen Orten gleichzeitig solche Versammlungen stattfinden zu lassen. Das (über-) fordert die Polizei.

Zur rechtlichen Einordnung auch den Thread lesen.

Zusätzlich zu den im Tweet erwähnten hat es wahrscheinlich auch noch Spaziergänge in Titisse, Todtnau, Triberg, Müllheim, Lörrach, Gundelfingen, Rheinfelden, Bad Säckingen gegeben. Wobei den Angaben aus Telegram Gruppen der Querdenken Bewegung nicht immer zu glauben ist, teilweise sind es nur Absichten – dann kommen nur ein oder zwei Personen – oder auch die Anzahl der Teilnehmenden ist übertrieben. Auch sind nicht immer unabhängige Beobachter vor Ort. Teils sind die „Spaziergänge“ auch kaum von Außen zu identifizieren.

Für die Ereignisse in Freiburg rate ich zum Lesen der Threads von „Conflict_poebel“ und den kurzen Filmbericht von Janis Große:

Irgendwie auch unterhaltsames Filmdokument, macht aber deutlich, dass sich Coronaleugner nicht von einem Flatterband aufhalten lassen. :


Film Bericht von Jannis Große:

So klar es sich bei den Aktionen in Freiburg um eine Demonstration handelte und die Polizei Freiburg ihr „Playbook“ von Autonomen Demos versuchte umzusetzen: Erst mal Anhalten, dann Gesprächspartner finden, Route absprechen, ggf. anpassender Stelle kesseln. Das schien aber Mangels Personal nicht zu funktionieren. Aus Videos wird klar das es wohl am Augustinerplatz eine Konfrontation mit Menschen aus dem „Querbremsen“ Umfeld gegeben hat.

Ich konnte mich im Umland ein wenig umsehen und war in Müllheim, Staufen und Bad Krozingen zu einer Teilnehmenden Beobachtung. Auffällig war die unterschiedliche Stimmung bei allen diesen Veranstaltungen. Während in Staufen ca. 50 Teilnehmende dreimal die gleiche Route durch die Innenstadt liefen, liefen in Bad Krozingen ca. 50 Personen mehrmals durch den Kurpark. Beide dieser „Umzüge“ waren schweigend und es war von außen wirklich für einen zufälligen Beobachter kaum ersichtlich, das es sich um eine Art Demonstration handelte.

Bei der in Veranstaltung in Müllheim, die angemeldet war, aber ohne Maskenpflicht – wenn 1,5 m Abstand eingehalten wird, Spoiler: Würde ich mal sagen, dass das nicht immer der Fall war – gab es erst Lieder (Von guten Mächten wunderbar geborgen), eigentlich keine wirklichen Reden, außer vielleicht „Zu Weihnachten ist keiner Allein“ und „Maskenpflicht ist Rote Linie für mich“ und dann einen Umzug durch das regnerische Müllheim. Es erinnerte eher an eine kirchliche Veranstaltung, es waren im Gegensatz zu Staufen oder Krozingen auch viele Familien mit Kindern dabei, für die das so eine Art St. Martinsumzug war.

Die Stimmung bei allen drei Veranstaltungen war eher friedlich, ganz im Gegensatz zu Freiburg, wo wohl bewusst Menschen hingehen um sich mit Polizei und Antifa zu stressen.

BZ Bericht zum 3.1.22 in Freiburg

Anderswo

Bündnis FreiVAC

Es hat sich ein „Freiburger Bündnis gegen Verschwörungsideologie, Antisemitismus & Coronaverharmlosung“ kurz FreiVAC, gegründet. Das ruf zu einer Gegendemo am 15.1.2022 um 13:30 auf den Platz der alten Synagoge.

Ich unterstütze dieses Bündnis und hoffe das an diesem Tag möglichst viele Menschen gegen Verschwörungsideologie, Antisemitismus & Coronaverharmlosung, mir ist auch dieser dreiklang wichtig, demonstrieren. Wir können die Krise nur beenden wenn wir eben diese drei Felder angehen.

In der Zwischenzeit folgt uns doch bei den gängigen Sozialen Medien:

Auf Twitter sind wir zu finden unter: https://twitter.com/BuendnisFreiVAC

Auf Instagram: https://www.instagram.com/buendnisfreivac/

Website: https://freivac.de

Telegram: https://t.me/freivacde

Coronaleugner Aktivitätsreport

Dieser Artikel beinhaltet die Aktivitäten bis zum 30.12.2021. Aufgrund der dynamischen Situation kann es aber durchaus sein, das mir Aktionen nicht bekannt geworden sind.

Leider wird es mal wieder Zeit die Aktivitäten der Coronaleugner und des Gegenprotests hier zusammen zu fassen. Aufgrund von Diskussionen bei Twitter über die ideologische Zusammensetzung und Herkunft habe ich mal versucht eine Art Schaubild zu machen, wo die Personen herkommen und ob die sich selbst als eher links oder rechts sehen würden.

Meine These, die ich aus Gesprächen, Beobachten von Telegram Gruppen, Symbolen und ähnlichen gewonnen habe, ist dass es viele Menschen gibt, die sich als rechts einordnenen würden, eine Reihe die sogar selbst zugibt weit rechts zu stehen, aber auch viele „Alt-Linke“ oder Menschen die früher in eher linken Strukturen aktiv waren. Daneben aber auch eine ganze Reihe von eher unpolitischen Menschen, die eher durch die Maskenpflicht aktiviert wurden hier teilzunehmen. Bei der Grafik sind jetzt die Größe der Felder und die Größe des Anteils der Teilnehmenden nicht identisch. Die Organisatoren würde ich in Freiburg auch eher in die erweiterte rechte Szene einordnen.

Samstagsdemos

Was derzeit zu beobachten ist, dass die Anzahl der Teilnehmer bei Samstags Demos stark zunimmt. Ich habe in den vergangen Wochen zusammen mit vielen Bürger:innen und Gruppen immer wieder zu Gegenkundgebungen aufgerufen.

So waren es letzten Samstag am 19.12. sicher mindestens 3500 Personen, am Samstag davor etwa 200o Personen.

Immerhin gab bei der Jahresenddemo erstmals eine größere Gegenkundgebung, unter anderem mit Reden von Ulrich von Kirchbar, Sabine Wölfle, Jusos und Monika Stein, Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft. (RDL Bericht, mit Reden im Original)

Spaziergänge

Als neue Aktionsform sind in den letzten Wochen „Spaziergänge“ aufgekommen. Eigentlich handelt es sich aber um nicht angemeldete Demonstrationen. Es kursieren regelrechte Anleitungen in den Telegram Gruppen, allerdings sind die auch teils seltsam, weil natürlich auch eine Demo, bei der die Bürger:innen nichts sagen oder nur eine Kerze rumtragen, halt Demos.

Allerdings wurden letzten Montag diese Demos teils unterschiedlich intensiv von der Polizei begleitet. In Freiburg hatte die Polizei quasi dafür gesorgt, dass die Demos aufgelöst war und auch nur noch Personen in Einzelgruppen unterwegs waren. Ebenso muss es in Emendingen eine Konfrontation mit der Polizei gegeben haben, die die Leugner nicht in die Stadt ließ.

Es scheint so als setze die Polizei Schwerpunkte: „Wir können nicht überall gleichzeitig sein. Wer alles schützen will, schützt nichts.“ Derzeit werde das Recht nicht im gewünschten Umfang auf der Straße durchgesetzt, räumte er ein. Die Polizei könne nicht an 200 Stellen im Land gleichzeitig sein, sondern müsse polizeiliche Schwerpunkte setzen. „Und das tun wir auch.“, erläutert der Ravensburger Polizeipräsident. Ich gehe davon aus, dass diese Strategie auch in Südbaden angewandt wird.

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Waldorfschulen sind keine Horte der Querdenker

Ich bin ein wenig erstaunt über die Aussage der Kultusministerin, Waldorfschulen seien keine Horte der Querdenker. An Waldorfschulen in Südbaden gibt es nicht nur auffällig viele Coronausbrüche, sondern Personen aus ihrem Umfeld engagieren sich immer wieder bei Protesten prominent.

Nur im Verbreitungsgebiet der Badischen Zeitung gab es, außer bei der Waldorfschule in Lörrach, quasi in jeder Schule einen Corona Ausbruch und bei Hinsehen der Schulaufsicht zahlreiche ungültige Maskenatteste:

  • Waldorfschule Emmendingen: Im November wegen Ausbruchsgeschehen vorübergehend kein Präsenzunterricht. 12 Angesteckte Kinder, bis 30 der 280 Schüler hätten Maskenatteste. (mehr)
  • Waldorfschule Elztal: Im November wegen Ausbruchsgeschehen vorübergehend kein Präsenzunterricht.
  • Waldorfschule Freiburg St. Georgen: Mehr als 100 Infizierte, nach einer Zirkusaufführung bei der ein Schüler demonstrativ eine Maske weg warf, Verordnungsgswidrig fanden die Coronatests zu Hause statt. Von 55 Maskenattesten entsprachen maximal drei den Voraussetzungen der Coronaverordnung.
  • Waldorfschule Freiburg Rieselfeld: 400 Schüler:innen, 8 von 32 Schüler- und 2 von 5 Lehrermaskenattesten waren bei Prüfung in Ordnung.
  • Waldorfschule Freiburg Wiehre: 52 Atteste, nach Prüfung noch 8 verordnungskonform, im November Fernunterricht wegen Corona-Ausbruch ebenfalls wegen Zirkusaufführung. (mehr)
  • Waldorfschule Müllheim: 380 Schüler:innen, 100 Infektionen, 9 Maskenatteste, 5 dem RP nicht vorgelegt, vier vorgelegt, davon eines in Ordnung. Lehrer nutzen „Häkelmasken“ und selbstverfasste Atteste. Laut Spiegel rief ein Schüler die Polizei weil Lehrerin sich weigerte die Maske im Unterricht zu tragen. Woraufhin der Schüler von der Schulleitung als Verräter bezeichnet und mit Schulausschluß bedroht worden sein.
  • Waldorfschule Schopfheim: 68 Coronafälle, 480 Schüler, 55 Lehrer:innen, 38 Atteste bei Schülern und 8 bei Lehrern, laut Artikel der Badischen Zeitung: „Nahezu alle Atteste entsprachen nicht den Vorgaben der Corona-Verordnung“. Weiterhin berichtet die Badische Zeitung, die Proteste gegen die Corona-Maßnahmen werde in Schopfheim vor allem von Menschen aus dem Umfeld der Freien Waldorfschule bestimmt. Moderation und Organisation der Mahnwachen der „Bürgerinitiative Grundrechte Dreyeckland“ lägen in der Hand von Waldorf-Pädagogen.“
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Erfolgreicher Impftag für Familien

Ich bin immer noch überwältigt von den vielen positiven Rückmeldungen zu unserer Familienimpfaktion an Weihnachten.

Auf diesem Wege auch nochmal vielen Dank an alle die geholfen haben. So eine Aktion mit sehr wenig Vorlauf (Sonntag auf Sonntag) quasi privat umzusetzen und dann ohne größere Probleme, das ist schon eine heiße Sache. Danke auch an die Location, deren Namen ich nicht nennen will, aber ohne die es auch nicht gegangen wäre. Und auch an die Orte an denen wir nicht waren, die aber dennoch angeboten hatten, sich zur Verfügung zu stellen, teils auch mit Mitarbeitenden, die dafür ihre Weihnachtsferien unterbrochen hätten.

Aber man lernt bei so einer Aktion auch sehr viel darüber, wer einem mit welcher Begründung nicht helfen will oder kann.

Die sehr guten Fotos hat Großteils Jannis Große gemacht

Auch das öffentliche Echo war positiv.

So etwa der Artikel von Peter Disch in der Badischen Zeitung: In Freiburg haben Ärzte Kinder und Jugendliche geimpft, für die es keine Empfehlung der Impfkommission gibt. Zur Off-Label-Impfung reisen Familien von weither an – teils mit kleinen Kindern. Bezeichnend zur aktuellen Stimmung ist aber auch die Zwischenüberschrift: „Die Impfungen sind legal“

Der SWR Beitrag ist eher so Radio Eriwan, wo man als Antwort geben muss: „Im Prinzip ja.“ Aber es war nicht wirklich so und dann eine Reihe von Korrekturen folgen müssen. Denn es hatte nicht das Rote Kreuz organisiert und das ist auch keine Ärztegemeinschaft. Und ich hatte dann doch etwas mehr getan, als Kontakt hergestellt. Aber gut.

Erstaunlich fand ich, dass trotz zahlreicher Retweets, eines Post bei „Netzwerk Freiburg“ und auch eines Berichts im Wochenbericht, die Freiburger Coronaleugner Szene erst nach der Aktion durch den BZ Artikel mitbekam, was lief.

Und jetzt mir sehr fragwürdigen Argumenten, das ganze diskutiert. Aber das war ja irgendwie klar. Bezeichnend ist die Unterstellung, die mir nun schon mehrfach unterkam, das ganze würde nur für Geld passieren.

Im Artikel mit dem Hinweis auf die Impfaktion habe ich schon aufgeschrieben, warum ich es für sinnvoll halte Kinder gegeben Corona zu impfen. Und seit der Aktion kamen sicher noch mal eine Reihe von Argumenten, warum das gut und auch rechtlich unproblematisch ist dazu.

Es ist allerdings schon krass, dass es notwendig geworden ist, die mehr oder weniger gewöhnliche Tätigkeit eines Arztes an einem geheimen Ort abzuhalten, dann steht mehr auf dem Spiel als die gebetsmühlenhaft in den Raum gestellte „Gefahr einer Spaltung der Gesellschaft“. Dann kann man nur noch konstatieren, dass da eine gefährliche Gruppierung am Werk ist, deren Ziel es ist, unsere Gesellschaft und unsere Art zu leben zu bekämpfen.

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Familienimpfen zu Weihnachten

Hinweis: Derzeit sind in Freiburg keine weiteren Impfaktionen geplant. Aber über den Buchungslink können sie in Baiersbronn auch u5 Termine buchen.

  • Impfung für Jugendliche ab 14 Jahren ohne Begleitung und Zustimmung der Eltern.
  • Impfung für Kinder im Alter von 5 bis 12 Jahre nach Empfehlung der STIKO (BionTech).
  • Offlabel Impfung für Kinder unter 5 Jahren mit ausführlicher ärztlicher Beratung (BionTech).
  • Impfung für Eltern & Großeltern oder andere Personen, die ihre Kinder begleiten (auch Booster und Erstimpfung mit BionTech oder über 30 Jahre mit Moderna)
  • Booster auch für u18 (Abstand 3 Monate), ist ja inzwischen nicht mehr offlabel
  • Offlabel zweiter Booster (also vierte Impfung gegen Corona) mit Moderna (Abstand 3 Monate)

Sonntag 26.12.2021, zweiter Weihnachtsfeiertag
10:00 – 18:30 Uhr
Freiburg: Genauer Ort wird nach Anmeldung bekannt gegeben.
Veranstalter: Hausärzte am Spritzenhaus

Anmeldung: https://www.hausaerzte-am-spritzenhaus.de/impfung/

Der Freiburger Altstadtrat Sebastian Müller, der sich seit langem für leichter zugängliche Impfungen engagiert: „Es ist gut, dass es nun auch in Freiburg noch diese Woche ein niederschwelliges Angebot gibt, bei dem man sich und alle seine Kinder ohne große Voraussetzungen impfen lassen kann.

Ihn haben in der Vergangenheit immer wieder Anfragen nach Kinderimpfungen, auch solchen für die noch kein Impfstoff zugelassen ist, über soziale Medien erreicht, ebenso wie Berichte von Jugendlichen, die sich gerne impfen lassen würden, aber deren Eltern dies ablehnten. Zusammen mit Dr. med. Wolfgang C. G. von Meißner, Facharzt für Allgemeinmedizin und Anästhesiologie, und dem Team der Hausärzte am Spritzenhaus aus Baiersbronn wird es deshalb ein entsprechendes Angebot geben.

Geimpft wird mit altersangepassten Dosen von BionTech bis 30 Jahren, begleitende Erwachsene erhalten Moderna.

„Wir haben uns bewusst entschieden, auch die offlabel Impf-Angebote offen zu kommunizieren, bisher werden diese unter der Hand auf sozialen Medien, meist Twitter, gehandelt. Gut vernetzte Eltern mit hohem Sozialkapital lassen ihre Kinder impfen und wer keine Zeit oder Möglichkeit hat, der kann seine Kinder nicht schützen.“, erläutert Müller.

Immer noch sei die Inzidenz in der Altersgruppe zwischen 5 und 14 Jahren am höchsten. In Baden-Württemberg am 20.12.21: 910, was zwar schon ein deutlicher Rückgang vom Höchstwert ist, der bei über 1300 lag, aber immer noch stellen die Kinder im Alter von 5 bis 14 Jahren die am stärksten von Corona betroffene Altersgruppe dar. Dagegen steht ein Erst-Impfquote bei den 12 bis 17 Jährigen von erst: 56,9 %. Baden-Württemberg ist damit das Schlusslicht der westdeutschen Bundesländer. (Quelle: https://interaktiv.morgenpost.de/corona-impfungen-deutschland-bundeslaender-weltweit/  und https://interaktiv.morgenpost.de/corona-inzidenz-kinder-alter-kita-schule/)

Grund für die Impfaktion in Freiburg ist auch die bevorstehende Dominanz der Omikron-Variante, die deutlich ansteckender ist als die Delta-Variante des Coronavirus, aber auch die Aufforderung des Gemeinderates an alle Bürger, sich impfen zu lassen.

Es handelt sich bei dem Impfangebot nicht um eine Aktion der Malteser.

Sebastian Müller: „Wir hoffen, mit dem Angebot auch die Arbeit der niedergelassenen Kinder- und Hausärzte in Freiburg zu entlasten, damit diese sich um die Betreuung und Behandlung von Erkankten kümmern können und nicht auch noch viel Zeit auf das Impfen aufwenden müssen.“

„Bei relativen Bagatellerkrankungen wie Rotaviren-Infektionen zögern Eltern keine Sekunde und lassen die Kinder impfen. Aber bei einer wirklich schweren Krankheit wie COVID-19 scheint es noch viel Nachdenkbedarf zu geben.“, wundert sich Müller und verbindet deshalb mit dieser Pressemitteilung auch eine umfangreiche Begründung.

Soll man die Kinder impfen?

Wir impfen, weil auch Kinder und Jugendliche von den schwerwiegenden Folgen einer Coronainfektion betroffen sein können. Es stimmt zwar, dass Kinder sehr selten an akuten Komplikationen von COVID-19 zu leiden haben oder gar sterben: In Deutschland sind bisher etwa 2.000 Kinder wegen oder mit einer SARS-CoV-2 Infektion in ein Krankenhaus aufgenommen worden, 100 davon auf eine Intensivstation. Zurzeit liegen 37 Kinderauf einer Intensivstation mit Covid-19-Infektion. (https://www.intensivregister.de/#/aktuelle-lage/zeitreihen) Und etwa 30 Kinder – die meisten davon waren schon vorerkrankt – starben mit oder an SARS-CoV-2. In Baden-Württemberg sieben Personen unter 18 Jahren. (https://www.corona-in-zahlen.de/bundeslaender/baden-w%C3%BCrttemberg/) Zudem wurden immerhin 455 Fälle von PIMS gemeldet. (Stand 22.11.2021, damit noch vor dem krassen Anstieg der Inzidenzen).

Pädiatrisch Inflammatorisches Multiorgan-Syndrom (PIMS), ist eine Erkraknung, bei der die Kinder hohes Fieber bekommen, das Immunsystem verrückt pielt und fast der ganze Körper entzündet ist. In der Regel werden die Kinder acht bis zehn Tage stationär aufgenommen. Etwa eines von 1000 Kindern, die sich mit Corona angesteckt haben, bekommen nach ca. 4-6 Wochen nach einer Corona-Infektion PIMS. (https://cps.ca/en/documents/position/pims)

Daneben scheint eine Infektion mit Corona auch die Chance für Kinder zu erhöhen, an Diabetes Typ I zu erkranken. Dieser Effekt tritt wohl erst zwei bis drei Monate nach der Infektion ein. (https://www.hna.de/kassel/corona-impfung-schutz-kinder-kassel-klinik-kinderklinik-news-stiko-ema-hna-91176146.html)

Zu vergleichen ist die Erkrankung eben nicht mit der Ansteckung eines Erwachsenen oder gar Senioren, sondern mit anderen Infektionskrankheiten, die Kinder betreffen.

Bundle et al analysieren 820.404 symptomatische Fälle von Kindern in 10 EUR Ländern,  mit einer Corona Infektion. Davon kamen 9.611 ins Krankenhaus (1,2%), 640 (0,08%) auf die Intensivstation  und 84 (0,01%) verstarben. 83,7% der betroffenen Kinder hatten keine Komorbidität. (https://doi.org/10.1101/2021.11.25.21266875)

Sicherlich ist auf die Gesamtzahl der Infektionen berechnet das individuelle Risiko der Kinder tatsächlich überschaubar, allerdings nur für gesunde Kinder. Daneben besteht auch stets die Gefahr, – u.U. vulnerable –  Erwachsene oder Voererkrankte anzustecken.

Vergleich mit anderen Krankheiten

Quelle: CDC

Aber auf jeden Fall ist das Ansteckungsrisiko und die möglichen Symptome einer SARS-CoV-2 Infektion weit über dem Risiko vieler anderer Infektionskrankheiten von Kindern, gegen die Impfungen empfohlen werden, inklusive Windpocken, Rotaviren, Meningokokken C, HPV, Hepatitis B, oder Mumps. 

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Klingeling hier kommt der Staatsanwalt

Querdenker haben Stress mit Polizei und dem Ordnungsamt, der Staatswanwaltschaft und Bürgern, die sie anzeigen. Klingelingeling, die Polizei ist da. Heißt es gerade auch im Dezember immer wieder bei Querdenkers. Auch wenn aufgrund der Vielzahl der Hinweise die mich erreichen, mir vieles bekannt ist, kann ich hier natürlich kein vollständiges Bild der Situation zeichnen. Einige „Highlights“ will ich hier aber beleuchten.

Außerdem beschränke ich mich auf Zwischenfälle aus Südbaden, würde ich das bundesweit machen, müsste ich Artikel und Recherche irgendwann im Frühjahr unterbrechen für eine vierte Boosterimpfung. Auch wenn aufgrund der Vielzahl der Hinweise die mich erreichen, mir vieles bekannt ist, kann ich hier natürlich kein vollständiges Bild der Situation zeichnen.

Yogarazzia.
Der Ort war ein heruntergekommenes Tanzstudio in Freiburg. Dort fand ein Treffen zahlreicher ungeimpfter Personen statt. Hinweise wurden der Polizei ermittelt, die vor Ort eine kleine Razzia durchführte und gleich mal einige Bußgeld verfahren einleitete. Auch wenn die betroffene Gruppierung so gerne aufsteht (ihrem Namen zufolge), munkelt man, saßen sie, als die Beamten sie erwischten.

Bauernhofrazzia.
Bei einem angekündigten illegalen “Weihnachtsmarkt” auf einem Demeterhof bei Freiburg kam die Polizei. Lustigerweise hatte die Gemeinde sogar vorher einen Brief geschrieben, den die Polizei überbrachte, um vom Abhalten eines illegalen Weihnachtsmarkts abzuraten. Das half alles nichts. Die Polizei kam mehrfach und die Helden “im Widerstand”, schlugen sich in die Büsche und in den Wald. 

Adventliches Treffen in einerm Kennzinger Cafe

Ebenso angezeigt wurde wohl wiederholte adventliches Treffen in einem Kennzinger Cafe. Mal schauen ob da auch Razzien folgen.

“ungeimpft Stern”
Auf diversen Demonstrationen trugen Menschen mit chronischer Geschmacksverirrung einen gelben Stern im Design des “Judensterns”. Die Polizei stellte die Personalien fest und leitete Ermittlungsverfahren wegen Volksverhetzung ein.

Querwichtel Meinrad

Alleine Freiburgs super Querdenker Meinrad hat derzeit zwei Strafanzeigen wegen Volksverhetzung am laufen. eine wegen „Impf heil“ auf seinem LED-Schild bei der Disco-Demo in Weingarten im Februar 2021, und eine weitere  wegen „Impfen macht frei“ im Design des Torbogens von Auschwitz und Laufschrift auf seiner LED-Tafel auf der zweiten Kinderdemo im Sommer. Weitere Ermittlungsverfahren wegen Entstellung der Aufschrift des Eingangstores der nationalsozialistischen Konzentrationslagern („Impfen macht frei“) seien auch eingeleitet. Trotz Verurteilung kann er seine Entgleisungen nicht lassen.

Beleidigung
Ein Bekannter Querdenker beleidigte Aktivist:innen als “Denunzianten” und unterstelle “zentrale Figur der linksextremen Szene” zu sein. Der Betroffene klingelte zweimal beim Staatsschutz und ein drittes Mal bei seinem Rechtsanwalt. Es läuft ein Ermittlungsverfahren und eine Abmahnung.

Beleidigung II
Bei einer allwöchentlichen Demo am Samstag schmeißt ein Maroni-Essender den friedlichen Aktivist:innen die Bezeichnung „Hitlerjugend“ um die Ohren. Die anwesenden Polizisten vor Ort haben den Maroniliebhaber zwar weggedrückt, fühlen sich aber nicht zuständig und liessen vorsorglich erst einmal die Personalien der anzeigenden Aktivisit:innen überprüfen. Der „Staatsschutz“ ermittelt, da besagte Person zwei Wochen später zur gleichen Demo kam in genau der gleichen Kleidung.