geladene Gäste von FreiSeinFreiburg

Für den 19.2. hat FreiSeinFreiburg eine Reihe von prominenten Coronaleugner*innen eingeladen. Ein stichwortartiger Blick über die angekündigten Personen, mit Quellen. Es lohnt sich, auch diese einmal durchzulesen.

Sharepic 1 – Die „Ärzte“

Dr. Carola Javid-Kistel

Ärztin aus Duderstadt, erzählt von „Völkermord durch Impfungen“, hatte Hausdurchsuchungen wegen falscher „Impfunfähigkeitsbescheinigungen“ und Maskenatteste, rät zu Chlordioxid (Bleichemittel! hochgradig toxisch) gegen Corona.

Dr. Margareta Griez-Brisson

Neurologin mit Begutachungspraxis in Müllheim und angeblicher Klinik in London, immer wieder mit absurden Verschwörungstheorien, Flaschinfos zu Masken auf den sozialen Medien, verteilt „Corona Imunitätszertifikate“ ohne Begründung.

Mehr: https://www.br.de/nachrichten/wissen/neurologin-griesz-brisson-faellt-mit-irrefuehrender-kritik-zur-maskenpflicht-wegen-der-corona-auf,SRFOAtQ

Dr. Fritz Drücker

Zahnarzt aus Offenburg, Strafbefehl wegen falscher Maskenatteste:

Siehe etwa: https://www.bo.de/lokales/ortenau/falsche-masken-atteste-strafbefehl-gegen-zahnarzt-rechtskraeftig#

Zoff mit der Polizei: https://www.badische-zeitung.de/nach-eskalation-einigt-sich-corona-kritiker-mit-der-polizei–184820425.html

Und, aus meiner Sicht besonders schäbig: Er behauptete über einen Arzt aus Hohberg, fälschlicherweise, dieser sei an der Corona Impfung gestorben: https://www.badische-zeitung.de/arzt-aus-hohberg-ist-nicht-an-einer-corona-impfung-gestorben–200606775.html

Sharepic 2: „die Rechtsextremen“

Dr. Daniel Langhans

Kein Arzt, sondern „Kommunikationstrainer“. Verbreitet seit langem zahlreiche Verschwörungsmythen, antisemitische Inhalte und Abrechnungsfantasien: https://allgaeu-rechtsaussen.de/2020/12/16/sonthofen-satanistische-weltverschwoerung-und-abrechnungsfantasien/

„Vertritt ein Mischung aus katholischem fundamentalistischen Weltbild mit diversen Elementen strukturell antisemitischer Verschwörungsideologien und des Reichsbürgertums. (…) Er lehnt sexuelle Vielfalt, Abtreibung und die Existenz von Sexualität außerhalb von Heterosexualität ab.“

https://rechteumtriebeulm.blackblogs.org/2020/12/01/im-kopf-des-dr-daniel-langhans/

Dr. Heinrich Fietchner

Unklar ob er kommt, Ankündigung ist wieder verschwunden. Eingeladen war er auf jeden Fall.

Ex-AfD-Ex-MdL, früher AfD, CDU und FDP, bezeichnete den SARS-CoV-2-Impfstoff als „Mordimpfung“, impft aber in seiner Praxis gegen Corona, Nähe zur Reichsbürgerbewegung, sympathisiert mit QAnon, Donald Trump und Attila Hildmann. Wegen Pöbelei aus dem Landtag von der Polizei herausgetragen. 

Siehe dazu die Quellen: https://www.psiram.com/de/index.php/Heinrich_Fiechtner und https://www.belltower.news/corona-proteste-heinrich-fiechtner-der-radikalisierte-anheizer-aus-baden-wuerttemberg-114989/ Auch Aufschlussreich und seriös: https://www.fr.de/politik/heinrich-fiechtner-afd-soedolf-hoecke-meuthen-bundestag-verschwoerungstheorie-donald-trump-soeder-baden-wuerttemberg-90207790.html

„geladene Gäste von FreiSeinFreiburg“ weiterlesen

Millieus und Ideologien: Eine Analyse der Freiburger Coronaleugner Proteste

Immer wieder gibt es Diskussionen um die politische Einordnung der Querdenken Proteste und Bewegung in Freiburg. Sind diese in Teilen rechtsextrem? Sind sie gar nicht „rechts“, wo doch so viele Menschen mitlaufen, die aussehen wie Hippies? Oder ist es gar eine im Grunde rechte Bewegung?

Von den Teilnehmenden wird immer wieder behauptet, sie „seien nicht rechts“ oder auch „wir sind keine Nazis“. Beobachter finden aber zahlreiche rechte Symbole und Zwischenfälle auf den Demonstrationen.

Für mich ist klar: Es ist eine rechtsoffene Bewegung, Personen die sich nach rechts abgrenzen wollen, werden herausgemobbt. Die Teilnehmenden haben keine Probleme neben rechten Symbolen zu laufen und übernehmen auch selbst Sozialdarwinistisches Gedankengut. Dennoch stammen sie aus Teilen der Freiburger Gesellschaft, die von sich weit abweisen würde, das sie selbst rechts sind oder rechtsextreme Gedanken verbreiten.

Das Milieu der Menschen, die an den Demonstrationen Samstags teilnehmen, ist heterogen und unterschiedlich motiviert. Das Spektrum reicht von Impfgegner:innen, alternativen und esoterischen Milieus, Antroposoph:innen, über Menschen die man aus Umwelt-Bürger-Initativen kennt, bis hin zu „QAnon“-Gläubigen. Auch Reichsbürger:innen, AfD-Politiker:innen (wie der notorische Robert H, Stadtrat Huber oder Martina Böswald) und „traditionelle“ Rechtsextreme oder Menschen mit eindeutiger Kleidung sind regelmäßig anwesend und ein akzeptierter Teil der Versammlungen, ich würde sie auf etwa ein Drittel der Teilnehmenden schätzen.

Als ideologische Klammern dienen Verschwörungserzählungen, Sozialdarwinismus, Antisemitismus und ein Anti-Elitismus – die Teilnehmenden sehen sich selbst als wahre Repräsentanten des „Volkes“. Damit tragen die Demos und die Spaziergänge an anderen Orten in Südbaden mit ihrer Offenheit und fehlenden Abgrenzung nach Rechts zu einer Normalisierung rechtsextremer Inhalte bei.

Millieus und Gruppen die sich am Protest beteiligen sind weit gefächert

Es ist eben ein bestimmtes, oft ehemals linkes oder alternatives Milieu, das sich beteiligt: Anthroposophen und „öko-esoterische“, also Menschen deren Zugang zum Naturschutz nicht über rationale Beweggründe (meist die Klimabewegung) kommt, sondern gefühlige (also häufig Beweggründe wie Tiere und Bäume retten).

Extremismus der Mitte

Das sind sonst auch teils ganz vernünftige oder nur etwas seltsame Menschen, aber Sozialforscher kennen schon lange den „Extremismus der Mitte“. Der im Gegensatz zu Hufeisentheorie, davon ausgeht, das extreme und menschenfeindliche Positionen nicht nur von am Rande der Gesellschaft stehenden Personen vertreten werden, sondern auch von solchen, die in der Mitte sehen.

Eine gängige Vorstellung unter vielen Menschen, ist dass menschenfeindliche politiche Positionen nur an den extremen Rändern des politischen Spekttrums anzutreffen sind und in der „Mitte“ gemäßigte Demokraten agieren. Allerdings zeigen Studien von Soziologen und Politikwissenschaftlern, dass auch in der Mitte teils menschenfeindliche Positionen vertreten werden. 

Zum Weiterlesen: die Extremismus Definition der Landeszentrale für politische Bildung und „Ist die Mitte rechtsextremistisch“.

Soviel zu einigen grundsätzlichen Erwägungen, nun doch noch einige Hinweise auf Symbole und Inhalte der Freiburger Coronaleugner Bewegung.

Polit Mimikry

Damit bezeichne ich ein Vorgehen, bei dem man die wahre Absicht hinter vordergründig harmlosen Aussagen oder Symbolen versteckt. z.b. Die Herzchenballons und Handzeichen, sind klassische Mimikry, denn kein Mensch kann was gegen Herzen haben. Vielen Beobachtern  ist aber  klar , dass die Herzen eigentlich eine andere Bedeutung haben, sie sind Platzhalter möglicherweise rechtsextremen Zeichen und Symbole, die nicht mehr gezeigt werden sollen oder sogar strafbar sein könnten.

Etwas anderes verhält es sich beim Stern der „Freien Linken“, der dem Publikum klar machen soll, das hier ja keine Nazis rumlaufen können, den man ist ja Links und hat entsprechende Symbole. Dabei ist ein Blick in die Entstehungsgeschichte der freien Linken ganz spannend, die eben genau das nicht ist: https://www.belltower.news/freie-linke-die-anti-impf-anti-imps-121205/

Great Barrington Erklärung

Hauptaussage ist, das man die Infektionen mit dem Virus durch eine – auch ungeimpfte – Bevölkerung durchlaufen lassen sollte und es ausreichend wäre, nur die Alten(heime), Vorerkrankte und Schwache zu schützen. Was erst mal nach einer Diskussionfähigen Position klingt, ist bei näherem Hinsehen keine:

„Die WHO, Stimmen aus der Forschung und öffentlichen Gesundheitsversorgung kritisieren Teile der Great-Barrington-Erklärung: Unter anderem sei das Konzept, Personen mit geringerem Sterberisiko der Gefahr der Ansteckung in der Pandemie auszusetzen, um damit eine Herdenimmunität zu erreichen, ethisch problematisch und nicht wissenschaftlich fundiert. Die Gesellschaft für Virologie hält das Konzept ebenfalls für nicht tragfähig.“

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Great-Barrington-Erkl%C3%A4rung

Interessant ist auch das Bildmaterial mit dem die Great Barrington Erklärung verbreitet wird, dabei handelt es sich um eine Fotomontage, auf der viele Menschen mehrfach abgebildet sind, um den Eindruck einer großen Menschenmenge zu erwecken, die angeblich die Erklärung unterzeichnet hat. Das Originalfoto, das für propagandistische Zwecke missbraucht wurde und wird, steht in keinem Zusammenhang mit der GBE.

Ansonsten gibt es einen Faktencheck zur Great Barrington Erklärung: https://faktencheck.afp.com/doc.afp.com.9XU8R6

Medienbanner

Auf jeder Samstagsdemos werden mehrere Banner von alternativen Medienangeboten herumgetragen.

Reitschuster.de – „Der ehemalige Focus-Journalist Boris Reitschuster betreibt einen in rechtsextremen und verschwörungsideologischen Kreisen sehr beliebten Desinformations-Blog mit gleichlautendem Namen. Auf dem Blog erscheinen schwerpunktmäßig negative Berichte über die deutsche Regierung, über Migration, Öffentlich-Rechtliche und andere etablierte Medien“. Schreibt reiserobby, sehr erhellend auch die Berichterstattung des Volksverpetzer über ihn.

QFM – ist ein deutschsprachiges Webradio, bzw. Querdenken-Radio aus der Schweiz. Es werden hauptsächlich Querdenker Inhalte und „alternative Fakten oder Nachrichten“ verbreitet. 

Corona Ausschuss – „eine Gruppierung von deutschen Gegnern behördlicher Massnahmen gegen die Coronaviruspandemie 2020 sowie gegen Impfungen gegen das neuartige Coronvirus CoV-2. Der scheinoffizielle Name der Gruppe als „Ausschuss“ soll den rein privaten Charakter der Gruppe offenbar aufwerten.“ https://www.psiram.com/de/index.php/Stiftung_Corona-Ausschuss

„Millieus und Ideologien: Eine Analyse der Freiburger Coronaleugner Proteste“ weiterlesen

Balkonsolar Geräte selber bauen

Heute erscheint im Make Magazin 1/2022, Deutschlands größter DIY Zeitschrift ein großer Artikel von mir über den Selbstbau von Balkonsolar Geräten aus alten Solarmodulen.

Die Make gibt es im Abo, Online und in jeder gut sortierten Bahnhofsbuchhandlung.

Das entstand aus einem Projekt, das wir zusammen mit der FESA e.V. und dem Verein Solare Zukunft e.V. gemacht haben und bei dem über 70 Personen in drei Workshops Balkonsolargeräte selbst bastelten. Das Wissen, wie das geht, wollten wir nicht geheim halten, sondern hoffen auf viele Nachfolgeprojekte in Deutschland und der Welt.

Neue Balkonsolargeräte sind inzwischen breit auf dem Markt verfügbar. Wer sich ein neues Gerät kaufen will, der findet Empfehlungen auf der Website https://www.pvplug.de/marktuebersicht/ oder bei https://balkon.solar. Inzwischen werden sogar Geräte mit sehr leichten Folienmodulen zum Aufhängen mit Kabelbindern oder Industrieklett beworben.

Im Grunde braucht man für so ein Projekt nicht mehr als ein altes oder neues Solarmodul, etwas Fläche zum Aufstellen oder hängen, einen wieMicrowechselrichter Hoymiles HM-300 oder Envertech EVT300 und eine Steckdose.

Weitere Informationen findet man auch auf meinem Blog und in dem kurzen Artikel „DIY-Anleitung: Balkonkraftwerk aus alten Solarmodulen selber bauen!“ auf der Website von Energie Experten. Alle die wenig Ahnung haben, empfehle ich aber den umfassenden Artikel im Make Magazin, der auch erklärt wie man crimpt, Stecker anbringt und viele andere wichtige Dinge, die man beachten sollte.

Leserbrief zu „Wirre Behauptungen auf der Homepage des FreiVAC Bündnis“ und „Die Demo hatte absolut nichts mit rechtsextremen und antisemitischen Ansätzen zu tun“ vom 24.1.2022

Leserbrief zu „Wirre Behauptungen auf der Homepage des FreiVAC Bündnis“ und „Die Demo hatte absolut nichts mit rechtsextremen und antisemitischen Ansätzen zu tun“ vom 24.1.2022

Die Forderungen und Feststellungen des Bündnis FreiVAC sind in in verständlicher Sprache auf dessen Website (freivac.de) zu lesen.

Dort finden sich auch zahlreiche Nachweise und Bildmaterial auf die genannten antisemitischen, rechtsextremen, Reichsbürger Inhalte oder Verschwörungsideologische Äußerungen, Zwischenfälle, Verbindungen, Personen und Symbole auf Querdenker Veranstaltungen und Telegramm Kanälen in Freiburg.

Wer ständig fragt, warum er sich einschränken soll, bloß um Alte, Kranke und Kinder zu schützen, dem kann man aus meiner Sicht einen gewissen Sozialdarwinismus und toxische Egozentrik nicht abstreiten. Da hilft dann auch nicht, das man sich anzieht wie ein Hippie.

Dieser Sozialdarwinismus ist aus meiner Sicht die ideologische Klammer, die Öko-Esoteriker und weit rechts stehendene Personen verbindet.

Ob die Coronaleugner Demonstrationen in Freiburg oder die Bewegung im Gesamten rechtsextrem ist, das lässt sich sicher diskutieren. Unbestreitbar ist, dass sich an an ihr zahlreiche Rechtsextreme – auch in Freiburg – beteiligen, auch bei den Organisatoren. Eine glaubwürdige Abgrenzung fehlt und wem das nicht passt, der wird rausgemobbt.

Sebastian Müller,  Altstadtrat, Beobachtet seit März 2020 die Freiburger Coronaleugner Szene


Kleine Sammlung der Zwischenfälle, Verbindungen ohne Anspruch auf Vollständigkeit

Um es deutlicher zu machen, hier mal der Auszug aus dem Aufruf, von FreiVac, mit zahlreichen Belegstellen:

„Jede Woche konnten auf den Veranstaltungen in Freiburg und in einschlägigen Foren verfälschte „Judensterne“ sowie andere antisemitische und den Holocaust verharmlosende Darstellungen und Kundgaben beobachtet werden.
Nachweisliche Beteiligungen an den Protesten gibt es aber nicht nur von offen agierenden Antisemit:innen, sondern auch von Anhänger:innen der AfD, Reichsbürger:innen und Neurechten, die entschlossen Fahnen mit rechtsterroristischer Symbolik schwingen. Rechtsradikale Kräfte sind längst zentrale:r Akteur:in der Querdenken-Bewegung. So feierte beispielsweise jüngst das als „gesichert rechtsextremistisch“ eingestufte Compact Magazin die Freiburger Demo als Erfolg.“

Aufruf des FreiVAC Bündnis.

Und hier noch ein paar Tweets, die das auch bezeugen und wenn man da mal systematisch such, würde man noch mehr finden.

„Leserbrief zu „Wirre Behauptungen auf der Homepage des FreiVAC Bündnis“ und „Die Demo hatte absolut nichts mit rechtsextremen und antisemitischen Ansätzen zu tun“ vom 24.1.2022“ weiterlesen

Allgemeinverfügung zu Querdenken Spaziergängen in Offenburg und der Ortenau

Ich habe an den Landrat des Ortenaukreises, die Fraktionen des Kreistags, den Oberbürgemeister von Offenburg und die Stadtratsfraktionen geschrieben, da die Position der dortigen Ordnungsämter, bei den „Spaziergängen“ am Montag handle es sich nicht um Versammlungen, für wenig überzeugend halte.

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Steffens,
sehr geehrter Herr Landrat Scherer,

ich war im Impfzentrum in Offenburg beschäftigt und erhielt als ehemaliger Mitarbeiter im November 2021 ein Dankesschreiben, in der Sie den Mitarbeitenden für deren Engagement danken. Sie zitieren darin den antiken Denker Menander: „Wenn sich alle Menschen immer gegenseitig beistünden, dann bedürfte niemand des Glücks.“

Am 10.01. war ich wiederum in Offenburg, diesmal auf Einladung der Gruppierung „Aufstehen gegen Rassismus Offenburg“ auf der Gegendemonstration zum Querdenken-„Spaziergang“, da ich mich in Freiburg seit Märt 2020 gegen die verfassungsfeindliche Querdenken-Szene engagiere.
Einen kleinen Auszug in meine Arbeit können Sie den folgenden Berichten aus der BZ sowie der französischen Tageszeitung „Le Monde“ entnehmen.

Sehr erstaunt war ich über die Einordnung Ihrer Ordnungsbehörde, dass es sich bei dem montäglichen „Spaziergang“ um eine zufällige Ansammlung von Menschen und nicht um eine geplante Versammlung handele. Diese Einschätzung bestätigte auch die Polizei. Zu einem entsprechenden Diskurs über diese Einschätzung war der örtliche Polizeiführer nicht in der Lage, sondern lief darauf angesprochen einfach weg.


Lassen Sie mich deshalb meine Einschätzung der Zusammenkünfte darlegen: In der Baden-Württembergischen Corona Verordnung  wird klargestellt, dass Zusammenkünfte, die der Wahrnehmung des Grundrechts auf Versammlungsfreiheit nach Artikel 8 dienen, zulässig sind. Die zuständigen Behörden können Auflagen, beispielsweise zur Einhaltung der Hygieneanforderungen, festlegen.

„Allgemeinverfügung zu Querdenken Spaziergängen in Offenburg und der Ortenau“ weiterlesen

Von wo habe ich den nun die rote Kachel in der Corona-Warn-App?

Die Tage bekommt man schnell mal eine rote Kachel, wenn man die Corona-Warn-App nutzt. Kein Wunder, es reiht ja schon wenn eine Person die am Freitag ihren PCR Test hatte, am Samstag auf eine Demo geht und dann am Sonntag das Ergebnis bekommt. Wenn die Ergebnisübermittlung nun über die Corona-Warn-App läuft, dann werden auch (wenn der/die Empfänger:in, dem zugestimmt hat), die anderen in der Umgebung gewarnt und bekommen, bei ausreichender Dauer des Aufenthalts in der Nähe, dann eine Warnung.

Für die eigene Risikobeurteilung ist es dann wichtig die genaue Uhrzeit der Begegnung zu kennen. Denn ein Kontakt auf der Straße, mit FFP2 Maske hat auch bei 15 min und mehr Dauer, viel weniger Risiko, als eine Kontakt, etwa in einer Kneipe in der man sich aufhielt um zu essen und dazu natürlich keine Maske trug.

Leider zeigt die Corona-Warn-App, deren Einsatz ich nur empfehlen kann, nur den Tag der Begegnung an. Das ist ganz ok, wenn man am gleichen Tag nicht so viele Leute trifft oder nur bei einer Sache war. Aber blöd bei mehreren Kontakten. Bei der CWA hat man das bewußt so gewählt, wohl auch um Rückschlüße und damit soziale Stigmatisierung zu verhindern.

Für alle Android Nutzenden, gibt es eine Kombination, die deutlich mehr Daten aufzeigt. Wir brauchen aber dazu ein paar zusätzliche Apps um an die Tracing IDs zu kommen, damit wir diese Auswerten können. Da gibt es zwei Apps mit deren Hilfe das möglich ist:

Corona Contact Tracing Germany

Die Corona Contact Tracing App ist eine freie Implementation der Corona-Warn-App, bringt aber ihren eigenen MicroG Dienst mit. microG ist eine quelloffene, via Reverse Engineering geschaffene Implementierung der proprietären Google-Play-Dienste für das Android Betriebssystem. Der Satz ist nahezu komplett geklaut aus der Wikipedia. Grundsätzlich ist Android ja quelloffen, aber Google schafft immer mehr nicht quelloffene Teile, die man aber braucht um das Handy gescheit nutzen zu können und die dann auch Daten zurück an Google senden. Bis 2019 finanzierte das Bundesbildungsministerium MicroG.

Auch hier, am 15.1. hatte ich das Handy auf einer Demo und schon in der CCTG App sieht man die vielen Kontakte.

Schon so bietet uns die CCTA eine nette Übersicht, wann man viele Kontakte hatte. Darüber hinaus kann man aber die von der Corona-Warn-App oder eben jeder anderen Kontaktverfolgungsapp abgestrahlten Schlüssel, exportieren.

Das Handy war auf einer Kundgebung, was man an der großen Zahl der Begegnungen sah. Sonst lag es daheim, da hat es eher weniger Begegnungen.

Nun brauchen wir noch eine App um die Daten zu analysieren und uns ggf. zu sagen wann wir entsprechende Kontakte hatte. Das macht der corona-warn-companion. Aus der CCTA können wir recht bequem über ein Export Menü die Companion App als Exportziel auswählen und diese gleicht dann die Schlüssel ab.

Mehr zu dem Thema

Älterer Artikel:

Demorückblick

Zeit ein wenig auf die Kundgebung des Bündnis FreiVAC zurückzuschauen.

„Bei einer dagegen gerichteten Demonstration in der Freiburger Stadtmitte hatten sich zuvor etwa 2500 Menschen versammelt, um sich unter anderem gegen Verschwörungsideologien und Corona-Verharmlosung zu wenden.“

schreibt die Stuttgarter Zeitung.

In einem kleinen Überblickartikel zu den Gegenprotesten, die sich in ganz Südbaden formiert haben. So gab es auch eine große Demo in Karlsruhe und am Montag in Rottweil und Offenburg, Schopfheim und Lahr. Es formiert sich also nicht nur in Freiburg Gegenprotest, sondern im ganzen Land.

Am eindrucksvollsten war die Rede von Silvia Schliebe vom Antisemitismus-Projekt der liberalen jüdischen Gemeinde. Sie sagte: „Einigen kommt diese Pandemie gerade recht, sie marschieren mit Trommeln und Fackeln und ohne Impfung durch die Städte während in anderen Ländern keine Impfung möglich ist und sie verhöhnen die Opfer.“ Und bemerkte auch: „Das Virus schafft wenig Neues, er zeigt nur, was da ist.“

Mit dieser Einschätzung würde ich übereinstimmen. Schon vor der Corona-Pandemie gab es Schwurbel, ich hatte durch den CCC viel mit 5G/“Handystrahlung“-Schwurbel zu tun, aber natürlich waren da auch die Globuli Fraktio. Es lohnt sich daher die Rede anzuschauen:

Aus meiner Sicht als Anmelder verlief die Kundgebung gut, vielleicht waren die Reden etwas zu lang, aber mein Ziel das viele Menschen aus allen Schichten und Millieus der Freiburger Gesellschaft Menschen auf den Platz zu bringen ist erfüllt. Den unausgesprochenen Abgang von etwa der Hälfte, die sich dann mit Querbremsen zu einem Zug formierten, fand ich nicht gut.

Ich gehe davon aus, das bis zu 3500 Menschen an unserer Kundgebung teilgenommen haben. (Bericht der Badischen Zeitung)

Ich glaube auch nicht, dass es da nun jedes Wochenende eine große Demo braucht. Wir haben ein Zeichen gesetzt und das wird auch über mehr als eine Woche scheinen. Nun wird es diesen Samstag, wieder eine kleinere Aktion vor der Uniklinik geben.

Und dann war da noch die rote CWA, die durch eine Person bedingt war, die wohl am Freitag einen PCR Test gemacht hatte, am Samstag auf die Demo ar und dann am Sonntag mitbekam, das sie positiv war. Soweit man das nachvollziehen konnte, war die Person auch mitten in der Demo. Am Montag hatte ich versucht Kontakt mit dem Gesundheitsamt aufzunehmen, die Lage geschildert und auch darum gebeten mir zu sagen, was wir als Veranstalter raten sollten, wen PCR Tests. Aber bis heute gab es keine Rückmeldung.

Schwurbel Demo

Zur Schwurbel kann ich wenig sagen. Ich hatte den Eindruck, die Anweisung aus den Telegram Kanälen, bewusst rechte Symbole zu vermeiden und auf Herzchen zu setzen, wurde angenommen. Das Teilnehmerfeld, war wiederum eine gute Bestätigung der These, das wir hier eine Fusion aus Öko-Eso-Szene und rechten Menschen sehen.

Etwas befremdlich, war der Bericht von Henning Winter vom SWR. Während hinter ihm Menschen vorbei liefen, die „Lügenpresse“ riefen, gab er ohne Einordnung die die Aussagen der Querdenker, wieder, man sei ja ganz friedlich .

Sonst gab es eine große Anzahl von berichten, etwa im Blog der SPD:

Auf sozialen Medien, mit sehr schönen Bildern:

Presse

„Demorückblick“ weiterlesen

„Spaziergänge“ in Südbaden

So berherzt und dennoch Gesundheitsschädlich. Dieser Stein wurde auf dem „Spaziergang“ in Müllheim verteilt.

Seit einigen Wochen finden nun auch in Südbaden immer wieder sogenannte „Spaziergänge“ statt. Der Begriff ist abzulehnen, es handelt sich dabei um rechtes Frameing, da es sich um alles andere als harmlose Spaziergänge oder zufällige Treffen handelt.

Die Treffen werden über die lokalen oder regionalen Telegram Gruppen der Querdenker bzw. der Querdenken Partei „die Basis“ angekündigt und koordiniert. Dabei ist es Strategie an möglichst vielen Stellen, an vielen Orten gleichzeitig solche Versammlungen stattfinden zu lassen. Das (über-) fordert die Polizei.

Zur rechtlichen Einordnung auch den Thread lesen.

Zusätzlich zu den im Tweet erwähnten hat es wahrscheinlich auch noch Spaziergänge in Titisse, Todtnau, Triberg, Müllheim, Lörrach, Gundelfingen, Rheinfelden, Bad Säckingen gegeben. Wobei den Angaben aus Telegram Gruppen der Querdenken Bewegung nicht immer zu glauben ist, teilweise sind es nur Absichten – dann kommen nur ein oder zwei Personen – oder auch die Anzahl der Teilnehmenden ist übertrieben. Auch sind nicht immer unabhängige Beobachter vor Ort. Teils sind die „Spaziergänge“ auch kaum von Außen zu identifizieren.

Für die Ereignisse in Freiburg rate ich zum Lesen der Threads von „Conflict_poebel“ und den kurzen Filmbericht von Janis Große:

Irgendwie auch unterhaltsames Filmdokument, macht aber deutlich, dass sich Coronaleugner nicht von einem Flatterband aufhalten lassen. :


Film Bericht von Jannis Große:

So klar es sich bei den Aktionen in Freiburg um eine Demonstration handelte und die Polizei Freiburg ihr „Playbook“ von Autonomen Demos versuchte umzusetzen: Erst mal Anhalten, dann Gesprächspartner finden, Route absprechen, ggf. anpassender Stelle kesseln. Das schien aber Mangels Personal nicht zu funktionieren. Aus Videos wird klar das es wohl am Augustinerplatz eine Konfrontation mit Menschen aus dem „Querbremsen“ Umfeld gegeben hat.

Ich konnte mich im Umland ein wenig umsehen und war in Müllheim, Staufen und Bad Krozingen zu einer Teilnehmenden Beobachtung. Auffällig war die unterschiedliche Stimmung bei allen diesen Veranstaltungen. Während in Staufen ca. 50 Teilnehmende dreimal die gleiche Route durch die Innenstadt liefen, liefen in Bad Krozingen ca. 50 Personen mehrmals durch den Kurpark. Beide dieser „Umzüge“ waren schweigend und es war von außen wirklich für einen zufälligen Beobachter kaum ersichtlich, das es sich um eine Art Demonstration handelte.

Bei der in Veranstaltung in Müllheim, die angemeldet war, aber ohne Maskenpflicht – wenn 1,5 m Abstand eingehalten wird, Spoiler: Würde ich mal sagen, dass das nicht immer der Fall war – gab es erst Lieder (Von guten Mächten wunderbar geborgen), eigentlich keine wirklichen Reden, außer vielleicht „Zu Weihnachten ist keiner Allein“ und „Maskenpflicht ist Rote Linie für mich“ und dann einen Umzug durch das regnerische Müllheim. Es erinnerte eher an eine kirchliche Veranstaltung, es waren im Gegensatz zu Staufen oder Krozingen auch viele Familien mit Kindern dabei, für die das so eine Art St. Martinsumzug war.

Die Stimmung bei allen drei Veranstaltungen war eher friedlich, ganz im Gegensatz zu Freiburg, wo wohl bewusst Menschen hingehen um sich mit Polizei und Antifa zu stressen.

BZ Bericht zum 3.1.22 in Freiburg

Anderswo