Leserbrief zu KOMMENTAR: Kinder an die Macht, von Leonie Lieberam in der Badischen Zeitung vom 17.11.2012

Ich habe einen Leserbrief zum Thema Wahlalter ab 16 an die Badische Zeitung geschrieben:

Debatte zum Wahlrecht ab 16, KOMMENTAR: Kinder an die Macht, von Leonie Lieberam in der Badischen Zeitung vom 17.11.2012

Sehr geehrte Damen und Herren,

Ich stimme mit der Argumentation ihrer Autorin, gegen ein Wahlrecht ab 16 nicht überein:
Ein Artikel in der einflussreichen Politikwissenschaftlichen Zeitschrift „The ANNALS of the American Academy of Political and Social Science“ berichtet im Januar 2011 unter der Überschrift „Amerikanische 16 bis 17 Jährige sind in der Lage zu Wählen“ über eine Untersuchung zu den Unterschieden im politischen Verhalten zwischen 10 und 30 Jahren. Darin stellen die Autoren fest, dass es zwischen der Altersgruppe der 16 – 17 Jährigen und der der 18 – 20 Jährigen keine relevanten Unterschiede in den Bereichen Wissen über Politik, politische Fähigkeiten, politische Wirksamkeitsempfinden und politischem Interesse gibt.

Aus Verhaltenswissenschaftlichen und Neurobiologischen Studien wissen wir auch, dass die Fähigkeit zum Verarbeiten von Informationen bei den meisten Menschen etwas im Alter von 15 Jahren fertig ausgeprägt ist. Jedoch die Fähigkeiten zur Impulskontrolle und Risikoabschätzung erst mit 21 Jahren voll ausgeprägt sind.
Deshalb ist es durchaus gerechtfertigt wenn Menschen mit 16 Jahren wählen können, denn dafür brauche ich vor allem intellektuelle Fähigkeiten, aber erst mit 17 Jahren Autofahren, erst mit 18 Jahren Alkohol trinken oder in der Bundeswehr dienen, erst ab 21 Mietwagen mieten oder ab 25 Jahren große Motorräder fahren, denn dazu sind die Fähigkeiten zur Risikoabschätzung wichtig.

Wahlentscheidungen trifft man in der Regel nach dem man sich informiert hat (oder informiert wurde), möglicherweise nach Diskussion mit Freunden und Bekannten unterschiedlichen Alters in Ruhe nach mehr oder weniger langem Nachdenken.

In Jeder Lebensphase gibt es wichtigere Dinge um die es sich subjektiv mehr lohnt zu kümmern als Wählen zu gehen: nach der Pubertät und Ichfindung, die Ausbildung oder das Studium mit schwereren Prüfungen, danach einen möglicherweise anstrengenden Arbeitsalltag und die Aufzucht der Kinder.

Jugendliche sind mit 16 Jahren in der Lage Wahlentscheidung treffen zu können und sollten das auch dürfen, die Gründe sie bis 18 warten zu lassen sind fadenscheinig.

Sebastian Müller

Freiburg seine Sinusmillieus

Letzten Mittwoch war ich bei einer sehr interessanten, aber spärlich besuchten Veranstaltung zum Formen des Engagements gesellschaftlicher Milieus von Dr. Frank Jost vom vhw – Bundesverband fu?r Wohnen und Stadtentwicklung. Thema war wie kann man welche sozialen Milleieus für Bürgerschaftliches Engagement gewinnen. Der Verband ha dies auch zum Thema seiner letzten Verbandszeitschrift gemacht.

Thesen von Dr. Jost waren unternanderem, dass sich das Engagement in seiner Form jeweils am gesselschaftlichen Leitmillieu orientiert und das man unterschiedliche Millieus unterschiedlich ansprechen kann und muß. Das erscheint zunächst trivial, aber auf diesen Erkentnissen versucht der Verband derzeit ein Engagementhandbuch zu entwickeln, mit dem er Hinweise gibt wie und für welche Arten von Engagement, man diese erreichen kann.

Die Analys baut auf dem bekannten Sinus Millieu Modell des Sinus Sociovision Marktforschungsinstitus auf. Da war es natürlich interessant zu Fragen, welche Millieus so in Freiburg dominieren. Und was hätte man gedacht, DDR Ostalgische gibt es kaum, dafür aber dominiert klar das Postmaterielle Millieu (auf der Grafik in Grün mit PMA bezeichnet). Also Personen mit höherem Bildungsabschluss, sozialer besser gestellt und größeren kulturellen Bedürfnissen. Da sich Millieuzugehörigkeit auch im Wahlverhalten wiederspiegelt und die Menschen im PMA häufiger grün wählen, dürfte sich für Freiburg nun einiges erklären.

(Die Grafiken stammen aus dem Vortrag von Dr. Jost)

One week after Armenia – some thoughts

The airplane landed at 3 in the night at Yerevan airport’s surprisingly modern airport. Modern and well built, but a little faceless as all modern airport buildings are. Our first encounter with real Armenia did we have immediately when I discovered a hedgehog living in the trunk of my taxi. These taxis became a daily experience of our trip as we rode on the backseat of old Ladas, without seatbelts, hoping our trip would go well.

Yerevan downtown is a modern, almost west European city and you could mistakenly believe you are somewhere southern France, but when you come into the outskirts you notice this is a poor country and when you see the countryside you think even the Banlieu is rich. Whilst Yerevan is full of white and black SUV and large Mercedes limousines on the countryside you can see people residing in what are mere shacks. Houses that are little more then a tin roof and some bare walls.

One of the youth centers we visited was opposite from the state security service so we were not allowed to take any pictures, as not to endanger the security of the Republic of Armenia, but I guess they have little trouble with anti social behavior of youth around the place. „One week after Armenia – some thoughts“ weiterlesen

Stadt plant Ende der KuCa Barracke für Ende 2014

Diesem Blog liegt ein Schreiben des Baubürgermeisters Dr. Haarg vor, in dem dieser die Kündigung des Pachtvertrages für das Gelände auf dem jetzt die KuCa Barracke steht, für Ende 2014 ankündigt. Bis dahin will er sich aber auch um eine Konfliktfreie Lösung und neue Unterbringung Einsetzen. Ich hoffe dieses Versprechen wird auch eingehalten werden. Ds Foto ist das Schreiben.

Pressereaktionen auf Äußerungen des DV zur Wahlrechtssenkung

Inzwischen ist unsere Pressemitteilung von gestern, von diversen Medien aufgegriffen worden:

Südwestpresse: Kabinett beschließt Wahlrecht ab 16 – Das Kabinett hat der Senkung des Wahlalters bei Kommunalwahlen zugestimmt. Gesetzliche Frauenquoten lehnt der Innenminister ab. Autor: ROLAND MUSCHEL | 07.11.2012 (…) „Dagegen begrüßten der Dachverband der Jugendgemeinderäte in Baden-Württemberg sowie Grüne Jugend, Jusos und Julis den Beschluss.“

Schwaebische.de – Jungen Menschen eine Stimme geben – In Baden-Württemberg sollen ab 2014 schon 16-Jährige die Gemeinderäte wählen können – Von Stefanie Järkel: „Der Dachverband der Jugendgemeinderäte begrüßte die Pläne von Grün-Rot. „Ich sehe das Ganze positiv, weil man damit junge Menschen ein bisschen mehr am kommunalen Geschehen beteiligen kann“, sagte Sprecher Marcel Wolf der Schwäbischen Zeitung. „Überall wird immer von der Politikverdrossenheit bei Jugendlichen gesprochen, aber das stimmt so nicht. Man muss die Jugendlichen einfach frühzeitig beteiligen.“ Wolf, der sich auch in der Schülerunion engagiert, sprach sich zudem dafür aus, das Wahlalter bei Landtags- und Bundestagswahlen ebenfalls auf 16 Jahre abzusenken.“

Pforzheimer Zeitung – Grün-rotes Kabinett beschließt Stimmrecht für 216.000 Teenager –  Autor: Andreas Fiegel: „Sowohl der Dachverband der Jugendgemeinderäte Baden-Württemberg als auch die Grüne Jugend und die Jungen Liberalen (Julis) begrüßten die geplante Änderung des Kommunalwahlrechts.“

Badische Zeitung – Grün-Rot beschließt Wahlrecht für 16-Jährige in Kommunen:Dagegen begrüßten der Dachverband der Jugendgemeinderäte in Baden- Württemberg sowie Grüne Jugend, Jusos und Julis den Beschluss.“

Wahlrecht ab 16: Reaktion des Dachverbands der JGR

Nachdem es schon vor dem Wochenende in die Medien geleakt wurde und die Landeseregierung es heute offiziell als Kabinettsvorlage beschlossen hat der Dachverband der Jugendgemeinderäte dies nun auch in einer Pressemitteilung kommentiert.

Pressemitteilung des Dachverbands:

Ja zum Wählen ab 16, aber Jugendbeteiligung ist mehr!

  • „Ohne eine flächendeckende Einführung von Jugendbeteiligung ist dies nur ein erster Schritt!“
  • Beteiligung braucht ausreichend Mittel um funktionieren zu können
  • Es bleibt aber noch viel zu tun für die Landesregierung: Einführung einer Beteiligungspflicht für die Kommunen an allen jugendbetreffenden Fragen

Mehr: 20121106_PM_DVJGRBW_Wahlaltersenkung

Dazu die Pressemitteilung der Landesregierung:

Entwurf für neues Kommunalwahlrecht – 06.11.2012 Die Landesregierung will junge Menschen frühzeitig in demokratische Entscheidungsprozesse einbeziehen. Daher soll jetzt das Mindestalter für das aktive Wahlrecht auf kommunaler Ebene von 18 auf 16 Jahre gesenkt werden (mehr)

Ja und so eine Pressemitteilung kann einen auch von der eigenen Organisationsentwicklung richtig weiter bringen.

im Prinzip ja, aber

On the photo you see Andreas Bender, chairman of the umbrella organisation presenting its work and structure.

The first two days of our study visit to Armenia are over, its long past midnight as a write these lines, but I promised to report. We had two very interesting meetings today, one with the Armenian Ministry on Youth and Sports the other one with representatives of the Youth NGO, both of them were on the topic of youth in Armenia.

The Ministry for Youth explains the youth report

Youth research and statistical data is not widely available in Armenia, as there have been only two reports on the situation of young people. Which are defined differently from how we do it here in western Europe, as people between the age of 18 – 30. And their views on issues like genderrelations, marriage, divorce, politics. For me striking was, that more then 11 % of all these people sampled were member of a political party. Which the experts explain that some people do not know that they are member of a party and others are only member because its good or expected for their career. When we asked on the views and situations of people below that age, the Ministry people could not give any answer, as apparently they have never done a survey on this. „im Prinzip ja, aber“ weiterlesen

Beteiligung von Kindern und Jugendlichen im kommunalen Raum

Auf Einladung der Landtagsabgeordneten Alexander Schoch MdL und Sabine Wölfle MdL, sowie von Ju?rgen Giesin vom Kreisjugendring diskutierten interessierte Jugendliche, Gemeinderäte, Bürgermeister und Mitarbeiter von Jugendeinrichtungen wie man Kinder und Jugendliche besser Beteiligen könnte.

Wiedermal kam die besondere Bedeutung der Schule für Jugendliche zur Sprache, durchgäng machten fast alle Jugendlichen klar, dass die Landespolitik diesen Bereich der Beteiligung, in dem sie als SchülerInnen die meiste Lebenszeit verbringen, nicht aus den Augen verlieren darf. „Beteiligung von Kindern und Jugendlichen im kommunalen Raum“ weiterlesen