Ein Atomkraftwerk für Günterstal?

Publikum

Die beiden Gastredner bekamen großen Beifall von der übergroßen Mehrheit des Publikums (schätzungsweise 100 TeilnehmerInnen). Dass trotz der brütenden Hitze in der Günterstaler Mehrzweckhalle die Hälfte der Teilnehmer:Innen an einem Samstag Abend drei Stunden lang aufmerksam den Referaten folgte, spricht für den gefühlten Leidensdruck, dem sich offenbar viele BewohnerInnen von Günterstals oder auch herumreisende Windkraftgegner, durch die drohende „Umzingelung“ des Stadtteils mit „Windkraftindustrieanlagen“ ausgesetzt sehen.

Quelle: https://freiburg.social/@energy_charts_d@wisskomm.social/114528364188240081

Es gab auch einzelne kritische Kommentare aus dem Publikum: So kritisierte ein Wortbeitrag die Schwarz-Weiß-Denke vor allem im ersten Referat und plädierte dafür, in einer weiteren Veranstaltung mehr Meinungspluralität zu pflegen. Und die Probleme nicht nur aus der Günterstäler Perspektive zu beurteilen, sondern in einer Gesamtsicht mit in die Abwägung einzubeziehen, welche Umweltschäden und welch gigantische Landschaftszerstörung beispielsweise durch den Uranabbau erfolgt.

Die überzeugten Windkraftgegner stuften solche Einwände als „grünes Spinnertum“ ein und warfen dem Frager vor, er sei „ein von der Windkraftindustrie bezahlter Agent“ oder zumindest „ein gläubiger Apostel der Windkraftlobby“. Was sich diese Person als kritischer Umweltschützer nun wirklich nicht vorwerfen lassen muss.

In Horben und in Günterstal wohnen in der Regel nicht die Habenichtse, sondern vergleichsweise wohlbegüterte Mitmenschen mit entsprechendem Einfluss. Viele Teilnehmer:Innen der Veranstaltung werden wohl als Multiplikatoren im Stadtteil fungieren, um zu versuchen, den Druck auf Stadtverwaltung und Gemeinderäte zu erhöhen. Das war in der Vergangenheit nicht erfolgreich, aber sind ja bald wieder Wahlen. 

Quelle: https://freiburg.social/@energy_charts_d@wisskomm.social/114522491286693663

Insofern steht zu befürchten, dass sich in Günterstal und Horben und anderen betroffenen Schwarzwaldgemeinden etwas Ungutes, das über die Ablehnung der Windkraftanlagen hinausgeht, zusammenbraut.

Siehe dazu auch den aktuellen Verfassungschutzbericht (Seite 98) im Bereich der „Reichsbürger“ oder Selbstverwalter, die „Internationale Organisation Völkerrecht“ (IOV):

Neu für das Milieu der „Selbstverwalter“ ist, dass die IOV sich in ihren Schreiben gegen die Errichtung von Windparks ausspricht. Die IOV präsentiert ihre Ablehnung in Form einer sogenannten „Diplomatischen Note“, verbunden mit der Forderung, den Weiterbau solcher Parks bis zur vermeintlichen juristischen Klärung zu stoppen. Die Zurückweisung dieser „Diplomatischen Note“ begründe einen „Kriegszustand“. Solche Begriffe nutzen „Selbstverwalter“-Gruppierungen häufig, um Mitarbeitende staatlicher Stellen einzuschüchtern.”

Das soll nicht sagen, dass alle Windkraftgegner Impfgegner, Reichsbürger, Rechtsextrem oder sonst was seien. Aber diese Gruppen versuchen sich strategisch in Richtung Windkraft Gegnerschaft zu öffnen und dort auch nach Anhängern zu suchen. 

Es ist außerdem zu befürchten, dass die Energiepolitik der Bundesregierung die Energiewende teurer macht als notwendig und damit wieder für die Verbraucher die Kosten steigen obwohl es anders möglich wäre. 

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