Ich war selbst nicht bei der Veranstaltung „Windkraft am Schauinsland?!“ am 28. Juni 2025 in der Mehrzweckhalle Günterstal, weil ich zum Jubiläum der Deutschen Umwelthilfe eingeladen war. Aber dieser Blog hat ja Korrespondenten und einer dieser hat mich informiert über den Ablauf der Veranstaltung.
Zu der Veranstaltung hatte die Günterstäler Anit-Windkraft-NIMBY-Initiative zwei Gastredner eingeladen, die beide auf ihre jeweils spezielle Art und Weise rhetorisch und argumentativ für die allermeisten TeilnehmerInnen der Veranstaltung sehr überzeugend rüberkamen.

Theo Feger
Erster Gastredner war Theo Feger, den kennen wir schon von seinem Auftritt bei der Coronaleugner-Verschwörungspartei “die Basis”, Wortführer der Windkraftgegner im Kinzigtal und wie schon bei früheren Veranstaltung, führt er sehr engagiert alle negativen Umweltphänomene im Schwarzwald auf Bau und Betrieb von Windkraftanlagen zurück:
- das Versiegen bzw. die Eintrübung von Quellen,
- die zunehmende (aber von den Behörden totgeschwiegene) Belastung des Tannenhonigs mit Mikroplastik aufgrund des Abriebs der Rotoren,
- eine Verschiebung der Niederschlagsverteilung
- die Austrocknung des Waldes durch die dann ungehemmteste Sonneneinstrahlung auf den breiten „Waldautobahnen“
Davon ist natürlich nichts haltbar:
Zu den windigen Behauptungen gegen Windkraftanlagen gehört, dass aus den Rotoren tonnenweise Carbonfasern und Mikroplastik freigesetzt werden. Wenn das tatsächlich so wäre, würden sich Windkraftanlagen gar nicht wirtschaftlich betreiben lassen.
Schon aus kommerziellem Eigeninteresse werden die Hersteller und Betreiber darauf achten, dass sich die Rotoren trotz hoher Belastung (beispielsweise durch Regenschlag) nicht in ihre Bestandteile zerlegen.
Im Übrigen muss unterstrichen werden, dass die Freisetzung und der Abrieb von Mikroplastik, Carbonfasern, PFAS und Lacken durch Windräder Vergleich zu anderen Quellen vernachlässigbar ist. Mehr Infos zur Korrosion an den Rotoren.
Zu den Desinformationskampagnen gegen Windenergieanlagen gehört der Verweis auf eine chinesische Studie, die angeblich gezeigt habe, dass Windparks zu einer Austrocknung der Böden führen würden. In der Studie wurde aber gar nicht ursächlich untersucht, ob es tatsächlich der Betrieb der Windkraftwerke war, die den Feuchtigkeitsgehalt der dortigen Böden um etwa vier Prozent verringert haben soll.
Zudem kann die Umverteilung von Luftschichten durch die sich drehenden Rotoren je nach Wetterbedingungen sowohl trockene auch feuchtere Luftschichten in Bodennähe „blasen“.
Bei hiesigen Windparks konnte eine vorübergehende Austrocknung der Böden allenfalls im Bereich von einem Prozent festgestellt werden.
Windkraftanlagen können also einen geringfügigen Einfluss auf das Mikroklima am Standort haben. (mehr)
Alle diese Argumente bringt er bei jeder Veranstaltung und sie werden auch immer wieder zuverlässig widerlegt, auch auf diesem Blog. Das anwesende Publikum glaubt aber diese Geschichten gerne, bestätigen so doch ihre bereits gefasste Meinung.

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