Günterstaler Gruselgeschichten über Windkraft

Prof. Dr. Christine Alewell 

Am fachlichsten wirkte dann Prof. Dr. Christine Alewell von der Uni Basel, die seit einiger Zeit immer wieder bei Anti-Windkraft-Veranstaltungen auftritt. Gleich zu Beginn mußte sie klarstellen, dass sie keine Klimawandelleugnerin sei. Um dann allerdings zu erklären ein Großteil der Probleme durch den Klimawandel sei durch örtliche Umweltschäden (Moore entwässern, Wald abholzen, …) verstärkt. 

Laut Frau Professor sieht so die Website von EWS aus, müßte aber wie rechts aussehen.
ich finde auch dieses Bild. Startseite ist derzeit im Nostalgie Design

Die Grundthese ihres Vortrag ist dann aber recht einfach, auch wenn sie sehr gut vorträgt – man merkt die rhetorisch brillante Professorin – durch Windkraft werde der Boden verdichtet, der natürliche Wald des Schwarzwalds zum „Industriewald“. Es würde sich die Hydrologie, also der Wasserabfluss verändern. Ein Rückbau der Fundamente sei nicht möglich. Dazu gäbe es viel zu geringe Bankbürgschaften der Investoren. Windradflügel sind giftiger Sondermüll, die Baugruben böten die Möglichkeit fremden Boden zu verklappen – gibt da wohl ein Beispiel aus Lörrach, aber kein Hinweis, dass das immer passiert. Und durch die Windräder gäbe es vielleicht – dazu wisse sie zu wenig, aber es könnte ja sein – eine Veränderung der Aufstiegsdynamik bei Wolken und vielleicht ein höheres Rutsch-Risiko beim Berg. 

Ein Windrad

Pro Windrad würde zwischen 1 und 3 ha Boden versiegelt und verdichtet. Wobei sie immer von “versiegelt und verdichtet” sprach, was ja aus meiner Sicht nicht das gleiche ist.

Am Ende gab es dann noch mal ein Plädoyer zum Umbau der Gesellschaft in eine Nachhaltigere und es gab dann noch einen Hinweis was sie damit meint: ChatGPT brauche pro Anfrage mehr Strom als google, auch wenn sie gerne KI nutze, und schlimm sei auch der Energieverbrauch von5G. (5g braucht pro übertragenem Byte weniger als LTE, einer der Gründe weswegen es eingeführt wird)

Am Ende erläuterte sie dann noch ein Szenario, in dem man die Energiewende rein mit dem Repowering bestehender Windkraftanlagen und Solar schaffen könnte. Und ich hatte den Eindruck, sie plädierte für Repowering. 
Was Matthias Willenbaacher damals auch gesagt hat – und so treffend von ihr weggelassen wurde, ist genau das Repowering mit den neusten Anlagen und neue an optimalen Standorten, sprich eben genau auch im Schwarzwald dafür.

Die Methode scheint recht klar: Prof Allewell arbeitete mit wissenschaftlichen Fakten zu  Bodenbeschaffenheiten, Stoffkreisläufen und Dienstleistungen des Ökosystems Wald, zogaber daraus regelmäßig unwissenschaftliche Schlussfolgerungen, z.B. indem sie nahegelegte, mit dem Bau von Windrädern würde der Wald als Ganzes seine vielfältigen Funktionen nicht mehr erfüllen könne – das wurde dann meist auch nicht so offen von ihr formuliert, der Zuhörer konnte sich selbst seinen Schlüsse ziehen.

Sie verwies immer wieder darauf, dass sie sich nur zu ihrem Fachgebiet äußere, faktisch hat sie aber zu allem eine professionell klingende Meinung kund gegeben, wie etwa zum Vogelschutz.

Klar, wenn man einen Standort vor und nach der Errichtung eines Windrades vergleicht, dann geht da auf alle Fälle der natürliche Charakter eines Bodens mit all seinen Funktionen verloren – so wie auch etwa bei einem neuen Hotel Luisenhöe oder jeder anderen Bebauung. Das Problem ist aber die Verhältnismäßigkeit: Wie groß sind die veränderten Flächen im Vergleich zur Gesamtfläche des Waldes? Ein Großteil unseres Waldes im Schwarzwald ist bewirtschaftet und schon jetzt durchzogen von haufenweise befestigten Forststraßen. Ganz zu schweigen von den öffentlichen Straßen, die geteert und ständig befahren sind.

Wie Herr Willenbacher es findet Kronzeuge gegen Windkraftausbau zu sein ist nicht klar

Auch hier fehlen etwa Initiativen zur Entsiegelung von Parkplätzen oder anderen geteerten Flächen, es scheint nur ein Problem zu sein, wenn es sich um Windräder dreht. 

In der Fragerunde erklärte sich Jörg Dengler, Vertrauensperson des Klimaentscheids Freiburg, als Befürworter des Windkraftausbaus und bot an, gerade anhand der Folien der Basler Umweltwissenschaftlerin die Unstimmigkeiten und Fehlschlüsse durchzugehen und zu zeigen, dass das Vorgetragene im wissenschaftlichen Kern ein Plädoyer pro Windkraft sei. Nicht alle im Publikum fanden das gut, auch der Moderator nicht.

Ein Kommentar zu „Günterstaler Gruselgeschichten über Windkraft“

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